Wettlauf der Sportschuhhersteller

Joggen, Krafttraining, Handball, Fußball, Volleyball und viele andere Sportarten bringen Abwechslung in unseren Alltag. Doch spielt dabei nicht nur der Spaßfaktor eine Rolle, sondern auch die richtige Ausrüstung, allem voran das richtig passende und gutsitzende Paar Sportschuhe.

Sportschuhe als Motivationsspritze 

Sie geben uns nicht nur Halt und Stabilität, sondern erweisen sich durch bunte Designs und modisches Aussehen auch als einmalige Motivationsspender.

Großes Angebot: Laufschuhe sind in vielen Varianten und Farben zu kaufen (Foto: Vogel)

Großes Angebot: Laufschuhe sind in vielen Varianten und Farben zu kaufen (Foto: Vogel)

Doch nicht nur die Farben und Designs variieren  – Adidas und Nike werfen ständig neue Modelle auf den Markt, die mit der neuesten Technik ausgestattet sind. Da stellt sich die Frage, ob sich die beiden großen Sportschuhhersteller nur einen Wettlauf leisten, bei dem sie ständig neue, verbesserte, innovative Laufschuhe auf den Markt bringen. Lohnt es sich in die neuen Schuhe zu investieren?

Der Nike Lunar Epic

Rein optisch gesehen ist das neuste Modell von Nike, der Lunar Epic, wohl etwas gewöhnungsbedürftig, da an den Schuh eine Art Socke mit angenäht wurde. Angezogen passt sich diese Verlängerung des Schuhs aber genau an den Fuß an, wie das Nike auch auf seiner Internetseite verspricht: „unvergleichlich geschmeidiges Laufgefühl und eine revolutionäre Passform, die sich wie eine zweite Haut anfühlt“. Auch beim Laufen überzeugt die Strumpfverlängerung, die einem zusätzlich Stabilität und Halt während des Laufens bietet und keine Angst des Umknickens besteht. Als weiterer Pluspunkt kann man die Leichtigkeit des Schuhs ansehen, welche aber auch einige Läufer der zu dünnen Sohle als Kritikpunkt zuschreiben. Auch mit einem stolzen Preis von 180€ ist der Nike Lunar Epic nicht ganz billig und Nike weist ausdrücklich daraufhin, dass die Verlängerung des Schuhs keine Laufsocken ersetzen.

Der Adidas Pure Boost X

Auch Adidas brachte eine neue Variante des Pure Boost auf den Markt: Ein Laufschuh, der passgenau für schmale Frauenfüße entworfen wurde. Der Pure Boost  zeichnet sich durch seine Sohle aus, die aus vielen kleinen styroporähnlichen Kügelchen zusammengesetzt ist. Wie „auf Wolken gehen“ – so beschreiben Läufer den Lauf auf dieser neuartigen Sohle.  Neu beim Pure Boost X ist, dass nur die Stellen an Ferse und Fußballen mit der Sohle vernäht sind und dazwischen ein Freiraum besteht, der beim Laufen der besseren Dämpfung dient. Und auch die auf der Internetseite angepriesene „leichte, flexible STRETCHWEB Gummiaußensohle“ überzeugt beim Laufen. Mit 120€ liegt der Schuh in der normalen Laufschuh-Preisklasse.

Wettlauf außerhalb der Laufbahn

Doch auch in der Präsentation der Schuhe liefern sich die beiden Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit groß inszenierten Veröffentlichungen der Schuhe mit Fitnessbloggern und Profisportlern. Diese durften den Schuh bei einem Lauf testen und teilten ihre Erfahrungen augenblicklich mit ihren Lesern in den sozialen Netzwerken. Adidas führte so zum Beispiel den Hashtag #pureboostx ein, um alle Läufer medial mit dem Schuh zu verbinden. Nike hingegen setzt auf personalisierte Laufschuhe, die man sich im Online-Shop für 220 Euro selbst zusammenstellen kann oder schickt Bloggern ein Exemplar mit aufgestickten Name des Blogs zu.

Gewappnet für den Wettlauf

Generell sollte man sich aber nicht von der Werbung und Inszenierung der Schuhe leiten lassen, sondern vor allen Dingen bei neuen Laufschuhen auf guten Halt und die optimale Passform achten. Am besten beraten seid ihr, wenn ihr ein Fachgeschäft mit geschultem Personal aufsucht und dort verschiedene Modelle anprobiert. Helfen können hierbei auch die alten Laufschuhe, da der Fachverkäufer Abnutzungen und besonders stark belastete Partien erkennen kann.

