Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

DVD Review: Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?

Wenn einen nichts glücklicher macht, als der Geruch von nassen Hahn und Kondensmilch mit Zucker, dann kann auch nur Braun deine Lieblingsfarbe sein. Braun wie das kackafarbene Muttermal auf der Stirn von Mary Daisy Dinkle, der achtjährigen Hauptfigur von Adam Elliots filmischen Briefroman „Mary und Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ (2009).

Denn wenn die kleine Australierin mit dem vierundvierzigjährigen atheistischen Juden, New Yorker und Asperger-Patienten Max schreibt, fließt Komisches, Tragisches, Rührendes und Bizarres in einen Briefwechsel, der geprägt ist von einem Unverständnis für die seltsame Welt dort draußen.

Und bizarr ist sie allerdings, nicht nur in Elliots Bildern, die ganz aus Knete geformt und animiert wurden – allerdings aus Knete, die aussieht, als habe sie viel zu lange ganz hinten im Schrank gemodert und sei erst letztens aus dem Bio-Müll zwischen altem Gemüse und Eigelb hervorgeholt worden. Gelb, grau, braun, beige ist Marys Welt und Max sieht sein Leben nahezu ganz schwarz-weiß. Es ist eine Feier des Trüben, des etwas Ekligen und der Tristesse – eine Welt in der rammelnde Hunde und Unterhosenaufnahmen dazugehören. Aber auch eine Welt, in der Mary sich ihre Lieblingsfernsehhelden aus Restaurantabfällen und Chipstüten nachbastelt und die leicht verrückten Menschen es sind, die die Welt liebenswert erhalten.

Dieser Wille zum komisch-schrägen-schönen Leben zieht sich durch den ganzen Film und ist manchmal auch das Einzige, was der geballten Seltsamkeit dort draußen gegenübersteht. Alkoholiker, Folteropfer, Massenmörder, Weightwatchers – sie alle betreten und verlassen rasch in das Leben der beiden Hauptfiguren, nie aber, ohne entweder zum Schreien komisch oder tragisch gewesen zu sein. Dazu gehören auch Tode jedweder Art, ob Haustier, Opa, Mutter, oder … mehr sei hier nicht verraten. Immer gilt das Ritual als dramaturgische Prämisse, nach dem Max seine Kindheitsbiographie beschreibt: „Mein Vater ließ uns in einem Kibbuz sitzen, als ich 6 war. Als ich 8 war, erschoss sich meine Mutter mit der Pistole meines Onkels. Magst du Schokoriegel?“ Das Schöne folgt dem Schrecklichen, unweigerlich.

Überhaupt der Text: Dürre Worte gegen die Gebrauchtknete-Wunderwelt – eigentlich eine aussichtlose Kombination. Umso erstaunlicher, wie nahtlos sich Bild und Text ergänzen, wie passgenau jeder Satz und Gag sitzt. Dazu tragen nicht zuletzt die wunderbaren Sprecher der deutschen Version bei. Genervt von hunderten schlechten Kinderschauspielern, kann man sich in Valentina Bonalanas niedliche Stimme als deutsche Mary einfach nur verlieben, ob sie jetzt von Babys aus Bierflaschen oder von Kriegsgräueln erzählt. Im Kontrast perfekt, ist die knarzig-rauhe Stimme von Helmut Krauss, alias Max.

Der größte Verdienst der Films ist aber zweifellos, dass er sich nicht auf seinen Qualitäten ausruht. Dass Elliot absurde Figuren und Bilder kann, hat er schon mit seinem Oscar-prämierten Kurzfilm „Harvie Krumpet“ bewiesen (der ebenfalls auf der sehr gelungenen DVD-Fassung zu finden ist). Doch „Mary und Max“ ist nie nur simple Aneinanderreihung von Gags. Erzählt wird die rührend wahre Geschichte einer Freundschaft zweier sehr verschiedener Menschen, und wie diese ihrer beider Leben (und auch ein bisschen die Welt) verändert. Tragik und Komik mischen sich hier so nahtlos, dass man manchmal nicht weiß, ob man noch weint, oder schon lacht. Und niemals hat ein Film einem mehr das Gefühl gegeben, dass die Welt der Außenseiter, der einsamen Kinder, der ewigen Patienten, der chronischen Stehaufmännchen zwar die traurigere, aber vielleicht auch die bessere, wahrere Welt ist.

