Stehen die Olympischen Spiele auf der Kippe?

Wenige Wochen vor dem Start der Olympischen Spiele macht das diesjährige Austragungsland Brasilien immer wieder durch schlechte Nachrichten von sich reden. Mittlerweile häufen sich gesundheitliche Risiken, Bauverzögerungen und Raubüberfälle in der Olympiastadt und es stellt sich die Frage, ob die Olympischen Spiele dieses Jahr verschoben oder möglicher Weise gar abgesagt werden müssen.

Der Austragungsort der Segelwettkämpfe? Eine Mülldeponie

Beim Gedanken an Brasilien assoziiert man augenblicklich den feinen, weißen Sandstrand der Copacabana, das glasklare Wasser.

Trügt der Anblick der Copacabana? (Foto: Astrid Götze-Happe/pixelio.de)

Trügt der Anblick der Copacabana? (Foto: Astrid Götze-Happe/pixelio.de)

Doch die Bilder der Guanabara-Bucht, dem Austragungsort der Segelwettkämpfe, zeigen exakt das Gegenteil: Die Bucht ist schon fast ein Tümpel voll von Bakterien, Viren und Müll. Zwar wurde bereits mit der Entsorgung der Abfälle begonnen, doch ist es weiterhin fraglich in wie weit das Problem bis zum Startschuss der Rennen beseitigt werden kann und ob die Keime nicht sogar krankheitsgefährdend für die Teilnehmer sein könnten.

Gefahr einer Zika-Pandemie?

Auch wenn das größte Risiko weiterhin für ungeborene Kinder besteht, kann der in Südamerika verbreitete Zika-Virus ebenso auf Sportler und Zuschauer übertragen werden.  Schwangere sollten unbedingt von einer Reise zu den Olympischen Spielen absehen. Ob durch die Besucher und Teilnehmer aus aller Welt nun eine Gefahr einer Pandemie bestünde, prüft die World Health Organisation (WHO) nun. Da bereits auf allen Kontinenten Fälle von Zika bekannt sind, geht man nicht davon aus, dass die Olympischen Spiele Hauptverursacher der schnellen Ausbreitung werden.

 Politische Aufruhre sorgen für Proteste

Nachdem zuerst die Präsidentin Dilma Rousseff aus ihrem Amt enthoben wurde und das Land nun von einer Übergangsregierung geleitet wird, werden die Proteste auf den Straßen des Landes nicht weniger. Korruption und böswilliges Absetzen der Amtsinhaberin werfen die Demonstranten den jetzigen Machthabern vor. Drei Prozent der Baugelder von Olympischen Sportstätten soll in die Taschen der Politiker geflossen sein, doch gerade diese Bauvorhaben erweisen sich als weiteres Problem.

Bauverzögerung bei Olympia-Velodrom

Die Austragungsstätte der Bahnradrennen ist wenige Wochen vor den Sommerspielen noch nicht fertig gestellt. Ähnlich sieht es beim U-Bahn-Netz aus, das das einfache Erreichen der Sportstätten für die Zuschauer ermöglichen soll. Und schließlich wurde diesen Montag der Bau des Beachvolleyballstadions an der Strandmeile Copacabana gestoppt. Eine fehlende Umweltgenehmigung ist die Ursache, die aber schnellst möglich eingeholt werden soll. Außerdem muss man sich dann auch mit den bereits vorhandenen Schäden eines zu hohen Wellenganges beschäftigen.

Auch für die Sportler ist es eine brisante Situation

Doch nicht nur Angst vor Krankheiten bestehen für die Sportler im südamerikanischen Land. Beispielsweise wurde das spanische Segel-Duo auf offener Straße überfallen, blieb jedoch unversehrt. So viel Glück hatte die brasilianische Sportschützin Anna Paula Cotta nicht. Ihr wurde bei einem Angriff in den Kopf geschossen, ihr Zustand sei weiterhin kritisch. Die Regierung reagiert auf die stark zunehmenden Angriffe auf Passanten und hat bereits alle zur Verfügung stehenden Soldaten für den Zeitraum der Sommerspiele geordert.

Austragung weiterhin fraglich

Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, dass eine Absage der diesjährigen Spiele in Betracht gezogen wird. Doch wenn die WHO den Zika-Virus als zu großes gesundheitliches Risiko einstuft, Sportstätten weiterhin nicht fertiggestellt werden können und Rio zu gefährlich für Zuschauer und begeisterte Fans bleibt, muss ernsthaft über den Abbruch der Spiele nachgedacht werden.