Neues Jahr, neue Mode – oder doch nicht?

Man sagt ja bekanntlich „alle Jahre wieder“. Soll heißen: Irgendwann kommt jeder Trend wieder in Mode. Ob Schlaghosen aus den 70ern oder Karottenhosen aus den 80er Jahren – alles hat man die letzten Jahre schon mal gesehen. Doch was ist der neue Trend für das Jahr 2016?

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Fangen wir von unten an, bei den Schuhen. Letztes Jahr waren weiße Snikers hoch im Kurs. Die Lieblingsmodelle unter ihnen: Stan Smith und Superstar von Adidas. Doch was kommt dieses Jahr? Nike scheint Adidas abzulösen. Der Schuhklassiker für 2016 wird der Cortez von Nike sein. Er kam 1972 das erste Mal auf den Markt. Schauspieler-Ikone Farrah Fawcett, bekannt aus der Fernsehserie „Drei Engel für Charlie“, war großer Fan von ihnen. Das Original des Modells ist weiß mit einem roten Nike-Haken. Es ist übrigens auch das Modell, in dem Schauspieler Tom Hanks als Forrest Gump im gleichnamigen US-Drama 1994 läuft. Der kultige Schuh wurde im Rahmen der „Holiday“-Kollektion von Nike neu aufgelegt. Untenrum bleibt es im Jahr 2016 also bei weiß, nur die Marke ändert sich.

Und was tragen Frau und Mann im neuen Jahr drunter? Bunte Socken als Hingucker waren 2015 schon in, auch 2016 dürfen sie nicht fehlen. Mit Neonfarben zu einem ansonsten minimalistischen Look und weißen Snikern könnt ihr also nichts falschmachen!

Bleiben wir bei weiß. Wer denkt, weiß im Winter sei zu sommerlich, der hat sich getäuscht. Gerade jetzt in den kalten Wintermonaten sind weiße oder cremefarbene Strickpullis total angesagt. Fotogarfen sichteten Model-Ikone Heidi Klum in solchen Teilen auf den Straßen Amerikas.

Wer Schwarz liebt, muss jetzt stark bleiben, denn: Die Trendfarbe wird durch dunkles Blau ersetzt. Fashion-Bloggerin Leandra Medine trägt gerne Ton-in-Ton-Looks und kombiniert dazu bunte Accessoires. Was früher mal als ein Mode-Tabu galt, wird heute zum Trend. Die Kombination von Schwarz und Blau ist jetzt erlaubt! Auch bei anderen Farben darf wieder experimentiert werden. Color Blocking ist jetzt wieder in. Plakative Streifen in Farben wie Gelb, Lila oder Orange werden zum Trend. Auch Ringelshirts, die 2015 in keinem Kleiderschrank fehlen durften, bleiben ein modisches It-Piece.

Oben angekommen sind wir beim Schmuck, genauer bei den Ohrringen. Falls ihr Creolen in Gold oder Silber habt, dürft ihr sie wieder herauskramen. Der Ohrschmuck aus den 90er Jahren mit mindestens zwei bis drei Zentimetern Durchmesser feiert sein Comeback.

Wer aufgepasst und mitgedacht hat, ist beim nächsten Aussortieren des

Kleiderschranks etwas vorsichtiger, und behält manche Teile lieber noch ein oder zwei Jahre länger. Denn alles kommt irgendwann wieder – auch die heißesten Fashion-Trends der 70er, 80er oder 90er Jahre!

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den Fastnachts-Chic: Zu lesen gibt es einen Styleguide für die fünfte Jahreszeit.

„Individuelle Möbel sollen auch individuell gefertigt werden“ – Ein Interview mit My Möbelstück-Gründer Dominic Lindner

Ein Müsli mit extra viel Schokolade, ein Parfum mit einer bestimmten Duftnote oder ein Sportschuh mit dem eigenen Namen auf der Rückseite. Internetseiten wie My Müsli, My Parfum oder auch das Angebot NikeiD des Sportartikelherstellers Nike beweisen, dass die Zeit der unpersonalisierten Produkte vorbei ist. „Mass Customization“ oder „Kundenindividuelle Massenproduktion“, nennt sich dieser neue Trend, bei dem es Kunden ermöglicht wird, aktiv in die Gestaltung von Produkten einzugreifen. Der E-Commerce ermöglicht es Kunden diesertage, eine ungeheure Bandbreite von Artikeln, ganz nach ihren eigenen Wünschen im Internet zu gestalten.

