Do-It-Yourself-Projekt: Fotos als Holzprint

Porträts, Panoramen oder Momentaufnahmen – im Nu lassen sich durch die Linse flüchtige Augenblicke dauerhaft auf Fotos festhalten. So kreativ, wie man dabei mit der Kamera umgeht, lässt sich ebenso mit dem Motiv verfahren: ob nun im Album verwahrt, auf Leinwand gemalt oder als Seife getarnt. Selbst bei der Reproduktion bieten sich außergewöhnliche Möglichkeiten, die Bilder zu verewigen. Daher verrät die Tipps&Tricks-Redaktion, wie sich Fotos ganz einfach als Holzprint auf unterschiedlichste Materialien übertragen lassen.

Benötigte Materialien:

Kinderleicht: Mit nur wenigen Mitteln lassen sich Fotos auf Holz übertragen (Foto: Onat)

  • Holz – alternativ glatte und helle Unterlagen, Größe und Breite spielen dabei keine Rolle
  • Photo Patch Transfermedium aus dem Kreativ-, Hobby- oder Bastel-Bedarf
  • Laser- oder Tintenstrahl-Drucker – alternativ ein horizontal gespiegelt ausgedrucktes Motiv
  • ein Schwamm
  • Wasser

Vorgehen:

  1. Das gewünschte Motiv mit einem Laser- oder Tintenstrahldrucker horizontal gespiegelt ausdrucken. Die Spiegelung lässt sich mit wenigen Klicks in Bildbearbeitungsprogrammen sowie bei Windows Paint bewerkstelligen.
  1. Den fett- und staubfreien Untergrund mit einem Schwamm reichlich mit dem Transfermedium Photo Patch bestreichen. Als Material eignen sich dabei vor allem helle und glatte Oberflächen wie Holz, Glas, Keramik oder Stoff.
  1. Auch das ausgedruckte Bild mit einem Schwamm mit genügend Photo Patch versehen.
  1. Zügig beide Teile aufeinanderlegen, fest andrücken und glattstreichen.
  1. Das Photo Patch anschließend für mindestens eineinhalb Stunden – bestenfalls mehrere Stunden, beispielsweise über Nacht – trocknen lassen.

    Dekorativ: Fotos als Holzprint (Foto: Onat)

  1. Nun mit einem angefeuchteten Schwamm das Papier vorsichtig abrubbeln. Dabei sollten das Motiv und der Schwamm stetig mit Wasser benetzt werden, damit sich lediglich die obere Papierschicht auflöst.
  1. Zum Schluss den Holzprint trocknen lassen und mit einer weiteren Schicht Photo Patch – mit dem Schwamm aufgetragen – wasserfest versiegeln.

Vorschau: Am Sonntag, den 9. April, bietet die Tipps&Tricks-Redaktion Starthilfe für alle, die auf eine vegane Ernährung umstellen möchten.

Weihnachtliche Cake Pops / mit Verlosung

Auch dieses Jahr naht der Nikolaus-Tag und verspricht großen und kleinen Kindern mit Süßigkeiten gefüllte Schuhe und Stiefel. Doch für den Fall, dass der Nikolaus kurz vor Schluss noch allerhand zu tun und nicht alle Braven bedacht hat, kann man ihm mit weihnachtlichen Cake Pops etwas unter die Arme greifen. Diese lassen sich schließlich in der heimischen Weihnachtsbäckerei im Nu herzaubern und wieder vertilgen.

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Weihnachtlich: Cake Pops zum Nikolaus-Tag (Foto: Onat)

Zutaten für weihnachtliche Cake Pops:

  • Cake Pops
  • rote und orange Candy Melts oder Lebensmittelfarbe
  • weiße und Vollmilch-Kuvertüre
  • Salzbrezeln, Oreos und Mini-Oreos
  • Spritzbeutel oder Gefrierbeutel und Schere

Pinguin-Cake Pops – schwarz auf weiß:

Für Cake Pops in Form von Pinguinen zunächst die helle Kuvertüre über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen und die Kuchenbälle darin ummanteln. Nachdem die helle Schokoladenschicht fest geworden ist, ebenso separat die Vollmilch-Kuvertüre schmelzen. Diese in einen Spritzbeutel oder einen Gefrierbeutel geben, dessen Ecke man anschneidet. Nun mit der dunklen Schokolade die Augen und schwarzen Stellen des Pinguins aufmalen. Für den fehlenden Schnabel orange Candy Melts verwenden oder die weiße, geschmolzene Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Hier macht man sich den Effekt, den es sonst zu vermeiden gilt – das Verklumpen von Schokolade durch Wasserspritzer beim Wasserbad – zu nutze. Die allmählich verklumpende Schokolade lässt sich in den Händen problemlos zu Schnäbeln formen. Die Pinguin-Schnäbel nur noch auf den Gesichtern anbringen und alles aushärten lassen.

Rentier-Cake Pops – süß und salzig:

Um Rentiere aus Cake Pops herzustellen, dieses Mal die Vollmilch-Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einkleiden. Noch ehe die Schokoladenschicht aushärtet, sollten die Salzbrezel als Geweih angebracht werden. Erleichtert wird das Anstecken, indem man vorher vorsichtig die Rundungen der Brezeln aufbricht und alles in zwei Hälften teilt. Nun die weiße Schokolade schmelzen und mit einem Spritz- oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen aufmalen. Die restliche weiße Kuvertüre mit roter Lebensmittelfarbe einfärben oder Candy Melts verwenden, um die rote Rudolph-Nase daraus zu formen. Erneut wird der Effekt des Verklumpens genutzt, indem man etwas Wasser hinzufügt. Aus der langsam verklumpenden Schokolade schnell kleine Kugeln rollen und als Nasen ankleben.

Schneemann-Cake Pops – eiskalt lecker:

Weiße Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen und die Cake Pops darin einschneien lassen. Ehe die Schokolade aushärtet, die Keksdeckel der normalen Oreos voneinander trennen und mit den Mini-Oreos durch etwas Schokolade verkleben, um daraus Zylinder herzustellen. Die Hutbedeckung nun auf den Köpfen der Schneemänner anbringen. Anschließend die Vollmilch-Schokolade zum Schmelzen bringen und mit einem Spritzbeutel oder einem angeschnittenen Gefrierbeutel die Augen und Knopf-Münder aufmalen. Für die Karotten-Nasen orange Candy Melts verwenden oder geschmolzene, weiße Kuvertüre mit Lebensmittelfarbe einfärben. Wieder nutzt man – statt auf Modellierschokolade zurückgreifen zu müssen – das Verklumpen der Kuvertüre, indem man etwas Wasser hinzufügt. Wenn diese beginnt erste Klumpen zu bilden, lange Karotten-Nasen daraus formen und die Schneemann-Gesichter damit vervollständigen.

