Lesen zwischen Spaß und Pflicht

Ich gestehe, der Jahreswechsel war bei mir eher unspektakulär. Mit meiner Tochter mit Orangensaft auf dem Sofa, während der Große mit seinem Papa Wunderkerzen im Garten abgebrannt hat und der Kleinste alles verschlafen konnte. Doch als Buchbloggerin bedeutet der Jahreswechsel immer wieder einiges an tatsächlichem Neuen. Denn mit jedem Silvester gibt es neue „Lese-Challenges“, die neue „Challengeseiten“ brauchen und mein Lesejahr zumindest abstecken.

Blogger und Deutsch

Grundidee: Gemeinsam lesen (Foto: LubosHouska / pixabay.de)

Grundidee: Gemeinsam lesen (Foto: LubosHouska / pixabay.de)

Dabei finde ich das Wort Lese-Challenge  einfach grausig. Auf meinem Blog heißt der Überbegriff darum schlicht „Leseaufgaben“. Und auch das ist noch nicht wirklich genial. Denn „Lese-Challenges“ gibt es in allerlei Formen und Ausprägungen. Die Grundidee ist die, dass die Leser gemeinsam Büchern lesen und als kleiner Ansporn wird ermittelt, wer am schnellsten war oder die meisten Bücher gelesen hat. Initiiert werden die Challenges auch meist von Bloggern, ab und an aber auch von Verlagen selbst, oder aber in Zusammenarbeit. Vor allem geht es mir dabei um die Gemeinschaft. Sehen, was die anderen zu den Vorgaben gelesen haben oder feststellen, dass die gleichen Bücher gelesen wurden. Und auch das Stöbern in den Rezensionen der mitlesenden Blogger. Manche dieser Herausforderungen sind sehr frei, andere eher eng gefasst. Manchmal liest es sich in ganzen Gruppen „gegen“ andere, wie bei der „Human-Vampire-Magic-Challenge“.  Die gelesenen Bücher der Mitmachenden werden hier addiert und mit denen der anderen Gruppen verglichen. Auch das erzeugt eine Art von Gemeinschaftsgefühl. Im Grunde eine Art großer Buchclub, bei dem entweder nur Themen oder auch die einzelnen Bücher von den Veranstaltern vorgegeben werden. Dann wird über das Gelesene in verschiedenen Gruppen gesprochen oder auch nur auf Blogs rezensiert und kommentiert.

Macht das noch Spaß?
Macht das noch Spaß? Was wenn es beim Lesen nur noch um Quantität geht? (Foto: moritz320)

Macht das noch Spaß? Was wenn es beim Lesen nur noch um Quantität geht? (Foto: moritz320)

Gerade zu Beginn 2017 habe ich einige Buchblogger gefunden, die sich gegen die Aufgaben wehren. Nicht etwa, weil sie nicht gerne lesen, sondern weil ihnen der Leistungsgedanke dahinter missfällt. Das kann ich durchaus verstehen. Ich habe schon erlebt, dass Leser über 20 Bücher im Monat lesen oder es zumindest behaupten. Je nach Lebenslage ist das auch machbar – aber oft sind drei bis  sechs Bücher einfach eher machbar. Vor allem, wenn nicht nur eine „Lese-Challenge“ angegangen wird oder eben noch andere Bücher auf dem Stapel ungelesener Bücher warten. Das Belohnen  der „Fleißigsten“ mit Buchgewinnen oder ähnlichem sehe ich also kritisch. Nach der Buchmesse letztes Jahr riefen  ein paar Blogger eine Buchmesseblues-Challenge ins Leben. Da hat dann jedes gelesene Buch Lose gebracht und am Schluss wurden zwei Mitlesende gezogen. Das System fand ich viel besser, denn auch wer nur ein Buch zu den Themen lesen kann, hat doch mitgemacht und sollte die gleiche Chance bekommen, wie der Dauerleser schlechthin.

Aufgaben und Listen
Die Aufgabe? Bücher der BartBroAuthors lesen (Foto: Obermann)

Die Aufgabe? Bücher der BartBroAuthors lesen (Foto: Obermann)

Mittlerweile bin ich selbst dazu übergegangen, mich zu beschränken. Viele Ideen sind toll, aber wenn ich meine Auswahlmöglichkeiten durch so viele Aufgaben immer mehr erweitere, schaffe ich das nicht, was ich mir eigentlich erhoffe: Etwas mehr Struktur in meiner Bücherauswahl. Denn es gibt so viele gute Bücher, dass ich manchmal dastehe und einfach nicht weiß, was ich als nächstes lesen soll. Mein Kleiderschrank macht mir wesentlich weniger Probleme . Wenn ich dann aber auch die Monatsaufgabe der „Motto-Challenge“ von Weltenwanderer   schaue, fällt mir die Auswahl leichter. Oder ich orientiere mich etwas fachlicher mit der „Frauen-Lese-Challenge“ von Wortlichter. Die passt mir sehr gut, weil ich hier das Lesen für die Dissertation mit dem Blog verbinden kann. Toll finde ich aber auch Leselisten. Die „Bücherkultur-Challenge“ beispielsweise führt Klassiker (auch moderne). Die „100-Books-Bloggeredition“ ist ähnlich gestrickt und stellt sehr gute Bücher vor. Besonders freue ich mich 2017 meine eigene Liste eingeführt zu haben. Die der BartBroAuthors, zu denen ich mich seit Dezember 2016 zählen darf. Hier finde ich gerade junge, noch weniger bekannte Autoren und auf die werfen Blogger immer gerne ein Auge. Ich finde es sehr toll, durch meine kleine „Challenge“ auch weniger bekannte Bücher und Autoren auf den Plan zu rufen. Denn auch dabei geht es bei „Lese-Challenges“  immer wieder: Neues entdecken und tolle Bücher lesen.