Die Rückkehr einer Sportlegende

 

Es gibt Sportler, es gibt Rekordhalter oder auch Sportlegenden und dann gibt es noch Michael Phelps, der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Nach den Olympischen Spielen 2012 in London und insgesamt 22 Olympischen Medaillen (18 davon in Gold) wollte er sich frühzeitig in den Ruhestand verabschieden, doch gab es bereits 2014 erste Anzeichen dafür, dass der Schwimm-Gigant zurückkehrt. Beim Grand Prix in Mesa/Arizona sprang der Weltrekordhalter erneut ins Becken und gab schließlich sein Trainingsziel bekannt: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio 2016.

Schwimmflossen anstelle von Spielzeugautos

Die Karriere des Amerikaners begann früh: Im Alter von sieben Jahren stieg er erstmals ins Schwimmbecken, auch weil es als hilfreiche Therapie seiner diagnostizierten ADHS Erkrankung dienen sollte. Nun galt das Schwimmen als oberste Priorität, sein Tagesablauf bestand einzig und allein aus schwimmen, Krafttraining, essen und schlafen und ja, die Schule musste dabei weichen. Anhaftender Chlorgeruch, vom Wasser aufgeweichte Fingerspitzen und Schwimmbrillenabdrücke auf der Stirn waren ständige Begleiter des Jugendlichen. Das tägliche Training zahlte sich bereits im Alter von 15 Jahren aus, als der junge Schwimmer an seinen ersten Olympischen Spielen 2000 in Sydney teilnahm, auch wenn er dabei keine Medaille gewinnen konnte.

Seine größten sportlichen Erfolge

Zu seinem größten Erfolg zählt definitiv die Sommer Olympiade 2008 in Peking, wobei er acht Goldmedaillen mit ins heimische Baltimore, Maryland nehmen konnte. Bei sieben der Wettkämpfe erzielte er zusätzlich einen neuen Weltrekord.

Bald ist es wieder so weit: Die Schwimmstars kämpfen um Olympisches Gold (Foto: Gregor Fuhr-Boßdorf/pixelio.de)

Bald ist es wieder so weit: Die Schwimmstars kämpfen um Olympisches Gold (Foto: Gregor Fuhr-Boßdorf/pixelio.de)

Vier Jahre später in London qualifizierte er sich für alle acht Wettbewerbe, in denen er auch 2008 an den Startblock ging. Mit insgesamt vier Goldmedaillen und zwei in Silber krönte er sich selbst zum erfolgreichsten Teilnehmer der Spiele in der englischen Hauptstadt.

 Abschied eines Jahrhundert-Sportlers

Nach seinem letzten Rennen bei den Olympischen Spielen 2012 in London, der 4×100-m-Lagenstaffel, wurde der Olympia-Held schließlich verabschiedet. Die Schwimm-Welt trauerte als dieser große Sportler die Bühne verließ, immerhin mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, unter lautem Beifall und dem Lied von Bruce Springsteen „Born In The USA“. Paul Biedermann, László Cseh oder auch Ryan Lochte versüßten uns zwar die Überbrückungsphase mit tollen Wettkämpfen, doch der sympathische Phelps fehlte. Unvergessen bleibt das Titelblatt der Sports Illustrated, welches er mit seinen Gold-Medaillen von Olympia 2008 in Peking zierte. Und auch ein in den Sozialen Netzwerken gern aufgegriffenes Thema ist die „Michael Phelps Food Challenge“: In einem Interview erklärte er, dass seine täglichen Mahlzeiten aus 12.000 Kalorien bestanden.

 Große Chancen

Auch für Rio in wenigen Wochen, können wir uns viel von Phelps erhoffen. Bei den US-Meisterschaften in San Antonio siegte er in drei Disziplinen in Jahresbestzeit und verbrachte  bereits drei Wochen im Olympischen Trainingszentrum, um sich auf Rio vorzubereiten. Er selbst sagte aus: „Ich fordere meinen Körper so stark wie es nur geht“. Und vielleicht gibt ihm ja auch noch einmal die Geburt seines Sohns Boomer Anfang Mai einen zusätzlichen Ansporn. Die Schwimmwelt und alle Fans der Olympischen Spiele freuen sich jedenfalls auf die Rückkehr des Schwimm-Stars und drücken die Daumen für den erfolgreichsten Olympioniken.