Tipp: Wer die Kuchenstücke nackt lassen möchte, kann aus diesen kleine Lebkuchen-Männchen formen und mit gefärbter Schokolade Augen, Münder und Applikationen anbringen. Auch in bunte Christbaumkugeln, Zuckerstangen, Tannenbäume, Nikolaus-Stiefel und Geschenke lassen sich die Küchlein verwandeln, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind.

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit der Saftkur: Wir verraten, was sie angeblich bewirkt und wie dies im Selbstversuch aussah.

Zu gewinnen:

Zu gewinnen: Einen von drei "Walking Ginger Dead"-Sets (Foto: Onat)

Zu gewinnen: Einen von drei „Walking Ginger Dead“-Sets (Foto: Onat)

Wer nicht genug bekommt vom süßen Zauber der Weihnachtsbäckerei, für den ist unser Gewinnspiel genau das richtige: Die Tipps&Tricks-Redaktion verlost exklusiv drei „Walking Ginger Dead“-Back-Sets, die Christkind-Kinder und Zombie-Serienfans gleichermaßen erfreuen dürfte.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis Sonntag, den 18. Dezember 2016, 23:59 Uhr eine E-Mail an guelcin.onat@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname sowie eine gültige Adresse für den Versand. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

  • 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.
  • 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.
  • 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.
  • 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail-Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden.
  • 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.
  • 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

 

Do-It-Yourself-Projekt: Dufte Motive mit Foto-Seife

Fotos versprühen einen besonderen Zauber: Sie lassen vergangene Zeiten wieder lebendig werden, konservieren und archivieren die Vergangenheit – ganz gleich, ob es sich um Urlaubsbilder, bedeutungsgeladene Momentaufnahmen oder spontane Schnappschüsse handelt. Dabei lassen sich die abgelichteten Erinnerungen in Form von Foto-Seife nicht nur kreativ, sondern buchstäblich „hautnah“ miterleben. Der Gang ins Badezimmer wird so zum Besuch einer ganz besonderen Galerie, die sich mit allen Sinnen erfassen lässt.

Benötigte Materialien:

Waschecht: Foto-Seife (Foto: Onat)

Waschecht: Foto-Seife (Foto: Onat)

  • transparente Rohseife – im Bastelladen erhältlich
  • Duftöl oder Parfüm
  • Fotos auf Fotopapier oder Bilder auf transparenter Folie
  • Silikonformen oder aufgeschnittene Tetrapaks und Plastikbecher
  • Wasser zum Kochen
  • ein Topf, eine Schüssel, ein Messer und ein Schneebesen

Vorgehen:

1. Für die Foto-Seife die transparente Rohseife – je nach benötigter Menge – mit einem Messer würfeln und in eine Schüssel geben. Wasser in einen Topf geben und auf mittlerer Hitze erwärmen. Die Schüssel darauflegen und die Seife über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen.

2. Wenn die Seife flüssig geworden ist, nach Belieben Duftöl oder Parfüm für den Geruch hinzufügen und mit einem Schneebesen verrühren. Wer etwas Farbe mit ins Spiel bringen möchte, kann auch Lebensmittelfarbe hinzufügen. Zu großzügig sollte man mit der Dosierung jedoch nicht sein, da die Motive sonst nicht gut zu erkennen sind.

3. Die Flüssigkeit nun zur Hälfte in die Silikonformen beziehungsweise in die Tetrapaks oder Plastikbecher gießen und aushärten lassen. Während sich Tetrapaks für eckige Seifen eignen, erhält man durch Plastikbecher runde Formen. Der Härte-Vorgang wiederum lässt sich im Kühlschrank beschleunigen.

4. Wenn die Seife fester geworden ist, das Foto oder die bedruckte Folie darauf platzieren. Die übrige Seife erneut über dem Wasserbad schmelzen und in die Form gießen. Nur noch alles an der Luft oder im Kühlschrank abkühlen lassen und die fertige Foto-Seife vorsichtig aus der Form lösen.

Tipp: Auch getrocknete Blätter, Blüten, Kaffeebohnen und Zitrusfrüchte-Scheiben lassen sich – in Seife gegossen – waschecht verewigen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier einen Erfahrungsbericht zur Saftkur im Selbsttest.

Die Geduld und Ich – eine Hass-Liebe

Schon Konfuzius wusste: „Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.“ Klingt eigentlich sehr geistreich. Aber woran liegt es bloß, dass ich mir im geduldig sein so unheimlich schwer tue?

Schon von klein auf bekommen wir beigebracht, dass Geduld eine wichtige Tugend ist. Wir lernen es, wenn wir als Kinder mit Mama durch die Spielwarenabteilung schlendern und sehnsüchtig die bunt-glitzernden Regale hinaufschauen. Der Anblick der unzähligen verlockenden Spielwaren, lässt unser Kinderherzchen höher schlagen. Doch unsere Traumwelt kollidiert schlagartig mit der Realität, wenn uns die Mutter auf das nächste Jahr vertröstet. Da können wir uns dann diese eine besondere Puppe mit dem wallenden Haar, diese eine beliebte Action-Spiel-Figur wünschen, die das Budget in diesem Jahr nicht mehr hergibt. Ja, teilweise endete der harmlose, anfänglich freudenvolle Gang ins Kaufhaus dramatisch. Tränenüberströmt und schreiend weigerten wir uns aus dem Spielwarenhaus zu gehen. Nur mit Mühe und Not brachten es unsere Mütter fertig uns aus dem Kaufhaus zu zerren und blickten dabei peinlich berührt, die umstehenden Kunden entschuldigend an.

Hier hatten wir also unsere erste Lektion in Sachen Geduld gelernt: Man bekommt nicht alles, was man sich wünscht. Stattdessen wird man auf später vertröstet. Im Kaufhaus musste ich diese schmerzhafte Erfahrung machen und verstand, was es mit der Geduld auf sich hat. Ich hatte dieses Wort schon zuvor öfters in Gesprächen aufgeschnappt, doch erst jetzt hatte ich die wahrhafte Bedeutung verstanden. Ich hatte die Geduld durchschaut: Sie ist ein böses Monster, das einem wann immer es ihm möglich ist, einen Strich durch die Rechnung macht. Mit erhobenem Zeigefinger weist es einen darauf hin, dass man gefälligst zu warten hat und zwar viele, viele Jahre bis ein Herzenswunsch in Erfüllung geht. Die Geduld war im Kindesalter für mich der Inbegriff für einen miesen Spielverderber. Als Kind hatte ich außerdem insgeheim die Befürchtung, dass die Geduld sich mit meinen Eltern verbündet hatte.

