Der Wolf und die achtzig Jahre

Mahnende Erinnerung:Haben wir achtzig Jahre nach Auschwitz so wenig dazu gelernt? (©Kevin Krüger / pixelio.de)

Mahnende Erinnerung:Haben wir achtzig Jahre nach Auschwitz so wenig dazu gelernt? (©Kevin Krüger / pixelio.de)

Am vergangenen Sonntag liefen in Ludwigshafen am Rhein etwa 500 rechte Demonstranten, darunter Hooligans, Neonazis und andere üble Gesellen auf. Ihnen stellten sich 3000 Gegendemonstranten entgegen und riefen zum Fest der Kulturen, Ludwigshafen ist bunt nicht braun. Es gab Gepöbel, 1300 Polizisten waren im Einsatz, Ausschreitungen und Festnahmen, mitgebrachte Steine, eine lange Liste. Und ich frage mich, muss das sein?

Im Januar 2015 jährte sich zum achtzigsten Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die alliierten Streitkräfte. Hunderte Menschen hatten dort unschuldig ihr Leben gelassen, für einen Glauben, eine Kultur, eine vorgeworfene Andersartigkeit. Die letzten Zeitzeugen jener Tage sind alt geworden, die Enkelgeneration, meine Generation, kennt kaum noch authentische Berichte. Wir vergessen, nicht die Geschichte, die Zahlen und Fakten, aber die Geschichten, die Namen, die Tränen. Und wie wir uns noch immer schämen, dass unsere Groß- und Urgroßeltern diese Schrecken mit möglich gemacht haben, gilt meine Scham auch denen, die glauben, von den Schatten der Vergangenheit losgelöst zu sein.

Was steckt dahinter? Kaum ein Kritiker hat hinter den Schleier des Islam geblickt (©Ferdinand Lacour / pixelio.de)

Was steckt dahinter? Kaum ein Kritiker hat hinter den Schleier des Islam geblickt (©Ferdinand Lacour / pixelio.de)

Noch im Januar meinte eine Gruppe, unser Land müsse eine sogenannte Islamisierung fürchten. Tatsächlich ging es um ihre Furcht vor der Andersartigkeit, vor Neuem, der sie ein Gesicht geben wollten. Dass es „den Islam“ nicht gibt, weil die unterschiedlichen Glaubensrichtungen oft auseinandergehen, und viele ihren islamischen Glauben ebenso säkularisiert leben, wie auch viele Christen, wollte keiner hören. Dass ein Mensch nicht aufgrund seines Glaubens und seiner Kultur – beides im Übrigen Merkmale, in die jeder hineingeboren wird – verurteilt werden darf, wollte auch niemand wissen. Trauriger Weise hat sich wohl in den achtzig Jahren seit Auschwitz doch nicht so viel getan. Auch Parteien, die Menschen aus anderen Ländern von vorneherein verurteilen und eine Gefahr in der europäischen Einheit sehen, sind auf dem Vormarsch.

Mich erschreckt es immer wieder, wenn ich Leute sehe, die protestieren, dass unser Land bereit ist, anderen zu helfen. Solche, die Asylbewerber und Flüchtlinge, Menschen, die alles verloren haben und sich selbst neu finden müssen, beschimpfen und ihnen das mitleidige Dach über dem Kopf nicht gönnen würden wohl auch ihrem Nachbar die Tür vor der Nase zuschlagen, wenn dessen Haus abgebrannt ist. Dass jeder die Verantwortung für die Menschheit mitträgt, ist bei ihnen noch nicht angekommen.

Angst vor dem Anderen - sie steckt in uns und führt zu Ausgrenzung (©Wilhelmine Wulff / pixelio.de)

Angst vor dem Anderen – sie steckt in uns und führt zu Ausgrenzung (©Wilhelmine Wulff / pixelio.de)

Die Wahrheit ist, jeder Mensch ist gerne ein Egoist und nur auf die eigenen Vorteile bedacht. Jeder hat Angst vor Neuem und anderen, denkt gerne in Schubladen, trifft Meinungen, ohne vorher zu wissen, worüber überhaupt. Das liegt leider in unserer Natur. Es kann uns schützen. Aber in der Form, in der wir es heute wieder erleben, in der Form, die vor über achtzig Jahren zum zweiten Weltkrieg und dem Holocaust geführt hat, in der Form, in der fast überall auf der Welt schon Völkermorde verübt wurden, führt es nur dazu, dass Menschen Menschen ausrotten. Getreu Hobbes „homo homini lupus est“ (der Mensch ist des Menschen Wolf). Doch der Philosoph meinte einen vorstaatlichen Naturzustand, eine Form, die wir eigentlich überschritten haben sollten. Erst recht achtzig Jahre nach Auschwitz.

Vorschau: Nächste Woche will Anna die Welt im Kleinen verändern mit sozialem Engagement.

„Ludwigshafen ist bunt“

In vielen deutschen Großstädten lockt „PEGIDA“, die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ die Menschen auf die Straße. Die Unzufriedenen äußern – vor allem auf ihren Montagsdemonstrationen – ihren Unmut über den Einfluss der muslimischen Kultur, über Flüchtlinge, über die deutsche Politik. Doch in der Metropolregion Rhein-Neckar will es der Bewegung nicht gelingen, Fuß zu fassen.

So waren es – nach Veranstalterangaben – 12.000 Demonstranten, die es Samstag, den 17. Februar 2015, auf die Straße trieb. Die Botschaft hieß: „Mannheim sagt ja! Flüchtlinge willkommen – für Vielfalt statt Hass und Angst!“. Die Demonstranten zogen von der Universität Mannheim durch die Innenstadt bis zur Alten Feuerwache, wo die Demonstration in einer Kundgebung enden sollte. Neben Vertretern verschiedener Organisationen sprach auch der Mannheimer Oberbürgermeister vor den Versammelten. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein großes Kulturfest.