Von Massenproduktion weit entfernt, jedoch unter ähnlicher Motivation gründeten der Wirtschaftsingenieurwesen-Student Dominic Lindner (24) und der Informationstechnologie-Student Martin Weber (25), das Start-Up My Möbelstück, dessen besonderes Kriterium ein 3D-Konfigurator ist, mit dessen Hilfe Schränke individuell erstellt werden können.
Face2Face sprach mit einem der Gründer von My Möbelstück über die Gründung eines Start-Ups und die Besonderheiten des Unternehmens.

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Präsentieren stolz ihr Werk: My Möbelstück-Gründer Dominik Lindner (links) und Martin Weber (rechts). (Foto: Lindner)

Face2Face: Die Idee personalisierte Produkte anzubieten hat sich im produktgestalterischen Kontext in den letzten Jahren fest etabliert. Wie seid ihr aber auf die Idee gekommen gerade ein Möbel-Startup zu gründen? 

Lindner: Wie schon erwähnt, wird die Möglichkeit Dinge selbst zu designen, immer mehr zu einem großen Trend. Martin und ich haben festgestellt dass es vor allem im Bereich Möbel schön wäre, wenn man sein eigenes Möbelstück gestalten könnte, ohne stundenlang in Möbelhäusern herumzuirren oder sich mit Produkten zufriedengeben zu müssen, die eigentlich gar nicht zu einem passen.

Daraufhin haben wir mit Tischlermeistern gesprochen, deren Vertriebskanäle nicht mehr mit den modernen Standards einhergehen. Wir dachten, es würde sich lohnen, den effizienten Vertrieb für diese Tischlereien zur Verfügung zu stellen. Schließlich haben wir beschlossen das Ganze als einen Online-Konfigurator den Kunden zur Verfügung zu stellen und später mit eben diesen Tischlereibetrieben zusammenzuarbeiten.

Face2Face: Für die Gründung eures Unternehmens habt ihr das Startkapital selbst gestellt. Wann habt ihr gemerkt, dass euer Projekt nicht, wie bei so vielen Start-Ups, zum Scheitern verurteilt ist und sich die Einlage eures Privatvermögens lohnt?

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Ermöglicht das kreative Erstellen eines Möbelstückes: Der 3D-Konfigurator des Unternehmens. (Screenshot: Lindner)

Lindner: Wir begangen zuerst einen Prototyp des Online-Konfigurators zu erstellen, den wir in Absprache mit den Tischlerbetrieben entsprechend gestaltet haben. Als der Tischler meinte, das könnte so funktionieren, haben wir den Konfigurator fertiggestellt. Bis sich eine konstante Menge an Bestellungen eingestellt hatte, war aber immer noch ungewiss ob sich die rund 900 Arbeitsstunden und die Kosten für die Gründung des Unternehmens gelohnt haben. Ein großer Vorteil war jedoch, dass wir alles selbst gemacht haben und nicht auf externe Dienstleister zugreifen mussten.

Face2Face: My Möbelstück gelang es, beim Gründerstipendium des Start e.V. Nürnbergs, sowie beim Thüringer Businessplanwettbewerb schon erste Erfolge zu erzielen. Warum konnte gerade euer Unternehmen überzeugen und sich, vor allem in Nürnberg, gegenüber anderen Mitstreitern behaupten?

Lindner: Was unser Konzept besonders macht, ist in erster Linie der Grundsatz, dass individuelle Möbel auch individuell gefertigt werden sollen. Wir wollen keine Großkonzerne mit unserem Projekt unterstützen, sondern gezielt Kleinbetriebe, die auf traditionelles Handwerk setzen.

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Bietet dem traditionellen Handwerk Vertriebskanäle: Pläne für ein individuelles Möbelstück bei einem kleinen Tischlereibetrieb (Foto: Lindner)

Das Gründerstipendium zu erhalten, das umfassende Sachleistungen enthält, jedoch keine Förderung in Form von Geld, hat My Möbelstück überhaupt erst möglich gemacht. Überzeugt hat wohl, dass die Gründerberatung für den Start des Projektes unabdinglich war und die Jury war der Meinung, dass das Stipendium bei My Möbelstück erst sein großen Potenzial entfalten kann. Ohne das Stipendium hätten wir die finanziellen Kosten nie tragen können. Gewonnen haben wir außerdem Leistungen einer Unternehmensberatung, einer Webdesign-Firma, eines Anwalts, Steuerberaters und die Stellung von Büroräumen, die wir mehrmals die Woche nutzen dürfen – alles Dinge, die das Projekt entscheidend vorangetrieben haben.

