Level up – Videospiele erobern die Wissenschaft

Eine Uni, die sich für Computer- und Videospiele interessiert – das Traumgebilde eines Gamers? Keineswegs. Die Japanologie der Universität Leipzig hat im Rahmen des Bereiches „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“ die Erforschung japanischer Videospiele zu einem ihrer zentralen Forschungsgebiete gemacht.

Seit mehr als vierzig Jahren haben sich digitale Spiele zu einer der beliebtesten Unterhaltungsmöglichkeiten entwickelt. Nicht nur in Japan sind seine Videospiele populär. Sie üben seither einen starken Einfluss auf die Spielkultur weltweit aus. Man denke nur an die Nintendoklassiker wie Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda.

Universität Leipzig Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften Ostasiatisches Institut / Japanologie Juniorprofessor Dr. Martin Roth (Foto: Swen Reichhold / Pressestelle der Universität Leipzig)

Die Japanese Videogames Research Initiative – die Initiative zur Erforschung japanischer Videospiele ist noch sehr jung. Erst 2015 wurde sie von Dr. Martin Roth, dem Leipziger Juniorprofessor für Japanologie, ins Leben gerufen. Schon seine Dissertation schrieb er über die politischen Potentiale japanischer Videospiele. Nun forscht er auf dem Gebiet „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“. Bei seiner Doktorarbeit stieß er auf das Problem, dass viele der japanischen Videospiele hier in Deutschland nicht oder zumindest schwer zugänglich sind. Genauso verhält es sich mit der benötigten Technik. Doch für die ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung ist die unbehinderte Zugänglichkeit unabdingbar. So kam ihm die Idee eine Sammlung der Spiele zu beginnen, um sie für Forschung, Studium und Lehre erreichbar zu machen.

Ein wichtiger erster Schritt zum Traum von einer der größten Sammlung japanischer Videospiele war kürzlich die Schenkung von 4500 Spielen der japanischen CERO – der Computer Entertainment Rating Organization. Sie kümmert sich um die Bewertung von Computer und Videospielen. „Damit war ein guter Anfang für eine solche Sammlung in Leipzig geschaffen, die wir nun erschließen und hoffentlich in Zukunft ausbauen können“, beurteilt Roth die Schenkung. Leider kann er bisher nicht viel über deren Inhalt sagen, da gerade erst damit begonnen wurde, die Kisten zu öffnen. Derzeit besteht die Sammlung außerdem noch aus den Spielen, die Roth im Rahmen eines Seminars für die Studenten angeschafft hatte.

Durch die Initiative sollen Informationen über die Spiele und deren Kultur gesammelt werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei in verschiedenen Richtungen. Zum ersten sind das die Inhalte und das Spielgeschehen. Dabei wird vor allem auf die Ausdrucksmöglichkeiten, Kreativität und deren Bedeutung geachtet. Eine zweite Perspektive ist der gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Einfluss, den die Spiele haben.
Weiterhin wird betrachtet, welche Auswirkungen die Globalisierung und die Ausdehnung eines weltweiten Marktes auf die Entwicklungs-, Produktions-, und Konsumbedingungen mit sich bringen.

Noch ist nicht bekannt, welche Schätze man aus CEROs Kisten hervorholen wird (Foto: Martin Roth / Universität Leipzig)

Außerdem beschäftigt sich die Initiative sowohl mit der historischen Bedeutung, wie zum Beispiel dem Verhältnis zwischen der Nachkriegsgeschichte Japans und des Entstehens der Spielekultur, als auch mit den zukünftigen Entwicklungen der Spielkultur.
Zuletzt liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie die japanische Spielkultur von außen betrachtet wird. Dazu kann übrigens jeder beitragen, denn auf der Webseite jGames wird dazu aufgerufen, seine Assoziationen und Erinnerungen an die gefundenen Spiele mitzuteilen.
Die Ergebnisse der Forschungen sollen anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch nicht nur die Forschung interessiert sich für die Spiele. Sie können dazu verwendet werden die Geschichte, Kultur und Sprache Japans besser zu verstehen. Es soll sogar ein eigenes Spiel zum Erlernen des Japanischen entwickelt werden.

Um die Initiative voranzubringen, will Roth mit internationalen Forschern zusammenarbeiten. Workshops und Tagungen sollen den Austausch mit interessierten Organisationen, Spieleherstellern und Forschern unterstützen

Wie genau die Schenkung von CERO aussieht wird sich bald zeigen. Auf dem 1box/week blog wird in Kürze jede Woche über die Funde berichtet. Es bleibt also spannend!

Vorschau: Nächste Woche könnt Ihr hier Elisabeths Nachruf auf Henning Mankell lesen.

Das aktuelle Sportstudio: Von gerissenen Röcken und tieffliegenden Bällen

In Mainz auf dem Lerchenberg fahren insbesondere Samstagabend viele Autos auf das Gelände des ZDFs. Der Fernsehgarten ist live am Sonntagmorgen – dorthin kann es die vielen Gäste also nicht verschlagen. Aber am Samstagabend schlägt die Stunde der Fußballfans und Sportbegeisterten: Denn eine der ältesten Sportsendungen im deutschen Fernsehen, „Das aktuelle Sportstudio“ wird aufgezeichnet.
Seit dem 14. August 1963 flimmern die Moderatoren des ZDFs Samstagsabends über die Bildschirme der Republik, um die interessierten Zuschauer über die Geschehnisse des letzten Sportsamstags und -freitags aufzuklären. Auch wenn die bekannte Bahnhofsuhr im Vorspann der Sendung Aktualität vorspielt, ist die Sendung eine Live-on-Tape-Show. Das heißt die Sendung wird aufgezeichnet und einige Stunden später gesendet.

LICHT!“, „KAMERA!“, „ACTION!“ – so stellt man sich die schillernde Welt von Film und Fernsehen vor. Aufregend, unbekannt und irgendwie wichtig. Doch gerade das aktuelle Sportstudio ist alles andere als abgehoben, nein, es ist erschreckend gewöhnlich und es fühlt sich ziemlich normal an dort im Publikum zu sitzen.

Um 20.45 Uhr beginnt mit einer Begrüßung und der Ansage eines sogenannten „Setrunners“ das kleine Abenteuer beim ZDF. Ein „Setrunner“ ist jemand, der sich um alle Nebenabläufe bei einer Fernsehproduktion kümmert. Er macht alle auf die Spielregeln aufmerksam: große Taschen sind im Studio verboten, genauso wie Essen und Trinken während der Sendung. Fotografieren ist generell erlaubt, auch in der Sendung, wenn man das passende Motiv findet. Nur bitte nicht mit Blitz. Und die Handys sollten wegen der Störgeräusche auch ausgeschaltet werden.

Dann geht es endlich los. Durch zwei große graue Stahltüren, die das Alter der Studios auf dem Lerchenberg erkennen lassen, geht es in das Studio. Vorher muss man aber vorbei an einem Security-Mann, der noch mal die Taschen kontrolliert und weiter zum eigentlichen Kartenabreißer. Die Gänge sind ziemlich eng und es wirkt ein wenig beklemmend, bevor es dann in die heiligen Hallen geht. In die heiligen Hallen, die gar nicht so heilig und groß sind, wie sie im Fernsehen aussehen. Alles ist mehr Schein als Sein, denn das Studio erscheint im realen Leben um einiges kleiner als im Fernsehn. Ungefähr 120 Menschen haben im aktuellen Sportstudio als Zuschauer Platz, verteilt auf zwei Tribünen. Bunt gemischt sitzen hier Jung und Alt. Vornehmlich lassen sich rote FC Bayern München-Trikots erkennen, aber auch BVB und Schalke-Fans sind anwesend. Das aufgeregte Stimmengewirr summt durch die Halle, nur unterbrochen von Ansagen der Crew die so recht niemand versteht. Der Eintritt kostet 15 Euro pro Person, Kinder dürfen erst ab 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen zur Aufzeichnung kommen.