Gemeinsam gegen rechts: Geschlossen und mit Bengalos ausgestattet ziehen Anhänger der Antifa über die Rheinbrücke nach Ludwigshafen (Foto: Glaser)

Gemeinsam gegen rechts: Geschlossen und mit Bengalos ausgestattet ziehen Anhänger der Antifa über die Rheinbrücke nach Ludwigshafen (Foto: Glaser)

Damit hatte Mannheim ein klares Zeichen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Trotz dieser eindeutigen Geste versuchte nun der Verein „Gemeinsam-Stark Deutschland“ am vergangenen Sonntag, den 08. Februar 2015, eine Demonstration für rechtsradikale Hooligans in der Metropolregion zu organisieren. Als Schauplatz wurde Ludwigshafen auserkoren. Die ursprünglich angedachte Demonstration wurde allerdings von der Ludwigshafener Stadtverwaltung aufgrund der Gefährdung öffentlicher Sicherheit auf eine Kundgebung am städtischen Hauptbahnhof reduziert. Dabei wurden bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet, die zum Teil schon an den Hooligan-Krawallen in Köln teilgenommen haben sollen.

Ungestört sollte auch die Kundgebung nicht über die Bühne gehen. Das Netzwerk gegen rechte Gewalt gab seine Antwort in Form eines Kulturfestes unter dem Motto „Ludwigshafen bunt statt braun“, auf dem neben verschiedenen Redebeiträgen auch ein multikulturelles Unterhaltungsprogramm geboten wurde. Die Eröffnung der Veranstaltung fand bereits in Mannheim statt, wo sich ein für 10 Uhr anberaumter Demonstrationszug sammelte. Vom Paradeplatz aus marschierte die Menschenmasse am Schloss vorbei, über die Rheinbrücke in die Ludwigshafener Innenstadt bis zum Theaterplatz am Pfalzbau, auf dem das Kulturfest schließlich stattfand. Trotz eisiger Temperaturen und leichtem Schneefall fanden sich hier etwa 2.000 Personen ein, um ein Zeichen gegen die rechtsradikalen Hooligans zu setzen.

Kulturfest: Am 8. Februar nehmen unzählige Demonstranten an den Kundgebungen für Toleranz in Ludwigshafen statt.

Kulturfest: Am 8. Februar nehmen unzählige Demonstranten an den Kundgebungen für Toleranz in Ludwigshafen statt (Foto: Glaser)

Aufgrund der zu erwartenden Konflikte waren unzählige Polizeikräfte im Einsatz. Trotzdem kam es zu Ausschreitungen in der Ludwigshafener Innenstadt: Festgenommen wurden dabei vor allem dem linken Spektrum zugehörige Gegendemonstranten, die versuchten, durch die Polizeiabsperrungen zu brechen und die sich sammelnden Hooligans am Hauptbahnhof zu erreichen. Insgesamt soll es zu 131 Festnahmen gekommen sein. Trotz dieser Ausschreitungen scheint es gelungen zu sein, erneut Position gegen Fremdenhass zu beziehen. Dafür sorgten auch die prominenten Teilnehmer des Kulturfestes: Neben der Ludwigshafener Oberbürgermeisterin fanden sich etwa die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und deren Stellvertreterin Eveline Lemke am Theaterplatz ein.

Und das Konto sprach: Schätzet die Musiker!

Dieser Artikel wird ein Manifest für alle Musiker, deren Musik super-klasse-richtig-gut-so-independent-und-so-aber-trotzdem-geil ist, aber aus welchen Gründen auch immer der kommerzielle Erfolg ausbleibt.

Jeder der Musik macht, wird der Musikredaktion beipflichten, dass er oder sie nicht nur einmal in seiner Laufbahn sich für seine Gage rechtfertigen muss. „Warum so viel?“ oder „Du spielst doch nur ein bisschen Gitarre mit deinen Freunden!“ sind häufig die Fragen und Vorwürfe, die man sich anhören muss. Was viele unter diesen gewissen Musikspezialisten leider nicht wissen (wollen) ist das ein ganzes Drum-Set, eine Gitarre, Bass, Mikrofon – kurzum die gesamte Ausrüstung schon mehrere Tausend Euro kostet. Des Weiteren sind weitere Ausrüstungsgegenstände, wie ein Mischpult, Lautsprecher oder ein Monitor (ein Gerät wodurch sich der Musiker selbst hören kann und somit besser handeln kann, wenn der Sound mal nicht stimmen sollte) hier nicht eingerechnet sind. Diese Kosten sind als Investment für den Musiker und somit auch als Risiko für seine Karriere zu sehen. Das Stichwort lautet hier: R.O.I.! Würde der Vollblutmusiker seine Arbeit als reines Geschäft betrachten, dann erwartet er von dem Käufer der Dienstleistung einen „Return on Investment“. Dies bedeutet kurzum, dass nach dem getätigten Investment des Musikers auch zeitnah Geld zurückfließen sollte. Ansonsten verschuldet sich der Musiker und er muss seine Karriere beenden, bevor sie überhaupt angefangen hat. Liebe Musikversteher da draußen, die Musiker für sich spielen lassen wollen und auch bezahlen werden, bitte vergesst nicht: Es ist euer Job die gekaufte Dienstleistung im vollen Umfang realistisch zu bezahlen!

Es gilt: „You Pay – We Play!“

Um nun einen kleinen Beitrag für all diese Musiker symbolisch zu inszenieren, veröffentlicht die Face2Face-Musikredaktion die Playlist „Musik, die mehr Wertschätzung verdient“. Natürlich ist diese Playlist nicht vollständig – um es mit den Worten von der Band Tenacious D zu sagen:

„This is not the greatest Playlist in the world – it´s just a tribute!“

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

 

 

Für alle Nichtwissenden dieser kleinen runden Welt, kommt hier eine Playlist, die man sich nicht nur über Kanäle wie YouTube, Spotify, Deezer, Vimeo etc. anhören sollte, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf Musiker lenken soll, die den großen kommerziellen Erfolg nun mehr als verdient hätten.

Unterstützt und kauft!