Vorschau: Am 30.Mai muss Fußball-Bundestrainer Joachim Löw seinen endgültigen EM-Kader benennen. Face2Face wird diesen genau unter die Lupe nehmen.

 

 

MEINE MEINUNG ÜBER…

Die Proteste beim Confederations Cup. Sie kamen genauso heftig wie unerwartet: Die – zum Teil- mit Gewalt belasteten sozialen Proteste. Die Empörung war groß: Während das Geld für Bildung und Gesundheitssystem an allen Ecken und Enden fehlt, wird die kommende Fußball-Weltmeisterschaft 2014 zur teuersten der Geschichte. Die FIFA, die Korruption im eigenen Land, die überteuerten Stadien und Ticketpreise. Das war und ist den Einwohnern Brasiliens ein großer Dorn im Auge. 

Diese Demos rund um die brasilianischen Arenen sollten die Sportfunktionäre des gesamten Globus als ernsthaften Warnschuss ansehen. Die meisten Menschen haben längst durchschaut, dass Fußball-WM und Olympische Spiele primär nur noch ausgerichtet werden, um die Taschen von FIFA und IOC ordentlich mit Geld zu füllen. Eine Tatsache, die allen Liebhabern des Sports böse aufstoßen dürfte. In Brasilien ahnt man mittlerweile, welch übles Spiel hier gespielt wird. Trotz des zweifellosen wirtschaftlichen Aufschwungs, den das Land durch die WM erhalten wird, bleiben die großen Gegensätze zwischen Arm und Reich unverändert. Ein Blick nach Südafrika, Austragungsland der WM 2010, genügt, um in die Zukunft zu schauen: Schöne, aber verstaubte, da leerstehende, Stadien und eine nach wie vor katastrophale Sozialstruktur prägen das Bild.

Den Sport, den viele Menschen auf dieser Erde so sehr lieben, ist zu einer lieblosen Gelddruckmaschinerie gemacht worden. Rücksicht auf die Belange der Bevölkerung oder der Athleten? Uninteressant! Solange Neureiche, Despoten und Scheichs viel Geld investieren, scheint für die FIFA und ihren zum Teil korrupten Geschäftspartnern die Sonne. 

Das förderlichste Beispiel hierfür ist die skandalöse Vergabe der WM 2022 nach Katar. Die Titelkämpfe werden in neun Jahren in einem Land, das ungefähr der Fläche Berlins entspricht und mit keinerlei Fußballkultur ausgestattet ist, stattfinden. Das im katarischen Sommer das Thermometer gut gerne bis auf 50 Grad Celsius steigen kann, setzt dem Ganzen die Krone auf. 

Brasilien hat zwar nun so viel Fußballkultur, dass es für zwei Weltmeisterschaften reichen würde, doch was dem von Korruptionen geprägte Land fehlt, ist ein organisatorischer Durchblick. 

Bezeichnend: Während dem Confed-Cup waren fehlende Infrastrukturen im Transportwesen, schöne und funktionsfähige (aber keinesfalls fertige Stadien) und schlechte Hotels (sogar) für die Mannschaften an der Tagesordnung. Brasilien – ein überfordertes Land. Die Proteste – fast unausweichlich. 

Die FIFA erwischten diese Proteste auf dem falschen Fuß: Ein klarer Schlag ins Gesicht für ihre PR-Arbeit. Die Machenschaften der FIFA: Ein blutiger Stich in das Herz des Sports. 

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein neuer Artikel über unsere Outdoor-Serie.

Ringen um Aufmerksamkeit?

Als die neueste Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, kurz IOC, jüngst in den Medien verkündet wurde, kam es zu einem Schwall der Entrüstung. So sollen die Olympischen Spiele modernisiert werden und im Zuge dessen die traditionsreiche Sportart Ringen aus dem Portfolio der Spiele genommen werden. Da fragen sich viele, ob dieser Schritt nicht gar die Grundfesten des historischen Großereignisses zum Wanken bringt.