Do-It-Yourself-Projekt: Origami-Herz-Lesezeichen

Gefaltet: Origami-Herz-Lesezeichen verschönern das Lesen (Foto: Onat)

Gefaltet: Origami-Herz-Lesezeichen verschönern das Lesen (Foto: Onat)

Ob für Verwandte, Freunde oder Verliebte gedacht – ein Origami-Herz-Lesezeichen dürfte das Herzblatt eines jeden Lesefreundes sein, da es Eselsohren ein stilvolles Ende bereitet. Es lässt sich nicht nur – auch als Laie der asiatischen Papierfaltkunst – blitzschnell und einfach in wenigen Schritten herstellen, sondern verschönert zudem jedes Buch. Daher eignet sich das romantische Lesezeichen sowohl für die heimische Lektüre als auch als Geschenk für Buchstabenfans jeden Alters.

Materialien:

  • quadratisches Papier, Größe nach Belieben
  • nach Bedarf eine Schere und ein Klebestreifen

Anleitung:

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 1 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 1 (Foto: Onat)

1. Für das Origami-Herz-Lesezeichen wird quadratisches Papier benötigt, welches aus Origami- und Washi-Papier, aber auch aus normalen sowie bunten Blättern oder Geschenkpapier gewonnen werden kann. Zunächst das Blatt einmal von oben nach unten falten. Wer mag, kann dieses an der Faltstelle durchschneiden, um zwei Lesezeichen herzustellen. Ob zerteilt oder am Stück gelassen – das entstandene Rechteck wird erneut von rechts nach links bis zur Hälfte gefaltet.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

2. Nun das Papier von der rechten zur linken Seite bis zur Mitte falten und wieder öffnen, sodass die Faltstelle gut sichtbar ist. Entlang dieser Stelle werden nämlich die rechte und die linke Hälfte diagonal nach oben gefaltet.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 3 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 2 (Foto: Onat)

3. Das Blatt wenden, sodass die dreieckige Lasche, die beim Origami-Herz-Lesezeichen später an die Buchseite gesteckt wird, nach vorne zeigt. Das Stück oberhalb dieser Lasche bis zur Mitte falten und wieder öffnen. Anhand der neu entstandenen Faltlinie wird dasselbe Stück erneut bis zur Mitte gefaltet und geschlossen gehalten.

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 4 (Foto: Onat)

Origami-Herz-Lesezeichen: Schritt 4 (Foto: Onat)

4. Oben die inneren und äußeren Ecken zu kleinen Dreiecken einfalten, um das Herz abzurunden. An dieser Stelle braucht das Origami-Herz-Lesezeichen nur ein letztes Mal gewendet werden, um sogleich an eine Buchseite geheftet werden zu können. Wer die beiden Hälften des Herzes fixieren möchte, kann vor dem Wenden noch einen kleinen Klebestreifen anbringen.

2016: Ein Jahr für Bücherwürmer

Für alle Musikbegeisterten unter euch hat Vanessa Anfang Januar einen Ausblick auf den Festivalsommer 2016 gegeben. Doch auch für alle, die es etwas kuschliger mögen – sich mit einer heißen Schokolade und einem gemütlichen Buch in die Leseecke mümmeln – hat das neue Jahr einiges zu bieten. Diese Highlights dürfen Leseratten und Bücherwürmer 2016 nicht verpassen:

International Book Giving Day

International Book Giving Day 2016

Galaktisch: Das diesjährige Logo wurde vom britischen Illustrator Ben Newman gestaltet (Foto: Newman)

Für die einen ist der 14. Februar ein Tag voller Rosen, Schokopralinen und Liebesgeflüster. Für Bücherfreunde ist es der Tag um die Liebe am Lesen zu teilen. In Deutschland liest immerhin fast jedes zweite Kind ein- oder mehrmals die Woche ein Buch. Damit dies auch in anderen Ländern möglich ist, spenden am 14. Februar viele Organisationen Bücher an Kinder in Entwicklungsländern. Wenn du dich beteiligen willst, kannst du diese Organisationen unterstützen. Oder verschenke Bücher an Familie und Freunde, lege sie in Wartezimmer beim Kinderarzt aus oder spende deine alten Bücher an Kinderkrankenhäuser oder -grippen.

Leipziger Buchmesse 2016

Vom 17. bis 20. März begibt sich Leipzig wieder auf eine literarische Entdeckungsreise um die Welt, so das Motto des größten Lesefests in Europa. Ein guter Jahresauftakt für Leseratten um Neuheiten, Trends und alte Schmöker der Bücherwelt zu entdecken.

Neuheit in diesem Jahr: mit der Startup-Plattform Neuland 2.0 will die Leipziger Buchmesse (LBM) Unternehmen die Möglichkeit geben, innovative, technikgetriebene Ideen für die Buch- und Medienbranche zu präsentieren. Für Cosplay- und Manga-Begeisterte findet in einer separaten Halle die Manga-Comic-Con 2016 (MCC) statt. Wer sich schon mal einen Eindruck verschaffen möchte, darf den Artikel von Frances zur LBM 2015 lesen.

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Leipzig liest: Der Büchermarkt 2015 schrumpfte um 1,7 Prozent, doch die Leipziger Messe will mit neuen Ideen wie „Neuland 2.0“ weiter wachsen. (Foto: Leipziger Messe GmbH / Uli Koch)

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UNESCO-Welttag des Buches: Die Aktion wird in Deutschland vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Stiftung Lesen, der Deutschen Post, dem ZDF, dvj und cbj gesponsert. (Foto: Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

Welttag des Buches

Am 23. April heißt es wieder einmal: Ich schenke dir eine Geschichte! Ähnlich wie am International Book Giving Day möchten Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen Kinder der vierten und fünften Klassen bundesweit fürs Lesen begeistern. Lehrer müssen ihre Schüler allerdings selbstständig für diese Aktion anmelden, damit diese teilnehmen können. Alle Bücherwürmer sind dazu aufgerufen, Bilder mit ihren Lieblingsbüchern auf einer virtuellen Fotowand zu posten. Die beliebte Aktion „Lesefreunde“ findet dieses Jahr leider nicht statt. Vor zwei Jahren konnte man sich registrieren und aus einer Liste mit elf Titeln Lieblingsbücher auswählen. Die Gewinner bekamen ein Buchpaket geschickt, dessen Inhalt sie mit ihren Freunden, Bekannten und Lesemuffeln teilen konnten. Vielleicht ist es 2017 wieder soweit!

