SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man seine wahre Liebe im echten Leben trifft und dass sich zum Beispiel aus einer Freundschaft mehr entwickeln kann, weil schon mal eine gemeinsame Basis vorhanden ist, auf der man aufbauen kann. Dating-Apps sind deshalb nichts für mich. Eigentlich. Das Konzept der Dating-App SoulMe – den Seelenverwandten statt einen schnellen Flirt finden – hat mich dann aber doch ein wenig neugierig gemacht.

Von Freundschaft zum Start-up

Die Freunde Florian, Johannes und Luca, die sich ursprünglich mal in einem Fitnessstudio kennengelernt haben, haben die App ins Leben gerufen. Inzwischen gehören noch zwei weitere Jungs zum Team von SoulMe. Die Idee, eine Dating-App zu entwickeln, entstand schlicht und ergreifend aus Eigenbedarf: „Wir hatten uns im Sommer 2016 getroffen, um „krampfhaft“ irgendeine – damals noch andere – Idee zu entwickeln, allerdings hatten wir es immer wieder über die oberflächliche Online-Dating-Schiene. Florian kam gerade aus einer langjährigen Beziehung und fand es im ersten Moment schwierig und ungewohnt, wieder Anschluss zu finden. Selbst mit seinen besten Kumpels konnte er nicht so richtig darüber reden, weil keiner wirklich verstanden hat, wie er sich dabei fühlt. So langsam kam also die Idee, ein Konzept zu entwickeln, das einem ermöglichen kann, Leute mit gleichen Interessensgruppen und/oder Charaktereigenschaften zu finden.“ Die Jungs haben dann noch verschiedene Dating-Apps getestet und festgestellt, dass sich ihrer Meinung nach das Meiste nur auf der Oberfläche abspielt. Deshalb wollten sie einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten. „Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man auch in einem Alter, in dem eine tiefe, innige Beziehung das Ziel ist; das ist auf oberflächlichen Kontaktbörsen zwar auch machbar, jedoch sehr schwierig zu finden. Genau deshalb haben wir also auch SoulMe entwickelt, um eine tolle Alternative zu bieten“, sagen die Entwickler. Obwohl sie bei ihrem Start-up mit Patrick nur einen Programmierer im Team haben und die Wort- und Bildmarke erst kreieren mussten, hat es dennoch von der Idee bis zum Release der momentanen Version nur etwa sechs Monate gedauert. Florian, Johannes und Luca sehen ihre Dating-App allerdings vielmehr als generelle Kennenlern- und Freundes-App: „Wir wollen wirklich ALLEN Menschen ermöglichen, online Leute kennenzulernen, egal, ob Schüler, Student, Erwachsener mit Kind, verheiratete Person oder Senior.“

Was eine Dating-App so alles wissen will

Also gut, es kann nie schaden, neue Leute kennenzulernen und man weiß ja nie, ob sich nicht vielleicht doch mehr daraus ergibt. Gesagt, getan! Nach dem kostenlosen Download melde ich mich mit Benutzernamen, E-Mail und Passwort bei SoulMe an.

Originell: Jedes Mal ein neues Zitat beim Start von SoulMe (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Zuvor wurde ich auf dem Startbildschirm mit originellen Zitaten wie „Wer in der Zukunft blättern will, muss in der Vergangenheit lesen“ und „Ich komme eigentlich nie zu spät, die anderen haben es bloß immer so eilig“ begrüßt – eine lustige Idee, die das ganze Thema „Partnersuche“ gleich ein wenig auflockert! Mein Geburtsdatum, mein Geschlecht und meinen Wohnort will die App ebenfalls von mir wissen. Aus einer Liste kann ich meinen Berufsstand und meinen Beziehungsstatus auswählen, muss ich aber nicht. Ich habe kein Problem damit, „Studentin“ und „Single“ anzugeben. Ein Profilbild stelle ich jedoch erst mal nicht ein, da ich zuerst sehen möchte, wer so auf SoulMe unterwegs ist, bevor ich mich auch optisch zu erkennen gebe.

Mit Charaktereigenschaften einen Schritt näher zum Ziel

Nach den erforderlichen Angaben komme ich endlich zu den spannenden und vermutlich einzigartigen Optionen der App, nämlich zur sogenannten „Soulerstellung“. Dazu fordert mich SoulMe auf, aus Listen acht positive, vier ambivalente und vier negative Eigenschaften auszuwählen, die mich einzigartig machen.