Die Geduld begegnete mir erneut, als ich am Esstisch ungeduldig darauf wartete mit dem Abendbrot zu beginnen. Ich setzte schon mit der Gabel an, als mich meine Eltern streng dazu ermahnten, doch abzuwarten bis alle am Tisch Platz genommen hatten. Hinter meiner Mutter erhaschte ich in Dunst gehüllt, die Geduld wie sie schadenfreudig und siegessicher zugleich Grimassen zog.

Aber mal Spaß beiseite. Natürlich. Im Nachhinein erscheinen diese Vorfälle wie Lappalien und sind natürlich auch etwas überspitzt dargestellt. Meine Entwicklung gestört haben sie auch in keiner Weise. (das hoffe ich zumindest) Im Gegenteil haben diese Zurechtweisungen uns Kindern, wie es so oft heißt, ja nur Grenzen aufgezeigt.

In den letzten Jahren ist es allerdings so weit gekommen, dass ich den Sinn und Nutzen der Geduld völlig in Frage stelle! Dabei brauche ich die Geduld vielleicht viel mehr als mir lieb ist. Ich habe das Gefühl, dass ich meine mir gesteckten Ziele nicht schnell genug erreiche. Momentan schreibe ich an meiner Bachelor-Arbeit. Das heißt: Auf meinem Computer ist eine angefangene Abschlussarbeit, die ich eher stiefmütterlich behandle.
Viel lieber würde ich allerdings verreisen. Was ich auch tue. Immer wieder verschwinde ich für ein verlängertes Wochenende. Mit dem Hintergedanken danach viel motivierter arbeiten zu können.

Mit Schneckentempo zum Ziel? : Eine Schnecke kriecht gemählich auf einem Holzboden, Thailand (Foto: Gartner)

Mit Schneckentempo zum Ziel? Eine Schnecke kriecht gemählich auf einem Holzboden (Foto: T. Gartner)

Ich neige dazu, viele Dinge auf einmal haben zu wollen. (Ein Hoch auf das Kind in uns!) Ich würde gerne mehr schreiben, Yoga praktizieren, regelmäßig reisen, eine Band gründen, unzählige Bücher von bedeutenden Schriftstellern lesen, tolle Rezepte ausprobieren, ein außergewöhnlich kreatives Projekt auf die Beine stellen, eigene Gedichte und Texte veröffentlichen und in mir eine wirkliche Leidenschaft entdecken, die ich dann vorantreiben kann. Ich könnte die Auflistung problemlos bis in die Unendlichkeit weiterführen. Aber ich denke, ihr merkt schon wo das Problem liegt.

Aber auch, wenn die Geduld und ich wohl nie beste Freunde werden, lehrt sie uns doch etwas Wichtiges: Sie bereitet uns auf das Erwachsenenleben vor, in dem man nicht mehr einfach eine Wunschliste verfasst und sich darauf verlassen kann, dass diese Wünsche im Handumdrehen in Erfüllung gehen. Die Geduld, mit der man ungewollt in jungen Jahren schon Bekanntschaft macht, zeigt einem schon früh auf, dass man oftmals verbissen kämpfen muss, um an seine Ziele zu gelangen. Lass dich nicht entmutigen. Das ist wohl die geheime Botschaft der Geduld.

Ich versuche mich gerade darin einen bosnischen Eintopf zu kochen. Dafür habe ich mir ausgiebig Zeit genommen. Während der Eintopf noch gute zwei Stunde vor sich hin köcheln soll, verfasse ich diesen Text und spüre eine gewisse Ruhe in mir aufkommen. Was wenn es die Geduld doch gut mit mir meint? Vielleicht sollte ich der Geduld eine Chance geben! Meine erste Probe auf dem Weg zu einem geduldigen Menschen habe ich mit Bravur gemeistert: Denn der Eintopf ist fertig und ich immer noch die Ruhe selbst. Der gute Konfuzius – wie Recht er doch hatte!

Vorschau: Sascha berichtet von Veränderungen und wie man aktiv anpacken kann, auch wenn es nicht immer leicht fällt.

„Ein Leben ohne Kreativität kann ich mir nicht vorstellen“

Hat Spaß am Kreativsein: Tanja alias Tilla (Foto: Tilla)

Hat Spaß am Kreativsein: Tanja alias Tilla (Foto: Tilla)

Lachen, shoppen, Freunde treffen – ganz normale Hobbies einer gewöhnlichen, jungen Frau. Doch Tanja Weber alias Tilla will mehr: Ihre Kreativität ausleben und damit Geld verdienen. Eigentlich ist die 22-jährige Speyrerin angehende Erzieherin, doch seit Kurzem präsentiert sie in Tillas Kreativstübchen, einer Seite auf Facebook, ihre kreativen Ideen. Face2Face sprach mit ihr über Erfolgserlebnisse, negative Kritik und die Zukunft ihres Projekts.

Face2Face: Was genau ist Tillas Kreativstübchen? Was gibt es dort zu entdecken?
Tilla: Tillas Kreativstübchen besteht zurzeit noch aus einer Gefällt mir-Seite bei Facebook, auf der ich alle meine kreativen Werke mit der Welt teile.
Zu sehen gibt es dort momentan mehrere Alben: Kreatives zur Osterzeit – in diesem Album zeige ich, was man aus gekochten Eiern und ein bisschen Farbe alles zaubern kann. Dann gibt es das Album „Hmmm…lecker!“, in dem ich meine Leidenschaft – das Herstellen und dekorative Anrichten von Lebensmitteln – ausleben kann, sowie das Weihnachtskarten-Album, in dem es Fotos der von mir gebastelten Karten zu sehen gibt. „Kreatives Nageldesign“ zeige ich im gleichnamigen Album. In „Allerlei Spielerei“ findet man beispielsweiße eine Collage, die ich für meine Großeltern zur goldenen Hochzeit gestaltet habe. „Die Freude am Fotografieren♥“ erklärt sich eigentlich von selbst.
Als Model mit tollen Haaren steht mir meine Schwester im Fotoalbum „Frisurenzauber“ zur Verfügung. Dort können meine Fans immer mal wieder neue Frisuren bestaunen. Auch Gewinnspiele veranstalte ich regelmäßig. Die Gewinne gibt´s auch immer in Form von Fotos. Gutscheine und andere Präsente findet man unter „Geschenkideen“.
Ziel und Idee des Ganzen ist es, mein Können zu präsentieren und auch Muster auszustellen. Weitere Alben werden folgen!

