Hurts in Wiesbaden – das Warten hat sich gelohnt

Die Synthie-Pop-Band Hurts aus Manchester besteht aus Theo Hutchcraft und Adam Anderson. 2010 wurden sie durch ihren Hit „Wonderful Life“ in Deutschland bekannt. Am 16. März 2016 waren sie im Rahmen ihrer Europa-Tour auch für ein Konzert im Schlachthof in Wiesbaden.

Lange Wartezeit

Der Einlass startete bereits um 19 Uhr, war allerdings äußerst schlecht organisiert, da die Schlange der Besucher bis fast zum Wiesbadener Hauptbahnhof zurückreichte. Auch wer pünktlich da war, musste rund 45 Minuten warten, bis er endlich die Konzerthalle betreten konnte. Als Support-Act hat die Berliner Indie-Pop-Band Tüsn ab 20 Uhr eine halbe Stunde lang gespielt. Umso froher war man da, als das Warten ein Ende hatte und Hurts gegen 21 Uhr die Bühne betraten und mit ihren Songs „Surrender“ und „Some kind of heaven“ von Anfang an für tolle Stimmung sorgten.

Mit viel Spaß auf der Bühne: Hurts bei ihrem Konzert im Schlachthof in Wiesbaden am 16. März 2016 (Foto: S. Holitzner)

Mit Spaß auf der Bühne: Hurts bei ihrem Konzert im Schlachthof in Wiesbaden am 16. März 2016 (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Band

In Wiesbaden haben Hurts Songs von all ihren drei Alben präsentiert. Besonders schön waren dabei „Blood, Tears and Gold“, „Evelyn“ und „Lights“. Bei diesen Songs konnten Hurts besonders gut zeigen, wie vielfältig ihre Musik ist, was mit großem Applaus belohnt wurde. Das Publikum konnte bei vielen ihrer Lieder mitsingen, wozu Sänger Hutchcraft stets animierte. Bei ihrem Song „Illuminated“ forderte er die Zuschauer auf: „Please take your phones and your lighters out and put them hoch.“ Generell versuchte er im Laufe des Abends, manche Wörter und Sätze auf Deutsch auszusprechen, was ihn sehr sympathisch machte. Wiesbaden bildete den Abschluss ihrer „Surrender“-Tournee, wie Hutchcraft erzählte. Hurts hatten sichtlich Spaß auf der Bühne. Immer mal wieder warf Hutchcraft Rosen in die Besuchermenge. Begleitet wurden Hurts von ihrer dreiköpfigen Band und zwei Backgroundsängerinnen.

Tolles Live-Erlebnis

Das Konzert war nahezu ausverkauft. Nach rund 90 Minuten und zwei Zugaben, von denen eine ihr Hit „Stay“ war, verabschiedeten sich Hurts vom Publikum. Hurts haben in Wiesbaden unter Beweis gestellt, dass sie eine großartige Liveband sind. Mit ihrer Musik haben sie die Besucher begeistert und dafür gesorgt, dass alle einen wunderschönen Konzertabend hatten. Wir hätten ihnen gerne noch länger zugehört!

Stephanie Neigel – Sängerin mit viel Gefühl

Am 5. November war die Singer/Songwriterin Stephanie Neigel für ein Konzert zu Gast in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen. Volker Engelberth am Piano, Alex Merzkirch am Bass, Thomas Sauerborn an den Drums und Philipp Brämswig an der Gitarre begleiteten die sympathische Sängerin bei ihrem über 90-minütigen Konzert auf der Bühne des gemütlichen Gewölbekellers. Die Zuhörer durften sich über eine Mischung aus Jazz und Pop freuen. Höhepunkt des Abends war die gefühlvolle Ballade „The Book“. Über diesen Song und über ihren ganz persönlichen Musikgeschmack haben wir mit der 29-Jährigen gesprochen.

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie fandest du dein Konzert in Frankfurt?

Stephanie: Sehr schön. Wir hatten viel Spaß. Es war ein sehr nettes Publikum hier. Alle haben super mitgesungen und mitgeklatscht. Das erwartet man überhaupt nicht direkt. Da freut man sich immer, wenn das passiert, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Face2Face: Wie kamst du überhaupt zur Musik?