 

 

 

  1. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi unter anderem mit  „Der Anfang ist nah“
    •  Alternativer Hip-Hop der von einem Musiker und einem Schauspieler-Brüderpaar betrieben wird und fast schon als linguistisches Zeitzeugnis verstanden werden kann? Ja perfekt – ist gekauft!
  2. Selah Sue unter anderem mit „This World“
    • Die kleine Belgierin ist auch schon länger mit ihrer Musikkarriere unterwegs und hinterlässt euch Zuhörern ein Tracks für jede Lebenslage: KAUFEN! (Imperativ)
  3. Ruarri Joseph unter anderem mit „Baby Finn“
    • Kann man einen langhaarigen Schotten mit Gitarre nicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen? Gut, äußerlich hebt er sich nicht von der Masse ab, aber es zählt ja auch die Musik und damit überzeugt auf jeden Fall!
  4. Hawk House unter anderem mit „Tidal Tendencies“
    • Ein Hip-Hop-Trio aus mit literarischen wertvollen Texten auf entspannten Old-School-Beats. Was will man mehr? Richtig, Umsätze!
  5. Dillon Cooper unter anderem mit „State of Elevation“
    • Ein weiterer Hip-Hop-Act mit großem Potential. Aber das reicht leider nicht! Hört ihn euch an und vielleicht klickt ihr ja dann ausversehen in iTunes auf kaufen. Man kann ja nie wissen!
  6. Dub FX unter anderem mit „Love someone“, „Made“, „Colors“, „Step on my Trip“
    • Ein wahrer Meister, Guru und Magier mit seiner Stimme und seine Loop-Station. Er tourte durch fast alle Städte dieser Welt und verteilte nicht nur gute Stimmung, sondern auch richtig gute Musik! Leute, ganz ehrlich: Kauft nicht nur seine Musik – kauft ihn!
  7. Stephane Wrembel unter anderem mit „Bistro Fada“
    • Ein Musiker, der mehrheitlich instrumentale Lieder im Stile von Django Reinhard aufnimmt und damit den Gypsy Swing wieder aufleben lässt. So wurde beispielsweise „Bistro Fada“ in dem Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen aufgenommen und verlieh dem Bewegtbild erst den Charme von Paris! Ein Meister, dem man Beachtung schenken sollte!
  8. Shootyz Groove mit L-Train
    • Eine Band aus den 90er-Jahren, deren Existenz wahrscheinlich sogar die Band selbst vergessen hat. Allerdings finden sich manchmal einer ihrer klasse Songs bis heute in so manchen Wiedergabenlisten wieder! „L-Train“ ein Lied, dass in den 90er-Jahren dem ganzen Rest Jahrzehnte voraus war. Vielleicht passt es ja jetzt?! Anhören und kaufen!!
  9. Portugal. the Man unter anderem „And I“ und viele mehr
    • Eine Band mit einem Sänger, deren herausragende Stimme einen angefangen mit den Ohren einfängt und dann am Ende den ganzen Körper nicht mehr loslässt. Eine Band ähnlich, wie „Of Monsters and Men“ nur etwas melancholisch und realistischer. Ein Fall für den Kaufen-Button!
  10. Trouble Andrew unter anderem mit „Eitherway“, „Push“, „Bang Bang“ etc.
    • Eine interessanter Künstler, der durch seine, zwar etwas nach Garagen-Sound-klingende-Musik, sich als sehr wandlungsfähig darstellt. Vom schnellen Rock bis hin zu fast schon 50 Cent-Hip-Hop-Beats ist alles dabei. Wie viel Ärger Trouble Andrew schon angestellt hat oder ob hier wieder nur das Image poliert wird, ist nicht einzusehen. Klar ist aber: Seine Musik zu kaufen ist die richtige Entscheidung!
  11. Just Jack unter anderem mit „Morning Morning“
    • Der 1976 in London geborene Hip-Hop-Künstler nimmt eine leere Tonspur und füllt diese mit Elementen aus Electro Funk, House und klassischem Hip-Hop. Eine leckere Mischung, die den Ohren so sehr schmeichelt, dass die Beine durchs Tanzen die nächsten Stunden erst einmal leiden müssen! Werte Face2Face-Musikredaktion, bitte kaufen!
  12. Raumheld unter anderem mit „Tanzen“ und „Wodka“ etc.
    • Der Deutsch-Electronic-Künstler verwendet, wie viele Künstler Filmzitate und baut diese in seine Songs ein. Doch überzeugt er in dem er passende Filmzitate, wie zum Beispiel die Tanzszene aus „V wie Vendetta“ in seinen Song „Tanzen“ einbaut und somit es schafft aus einem Song eine kleine Hymne auf die Tanzfläche zu entwickeln. Also lass tanzen – nachdem noch kurz das Album gekauft wurde, ok?

Vorschau: Nächstes Mal erwartet euch an dieser Stelle wieder spannende Themen aus der Welt der Musik. 

 

Movies Made in Germany – Das Festival des deutschen Films geht in die 10. Runde

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Strahlt hell in der nächtlichen Szenerie: Das Logo des Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Anglizismen und vor allem amerikanisch geprägte Einflüsse sind aus der Popkultur Deutschlands längst nicht mehr wegzudenken. Ein Kassenschlager im Kino aus Amerikas bekanntester Filmschmiede jagt den nächsten und auch im deutschen Fernsehen überwiegen die altbekannten etablierten amerikanischen Produktionen. In Vergessenheit gerät dabei das Potenzial, das unser eigenes Land jahrein, jahraus in der Filmkunst beweist.

Veranstaltungen dafür gibt es vielerorts. Jedoch spezialisiert sich kaum ein Filmfestival auf alle Disziplinen des Filmemachens. Ob im Kino, im Fernsehen, nur auf DVD oder auch im Internet ausgestrahlt spielt keine Rolle – lediglich die künstlerische Komponente ist, was zählt.

Diesen Leitspruch hat sich das Festival des deutschen Films zum Programm gemacht, das dieses Jahr zum zehnten Mal in Ludwigshafen stattfand. Austragungsort war, wie seit der Gründung 2005, die Parkinsel am Rande der Stadt mit ihrer Platanenallee und dem industrieromantischen Blick auf den Rhein und Mannheim.

