Tierrecht in C-Dur – vegane Musik national und international

Taktvoll: Vegane Musik regt zum Nachdenken an (© Fabian Fellmann / pixelio.de)

Mit Thomas D, Jared Leto, Janet Jackson und Bryan Adams ist die Liste der veganen und gleichzeitig hochkarätigen Interpreten – sowohl national als auch international – lang und breit gefächert. Denn immer mehr Musiker, die sich auf diese Weise ernähren, bekennen sich auch durch ihre Musik dazu. Während einige Künstler mit radikalen Bekenntnissen die Fangemeinde spalten, gründen andere wiederum gleich ein ganzes Restaurant.

Vegan essen im Restaurant von Moby

So zum Beispiel der US-amerikanische Sänger und DJ Moby, der 1999 in Deutschland mit seinem Song „Why does my heart feel so bad?“ große Bekanntheit erlangte. Seit der Eröffnung im November 2015 betreibt der Musiker, der sich für Tierrechte engagiert, das vegane Restaurant „Little Pine“ in Los Angeles. Moby hatte nicht nur bei der Einrichtung, sondern auch bei der Menüauswahl ein Wörtchen mitzureden. Die Gerichte haben mediterrane Einflüsse, die verwendeten Lebensmittel sind vegan und stammen ausschließlich aus ökologischem Anbau. Moby wuchs mit Hunden und Katzen auf. Aus Liebe zu seinen Tieren entschied er sich 1985 im Alter von 19 Jahren dafür, Vegetarier zu werden. Aufgrund der miserablen Zustände in vielen kommerziellen Farmen ernährt er sich seit 1987 vegan. Im Rolling Stone Magazine schrieb Moby über seine Beweggründe für die vegane Ernährung: „Simply so that I could eat and live in accordance with my beliefs that animals have their own lives, that they´re entitled to their own lives and that contributing to animal suffering is something that I don´t want to be a part of.“ (zu Deutsch: „Einfach, damit ich in Übereinstimmung mit meiner Überzeugung, dass Tiere ihr eigenes Leben haben, dass sie ein Recht auf ein eigenes Leben haben, essen und leben konnte, und dass der Beitrag zum Leiden von Tieren etwas ist, von dem ich kein Teil sein möchte.“)

Die Avocado-Farm von Jason Mraz

Auch der US-amerikanische Sänger Jason Mraz isst hauptsächlich vegan. Zu seinen bekanntesten Songs zählen „I´m yours“, „I won´t give up“, „Love someone“ und das gemeinsame Duett „Lucky“ mit Sängerin Colbie Caillat. Dass der Musiker inzwischen veganes Essen bevorzugt, hat mit den Rolling Stones zu tun. Als Mraz vor ein paar Jahren Supportact bei ein paar Konzerten der Band war, beeindruckte ihn deren mittlerweile gesunde Lebensweise nachhaltig und veranlasste ihn wenig später dazu, seine eigene Ernährung umzustellen. Seitdem ist er nicht nur Veganer, sondern betreibt auch eine eigene große Avocado-Farm in der Nähe von San Diego, Kalifornien. Wie wichtig ihm die Wertschätzung der Erde und der ökologische und idealerweise eigene Anbau von Lebensmitteln ist, könnt ihr in seinem Song „Back to the earth“ aus seinem Album „Yes!“ (2014) hören: „Cause my home is where my food is grown.“

Veganismus als Konzept der Band Deadlock

Veganismus: Musik- und Lebensstil zugleich (Foto: T. Gartner)

Auch auf nationalen Bühnen treten immer mehr Interpreten in Erscheinung, die Veganismus nicht nur leben, sondern mit in ihre Musik einfließen lassen. So führen alle fünf Köpfe der 1997 gegründeten Melodic-Death-Metal-Band Deadlock nicht nur einen veganen Lebensstil: Auf ihrem 2008 erschienenen Album „Manifesto“ prangern sie in Liedern wie „The Brave / Agony Applause“, „Deathrace“, „Slaughter’s Palace“ und „Seal Slayer“ die Massentierhaltung und das Töten von Tieren an. Das Album „Bizarro World“, das den Musikern 2011 erstmals eine Chart-Platzierung bescherte, erinnert namentlich nicht zufällig an die Comicfigur Bizarro. Vielmehr seien nach dem Bassisten John Gahlert in einem Interview mit dem Magazin Metal Hammer vielerlei Parallelen zwischen der fiktiven Figurenwelt und der Gegenwart erkennbar: „Es geht darum, wie verdreht vieles auf der Welt ist. Die meisten Leute fressen einfach, was ihnen vorgeworfen wird. Würden sie weiterdenken, würde so manches Lügengebilde schnell einstürzen“. Als Motivation sich auch musikalisch mit den Rechten der Tiere auseinanderzusetzen, gab Gahlert in einem Interview mit dem Magazin All About The Rock an, die Fans zum bewussteren Konsum anregen zu wollen.