Face2Face: Wann und wie kamst du auf die Idee das Kreativstübchen zu gründen?
Tilla: Die Idee besteht eigentlich schon etwas länger, aber der Mut hat mir bisher gefehlt, weil ich nicht wusste, ob es die Leute überhaupt interessiert. Auf die Idee selbst hat mich meine große Schwester gebracht und ich bin ihr auch sehr dankbar, dass sie mich dabei so unterstützt. Wegen eines Krankenscheins saß ich dann zu Hause und wusste nicht so richtig, was ich mit mir anfangen sollte und wie vom Blitz getroffen kam die Entscheidung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um Tillas Kreativstübchen ins Leben zu rufen. Und seit dem 2. September 2013 gibt es mich nun mit meiner Gefällt mir-Seite Facebook.

Mit viel Liebe zum Detail: Einige von Tillas selbst gestalteten Karten (Foto: Tilla)

Mit viel Liebe zum Detail: Einige von Tillas selbst gestalteten Karten (Foto: Tilla)

Face2Face: Dein „richtiger“ Name ist Tanja. Wieso nennst du dich Tilla?
Tilla: Der Grund dafür ist eine ganz lustige Geschichte, die sich vor mehr als zehn Jahren abspielte. Mein kleiner Bruder las im Kindergarten ein Buch, in dem es um eine Oma namens Tilla ging. Als er dann nach Hause kam, sagte er: „Tanja, ich nenn´ dich ab jetzt Tilla, weil du genauso kreativ bist, wie die Oma aus dem Buch, das wir heute gelesen haben, und weil es mit dir nie langweilig wird, weil du immer so tolle Ideen hast!“
Das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und als dann die Idee kam mit meiner Kreativität in die Öffentlichkeit zu gehen, war klar, dass der Name Tilla eine Rolle spielen muss.

Face2Face: Was war dein bisher größtes Erfolgserlebnis mit deinem Kreativstübchen?
Tilla: Dass ich innerhalb einer Woche schon 100 Likes hatte – damit habe ich absolut nicht gerechnet! Am Anfang habe ich mich gefreut, als es zehn waren und schneller als ich gucken konnte waren es 50, kurz danach dann 100. Einfach ein überwältigendes Gefühl! Mittlerweile sind es 118 Likes!

Face2Face: Hast du bisher auch schon negative Kritik bekommen? Wie gehst du mir Kritik um?
Tilla: Zum Glück ist mir das bis jetzt noch erspart geblieben! Aber so was kann jederzeit kommen und solange es auch konstruktive Kritik ist, werde ich mir diese zu Herzen nehmen und versuchen mich zu verbessern.

Face2Face: Wie wichtig, glaubst du, ist Youtube für dein Projekt?
Tilla: Geplant ist auf jeden Fall, dass Tillas Kreativstübchen auch in den nächsten Tagen auf Youtube zu finden sein wird! Dort soll es dann Do it yourself-Videos, Basteltipps aber auch Tutorials für Frisuren und das Zubereiten und dekorative Anrichten von Lebensmittel geben. Der Sinn und Zweck des Ganzen ist es, dass die Zuschauer mich beim kreativen Arbeiten begleiten können und nicht immer nur die fertigen Werke in Form von Fotos vor die Nase geknallt bekommen! So kann ich vielleicht den ein anderen dazu animieren, die Bastelsachen mal wieder aus dem Schrank zu kramen oder seine kreative Ader zu entdecken.

Bei der Arbeit: Tilla bastelt was das Zeug hält (Foto: Tilla)

Bei der Arbeit: Tilla bastelt was das Zeug hält (Foto: Tilla)

Face2Face: Was bedeutete dir das Basteln und die Kreativität im Allgemeinen?
Tilla: Ich könnte mir ein Leben ohne Basteln beziehungsweise ohne Kreativität gar nicht mehr vorstellen – es gehört zu meinem Leben wie mein Freund und meine Familie. Dabei kann ich einfach auch mal abschalten. Es ist für mich eine gute Möglichkeit runter zu kommen und den Alltag hinter mir zu lassen. Das Schöne daran sind auch immer die strahlenden Gesichter der Menschen, die etwas von mir Gebasteltes geschenkt bekommen.

Face2Face: Kannst du dir vorstellen, mit deinem Kreativstübchen Geld zu verdienen?
Tilla: Wünschenswert wäre das schon, aber dafür meinen Job aufzugeben könnte ich mir nicht vorstellen. Da ich im Kindergarten arbeite, ist das Basteln auch immer in meinem Job vertreten und ich liebe meine Arbeit zudem über alles.
Dennoch ist es ein Ziel von mir, mir mit meinem Kreativstübchen etwas dazu zuverdienen. Wer etwas individuell Gestaltetes haben möchte, kann mich einfach kontaktieren, um alles abzusprechen. So gut wie nichts im kreativen Bereich ist bei mir unmöglich (lacht).

Face2Face: Welchen Tipp hast du für unsere Leser parat, wenn sie ihre Kreativität ausleben wollen?
Tilla: Solange es von Herzen kommt und es Spaß macht, sollte man es ausleben! Und wenn man dann noch jemanden hat, der hinter einem steht und einen unterstützt, dann ist man auf einem sehr guten Weg das Beste daraus zu machen!

Für weitere Fragen, Tipps und Ratschläge könnt ihr Tilla ganz einfach kontaktieren:
Facebook: www.facebook.com/tillagoeskreativ
E-mail: tillaskreativstuebchen@gmail.com

Vorschau: Kommenden Dienstag verrät euch die Panorama-Redaktion, was alles beachtet werden muss, damit die Hochzeit tatsächlich der schönste Tag im Leben wird.