Auf dem Programm standen, untergliedert in sechs verschiedene Kategorien, fast 50 Filme, deren Produktionsstandort ausnahmsweise nicht im amerikanischen Hollywood liegt, sondern in Deutschland. Filmbegeisterte konnten sich in der atmosphärischen Symbiose von Stadt und Natur überzeugen lassen, was der deutsche Film heutzutage noch zu bieten hat.

Face2Face war mit Euch vor Ort und hat sich den Film „Stereo“, mit Jürgen Vogel (Die Welle) und Moritz Bleibtreu (Das Experiment) näher angeschaut. Der Handlungsverlauf des packenden Thrillers ist leicht umrissen: Der Motorradfan Erik führt ein ambivalentes Leben. Auf der einen Seite übertritt er gerne die Geschwindigkeitsbegrenzungen der

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

beschaulichen Landstraßen und schraubt ölverschmiert in seiner eigenen Werkstatt an Motorrädern herum, auf der anderen Seite hat er Teil an dem Familienleben der alleinerziehenden Julia und einen Narren an ihrer Tochter Linda gefressen. An seine Vergangenheit will und kann er sich nur schwer erinnern, wie ihm klar wird als zwielichtige Gangster bei ihm auftauchen und ihn bestens zu kennen scheinen. Schlimmer noch wird Erik von einer imaginierten Gestalt verfolgt, die sich später als Henry vorstellt und auch per Hypnose nicht zu vertreiben ist. Erik findet sich in einer prekären Lage wieder: Will sein imaginärer Verfolger ihm Böses antun? Wem kann er vertrauen? Und welche Geheimnisse verbergen sich in seiner Vergangenheit? Ein Psychothriller voller Spannung, Verstörung aber auch mit einem skurrilen Witz, der das Publikum applaudierend und mit erstaunten Mienen zurücklässt.

Wer sich nicht mit schlichten Filmvorführungen zufrieden geben wollte, dem bot das

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Filmfestival die Möglichkeit, Persönlichkeiten aus der deutschen Filmlandschaft hautnah kennenzulernen oder an einer der vielen Preisverleihungen teilzunehmen. So ging beispielsweise der Preis für Schauspielkunst an Anna Loos und den als lustigen Professor Boerne aus dem münsteraner Tatort bekannten Jan Josef Liefers. Dieser resümierte das Festival, das am 08.Juli mit einem Besucherrekord von 78.000 Menschen zu Ende ging: „Dieses Festival steht für den deutschen Film und davon leben wir.“

Vorschau: Nächste Woche testet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik den Einsatz von Ebook-Readern und inwiefern sie echten Bücher den Status streitig machen können.

Beziehungskiller? Katzenberger-Schwester Jennifer Frankhauser unter Verdacht

Jung und schön: Samantha Stone. Hat Jennifer Frankhauser versucht ihre Beziehung zu zerstören? (Foto: Norbert Hess)

Jung und schön: Samantha Stone. Hat Jennifer Frankhauser versucht ihre Beziehung zu zerstören? (Foto: Norbert Hess)

Sie ist jung, schön und schwelgt auch privat mit Freund und Sohn im Glück – Model Samantha Stone (26) könnte zufriedener nicht sein, bis sie vor wenigen Wochen eine Nachricht erhält, die ihr privates Glück auf eine harte Probe stellen sollte.

„Ich und dein Freund haben öfters Spaß. Das geht ja auch schon eine ganze Zeit lang mit dem.“ Die Absenderin: Jennifer Frankhauser, Halbschwester von TV-Sternchen Daniela Katzenberger. „Als ich das las, war ich erst mal geschockt“, berichtet Stone. „Ich habe Stunden gebraucht, bis ich mich entschied, darauf zu reagieren“, erzählt das 25-jährige Model weiter. Schließlich habe sie ihren Freund kontaktiert und ihm gesagt, was vorgefallen war. „Für mich stand fest, dass ich mich besser trenne. Ich wollt einfach erst mal meine Ruhe.“

Das anstehende Weihnachtsfest? „Weihnachten ist ruiniert“, teilte Stone Face2Face am 23. Dezember mit.

Stones Freund ist laut Angaben des Models Frankhausers Vorgesetzter bei einem Immobilienunternehmen. Er wollte sich zu den Vorwürfen gegenüber Face2Face nicht äußern.

„Ganz ehrlich? Ich dachte, sie sei ein nettes junges Mädchen. Jetzt bin ich einfach nur enttäuscht“, so Stone. Nachdem sie sich infolge der Behauptungen Frankhausers von ihrem Freund getrennt hatte, ist Stone inzwischen der Überzeugung, dass ihm übel mitgespielt wurde.

Der angebliche Grund für das Beziehungsaus zwischen Stone und ihrem Freund: ein Chatgesprächs zwischen Stone und Frankhauser (Screenshot: Stone)

Der angebliche Grund für das Beziehungsaus zwischen Stone und ihrem Freund: ein Chatgesprächs zwischen Stone und Frankhauser (Screenshot: Stone)

Auch wenn Frankhauser Stone gegenüber beteuert, jemand habe ihr Facebook-Profil gehackt und die Nachrichten in ihrem Namen versendet, und es von einem Freund Frankhausers heißt, sie hätte nur einen Witz machen wollen, ist sich das Model sicher: Frankhauser wollte ihre Beziehung zerstören. Schließlich habe es schon vor dem Vorfall Annährungsversuche seitens der Katzenberger-Schwester gegeben, indem sie Stones Partner gedrängt habe, mit ihr in die Disco zu gehen. Ein persönliches Gespräch zur Klärung der Situation lehnte Frankhauser nach Angaben von Stone ab.