Kurz vor Beginn der Probe lernen die Zuschauer Robert kennen. Er ist höchstens Mitte zwanzig und BVB-Fan, was zu kleinen Sticheleien von einigen Bayern-Fans führt, die kurz buhen. Aber Robert nimmt das nicht persönlich, er lacht und hebt kurz die Hand zum Gruß. Robert ist Aufnahmeleiter und dafür verantwortlich, dass während der Aufnahme alles wie am Schnürchen läuft. Er sagt zum Beispiel der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, wo sie sich wann hinstellen soll und zwischen den einzelnen Moderationen sagt er an, wie lange ein Beitrag (beim Fernsehen sagt man zu einem solchen eingespielten Beitrag auch MAZ) dauert. Die Beitragsdauer variiert zwischen 60 Sekunden und knapp 7 Minuten. Außerdem beginnt Robert mit dem Klatschen, wenn ein Beitrag vorbei ist, um die Zuschauer zu animieren dies ebenfalls zu tun. Er wird also unter anderem fürs Klatschen bezahlt. Ansonsten lernt man als Zuschauer die Moderatoren der Sendung von einer anderen, fast schon lustig-netten Seite kennen. Katrin Müller-Hohenstein zum Beispiel würde man ohne Make-Up und gemachte Haare auf der Straße nicht auf den ersten Blick erkennen. Sie ist zu Späßen aufgelegt und begrüßt die Zuschauer überaus herzlich und freundlich um 21.15 Uhr bei Beginn der Probe. Dann passiert ein kleines Missgeschick: Ihr sehr enger Rock ist auf der Rückseite gerissen. Sie nimmt es mit Humor, bedankt sich bei dem Zuschauer, der sie darauf aufmerksam gemacht hat. Sie sagt zu der Crew: „Ist doch kein Problem, ihr dürft mich nur nicht von hinten filmen!“ Ab 22.15 Uhr wird dann die Sendung aufgezeichnet, aber vorher warnt sie die Zuschauer auf der zweiten Tribüne noch vor der Torwand. Denn wer dort sitzt, sei schon öfter „Opfer“ von tieffliegenden Bällen gewesen.

Drei große Kameras und eine so genannten Stadycam, mit der er sich der Kameramann durch das ganze Studio bewegen kann, zeichnen die ganze Sendung auf. Dazu kommen mehrere hundert Deckenscheinwerfer, große Bildschirme, die die vorher schon aufgezeichneten Beiträge auch im Studio zeigen und Ton- sowie Lichttechniker. Ganz billig ist so eine Aufzeichnung dementsprechend nicht, im Hintergrund sind mindestens 50 Leute für den reibungslosen Ablauf verantwortlich.

Was bleibt von einem aufregenden Abend in einem Fernsehstudio? Es war ein Erlebnis, welches mit gemischten Gefühlen begonnen und positiv abgeschlossen wurde. Der Besuch im aktuellen Sportstudio lohnt sich auf jeden Fall für alle Sportbegeisterten Fernsehenthusiasten, die schon immer mal einen Blick hinter die Kulissen werfen wollten.

Vorschau: Im nächsten Artikel aus der Rubrik Sport gibt es eine Vorschau über die neue Saison der DEL, der deutschen Eishockey Liga.

Und das Konto sprach: Schätzet die Musiker!

Dieser Artikel wird ein Manifest für alle Musiker, deren Musik super-klasse-richtig-gut-so-independent-und-so-aber-trotzdem-geil ist, aber aus welchen Gründen auch immer der kommerzielle Erfolg ausbleibt.

Jeder der Musik macht, wird der Musikredaktion beipflichten, dass er oder sie nicht nur einmal in seiner Laufbahn sich für seine Gage rechtfertigen muss. „Warum so viel?“ oder „Du spielst doch nur ein bisschen Gitarre mit deinen Freunden!“ sind häufig die Fragen und Vorwürfe, die man sich anhören muss. Was viele unter diesen gewissen Musikspezialisten leider nicht wissen (wollen) ist das ein ganzes Drum-Set, eine Gitarre, Bass, Mikrofon – kurzum die gesamte Ausrüstung schon mehrere Tausend Euro kostet. Des Weiteren sind weitere Ausrüstungsgegenstände, wie ein Mischpult, Lautsprecher oder ein Monitor (ein Gerät wodurch sich der Musiker selbst hören kann und somit besser handeln kann, wenn der Sound mal nicht stimmen sollte) hier nicht eingerechnet sind. Diese Kosten sind als Investment für den Musiker und somit auch als Risiko für seine Karriere zu sehen. Das Stichwort lautet hier: R.O.I.! Würde der Vollblutmusiker seine Arbeit als reines Geschäft betrachten, dann erwartet er von dem Käufer der Dienstleistung einen „Return on Investment“. Dies bedeutet kurzum, dass nach dem getätigten Investment des Musikers auch zeitnah Geld zurückfließen sollte. Ansonsten verschuldet sich der Musiker und er muss seine Karriere beenden, bevor sie überhaupt angefangen hat. Liebe Musikversteher da draußen, die Musiker für sich spielen lassen wollen und auch bezahlen werden, bitte vergesst nicht: Es ist euer Job die gekaufte Dienstleistung im vollen Umfang realistisch zu bezahlen!

Es gilt: „You Pay – We Play!“

Um nun einen kleinen Beitrag für all diese Musiker symbolisch zu inszenieren, veröffentlicht die Face2Face-Musikredaktion die Playlist „Musik, die mehr Wertschätzung verdient“. Natürlich ist diese Playlist nicht vollständig – um es mit den Worten von der Band Tenacious D zu sagen:

„This is not the greatest Playlist in the world – it´s just a tribute!“

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

 

 

Für alle Nichtwissenden dieser kleinen runden Welt, kommt hier eine Playlist, die man sich nicht nur über Kanäle wie YouTube, Spotify, Deezer, Vimeo etc. anhören sollte, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf Musiker lenken soll, die den großen kommerziellen Erfolg nun mehr als verdient hätten.

Unterstützt und kauft!

 

 

 