Fazit: Wer sich diesen Film anschaut, ohne zumindest heimlich ein Tränchen zu vergießen, ist schon ein ziemlich harter Hund.

Oh, du heiliger Kommerz – Weihnachten 2013

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Berichten Face2Face von ihrem ganz persönlichen Weihnachtsfest 2013 (von links): Denise Feistle, Max Schröder, Karolina Lesna, Florian Reitmeister, Dennis Ladogana und Gülcin Onat (Fotos: privat)

Alle Jahre wieder: Die Frage nach den passenden Geschenken, nach leckeren Gerichten, nach der geeigneten Location. Der Abend, an dem Jesus Christus geboren wurde, ist vielen „heilig“, denn es ist das Fest der Familie, der Freunde. Was steht jedoch im Vordergrund? Die religiöse Überzeugung oder doch eher das neue Smartphone? Wie und vor allem warum wird Weihnachten heutzutage gefeiert? Wir haben nachgefragt.

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

Weihnachten und Kaufrausch: Zwei Dinge, die für viele zusammengehören (Foto: Thommy Weiss / pixelio.de)

„Als ich ein Kind war, hatte Weihnachten eine magische Bedeutung für mich, da das Christkind die Geschenke brachte“, erzählt Denise Feistle. Nach wie vor freut sich die 25-jährige Polizistin auch heute noch auf Heiligabend: „Ich liebe Überraschungen und freue mich, wenn ich meinen Liebsten eine Freude bereiten kann“, lässt uns die Beamtin wissen. Mit religiöser Überzeugung habe das allerdings nichts zu tun: Nach eigener Aussage feiert die 25-Jährige Heiligabend aus reiner Tradition. Dass Weihnachten oft mit Kaufrausch und Geschenken in Verbindung gebracht wird, schmälere ihre Vorfreude auf das Fest nicht im Geringsten. Kommerz habe allerdings auch bei ihr Grenzen: „Ein absolutes No-Go an Weihnachten ist, kurz vorher noch die Geschenke zu besorgen“, sagt Denise. Heiligabend verbringe sie mit ihrem Partner und ihrer Familie, wo Fleisch-Fondue mit leckeren Beilagen auf sie warten werde.

Auch für den 28-jährigen Max Schröder hat sich das Weihnachtsfest gewandelt: „Heute ist Weihnachten viel stressiger und schneller vorbei als früher“, berichtet uns der Studierende. Vor allem die Vorbereitungen und die ewige Geschenkesucherei setzen ihn unter Stress. Vielleicht könne man den Kommerz etwas ausblenden und sich dafür mehr an der Gemeinschaft erfreuen, überlegt Max, der Weihnachten ohne jeglichen religiösen Hintergrund feiert. Dieses Jahr verschenke er vor allem Gutscheine sowie Spielsachen und lasse sich überraschen, was es Gutes zu Essen gibt.

„Meine Eltern sind katholisch. Weihnachten ist mehr als nur reine Tradition für sie“, erklärt Karolina Lesna. Mit ihrer Familie feiere sie jedes Jahr Weihnachten. Die 22-jährige Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege zelebriere Heiligabend jedoch nur traditionsbedingt. In die Kirche gehe sie trotzdem, das gehöre für sie zur Tradition. Gibt es denn etwas, was an Heiligabend nicht fehlen darf? Karolina hat da genaue Vorstellungen: „Die traditionelle polnische Rote-Beete-Suppe und natürlich die Familie.“ Der Vorbereitungsstress raube dem Fest aber meist die eigentliche Vorfreude. Überfüllte Läden tragen ihr Übriges dazu bei. „Als Kind war ich immer sehr aufgeregt und habe mich wahnsinnig gefreut“, schwelgt Karolina in Erinnerungen. Die Erledigungen, die sie heute lange vor Weinachten mache, schmälern oftmals die eigentliche weihnachtliche Vorfreude.