Ihrem Freund habe sie inzwischen verziehen, so Stone. „Er hatte nichts mit Jennifer!“, ist sie überzeugt, „wir gehen gemeinsam durch Höhen und Tiefen und sind immer füreinander da. Egal, was kommt – wir halten zusammen!“

Ein Wermutstropfen für das neugewonnene Liebesglück: Beschimpfungen von Katzen-Mutter Iris Klein. „Du bist das Allerletzte! Verbreitest Lügen über meine Tochter! Pfui Teufel, schäm dich!“, heißt es in einer von Stone vorgelegten Facebook-Nachricht Kleins.

Ihre Behauptungen kann Stone mit diversen Screenshots belegen. Auf ihrer offiziellen Facebook-Seite lies Frankhauser hingegen am 5. Januar infolge erster Presseberichte verlauten: „Dieser Vorwurf ist absolut frei erfunden und nicht wahr!“ Klein nimmt ihre Tochter in Schutz und sagte Face2Face, dass es traurig sei, dass viele Leute versuchen mit allen Mitteln in die Schlagzeilen zu kommen. Angeblich habe es auch Beschimpfungen von Seiten Stones gegenüber Kleins Tochter sowie der gesamten Familie gegeben. „Jennifer hat einen Freund und wohnt seit August mit ihm zusammen. Sie will ganz sicher nichts von Stones Freund.“ Jennifer sei fix und fertig, da sie sich die Vorwürfe sehr zu Herzen nehme. „Im Prinzip zerstört Frau Stone gerade die Beziehung meiner Tochter und nicht umgekehrt“, so Klein.

Vorschau: Nächste Woche berichten wir im Panorama über das Start-Up Unternehmen „My Möbelstück“.

Ein Feuerwerk des Straßentheaters

Eine Gruppe Kopfloser halten jeweils ein Eis in der Hand und suchen wenige Stunden später einen Optiker auf. Eine goldene Zweisitzercouch unterhält sich mit einem Jungen, der sich erschöpft von der vorherrschenden Hitze darauf niedergelassen hat. Menschliche Rieseninsekten auf Sprungstelzen beschnuppern auf der Suche nach Nahrung ahnungslose Passanten.

Begeistern die Zuschauer: Zahlreiche Walkingacts in der Ludwigshafener Innenstadt (Foto: Gerald Kretzschmar)

Begeistern die Zuschauer: Zahlreiche Walkingacts in der Ludwigshafener Innenstadt (Foto: G. Kretzschmar)

Eine Frau und ein Mann schieben einen alten Kinderwagen, gefüllt mit allerhand Gemüse, durch die belebte Fußgängerzone der größten Stadt der Pfalz. Nach einem flüchtigen Blick in den Wagen bekomme ich eine Honigmelone in den Arm gedrückt. Sie ist mit Augen, einer Windel, einem Pflaster und einem Schnuller gefüllt. Es folgt ein Babyfläschchen, darin ist flüssiger Kompost. Das Baby – es hört auf den Namen Francesca – hat Hunger, ich solle es füttern. Die Blessur an ihrer Stirn kam durch zu heftiges Auf- und Abspringen im Flugzeug, so wird mir erklärt. Ein Mädchen neben mir streichelt liebevoll einen Bund Möhren.

Bei vorangegangener Schilderung handelt es sich keineswegs um die Szenerie einer Heil- und Pflegeanstalt, sondern um eine Darbietung des britischen Straßentheaterduos Plunge Boom, welches vorletztes Wochenende zusammen mit 20 Künstergruppen das vielseitige Programm des internationalen Straßentheaterfestivals in Ludwigshafen ausfüllte.

Trotzen den hochsommerlichen Temperaturen: Über 35.000 Menschen lassen sich vom Straßentheater verzaubern (Foto: Gerald Kretzschmar)

Trotzen den hochsommerlichen Temperaturen: Über 35.000 Menschen lassen sich vom Straßentheater verzaubern (Foto: G. Kretzschmar)

Das Spektakel für Jung und Alt jährte sich bei hochsommerlichen Temperaturen vom 25. bis zum 27. Juni zum 14. Male und lockte ganze 35.000 Menschen auf die Straße. Von skurrilen Walkingacts, die die Ludwigshafener Fußgängerzone unsicher machten bis hin zu pompösen Abendinszenierungen bot das Festival Programm satt. So konnte man auf dem Bürgerhof Irrwisch einen Tanz mit Klopapier und Leitern bestaunen. Auf dem Karl-Kornmann-Platz entführte uns das Bash Street Theatre mit ihrer Show The Strongman ganz nach Charlie Chaplin Manier in die Zeit der Stummfilme der 1920er Jahre. Weitaus lauter ging es auf dem Europaplatz zu. Dort boten die Pyromantiker ein hochexplosives, schwarzpulvergeladenes Lichterspektakel.

Einen musikalischen Wettkampf lieferten sich Paul Morocco & Olé bei einer wahrhaft clownesken Show auf dem Rathausplatz. Anita Eich (21), die dieses Jahr zum ersten Mal Besucherin des Internationalen Straßentheaterfestivals war, zeigte sich durchweg begeistert. „Die Ludwigshafener Innenstadt ist wie verwandelt und die sonstige Tristesse wie weggeblasen. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und es gibt immer was zu lachen“, so die Mannheimer Studentin.

Eine der großen Abendinszenierungen auf dem Europaplatz: die Pyromantiker (Foto: G. Kretzschmar)

Eine der großen Abendinszenierungen auf dem Europaplatz: die Pyromantiker (Foto: G. Kretzschmar)

Blickt man in die fröhlichen Gesichter der Besucher, so behält Anita Recht. Die Arbeiterstadt präsentierte sich diesertage in einem neuen Gewand und lieferte einen entscheidenden Beitrag zum Kulturangebot der Rhein-Neckar-Region.

Auch für Mannheimer lohnt es sich in jedem Fall, die sonst so verhasste Brücke über den Rhein zu passieren und sich von der Atmosphäre mitreißen zu lassen, wenn auch im nächsten Jahr wieder ein Internationales Straßentheaterfestival in Ludwigshafen stattfindet.

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier ein echtes Stück Berliner Kultur – einen Artikel über das Deutsche Currywurstmuseum in Berlin.