  1. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi unter anderem mit  „Der Anfang ist nah“
    •  Alternativer Hip-Hop der von einem Musiker und einem Schauspieler-Brüderpaar betrieben wird und fast schon als linguistisches Zeitzeugnis verstanden werden kann? Ja perfekt – ist gekauft!
  2. Selah Sue unter anderem mit „This World“
    • Die kleine Belgierin ist auch schon länger mit ihrer Musikkarriere unterwegs und hinterlässt euch Zuhörern ein Tracks für jede Lebenslage: KAUFEN! (Imperativ)
  3. Ruarri Joseph unter anderem mit „Baby Finn“
    • Kann man einen langhaarigen Schotten mit Gitarre nicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen? Gut, äußerlich hebt er sich nicht von der Masse ab, aber es zählt ja auch die Musik und damit überzeugt auf jeden Fall!
  4. Hawk House unter anderem mit „Tidal Tendencies“
    • Ein Hip-Hop-Trio aus mit literarischen wertvollen Texten auf entspannten Old-School-Beats. Was will man mehr? Richtig, Umsätze!
  5. Dillon Cooper unter anderem mit „State of Elevation“
    • Ein weiterer Hip-Hop-Act mit großem Potential. Aber das reicht leider nicht! Hört ihn euch an und vielleicht klickt ihr ja dann ausversehen in iTunes auf kaufen. Man kann ja nie wissen!
  6. Dub FX unter anderem mit „Love someone“, „Made“, „Colors“, „Step on my Trip“
    • Ein wahrer Meister, Guru und Magier mit seiner Stimme und seine Loop-Station. Er tourte durch fast alle Städte dieser Welt und verteilte nicht nur gute Stimmung, sondern auch richtig gute Musik! Leute, ganz ehrlich: Kauft nicht nur seine Musik – kauft ihn!
  7. Stephane Wrembel unter anderem mit „Bistro Fada“
    • Ein Musiker, der mehrheitlich instrumentale Lieder im Stile von Django Reinhard aufnimmt und damit den Gypsy Swing wieder aufleben lässt. So wurde beispielsweise „Bistro Fada“ in dem Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen aufgenommen und verlieh dem Bewegtbild erst den Charme von Paris! Ein Meister, dem man Beachtung schenken sollte!
  8. Shootyz Groove mit L-Train
    • Eine Band aus den 90er-Jahren, deren Existenz wahrscheinlich sogar die Band selbst vergessen hat. Allerdings finden sich manchmal einer ihrer klasse Songs bis heute in so manchen Wiedergabenlisten wieder! „L-Train“ ein Lied, dass in den 90er-Jahren dem ganzen Rest Jahrzehnte voraus war. Vielleicht passt es ja jetzt?! Anhören und kaufen!!
  9. Portugal. the Man unter anderem „And I“ und viele mehr
    • Eine Band mit einem Sänger, deren herausragende Stimme einen angefangen mit den Ohren einfängt und dann am Ende den ganzen Körper nicht mehr loslässt. Eine Band ähnlich, wie „Of Monsters and Men“ nur etwas melancholisch und realistischer. Ein Fall für den Kaufen-Button!
  10. Trouble Andrew unter anderem mit „Eitherway“, „Push“, „Bang Bang“ etc.
    • Eine interessanter Künstler, der durch seine, zwar etwas nach Garagen-Sound-klingende-Musik, sich als sehr wandlungsfähig darstellt. Vom schnellen Rock bis hin zu fast schon 50 Cent-Hip-Hop-Beats ist alles dabei. Wie viel Ärger Trouble Andrew schon angestellt hat oder ob hier wieder nur das Image poliert wird, ist nicht einzusehen. Klar ist aber: Seine Musik zu kaufen ist die richtige Entscheidung!
  11. Just Jack unter anderem mit „Morning Morning“
    • Der 1976 in London geborene Hip-Hop-Künstler nimmt eine leere Tonspur und füllt diese mit Elementen aus Electro Funk, House und klassischem Hip-Hop. Eine leckere Mischung, die den Ohren so sehr schmeichelt, dass die Beine durchs Tanzen die nächsten Stunden erst einmal leiden müssen! Werte Face2Face-Musikredaktion, bitte kaufen!
  12. Raumheld unter anderem mit „Tanzen“ und „Wodka“ etc.
    • Der Deutsch-Electronic-Künstler verwendet, wie viele Künstler Filmzitate und baut diese in seine Songs ein. Doch überzeugt er in dem er passende Filmzitate, wie zum Beispiel die Tanzszene aus „V wie Vendetta“ in seinen Song „Tanzen“ einbaut und somit es schafft aus einem Song eine kleine Hymne auf die Tanzfläche zu entwickeln. Also lass tanzen – nachdem noch kurz das Album gekauft wurde, ok?

Vorschau: Nächstes Mal erwartet euch an dieser Stelle wieder spannende Themen aus der Welt der Musik. 

 

Mixtape für deinen Roadtrip

Der Sommer ist die Lieblingsjahreszeit, wenn es darum geht mit seinen Freunden in einem Auto die Welt zu erkunden. Man lässt den Motor an, legt den ersten Gang ein und sobald man langsam die Kupplung kommen lässt, schnurrt der Wagen in die gewünschte Richtung los. Jetzt fehlt nur noch eine kaum befahrene Straße und man kann ganz ungezwungen und frei überall hinfahren. Der hier stattfindenden Autonomie des Fahrers sind als einzige Grenze die Menge an Benzin und Geld gesetzt. Doch diese Faktoren  werden für diesen Artikel zunächst ausgeblendet. Es kommt nur auf das Gefühl der Freiheit an. Um ein richtiges Roadtrip – Freiheitsgefühl zu bekommen, hat die Face2Face-Musikredaktion folgende Formel aufgestellt:

Das physikalische Gesetz lautet: Gummi des Reifen auf der Straße + passende Musik = Freiheit

Schaut man sich diese Formel genauer an, so erkennt man, dass für einen perfekten Roadtrip der Leser an dieser Stelle zunächst nur einen Wagen braucht und der Treibstoff Musik kommt natürlich von uns. Gänzlich exklusiv und kostenlos für den Face2Face-Leser gibt es hier die Roadtrip-Playlist für den Sommer:

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

1.    Stereophonics – Maybe Tomorrow
Übersetzt heißt es „Vielleicht Morgen“ und dreht sich um die Lösung alltäglicher Probleme und dem Wunsch für sich allein und frei zu sein!

2.     Cat Power – Cherokee
In diesem Song geht es um Liebe, Tod, Heirat und noch vieles mehr….ach ja und um ein Indianervolk – ideales Lied um die Hand aus dem Fenster zu halten und immer schneller weiterzufahren!

3.    Kakkmaddafakka – Restless
Die jungen Norweger singen von einer ruhelosen Frau, der Man(n) sehr gerne gefallen würde. Mit melodischem Zusammenspiel zwischen Gitarren und Schlagzeug ein Muss auf der Roadtrop-Playlist!

4.    Youth – Daughter
Hier haben wir einen tollen Song, der den Mythos der Jugend besingt – positiv und aber auch negativ!

5.    The Klaxons – Golden Skans
Um was es hier genau geht, kann uns wahrscheinlich nur der Interpret sagen. Wir wissen es geht um Licht und um das Vergessen von Zukunftsplänen. Trotzdem ein Song mit Roadtrip-Qualität!

6.    London Grammer – Darling are you gonna leave me
Ein Song bei dem die Sängerin den Zuhörer fragt, ob er sie verlässt. Da wir gerade am Fahren sind, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er gerade eher etwas oder jemanden hinter sich lässt oder doch eher einem konkretem Ziel entgegen fährt.

7.    Dan Croll – From Nowhere
Der Interpret verliert sich in diesem Song in den Augen seines Gegenübers und vergisst zeitweise jedwede Konsequenzen für seine Handlungen. Wir finden das gut! Weniger denken – mehr genießen!

8.    Selah Sue – Crazy Vibes
Selah Sue, eine belgische Musikerin, singt, dass sie uns durch ihre Musik und Freude und Glück bringt. Dem stimmt die Face2Face-Musikredaktion zu und dreht jetzt erst Recht die Anlage lauter!

9.    Vance Joy – Riptide
Ein verliebter Musiker fragt seine große Liebe, ob sie bei ihm bleibt. Sorry, aber die sitzt bei uns gerade auf dem Beifahrersitz – trotzdem danke für ein tolles Lied!

10.    The Proclaimers – 500 Miles
Dieser Klassiker darf natürlich nicht fehlen. Durch die Serie „How I met your Mother“ als der Roadtrip-Song glorifiziert, finden auch wir, der gehört mit auf die Playlist!