Frankfurter Buchmesse 2016

Der Bücherherbst steht vom 19. bis 23. Oktober wie jedes Jahr ganz im Zeichen der Frankfurter Buchmesse, dem Mekka für Bücherwürmer. Im vergangenen Jahr standen die Besucher im Zauber des Gastlandes Indonesien. Dieses Jahr sind unsere Nachbarn aus Flandern und den Niederlanden zu Besuch.

Unser neues Motto: Der Thiele-Verlag bringt es auf den Punkt (Foto: Peternek)

Unser neues Motto: Der Thiele-Verlag bringt es auf den Punkt (Foto: Peternek)

Die FilmKunstKultur-Redaktion wünscht euch viel Spaß beim Schmökern, Bücherlisten füllen und Verschenken!

Welttag des Buches

Grund zum Feiern: Der Welttag des Buches (Logo frei von Blogger schenken Lesefreude)

Grund zum Feiern: Der Welttag des Buches (Logo frei von Blogger schenken Lesefreude)

Mittlerweile hat sogar (Pi) einen eigenen Tag, an dem dieses mathematische Wunder gefeiert wird, wen wundert es, wenn auch das Buch einen sogenannten Welttag bekommt. Auch wenn ich es fraglich finde, die Tage irgendwelchen Dinge zu widmen, nun sogar mehreren Dingen pro Tag, weil es so viel mehr Dinge, als Tage gibt, gibt es auch immer mal wieder schöne Aktionen zu diesen Tagen, die sich lohnen. So gibt es zum Welttag des Buches am 23.04.2014 die Kampagne „Blogger schenken Lesefreude“.

Unter „Blogger schenken Lesefreude“ sammeln sich engagierte Blogger, deren Internettagebücher gar nicht zwangsläufig etwa mit Literatur zu tun haben müssen. Jeder Blog verschenkt, besser gesagt verlost am Welttag des Buches ein oder mehrere Bücher. Dabei kommen nicht nur die unterschiedlichsten Bücherfreunde und ihre Blogs zusammen, sondern natürlich auch die unterschiedlichsten Bücher. Auch ich selbst habe mich entschieden, dieses Jahr mitzumachen. „2013 nahmen über 1000 Blogs teil und es erschienen Artikel im “Bücher Magazin”, im Boersenblatt, im Buchmarkt sowie auf vielen Blogs“, wissen die Initiatorinnen Christina und Dagmar auf ihrer Internetseite zu berichten.

Nun könnt ihr fragen: Warum das Ganze? Klar – Welttag des Buches – das hat schon irgendwas mit Büchern zu tun. Aber warum nicht selbst kaufen, sondern auch noch verlosen? Auf der einen Seite kommt das natürlich den Blogs zu gute, die sich über viele neue Besucher freuen können. Viel wichtiger finde ich aber, den Punkt, den auch die Initiatorinnen ansprechen: „Am Welttag des Buches möchten wir unsere Lese-Begeisterung in die Welt hinaustragen und andere damit anstecken.“ Denn Lesen ist wichtig in unserer Gesellschaft. Es bildet, es ist Entspannung und Kommunikationsmittel, es kann begeistern und Diskussionen anregen.

Keine Leseratte? Der Welttag des Buches will auch neue Leser begeistern (©Bernd Kaspar / pixelio.de)

Keine Leseratte? Der Welttag des Buches will auch neue Leser begeistern (©Bernd Kaspar / pixelio.de)

Und obwohl es viele Menschen gibt, die täglich lesen, in Zügen, im Bett, auf dem Sofa oder auf der Arbeit, gibt es viele Menschen, die freiwillig kein Buch anrühren. Mein bester Freund aus dem Deutsch-Leistungskurs war so einer. Er las nur widerstrebend die Texte für die Schule und nie etwas darüber hinaus. Meine Oma hat in ihrem Leben noch nichts anderes als ein Kochbuch in die Handgenommen – von meinen Büchern vielleicht abgesehen. Ganz anders meine andere Oma, deren Bücherregal mir noch heute eine Welt mit ungeahnten Möglichkeiten eröffnet. Mein Bruder wieder hat etwa vier Bücher zu hause, die alle ich ihm geschenkt habe – mit möglichst vielen Bilder und lustigen Sprüchen.

Niemand soll natürlich zum Lesen gedrängt werden, doch manch einer hat es einfach noch nicht richtig ausprobiert oder findet einfach keine Zeit zum Lesen, geschweige denn zum Aussuchen des Richtigen Lesestoffs unter all den Angeboten. Ein gelostes Buch aber, ein gewonnenes, hat die Mystik eines Erfolgs, etwas Besonderes, bei dem man nur gewinnen kann.

Wie lange die unterschiedlichen Verlosungen von „Blogger schenken Lesefreunde“ dauern, ist den jeweiligen Seiten überlassen. Bei mir haben die Leser eine Woche Zeit, mitzumachen. Manch ein Verloser wird auch eine kleine Aufgabe stellen, so dass die potentiellen Gewinner sich nicht gänzlich auf ihr Glück verlassen können. Über 600 Blogs sind bereits angemeldet und noch kann jeder mitmachen, der will. Jeder, der will, kann übrigens auch bei den Verlosungen mitmachen. Die Teilnehmerliste gibt es auf der Seite der Aktion und dann heißt es am 23.04.2014, sich durch die Blogs zu klicken und auszusuchen, welche Bücher denn gefallen könnten. Von meiner Seite aus schon einmal viel Spaß und einen schönen Welttag des Buches.