Offene Provokation durch Samsas Traum

Das deutschsprachige Musikprojekt Samsas Traum, das 1996 von Alexander Kaschte ins Leben gerufen wurde, bekannte sich durch morbide Plakate für die Tierschutzorganisation PETA mit Motiven der Selbstverstümmelung und Überschriften wie „Fleisch ist (Selbst) Mord“ zum veganen Lebensstil. Die plakative Kritik steht dabei konträr zur eigenen musikalischen Entwicklung, in der sich die Band mit lyrischen und anspruchsvollen Texten einer breiten Themenpalette widmet. Bereits der Bandname, der auf Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ referiert, deutet den literarischen Bezug an. Außerhalb der Musik äußert sich der Bandgründer weniger poetisch denn radikal gegen den Konsum tierischer Güter, indem er in einem Interview mit dem Zillo-Magazin Vegetarier mit Fleischessern auf eine Ebene stellt: „Vegetarier sind Mörder. […] Sie befriedigen ihr Gewissen durch den Verzicht auf Fleisch, konsumieren aber weiterhin Produkte […], die ebenfalls auf den Tod der zur Gewinnung ausgenutzten Tiere hinauslaufen“. Auch Fans werden fundamental zu veganer Ernährung aufgerufen – nicht nur, indem Kaschte auf Konzerten Veganismus-Bücher verkauft und kritische Ansprachen auf DVDs und Hörspiele presst. Kontroverse Diskussionen löste er unter anderem durch die Diffamierung von Fleischkonsumenten auch innerhalb der Fangemeinde aus. So finden sich in „Vegan oder tot“ auf dem 2007 veröffentlichten Akustikalbum „Wenn schwarzer Regen“ bewusst provokante und provozierende Worte: „Ich weiß, dass alles andere als dass Ich esse unnormal, widernatürlich und krank ist und mich anekelt. […]  Ich habe kein Mitleid für Menschen, die an einem Herzinfarkt sterben. Ich habe kein Mitleid für Menschen, die übergewichtig sind.“

KAFKAS machen Punkrock für Tier und Mensch

Kafkas gründeten sich 1995 in Fulda und vertreiben bis heute ihre Alben im hauseigenen Label. In ihren Texten setzen sie sich mit Themen wie Tierrecht und -schutz auseinander, engagieren sich aber auch außerhalb der Musik für Tier- und Umwelt-Organisationen. Inspiration für einige der Lieder bietet dabei das Schwein Paula, das als Mitbewohnerin des Sängers Marcus Kafka betitelt wird. In einem Interview mit Veggy-Post gab dieser an, sowohl als Plattform für „weniger massenkompatible Themen“ zu dienen als auch Anstoß zum Nachdenken zu geben. Mit den Songs „Ich tanze nackt in meinem Zimmer“ und „Für immer“ erreichte die Band größere Bekanntheit, erhielt schließlich für „Klatscht in die Hände“ 2010 Platz 1 der MTV-Charts im Bereich Rockzone. Musikalisch erhebt die Band dabei nicht den moralischen Zeigefinger und befasst sich vielmehr mit subtileren Klängen und viel Eigenironie mit den ernsten Themen der Gesellschaft. Während das Lied „Vegetarier können nicht tanzen“ auf der „Superrocker“-EP aus dem Jahre 2004 humorvoll mit stereotypen Vorwürfen Vegetariern gegenüber spielt, die „immer bleich [sind], denn die essen ja kein Fleisch“, tritt die Kritik in „Non-Human-Justice“ auf der 1996 veröffentlichten „Serotonin“-CD schonungslos zutage: „Your steak on the table, you close your eyes. You ignore. The law is still on your side. But I think it´s time now for a change to stop killing defenceless life.“