11.    The Mowgli´s – San Francisco
Auch hier geht es um Liebe und um eine Stadt: San Francisco. Wenn ihr den Song richtig verstehen wollt, dann dreht doch mal die Lautstärke voll auf und gebt doch mal folgendes in euer Navigationsgerät ein: S-A-N- -F-R-A-N-C-I-S-C-O … Dann wisst ihr was wir meinen!

12.    The Kingsmen – Louie Louie
Ging es in einem der Songs schon um Liebe? Falls nein, haben wir zum Abschluss noch einen Track aus den 60er-Jahren, in dem der Interpret auf der Rückfahrt zu seiner geliebten Freundin ist.

Die kleine Auswahl ist nicht als „die perfekte Roadtrip-Playlist“ zu sehen, sondern vielmehr als Tribut an die vielen kleinen CDs, USB-Sticks etc., die sich gerade in eurem Auto befinden und nur darauf warten gehört zu werden. Also – los geht´s!

Vorschau: Und in zwei Wochen geht es weiter mit einem Review zu dem aktuell erschienenem Album „Illmatic XX“ von Nas!

Zukunftsvision Arbeitsplatz

„Morgen“, murmele ich schlaftrunken, während ich mir eine Tasse Kaffee eingieße. Dem Gang eines Untoten gleich schlurfe ich zur Coach und lasse mich in die weichen Kissen sinken. „Wie sieht dein Tag heute aus?“, fragt mich mein Freund, der eindeutig fitter ist als ich. „Och, heute Morgen arbeite ich im Homeoffice, dann brauch ich mich wenigstens nicht fertig zu machen. Heute Mittag gibt´s dann eine Hologramm-Schaltung mit dem Chef. Dafür sollte ich mir vielleicht die Haare kämmen.“ Beim Gedanken daran, dass mich mein Chef ungeschminkt, mit zerzaustem Haar und in meinen heiß-geliebten rosa Hausschuhen sehen könnte, muss ich schmunzeln. „Und bei dir so?“, frage ich. „Wir arbeiten immer noch an dem Virtual Reality-Problem“, erklärt er, „deshalb fahre ich heute zu den Kollegen und erledige im Zug via Tablet schon einmal das Tagesgeschäft. Ich hoffe mal, dass wir das heute wieder in den Griff bekommen. Unsere Kunden in Shanghai haben schon nachgefragt, wann wir uns mal wieder im virtuellen Raum die Hände schütteln können.“ „Verrückt, was heute alles möglich ist“, sage ich gedankenversunken.

Nervennahrung und Sencha-Tee: So lässt es sich arbeiten, findet FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (Foto: Peternek)

Nervennahrung und Sencha-Tee: So lässt es sich arbeiten, findet FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (Foto: Peternek)

Und tatsächlich könnte sich die Arbeitswelt, so wie wir sie heute kennen, wesentlich verändern. Moderne Technik und innovative Ideen machen´s möglich.

Die Gamescom im vergangenen Jahr lieferte schon einmal erste Ausblicke auf das, was in einigen Jahren vielleicht sogar schon Alltag in einigen Unternehmen sein könnte. Der wie eine Art Laufstall wirkende Virtualizer ermöglicht beispielsweise Bewegungen in virtuellen Welten ohne Änderung der Position in der Realität. Taucherbrillen-ähnliche Konstruktionen lassen den Gamer – in Zukunft vielleicht auch den Angestellten? – in eine Parallelwelt abtauchen.

Das Potenzial dieser Datenbrillen hat scheinbar auch Facebook erkannt und übernahm für 2,3 Milliarden Dollar Ocolus VR, deren Brille wir 2013 auf der Gamescom testeten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg begründete den Kauf so: „Wir bereiten uns auf die Plattformen der Zukunft vor.“ Weiter sagte er: „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren.“ Die Tatsache, dass eine Persönlichkeit wie Zuckerberg, dem man ein gewisses Gespür für moderne Entwicklungen zugestehen muss, voraussagt, dass die Datenbrillen nicht nur unsere Freizeitgestaltung, sondern auch unseren Arbeitsalltag revolutionieren können, ist ein weiteres Indiz für die Zukunftsfähigkeit der Virtual Reality.

Hat Spaß an ihrer Arbeit beim SWR, auch wenn der der Schreibtisch auch mal etwas chaotischen ist: Anja, Mitarbeiterin der Face2Face-Sport-Redaktion (Foto: Rambacher)

Hat Spaß an ihrer Arbeit beim SWR, auch wenn der der Schreibtisch ab und an mal etwas chaotisch ist: Anja, Mitarbeiterin der Face2Face-Sport-Redaktion (Foto: Rambacher)

Einen Überblick über mögliche Entwicklungen zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“ liefern die Betreiber des CeBit-Blogs im Rahmen einer von ihnen gestarteten Blogparade. Die Zukunftsvisionen der Blogger reichen von Homeoffice statt Büro über digitale Netzwerke und sogenannte Collaboration Tools zur Kontaktaufnahme mit Kollegen und Kunden bis hin zur Abschaffung der E-Mail.

Die Face2Face-Mitarbeiter haben ihre ganze eigene Sicht zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft. „Ich glaub, dass keine noch so ausgefeilte Technik den persönlichen Kontakt ersetzen kann“, ist sich Anja (24) aus der Sport-Redaktion sicher. Konferenzen via Videochat oder Telefon seien ja heute schon üblich, dennoch erzielt ein persönlichen Gespräch ihrer Meinung nach viel besseren Konsens, zumal Verständnisschwierigkeiten eingedämmt werden könnten. „Ich finde es angenehm, mit mindestens zwei anderen Kollegen im Büro zu sein, das pflegt einerseits die Nähe und andererseits kann man schneller gemeinsam an Ideen feilen“, erzählt die Volontärin der SWR Media Services.

Schlicht und ordentlich: So mag Denis, bei Face2Face für IT und Support zuständig, seinen Arbeitsplatz (Foto: Pollach)

Schlicht und ordentlich: So mag Denis, bei Face2Face für IT und Support zuständig, seinen Arbeitsplatz (Foto: Pollach)

FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (23) befürchtet, dass wir uns trotz mehr und mehr Möglichkeiten für Work-Life-Balance, wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten, auf eine ständige Erreichbarkeit per Telefon und Mail 24×7 einstellen müssen. „Die Wochenenden nur für Familie und Freunde ohne Gedanken an den Job sind wohl passé“, glaubt sie, „dann checkt man zwischen Fußballspiel des Sohnes und Ballettaufführung der Tochter nochmal schnell die Mails, um montagmorgens keine bösen Überraschungen im Büro zu erleben.“

„Mein Arbeitsplatz der Zukunft ist nicht allzu weit entfernt von meinem Arbeitsplatz heute“, ist sich Denis (23) sicher. Videokonferenzen, Instant Messenger und mobiles Internet sind in seinem Betrieb an der Tagesordnung. Für das tägliche Geschäft sei das sehr gut. Dennoch glaubt Denis, dass persönlicher Kontakt immer noch notwendig sein wird: „Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Basis für ein gutes Miteinander.“

Alles griffbereit: So mag Redaktionsleiterin Tatjana ihren Schreibtisch (Foto: T. Gartner)

Alles griffbereit: Der Schreibtisch von  Face2Face-Redaktionsleiterin Tatjana (Foto: T. Gartner)

Als Redaktionsleiterin des Online-Magazins Face2Face kann ich mit Stolz sagen: Das Unternehmen der Zukunft ist bei uns bereits Realität. Allerdings auch mit all seinen Herausforderungen. Die Face2Face-Mitarbeiter arbeiten von daheim aus, die Kommunikation innerhalb der Redaktion findet größtenteils über Soziale Netzwerke und E-Mails statt. Obgleich diese Form der Zusammenarbeit viele Vorteile hat – jeder kann nach seinem eigenen Rhythmus arbeiten und hat gleichzeitig den Rückhalt einer flexiblen, da mehrheitlich mobil erreichbaren Community – so liegt die Herausforderung darin, eine persönliche Bindung herzustellen, sowohl zwischen Kollegen als auch zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen selbst. Mit Konferenzen und persönlichen Mitarbeitergesprächen versuchen wir genau das zu erreichen. Ob sich das Konzept des Virtuellen Unternehmens, wie Face2Face eines ist, bewährt, wird die Zukunft zeigen.