Gewinnspiel: Face2Face meets Tillas Kreativstübchen

Gewinnt mit Face2Face und Tillas Kreativstübchen einen Adventskalender zum Selbstfüllen. Was ihr dafür tun müsst: Liked bis einschließlich Dienstag, 22. Oktober 2013, 23.59 Uhr Tillas Kreativstübchen auf Facebook, sucht euren Lieblingssatz aus dem oben stehenden Interview heraus und postet ihn an Tillas Pinnwand. WICHTIG: Kein Satz darf doppelt gepostet werden, ansonsten wird der Teilnehmer vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Der Gewinner wird am Freitag, 25. Oktober 2013 via Facebook benachrichtigt und erhält seinen Gewinn nach Herausgabe seiner Adresse per Post.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

 § 2 Teilnahme
(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
(2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie die Facebook-Seite von Tillas Kreativstübchen liked sowie einen Satz aus obigem Interview an Tillas Pinnwand postet, der dort noch nicht von einem anderen Teilnehmer gepostet wurde.
(3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen.
(4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel
(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-Zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen.
(2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden.
(3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden.
(4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht.
(5) Bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Facebook über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner auch beim zweiten Kontaktversuch nicht erreicht werden, wird der Gewinn erneut zwischen den übrigen Teilnehmer ausgelost.
(2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich.
(3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden.
(4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.
(5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der im Impressum angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten.
(2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face.
(3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren.

§ 6 Sonstiges
(1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
(2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar.
(3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

 

Reise in die Modebranche: Fashion Stylistin Sabrina Heim im Interview

Sabrina Heim hat den Traum vieler junger Frauen verwirklicht und sich für eine Karriere in der Modeindustrie entschieden.  Face2Face hatte die Gelegenheit, mit ihr über das Studium in Italien und ihre beruflichen Anfänge zu sprechen. Heim gewährte uns dabei spannende Einblicke hinter die Kulissen der Modeindustrie.

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Sabrina, du hast am Istituto Europeo di Design in Mailand „Fashion Stylist“ studiert. Was genau kann man sich unter diesem Studiengang vorstellen?

Heim: Das Studium ist eigentlich ein Gesamtwerk aus vielen einzelnen Puzzleteilen. Wir haben beispielsweise Kurse in Filmtechnik, Bildbearbeitung und der Erstellung von Internetseiten besucht. Darüber hinaus haben wir aber natürlich auch Styling- und Fotounterricht erhalten und selbst Shootingprojekte entwickelt und bearbeitet. Zu Anfang des Studiums stand allerdings der Theorieunterricht im Mittelpunkt, wie zum Beispiel Mode- und Kunstgeschichte.

Face2Face: Modegeschichte – das hört sich recht theoretisch an…

Heim: Das war es auch tatsächlich! Anfangs fand ich es wirklich trocken und langweilig. Aber wie ich schon gesagt habe, ist das Studium die Summe vieler verschiedener Einzelteile und im Nachhinein stellte sich gerade diese theoretische Grundlage als ungemein hilfreich heraus. Davon profitiere ich noch heute! Wenn es zum Beispiel darum geht, Trends zu analysieren, kann ich durch den theoretischen Hintergrund erkennen, auf welche Epoche ein Designer zurückgreift.

Face2Face: Du hast vor deinem Studium keine Schneiderlehre oder Ähnliches gemacht, wie es bei Designstudenten häufiger vorkommt. War das unter deinen Kommilitonen auch üblich und hat dich das anfangs eingeschüchtert?

Heim: Eine Voraussetzung war das an unserem Institut nicht, dennoch gab es schon einige Kommilitonen, die ausgeprägte Vorkenntnisse hatten. Ich hatte bis dato aber auch schon ein Praktikum absolviert und in Miami ein Praktikum in einer Modelagentur abgeschlossen. Natürlich ist man anfangs manchmal überfragt, weil man nicht jeden Designer kennt, der im Unterricht zur Sprache kommt.

Face2Face: Unter denen, die in der Modeindustrie arbeiten wollen, ist doch bestimmt auch die Markenverrücktheit ein Thema. Wie stehst du dazu?

Heim: Das kommt tatsächlich vor! Es gibt Leute, die nur in der Mode arbeiten wollen, um Markenkleidung zu tragen und sich zu profilieren. Ich kann dazu nur sagen, dass das für den Erfolg in der Branche nicht ausreicht und auch schnell durchschaut wird. Für mich geht es bei Mode vielmehr um Kunst und um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Face2Face: Inwiefern würdest du sagen, dass der Standort Mailand die Qualität der Lehre beeinflusst hat?

Heim: Mailand ist natürlich eine der großen Modemetropolen der Welt. Allein schon durch die räumliche Nähe entsteht ein großer Bezug zu den großen Modehäusern wie Prada, Armani und Co. Dies hatte zur Folge, dass viele unserer Dozenten aus der Praxis kamen und wir natürlich auch Vorteile bei der Praktika- oder Jobsuche hatten.

Face2Face: Du hast ja direkt nach dem Studium zu den Glücklichen gehört, die sofort eine Arbeitsstelle gefunden haben. Wie glamourös darf man sich den Job denn vorstellen?

Heim: Ich habe in einem Korrespondenzbüro für die deutschen Zeitschriften in Mailand gearbeitet. Ein solches Korrespondenzbüro ist der Mittelsmann zwischen den Zeitschriften und den Designern. Falls also eine deutsche Modezeitschrift ein Shooting plant, werden wir kontaktiert, um die Kleider bei den italienischen Designern zu organisieren und an die Zeitschrift zu versenden. Zum Thema Glamour kann ich hier nur sagen, dass ich anfangs viele, viele Stunden auf meinen Knien verbracht und schwere Boxen aus-, um- und wieder verpackt habe. Das war ein echter Knochenjob! Als ich dann Modeassistentin wurde, bekam ich einen eigenen Schreibtisch und auch die Verantwortung für drei Zeitschriften: die deutsche Madame, Grazia und Gala.

Face2Face: Und wie sieht es mit der “Arbeitskleidung” aus? Waren im Büro alle top modisch und ausgefallen gekleidet?

Heim: Genau so habe ich mir das vor meinem ersten Tag im Büro auch vorgestellt und habe mich dementsprechend aufgebrezelt. Allerdings wurde ich schnell eines besseren belehrt: Das Team war völlig leger angezogen. Vielleicht ist das sogar typisch für Leute, die den ganzen Tag von Mode umgeben sind.

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Vor Kurzem hast du, nach zwei Jahren im Korrespondenzbüro in Mailand, zur ELLE in München gewechselt. Wie ist dein Eindruck bisher und was genau machst du dort?