3 Tage + 4 Bühnen + 50 Künstler = Maifeld Derby

Am vergangenen Wochenende hieß es in großen Teilen Deutschlands “Land unter!“ und auch unser sonst so sonnenverwöhnter Südwesten blieb nicht verschont. Doch das schreckte die Festivalbesucher des nun schon dritten Maifeld Derbys auf dem Mannheimer Maimarktgelände nicht ab. Im Gegenteil – die Gummistiefel und Regencapes wurden ausgepackt und dem Sommer, der sich eher anfühlte wie November, wurde gehörig getrotzt. Wo sonst zukünftige Eigenheimbesitzer in der Fertighaussiedlung schlendern und die Mannheimer Oberschicht Hutgrößen beim Pferderennen vergleicht, wurden für drei Tage wieder die Zelte aufgeschlagen, um auf dem kleinen aber feinen Festival zu feiern und zu tanzen. Dass das Festival mittlerweile jedoch seine Wellen auch außerhalb Mannheims gezogen hat, war deutlich an der ansteigenden Besucherzahl zu merken – somit leider auch an diversen Schlangen an Klo, Essenstand oder an der seit diesem Jahr neuen „Derbydollar“ Ausgabe.

Großer Matsch: Der Regen war unser ständiger Begleiter (Foto: face2face)

Großer Matsch: Der Regen war unser ständiger Begleiter (Foto: face2face)

Der ein oder andere Festivalbesucher war am Freitag vorerst verärgert, denn langes Schlangestehen im strömenden Regen erwartete ihn am Einlass. Umso mehr verzauberte der erste Headliner Daughter aus England die Menge im regenfreien Palastzelt und machte die leicht genervte Stimmung wieder wett. Die Frontsängerin Elena Tonra faszinierte mit ihrer zerbrechlichen, einzigartigen Stimme und ihrer zurückhaltend-charmanten Art. Doch nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die Veranstalter war Daughter ein ganz besonderer Fang, denn sie hatten sich die aktuell sehr beliebte Band schon seit dem ersten Maifeld Derby als Act gewünscht. Damit bewiesen die Veranstalter wieder mal ihr musikalisches Gespür, denn mit ihrem melancholischen, geheimnisvollen Folk-Rock trafen Daughter mitten ins Herz und waren ein Highlight des dritten Maifeld Derbys.

Ein weiteres Highlight am Freitag waren CocoRosie. Die schon 2003 gegründete Band zweier Schwestern lieferte nicht nur eine beeindruckende Show für die Ohren sondern auch für die Augen ab. Ihre Musik ist kaum in Worte zu fassen, so vielfältig ist sie. CocoRosie kombinieren klassischen Operngesang und kindlichen Fantasiegesang mit elektronischen Klängen und Hip Hop Beats. Zudem spielen die Schwestern noch Instrumente wie Flöte und Harfe. Für die Hip Hop Beats sorgte auf beeindruckende Weise der Livebeatboxer TEX, eine Hip Hop Tänzerin im Tütü untermalte zwischendurch die Show mit Tanzeinlagen. Die Energie der Band übertrug sich schnell auf das Publikum, das sichtlich angetan war.

Auch am weniger verregneten Samstag versammelte sich eine beachtliche Menge im Palastzelt für den Headliner Efterklang. Die Dänen sind ebenfalls Künstler der interessanten musikalischen Mischung, so fanden sich in ihrem Repertoire poppige, rockige und elektronische Einflüsse, natürlich alles mit Liveband. Da der Skandinavier an für sich sehr stilbewusst ist, war es nicht sehr wunderlich, dass Efterklang auch optisch einiges hermachte – mit Fliege und perfekt sitzendem Sakko präsentierte sich die Band dem Mannheimer Publikum. Obwohl alles zu stimmen schien, sprang die Stimmung nicht vollständig auf die Zuhörer über.

Die Jungs aus Landau: Sizarr (Foto: wobbe)

Die Jungs aus Landau: Sizarr (Foto: wobbe)

Bei der Band Sizarr sprang die Stimmung allerdings schon eher auf das Publikum. Die Landauer Jungs, die zurzeit in Mannheim wohnen, hatten auf dem Maifeld Derby ein Heimspiel und überzeugten die Menschen im Palastzelt durch die Lieder ihres Debutalbums Psycho Boy Happy. Man merkte den Künstlern durch ihre Interaktionen mit dem Publikum an, dass auch sie Spaß an dem Konzert hatten.

Aber auch für Literaturfans gab es verschiedene Angebote: So las zum Beispiel MC Rene aus seinem Buch vor. Der Hip Hop-Star aus den 90ern hatte vor drei Jahren sein gesamtes Hab und Gut verkauft und reist seitdem mit einer Bahncard 100 durch Deutschland. Seine Erfahrung aus diesen Reisen und seiner Arbeit in einem Callcenter beschreibt er in dem Buch Alles auf eine Karte.  MC Rene, der mit bürgerlichem Namen René El Khazraje heißt, ließ es sich natürlich auch nicht nehmen kurz für seine Zuhörer zu rappen, was auf große Zustimmung traf.

Gegen Mitternacht wurde es Zeit für Thees Uhlmann, der schon ein alter Hase im Musikbusiness ist. Hausgemachter, deutschsprachiger Indierock mit intelligenten Texten geht eben immer beim Maifeld Derby und so war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Thees Uhlmann, entspannt und ohne Allüren, gab Geschichten aus seinem Alltag zwischen Tour und Spielplatz vom Besten und wirkte so ein bisschen wie der Papa des deutschen Indierocks. Als dann spontan plötzlich Casper für ihr gemeinsames Lied auf der Bühne erschien, war die Menge kaum zu halten. Weil es so schön war blieb Casper noch, er hat ja schließlich auch ein Lied, bei dem Thees Uhlmann mitsingt. Und Bier trinken mit Kumpel Thees geht auch auf der Bühne bestens. Spätestens jetzt war jeder am Tanzen.