Noch recht leicht: Die Auswahl der positiven Charaktereigenschaften (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Es fällt mir recht leicht, bei 31 positiven Eigenschaften, die zur Wahl stehen, acht, die zu mir passen, herauszupicken. Da kann ich mir dann so etwas wie „kreativ“, „romantisch“, „familiär“, „zuverlässig“, „gewissenhaft“ und „kommunikativ“ aussuchen. Zur Angabe von vier ambivalenten Eigenschaften aus insgesamt 22 möglichen kann ich mich auch noch entschließen. Dazu gehören dann Dinge wie „emotional“ und „sensibel“. Es fällt mir jedoch echt schwer, vier negative Eigenschaften von mir aus den 28 Vorgaben zu selektieren. Vieles davon sehe ich tatsächlich wirklich nicht bei mir. Ich hätte keine Schwierigkeit damit, so etwas wie „unpünktlich“ (ja, das bin ich leider wirklich manchmal, auch wenn daran zumindest bei 50% der öffentliche Nahverkehr schuld ist) anzugeben. Das fehlt jedoch komplett in der Auflistung. Stattdessen ringe ich mich notgedrungen dazu durch, „stur“ und „launisch“ in die engere Auswahl zu nehmen. Die Gründer von SoulMe haben mir im Vorfeld verraten, wieso man überhaupt Negatives von sich preisgeben muss: „Da wir einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten, sollen die User auf jeden Fall Charakter zeigen. Damit wollen wir uns von der Oberflächlichkeit verabschieden. Da wir nicht wollen, dass sich jeder nur von seiner besten Seite präsentiert – denn: nobody’s perfect –, haben wir uns das überlegt.“ Ich mache weiter: Nach den Charaktereigenschaften habe ich die Möglichkeit, mir drei Interessen aus 17 verfügbaren herauszusuchen, die zu mir passen. Ganz klar: „Musik“, „Fotografieren“ und „Reisen“. Das war jetzt nicht so schwer. Für die Charaktereigenschaften und Interessen haben die Gründer der App im Internet verschiedene Listen durchgesehen und aus über 1.600 möglichen eine Auswahl getroffen, mit der sich jeder grob beschreiben kann.

Per Knopfdruck zum passenden Soul

Für mein Profil muss ich mich dann nochmal für zwei positive Eigenschaften sowie eine ambivalente und eine negative Eigenschaft entscheiden, die dort auftauchen sollen. Auch, dass ich nur Männer angezeigt bekommen möchte, kann ich dort einstellen. Über einen Schieberegler kann ich jetzt bestimmen, zu wie viel Prozent meine Souls mit mir, also meinen gemachten Angaben zu Charakter und Hobbys, übereinstimmen sollen. Souls sind alle Nutzer, die sich bei der App angemeldet haben und zu einem potentiellen Freund werden können. „Unser Konzept war von Anfang an darauf ausgelegt, dass man mit der App Gleichgesinnte, Gleichdenkende und Gleichfühlende finden kann, echte Seelenverwandte, also SoulMates. Da wir allerdings unser eigenes „Wort“ kreieren und den Namen auch etwas abkürzen wollten, haben wir uns für „SoulMe“ entschieden. In der App erstellt jeder Nutzer später seinen individuellen Soul, weswegen wir auch hier das „SoulMe“ mit „text me“ oder „message me“ assoziieren wollen“, sagen die Gründer über die Auswahl des Namens für die App. Von der Grundidee bin ich begeistert. Mal gucken, wer mir jetzt so angezeigt wird, wenn ich auswähle, dass meine Souls zu 50% mit mir übereinstimmen sollen. Klar, es hat auch was, völlig unterschiedliche Eigenschaften und Interessen zu haben, aber für eine erste Kontaktaufnahme schadet es sicher nicht, wenn man doch bei manchen Sachen auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Der Algorithmus des automatisierten Matchings sucht mir nun alle Souls heraus, die mindestens die Hälfte aller eingegebenen Eigenschaften mit mir gemeinsam haben.