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit von Sabrina Holitzner und Gülcin Onat.
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Ausblicke auf den Festivalsommer – Preview der Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“

Weihnachten und Silvester liegen inzwischen hinter uns und mit dem grauen, regnerischen Wetter hat nun vielleicht schon bei dem ein oder anderen der Winterblues eingesetzt. Doch während wir aktuell noch in den dicken Wollpullis und einer kleinen Winterdepression stecken, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf den kommenden Festivalsommer mit einem Preview der Highlights „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ vom 03.-05. Juni 2016 – denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

Dieses Jahr konnten die Veranstalter die Bands „Red Hot Chili Peppers“, „Black Sabbath“, „Volbeat“ und „Tenacious D“ als Headliner für „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ begeistern. Besonders die Zusage des Rock-Duos Kyle Gass und Jack Black wird ihre Fans freuen – denn Tenacious D spielen die einzigen Festivalauftritte 2016 in Deutschland bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ und machen diesen Headliner damit besonders interessant!

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Locken jedes Jahr tausende Besucher an: Die Bands auf den Bühnen der Festivalzwillinge. (Bild: http://www.rock-am-ring.com/media)

Doch auch abseits der be-kanntesten Bands haben die „Festival-Zwillinge“ dieses Jahr einiges zu bieten: Nachdem sich in den letzten Jahren immer mehr Musikstile hinzugesellt haben, steht dieses Jahr der „Rock“ auf dem Ring und im Park mit den Bands „Amon Amarth“, „Billy Talent“, „Bring Me The Horizon“, „Bullet For My Valentine“, „Disturbed“ oder auch „Heaven Shall Burn“, „Korn“ und „Panic! At The Disco“ wieder mehr im Vorder-grund. Dennoch bleibt das Gesamt-programm vielschichtig und abwechslungsreich – sodass so gut wie jeder Festival-Freund in Nürnberg oder Mendig auf seine Kosten kommen sollte. Für die richtige Mischung und die fetten Beats sorgen dabei unter anderem „Alligatoah“, „Fettes Brot“, „Frittenbude“ und „SDP“.

Bands wie „The 1975“, „Biffy Clyro“ und „Of Mice and Men“ runden das vielschichtige Gesamtprogramm ab. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere interessante Bands zu entdecken, das gesamte Line-Up könnt ihr euch hier nochmal anschauen.

Die Zusammenstellung der verschiedenen Bands und Künstler scheint mit dem besten Vorverkaufsstart seit Beginn der Festivals und bereits über 110.000 verkauften Tickets zu überzeugen. Sollte das auch bei euch der Fall sein, seid also lieber schnell – aktuell sind die Karten noch in der 2. Preisstufe für 195 € zu bekommen. Face2Face wird selbstverständlich ebenfalls vor Ort sein und anschließend über eines der Highlights des diesjährigen Festivalsommers berichten.

Meine Arbeit bei Hamburg Records

Der Chef von Universal, einer der größten Plattenfirmen der Welt, sagte einst bei einer Vorlesung an der Popakademie : „ Wenn man einen umfangenden Eindruck gewinnen will, wie die Arbeit bei einem Plattenlabel aussieht, muss man bei einem mittelgroßen oder auch kleinen Label anfangen.“ E ntsprechend diesem Rat habe ich Anfang Mai mein Praktikum bei Hamburg Records gestartet. Hamburg Records ist kein reines Label. Es ist gegliedert in drei Kategorien:

Mit viel Engagement zum Erfolg: Hamburg Records lebt die Musik seit über zehn Jahren (Foto: Hamburg Records)

Mit viel Engagement zum Erfolg: Hamburg Records lebt die Musik seit über zehn Jahren (Foto: Hamburg Records)