Heim: Bisher bin ich begeistert. Meine Teamkollegen sind offen und sehr freundlich. Im Moment herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm, da gerade die Fashionweeks stattfinden und danach für uns der Trubel beginnt. Nach den Schauen werden bei uns viele verschiedene Meetings stattfinden, in denen festgelegt wird, welche der gezeigten Trends in der Zeitschrift erscheinen werden und wo die Shootings stattfinden sollen. Im Anschluss daran werden wir die Kleidungsstücke der jeweiligen Designer in den Korrespondenzbüros anfordern und dann zum Shooting aufbrechen. In der Zeit assistiere ich einer Moderedakteurin, mit der ich auch zum Shooting fliegen werde. Vor Ort unterstütze ich die Redakteurin in organisatorischen Belangen und beim Anziehen der Models. Aber auch das Bügeln der Designerstücke oder Bedienen der Windmaschine kann zu meinen Aufgaben gehören.

Face2Face: Liest du in deiner Freizeit überhaupt noch Modezeitschriften?

Heim: Oh ja, natürlich. Während des Studiums war das Lesen von Modezeitschriften sogar ein Muss. Allerdings nicht nur die Mainstream-Modezeitschriften sondern auch Nischenmagazine. Die kosten dann schon mal um die 20€, erscheinen dafür aber auch nur halbjährlich, sind etwas verrückter und dienen mehr der Inspiration.

Face2Face: Zum Schluss noch eine Frage zum Träumen: Welchen Star würdest du gerne mal stylen und warum?

Heim: Da fällt mir direkt Kate Hudson ein. Sie gefällt mir in ihren Filmen immer sehr gut, ist unheimlich wandelbar und sie hat diesen gewissen Hippie-Style, der mir auch persönlich sehr gut gefällt. Ich glaube, wir würden auf einer Wellenlänge liegen. Ich stehe gerade erst am Anfang meiner Karriere und ich träume definitiv davon, irgendwann auch einmal das Styling in Filmen zu übernehmen. Vielleicht sprechen wir uns ja dann wieder. Da gibt es bestimmt wieder einiges zu erzählen.

Fancy Food, Teil 2 – Cake Pops als Eis getarnt

Nicht zum ersten Mal reitet die Tipps&Tricks-Redaktion diesen Sommer auf der aus den USA stammenden „Fancy Food“-Welle mit. Durch die hohen Temperaturen, die die warme Jahreszeit im Gepäck hat, richtet sich der Blick dabei auf willkommene Abkühlung wie erfrischende Getränke oder Eiscreme. Um das Auge ebenso zu erfreuen wie den Gaumen, lassen sich die kalten Speisen kreativ kombinieren und dekorieren. Was herauskommt, wenn Eiscreme und Kuchen miteinander verschmelzen, ist dabei selbst zum Dahinschmelzen: Auf Eis gelegte, getarnte Cake Pops.

Zutaten und Materialien:

  • Cake Pops
  • pinke und braune Candy Melts (Schmelzdrops) – je nach Belieben sind andere Farbkombinationen möglich
  • kleine Eistüten bzw. Waffeln
  • bunte Streusel und Schokolinsen zur Dekoration
  • ein Löffel, zwei Schüsseln, eine Mikrowelle

Zubereitung:
1. Die Cake Pops entweder frisch aus dem Kühlfach entnehmen oder darin kurz vor der Zubereitung auskühlen lassen.

2. Die Candy Melts in separaten Schüsseln für 30 Sekunden in der Mikrowelle schmelzen lassen, bis sie flüssig sind.

3. Nun einen Cake Pop auf eine Waffel platzieren. Sollte die Waffel zu klein sein, kann man sie oben etwas abbrechen, da dies hinterher nicht mehr sichtbar sein wird.

4. Die erste Farbe an Candy Melts auf einen Löffel geben und über den Cake Pop gießen. Dabei kann die Glasur ruhig die Waffel hinabfließen. Dies verstärkt den Effekt von schmelzendem Eis.

5. Eine zweite, kleinere Schicht der geschmolzenen Drops über die Erste gießen. Eine rote Schokolinse als Kirsche getarnt darauf setzen. Nun mit den Streuseln das Eis verzieren.

Tipps:

  • Sollten die Drops nach dem Schmelzen nicht flüssig genug sein, diese mit etwas Kokosfett verdünnen.
  • Wer die leeren Waffeln nicht ungenutzt lassen möchte, kann sie erst mit Schokolinsen auffüllen und anschließend die Cake Pops darüber geben.

Vorschau: Am nächsten Wochenende präsentiert euch die Tipps&Tricks-Redaktion eine Umfrage zum Thema Wochenendtrips.

Über das Zusammenspiel von Mode und Lebensgefühl

Ein eigenes Modelabel, zwei Blogs, von Beruf Model und das im Alter von 25 Jahren. Unmöglich? Nein, absolut möglich! Das australische Model Natascha Witzleb hat all das mit ihren 25 Jahren bereits erreicht. Wie es dazu kam, was sie inspiriert und was sie jungen Menschen, die in der Modeindustrie Fuß fassen wollen, rät, hat sie Face2Face in einem Interview verraten.

Face2Face: Natascha, du hast bereits mit 17 Jahren dein Modelabel Miss T gegründet. Wie ist es dazu gekommen?

Witzleb präsentiert ein Kleid von Alexander Wang

In Aktion: Witzleb präsentiert ein Kleid von Alexander Wang (Foto: Natascha Witzleb)

Witzleb: Zu der Zeit war ich noch Schülerin an einer Highschool in Melbourne und habe meine Kleider selbst genäht. Mädchen aus meiner Schule kamen auf mich zu und fragten mich, wo ich diese Kleider denn gekauft hätte. Daraufhin begann ich Kleider zu nähen und zu verkaufen. Allmählich entwickelte sich daraus ein richtiges Geschäft.

Face2Face: Das heißt, du bist sozusagen in die Modebranche hineingerutscht?

Witzleb: Ja genau, alles Weitere hat sich dann so ergeben. Ich begann mir eine Marke und ein Konzept auszudenken und erstellte eine Website. Dann folgten Kollektionen, Modeschauen und der Eintritt in den Einzelhandel.

Face2Face: Hattest du als Neuling so ganz ohne Ausbildung im Modebereich Unterstützung?

Witzleb: Grundsätzlich habe ich alles selbst gemacht. Zunächst habe ich die Kleidungsstücke selbst genäht und als die Aufträge dann zunahmen, habe ich erst in Australien und später dann auf Bali und in China produzieren lassen.

Face2Face: Während deines Studiums musstest du dich dann entscheiden, ob du deine Karriere als Designerin oder dein Studium fortführen willst. Du hast dich für das Studium entschieden. Was hat dich dazu bewogen, dein Label aufzugeben?