Finde deinen Prinzen (oder auch nicht)

Unter dem Menüpunkt „Generals“ kann ich danach festlegen, aus welchem Umkreis meine potentiellen Souls kommen sollen. Ich könnte das auch auf ganz Deutschland ausweiten, entschließe mich aber dazu, die Suche erst mal auf 50 Kilometer Umkreis zu beschränken. Nun werden mir nach und nach rund 40 Männer, manche mit Profilbild, manche ohne, präsentiert. Bei jedem sehe ich neben Alter und Wohnort auch die Entfernung zu meinem Wohnort, die drei Interessen und die insgesamt vier für das Profil ausgewählten Charaktereigenschaften. Mindestens 15 der Männer meiner Suchergebnisse sind über 40 und mindestens 15 weitere unter 20 Jahre alt. Blöd, dass ich so gar nicht nach Alter filtern kann.

Geplant für 2018: Anhand von vier Emojis sollen sich Nutzer gegenseitig bemerkbar machen können (Foto: SoulMe)

Das soll sich zum Glück im Frühjahr 2018 mit dem geplanten Update von SoulMe mit komplettem Redesign und neuen Features ändern. Dann sind zum Beispiel noch viele neue Eigenschaften und Interessen geplant, die das SoulMe-Team durch das für sie wichtige Feedback von Nutzern aufgegriffen hat. Auch wenn die Idee hinter SoulMe ist, Menschen mit ähnlichen Interessen und Charaktereigenschaften anzuschreiben, wandert der erste Blick trotzdem auf das Foto der einzelnen Nutzer. Das mag jetzt vielleicht oberflächlich klingen, aber ich möchte niemanden kontaktieren, der allein schon vom Foto her aussieht, als er sei einem Gruselkabinett entsprungen oder in einen Jungbrunnen gefallen. Auch alle ohne Profilbild fallen daher für mich raus. Von den wenigen verbleibenden Suchergebnissen schreibe ich einen 24-Jährigen und einen 26-Jährigen an, die beide wirklich sympathisch aussehen. Beide haben bei ihren Interessen ebenfalls „Reisen“ und „Fotografieren“ vermerkt. Das ist jetzt drei Wochen her. Noch heute warte ich auf ihre Antwort. Es ist, finde ich, ein Ding der Höflichkeit, wenigstens mal zu antworten, dass man kein Interesse hat oder vorher erst wissen möchte, wer sich optisch hinter einem Profil verbirgt. Aber selbst das war den werten Herren scheinbar zu viel. Auch sonst hat mich niemand von sich aus über die App kontaktiert.

Man muss es wirklich wollen

Das Konzept hinter SoulMe ist meiner Meinung nach wirklich durchdacht und gut gemacht. Doch das bringt mir leider alles nichts, wenn es an geeigneten Souls mangelt. Vielleicht probiere ich nochmal, die Suche deutschlandweit und ohne große Profilübereinstimmung auszuweiten. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll oder habe am falschen Ort gesucht. Ich habe jedoch wieder einmal festgestellt, dass ich Menschen einfach lieber im echten Leben kennenlerne und anspreche, als mich auf einen digitalen Kuppler zu verlassen. Der Versuch, eine App wie SoulMe auszuprobieren, schadet sicher nicht. Allerdings muss jeder selbst entscheiden, ob das der geeignete Weg ist, um nette Bekanntschaften zu machen oder den Partner fürs Leben zu finden.

Nicht denken, machen

Ausgedacht? Manchmal denken wir so viel, dass die Zeit zum Machen fehlt (© I-vista / pixelio.de)

Ausgedacht? Manchmal denken wir so viel, dass die Zeit zum Machen fehlt (© I-vista / pixelio.de)

Die Liste ist endlos. Fein säuberlich aufgeschrieben stehen da Dinge wie „Bewegungsmelder anbringen“, „Arbeitszimmer aufräumen“, „zum Frisör gehen“ und mehr. Die zweite Ferienwoche ist vorbei und mein Ehegatte sitzt auf dem Sofa und grübelt. „Ich hab so viel zu tun. Ich hab so viel zu tun. Was muss ich denn noch machen?“ Die Liste wächst, er überlegt, sie wächst weiter. Zwei Tage braucht er allein dafür, sich zu überlegen, wie er einen der zwei Bewegungsmelder, die sein Plan vorsieht, anbringt. Kaum will er ihn anschrauben – so richtig mit Schrauber in der Hand – wird ihm klar, dass es anders vielleicht doch besser gewesen und er überlegt weiter. Logisch, dass die Liste am Ende nicht wirklich geschrumpft ist.