Pünktlich zum Sonntag ließ sich auch die Sonne blicken und trocknete die letzten Pfützen aus. Im Palastzelt trat eine zierliche Blondine in Bomberjacke mit der Aufschrift „twisted sister“ auf die Bühne – die von vielen an diesem Wochenende lang erwartete Leslie Clio. Was auf Platte nach Energiebündel klingt, konnte live nicht wirklich überzeugen. Etwas verloren hielt sich die Wahlberlinerin am Mikrofonständer fest und agierte eher verhalten und kaum hörbar mit dem Publikum. Selbst Hits wie „Told you so“ wurden nur mit müdem Applaus belohnt.

Doch nicht nur die Headliner überzeugten. Im Palastzelt sorgen die Österreicher Jungs von Steaming Satellites für Stimmung mit engergiegeladenem Synthie Alternative Rock. Am Sonntag gab es noch eine weitere Überraschung aus Dänemark – When Saints Go Machine. Live funktioniert diese Band sehr gut und bewegt sich zwischen Pop, Rock, Electro und Hip Hop Beats. Auch auf den kleineren Bühnen wie Open Air und dem wunderbaren Parcours d’amour gab es einige Schmuckstücke zu finden wie die exotischen Sea&Air, dem polarisierenden Schlagerboy Dagobert, die träumerischen Immanu El und die rockigen We Were Promised Jetpacks, um nur einige zu nennen.

Den Abschluss am Sonntagabend bildete Sophie Hunger. Die 1983 in Bern geborene Schweizerin spielte mit einer herausragenden Band englische, französische sowie deutsche Lieder. Die Musik war ein Mix aus Klavier, Cello, Schlagzeug, Trompete und E-Gitarre. Die Freude, die die junge Frau beim Musizieren ausstrahlte, sprang schnell auf das Publikum über und alles tanzte und sang mit so gut es ging. Aber auch bei den ruhigen Liedern lauschten die Zuhörer andächtig. Alles in allem war jeder von dieser Frau begeistert. Auch dem männlichen Teil der anwesenden Musikredaktion fiel es schwer, dass Palastzelt ohne Sophie Hunger zu verlassen.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Maifeld Derby ein wunderbares Festival für musikbegeisterte Menschen ist, die sich auch gerne auf eher unbekannte Bands einlassen. Viele der anwesenden Bands waren nicht dem Mainstream angehörend. Dies lässt zeitgleich aber auch einen Spielraum zu, bei dem man sehr viel entdecken kann. Bands, wie zum Beispiel Steaming Satellites und Sophie Hunger, gelten zu den absoluten neuen Lieblingen der Musikredaktion von Face2Face. Nächstes Jahr also gerne wieder!

 Vorschau: Nächsten Samstag gibt esfür euch einen Artikel über das legendäre Rock am Ring.

Preview: Januar 2013

Die erste soziale Aktion, Beiträge aus der Gattung des Gonzo-Journalismus, die Veröffentlichung des 1.000. Artikels und natürlich das zweijährige Jubiläum unseres Online-Magazins – 2012 war jede Menge los auf Face2Face. Anlass genug einmal danke zu sagen: Danke an alle fleißigen Mitarbeiter, die sich im vergangenen Jahr für Face2Face engagiert, Ideen und Artikel geliefert und die Redaktion bereichert haben! Danke aber natürlich auch an unsere treuen Leser, wegen denen sich die ganze Arbeit erst so richtig lohnt! Schön, dass es euch gibt!

Und weil wir euch ja weiter bei Laune halten wollen, haben wir für´s neue Jahr wieder jede Menge Themen vorbereitet: Die Mode-Redaktion präsentiert euch ihr Lookbook für das Frühjahr. Wie man Pralinen selbst macht, lest ihr in der Tipps&Tricks-Rubrik. Mit der Natur-Mitmachaktion Stunde der Gartenvögel beschäftigen sich die Mitarbeiter der Tier&Umwelt-Redaktion. Die Sport-Redaktion nimmt drei deutsche Sportler, die am 2. Januar geboren wurden, unter die Lupe – dazu gehört unter anderem Eishockey-Spieler Florian Busch. Ein Hamburg Feature erwartet euch in der Musik-Rubrik und in der Reise-Rubrik steht das Hotel Mercure in Berlin auf dem Prüfstand. Hilfe, ich bin krebserregend lautet der Titel einer unserer Kolumnen im Januar und in der FilmKunstKultur-Redaktion wird das deutsche mit dem amerikanischen Fernsehen verglichen.

Nach unserem Interview mit dem Manager der Speyerer Postgalerie zur Eröffnung am Dienstag, 28. November, schaut die Panorama-Redaktion im Januar zurück und bietet ein erstes Review zum neuen Einkaufzentrum der Domstadt.

Und damit wünscht euch die Face2Face-Redaktion einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ludwigshafen lässt Senioren surfen

Aufmerksame Senioren: Leiterin Lehr erklärt den Kursteilnehmern die Welt des Internets (Foto: Bierbrauer)

Aufmerksame Blicke verfolgen den Cursor auf dem Bildschirm, den der surrende Beamer an die Wand des kleinen, abgedunkelten Raumes wirft. Erstaunte, konzentrierte und fragende Gesichtsausdrücke machen zwischen Tippen und Klicken die Runde. Ausgerüstet mit Stift und Heft notieren sich die lernwilligen Senioren alles, was sie über das World Wide Web erfahren wollen. Seit zehn Jahren bietet das Café Klick in Ludwigshafen der älteren Generation PC- und Internet-Kurse an, damit auch diese die Vorteile des jungen Mediums kennen und anwenden lernen.

Vier PCs stehen den sieben Kursteilnehmer zur Verfügung. Gerlinde Lehr (72), ehemalige Bürokauffrau, befasste sich schon im Berufsleben mit der PC- und Internetwelt. Diese hat sie so fasziniert, dass sie sich prompt einen eigenen Rechner zulegte und die Volkshochschule besuchte, um an diversen Schulungen teilzunehmen. Seit neuneinhalb Jahren gibt die Rentnerin in Abwechslung mit anderen Tutoren nun selbst Kurse – ehrenamtlich versteht sich. „Unsere Aufgabe besteht darin, älteren Menschen die Angst zu nehmen“, teilt die engagierte Leiterin mit.