Wie stellt ihr euch den Arbeitsplatz der Zukunft vor?

Vorschau: Am Dienstag, 22. April lest ihr bei uns im Panorama eine Umfrage zum Thema Kindheit in der DDR.

Ein praktischer Notfall-Lösungs-Leitfaden für Silvester

Die Hände gehen hoch: Das neue Jahr beginnt (Foto: pixabay/BEEKI)

Die Hände gehen hoch: Das neue Jahr beginnt (Foto: pixabay/BEEKI)

In zwölf Stunden knallt es: Silvester, das Jahr 2014 beginnt. Wir werden uns umarmen, anstoßen und die nächsten 365 Tage mit einer riesengroßen Festlichkeit begrüßen.

Aber jetzt, 12 Uhr mittags ist auf der „To-Do-Liste“ noch einiges zu erledigen: Zwar sind die Abend-Einladungen für die rauschende WG-Party bereits vor Wochen verschickt worden und auch deine WG scheint bestens gerüstet – sogar Mitbewohner Matthias hat das Badezimmer von seiner schmutzigen Wäsche, den nassen Handtüchern und seiner benutzten Zahnseide befreit; und auch WG-Freundin Susanne hat Wohnzimmer und Flur gesaugt und nass gewischt – doch die besten Vorbereitungen nutzen nichts, wenn Unvorhergesehenes deine Pläne durchkreuzt. Damit dem zur Stunde null nicht so ist, haben wir von Face2Face den folgenden praktischen Notfall-Lösungs-Leitfaden für deine Party zusammengestellt:

Notfall Nummer 1:

Nachbar Krause hat ein Problem mit der Musiklautstärke und hat die Polizei gerufen

Lösung: Die lieben Nachbarn. Herr Krause ist 82 Jahre alt und legt sich, wie gewöhnlich, auch am Silvesterabend früh ins Bett. Gegen 21 Uhr reinigt der alte Herr ein letztes Mal in diesem Jahr die dritten Zähne und legt sich erschöpft vom „Falschparker-aufschreiben“ den Tag über in sein Bett.
21 Uhr? Noch ist alles ruhig im Haus, denn deine Party geht erst los. Erfahrungsgemäß trudeln die ersten Feierwütigen erst eine bis zwei Stunden später ein, und bis es soweit ist, schläft Herr Krause tief und fest. Lass es dennoch nicht darauf ankommen, die Tiefschlafphase des alten Herrn abzuwarten und zu hoffen, er überlebt das neue Jahr eventuell nicht mehr. Schreibe stattdessen für alle Nachbarn gut leserlich und sichtbar einen Zettel und kündige dein Event abends an. Lade, wenn du das verantworten willst, deine Nachbarn ein, dazuzukommen.
So vermeidest du Auseinandersetzungen: Dein Umfeld weiß Bescheid und klingelt erst einmal bei dir, ehe die Polizei dazukommen muss. Spätestens wenn Herr Krause im Teddyprint-Pyjama vor deiner Tür steht und du ihm den guten Eierlikör anbietest, ist Notfall Nummer 1 keiner mehr.

Notfall Nummer 2:

Der Alkohol ist gegen 23:48 Uhr leer

Lösung: Restlos weg, alles, bis auf die letzte Flasche und nur noch zwölf Minuten bis 2014. Sofern keine Horde Fremde bei dir eingefallen ist und deine Vorräte an alkoholischen Getränken geklaut hat, hast du definitiv zu wenig Alkohol gekauft! Entgegen deinen Erwartungen hat jeder Gast noch einen Kumpel mitgebracht und nur jeder vierte hat etwas zu deinem Buffet und deinem Getränkevorrat beigesteuert? Statt dich zu ärgern, sorge vor:
Tipp 1: Kaufe sehr viele alkoholische Getränke ein. Das, was übrig bleibt, nimmt der Händler meist zurück. Kläre das vorher mit deinem Supermarkt ab.
Tipp 2: Bitte jeden Gast um ein kleines Eintrittsgeld, das die Kosten für Essen und Getränke wieder reinholt. Versuche hierbei fair zu bleiben und keine Gewinne für die WG-Kasse zu erwirtschaften.
Tipp 3: Schick Matthias und deinen Bruder zur Tankstelle, sie sollen neuen Alkohol kaufen. Bedenke hier, dass zum Beispiel in Baden-Württemberg Alkohol nur bis 22 Uhr abends verkauft werden darf!
Tipp 4: Ergibt sich aus Notfall Nummer 1 und seiner Lösung: Hausnachbarn haben sicher ebenfalls alkoholische Getränke besorgt, die sie gerne aus dem dritten Stock holen werden.
Auch die Kombination aus Tipp 1 bis 4 löst Notfall Nummer 2 in Wohlgefallen auf.

Notfall Nummer 3:

Die ersten Gäste wollen die Sause verlassen und noch in die Stadt weiterziehen. Es entwickelt sich ein Domino-Effekt, der droht deine Party zu sprengen

Lösung: Vergleichbar ist diese Situation mit einem Date, bei dem dein Gegenüber das Smartphone spannender findet, als dich. Bevor er oder sie also nun aufsteht und geht, musst du etwas tun.
Tipp 1: Instruiere deine Mitbewohner: Trinkspiel und zwar hoppla! Matthias schneidet Limetten, Susanne stellt die Shot-Gläschen in Reih‘ und Glied auf den Flurboden. Bezieht einen Großteil der Feier-Masse in euer Spiel mitein.
Tipp 2: Lade mindestens einen Freund ein, der einen Show-Act darbieten kann. Wahlweise Zauberkunst, Improtalent oder Entertainer. Ein Theaterspieler, der die Buddenbrooks als Ein-Mann-Stück in fünf Minuten präsentieren kann, wäre herrlich; ein Unterhaltungskünstler, der politisch, sozial und religiös inkorrekt argumentiert, wäre großartig und ein Zauberer, der sich einen zehn Zentimeter langen Nagel in die Nase schieben kann, toppt jede Party in der Stadt.
Die Meute bleibt, Notfall Nummer 3 abgewendet.

Notfall Nummer 4:

Dein/e beste/r Freund/in verschwindet mit deinem/deiner Freund/in im Badezimmer

Lösung: Am Silvesterabend auf der eigenen Party verlassen werden? Schon einmal passiert und beim ersten Mal hast du nur gezuckt und weinend das Fest verlassen? Diesmal nicht: Schnapp dir mindestens drei muskulös aussehende Damen und Herren und erzähl ihnen, was gerade passiert. Die Anteilnahme der Angesprochenen wird immens sein; zumal reichlich Alkohol im Spiel ist und gemeinsam werden sie einen Plan aushecken:  Deine/e Freund/in und Freund/in aus dem Badezimmer zerren. Eventuell sogar nicht lebend.
Auch deshalb, bedenke: Die zwei Menschen, die du mit am meisten liebst auf der Welt und die dich bis vor wenigen Stunden – hoffentlich – auch geliebt haben, haben sich gemeinsam verschanzt, um miteinander rumzumachen? Unglaubwürdig. Viel eher ist eine mega Überraschung zum neuen Jahr für dich denkbar: Überlege also noch einmal, bevor du von den drei Halbstarken die Badtür eintreten lässt und die Reparatur von deinem Weihnachtsgeld bezahlen musst.