Was ist es nur, dass wir manche Dinge immer wieder im Kopf durchgehen, statt einfach zu handeln. Ja, manchmal begehen wir dann Fehler und müssen den Bewegungsmelder wieder abschrauben, haben Löcher an der Decke, die wir kitten müssen oder die eben einfach nicht schön aussehen. Aber durch Fehler wird man klug, deshalb ist einer nicht genug – stand jedenfalls schon im Poesiealbum meiner Mutter. Und das Prinzip des Scheiterns hat es doch mittlerweile schon in die Liga der anerkannten Erfolgspraktiken geschafft. Manchmal müssen wir eben etwas riskieren.

Losgelegt: Manchmal müssen wir das Denken einfach sein lassen (Foto: Obermann)

Losgelegt: Manchmal müssen wir das Denken einfach sein lassen (Foto: Obermann)

Ich gebe ja zu, auch ich bin eher ein Kopfmensch. Ich liebe es, mir Szenarien zu überlegen, Details auszuarbeiten und zu planen, wie ich etwas möglichst effektiv umsetze. Das Sparschwein meines Jüngsten etwa wartete über eine halbes Jahr, ehe ich es endlich mit Acrylfarben zu dem machte, was es nun ist. Aber warum da aufhören? Wer nicht umsetzt, was er sich ausgedacht hat, wird nie erfahren, ob seine Idee etwas taugt oder einfach nur sehr phantasievoll war. Mut gehört dazu, natürlich, aber nicht jeder Bewegungsmelder ist das gleiche wie die Neugründung einer Firma.

Und wo wir gerade dabei sind: Manchmal, gerade wenn mehrere beteiligt sind, kann es gar nicht funktionieren, alle zufrieden zu stellen. Schon beim Abendessen für fünf Personen steckt immer jemand zurück, die Platzierung des Bewegungsmelders scheitert schon an der eigenen Meinungsverschiedenheit mit sich selbst. Zu handeln und etwas zu riskieren heißt eben manchmal auch, andere vor den Kopf zu stoßen. Beispielsweise bei einem schwierigen Thema wie der Flüchtlingswelle einzuschreiten, wenn andere versagen, und verzweifelnden Menschen zu helfen.

Mutiert zum Denker? Kennt jeder (© Juli Gänseblümchen / pixelio.de)

Mutiert zum Denker? Kennt jeder (© Juli Gänseblümchen / pixelio.de)

Ob in dem Fall eine Pro- und Contra- Liste wie sie manch einer gerne für seine eigenen Pläne entwirft hätte helfen können, bezweifle ich stark, denn es gibt nun mal Fälle, in denen der Bauch den Kopf um Längen schlägt. Wenn bei der Anbringung des Bewegungsmelders Lichteinfall und Radius von Bedeutung sind, geht es doch in anderen Punkten vielleicht eher um die Frage, ob wir nachts noch gut schlafen können, ob wir mit uns selbst zufrieden sind oder auch nur ein bisschen glücklicher. Gefährlich wird es allerdings, wenn der Drang zum Aufschieben pathologisch wird und in de Prokrastination endet.

Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen und solange wir unsere Träume nicht verwirklichen, können wir nicht mehr neu träumen. Dass die Bewegungsmelder ihren Weg noch diesen Sommer an ihre gut durchdachten Bestimmungsorte finden, bezweifle ich ja, aber wenn sie irgendwann einmal angebracht sind, haben sie wenigstens den besten Platz. Immerhin liegen sie schon bereit. Andere Pläne lassen sich nicht so leicht und schnell in die Tat umsetzten.

Traum und Tat: Manchmal trennt das nur ein schmaler Grat (© Bern Kasper / pixelio.de)

Traum und Tat: Manchmal trennt das nur ein schmaler Grat (© Bern Kasper / pixelio.de)

Gutes Beispiel: Manuskripte. Auf meiner Festplatte warten jetzt fünf Manuskripte auf ein Weiterleben. Vor allem Unsicherheit ist es, die mich hadern lässt. Viele Möglichkeiten, viele Ängste. Wann wage ich so viel, dass sich der Gewinn nicht mehr lohnt? Wann wird ein Traum nicht umgesetzt, sondern zerplatzt? Ja, es ist nicht leicht, den entscheidenden Schritt zu wagen und etwas von der Vorstellung in die Realität zu übertragen. Aber reicht das als Ausrede. „Nicht weil etwas schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer“, lautet ein anderes Sprichwort von Seneca. Darum versuche ich es immer mal wieder mit meinen Büchern, Geschichten, Gedichten. Darum fühlen wir uns so ehrleichtert, wenn wir doch mal einen Plan umgesetzt haben. Darum bin ich unheimlich stolz, einer Nation anzugehören, die in den letzten Tagen weltweit ein Zeichen für Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gezeigt hat. Manchmal ist es ganz einfach.