Vorschau: Nächste Woche sagt uns Sascha hier seine Meinung zur Hyper-Mobilitäts-Gesellschaft.

Schon gelesen – mit jedem Buch eine Herausforderung

Ein Stück meines SuB - Stapel ungelesener Bücher (Foto: Obermann)

Ein Stück meines SuB – Stapel ungelesener Bücher (Foto: Obermann)

Ich bin das, was man gemeinhin als Bücherwurm bezeichnet. Wir selbst nennen uns lieber bibliophil. Das vermeidet die Verwechslung mit einem Insekt und klingt auch gleich viel schöner. Außerdem sagt bibliophil aus, dass Bücher eben nicht nur gefressen werden, wie das Bild des Bücherwurms es mit sich bringt, sondern dass Bücher geliebt werden. Und obwohl meine Leidenschaft für Bücher mir seit langem bekannt ist, habe ich sie schändlich vernachlässigt. Zwischen Windeln wechseln, Recherchen und Artikel schreiben habe ich meine Abende nach erfolgreichem ins Bett bringen der Kinder nicht etwa mit einem guten Buch verbracht, sondern mit Fernsehen. Meist waren das noch nicht mal gute Filme sondern schlechte Wiederholungen von noch schlechteren Serien.

Einmal durchs Regal: Jeden Monat neue Aufgaben (© Sari von Saris Bücherwelt)

Einmal durchs Regal: Jeden Monat neue Aufgaben (© Sari von Saris Bücherwelt)

Das sollte sich ändern. Ich wollte zurück zum Buch. Darum habe ich mich nach so genannten Lesechallenges umgesehen und eine gefunden, die mir bietet, was ich wollte. Die Herausforderungen werden monatlich ein Jahr lang von den Initiatoren veröffentlicht und müssen dann von den Teilnehmern erfüllt werden. Die Aufgabe kann sein, einen Krimi zu lesen oder einen Liebesroman, ein Buch mit rotem Einband oder eines mit nur einem Wort im Titel. Ich habe mich für „Einmal durchs Regal“ entschieden. Da gibt es jeden Monat eine Hauptaufgabe und zwei Nebenaufgaben. Alle Bücher müssen mindestens 200 Seiten haben. Zusätzlich gelesenes kann auch angerechnet werden. Einzige Voraussetzung: Ich muss auf meinem Blog eine Seite für die Aufgaben erstellen und dort wenigstens ein Kurzfazit einstellen oder den Link zu meiner Rezension hinterlegen. Zusätzlich gibt es zur Organisation eine Facebookgruppe. Monatlich zählen die zwei Initiatorinnen die Punkte zusammen, die es fürs Lesen und Rezensieren gibt.

Genug Lesestoff? Mein Regal ist gut gefüllt (Foto: Obermann)

Genug Lesestoff? Mein Regal ist gut gefüllt (Foto: Obermann)

Für meine Leseabende habe ich so ganz neuen Antrieb bekommen. Immerhin will ich ja die Herausforderungen, die ich angenommen habe, auch erfüllen. Auch wenn das heißt, dass ich in eher ungeliebten Genres neue Wege bestreiten muss. Immerhin kann ich so auch Neues kennenlernen und auch Bücher, die mir nicht so gefallen, können noch ihre Überraschungen bereit halten. So war der Liebesroman, den ich im Januar lesen sollte mit „Verdammt, er liebt mich“ ganz gut besetzt. Mal ganz abgesehen von den Genres, die mir ohnehin gefallen. Mit den Rezensionsexemplaren für „Blogg dein Buch“ und etwaige Verlage sowie den Büchern, die ich für die Uni lesen muss, komme ich ohnehin auf einen beträchtlichen Stapel an Lesestoff.

Immerhin gibt es von den Initiatorinnen Sasija und Michelle auch etwas zu gewinnen, einmal nach der Hälfte und dann noch einmal zum Ende des Jahres. Manche haben zum Auftakt auch schon gut vorgelegt, mit über 1000 Seiten pro Buch. So viel kam bei mir noch nicht zusammen. Aber auf das Jahr bleibt abzusehen, wie viel Seiten am Ende gelesen sind und wer auf halber Strecke liegen bleibt. So oder so habe ich schon jetzt so viel Lesevergnügen gehabt wie schon lange nicht mehr. Etwa durch die „Pan-Trilogie“, die ich für den Januar angefangen und vor lauter Begeisterung schon zu Ende gebracht habe, oder Terry Pratchetts „Mort“, das für die Freunde der Scheibenwelt schon fast ein Klassiker ist. Ihr seht, ich bin da ganz in meinem Element und das wird wohl nicht meine letzte Herausforderung bleiben.

Vorschau: Sascha frägt sich nächste Woche, ob immer alles neu sein muss, oder nicht auch mal gebrauchtes reicht.

Ein gut gemeinter Rat

Bücherregale voller unbekannter Werke machen es dem unentschlossenen Leser nicht leicht.

Überwältigendes Angebot: Was soll man bei der Fülle an Bücher nun lesen? (Foto: T. Gartner)

Ich stehe mal wieder vor meinem prall gefüllten Bücherregal und blicke über die Buchrücken auf der Suche nach neuem Lesestoff. Das ist mitunter gar nicht so einfach, denn manchmal frage ich mich, ob ich mich mit meinen Lesevorlieben nicht verrenne.Was sollte ein durchschnittlich gebildeter Mensch gelesen haben? Welches Genre, welche Epoche, welche Autoren sind besonders vielversprechend? Und welche konkreten Werke dürfen auf keinen Fall fehlen?