Notfall Nummer 5:

Vereinzelt fangen Gäste an, aus deinem Tagebuch, das sie im Bücherregal haben stehen sehen, vorzulesen

Lösung: Also: Sei nicht töricht! Du wirst bitte daran denken, deine privaten und intimen Habseligkeiten in eine Kiste zu verstauen und in den Keller einzuschließen, BEVOR du eine Horde wildgewordener Feier-Künstler in deine Wohnung lässt.

Falls nicht: Ein spontaner Diary-Slam in deinem Zimmer macht dich zur/zum Silvesterqueen/king 2013/2014. Keiner deiner Gäste wird die Passage vergessen: „Heute ist der schönste Tag in meinem Leben: Alexander/Michaela und ich durften nach dem Musikunterricht einen Notenständer zusammen über den Schulhof tragen. Ich lief extra ganz, ganz langsam, sodass diese Minuten niemals zu Ende gehen mögen, doch Alexander/Michaela war furchtbar ungeduldig. Als er/sie mich anschrie, ich solle gefälligst flotter laufen und nicht ständig stehenbleiben, fielen seine/ihre braunen Engelslocken über seine/ihre rehbraunen Augen. Das sah so schön aus. Ich bin so verliebt in ihn/sie und dass er/sie mich angefahren hat, war auch gar nicht so schlimm: Ich höre es noch jetzt in meinem Kopf rufen: „Lauf gefälligst schneller“, das werde ich nie vergessen. Alexander/Michaela ist ja so toll.“ Und du wirst noch bis Ostern Gesprächsthema Nummer 1 auf dem Campus, im Büro oder auf dem Schulhof sein. Somit wäre auch Notfall Nummer 4 ausgeräumt und deine Party ein gelungener Auftakt für 2014.

Vorschau: Face2Face-Kollegin Gülcin hat 2013 ihr allererstes Weihnachtsfest gefeiert. Wie es war, lest ihr nächste Woche Dienstag, 07. Januar an gewohnter Stelle.

Oh, du heiliger Kommerz – Weihnachten 2013

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Alle Jahre wieder: Die Frage nach den passenden Geschenken, nach leckeren Gerichten, nach der geeigneten Location. Der Abend, an dem Jesus Christus geboren wurde, ist vielen „heilig“, denn es ist das Fest der Familie, der Freunde. Was steht jedoch im Vordergrund? Die religiöse Überzeugung oder doch eher das neue Smartphone? Wie und vor allem warum wird Weihnachten heutzutage gefeiert? Wir haben nachgefragt.

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

„Als ich ein Kind war, hatte Weihnachten eine magische Bedeutung für mich, da das Christkind die Geschenke brachte“, erzählt Denise Feistle. Nach wie vor freut sich die 25-jährige Polizistin auch heute noch auf Heiligabend: „Ich liebe Überraschungen und freue mich, wenn ich meinen Liebsten eine Freude bereiten kann“, lässt uns die Beamtin wissen. Mit religiöser Überzeugung habe das allerdings nichts zu tun: Nach eigener Aussage feiert die 25-Jährige Heiligabend aus reiner Tradition. Dass Weihnachten oft mit Kaufrausch und Geschenken in Verbindung gebracht wird, schmälere ihre Vorfreude auf das Fest nicht im Geringsten. Kommerz habe allerdings auch bei ihr Grenzen: „Ein absolutes No-Go an Weihnachten ist, kurz vorher noch die Geschenke zu besorgen“, sagt Denise. Heiligabend verbringe sie mit ihrem Partner und ihrer Familie, wo Fleisch-Fondue mit leckeren Beilagen auf sie warten werde.

Auch für den 28-jährigen Max Schröder hat sich das Weihnachtsfest gewandelt: „Heute ist Weihnachten viel stressiger und schneller vorbei als früher“, berichtet uns der Studierende. Vor allem die Vorbereitungen und die ewige Geschenkesucherei setzen ihn unter Stress. Vielleicht könne man den Kommerz etwas ausblenden und sich dafür mehr an der Gemeinschaft erfreuen, überlegt Max, der Weihnachten ohne jeglichen religiösen Hintergrund feiert. Dieses Jahr verschenke er vor allem Gutscheine sowie Spielsachen und lasse sich überraschen, was es Gutes zu Essen gibt.

„Meine Eltern sind katholisch. Weihnachten ist mehr als nur reine Tradition für sie“, erklärt Karolina Lesna. Mit ihrer Familie feiere sie jedes Jahr Weihnachten. Die 22-jährige Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege zelebriere Heiligabend jedoch nur traditionsbedingt. In die Kirche gehe sie trotzdem, das gehöre für sie zur Tradition. Gibt es denn etwas, was an Heiligabend nicht fehlen darf? Karolina hat da genaue Vorstellungen: „Die traditionelle polnische Rote-Beete-Suppe und natürlich die Familie.“ Der Vorbereitungsstress raube dem Fest aber meist die eigentliche Vorfreude. Überfüllte Läden tragen ihr Übriges dazu bei. „Als Kind war ich immer sehr aufgeregt und habe mich wahnsinnig gefreut“, schwelgt Karolina in Erinnerungen. Die Erledigungen, die sie heute lange vor Weinachten mache, schmälern oftmals die eigentliche weihnachtliche Vorfreude.

„Also ich feiere in jedem Jahr mit meiner Familie“, erzählt Florian Reitmeister (24), „ich würde sagen, das Weihnachtsfest ist für mich eher die Gewohnheit und die Tradition. Ich bin nicht der Mensch, der regelmäßig in die Kirche geht, aber an Weihnachten gehe ich auch ab und zu mit.“ Ein Muss für den Touristikkaufmann ist die Bescherung – „ich liebe Geschenke!“ Sein bestes Weihnachtsgeschenk sei eine Spiderman-Figur gewesen, die er bekam, als er noch kleiner war. Auch an diverse Weihnachtserlebnisse erinnert sich Florian lebhaft: „Am langweiligsten fand ich es, immer um 16 Uhr zu essen und dann bis 20 Uhr auf die Bescherung zu warten. Lustig dagegen war es, als meine kleine Cousine meinem Vater den Weihnachtsmannbart runter gezogen hat und ihn quasi entlarvte. Weniger amüsant – zumindest für mich – war das Weihnachtsfest, an dem ich vergaß, die Zahnstocher aus meinen Rouladen zu entfernen.“
Gutscheine, Blumen und Parfüm seien einige der Dinge, die er dieses Jahr verschenke. Das größte Geschenk für ihn sei es hingegen, Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen, „denn Weihnachten ist wie geschaffen dafür.“

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

„Ich denke, es gibt auch andere Tage im Jahr, an denen ich mit meiner Familie am Tisch sitzen und zusammen feiern kann“, findet dagegen Dennis Ladogana (26). Von Weihnachten hält er wenig: „Ich würde es abschaffen, weil es einfach so kommerziell ist.“ Wenigstens ein Weihnachtserlebnis wird dem DJ und Barkeeper aber sicher noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben, nämlich als die Katze in den Weihnachtsbaum hineinsprang und der Baum auf den Boden krachte, wie er lachend erzählt.
Heiligabend verbringe er zuerst beim Essen mit seiner Familie – „was es dieses Jahr zu essen gibt, weiß nur Mutti“. Danach geht es zum Feiern mit den Freunden. Ein absolutes No-Go sei es, nicht mit der Familie zu feiern oder über die Weihnachtszeit in den Urlaub zu gehen, findet Dennis. Eine Reise nach Ägypten zum Hai tauchen sei das Ausgefallenste gewesen, was er bisher geschenkt bekommen habe. Mit einem DVD-Recorder für seinen Vater und einem Friseur- und Maniküre-Gutschein für seine Mutter möchte er in diesem Jahr für strahlende Augen unter dem Weihnachtsbaum sorgen.