Face2Face: Der Mix aus Wirtschaft und Informatik scheint für eine Unternehmensgründung von großem Vorteil zu sein. Gibt es bei euch eine Einteilung der Aufgaben?

Linder: Während ich für den kreativen Teil und die Ideen für das Projekt verantwortlich war, übernahm Martin den analytischen Teil sowie die Lösung von logischen Problemen. Haben wir am Anfang den Konfigurator noch zusammen programmiert, kümmere ich mich derzeit eher um die betriebswirtschaftlichen Belange und Martin um die Programmierung. Ein Faktor, auf die wir derzeit unser Augenmerk legen ist die Gewinnoptimierung durch Kostenreduktion.

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Nicht nur in Privathaushalten beliebt: Ein individualisiertes Möbelstück in einem Hotel (Foto: Lindner)

Face2Face: Der Einsatz von Social Media wird, auch für größere Firmen, immer attraktiver. Wie konnte sich euer Start-Up diese vielseitigen Funktionen zunutze machen?

Lindner: Social Media ist in der Tat der Hauptkanal von My Möbelstück, über den wir Neuigkeiten und auch Werbung schalten. In Facebook zum Beispiel investieren wir den Hauptteil unseres Marketingbudgets. Dort angebotene Filter führen zu einer Zielgruppendefinition, die es ermöglicht für relativ wenig Geld die richtigen Leute zu erreichen. Das Feature, dass man seinen erstellten Schrank auf Facebook und somit mit seinen Freunden teilen kann, hatte außerdem einen riesen Effekt.

Face2Face: Wie geht es in Zukunft mit My Möbelstück weiter? Plant ihr euer Produktsortiment zu erweitern und zu expandieren?

Lindner: Jetzt wo sich unser bisheriges Produktsortiment etabliert hat, beabsichtigen wir in naher Zukunft dieses zu vertiefen und in Zukunft auch Eckschränke, -Tische und -Stühle anzubieten. Außerdem haben wir eigene Möbelkollektionen erstellt, die man aber trotzdem noch individuell anpassen kann. Damit wollen wir der Kreativität der Kunden auf die Sprünge helfen, da viele Menschen die vielseitigen Möglichkeiten unseres Online-Konfigurators gar nicht auszuschöpfen wissen. Dabei berücksichtigen wir vor allem aktuelle Trends.
Auf langfristige Basis beabsichtigen wir auch, den Produktmix zu erweitern, wie zum Beispiel Dekorationsartikel anzubieten. Unser Ideenreichtum und gesteckten Ziele sind noch lange nicht ausgeschöpft.

Zur Internetpräsenz von My Möbelstück geht es hier, und hier zur Facebook-Seite des Unternehmens.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier den 4. Teil der Geschwister erzählen-Serie: Wenn zwei zusammen kommen.

Winter-Shoes gegen den Winter-Blues!

Auch wenn es der Blick nach draußen noch nicht erahnen lässt und wir bei durchschnittlich 15° Grad Celsius kürzlich eher heiße als weiße Weihnachten hatten: Der Winter kommt bestimmt. Damit gehen nicht nur Minusgrade, sondern vor allem rasch zu Eisklumpen gefrierende Füße einher. Neben dicken, von Oma mit Liebe gestrickten Wollsocken hilft dagegen nichts besser als das richtige Schuhwerk. Doch wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual – auch im Winter 2014. Face2Face gibt Suchenden die wichtigsten Kriterien mit an die Hand, die garantiert bei der Entscheidungsfindung behilflich sein werden:

1. Ästhetisch oder funktional?

Jedem Kauf voran steht in Sachen Winterfußbekleidung erst einmal ein Entweder-Oder-Dilemma.

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Erwärmen das Herz und nicht zuletzt die Füße: Gefütterte Winter-Boots (Foto: Perlowa)

Entweder tragen wir elegante, den Fuß umschmeichelnde Modelle und verzichten dabei auf das rutschfeste, optisch allerdings umstrittene dickere Schuhprofil oder aber wir entscheiden uns für Schnürstiefel, die wohl selbst auf Bergspitzen noch Wind und Wetter trotzen würden. Doch mal ehrlich, welches Fashion Victim würde sich jemals freiwillig in Wanderschuhwerk auf der nächsten Party blicken lassen? Von der Vorstellung, bei Temperaturen unter null in High Heels den Weg zum Club entlang zu schlittern, sollten wir uns in der kalten Jahreszeit allerdings ebenso verabschieden.