Management, Onlineshop und Shirtagentur. Alles zusammen wird geleitet vom Mitglied der Band Pyogenesis“ Flo v. Schwarz. Insgesamt sind wir – mich eingerechnet – sechs Mitarbeiter. Die Menschen, die hinter dem Namen Hamburg Records stehen sind nicht nur alt eingesessene Musiker. Es sind ganz normale Menschen mit einem Traum und Freude an der Arbeit. Diverse Band werden von Hamburg Records vertreten, bespielsweise die Punk Band ZSK. Der Alltag bei Hamburg Records lät sich mit jedem anderen Job vergleichen: Man geht morgens ins Büro, checkt die Mails, bespricht, was erledigt werden muss, und macht sich an die Arbeit. Die Managementaufgaben übernimmt Flo v. Schwarz . Er unterhält sich mit den Künstlern, macht das Booking und plant ausgiebig die Touren während er sich um neue, wichtige Kontakte für die jeweiligen Bands kümmert. Die Säulen des Managements sind der Online Shop , wo unter anderem das Merchandising der Band Bloodhound Gang vertrieben wird, und die Shirtagentur. Die Kunden rufen an und wir beraten sie im Detail darüber, wie sie am besten und kostengünstigsten ihre Wunschtextilien bedrucken lassen können. Wenn man es plump ausdrücken wollte, könnte man behaupten, dass es ein reiner Bürojob ist, doch es ist eine Arbeit, bei der man als Anfänger vieles fürs Leben lernt. Man bekommt einen Einblick in die Welt des Handels, in verschiedene Programme und Arbeitsprozesse. Jeder, der engagiert genug ist, kann bei Hamburg Records ein Praktikum machen. Die Chefs sind nett und die Arbeit ist zwar manchmal anstrengend, zum Beispiel wenn ein Release ansteht und man über 800 Vorbestellungen hat, die verschickt werden wollen, aber sehr lehrreich. Hamburg Records gibt es bereits seit über zehn Jahren in Hamburg. Spezialisiert ist das Label auf Punk und Metalbands. Der Service dort ist auf dem Boden geblieben, persönlich und voller Charme. Es ist ein Label mit viel Herzblut, Schweiß und guten Ergebnissen. Wer weitere Infos über das Label möchte, geht am besten auf die Homepage und informiert sich ausgiebig.

 

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Review des Mannheimer „Maifield Derby“.

 

Hamburg – die schönste Stadt der Welt

In der Bar Roadrunners mit Freunden: So macht Hamburg am meisten Spaß (Foto: Güngör)

Wenn man in Deutschland Menschen fragt, welche Stadt die schönste ist, bekommt man laut der Bewohner und Besucher, nicht Berlin als Antwort, sondern Hamburg.

Und man kann sagen, es stimmt. Hamburg ist wahrhaftig schöner als Berlin, es ist wie eine größere Kleinstadt, die Menschen sind herzlich und trotz dessen, das man in einer Metropole Deutschlands ist, hat man das Gefühl Teil einer großen Familie zu sein.

Gerade als Nicht-Bewohnerin Hamburgs kann man das gut beurteilen und Vergleiche mit anderen Städten ziehen.

Was man aber immer als Nicht-Hamburger und Hamburger wissen und beachten sollte: Hamburg ist nie wie eine andere Stadt – alle anderen Städte sind wie Hamburg. Unter der ganzen Freundlichkeit der Anwohner existiert ein großes, stolzes Herz, das nur für Hamburg schlägt. Hamburg hat einen wunderschönen Hafen, eine wunderschöne Shoppingmeile, wunderschöne Viertel und das Wichtigste: eine sehr vielfältige Partyszene.

Ganz klar, überdeutlich und wirklich groß vertreten ist die Rock-Szene in Hamburg.

Punk, Metal, Hardcore, Indie und alles, was die Gitarre zur Extase bringen kann, ist vertreten. Und als wirklich sehr verrücktes Pendant dazu ist die Goa-Szene sehr umfangreich..

Wenn man Hamburg im Fernsehen zu Gesicht bekommt, sieht man immer nur die Reeperbahn mit betrunkenen Jugendlichen und pöbelnden Randalierern, die von der Polizei niedergestreckt werden. Ein klein wenig stimmt das auch, aber das liegt nicht daran, dass es Hamburger sind, sondern weil die meisten Männer grundsätzlich auf einem Teppich aus Alkohol und Testosteron schweben und nichts mehr wahrnehmen außer ihre eigene Stimme im Kopf die ihnen befehlt männlich zu sein. Das ist aber eben nur die eine Seite und die gibt es wohl in so ziemlich jeder größeren Stadt auf dieser großen, weiten Welt.