Vorschau: In zwei Wochen sagt euch Anne, wann ihre Großeltern nicht mehr wegsehen können.

Top 10 der neuen Spezies 2015

Die Entdeckungen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Jedes Jahr werden neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Bereits zuvor berichtete Face2Face von den Top 10 der neu entdeckten Spezies. Auch dieses Jahr wurde eine Top 10 Liste vom International Institute for Species Exploration (IISE) aus dem College of Environmental Science and Forestry aus New York erstellt:

  • Das Hühnchen aus der Hölle, Anzu wyliei, ist das einzige Fossil und der einzige Dinosaurier auf dieser Liste. Der gefiederte vogelähnliche Dinosaurier hatte, wie viele andere Tiere aus dieser Gruppe, zu der auf der bekannte Tyrannosaurus Rex gehört, leichte Knochen und einen papageienähnlichen Schnabel.
  • Balanophora coralliformis, ist eine parasitäre Korallenpflanze, die in einer Höhe von 1500m bis 1800m um den Berg Mingan in den Philippinen wächst und ihre Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht. Diese Spezies wurde sofort als kritisch vom Aussterben bedroht angesehen.
  • Cebrennus rechenbergi ist eine agile Spinne, die in der marokkanischen Wüste lebt und sich bei Gefahr davon macht, indem sie einen Radschlag macht.
  • Die X-Phyla ist ein multizellulärer Organismus, der einem Pilz ähnelt.
  • Die Knochenhaus-Wespe hat eine besondere Art des Nestschutzes entwickelt. Die Weibchen dieses schwarzen 1,5 cm langen Insekts legen ihre Eier in abgetrennten Zellen in hohlen Stämmen und töten, als Nahrung, je eine Spinne und legen sie mit in die Zelle. Am Ende verschließt sie dem gesamten Stamm mit 13 toten Ameisen.
  • In Indonesien fand man einen Frosch namens Limnonectes larvaepartus, der als einzige Froschart keine Eier in Wasser legt, sondern lebendige Kaulquappen gebiert.
  • Eine ganze Familie von Insekten sieht zur Tarnung aus, wie ein kleiner Zweig. Phryganistria tamdaoensis ist eine der kleineren Arten aus dieser Familie.
  • Die Seeschnecke Phyllodesmium acanthorhinum gehört zu einer Gruppe von Seeschnecken, die symbiotisch lebende Algen in ihrem Darm haben und durch diese fluoreszierend leuchten.
  • Die Weihnachtsbromelie ist eine Pflanze, die zu den Ananasgewächsen gehört. Die Einheimischen in Mexiko kennen sie schon lange und zu Weihnachtsfeiern genutzt.
  • Der Kugelfisch Torquigener albomaculosus liefert die Erklärung für ein lange ungeklärtes Mysterium. Am Meeresgrund bei Japan fanden Wissenschaftler zwei Meter breite Kreise mit geometrischen Sandskulptur-Zeichnungen. Nun stellte sich heraus, dass dies Nester sind, die von den Männchen dieser Kugelfischart gebaut werden, um Weibchen anzulocken. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern minimieren Meeresströmungen im Zentrum des Nestes. Doch diese Nester werden nur einmal benutzt und dann verlassen.

 

Die Liste der Top 10 wird erstellt, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu wecken und Aufmerksamkeit auf das Feld der Biodiversität und Taxonomie zu lenken. Die IISE hat es sich zum Ziel gemacht, zu inspirieren und zu ermutigen und den Fortschritt in der Taxonomie und die Entdeckung der Spezies der Erde zu voranzutreiben.

Top 10 der neusten Spezies 2012

Erinnert ihr euch noch? Am Anfang des Jahres haben wir einen Rückblick auf die Neuigkeiten des Jahres aus der Zoologie gemacht. Dort gab es einen Link zur Wahl der Top 10 der neuentdeckten Arten des Jahres 2012. Diese Wahl ist nun entschieden und die Ergebnisse seit Donnerstag, dem 23. Mai bekannt gegeben. Zum sechsten Mal in Folge hat die Arizona State University ihre Wahl mit Hilfe eines globalen Komitees von Taxonomisten (Wissenschaftler, die für die Klassifizierung von Lebewesen verantwortlich sind) durchgeführt. Die Bekanntmachung ist jedes Jahr am Geburtstag von Carl von Linné, einem schwedischen Naturforscher aus dem 18. Jahrhundert und Mitbegründer des modernen Klassifizierungssystems.