Ein ganz besonderes Weihnachtsfest verbringt dieses Jahr Face2Face-Mitarbeiterin Gülcin Onat (23) – es wird ihr allererstes sein. „Da mein Freund und ich das Neujahr in Berlin, dafür das Weihnachtsfest aber bei ihm verbringen, hat er mich in sein familiäres Fest mit eingeschleust“, erzählt sie. Da sie aus einer muslimischen Familie kommt, hat sie bisher statt Weihnachten das Zuckerfest gefeiert. Dieses sei neben dem Opferfest das wichtigste islamische Fest und beende die Fastenzeit, erklärt die Studentin. „Das Zuckerfest soll dazu dienen, vergangene Streitigkeiten und Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen und wieder Frieden und Freundschaft herzustellen. An diesem Tag werden Familien und Freunde kontaktiert, besucht und es wird zusammen herzlich gefeiert. Dabei ist es Tradition, dass die jüngeren Verwandten die älteren besuchen“, erzählt sie, „Kinder bekommen von allen Seiten kleine (Geld-)Geschenke und Süßigkeiten. Generell stehen Süßspeisen wie Baklava oder Lokum, die auch als Gastgeschenke mitgebracht werden, beim Zuckerfest hoch im Kurs – daher auch der Name des Festes.“
An ihrem ersten Weihnachtsfest freue sie sich besonders auf die Bescherung: „Zwar ist es nichts Neues, wenn zu Geburtstagen jemand Geschenke bekommt oder zu kulturellen Feiertagen mehrere Kinder beschenkt werden – dass aber alle auf einmal beschenkt werden und mit dem Auspacken beschäftigt sind, ist quasi Neuland für mich.“ Aber auch auf die harmonische Atmosphäre, wenn alle zusammen Lieder singen und die Weihnachtsgeschichte vorlesen, sei sie sehr gespannt.

 Vorschau: Nächste Woche Dienstag wird im Panorama auf das neue Jahr angestoßen. Von uns gibt es fünf Tipps, um Desaster an Silvester zu vermeiden. Wie Gülcins allererstes Weihnachtsfest war, lest ihr dann am Dienstag, 07. Januar an gewohnter Stelle.

Partytipps zu Silvester

Das Jahr 2013 geht zu Ende und das bevorstehende Jahr sollte am liebsten mit einem Knall beginnen. Gute Vorsätze, neue Ziele und Wünsche lassen sich doch besser durchsetzen, nachdem man ordentlich ins neue Jahr gerutscht ist.

Wird auch dieses Jahr nicht fehlen: Feuerwerkskörper am Himmel (Foto: face2face)

Wird auch dieses Jahr nicht fehlen: Feuerwerkskörper am Himmel (Foto: face2face)

Die Face2Face-Musikredaktion hat für den Abend aller Abende ein paar Tipps für Wiesbaden, Köln und Hamburg parat:

Wiesbaden

Prinzipiell ist das Kurhaus immer eine große Sache in Wiesbaden mit Outdoor-Feuerwerk und so. Infos dazu gibt´s HIER.

Clubtechnisch gibt es in Wiesbaden das Park Café. Weitere Infos findet ihr HIER.

Mehr Infos zum Cubique in der Taunusstraße gibt´s HIER.

Köln

Ein Trip durch Kölns Nachtleben mit passendem Feuerwerk am Rhein und nach dem großen Knall zieht man im In-Viertel Ehrenfeld von Party zu Party, ganz im Zeichen der Spontanität.

Doch wer eine genauere Partyclubempfehlung braucht, der sollte auf jeden Fall in den Club Bootshaus gehen und zu den fabelhaften Klängen vom DJ Duo Moonbootica tanzen bis die Füße bluten.  Wollt ihr dazu mehr wissen, dann klickt auf das HIER.

Hamburg

Hamburg hat wahrlich einiges zu bieten, doch je größer die Stadt, desto schwieriger die Auswahl. Da ist es am besten sich die besten Freunde einzuladen, erst einmal in Ruhe daheim anzustoßen und sich vor Mitternacht eine schöne Location zu suchen. Nach dem Feuerwerk gibt es für jeden etwas, doch unsere Empfehlung ist die „Ganz oder Kranich – Silvesterräve“-Party in der Prinzenbar im berühmten Club Docks auf dem Kiez. HIER gibt´s die Infos zur Party.

Wo ihr auch hingehen solltet, die Musikredaktion wünscht euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Lookism – Warum nicht nur innere Werte zählen

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, „Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband“, – ja, dergleichen Sprichwörter gibt es einige. Sie alle drehen sich rund ums Verhältnis zwischen Innen und Außen, zwischen Oberfläche und Inhalt, zwischen dem Offensichtlichen und dem Verborgenen. Vor allem Vertreter der sogenannten inneren Werte und damit einem Freund von mir zufolge auch Opfer des „Lookism“ würden den eben zitierten Sprichwörtern ohne lange Bedenkzeit beipflichten.

Doch ich, aus meiner Täter-Perspektive heraus, sollte dem vielleicht eine Definition des Lookism voranstellen, zumal sie mir vor nicht allzu langer Zeit selbst erstmals zu Ohren kam:

Lookisten machen sich der Vorverurteilung anderer anhand ihrer Optik schuldig. Sie ziehen ihre Schlüsse über die Menschen, indem sie ihre Kleider, Haare oder Körperpflege betrachten. Im Volksmund nennt man ein solches Verhalten in höchstem Maße oberflächlich. Ich jedoch nenne es in erster Linie natürlich und damit alles andere als verwerflich.

Es mag sein, dass der ein oder andere gegen meine Reduktion des Wesentlichen auf das mit bloßem Auge Sichtbare sogleich heftigen Widerspruch einlegen möchte. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass meine Worte an so manchem Vertreter des stilistischen Minimalismus eiskalt abprallen. Für alle Übrigen hoffe ich ein für allemal als Sprachrohr fungieren zu können, eine Solidarisierung mit den im Alltag vom umgangssprachlichen Augenkrebs Geplagten zu schaffen und nicht zuletzt auf die Vielheit der Bereiche aufmerksam zu machen, in denen sich Aussehen sehr wohl noch eines wachsenden Stellenwerts erfreut.

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The look of love: Verliebtheit sollte beim eigenen Spiegelbild anfangen (Foto: P.Werth)

 Womöglich tut es mir nicht direkt im Herzen weh, wenn ich, wie so oft, als oberflächlich betitelt werde, nur weil ich – wie leider ebenfalls viel zu oft – anmerken muss, dass dieser oder jener sich in meinem unmittelbaren Sichtfeld Befindende grauenhaft gekleidet oder scheußlich geschminkt oder aber furchtbar frisiert ist. Mich tangiert die Bewertung meiner Person an dieser Stelle nicht etwa deswegen peripher, weil ich mich selbst als schöner, besser, stilvoller oder gar nicht kritisierbar ansehe – das tue ich beim besten Willen nicht, denn auch ich habe schon meine fiesen Faux-Pas gelandet, wie private Archivbilder dokumentieren. Nein, mir ist es allein deswegen einerlei, dass man mich als oberflächlich einstuft, weil ich die Bedeutung des Wortes zu kennen vermag. An der Oberfläche kratzen, das ist schließlich, wenn man auf Tiefgang verzichtet und Menschen nicht „trotzdem“ – das heißt, obwohl man von ihrer Optik nicht viel hält – bereitwillig Teil seiner Lebenswirklichkeit sein lässt. Oberflächlich ist, worunter nichts steckt, oberflächliche Personen sind leere Hüllen.