Beim Streifzug durch Hamburg habe ich einiges zu Gesicht bekommen und war mit allem glücklich und zufrieden. Hamburg besteht nicht nur aus der Reeperbahn, was ich sehr interessant und vor allem faszinierend fand. Beim ersten Besuch in dieser tollen Stadt, kam es einem Kulturschock gleich, doch der Schock legte sich schnell. Das Angebot ist wirklich sehr vielfältig. Während die Touristen ganz klassisch nach dem nächsten Club Ausschau halten, pflegen die Hamburger selbst eine sehr starke Bar- und Konzertkultur. Natürlich gibt es genug Clubs – doch dazu mehr später.

Es gibt eines, was man in Hamburg definitiv erleben kann: Eine lange und wilde Nacht.

Man muss nicht mal richtig danach suchen. Wunderschöne und günstige Bars findet man überall, doch vor allem auf der Schanze. Das Goldfischglas ist eine Bar unter vielen, eine Möglichkeit von hunderten die Nacht zu beginnen. Im Kiez selber gibt es die Cobrabar, eine kleine aber sehr coole Punkerkneipe in einer Gegend, die von den Hells Angels „regiert“ wird. Dort gibt es sehr gute klassische Punkmusik, geschmackvolles gutes Bier und unglaublich nette und was weitaus beeindruckender ist: aufgeschlossene Menschen. Lange bleibt man in so einer Stadt nicht alleine – das garantiere ich.

Auf der Reeperbahn selbst gibt es viele Bars, doch vom Typ sind sie alle gleich: Nur für Touristen, mit überteuerten Preisen und schlechter Musik, doch wenn man es mal schafft die kurze Straße des „Grauens“ hinter sich zu lassen, findet man schnell wieder den Weg in eine Welt, die besser ist.

Abseits von Prostitution und Schlagermusik, gibt es Bars, die wieder Stimmung machen, wie zum Beispiel das Roadrunners. Die Bar ist winzig, aber die Musik dröhnt aus allen Boxen, von Oldschool HipHop bis hartem Elektro und seichtem Rock `n´ Roll ist alles vertreten, garniert mit sehr freundlichen und attraktiven Barmännern und einem gemischten aber wildem Publikum. Man kann sagen: Hamburg ist perfekt für eine gepflegte Kneipentour.

Auch das Gängeviertel hat einiges zu bieten, vor allem kleine Clubs und viele Livekonzerte findet man dort. Natürlich gibt es die Standardadressen wie die Große Freiheit oder die Docks aber in kleinen Livebars und Clubs sind Konzerte immer besser. Der beste Tag zum Feiern hier ist Donnerstag. Warum das so ist, ist mir selbst nicht ganz schlüssig, aber jede Stadt hat seinen eigenen Rhythmus und so ist Donnerstag der Partytag in Hamburg. Eine Freundin sagte mir: „So ziemlich jede Band versucht Hamburg als Veranstaltungsort mitzunehmen, nicht mal nach Berlin wollen die Musiker so oft, weil es hier einfach besser ist!“

Sie hat recht. Unter den vielen Musikerfischen, die sich im Hamburger Hafen tummeln, gibt es sehr viele Talente, die gefördert werden und sich gegenseitig unterstützen. Das ist es, was Hamburg zu einer so besonderen Stadt macht.

Jede Stadt hat seine Vor- und Nachteile. So auch Hamburg: Die Bar- und Liveclubkultur ist hier überwältigend, doch die allgemeine Clubkultur macht eher rar. Doch habe ich eine Rarität in dieser großen Stadt gefunden: Das Hafenklang. Es ist ein Club, ein Konzertsaal, eine Bar, es ist alles und nichts. Dort findet man dreckige und wilde Dubstep- und Drum n Bass-Partys, sowie gechillte Oldschool Reggea-Partys und Swing vom feinsten. Für größere Elektropartys gibt es das Edelfettwerk, wo kommende Woche die Djs Dada Life sind und die Hütte abreisen werden, und natürlich wieder ganz klassisch der Club Übel und Gefährlich – sehr beliebt und eines der vielen und wenigen „Urgesteine“ hier.