Winterschuhe anzuhaben bedeutet heute glücklicherweise längst nicht mehr, seine Füße zwangsläufig in klobigen Stampfern unterbringen zu müssen – der Industrie sei Dank ist das Angebot an ästhetisch ansprechenden und  zugleich praktischen Ausführungen schier unerschöpflich.

Nichtsdestotrotz scheiden sich an unserem ersten Trend, den  UGG-Boots, bereits die Geister: Böse Zungen werden behaupten, sie machten ihrer englischen Bezeichnung „ugly“, also hässlich, alle Ehre, wären weder wasserfest noch ließen sie sich auch nur ansatzweise elegant kombinieren. Doch ein Umsatz von 689 Millionen US-Dollar allein in 2008 spricht eine andere Sprache. UGGs haben sich ihren Weg mittlerweile über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland gebahnt und sind gerade an den Füßen junger Mädchen, neben Nike Air Max, seit einiger Zeit gleichsam beliebt wie die „Le Pliage“ von Longchamp in den Ellenbeugen.

Mit einem Durchschnittspreis von 200€ sind die australischen Trend-Treter, die ein bisschen an Eskimo-Schuhwerk erinnern, gewiss nicht gerade ein Schnäppchen. Doch aufgrund ihres Lammfellfutters fungieren sie als Garant für warme Füße, selbst wenn die Schlange vor der Disco einmal länger werden sollte. Gleiches gilt, am Rande erwähnt, für die etwas günstigere Alternative von  EMU  aus Schafsfell. Es lässt sich nicht leugnen, dass sie am Bein etwas wuchtig erscheinen, doch können sie zu einem über das Knie reichenden Kleid oder Rock dennoch einiges hermachen.

Und wer auf die hinzu gemogelten Zentimeter Körpergröße im Nachtleben partout nicht verzichten möchte, kann ja im Abendtäschchen Platz für ein Ersatzpaar mit hohen Hacken schaffen.

2. Boots oder Sneakers?

Wir haben soeben ein flaches Schuh-Modell für die Dame kennengelernt, das weder Turnschuh noch Stiefel ähnelt und damit ein wenig aus dem stereotypischen Raster fällt. Die meisten Winterschuhvarianten nämlich stellen uns vor die Wahl zwischen Stiefeln – als heißer Tipp gelten derzeit  Overknees  in zeitlosem Schwarz – und knöchelhohen Boots. Mit der Mode und auf Nummer sicher gehen Männlein wie Weiblein auch in diesem Winter wieder mit Chelsea-Boots. Ebenso bleiben Ankle Boots mit Schnallen, Nieten und Blockabsätzen, neben Schnürstiefeletten, deren Schnüre neuerdings einmal um den kompletten Knöchel geschlungen werden, weiterhin modische Must-Haves.

Wer es auch im Winter sportlich mag, kann sich entweder mit wetterfesten Evergreen-Modellen von Timberland oder  k1x  behelfen– diese sind vor allem in der Hip-Hop-Szene immer wieder gern gesehene Begleiter – oder aber auf  innen gefütterte Sneakers  zurückgreifen.

3. Gefüttert oder mit Einlagen?

Gefüttert ist uns das Schuhwerk nun schon des Öfteren begegnet und tatsächlich scheint es so, als führe kaum ein Weg an ihnen vorbei. Es sei denn, man greift in die Trickkiste und damit auf Echtfelleinlagen zurück. Besonders beliebt ist und bleibt Lammfell. Das bettet den Fuß nicht nur warm und kuschelig, sondern bewegt sich mit rund 7,50 € das Paar auch in einem erschwinglichen Preisrahmen. Die geschorenen Schäfchen für den Winterschuh sind in brauner und weißer Ausführung erhältlich. Wer auf tierische Anteile gänzlich verzichten möchte, schützt seine Füße mittels Aluminium-Einlagen  vor Kälte. Diese isolieren Frost und vertreiben zugleich Fußgeruch.