 Heutzutage sind solche Gerätschaften nicht mehr wegzudenken, selbst bei einer Generation, die ohne Computer und Web aufgewachsen ist. „Ich kann mir ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen“, gesteht Gerhard Grimm (74), ehemaliger technischer Betriebsleiter, der mit seiner Frau seit kurzem Kurse im Café Klick belegt. Zwar schreibe er keine E-Mails, er stöbere aber gerne nach Solar-Uhren oder schicken Hemden im Netz. Getreu dem Motto „Zu scheitern ist lange nicht so schlimm, als gar nichts zu tun“, wagt er sich an das Phänomen Internet heran.

Gemütlich: Eine Pause nach dem Surfen (Foto: Grimm)

 Ob es sich um das Ersteigern einer Ware auf eBay handelt oder um das Erstellen einer Grußkarte per E-Mail – Tutorin Lehr ist bemüht, alle Fragen zu beantworten. „Ich passe mich den Bedürfnissen der Leute an und gehe auf individuelle Ziele ein“, teilt die Ehrenamtliche mit, „alles andere würde nicht fruchten.“

 „Mir war gar nicht bewusst, dass man Grußkarten per E-Mail verschicken kann – und das auch noch kostenlos“, erzählt die ehemalige Buchhalterin Greta Heich (67) begeistert. Das Internet nutze sie vor allem, um mit ihren Lieben zu kommunizieren, beispielsweise via Skype oder E-Mail. Auch Rosmarie Müller (69), ehemalige Steuerfachangestellte, stattet dem Café Klick des Öfteren einen Besuch ab. „Früher hatte ich keine Zeit dafür, jetzt habe ich jedoch viel vor und will das lernen“, lautet ihre Devise.

„Ludwigshafen kann stolz darauf sein, dass es so etwas wie das Café Klick hat“, betont Leiterin Lehr. Die Umsetzung des Senioren-Internetcafés ermöglichten unter anderen die Europäische Union, das Land Rheinland-Pfalz sowie die ehrenamtlichen Tutoren.

Vorschau: Am Dienstag, 27. November, lest ihr im Panorama ein Interview mit dem Manager der Postgalerie, die am Mittwoch, 28. November in Speyer eröffnet wird.

betterDate.de – das Dating-Portal mit dem Zalando-Prinzip

„Wo Frauen Männer shoppen“, mit diesem Slogan wirbt das Dating-Portal betterDate.de im Internet.
Damit soll offensichtlich gezielt eine ganz bestimmte Zielgruppe angesprochen werden: Frauen, die unter Zwang stehen, unabhängig von ihren tatsächlichen Bedürfnissen, einkaufen zu müssen – sogenannte Shopaholics. Diesmal sind damit jedoch keine Schuhe gemeint, sondern die Ware in Form von Männern. Wir leben zwar in einer emanzipierten und toleranten Gesellschaft, aber Männer im Rahmen einer potentiellen Partnerschaft als Produkte zu bezeichnen, geht deutlich zu weit! Wo ist denn da die Grenze zur Prostitution?

Die Single-Shopaholics können mithilfe der Dating-Plattform gezielt auswählen, wer zu ihnen passen könnte und wer sie kontaktieren darf. Die mittels dieses Prinzips ausgewählten Männer können dann als Produkt in den Warenkorb gelegt werden . Erste dann ist es den Männern möglich mit den Damen in Kontakt zu treten.

Frauen besitzen sie das Privileg die völlige Kontrolle über den gesamten Dating- und Kennenlern-Prozess zu haben. Dagegen hat das starke Geschlecht die wichtige Rolle als Produkt Teil der Plattform zu werden. Dies bedeutet natürlich auch: Je besser das Produkt gepflegt, beschrieben und fotografiert ist, desto mehr Interesse erregt es bei den Single-Frauen .

Wie es auf der Webseite von betterDate heißt, sollen Männer die Vorgehensweise als Chance sehen. Das Motto scheint zu lauten: Wer sich verstellt und sich statt Feinripp-Felix als Luxus-Lukas ausgibt , auf den stürzen sich die Frauen. Der Kampf beim Sommerschlussverkauf ist nichts dagegen! Also putzt euch raus, liebe Männer, und werdet zum Kassenschlager! Frauen wird es einfach gemacht: Im Shop registrieren, Kundenprofil ausfüllen und eigenes Profilbild hochladen,Produkte (= Männer) durchforsten,Lieblingsteile in den Einkaufswagen legen.

Erst dann dürfen die „Produkte“ die „Kundin“ kontaktieren. Für Männer funktioniert es ähnlich: Im Shop registrieren, Profil mit Produktdaten füllen, sogenannte „Produktfotos“ hochladen,auf die Einkaufsliste von Frauen setzen. Mit Anleitungen wie „wenn sie dich dann in ihren Einkaufswagen legen, darfst du sie kontaktieren“ gibt das Portal Verhaltens-Tipps. Auf Spontankäufe der Frauen zielen – wer sich anstrengt, wird sofort genommen und erhält die direkte Kontakterlaubnis zur potentiellen Partnerin.

Durchforstet man das Netz nach Stimmungen und zu „betterDate“, fällt die Resonanz eher gering aus, gerade einmal 460 Facebook-Anhänger verfolgen das Portal. Im Vergleich zu anderen, weitaus seriöser wirkenden Dating-Angeboten, wie beispielsweise Paarship, ist diese Anzahl sehr gering.

„betterDate“ preist ihre fragwürdige Idee als „Revolution in der Datingbranche“ an. Alles ist auf dem Prinzip shoppingsüchtiger Frauen und Klischees über diese aufgebaut. Der sensible Vorgang der Kennenlern-Phase wird einem Einkaufsbummel gleichgesetzt und büßt so seine wichtige Bedeutung zu Beginn einer Beziehung ein.

Vorschau: Am Dienstag, 13. November berichtet die Panorama-Redaktion über PC-Kurse für Senioren.