Ringt das IOC im wahrsten Sinne des Wortes mit dieser Entscheidung nur um Aufmerksamkeit und mediale Präsenz oder ist die martialisch anmutende Sportart wirklich von der Moderne überholt worden? Immerhin erfreut sich ja auch der Boxsport immer noch größter Beliebtheit. Insgesamt 39 Kriterien wie TV-Quoten, Zuschauerzahlen, Ticketverkäufe, Verbreitung, Mitgliederzahlen und Attraktivität bei Jugendlichen wurden als Grundlage für die Entscheidung des IOC benutzt. So sei das Ringen einfach nicht mehr zeitgemäß und bei den Zuschauern nicht erwünscht.

Wird es in Zukunft also weitere verbraucherbegründete Kürzungen im Olympischen Programm geben? Zumindest der moderne Fünfkampf kann als steter Wackelkandidat angesehen werden – auch er stand wohl kurz vor dem Aus. Als Ersatzkandidaten für das Ringen sind aktuell sieben Sportarten vorgesehen: Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden und Wushu.

Als aussichtsreichster Kandidat kann wohl der Squashsport angesehen werden. So setzt sich aktuell sogar Tennis-Legende Roger Federer für die Aufnahme der Glaskasten-Sportart in das Olympische Programm ein.

Eine Frage bleibt jedoch: ist es nur das Ringen, oder sind es die ganzen Spiele, die nicht mehr zeitgemäß sind?

 

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Vorbericht zum DFB-Pokalspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund.

Paul Biedermann und sein Weg zu den Olympischen Spielen 2012

Er ist der Star des deutschen Schwimmsports, Zugpferd und großes Vorbild für viele Nachwuchsschwimmer. Außerdem ist er auch der medienpräsenteste deutsche Schwimmer, durch seinen Werbespot für „Gillette“ ist er vielen Menschen ein Begriff: Paul Biedermann. Sein großes Ziel – wie auch das vieler anderer Sportler – ist in diesem Jahr das Erreichen der Olympischen Spiele, die im August in der englischen Hauptstadt stattfinden. Biedermann hat schon vieles erreicht, war unter anderem der erste Mensch, der 200 Meter Freistil unter 1:40 Minuten geschwommen ist. Zusätzlich wurde er von bekannten Sportjournalisten zu Deutschlands Sportler des Jahres 2009 gewählt.

Doch wie der immer noch in allen deutschen Köpfen bekannten deutschen Schwimmerin Franziska van Almsick fehlt ihm diese eine, höchste zu erreichende Ehre im weltweiten Sportgeschehen: die olympische Goldmedaille. Seine Lebenspartnerin Britta Steffen hat dies schon 2008 erreicht. Steffen, die selbst im deutschen Schwimmgeschehen eine Vorreiterrolle einnimmt, kennt den schweren Weg bis zu diesem höchsten aller Ziele für Sportler. Sie kennt die Problematik des Wettkampfdrucks und des Drucks, der von außen kommt, von Trainern, von der Presse, so wie auch des Drucks, den man sich selbst macht – womöglich der am schwersten zu bewältigende. Und sie kennt auch das Gefühl, allen zu beweisen zu müssen, dass man es schaffen kann, und auch das Gefühl, welches nach der Euphorie über den Gewinn kommt. „Die zweite olympische Goldmedaille hat sich schon nicht mehr so besonders angefühlt, wie die erste. Das war dann schon fast erwartet“, sagte sie in einem Interview, nach dem sie neben der Goldmedaille über 100 Meter Freistil auch die 50 Meter Freistil bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen hatte. Zu hoffen ist, dass Steffen ihrem Partner in dieser Hinsicht Tipps geben kann. Doch wahrscheinlicher ist, dass er seinen eigenen Weg finden muss, denn bei jedem Sportler verläuft

die sogenannte „heiße Phase“ anders – jeder bereitet sich individuell auf das Großereignis vor.

Biedermann hat den Vorteil, dass er sich nur auf den Schwimmsport konzentrieren kann, er lebt derzeit von seinen Werbeeinkünften sowie der Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe. Er hat jedoch neben dem Training auch weitere Aufgaben, unterstützt zusammen mit einem seiner Sponsoren ein Nachwuchs-Perspektivteam, gibt Nachwuchsschwimmern die Möglichkeit, eine Trainingseinheit mit ihm zu schwimmen.