Und es gibt noch einen weiteren Vorteil von Einlagen gegenüber eingenähtem Innenfutter: Sie sind weniger anfällig für Schmutz. Das Schuhinnere zu reinigen erweist sich im Übrigen als lästige, langwierige Angelegenheit – wer Pech hat, schrubbt am Ende zum Dank sogar noch Löcher in die Futterschicht.

Apropos schrubben: Im Winter sind auf Lederschuhen sogenannte Wasserränder nicht selten unliebsame Begleiterscheinungen. Als verlässliche Helfer dienen Schuhcremes und Polituren.Wer Präventionsarbeit leisten möchte, ist mit speziellen Imprägnierungssprays gut beraten. Diese sind nicht nur sanft zu nässeempfindlichen, helleren Ledern wie Velours oder Wildleder, sondern auch wasserabweisend. Das Material selbst pflegen sie dabei allerdings nicht.

4. Preiswert oder kostspielig?

Beim Winterschuh-Kauf sollte eindeutig auf die goldene Regel „Qualität statt Quantität“ vertraut und ruhig einmal tiefer in die Tasche gegriffen werden. Schließlich wollen wir den Schuh ja nicht nach einem Winter schon wieder ausrangieren müssen. Hier lohnt sich also eine nachhaltige Investition. Lederwaren halten oft, was sie versprechen, nämlich, dass sie die Füße vor Nässe und Frost schützen.

 5. Online-Shop oder Lieblingsladen?

Beides! SALE  haben sich schließlich nicht nur die Innenstädte, sondern genauso auch die Warenzusteller unseres Vertrauens auf die Fahnen geschrieben. Ob einen Klick entfernt bei Mirapodo oder doch bei einem ganz und gar analogen, samstäglichen Shopping-Trip – auf jeden und jede dürfte irgendwo dort draußen das passende Paar warten. Es versteckt sich nur unweit vom nächsten Tiefdruckgebiet.

Vorschau:  In der nächsten Woche begeben wir uns auf Trend-Suche für die Frau finden allerhand Kleidsames für Sie in 2014.

Wertheim Village – Ein gallisches Konsumdorf

Als wäre der Sommerschlussverkauf per se nicht alle Jahre wieder Grund zum Jubeln – dem Shopping-Tempel Wertheim Village gelingt da gewissermaßen ein Rabatt-Coup. Satte sechzig Prozent im ganzjährigen SALE! Ein Versprechen, das sich selbst in Kreisen professioneller Wühltischplünderer sehen lassen kann. Eine Adresse für Schnäppchenjäger soll das ominöse Dorf, in dem es statt Tante-Emma-Lädchen und Biobauer laut Webpräsenz über 110 Luxusläden zu finden gibt, neben den namhaften Outletcentern Metzing und Zweibrücken in jedem Falle sein. Meinem Freund und mir kam diese fast schon provokante Offerte, auf die das Wertheim Village dank Sommerschlussverkauf noch zehn weitere Prozent packt, gerade recht, schließlich ist er auf der Suche nach einem preisgünstigen Anzug und ich nach einer Alternative zum ernüchternden Online-Shopping. Die einzige Erwartung, die ich an das rund 50 Autominuten von Frankfurt am Main gelegene Einkaufsdorf stelle, ist die, dort auf annehmbare Outfits zu angenehmen Preisen zu stoßen – idealerweise sollten diese, anders als schon nach kürzester Zeit im Internet, auch in Standardgrößen verfügbar sein und nicht bloß als Restposten für Magermodels und Moppelchen herhalten.

Da die unfreundliche Navigationsgerätstimme im Auto uns zunächst nicht ins Outlet-Mekka, sondern lediglich nach Original-Wertheim fehllotst, vermuten wir dort, an der bayerischen Grenze, zunächst das vermeintliche Konsumparadies. Übel wäre das durchaus nicht, immerhin liegt Wertheim direkt am Wasser und steht jeder niedlichen, kopfsteingepflasterten deutschen Altstadt in Nichts nach. Nur wenig später erreichen wir allerdings endlich DAS Wertheim Village – offenbar ist Dorf hier nicht gleich Dorf – das aufgrund seines pompösen, mit Weintrauben-Logo geschmückten „Ortsschilds“ sogar unser untaugliches Navi kaum verfehlen kann. Gigantisch ist nicht nur die Einfahrt: Auch die Fahrgestelle der vermögenden oder zumindest um jeden Preis nach außen hin vermögend wirken wollenden Konsumenten scheinen auf dem Parkplatz miteinander wetteifern zu wollen. Harder, better, faster, stronger muss wohl das offizielle Motto der Karosserien und vor allem ihrer Besitzer lauten. Die Vermutung bestätigt sich beim Eintritt in diese schöne neue Welt, die für mich amerikanischer nicht sein könnte. Wie in einem stilisierten Disneyland – ohne Fahrgeschäfte, aber dafür mit ganz viel Mode – reihen sich die Warenhäuser aneinander. Eines bietet mehr Auswahl als das andere, man übertrumpft einander in Preis, Aufmachung und Lautstärke der aus den Lautsprechern dröhnenden Pop-Musik. Labels von Rang und Namen geben sich hier die Klinke in die Hand: Vom Trendsetter Nike über Dauerbrenner Hugo Boss bis hin zum Spezialisten wie etwa Seidensticker ist alles vorhanden, was das textilaffine Herz begehrt.