So viele Fragen und mit Sicherheit ebenso viele Antworten. Denn jeder hat seine persönliche Lieblingslektüre. Dem einen mundet Fantasy, der andere zieht Krimis oder Thriller vor, wieder einem anderen hat es die deutsche Nachkriegsliteratur angetan. So geht mir persönlich – im Bereich der deutschsprachigen Literatur – nichts über Hesse und Kafka. Mein absoluter Liebling ist und bliebt Hermann Hesses „Siddharta“, wahrlich ein Werk der Erleuchtung.

Doch das bringt uns nicht wirklich weiter bei unseren Fragen vom Anfang. Eine mögliche Antwort wäre ein literarischer Kanon, eine ausgewählte Zusammenstellung von lesenswerten Werken. Als Beispiel sei an dieser Stelle „Der Kanon“ von Marcel Reich-Ranicki genannt.

 „Der Kanon“ empfiehlt literarische Werke zur Lektüre, die nach Ansicht Reich-Ranickis besonders gehaltvoll und lohnend seien. Im Bereich der Romane finden wir unter anderem Johann Wolfgang von Goethes „Wahlverwandtschaften“, Heinrich Manns „Professor Unrat“ und Günter Grass mit „Die Blechtrommel“. Zu meiner besonderen Freude haben es auch Kafka und Hesse in die Anthologie geschafft.

Natürlich kann ein Kanon nicht alle Werke umfassen, die tatsächlich gut sind. Reich-Ranicki selbst hat schon vor der Veröffentlichung seiner Zusammenstellung immer wieder betont, dass es schlicht eine Auswahl sei, die er getroffen habe. Der Kanon war von Reich-Ranicki nie als Dogma gedacht. Er ist eine Empfehlung – nicht mehr und nicht weniger. Immerhin hat auch Reich-Ranicki nicht alles gelesen, was es zu lesen gab.

Ein Buch soll unterhalten und gelichzeitig neue Perspektiven liefern.

Hohe Ansprüche: Jeder stellt an seine persönliche Lektüre spezielle Anforderungen (©birgitH/Pixelio.de)

Aber auch wenn ein literarischer Kanon nie mehr als ein gut gemeinter Rat ist: Kann es denn schaden auch – sagen wir einmal – Goethe zu lesen? Ich selbst bin beileibe kein Goethe-Fan. Faust I fand ich toll, doch mit Faust II war es dann aus mit Goethe, das war dann doch zu viel des Guten … Trotzdem: Ich finde, es schadet nicht, ab und an mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, etwas zu lesen, das man so vielleicht nie gelesen hätte.

Das ist es dann auch, was ein literarischer Kanon leisten soll. Er kann motivieren, sich mit anderen Autoren, Epochen und Genres auseinanderzusetzen. Deswegen muss der Lieblingskrimi ja nicht gleich als Stütze für den Wohnzimmertisch enden. Bei meiner Suche im Bücherregal bin ich schließlich bei „Die Radsport-Mafia“ von Tyler Hamilton hängen geblieben. Kann ich nur empfehlen – auch denjenigen, die keinen Fetisch fürs Radfahren pflegen.

Im Grunde verhält es sich nämlich so: Jeder hat seine Präferenzen und Neigungen, jeder hat seinen eigenen „Kanon“. Am besten wäre es in der Tat, wenn sich jeder seine persönliche Leseliste zusammenstellt. Einzige sinnvolle Auflage dabei: Es sollte jede Epoche vertreten sein. Nicht nur zeitgenössisches Literatur, aber eben auch nicht nur „alte Schinken“. So können wir neue Perspektiven und Sichtweisen entdecken und müssen trotzdem nichts lesen, das uns aufgezwungen wird. Für mich beispielsweise kämen Bücher im Stile Konsaliks beim besten Willen nicht in Frage – ich kann mir nicht helfen, Liebesromane tun mir einfach nur weh.

Den größten Nutzen bringt eine solche persönliche Liste vor allem dann, wenn man sie mit anderen teilt und sich gegenseitig anregt. Vielleicht findet sich in der Auswahl des besten Freundes ja ein Buch, das unglaublich interessant erscheint, das uns gefallen könnte. Also: Habt ihr schon euren eigenen „Kanon“?

Vorschau: Nächste Woche heißt es bei Eva ran ans Werk: Es geht um LEGO, das Bauen der Großen und der Kleinen.

Analphabetismus – wie viel Lesenkönnen reicht

Von klein auf: frühe Förderung kann Analphabetismus verhindern (Foto: Obermann)

Von klein auf: frühe Förderung kann Analphabetismus verhindern (Foto: Obermann)

Ich liebe es, zu lesen. Meine Bücherregale quillen über und zum Gute-Nacht-Ritual meiner Kinder gehört, dass ich ihnen vorlese. Meine Mutter macht mir dabei manchmal den Vorwurf, ich lese zu schnell, doch mein Sohn kommt ohne Probleme mit. Wenn dagegen mein Schwiegervater zum Buch greift, graut es mir. Monoton geht es da zur Sache. Noch schlimmer wird es bei meiner Großmutter, die mitunter manches Wort zweimal lesen muss. In solchen Momenten denke ich an meine Mitschülerin aus dem Abitur. Meine Mitschülerin hatte es ohne Probleme bis zur dreizehnten Klasse geschafft. Sie war nicht dumm und hatte ganz gute Noten. Doch wehe, sie musste vorlesen. Aus einem fünf Zeilen Absatz wurde da der metaphorische Mount Everest. Wort für Wort ging es da voran, stockend und langsam, ohne Zusammenhang und manchmal auch ohne Sinn. Das Abitur hat sie geschafft, aber ich wette fast, dass sie ihren Kindern nur selten etwas vorlesen wird.

