Die Flüchtlingskrise: Ein Update

KOMMENTAR: Mittlerweile ist es November. Die sogenannte Flüchtlingskrise ist schon lange zum innenpolitischen Problem erhoben worden. Offiziell befindet sich diese Krise jetzt in ihrem zweiten Jahr – völlig ungeachtet der Tatsache, dass auch vor 2015 Einwanderung auf diesem Weg stattfand. Zur Erinnerung: Der Krieg in Syrien dauert bereits fünf Jahre an. Bisher wurde angenommen, dass etwa eine 250.000 Menschen dabei ums Leben gekommen sind. Allerdings wurde die Zählung der Opfer Mitte 2014 eingestellt, da zuverlässige Daten nicht zugänglich seien, so der UNHCR. Seit 18 Monaten können die Verluste also nicht einmal mehr erhoben werden. Wissenschaftler des Syrischen Zentrums für Politikforschung gehen bereits von einer Dopplung der Zahl aus.

Es haben zwar über den gefährlichen Seeweg mehr als 171.000 Personen von der Türkei aus die Ägäischen Inseln Griechenlands erreicht. Aber mit den Rekordzahlen des Vorjahres hat das nur noch wenig zu tun. Noch in den ersten beiden Monaten des Jahres kamen ganze Flüchtlingsströme auf den Inseln an. Der Strom aber hat sich seit dem Inkrafttreten des Abkommens zwischen der Türkei und der Europäischen Union vom 20. März 2016 verlagert. Nach Griechenland kommen vor allem Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – knapp die Hälfte sind Syrer.

In Syrien verschlimmert sich die Lage zusehends. So erklärte Stephen O’Brien –UN-Koordinator für humanitäre Hilfe – , vor dem New Yorker UN-Sicherheitsrat, dass dort derzeit 974.080 Menschen in belagerten Städten und Dörfern ausharren. Vor einem halben Jahr sei weniger als die Hälfte betroffen gewesen. Dazu komme noch der Winter. Die Menschen  seien abgeschnitten von Hilfsleistungen. Fassbomben und Chlorgasangriffe kosten nicht nur unzählige Leben, mittlerweile seien auch die letzten verbleibenden Krankenhäuser und zivilen Einrichtungen unter Beschuss genommen. Schuldig sei daran – in der Regel durch Augenzeugen und lautstarke Äußerungen der US-Regierung bekundet – die Syrische Armee samt russischen Verbündeten. Eine Waffenruhe ist nicht in Sicht. Trotzdem sind die Ankunftszahlen seit März massiv abgefallen. Dass die Umsetzung eines politischen Abkommens derart signifikant auf den Flüchtlingsstrom einwirken kann, lässt tief blicken und eröffnet dabei trotzdem Raum für Spekulationen über eine Beteiligung – oder zumindest die Mitwisserschaft – der türkischen Regierung.

Signifikant steigt daraufhin allerdings die Zahl derer, die die Küsten Italiens ansteuern: Knapp 165.000 Personen kamen über das Mittelmeer aus Nigeria, Eritrea und anderen afrikanischen Ländern. Der Ausspruch „Afrika sitzt auf gepackten Koffern“ macht nicht nur die Runde, sondern auch Angst, denn Afrika ist groß und das Boot für viele schon voll.

Abnehm-Tipps für den Alltag

Weihnachten ist die Zeit des guten Essens: Plätzchen, Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl, Lebkuchen, Schokolade und vieles mehr warten nur darauf verspeist zu werden. Nach den Festtagen kommt dann das schlechte Gewissen und die Erkenntnis, dass die Leckereien nicht mit dem Weihnachtsmann verschwunden sind, sondern sich auf den Hüften angesammelt haben. Doch die zusätzlichen Adventspfunde können relativ leicht wieder abtrainiert werden und zwar ohne Fitnessstudio-Besuche und Radikal-Diäten. Wie genau das geht, verraten wir euch heute:

Böse Überraschung: Nach Weihnachten machen sich oft zusätzliche Adventspfunde bemerkbar (Foto: Möller)

Böse Überraschung: Nach Weihnachten machen sich oft zusätzliche Adventspfunde bemerkbar (Foto: Möller)

1. Bewegung in jeder Situation

Ja, es ist kalt und ungemütlich. Trotzdem lohnt es sich, die zehn Minuten zum Einkaufen, zur Universität oder in die Stadt nicht mit dem Bus oder dem Auto zu fahren, sondern zu gehen. So verbrennt ihr einige Kalorien und könnt auch noch die frische Luft genießen. Aber passt darauf auf, dass ihr warm angezogen seid und euch nicht erkältet. Auch lohnt es sich den inneren Schweinehund zu besiegen und die Treppe anstatt des Aufzugs zu benutzen. Wenn ihr das regelmäßig macht, trainiert ihr eure Beinmuskeln und bekommt einen schönen, straffen Po.

2. „Schmal-Hans-Küchenmeister“

Vor allem als Neujahrs-Vorsatz nehmen sich viele vor, nicht mehr so viel zu essen und den Süßigkeiten zu entsagen. Dafür müsst ihr aber diszipliniert sein. Leichter fällt das, wenn er gar nicht erst in Versuchung gebracht wird. Daher gilt: Alle Leckereien aus der Wohnung entfernen, die übrig gebliebene Weihnachtsschokolade verschenken, die Chips vom Sofa entfernen, durch schöne Möhren oder Äpfel ersetzen und statt einer Aufback-Pizza abends lieber eine klare Gemüsesuppe oder ein Stück mageres Putenfleisch essen. Das muss aber gar nicht so schwer sein: Es gibt leckere Diät-Rezepte – und wenn ihr euch dann doch einmal ein Stück Schokolade oder eine Handvoll Chips gönnt, schmecken sie gleich noch viel besser.