Geldbeutel

Boss und Co.: Markenwahnsinnige sind im Wertheim Village gut aufgehoben. (Foto: T.Gartner)

Schnell kommt Urlaubsfeeling bei demjenigen auf, der eine Weile durch das schier makellose Dorf flaniert ist. Die Straßen sind in den Augen eines Städters und wahrscheinlich selbst für Landeier unnatürlich sauber und mit Restaurants gespickt, deren Speisen und Getränke sich – und das überrascht nur wenig – in ähnlichen Preiskategorien bewegen wie die angebotene Bekleidung. Man muss es ganz deutlich sagen: Outlet-Center ist eben nicht gleich Discounter. Unter den rund 110 Boutiquen wird man H&M oder Zara vergeblich suchen. Entsprechend begegnet man im Wertheim Village auch nur echten Shopping-Touristen, sprich all jenen, die einen ganzen Tag lang dem Konsum fröhnen und sich selbst als gewöhnliche Mittelständische zumindest für kurze Zeit als etwas Besseres fühlen möchten. Immerhin ist hier der Kunde noch tatsächlich König.
Allerdings bedeutet dies noch lange kein königliches SALE-Angebot. Die besten Sachen waren längst vergriffen oder nur noch in Mini-oder und Übergrößen zu bekommen und auch den nahezu perfekt sitzenden Anzug hat mein Freund nicht auf Anhieb gefunden. Vielleicht haben Asterix und Obelix ja im nächsten Sommer mehr Erfolg –ob im Internet oder in einem der anderen gallischen Outlet-Dörfer, in denen man bundesweit Kurzurlaub machen kann.

Vorschau:  In der nächsten Woche geht es um den ältesten Kopfschmuck der Welt – den guten alten Hut.

Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

„Es war einmal ein weiser Mann, der hatte schöne Schuhe an …“ – So oder ähnlich könnte das Märchen von dieser Facebook-Gruppe beginnen, die zweifelsohne zu den nützlicheren Erfindungen zwischen all den Zeitvertreiben im sozialen Netzwerksog gehört. Protagonist in dieser Erfolgsgeschichte: Facebook-Nutzer Sascha SaXer, der es definitiv nicht bloß „for the fame“ getan hat. Seine Person im Hintergrund haltend, lenkt er den Fokus auf das Wesentliche: Den An-und Verkauf von Sneakers. Ein Angebot, das die schuhbesessene Community dankend anzunehmen scheint, betrachtet man einmal den rasanten Zuwachs von Gruppenmitgliedern seit der Gründung in 2009.

In ist, was drin ist: Bereits das Titelbanner, erstellt von einem User, lädt zum Schuh-Shopping ein. (Foto: Sneakermall)

Ich selbst erfuhr eher zufällig von der selbsternannten „buy/sell/ trade“-Plattform. Ein alter Schulkamerad und bekennender Verehrer sportlicher Fußbekleidung hat mich darauf gestoßen, als er erfuhr, dass ich mich seit geraumer Zeit vergebens darum bemühe, meine Nike Air Max endlich via Internet an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Dass sie nicht mehr als brandneues, sondern als getragenes, aber dafür dennoch gut in Schach gehaltenes Paar online gestellt werden sollen, schränkt die Verkaufsmöglichkeiten selbstverständlich ein. Nur gut, dass besagter Kenner mich an die SneakerMall verwies und mir eine kinderleichte Anleitung zum Posten meiner Schmuckstücke direkt mit an die Hand gab.