Stephanie: Ich glaube eher, dass die Musik zu mir kam. Meine Mama hat mir erzählt, dass ich als Baby nur eingeschlafen bin, wenn sie mir vorgesungen hat. Ich habe von Anfang an schon so eine große Affinität für Stimme und Klang gehabt. Wenn ich dann später auf Konzerten war, war das für mich einfach das Größte. Das war wirklich so eine beeindruckende Welt, Musik zu hören, die mir gefällt, und nachzusingen. Die Musik war einfach schon immer da.

Face2Face: Was zeichnet dein aktuelles Album „Capture Time“ aus?

Stephanie: Es klingt sehr akustisch, sehr bandsoundmäßig. Es sind alles echte Instrumente, die gespielt wurden. Wenn ich mir das Album manchmal anhöre, dann habe ich immer noch ziemlich viel Spaß. Dann sehe ich immer noch die groovende Band und freue mich einfach über gute, im Moment gemachte Musik. Die meisten Songs sind im letzten Jahr entstanden. Konkret daran gearbeitet haben wir ein Jahr.

Face2Face: „The Book“ ist eine sehr berührende Ballade. Worum geht’s und wie ist der Song entstanden?

Stephanie: „The Book“ ist an einem Tag entstanden, als ich auf einer Wiese saß und im Sonnenschein in den Himmel geguckt habe. Es war ein warmer, schöner Sommer. Ich saß da zwar alleine, aber ich habe mich gefragt, wie ist das mit dem Leben? Ist vielleicht einfach alles schon vorbestimmt oder ist alles komplett frei und wir sind wie Teilchen, die ganz zufällig aneinanderstoßen und wieder woanders hingestoßen werden wie Billardkugeln. Oder ist im Prinzip schon alles geschrieben und ich kann mir nur wünschen, dass ich mit gewissen Menschen noch lange in dieser Story verbunden sein werde? Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt die letzte Seite aufschlagen würde, wenn ich wissen könnte, was noch alles kommt. Das waren meine Gedanken und die habe ich dann aufgeschrieben. Ich hatte auch schon eine Melodie und Akkorde im Kopf.

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Was inspiriert dich im Allgemeinen zu deinen Songs?

Stephanie: Das kann ein Moment auf der Wiese sein, wo ich mich kurz frage, was hat das Leben mit mir gemacht, dass ich jetzt hier sitze. Es kann aber auch die schlaflose Nacht sein. Es können sehr persönliche Momente oder allgemeine Fragen sein, ganz banale Dinge. Ich plane das nicht. Das kommt mir einfach in den Kopf und wenn ein Thema stark genug in meinem Kopf ist, dann will es auch raus als Songtext.

Face2Face: Was hörst du selbst am liebsten für Musik?

Stephanie: Neulich hatte ich eine Amy Winehouse-Phase und habe eine Woche lang alles ausgecheckt, weil ich sie so beeindruckend fand und weil ich ganz viele Hintergrundinfos durch den Film, der jetzt gerade im Kino gelaufen ist, kennengelernt habe. Manchmal gibt es aber auch Phasen, da höre ich ganz alte Jazzladies. Auch höre ich John Mayer oder mal wieder was ganz Aktuelles, was vielleicht ein bisschen elektronisch ist. Immer wieder höre ich Joni Mitchell. Sie ist für mich eine sehr inspirierende Frau.

Face2Face: Hast du schon Pläne für 2016?

Stephanie: Nächstes Jahr im Frühling geht es weiter mit Konzerten durch ganz Deutschland. Vorher stehen noch ein paar Kooperationen an. Ich spiele mal wieder zusammen mit dem Jazzmusiker Daniel Stelter und dem Gitarristen und Sänger Kosho. Mit dem Frauen-a-capella-Quartett Les Brünettes bin ich auch immer viel unterwegs. Und dann bin ich jetzt so langsam am Planen, wie das nächste Album klingen kann. Ich bin schon ein bisschen am Schreiben.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Stephanie Neigel.

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel zu Red Bull Flying Bach zu lesen.