Lookisten unterscheiden sich folglich nicht nur per Definitionem von den Oberflächlichen. Lookisten sind darüber hinaus sogar als Prüfsteine und damit als kleines, aber dabei gleichzeitig unabdingbares Rädchen im Getriebe unserer in vielerlei Punkten deutlich zu unkritischen Gesellschaft. Sie entscheiden über Hop oder Top in nicht von der Hand zu weisenden Bereichen wie Mode, Stil, Beauty – mit anderen Worten dem gesamten ästhetischen Areal. Alle Freunde der Kunst werden meinen Ausführungen zustimmen, schließlich wissen sie, dass Ästhetik bei allen Vorwürfen, subjektiv und damit nicht einheitlich messbar zu sein, doch stets ein Kriterium ist und bleibt, welches über Aufstieg und Fall von Kunstwerken entscheidet. Und was ist der Mensch, wenn nicht ein wandelndes Bisschen Kunst? Oder, anders gefragt: Wie viel Kunst steckt in jedem und jeder von uns? Wie viel ästhetisches Potential wartet darauf, in die Freiheit entlassen zu werden? – Die Antwort lautet: Eine ganze Menge.

 Womöglich mehr, als sich die ewig gegen die Lookisten Auflehnenden träumen lassen. Mit ein bisschen Hilfe von einem erfahrenden Lookisten wäre auch aus den erbitterten Widerständlern schnell ein Augenschmaus gezaubert, der dem Selbstbewusstsein des Verwandelten und den dieses Lobenden gleichermaßen nützt.

Und wo wir schon beim Thema Nutzen angelangt sind: Aussehen ist zweifelsohne brauchbar. Man beginne beim Vorstellungsgespräch, bei dem ein gepflegtes Äußeres a priori Pflicht ist. Weiter geht es beim Date – warum sonst besingt Dusty Springfield den „Look of Love“ mit solchem Nachdruck – dicht gefolgt von einer ganzen Branche, die uns alle zunehmend beeinflusst, mögen wir sie auch noch so unermüdlich verteufeln: Die Werbung. Ohne sie würde es zum einen zwar keine Konsumkritiker geben, da kein Konsum angekurbelt würde, doch zum anderen würde es uns auch an so vielen ansehnlichen Werbegesichtern fehlen, die nicht nur ihre Brötchen damit verdienen, in die Kamera zu lächeln, sondern auch damit, die Gemüter freiwilliger wie unfreiwilliger Betrachter mit ihrem Erscheinungsbild zu erheitern.

Dieses Spiel ließe sich an dieser Stelle noch eine Weile weiter treiben, doch ich beschließe dieses kleine Plädoyer lieber mit einem praktischen Aufruf als mit noch mehr trockener, lookistischer Theorie: Leute, macht was aus euch! Bei aller Wahrheit, die im kleinen Prinzen und seinem sehenden Herzen steckt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass der erste Eindruck noch immer zählt. Wenn das gewisse (zumeist optische) Etwas überzeugt hat, ist es für das in der Regel schüchterne Wesentliche überhaupt Zeit, zum Vorschein zu kommen. Bitte versteht mich richtig, dies ist keine Hommage an den krankhaften, operativen Schönheitswahn, keine Forderung nach dem verbissenen Streben nach utopischen Maßen oder gar der Uniformierung von Individuen. Im Gegenteil, ich plädiere hier für den Genuss, im ästhetischen wie im kulinarischen wie auch nicht zuletzt im weltlichen Sinne. Um den sprichwörtlichen Kreis also wiederum mit einem Sprichwort zu schließen: Das Auge is(s)t mit.

Vorschau: Was hat es mit dem Pareto-Prinzip auf sich? Wir erfahren es in der kommenden Woche von Kolumnist Sascha.

Der Bodensee – Urlaub in der Heimat

Der Sonne entgegen: Segeln auf dem Bodensee (Foto: Behrendt)

Der Sonne entgegen: Segeln auf dem Bodensee (Foto: Behrendt)

Wieso tausende von Kilometern zurücklegen, um im Urlaub abzuschalten, wenn es diese Möglichkeit quasi um die Ecke gibt? Der Bodensee, auch als schwäbisches Meer bezeichnet, ist einer der bekanntesten Seen in Europa und grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz. Seine attraktive Lage lockt jährlich tausende von Touristen an und ist ein guter Grund, den alljährlichen Urlaub zur Abwechslung mal in Deutschland zu machen. Die Bodenseeregion ist der perfekte Ort für verschiedenste Freizeitaktivitäten – ausgiebige Fahrradtouren, Segeln und Baden oder Sightseeing rund um den See – für jeden ist etwas dabei.

Das klare Wasser lädt zum Baden ein: Ein Steg der ins Wasser führt (Foto: Behrendt)

Das klare Wasser lädt zum Baden ein: Ein Steg, der ins Wasser führt (Foto: Behrendt)

Gerade viele Fahrradfahrer lockt es in den Sonnenmonaten in den Süden Deutschlands. Der 273 kilometerlange Bodensee-Radweg durchquert alle angrenzenden Länder und führt durch idyllische Städte und traumhafte Landschaften. Übernachtet werden kann je nach Belieben entweder mitten in der Natur auf einem der vielen Campingplätze mit direktem Seezugang oder in Ferienwohnungen und Hotels, die zahlreich auf der Strecke verteilt sind.

Des Weiteren locken attraktive Städte, in denen man fast nicht glauben kann, dass man sich in Deutschland und nicht einem südeuropäischen Land wie Italien befindet. Verwinkelte Gassen in der Altstadt, kilometerlange Promenaden, die zum Schlendern einladen und traumhafte Sonnenuntergänge mit Blick auf den See machen die Region zu einem unverwechselbaren Erlebnis.

Konstanz ist mit mehr als 82.000 Einwohnern die größte Stadt am Bodensee. Mit einem vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot lockt sie nicht nur Touristen, sondern auch Studenten an, die das Leben in der Urlaubsregion zu schätzen wissen. Im Sommer gibt es zahlreiche Feste, die zum Feiern einladen. Beispielsweise das Seenachtsfest, bei dem besonders das spektakuläre Feuerwerk über dem See seine Zuschauer beeindruckt.

Spektakuläre Aussicht: Der Bodensee mit den Bergen im Hintergrund (Foto: Behrendt)

Spektakuläre Aussicht: Der Bodensee mit den Bergen im Hintergrund (Foto: Behrendt)

Nicht nur um, sondern auch auf dem Bodensee, lässt es sich aushalten. Egal ob auf einem kleinen Motorboot oder mit dem Katamaran, der täglich zwischen Konstanz und Friedrichshafen pendelt – eine Bootsfahrt ist eine entspannte und schöne Möglichkeit, den See aus einer anderen Perspektive zu erkunden. Der atemberaubende Blick über den See überzeugt selbst den letzten Zweifelnden, dass auch Urlaub im Heimatland unvergessliche Momente bereiten kann.

Vorschau: Am Dienstag, 01. Oktober stellen wir euch Trier vor.