Witzleb: Das Problem war, dass ich Vollzeit studiert habe. Gleichzeitig wurde mein Label aber immer erfolgreicher und so musste ich aus Zeitgründen einfach eine Entscheidung treffen.

Face2Face: Könntest du dir denn vorstellen eines Tages dein Label Miss T wiederzubeleben?

Witzleb: Ehrlich gesagt, nein. Wenn ich wieder als Designerin arbeiten würde, würde ich ein neues Label gründen. Die Zeit mit Miss T war großartig und ich habe sehr viel gelernt. Gleichzeitig war es aber auch ein anderer Lebensabschnitt, in dem meine Ideen und Ziele für die Marke in eine andere Richtung gingen.

Face2Face: Auch ohne dein Label bist du der Modebranche bis heute treu geblieben. Was sind deine aktuellen Projekte?

Witzleb: Heute bin ich hauptberuflich Model und Bloggerin. Ich habe den Modeblog „In Search of Sadie“  und den Foodblog „Clean Cooking Recipes“ gegründet. Der Modeblog ist stark von meiner Arbeit als Model beeinflusst. Hier präsentiere ich Kleider als Model oder poste Bilder, die, wie ich finde, inspirierend sind. Der Foodblog ist entstanden, da ich selbst einige Lebensmittelunverträglichkeiten habe. Durch den Blog möchte ich trotz des eingeschränkten Lebensmittelangebots Spaß und Abwechslung beim Essen vermitteln. Außerdem zielt er auf diejenigen ab, die sich nach einem gesünderen und glücklicheren Lebensgefühl sehnen. Meiner Meinung nach ist es für ein gutes Lebensgefühl nicht nur wichtig, in was man seinen Körper modisch hüllt, sondern auch wie man sich durch gesunde Ernährung von innen heraus etwas Gutes tun kann.

Face2Face: Du wurdest als erfolgreiche Modebloggerin Anfang des Jahres zur Paris Fashion Week eingeladen. Was hat dich dort am meisten beeindruckt?

Witzleb auf der Paris Fashion Week 2013

Ausgefallen: Witzleb auf der Paris Fashion Week 2013 (Foto: Natascha Witzleb)

Witzleb: Ich war bereits zweimal als Bloggerin bei der Paris Fashion Week, zuletzt im März diesen Jahres. Gerade die Orte, an denen die Modenschauen stattfinden, empfand ich als sehr beeindruckend. Im Gegensatz zu New York oder Sydney, wo die Schauen oftmals in großen Zelten stattfinden, werden in Paris eigens dafür wunderschöne Gebäude angemietet.

Face2Face: Was inspiriert dich und gibt es Vorbilder an denen du dich orientierst?

Witzleb: Vorbilder in Form von anderen Designern habe ich nicht. Natürlich gibt es Designer, deren Arbeit oder Stil ich bewundere, zum Bespiel Nicolas Ghesquières Arbeit für Balenciaga, oder Riccardo Tiscis Designs für Givenchy. Isabel Marant bewundere ich besonders für ihren lässigen Stil. Mein ganz persönliches Vorbild ist jedoch meine Großmutter, die ebenfalls eine äußerst kreative Frau war.

Face2Face: Natascha, nun noch eine etwas andere Frage: Was wäre aus dir geworden, wenn es im Modegeschäft nicht geklappt hätte?

Witzleb: Vermutlich eine Künstlerin. Ich liebe es zu zeichnen, zu fotografieren; etwas zu erschaffen und zu entdecken. Es wäre auf jeden Fall etwas sehr Kreatives geworden.

Face2Face: Was würdest du zum Abschluss jungen Menschen raten, die ins Modegeschäft einsteigen möchten?

Witzleb: Man sieht ja an meinem Beispiel, dass ich eine Quereinsteigerin im Modegeschäft war. Da ich auch kein Modestudium absolviert habe, kann ich nicht beurteilen, ob ich eher zu einem Studium raten soll oder einfach dazu, das zu machen, was einem Spaß macht. Lernt man auf eigene Faust, muss man auf Rückschläge gefasst sein, aber genauso erhält man auch Erfahrung und Selbstvertrauen. Bei dieser Alternative würde ich aus heutiger Sicht auf jeden Fall einen Mentor empfehlen, der Hilfestellung leistet. Generell sollte man meiner Meinung nach einfach das tun, was einen glücklich macht. Das ist alles was zählt.

Vorschau: Nächste Woche wird in der Moderubrik ein Artikel zum Thema „Sale“ erscheinen.

 

Von der Idee zum Artikel

Täglich erscheinen auf Face2Face Artikel zu den unterschiedlichsten Themen. Wo aber kommen diese Texte her? Wie entstehen sie? Und vor allem: Was unterscheidet einen Face2Face-Artikel von einem Blogeintrag? Wir möchten unsere Arbeitsweise für euch offenlegen und so Transparenz schaffen.

Steht am Anfang jedes Artikels: Eine Idee (© Benjamin Thorn / pixelio.de)

Am Anfang jedes Artikels steht eine Idee. Diese Idee ist zu Anfang vielleicht nur ein Geistesblitz – ein Thema, das den Autor selbst bewegt. Vielleicht ist er fasziniert von einer Person oder einem Ereignis. Möglicherweise macht ihn aber auch etwas wütend oder traurig. Mit „Autor“ ist in dem Fall einer der knapp 40 Journalisten gemeint, die auf ehrenamtlicher Basis für Face2Face tätig sind. Kein Mitarbeiter ist über 30 Jahre alt, so haben sie die Möglichkeit, sich optimal in die Face2Face-Zielgruppe – junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren – hineinzuversetzen, ihre Vorlieben, Sehnsüchte und Probleme zu erkennen und authentisch zu beschreiben.

In Teamarbeit werden dann die Themen in der jeweiligen Redaktion abgesprochen und eingeplant. Die sorgfältige Planung der Veröffentlichungen macht es uns möglich, euch bereits eine Woche vorher über das Thema des anstehenden Artikels zu informieren und Abwechslung zwischen Textsorten und Themen zu schaffen.

Ist die Idee im Kopf des Autors und durch den Dialog in der jeweiligen Redaktion zu einem konkreten Plan herangereift, geht es an die Recherche. Hierfür werden je nach Thema Veranstaltungen besucht, Personen kontaktiert und zum Interview gebeten sowie Informationen aus den Medien durchforstet. Im Gegensatz zu größeren und bekannteren Online-Magazinen beziehen und veröffentlichen wir keine ausformulierten Texte von Nachrichtenagenturen. Unsere Artikel sind individuell und dementsprechend nur auf unserer Website in genau diesem Wortlaut zu finden.