Der weitere Weg nach London sieht so aus, dass er zunächst die Olympischen Normen unterbieten muss. Möglichkeiten dazu hat er bei den deutschen Meisterschaften, die Anfang Juni in Berlin stattfinden, sowie bei den Europameisterschaften im ungarischen Debrecen, die eine Woche später geschwommen werden. Die Normen liegen hier bei den für ihn relevanten Strecken 200 Meter und 400 Meter Freistil bei 1:47,76 Minuten beziehungsweise 3:47,26 Minuten. Beides sind Zeiten, die Biedermann schon einmal erreicht hat, doch vor allem über die 200 Meter Strecke ist die internationale, aber auch die zunächst einmal relevantere nationale Konkurrent sehr stark. Denn bei den deutschen Meisterschaften muss er neben der Normunterbietung auch Platz eins oder zwei im Finale belegen, um für eine Nominierung berücksichtigt zu werden.

Die internationalen Chancen für Biedermann stehen gut, zuletzt hatte er den US-Superstar und 14-fachen Olympiasieger Michael Phelps im Direktvergleich mehrfach geschlagen. Letzterer gilt als einer der Top-Favoriten auf den Titel über Biedermanns Paradestrecke 200 Meter Freistil in London. Doch auch US-Kollege Ryan Lochte, der Franzose Yannick Agnel oder der Koreaner Park Tae-Hwan zählen zum engsten Favoritenkreis. Die 200 Meter Freistil können in diesem Jahr das bestbesetzte Rennen der ganzen Veranstaltung werden. Biedermann hat sich einiges vorgenommen, und hat bisher auch gute Leistungen gezeigt, doch einen Sieg prognostizieren kann niemand, denn vor allem bei den Olympischen Spielen passiert es oft, dass völlig unbekannte Sportler auf einmal Leistungsexplosionen zeigen, mit denen nie jemand auch nur im Entferntesten gerechnet hätte.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Christian über die Chancen von Sebastian Vettel in der diesjährigen Formel 1 Saison.

Olympiavorbereitungen in London

Noch ist es ein Weilchen hin, doch es ist früh genug, über den sportlichen Höhepunkt in diesem Jahr nachzudenken. Die olympischen Sommerspiele finden 2012 in London statt, der ersten Stadt, die nach 1908 und 1948 zum dritten Mal Gastgeber der größten Sportwettkampfveranstaltung der Welt ist. Millionen Menschen aus aller Welt werden in die britische Hauptstadt strömen, um ihren Idolen zuzujubeln und großartige Erfolge live mitzuerleben. Doch wie steht es mit den Vorbereitungen auf das Megaevent?

Bei anderen Städten, in denen derartige Großveranstaltungen wie beispielsweise die Fußball-Weltmeisterschaft stattfanden, wurden im Vorfeld immer wieder große Probleme bekannt, der Bau werde nicht rechtzeitig fertig, Umweltbestimmungen werden nicht eingehalten, das Geld werde knapp. Doch in London scheint laut Aussage der Veranstalter alles in Ordnung zu sein. Keine Probleme, Deadlines einzuhalten, alles sei bereit für den großen Ansturm. Doch diese Aussagen scheinen mehr Traum als Wirklichkeit zu sein.

Allein die Krawalle, die im letzten Sommer in London ausbrachen, zeigen, dass ganz und gar nicht alles in Ordnung ist. Auch infrastrukturtechnisch ist nicht unbedingt alles im Lot – im August 2011 platze eine Hauptwasserleitung, die wohl noch aus dem 19. Jahrhundert stammte. Die Wassermassen lösten einen Erdrutsch aus, der einige wichtige Gleise der Londoner U-Bahn verschüttete, außerdem saßen über 40.000 Menschen für längere Zeit auf dem Trockenen, da die Wasserversorgung zusammengebrochen war.

Doch die Spiele in London haben natürlich auch einen positiven Einfluss auf die Stadt. London will glänzen vor dem Rest der Welt, deswegen werden nun Probleme angegangen, die bisher ignoriert wurden. Die Docklands waren bisher unter dem wenig schmeichelhaften Spitznamen „Stinky Stratford“ bekannt, Schrottplätze und Müllhalden prägten das Bild des Stadtteils, außerdem war die Kriminalitätsrate erschreckend hoch. Nun locken Rad- und Wanderwege die Touristen an, der Fluss Lea wurde renaturiert, es entstehen Arbeitsplätze auf dem Bau und in modernen Büroanlagen.

Noch ist nicht alles soweit, wie es zur Eröffnungsfeier sein sollte, doch London ist auf einem guten Weg, die Olympischen Spiele 2012 zu einem einmaligen Erlebnis werden zu lassen.