Wie bereits erwähnt, ist neben der großen und gemeinschaftlichen Rock Szene auch Goa stark vertreten in Hamburg.

Wer einmal in Hamburg war, kommt immer wieder, kommt immer gerne und bleibt irgendwann für immer.

Mehr über die Hamburger Musik-Szene lest ihr in unserer dreiteiligen Serie Music made in Hamburg. HIER geht´s zu Teil I.

Vorschau: Kommenden Samstag findet ihr an dieser Stelle ein Interview mit den Organisatoren des WIR Festivals.

Beatboxer „Fii“ auf Promotour in Mannheim

Mit voller Leidenschaft dabei: Beatboxer "Fii" im Fitzgeralds Irish Pub in Mannheim(Foto:"Evergreen Entertainment")

Er kommt aus Österreich, ist Beatboxer und begeisterte mit seiner Kunst bereits in Shows wie „X-Factor“ und „Supertalent“ das Publikum: „Fii“. Zur Zeit ist er mit „Evergreen Entertainment“ in Mannheim unterwegs, um sein aktuelles Album „VoxBox“ zu promoten.

Angefangen hat „Fii“ als Sänger im Chor und durchwanderte, wie jeder Musikbegeisterte und Musiker, verschiedene Phasen bis er beim Beatboxen ankam. Metal hat er gemacht, HipHop und Industrial Techno, doch das „Einfache“ hat ihn dann am Ende gereizt. Mit seinem Loopgerät* ( Ein Loopgerät ist ein Gerät, mit dem man mehrere Tonspuren live aufnehmen und abspeichern kann, um sie dann gleichzeitig abzuspielen. So entsteht ein Beat) macht er seine Musik komplett live. Er ist sein eigener Manager, betreibt selbstständig sein Plattenlabel und bis vor kurzem war er auch sein eigener Booker. Mit diesem „Do-it-Yourself“-Prinzip ist er sehr erfolgreich: Monatelange Touren und der Zuspruch der Öffentlichkeit, wie dem österreichischen Fernsehen, dem Musikpreis, „ X-Factor“ und „Supertalent“, sind der eindeutige Beweis.

„Fii“ selbst ist ein sehr bodenständiger Mann, sehr zurückhaltend, nett und bescheiden, dabei sehr kompetent und er weiß, was er will. Eine gute Eigenschaft in diesem Business und der Zuspruch der Fans zeigt auch, dass das der richtige Weg für ihn ist.

„Ich möchte die Zuhörer zur ursprünglichen Musik führen. Am Anfang sind sie alle noch auf die Texte fixiert und dann bringe ich sie wieder langsam zum Beat und zum Beatboxen und es kommt einfach gut an.“ erzählt er im Interview. Das hat man auch an der „Kurpfalz Realschule und Gymnasium“ in Mannheim gemerkt. Am Donnerstag 9. Februar waren 80 Schüler verschiedenen Alters da und haben gespannt den Worten von „Fii“ gelauscht. Er beantwortete Fragen und brachte den jungen Menschen einige Tricks und Übungen bei. „Fii“ sagte im Nachhinein: „Es hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich habe das schon öfter gemacht, aber dann auch immer nur klassenweise, so viele Schüler hatte ich noch nie, aber sie haben alle interessiert mitgemacht und das fand ich gut.“ Man erwartet doch bei so vielen Jugendlichen auf einem Fleck Unruhe, doch die Musik war faszinierend und begeisterte. Die nächste Station an diesem Tag ist der Irish Pub „Fitzgeralds“ in U5 in Mannheim. Ein kleines, sehr gemütliches Pub, mit lockeren Geschäftsführern und allgemein sehr ausgelassener Stimmung.