Nach Quentin Wheeler, Direktor des Instituts für Spezieserforschung an der ASU, sind gerade einmal 2 Millionen Spezies entdeckt von den geschätzten 10 bis 12 Millionen, die es auf der Welt gibt, und dies zähle nicht für den Großteil der mikrobiellen Welt. Seit Jahrzehnten wurden pro Jahr ungefähr 18.000 Spezies entdeckt. Doch für Wheeler ist dies nicht genug angesichts der Biodiversitätskrise, dass einige Millionen Arten das 21. Jahrhundert nicht überleben werden könnten.

Die Top 10: Alle spezies auf einem Blick (Foto: ASU)

Die Top 10: Alle spezies auf einem Blick (Foto: Pressefoto ASU)

„Wir schauen nach Organismen mit unerwarteten Eigenschaften oder Größen und nach denen, die in seltenen oder in schwierig zu erreichenden Lebensräumen leben. Wir schauen auch nach Organismen, die besonders signifikant für den Menschen sind. Diejenigen, die eine bestimmte Rolle im menschlichen Lebensraum spielen oder nahe verwandt sind“, sagte Antonio Valdecasas, Biologe und Vorsitzender des Auswahlkomitees. Damit beschreibt er die Schwierigkeit, aus so vielen Spezies eine Top 10 Liste zu wählen.

Zu den Top 10 gehören:

– Viola liliputana: Das nur einen Zentimeter große Veilchen wurde schon in den Sechziger Jahren in Peru entdeckt, aber erst im letzten Jahr beschrieben.

– Chondrocladia lyra: Die im Ozean lebenden Schwämme gehören zu den einfachsten Lebensformen. Doch dieser wie eine Harfe geformte Tiefwasserschwamm gilt sogar als fleischfressend

– Cercopithecus lomamiensis: Dier zu den Meerkatzen gehörende Altweltaffe war den Einwohnern Kongos schon lange als Lesula bekannt. Neben seinen menschenähnlichen Augen ist besonders die Blaufärbung des Skrotums und Perineums der Männchen auffällig.

– Sibon noalamina: Der Lebensraum dieser Schnecken-fressenden Schlange wird durch Erzminen in Panama stark gefährdet.

– Ochroconis anomala: Als schwarze Flecken an den Mauern der Höhle von Lascaux in Frankreich machte sich dieser Pilz im Jahre 2001 das erste Mal bemerkbar.

– Paedophryne amanuensis: Dieser sieben Millimeter große Frosch aus Neu-Guinea bekam den Titel des kleinsten lebenden Wirbeltieres.

– Eugenia petrikensis: Der zwei Meter große Strauch aus Madagaskar ist vom Aussterben bedroht.

– Lucihormetica luckae: Diese Kakerlake aus Ecuador leuchtet im Dunkeln.

– Semachrysa jade: Dieser Schmetterling aus Malaysia wurde nur entdeckt, weil der Entdecker das Foto bei Flickr hochgeladen hat.

– Juracimbrophlebia ginkgofolia: Dieses in China gefundene Fossil eines mit der Skorpionsfliege verwandtes Insekt hing von einem Baum und tarnte sich so, dass ihre Flügel aussahen, wie ein Ginkoblatt.

Die Liste der Top 10 wird erstellt, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu wecken und Aufmerksamkeit auf das Feld der Biodiversität und Taxonomie zu lenken.

 

Wenn´s kommt, dann kommt´s

Arbeit? Manchmal sieht man den Wald vor Bäumen nicht mehr. (Foto: Bartkowski)

…und leider kommt es dann auch knüppeldick. Essay, Hausarbeit, Referat, Zwischentest, ja, manchmal kann das Studieren schon stressig sein. Das musste zuletzt auch eine Freundin erfahren, die gerade – wie süß – ihr Studium angefangen hat. Von Bewerbungsdschungel bis Anmeldewahnsinn, sie hat schon alles mitgemacht. Und ich gleich mit, denn was tut man als gute Freundin nicht alles. Dutzende Angst-Nachrichten stapeln sich noch in meinem Handy und auf dem PC, weil die Gute fürchtete, es allein nicht hinzubekommen.