„Also ich feiere in jedem Jahr mit meiner Familie“, erzählt Florian Reitmeister (24), „ich würde sagen, das Weihnachtsfest ist für mich eher die Gewohnheit und die Tradition. Ich bin nicht der Mensch, der regelmäßig in die Kirche geht, aber an Weihnachten gehe ich auch ab und zu mit.“ Ein Muss für den Touristikkaufmann ist die Bescherung – „ich liebe Geschenke!“ Sein bestes Weihnachtsgeschenk sei eine Spiderman-Figur gewesen, die er bekam, als er noch kleiner war. Auch an diverse Weihnachtserlebnisse erinnert sich Florian lebhaft: „Am langweiligsten fand ich es, immer um 16 Uhr zu essen und dann bis 20 Uhr auf die Bescherung zu warten. Lustig dagegen war es, als meine kleine Cousine meinem Vater den Weihnachtsmannbart runter gezogen hat und ihn quasi entlarvte. Weniger amüsant – zumindest für mich – war das Weihnachtsfest, an dem ich vergaß, die Zahnstocher aus meinen Rouladen zu entfernen.“
Gutscheine, Blumen und Parfüm seien einige der Dinge, die er dieses Jahr verschenke. Das größte Geschenk für ihn sei es hingegen, Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen, „denn Weihnachten ist wie geschaffen dafür.“

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

Besinnliche Stimmung: Der Weihnachtsbaum wartet darauf, dass Geschenke unter ihm platziert werden oder aber eine Katze hineinspringt (Foto: Alexandra H. / pixelio.de)

„Ich denke, es gibt auch andere Tage im Jahr, an denen ich mit meiner Familie am Tisch sitzen und zusammen feiern kann“, findet dagegen Dennis Ladogana (26). Von Weihnachten hält er wenig: „Ich würde es abschaffen, weil es einfach so kommerziell ist.“ Wenigstens ein Weihnachtserlebnis wird dem DJ und Barkeeper aber sicher noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben, nämlich als die Katze in den Weihnachtsbaum hineinsprang und der Baum auf den Boden krachte, wie er lachend erzählt.
Heiligabend verbringe er zuerst beim Essen mit seiner Familie – „was es dieses Jahr zu essen gibt, weiß nur Mutti“. Danach geht es zum Feiern mit den Freunden. Ein absolutes No-Go sei es, nicht mit der Familie zu feiern oder über die Weihnachtszeit in den Urlaub zu gehen, findet Dennis. Eine Reise nach Ägypten zum Hai tauchen sei das Ausgefallenste gewesen, was er bisher geschenkt bekommen habe. Mit einem DVD-Recorder für seinen Vater und einem Friseur- und Maniküre-Gutschein für seine Mutter möchte er in diesem Jahr für strahlende Augen unter dem Weihnachtsbaum sorgen.

Ein ganz besonderes Weihnachtsfest verbringt dieses Jahr Face2Face-Mitarbeiterin Gülcin Onat (23) – es wird ihr allererstes sein. „Da mein Freund und ich das Neujahr in Berlin, dafür das Weihnachtsfest aber bei ihm verbringen, hat er mich in sein familiäres Fest mit eingeschleust“, erzählt sie. Da sie aus einer muslimischen Familie kommt, hat sie bisher statt Weihnachten das Zuckerfest gefeiert. Dieses sei neben dem Opferfest das wichtigste islamische Fest und beende die Fastenzeit, erklärt die Studentin. „Das Zuckerfest soll dazu dienen, vergangene Streitigkeiten und Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen und wieder Frieden und Freundschaft herzustellen. An diesem Tag werden Familien und Freunde kontaktiert, besucht und es wird zusammen herzlich gefeiert. Dabei ist es Tradition, dass die jüngeren Verwandten die älteren besuchen“, erzählt sie, „Kinder bekommen von allen Seiten kleine (Geld-)Geschenke und Süßigkeiten. Generell stehen Süßspeisen wie Baklava oder Lokum, die auch als Gastgeschenke mitgebracht werden, beim Zuckerfest hoch im Kurs – daher auch der Name des Festes.“
An ihrem ersten Weihnachtsfest freue sie sich besonders auf die Bescherung: „Zwar ist es nichts Neues, wenn zu Geburtstagen jemand Geschenke bekommt oder zu kulturellen Feiertagen mehrere Kinder beschenkt werden – dass aber alle auf einmal beschenkt werden und mit dem Auspacken beschäftigt sind, ist quasi Neuland für mich.“ Aber auch auf die harmonische Atmosphäre, wenn alle zusammen Lieder singen und die Weihnachtsgeschichte vorlesen, sei sie sehr gespannt.

 Vorschau: Nächste Woche Dienstag wird im Panorama auf das neue Jahr angestoßen. Von uns gibt es fünf Tipps, um Desaster an Silvester zu vermeiden. Wie Gülcins allererstes Weihnachtsfest war, lest ihr dann am Dienstag, 07. Januar an gewohnter Stelle.