Tipps für einen winterfesten Balkon

Der Herbst ist in vollem Gange: Die Blätter verfärben sich, der Wind heult, das Wetter wird unbeständig und es kühlt ab. Sogar der erste Frost ist schon in Sichtweite. Es wird Zeit, sich warm einzupacken und auf den Balkon zu begeben. Denn dieser muss noch winterfest gemacht werden. Wie ihr das ganz einfach schafft, verraten wir euch heute.

Winterfest machen lohnt sich: Damit die Planzen auch nächstes Jahr wieder schön blühen (Foto: Möller)

Winterfest machen lohnt sich: Damit die Planzen auch nächstes Jahr wieder schön blühen (Foto: Möller)

Pflanzen einpacken

Damit sie vor Frost und Kälte geschützt sind, sollten Pflanzenkübel in Folie eingepackt werden. Das gilt vor allem bei Keramiktöpfen, die im Winter schnell springen können. Jedoch sollten diese nicht zu früh ummantelt werden, denn sonst droht Staunässe – der Tod jeder Pflanze. Zudem ist es wichtig, die Pflanzen mithilfe von Holzblöcken oder Ähnlichem einige Zentimeter hochzustellen. Das hat zweierlei Gründe: Zum einen kann sich so der Frost nicht vom Terrassenboden direkt auf die Wurzeln übertragen; Zum anderen ist so das Abflussloch unter dem Kübel besser vor dem Zufrieren geschützt, was ebenfalls gegen die gefährliche Staunässe hilft.

Balkonmöbel schützen

Wenn die Balkonmöbel im Winter draußen stehen, werden sie durch das Wetter stark strapaziert und verlieren meist ihr schönes Aussehen. Deswegen lohnt es sich, die Balkonmöbel frühzeitig zu schützen. Das geht entweder indem man sie in den Keller bringt oder – wenn dort kein Platz ist – sie mithilfe einer festen Plane samt starkem Band einpackt.

Auch an den Wasserhahn denken

Ganz wichtig vor dem ersten Frost ist es auch den Außen-Wasserhahn abzudrehen. Sonst kann das Wasser in der Leitung gefrieren und diese zum Platzen bringen. Auch andere Wasserquellen wie Springbrunnen oder gefüllte Gießkannen sollten geleert werden.

Ein kleiner Tipp zum Abschluss

Wer im Winter das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden will, kann auf seinem Balkon ein Vogelhäuschen aufbauen. Dann hat man den ganzen Winter Spaß an den lustigen Gesellen und hilft diesen zugleich durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

 

Vorschau: Nächste Woche verraten wir euch, wie ihr aus bunten Blättern herbstliche Windlichter basteln könnt.

Top 10 der neuen Spezies 2015

Die Entdeckungen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Jedes Jahr werden neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Bereits zuvor berichtete Face2Face von den Top 10 der neu entdeckten Spezies. Auch dieses Jahr wurde eine Top 10 Liste vom International Institute for Species Exploration (IISE) aus dem College of Environmental Science and Forestry aus New York erstellt:

  • Das Hühnchen aus der Hölle, Anzu wyliei, ist das einzige Fossil und der einzige Dinosaurier auf dieser Liste. Der gefiederte vogelähnliche Dinosaurier hatte, wie viele andere Tiere aus dieser Gruppe, zu der auf der bekannte Tyrannosaurus Rex gehört, leichte Knochen und einen papageienähnlichen Schnabel.
  • Balanophora coralliformis, ist eine parasitäre Korallenpflanze, die in einer Höhe von 1500m bis 1800m um den Berg Mingan in den Philippinen wächst und ihre Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht. Diese Spezies wurde sofort als kritisch vom Aussterben bedroht angesehen.
  • Cebrennus rechenbergi ist eine agile Spinne, die in der marokkanischen Wüste lebt und sich bei Gefahr davon macht, indem sie einen Radschlag macht.
  • Die X-Phyla ist ein multizellulärer Organismus, der einem Pilz ähnelt.
  • Die Knochenhaus-Wespe hat eine besondere Art des Nestschutzes entwickelt. Die Weibchen dieses schwarzen 1,5 cm langen Insekts legen ihre Eier in abgetrennten Zellen in hohlen Stämmen und töten, als Nahrung, je eine Spinne und legen sie mit in die Zelle. Am Ende verschließt sie dem gesamten Stamm mit 13 toten Ameisen.
  • In Indonesien fand man einen Frosch namens Limnonectes larvaepartus, der als einzige Froschart keine Eier in Wasser legt, sondern lebendige Kaulquappen gebiert.
  • Eine ganze Familie von Insekten sieht zur Tarnung aus, wie ein kleiner Zweig. Phryganistria tamdaoensis ist eine der kleineren Arten aus dieser Familie.
  • Die Seeschnecke Phyllodesmium acanthorhinum gehört zu einer Gruppe von Seeschnecken, die symbiotisch lebende Algen in ihrem Darm haben und durch diese fluoreszierend leuchten.
  • Die Weihnachtsbromelie ist eine Pflanze, die zu den Ananasgewächsen gehört. Die Einheimischen in Mexiko kennen sie schon lange und zu Weihnachtsfeiern genutzt.
  • Der Kugelfisch Torquigener albomaculosus liefert die Erklärung für ein lange ungeklärtes Mysterium. Am Meeresgrund bei Japan fanden Wissenschaftler zwei Meter breite Kreise mit geometrischen Sandskulptur-Zeichnungen. Nun stellte sich heraus, dass dies Nester sind, die von den Männchen dieser Kugelfischart gebaut werden, um Weibchen anzulocken. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern minimieren Meeresströmungen im Zentrum des Nestes. Doch diese Nester werden nur einmal benutzt und dann verlassen.

 

Die Liste der Top 10 wird erstellt, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu wecken und Aufmerksamkeit auf das Feld der Biodiversität und Taxonomie zu lenken. Die IISE hat es sich zum Ziel gemacht, zu inspirieren und zu ermutigen und den Fortschritt in der Taxonomie und die Entdeckung der Spezies der Erde zu voranzutreiben.

Tipps zur Pflege von Orchideen

Orchideen – auch Orchidaceae genannt – gehören mit bis zu 30.000 Arten zu den größten Pflanzenfamilien. Die anmutige Pflanze hat in ihrer bisherigen Kulturgeschichte einige Verwendungen gefunden, zum Beispiel als Aphrodisiakum, Heilmittel, Dekoration oder auch im Aberglauben. Demnach lässt sich die Kulturgeschichte der Orchidee bis zu 5000 v. Chr. zurückverfolgen. Aufgrund ihrer Schönheit wird die Orchidee auch als „Königin der Blumen“ angesehen. In der chinesischen Gartenkunst symbolisiert sie Liebe, Schönheit oder auch ein junges Mädchen.

Wunderschön: Die Blüten der Orchidee (Foto: Sharifi)

Wunderschön: Die Blüten der Orchidee (Foto: Sharifi)

Einige wenige Orchideenarten werden auch als Nutzpflanze gebraucht wie zum Beispiel für die Gewinnung von Gewürzvanille, Aromatisierung für Tee und als Duftmittel für Parfüm und Tabak. Damit ihre Schönheit dauerhaft erhalten bleibt, hat Face2Face die wichtigsten Pflegetipps zusammengefasst:

1. Während die Mehrheit aller Pflanzen viel Wasser benötigt und demnach häufig gegossen werden müssen, gilt bei der Orchidee die Faustregel: Weniger ist mehr!
Da diese Pflanzenart tropisches Klima gewohnt ist, genügt es ihr in ein oder zwei Wochen einmal gegossen zu werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass sich kein überschüssiges Wasser im Topf befindet. Vorsicht: Zu viel Wasser lässt die Wurzeln verfaulen und die Pflanze verstirbt.

Knospen: Neue Knospen erfreuen jeden Pflanzenhalter (Foto: Sharifi)

Knospen: Neue Knospen erfreuen jeden Pflanzenhalter (Foto: Sharifi)

2. Der bestgeeignete Ort für Orchideen ist die Fensterbank einer Ost- oder Nordwestseite. Zwar soll es hell sein, aber die Pflanze nicht einer direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, dann sollte mindestens eine Gardine als Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung gegeben sein.