„Ich trete die meiste Zeit in Pubs, Clubs und großen Diskotheken auf, da kommt meine Musik sehr gut an, weil die Menschen es einfach schätzen, wenn jemand Stimmung macht. Aber mein großer Traum ist es einmal auf einem großen Festival zu spielen“, sagt „Fii“ im Interview mit einem gewissen Strahlen in seinen Augen. Doch egal ob nun Großraumdisko, Fernsehen, Pub oder Festival, die Musik von „Fii“ ist großartig. Die Texte, die Beats und die allgemeine Stimmung und Vielfältigkeit zeigen alles in allem wie offen ein Musiker sein kann und wie man sich gekonnt aus einer Schublade in die Herzen der Musikfans beatboxt. Zu seinen weiteren Plänen sagt „Fii“: „Zurzeit arbeite ich an meinem neuen Album, einige Songs sind schon fertig, andere noch am entstehen. Das ist bei mir immer ein langer Prozess, was daran liegt, dass ich ein Perfektionist bin. Ansonsten wünsche ich mir für 2012 und allgemein die Zukunft, dass es noch besser für mich laufen wird und dass ich die Leute mit meiner Musik begeistern kann.“

Aktuelle Gewinnspiele:
Das „Kraftclub“-Gewinnspiel, bei dem ihr zwei Autogrammkarten gewinnen könnt, wird bis Mittwoch, 28. März verlängert. HIER gibt´s die Infos.
Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Vorschau: Und kommenden Samstag gibt’s an dieser Stelle ein Interview mit dem Schlagerstar „Laura Wilde“.

Backstage bei: Awry Axle

(Foto: awryaxle.de)

Mit der Serie „Backstage bei…“ werdet ihr regelmäßig über Bands aus der Region informiert, die kurz vor einem Auftritt stehen oder sich nach dem Konzert Zeit nehmen für ein Gespräch.
Heute stelle ich euch Awry Axle aus Speyer vor. Am vergangenen Halloween-Sonntag trat die Band beim Hard ‘N’ Heavy- Konzert in der Schifferstadter Rockkneipe „Kwetsch“ auf. Kurz vor dem bevorstehenden Soundcheck nahm sich die Band Zeit für einen Dialog mit uns.

Face2Face: Habt ihr vor euren Auftritten spezielle Rituale, die ihr praktiziert?
Awry Axle: Spezielle Rituale nicht. Wir klopfen uns gegenseitig herzlich auf die Schulter und gehen dann geschlossen auf die Bühne.

Face2Face: Wie läuft der Soundcheck bei euch genau ab?
Awry Axle: Der Soundcheck wird von uns persönlich durchgeführt. Wir spielen dann meistens zum Warmwerden von „Judas Priest – Breaking In The Law“

Face2Face: Könntet ihr euch vorstellen einmal im Vorprogramm von „Judas Priest“ zu spielen?
Awry Axle: Das würden wir definitiv sehr gerne tun. Mit dieser Band können sich alle Band-Mitglieder identifizieren. Aber auch Größen wie „AC/DC“, „Scorpions“ oder „Iron Maiden“ wären schön.

Face2Face: Wie wählt ihr die Songs auf eurer Playlist aus? Gibt es dafür ein bestimmtes Schema, nach dem ihr vorgeht, dass ihr beispielsweise auf das Klientel des Publikums eingeht?
Awry Axle: Die Playlist für den bevorstehenden Auftritt wird kurzfristig von uns zusammengestellt. Eine bunte Mischung aus Rock- und Metallklassikern der 80er und 90er Jahre. Aber auch aktuellere Titel nehmen wir mit dazu. Wir machen da unser Ding. Einfach Hard ‘N’ Heavy!

Face2Face: Wie ich sehen ist das Publikum hier überwiegend schwarz angezogen. Habt ihr ein Bühnenoutfit?
Awry Axle: Ein spezielles Outfit haben wir nicht. Bei uns ist die Farbe schwarz ebenfalls führend – so kommen der Charakter und das Gesicht jedes Einzelnen besser zur Geltung.

Face2Face: Habt ihr einen sogenannten Bandleader in der Band?
Awry Axle: Die Band selbst ist der Bandleader. Unser Sänger Sven gibt meist den Ton an. Er ist unser „Sprachrohr“.

Das nächstes Mal könnt ihr Awry Axle am 11. Dezember 2010, beim „X-Mas Rock“ in Böhl-Iggelheim live erleben. Die Face2Face-Musikredaktion wünscht euch dabei viel Spaß.

Kontaktdaten Awry Axle:
Thorsten Kalbhenn (Drummer): 06232 – 49 73 62
Sven Mnich (Sänger): 0170 – 45 12 89 4
E-Mail: info@awryaxle.de
Homepage: www.awryaxle.de