In der Tat erwies sich das Anbieten meines Artikels vorerst als problemlos: Foto hochladen, Marke, Modell und Preis angeben – und das war’s auch schon fast. Gestutzt habe ich kurz, als es daran ging, den Zustand meines Paares zu definieren. Offenbar vertraut das Konzept hier auf die die ehrliche Einschätzung des Verkäufers, denn es obliegt eben diesem, auf einer Skala von 1 bis 10 seine Schuhe zu bewerten, wobei 10 die Neuwertigkeit der Sneakers markiert und es bereits nach einmaligem Tragen nur noch zu einer 9 reicht. Ich habe meine Air Max im Übrigen mit einer 7 bezeichnet und mich dabei für ungeheuer fair gehalten. Einen Abnehmer habe ich dafür bislang trotzdem nicht gefunden.
Die Schuld dafür gebe ich zum einen dem erschreckend hohen Männeranteil auf der Seite – also bitte! Typen und Turnschuhe, das mag zwar gut zusammenpassen, ist aber heutzutage für die Damen der Schöpfung ebenfalls schwer angesagt – und zum anderen dem Aufbau der Gruppe selbst. Diese nämlich wird, ihrer besagten steigenden Beliebtheit sei Dank, schneller aktualisiert, als man „Nike“ sagen kann. Minutiös werden Bilder von den unterschiedlichen Modellen gepostet, wobei bei aufmerksamen Scrollen auffällig oft der bekannte Nike-Haken auf dem Schuh auftaucht. Die reale Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet mein Paar von einem der 14 580 Mitglieder (Stand: 22.Mai) entdeckt und gewollt wird, rechne ich mir daher als ziemlich gering aus. Einen Hoffnungsschimmer bieten mir dennoch die akurat angelegten Size-Ordner. Hier finden sich sämtliche Angebote der Größe nach sortiert.

Nichtsdestotrotz finde ich Gefallen am bloßen Durchstöbern der Gruppe und bin fasziniert an der ungeheuren Vielfalt an limitierten Modellen, die heutzutage den Markt kräftig aufzumischen scheinen. Andererseits ist es eigentlich kein Wunder, dass die Auswahl so gigantisch ist. Schließlich nutzen Facebook-User auf der ganzen Welt die Sneakermall zum Handel mit ihren Tretern. Dies dürfte auch erklären, wieso sämtliche Texte wie Anleitung oder FAQ ursprünglich auf Englisch verfasst und nur teilweise – und selbst dann noch mit diversen Rechtschreibfehlern gespickt – auf Deutsch hinzugefügt worden sind. Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Gruppe sticht allerdings noch eine weitere Auffälligkeit ins Auge: Ein gewisser Marko Snkrzwrg scheint keine Mühen dabei zu scheuen, sich beinahe täglich um die Aktualisierung einer Art Danksagungsliste mit sämtlichen Nutzern, die sich im Zuge der Kaufabwicklung offenbar positiv bewährt haben, zu kümmern. Das Pendant dazu stellt ein Dokument mit dem trefflichen Namen “Wall of Shame“ dar – hier werden die Namen der schwarzen Schafe gelistet, mit denen man besser nicht ins Geschäft kommen sollte.

Ich werde wahrscheinlich meine Nikes noch einige Male posten müssen, ehe sie auch nur die Aufmerksamkeit irgendeines Nutzers erwecken. Doch da ich als Gruppenmitglied das Recht habe, pro Woche immerhin ein Mal durch das Verfassen eines Kommentars auf meinen Post hinzuweisen, möchte ich weiterhin fest daran glauben, dass auch meine Schuhe eines schönen Tages endlich den Besitzer wechseln. Wer weiß, vielleicht lasse ich mich früher oder später auch einmal selbst zum Kauf eines neuen Paars auf Sneakermall hinreißen. Wenn ich einmal die Zeit dafür aufbringen kann, gezielt nach Sneakers zu suchen, die weder mit horrenden Preisen – Shipping macht dabei einiges aus – ausgeschildert noch überhaupt verfügbar sind. Denn im Gegensatz zu einer echten „Mall“ hat die Sneakermall noch mit einem gravierenden Problem zu kämpfen, das der Adminstrator in seiner Drohung treffend auf den Punkt bringt: PLEASE DELETE YOUR SOLD SHOES! YOU MAY BE KICKED BY AN ADMIN IF NOT! (Bitte löscht eure verkauften Schuhe! Falls nicht, werdet ihr von einem Admin aus der Gruppe gekickt!)

Vorschau:  In der nächsten Woche lernen modische Männer die neuesten Sommertrends für 2013 kennen.