Im Oktober erst habe ich erfahren, Menschen wie meine Mitschülerin gibt es mehr, als ich dachte. „Jeder sechste Erwachsene kann nur lesen wie ein Zehnjähriger“ stand da in den Überschriften der Zeitungen. Dabei bezogen die sich auf den aktuellen Pisa-Test für Erwachsene, kurz PIAAC, der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). 16 bis 65 Jahre waren die Teilnehmer der EU-Studie, die eben auch auf Leseverständnis getestet wurden. 17,5 Prozent der Erwachsenen Deutschlands können demnach gerade mal auf Grundschulniveau lesen und schreiben. Das reicht, um Texte Wörtchenweise vorzulesen, um einfache Aufgabenblätter und Einkaufszettel zu lesen, um Kurznachrichten zu schreiben. Es sind Menschen, die unter den Tisch fallen, weil sie eben noch keine Analphabeten sind, aber dennoch beim Lesen und Schreiben auf der Strecke bleiben.

Fremde Welten? Noch immer können viele Deutsche nicht richtig lesen und schreiben (Foto: T.Gartner)

Fremde Welten? Noch immer können viele Deutsche nicht richtig lesen und schreiben (Foto: T.Gartner)

Dabei ist der Begriff ‚Analphabetismus‘ dehnbar. Laut dem Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. wird zwischen jenen unterschieden, die nie Lesen oder Schreiben gelernt haben (primärer Analphabetismus) und denen, die Kenntnisse zwar einst erworben hatten, sie aber wieder vergessen haben (sekundärer Analphabetismus). Darüber hinaus gibt es den funktionalen Analphabetismus. „Innerhalb der entwickelten Industriestaaten mit ihren hohen Anforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache müssen auch jene Personen als funktionale Analphabeten gelten, die über begrenzte Lese- und Schreibkenntnisse verfügen“ heißt es auf der Seite des Landesverbandes. In puncto Lesen würde meine Mitschülerin aus dem Abitur demnach durchaus in die Sparte Analphabetismus fallen, Schreiben konnte sie dagegen ohne Probleme.

Wenn schon meine leseschwache Mitschülerin das Abitur schaffen konnte, ist es wenig verwunderlich, wenn Analphabeten, die wesentlich schlechter  lesen und schreiben können, auch ihren Abschluss machen. Die Süddeutsche berichtete vor Kurzem von einem 25-Jährigen, der ohne jegliche Lese- und Schreibkenntnisse den Hauptschulabschluss schaffte. 2011 zeigte die LEO-Studie, die Literarität von Erwachsenen untersucht hat, dass 7,5 Millionen Deutsche funktionale Analphabeten sind, davon haben 300.000 Menschen keinerlei Lese- und Schreibkenntnisse. 300.000 Menschen, die kein Buch lesen können, keine Beipackzettel, keine Einkaufslisten, keine Rezepte oder Straßennamen. Der Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. bietet auf seiner Internetseite die Funktion, Absätze auch vorlesen zu lassen, so dass Betroffene dort auch ohne lesen zu können an Informationen kommen, sofern sie jemanden finden, der ihnen die Internetadresse eingibt.

Einfach Losschreiben? Analphabetismus ist noch immer weit verbreitet (©Rainer Sturm/ pixelio.de)

Einfach Losschreiben? Analphabetismus ist noch immer weit verbreitet (©Rainer Sturm/ pixelio.de)

Diese aktuellen Studien zeigen aber auch, dass Analphabetismus zwar öfter in bildungsfernen Schichten und bei älteren Generationen auftritt, als bei jungen, bildungsnahen Menschen. Doch auch dort tritt er auf. Vielleicht nur ansatzweise wie bei meiner Mitschülerin aus dem Abitur oder auch primär, wie bei dem jungen Mann, den die Süddeutsche in ihrem Artikel vorstellt. Hilfe anzubieten ist mindestens so schwer, wie zuzugeben, dass man Hilfe braucht. Niemand gibt gerne zu, dass er nicht lesen kann, aber jemandem vorzuwerfen, er könne es nicht, das würde mir zumindest auch schwer fallen. Gerade in meiner vom Lesen und Schreiben geprägten Welt scheint es wie ein Sakrileg jemandem so etwas zu unterstellen.

Um die Zahl der deutschen Analphabeten zu verringern, muss sich also mehr verändern, als dass nur die Analphabeten sich bekennen. Jeder muss hellhörig werden und Hilfe ermöglichen. Lese- und Schreibkurse werden an Volkshochschulen und vom Landesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. regelmäßig angeboten. Dabei geht es nicht darum, einen zum Vielleser auszubilden, sondern zu helfen, dass jeder sich auch in der uns umgebenden Schriftwelt zurechtfindet. Es geht nicht darum, jemanden bloßzustellen, denn dass jemand durchs System rutscht und am Ende nicht lesen und schreiben kann, kann viele Schuldige haben. Es geht darum, dass wir unser Lesenkönnen nicht so selbstverständlich nehmen und darum auch aufmerksamer werden, wenn jemand eben da Defizite zeigt. Ein bisschen mehr aufeinander achten, damit andere im Notfall auch auf einen selbst achten können.

Vorschau: Nächste Woche erklärt euch Alexandra, was sich hinter dem Begriff „Lookism“ versteckt.

Preview: Februar 2013

Der Januar bei Face2Face war so vielfältig wie die Wetterkapriolen im ersten Monat des neuen Jahres: Thai-Robic im Fitness-Test, gute Vorsätze für 2013 und die aktuelle politische Sexismus-Debatte.

Und genauso kunterbunt geht es im Februar auch weiter: Die Musik-Redaktion beschäftigt sich mit Helden in der Musikszene, im Sport lest ihr die Ergebnisse des Super Bowls und die FilmKunstKultur-Redaktion stellt euch das Odeon-Kino in Mannheim vor. In der Tier&Umwelt-Rubrik bleibt es mit Tierspuren im Schnee winterlich. Sommerliche-heiß wird es dagegen in der Reise-Rubrik mit dem Mentalitätencheck Australien. Die Tipps&Tricks-Redaktion widmet sich unter anderem dem Thema PC-Spielsucht und unsere Mode-Autoren vergleichen verschiedene Beautybox-Abos. Erfahrungen aus einem Malkurs schildern die Face2Face-Kolumnisten und im Panorama steht uns Schauspieler Matthias Schweighöfer in einem Interview Rede und Antwort zu seinem neuen Film Der Schlussmacher.