Obst statt Schokolade: Nach Weihnachten muss der innere Schweinehund besiegt werden (Foto: Möller)

Obst statt Schokolade: Nach Weihnachten muss der innere Schweinehund besiegt werden (Foto: Möller)

3. Sport tut gut

Natürlich ist es schwer sich aufzuraffen – vor allem, wenn es draußen kalt und schon dunkel ist. Dennoch Sport muss sein. Also geht joggen, macht Gymnastik, spielt Tennis, Fußball oder worauf ihr sonst Lust habt. Manchmal genügt es auch statt beim Fernsehen auf der Couch zu sitzen dabei Sit-ups zu machen oder mithilfe einer kleinen Bank Step-Aerobic-Übungen durchzuführen. So passiert es dann, dass während euer Lieblingsheld gerade die Welt rettet, ihr eure überflüssigen Pfunde besiegt.

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier ein Kontrastprogramm und wir verraten euch wie ihr schöne Schokoladenverzierungen selber herstellen könnt.

Wer braucht denn noch den Journalismus?!

Ich fühle mich aktuell ein wenig erinnert an die Passion Jesu Christi. Die Rolle des Jesus Christus ist jedoch besetzt mit der des Journalismus. Der Journalismus leidet Qualen, er trägt seine Wunden öffentlich zur Schau und die ganze Welt nimmt daran teil. Folgt nun also bald die Kreuzigung?

Nicht erst seit den Insolvenzmeldungen etablierter Blätter wie der deutschen Financial Times oder der Frankfurter Rundschau steht es um den Journalismus, besonders den Printjournalismus schlecht. Langsam aber dauerhaft sinken die Auflagen, die Zeit zum gemütlichen Lesen der Wochen- oder Tageszeitung wird immer knapper und das Interesse am gut recherchierten Journalismus scheint abzunehmen. Nun stellt sich also auch mir die Frage: Wer braucht denn noch „guten“ Journalismus? Und was ist überhaupt „guter“ Journalismus? Insbesondere als Journalistin im Bereich Musik drängt sich diese Frage geradezu auf.

Die Menschen kaufen ihre Musik zwar noch größtenteils im Plattenladen, jedoch steigt die Anzahl an illegalen und legalen Downloads an. Kein Wunder also, dass die zunehmend internetaffine Mehrheit sich auch über dieses Medium über die Musik informiert. Ich selbst schreibe hier für ein Onlinemagazin. Somit verbreite ich meine Meinung und mein Wissen nicht via Printmedium, sondern via Internet. Gehöre ich also vermutlich zu den Verantwortlichen dieser „Misere“?

Bald eine Erinnerung an alte Zeiten? Verschiedene Printmedien (Foto: Wobbe)

Ich finde die Diskussion um das Medium eher lästig. Printmedien versus Onlinemedien. Wieso sollte nur eines davon den Anspruch auf Qualität haben? Es gibt eben unterschiedliche Menschen, die sich unterschiedlich informieren. Und da es nun mal das Internet gibt, gibt es auch Leute, die lieber über das Internet lesen. Die Onlinemedien sind deshalb aber noch lange nicht schuld an den sinkenden Auflagen. Meiner Meinung nach liegt das Problem vielmehr daran, dass viele Menschen keinen Wert mehr auf gründliche Recherche und detaillierte Informationen, insbesondere Hintergrundinformationen, legen. Viele sind einfach auf der Suche nach Neuigkeiten und diese sollen, logischerweise, möglichst aktuell, möglichst knapp und trotzdem informativ sein. Genau das findet man im Internet. Seit Smartphones und Tablets genügt ein Klick und man kann auf verschiedenste Nachrichtendienste zugreifen. Auch das geht wohl einher mit der immer knapper werdenden Zeit, die jedem Einzelnen zur Verfügung steht. Da muss es eben schnell gehen, das kenne ich selbst. Ein Teufelskreis also? Ich denke, die Printmedien müssen sich für die Onlinewelt öffnen. Sie könnten ein wahres As aus dem Ärmel ziehen, wenn sie Print und Online geschickt kombinieren. Ich selbst habe eine Wochenzeitung abonniert und bin gleichzeitig großer Fan der zugehörigen App. Letztlich ist es nicht anders als im Printjournalismus: Die guten Medien müssen sich etablieren und bleiben bestehen, die schlechten werden früher oder später aufgeben. Wieso sollte man sich also entscheiden müssen? Auch Online gibt es genug gute Journalisten und Beiträge. Es bedarf lediglich noch einer Art und Weise, die guten von den schlechten zu trennen. Nichts gegen die Meinungsfreiheit, ohne sie könnte ich an jener Stelle nicht schreiben. Aber wenn der Onlinejournalismus auf dem Niveau des Printjournalismus ankommen soll, muss man die Spreu von Weizen trennen können.

Die Frage, ob man den Journalismus überhaupt noch braucht, finde ich alarmierend. Wo kämen wir hin, wenn jedermann willkürlich Informationen, Meinungen und Wissen verbreiten könnte? Gerade dank der reichhaltigen Medienlandschaft, die zur Zeit noch vorherrscht, kann jeder für sich selbst auswählen, welche Zeitung, Zeitschrift, Magazin et cetera er liest. Und der Beruf des Journalisten sollte weiterhin ein ehrenhafter Beruf bleiben, den man erlernen muss, der eine Ausbildung erfordert und der letztlich das ist, was ihn so schön macht – eine Berufung.

Man möchte also hoffen, dass im Falle einer Kreuzigung, der Journalismus wieder aufersteht.

Vorschau: Nächste Woche gibt es eine CD Review von Hélène Grimaud und Sol Gambetta.