 Kann ich verstehen, oh ja. Als ich damals zum ersten Mal in der Uni war – lang, lang ists her, da war ich heilfroh meinen Liebsten an der Seite zu haben, der mich zumindest mental unterstützte und erst alleine ließ, als ich vor der Tür meiner ersten Veranstaltung saß und von einer Kommilitonin angesprochen wurde. Allein dafür werde ich ihn immer lieben. Die große, fremde Uni, die vielen Menschen – und ich hasse Menschenhaufen – und diese unglaubliche Hilflosigkeit, denn wie schnell findet man einen Raum nicht, oder macht sonst was Dummes. Als ich dann nach Mannheim kam, war ich vorbereitet. Ich informierte mich vorab telefonisch wegen des Stundenplans, anstatt bei der Beratung Schlange zu stehen, ich wählte im ersten Semester nicht so viel, um in die Arbeit reinwachsen zu können und ich fand mich im Irrgarten der elektronischen Datenbanken zurecht. Allerdings hatte mein Laptop erst im dritten Semester Internetzugang, Windows 7 sei Dank. Obwohl – bei meiner alten Uni hatte ich das vier Semester lang vergeblich versucht hinzubekommen.

 Aber gut, Erfahrungen teilt man ja gerne. Darum habe ich mich auch mit meiner Freundin hingesetzt, ihr gut zugeredet und geholfen. Dass sie am Ende dann doch alles anders gemacht hat, ist ihre Sache. Aus welchem Wahn bitte wählt man im ersten Semester 12 Veranstaltungen? Selbst die 10 vorgeschriebenen sind schon happig, aber 12? Ich habe dieses Semester 9 Veranstaltungen und da fassen sich einiger meiner Studienkolleginnen schon an den Kopf. Naja, vielleicht müssen die mit 12 weniger zu Hause machen, kann schon sein. Ich jedenfalls bin mit meinen 9 wirklich bestensbedient. Und dabei laufen zwei von denen als Blockseminar. Das eine hab ich schon hinter mir – Gott sei Dank – das Zweite liegt noch vor mir.

 Den restlichen Sieben ist es allerdings zu verdanken, dass ich momentan gerade selbst im Zugzwang bin. Naja, denen und meiner Schreiberei. Da muss ich innerhalb von zwei Wochen einen Essay und eine Hausarbeit fertig schrieben, eine andere Hausarbeit würde ich gerne auch schon mal schaffen, denn immerhin warten noch vier weitere auf mich. Zusätzlich bereite ich zwei Referate vor und muss für eine Veranstaltung regelmäßig vorarbeiten, weil da Texttests geschrieben werden. Undeigentlich wäre es eine ganz gute Idee für meine einzige Veranstaltung mit Klausur schon mal etwas zu lernen.

Das kommt bei raus: Mein neues Buch "In Mamas Bauch". (Foto: Obermann)

 Zudem kommt, wie gesagt, mein persönlicher Ehrgeiz. Mein Buch „In Mamas Bauch“ ist gedruckt, am 15.11 ist das offizielle Releas und schon jetzt muss ich daran arbeiten, es unter die Leute zu bringen. Um Lesungen betteln und wichtige Leute beschwatzen, die Zeitungen informierten, etc. Immerhin will ich das Buch ja auch verkauft sehen. Daneben läuft im November der Nanowrimo, der National Novel Writing Month, indem aberduzend verrückter Schreiberlinge in 30 Tagen 50000Wörte schreiben wollen, also jeweils, mit dem Anspruch, dass das ganze potentiell ein Roman sein könnte. Auch wenn da für Qualität kaum Platz ist. Trotzdem, für einen ersten Entwurf durchaus eine gute Übung, wenn man nicht ohnehin gerade 2000 Wörter pro Tag für die Uni schreiben muss.

 Zusammengefasst: Ich bin im Stress und selbst schuld daran. Was aber das Allerschlimmste daran ist: Es macht mir gar nichts aus.

 Nein, ehrlich, ich mag meine Veranstaltungen, ich habe kein Problem mit den Referaten, freue mich schon fast auf die zweite Hausarbeit und liebe es, zu schreiben. Hm. Vielleicht sollte ich mich mal an jemanden wenden, der sich mit so was auskennt…