3. Die tropische Pflanze reagiert auf große Temperaturschwankungen negativ, ebenso auf Zugluft – da sie sehr sensibel und tropisches Klima gewohnt ist.

4. Nach einer gewissen Zeit können sich Luftwurzeln bilden, diese sollten keinesfalls abgeschnitten werden, denn auch diese Orchideenwurzeln sind sehr empfindlich. Aus ästhetischen Gründen kann die Luftwurzeln in den Topf gedrängt werden.

5. Nicht mehr als einmal pro Monat düngen mit speziellem Orchideendünger.

6. Verfaulte Wurzeln am besten wegschneiden. Dabei sollte beachtet werden, dass abgestorbene Pflanzenteile wie gelbe Blätter keinesfalls abgeschnitten werden. Stattdessen diese vorsichtig herausziehen oder darauf warten, bis die gelben Blätter selbstständig abfallen.

Persönlicher Rat:
Die Orchideen eignen sich hervorragen für Menschen, die das Gießen von Blumen gerne vergessen.

Vorschau: Nächste Woche geht es hier um das Last-Minute-Faschingskostüme und wie ihr diese selbst kreieren könnt.

Pflanzenwelt, Gefühlswelt?

Schon unsere Großmütter haben es getan: Mit der Gießkanne in der Hand durch den Gemüsegarten streifend hier einer Tomatenpflanze ein tröstliches Wort zugeflüstert und dort den Kartoffeln etwas vorgesummt. Pflanzen sollen nach Volksglauben unsere Stimmen wahrnehmen können und darauf reagieren – jedenfalls glauben das 49 Prozent der deutschen Bundesbürger (Quelle: Emnid-Untersuchung, Zeit Wissen).

Pflanzen haben zwar kein Gehirn wie Säugetiere, können aber – nach der Meinung vieler – Gefühle empfinden und sind nicht nur reine Biomasse, die auf Wind und Wetter reagiert. Aus dieser Überlegung heraus haben sich vor einigen Jahren einige Wissenschaftler zur „Society für Plant Neurobiology“ zusammengetan, um die Pflanzenneurobiologie zu erforschen. Dieser neue Forschungszweig der Botanik untersucht, wie Pflanzen Umwelteinflüsse wahrnehmen und darauf reagieren. Hauptsächlich geht es dabei um Botenstoffe, die Pflanzen aussenden und empfangen, um daraus Informationen über Gefahren zu erhalten. Aber auch das Wetter mit Wind, Regen und Sonne, übermittelt Signale, die von den grünen Gewächsen interpretiert werden.

So kann die Botanik nicht nur durch die Umwelt beeinflusst werden, sondern auch von uns Menschen. Hier ein paar Beispiele:

Pflanzen spüren nicht nur den Wind, sondern auch, wenn man sie mit Baumwollfasern vorsichtig streichelt. Dabei werden die Berührungsgene, „touch genes“ genannt, stimuliert, welche die Wachstumsrichtung beeinflussen können.

Gewächse haben in jeder Zelle eine Membran, die empfindlicher ist als das menschliche Ohr. Dass sie wirklich darauf reagieren, wenn man mit ihnen spricht, hat der Biologe Stefano Mancuso von der Universität Florenz in der Toskana untersucht. Mit Musik, bevorzugt Mozart, in den pflanzlichen Ohren, wachsen diese laut seinen Forschungsergebnissen schneller und entwickeln größere Früchte.

Aber nicht nur wir Menschen können mit unseren grünen Mitbewohnern kommunizieren, sie unterhalten sich auch untereinander. Das machen sie zwar nicht mir Lauten, stattdessen sie nutzen dafür verschiedene Duftstoffe, die in unterschiedlichen Mengen jeweils eine Bedeutung haben.

Also müssten sich Pflanzen, die nicht mehr zu hören wollen, eher die Nasen als die Ohren zuhalten und hätten damit wohl unsere Großmütter zum Staunen gebracht.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Artikel über Urban Gardening.