Wie aber kommen wir als noch recht unbekanntes Online-Magazin an so prominente Interviewpartner wie taff-Moderator Daniel Aminati, Schauspieler Matthias Schweighöfer oder Erotikmodel Micaela Schäfer? Die Antwort lautet: Professionelles Auftreten, Hartnäckigkeit und natürlich auch eine Prise Glück. Wer zum Beispiel das „Vergnügen“ hat, während eines Interviewdrehs im Rahmen eines Praktikums den Regenschirm über „kicker“-Herausgeber Rainer Holzschuh zu halten, kann recht sicher sein, dass er dem Herrn doch wenigstens insoweit im Gedächtnis bleibt, als dass dieser die Interviewanfrage ein paar Tage später bejaht.

Das Handwerkszeug eines Journalisten: Stifte und Papier (© Lupo / pixelio.de)

Sind alle für den Artikel notwendigen Informationen gesammelt, geht es ans Schreiben. Es wird getippt, gebrainstormt, gestrichen, nochmal alles umgeworfen, neu formuliert, bis am Ende der fertige Artikel dabei herauskommt. Bevor er jedoch mit schönen Bildern illustriert auf Face2Face erscheint, wird er von einem unserer Lektoren korrigiert. Rechtschreibung, Grammatik, Formulierungen und Logik werden dabei beachtet, um so eine möglichst fehlerfreie Veröffentlichung zu garantieren. Die hohe Artikelqualität wie auch die Zuverlässigkeit der Erscheinung – täglich um 12 Uhr geht mindestens ein Artikel online – unterscheidet Face2Face von diversen Blogs im Internet. Auf der anderen Seite haben die oftmals sehr persönlich gehaltenen Internet-Tagebücher aber auch Vorbildfunktion für den einen oder anderen Artikel auf Face2Face. Mit redaktionsinternen Umfragen und subjektiven Darstellungsformen wie Kommentaren oder Kolumnen folgt die Redaktion dem Trend, den die Blogger setzen.

Und nun? Es ist Punkt 12 Uhr. Ein Artikel erscheint. Heute ist es ein Beitrag über die Arbeitsweise der Face2Face-Mitarbeiter und die Entstehung eines Artikels. Und für morgen hat das Redaktionsteam wieder Texte vorbereitet, sorgfältig recherchiert und eine Idee zu Papier gebracht, um euch, liebe Leser, zu informieren und zu unterhalten.

Mehr über die Entstehung von Face2Face und das Konzept lest ihr HIER.

Vorschau: Und nächste Woche im Panorama: Vorlesungen für alle und zum Nulltarif – wie das Internet die Bildung revolutioniert.

 

„Nachhaltigkeit und Funktionalität im Design sind einmal mehr die Trends“ – ein Besuch auf der 20. „blickfang“ in Stuttgart

Dezent und auffällig zugleich: Schmuck von Maike Gericke aus Pforzheim (Foto: Blickfang)

Von Freitag, den 9. bis Sonntag, den 11. März hat zum 20. Mal die internationale Designmesse „blickfang“ im Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Halt gemacht. Ein Jubiläum, das sich dieses Jahr rund 22.000 interessierte Besucher nicht entgehen lassen wollten. Ein neuer Rekord für die Messe. An über 220 Ständen und auf einer um 40 Prozent größeren Ausstellungsfläche als in den Vorjahren, konnten die Besucher neben Möbeln auch die aktuellen Trends der progressiven Modeszene ins Visier nehmen und die Teile natürlich auch vor Ort erstehen. Entscheidungen fallen da alles andere als leicht.

Der Trend geht ganz klar hin zu Minimalismus, Funktionalität, Natur und Nachhaltigkeit. So kann man bei Zirkeltraining by Bernd Dörr Recycling Goods zum Beispiel Taschen und Geldbörsen kaufen, die früher ein Leben als Sportgerät inne hatten und so manchem Schüler das Leben schwer gemacht haben – ich spreche da aus Erfahrung. Schlichte, schwarze Eimer wurden ebenfalls hier und da als Deckenlampen präsentiert und Glühbirnen kurzerhand zu schicken Vasen gemacht. Alltagsgegenstände, die jeder von uns in der Regel zu Hause hat, werden von manchem kreativen Designer zu ausgefallener Deko und Einrichtungsgegenständen umfunktioniert. Das ist so einfach wie genial.

Schlicht, aber dennoch ein toller Blickfang: das zusammensteckbare Regalsystenm "cubit" (Foto: Blickfang)

„Back to basics“, das Motto konnte der Messebesucher vor allem im Möbeldesign klar erkennen. Schlicht waren die meisten Möbel und vor allem praktisch sollten sie sein. Überwogen haben dabei verschiedene Würfelmodule, die beispielsweise wie beim „cubit“ ineinander gesteckt werden können. Mit Preisen ab 22 Euro für ein Modul kann sich das auch leisten, wer nicht gerade zufällig im Lotto gewonnen hat. Aber auch Wein- und Obstkisten lassen sich toll in ein ungewöhnliches und ausgefallenes Regal umgestalten. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Vor allem im Bereich Mode und Schmuck haben die Designer und Standbesitzer mit viel Liebe zum Detail, nicht nur bei ihren Ständen, sondern auch bei ihren Klamotten und Schmuckstücken, überzeugt. Hier und da mal schön bunt, an anderer Stelle wieder schlichter und funktioneller. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei gewesen. Das Publikum ging hierbei vom Kreativling bis hin zur Familie mit Kind und Kegel, es waren alle Altersgruppen vertreten.

Ein großer Unterschied zu vielen anderen Fachmessen besteht darin, dass die „blickfang“ auch für das Endpublikum, also den Normalbürger zugänglich ist. Die „blickfang“ findet neben Stuttgart ebenfalls in Basel, Wien und Zürich statt, Hamburg und Kopenhagen werden in diesem Jahr noch dazu kommen. Wer also zum passenden Zeitpunkt in einer der Städte ist, sich zudem noch für Design interessiert und Anregungen sucht, für den ist die Messe absolut empfehlenswert.

Vorschau: Wie läuft eigentlich die Organisation einer Fashionweek und was werden die Trends der Herbst- und Wintersaison 2012 sein? Face2Face spricht mit dem Managment der „Vancouver Fashion Week“.