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Lesetipps für kalte Wintertage – die Lieblingsbücher der FilmKunstKultur-Redaktion

Von links: Vanessa Betz, Nadine Schwalb, Mirja Schmidt und Annika Wagner (Fotos: Privat)

Von links: Vanessa Betz, Nadine Schwalb, Mirja Schmidt und Annika Wagner (Fotos: Privat)

Um ein paar der hier aufgeführten Bücher in Geschenkpapier eingewickelt unter den Weihnachtsbaum zu legen, ist es jetzt zu spät. Dennoch verraten euch die Mädels der FilmKunstKultur-Rubrik, welche Werke sie zu ihren Lieblingsbüchern zählen und gerne weiterempfehlen.

Eines der absoluten Lieblingsbücher von Vanessa Betz (21) ist der Roman Am Ende des Schweigens von Charlotte Link. Vanessa hat bereits einige Bücher der deutschen Autorin gelesen und istbegeistert von ihrem außergewöhnlichen Schreibstil. Besonders der Überraschungseffekt und die Spannung, die einen bis zur letzten Seite fesselt, macht „Am Ende des Schweigens“ zu einem ihrer Favoriten. Das Buch erzählt eine tiefgreifende Geschichte über drei befreundete Ehepaare, die seit Jahren ihren Urlaub in dem gemeinsamen Ferienhaus in Stanbury verbringen. Doch die scheinbare Harmonie zwischen den Freunden und auch zwischen der Ehepartner trügt – das Anwesen in Stanbury wird zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens, woraufhin endlich das jahrelange Schweigen gebrochen wird und die Wahrheit ans Licht kommt. „Wer gerne spannende Erzählungen mit psychologischer Raffinesse liest und eine Liebe für Geschichten mit dunklen Familiengeheimnissen hat, dem wird dieses Buch sicher gut gefallen! Perfekt für die grauen Wintertage!“, empfiehlt Vanessa.

Sie habe kein Lieblingsbuch, sondern eine Lieblingsreihe , so Mirja Schmitt (36). Die acht aufeinanderfolgenden Bände des Turm-Zyklus  seien zu Recht das Lebenswerk des Horrorautors Stephen King. „Das Epos ist eine gekonnte Mischung aus Fantasy, Horror und Western“, so die 36-Jährige. Fantasy- und Horrorfreunde sollten diese Reihe also nicht links liegen lassen.

Empfehlenswert: Der Außenseiter von Sadie Jones. (Foto: Schwalb)

Sich auf ein Lieblingsbuch festzulegen fällt der Leiterin der FilmKunstKultur-Redaktion Nadine Schwalb (20) sehr schwer, jedoch hat sie mit Freuden Sadie Jones‘ Debütroman der Außenseiter gelesen, in dem die Autorin die Leser in ein England der Nachkriegszeit entführt. In der Kleinstadt Waterford lebt der 10-jährige Lewis. Er wird einem wildfremden Mann vorgestellt, der all die Jahre im Krieg war – seinem Vater. Kurz darauf wird er Zeuge des tragischen Todes seiner Mutter. Das Trauma, das er erleidet und das Unverständnis, mit dem ihm begegnet wird, machen ihn zum Außenseiter. Aufgrund einer kriminellen Handlung muss er zwei Jahre ins Gefängnis. Als er als 17-Jähriger wieder nach Hause zurückkommt und auf einen Neuanfang hofft, bleibt ihm dieser jedoch verwehrt. Jones schildert wortgewandt die ergreifende Geschichte eines Heranwachsenden, dessen Hilferuf nicht erhört wird und der sich daraufhin in einen Strudel aus Alkoholismus und Selbstverletzung stürzt. „Ich konnte nicht nur mit dem Protagonisten mitfiebern, das Buch hat mir auch einige Gedankenanstöße gegeben“, so die Face2Face-Mitarbeiterin.

Lesenswert: Die englische Version der Bücherdiebin. (Foto: Wagner)

Annika Wagner (25) empfiehlt: Die Bücherdiebin: Ein Buch wie ein Schlag in die Magengrube: Der australische Autor Markus Zusak erzählt die Geschichte der kleinen Liesel Meminger, die gemeinsam mit ihren Zieheltern Hans und Rosa Hubermann versucht die Armut, den Hunger und die Angst, die der Zweite Weltkrieg mit sich bringt, zu überstehen. Dabei beschreibt Zusak den Alltag in der Himmelstraße in Molching, einem Vorort von München so bestechend ehrlich, wie sonst nur die eigenen Großeltern vom Krieg erzählen können. Trotz der düsteren Umstände ist die Geschichte voll Herz und liebenswerter Charaktere, deren Schicksale den Leser nicht mehr loslassen. „Die Bücherdiebin ist eben nicht nur eine Erzählung von Krieg und Zerstörung, sondern von der Magie der Worte und Geschichten“, findet Wagner.

Vorschau: Im neuen Jahr erfahrt ihr von Vanessa etwas zum Thema „Gute Vorsätze für das neue Jahr“.

 

 

Acht Tipps für einen gemütlichen Abend unter Freunden

Ein Blick aus dem Fenster und so manchen graut es bei den eisigen Temperaturen auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Schnell ist klar, dass man seine freie Zeit gemein­sam mit Freunden im gemütlichen und warmen Heim verbringen möchte. Damit aber Lan­geweile nicht vorprogrammiert ist, verrät euch Face2Face hilfreiche Tipps für gelungene und abwechslungsreiche Abende unter Freunden.

1. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Bei einem gemütlichen Abend dürfen Getränke und Snacks auf keinen Fall fehlen, denn Hunger und Durst können schnell für schlechte Laune sorgen. Wer alkoholische Getränke und richtige Mahlzeiten möchte, sollte den Kostenfaktor mit Freunden besprechen, damit dies in einem fairen Rahmen bleibt. Grundsätzlich ist es praktisch, wenn jeder eine Klei­nigkeit mitbringt. Eine im Hintergrund laufenden Musik kann die gemütliche Atmosphäre vollenden. Allerdings sollte diese weder aggressiv noch zu melancholisch sein und vor al­lem die Kommunikation nicht behindern. Damit es aber auf Dauer nicht langweilig wird, sollten einige Beschäftigungsideen für den Abend angeboten werden, zu denen die Tipps&Tricks-Redaktion für euch ein paar Ideen gesammelt hat.

Jedoch vorweg: Zu viele Köche verderben den Brei. Für das Gelingen eines gemütlichen Abends ist es besser sich auf nur wenige Aktivitäten zu beschränken, als sich möglichst viel vorzunehmen.

2. Filme- und Serienabend

Viele Freunde treffen sich, um gemeinsam Filme oder Serien zu schauen. Dabei empfiehlt es sich, mehrere Filme und Serien verschiedenster Genres zur Auswahl zu stellen oder vorher Absprache zu halten. Für einen authentischen, lustigen und nicht alltäglichen Abend kann ein Motto festgelegt werden, nachdem sich alle richten sollten, wie zum Bei­spiel sich passend zum Horrorabend als eine bekannte Schreckensgestalt verkleiden oder bei Möglichkeit das Zimmer dementsprechend zu dekorieren.

3. Traditioneller Gesellschaftsspielabend

Besonders amüsant für gemütliche Abende mit Freunden: traditionelle Gesellschaftsspiele (Foto: Sharifi)

Fast in Vergessenheit geraten sind die Gesellschafts- und Brettspiele, welche die meisten von euch sicher noch aus ihrer Kindheit kennen. Oftmals hat man schöne Stunden mit der Familie und Freunden verbracht und erinnert sich an den großen Unterhaltungswert. Mau Mau oder Uno sind ty­pische Kartenspiele, die schnell für eine positive Stimmung sorgen und die Zeit vergessen lassen. Des Weiteren bieten sich Mensch-ärgere-dich-nicht und Monopoly an. Wer Herausforderungen liebt und Abwechslung sucht, der sollte sich für Tabu oder Twis­ter entscheiden. Hierbei kommt es nicht auf das Glück an, sondern auf die eigenen Fähig­keiten. Wichtig ist, sich dem Zweck des gemütlichen Abends bewusst zu sein: Das Vergnügen steht im Vordergrund. Anderenfalls kann sich die Stimmung recht schnell von Spaß zu Ernst entwickeln.

4. Spielkonsolen

Heutzutage besitzen die meisten Haushalte Spielkonsolen. Das gemeinsame Spielen ge­gen- oder miteinander, das Sammeln von Punkten und Lösen von Rätseln heitert jede Ge­sellschaft auf. Die Auswahl der Spiele sollte breit gefächert sein, damit für jeden Ge­schmack etwas dabei ist. Die Spielrunden sollten nicht zu lange dauern, damit sich die an­deren nicht ausgeschlossen fühlen. Ein beliebtes Unterhaltungsspiel ist Singstar, bei dem im Duell, Duett oder in Gruppen gespielt werden kann.

5. Entspannungslounge

Getreu dem jugendsprachlichen Motto „Chillen“ kann mit Freunden bei gedimmtem Licht und ruhiger Musik entspannt werden. Viele Kissen, bequeme Sitzgelegenheiten und even­tuell auch Duftkerzen runden die Atmosphäre ab und ermöglichen nette Gespräche über Gott und die Welt. Je nach Belieben wird das gemütliche Abhängen von Ambiente-, Loun­ge- oder Chill-out-Trancemusik begleitet. Ebenso gängig ist das gemeinsame Shisharau­chen, das zum Chillen mittlerweile dazugehört.

6. Backe, backe Kuchen…

Passend zur Winterzeit werden gerne Plätzchen und Kuchen gebacken. Damit alle am Spaß beteiligt sind, empfiehlt es sich die einzelnen Aufgaben aufzuteilen oder Backgrup­pen zu bilden. Weihnachtsmusik rundet das harmonische Gesamtbild ab und kann den ein oder anderen sogar zum Mitsingen verleiten. Mit Tee, heißer Schokolade oder Glühwein könnt ihr die Backware anschließend genießen und den Abend erfolgreich ausklingen lassen.

7. Für kreative und ausgefallenen Köpfe

Feinarbeit: Stricken lernen in einer gemütlichen Runde (Foto: © Weberin / pixelio.de)

Häufig hat man im Alltag keine Zeit sich dem Basteln oder Kreativem zu widmen. Bei ei­nem gemütlichen Abend mit Freunden kann dem Wunsch nachgegangen werden. Sei es an etwas Dekorativem für das eigene Heim zu basteln, auf Leinwand zu malen oder stri­cken und nähen zu lernen. Freunde sind dafür da, neue Ideen einzubringen und zu helfen oder sogar gemeinsam an einem Großprojekt zu arbeiten, bei dem vor allem aber Spaß und Teamwork nicht vergessen werden darf.

8. Der Lesekreis

Jeder liest gerne ein gutes Buch oder hat zumindest einen Bücherliebhaber als Freund. Für die Abwechslung bietet es sich an, in einer beschaulichen Runde kurze Buchrezensionen über favorisierte Bücher zu geben. Sollte man sich für ein Buch ent­scheiden, das auch mehrere Freunde besitzen, kann daraus in verteilten Rollen vorgele­sen werden. Dies sorgt für Spaß und kommt einem Schauspiel gleich. Vor allem kann in der Gruppe über die gemeinsamen Buchinteressen diskutiert, philosophiert und interpre­tiert werden.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr über die Heilkraft von Ingwer-Orangensaft gegen Er­kältungen lesen.