Mit Disziplin und Spaß bei der Sache: Karateka Louisa Winstel

Mit Konzentration und Spaß bei der Sache: Nachswuchskarateka Louisa Winstel beim Training (Foto: T. Gartner)

Gerade einmal elf Jahre alt, dafür aber schon Trägerin des fünften Kyu (Anm. d. Red.: Begriffserklärungen befinden sich am Ende des Artikels) und Siegerin auf zahlreichen Turnieren: Karateka Louisa Winstel kann stolz auf sich sein. Die Schülerin trainiert seit 2008 im Speyrer Shotokan-Karate Verein und wird schon jetzt von ihren Trainern als herausragendes Talent gefeiert. Was sie selbst über ihren Sport denkt und was sie noch alles erreichen möchte, erzählte sie im Face2Face-Interview.

Face2Face: Wie bist du auf die Idee gekommen, Karate zu machen?
Louisa: Meine Mutter meinte, wenn ich auf eine höhere Schule gehe, wäre es gut, wenn ich mich wehren könnte, falls mich jemand angreift. Ich fand die Idee super. Zufälligerweise war das Training im ersten Shotokan-Karate Verein Speyer immer Dienstag und das war damals mein freier Tag. Momentan trainiere ich viermal die Woche und vierzehn Tage vor einem Turnier sogar jeden Tag.

Face2Face: Was gefällt dir am Karate? Und gibt es auch etwas, das dir weniger gut gefällt?
Louisa: Mir gefallen vor allem die Techniken. Das Training macht mir einfach riesigen Spaß! Nicht so gut finde ich es, wenn Neid aufkommt.

Face2Face: An welchen Turnieren hast du bisher teilgenommen und wie erfolgreich hast du dort abgeschnitten?
Louisa: Auf dem Burgenturnier in Weinheim habe ich mit der Katamannschaft den ersten Platz belegt, in Kumite Einzel den dritten. Ein besonders großer Erfolg war der Westerwaldcup in Puderbach: Dort waren zwölf Länder vertreten und ich musste mich gegen 34 Gegner durchsetzen. Am Ende habe ich den ersten Platz in Kata Einzel gemacht.

Gelenkig: Louisa Winstel beim Training im Speyer Kolleg (Foto: Gartner)

Face2Face: Hast du ein Vorbild in Sachen Karate?
Louisa: Ja, Sophia Graf. Sie hat schon oft die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften gewonnen und ist amtierende deutsche Meisterin der Jugend. Ich finde es toll, dass sie so erfolgreich ist.

Face2Face: Was sagen deine Freunde und deine Familie dazu, dass du Kampfsport machst?
Louisa: Die finden das alle sehr gut. Zum einen kann ich mich später auf der Straße oder in der Disco wehren, wenn mich jemand angreift. Zum andern lernt man im Karate aber auch Disziplin.

Face2Face: Hast du dich schon einmal im Training oder auf einem Turnier verletzt?
Louisa: Einmal habe ich mir im Training die Achillessehne gezerrt. Damals musste ich 14 Tage pausieren – das Trainieren hat mir total gefehlt. Außerdem habe ich mal auf einem Turnier einen Fußtritt an die Schläfe bekommen. Das war aber nicht so schlimm – es war nur blau und musste gekühlt werden.

Face2Face: Was möchtest du im Karate noch erreichen?
Louisa: Zuerst würde ich gerne die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft gewinnen und danach natürlich deutsche Meisterin werden wie Sophia Graf.

Begriffserklärungen:
Shotokan bezeichnet die älteste Stilrichtung im Karate, die von dem Japaner Gichin Funakoshi begründet wurde. Außerdem gibt es noch die Stilrichtungen Shito-Ryu, Goju-Ryu, Wado-Ryu. Das Kyu-System dient dazu das Voranschreiten des Karatekas in Stufen mittels Gürtelfarben zu symbolisieren. Der Schüler beginnt mit dem neunten Kyu (weißer Gürtel) und kann sich bis zum ersten Kyu (brauner Gürtel) hocharbeiten. Die veschiedenen Schwarzgurt-Stufen werden als Dan bezeichnet. Eine Kata ist eine Übungsform, die aus stilisierten Kämpfen gegen imaginäre Gegner besteht. Unter Kumite versteht man einen Kampf zwischen zwei Gegnern mit meist vorgeschriebenen Techniken. Das Kumite dient dazu den Karateka an den Freikampf heranzuführen.

Vorschau: Nächste Woche wird Anja euch einen kleinen Rückblick zum Wimbledon Damen-Finale und der grandiosen Leistung der Deutschen Sabine Lisicki geben.