Neue Sprache, jeden Tag

Gerade erlebe ich das Wunder der Sprache. Jeden Tag lernt mein jüngster mehrere Wörter, bastelt Sätze. Heute waren es sogar drei Worte, die er verbunden hat. „Papa Licht aus.“ Ein Meilenstein für ein Kind unter zwei. Ein Meilenstein, wenn ich bedenke, dass vor ein paar Woche „Licht“ das gleiche bedeutete, dass es davor noch ein „da“ war. Und alles meinte doch dasselbe. „Papa hat das Licht ausgemacht“. Das Erstaunliche daran ist für mich nicht etwa das Erlenen neuer Worte. Neue Worte lerne auch ich noch immer. Fachbergriffe, regionale Besonderheiten, fast vergessene Formulierungen, einfache Wörter, die mir bisher noch nicht bekannt waren. Faszinierend finde ich viel mehr die Erweiterung der Laute, wo die Bedeutung doch gleichbleibt.

Wundervolle Sprache

Wundervoll willkürlich: Sprache ist oft arbiträr (Foto: wilhei / pixabay.de)

Wundervoll willkürlich: Sprache ist oft arbiträr (Foto: wilhei / pixabay.de)

Sprache ist etwas Wundervolles. Das sage ich aus tiefstem Herzen. Nicht umsonst habe ich Literaturwissenschat studiert, denn in der Literatur wird die Sprache zur Kunst, zur Lehrerin, zum Lebensinhalt. Sprache, so sagen manche, unterscheidet den Menschen vom Tier. Heute wissen wir, dass diese Aussage im Grunde falsch ist. Tiere kommunizieren durchaus komplex. Gestik und Mimik, Bewegungen und Handlungen, Laute und Geräusche können ganze Geschichten erzählen. Bienen tanzen, um Wege zu erklären. Wale singen, um sich zu verständigen. Lehren, Berichten, Reden, all das gibt es nicht nur bei Menschen, sondern überall. Und doch unterscheidet sich unsere Sprache von der anderer Tiere. Zum einen erzählen wir Geschichte, Märchen, schaffen fiktive Wirklichkeiten. Zum anderen ist unsere Sprache arbiträr. Wahllos haben wir Laute vergeben. Für Dinge und Geschehnisse. Und für Buchstaben. Zeichen für Laute.

Lautes Leben

Muttersprache: Sprache prägt bereits vor der Geburt (Foto: arutina / pixabay.de)

Muttersprache: Sprache prägt bereits vor der Geburt (Foto: arutina / pixabay.de)

Nur logisch vielleicht, denn mit Lauten fängt alles an. Laute, die wie von selbst kommen, Schreien, As und Os. Bereits Neugeborene schreien in ihrer Muttersprache „schreien“. Die Geräusche, die sie während ihrer Entwicklung im Mutterleib gehört haben, prägen sie auf Rhythmus, Tonhöhe, Lautfolgen. Und nicht nur das. Sie erkennen auch, wenn jemand in ihrer Gegenwart eine andere Sprache benutzt. Sprache ist von Geburt an Kulturgut, bevor wir sie sprechen können, erkennen wir sie geradezu instinktiv. Was nicht heißt, dass wir diese Muttersprache einfacher lernen, als eine andere. Eines der ersten Wörter, die mein Jüngster gelernt hat, war „bitte.“ Nur, dass er es nicht wie „bitte“ ausspricht. Er spricht es ungefähr so aus, wie der siebzehnjährige Pavel Chekov in der Neuauflage von „Star Trek“, gespielt vom kürzlich verstorbenen Anton Yelchin. Der macht aus dem kurzen I ein langes und es klingt ungefähr wie „bietthe“. Genauso spricht mein Sohn es aus.

Fremde Sprache?

Sprachlos? Unser Sprachraum verändert uns (Foto: Maialisa / pixabay.de)

Sprachlos? Unser Sprachraum verändert uns (Foto: Peggy_Marco/ pixabay.de)

Natürlich wird diese Färbung irgendwann verschwinden. Unsere Sprache passt sich an. Meine Tante, die in ihrer Studentenzeit nach Frankreich zog, heiratete, Kinder bekam, sich scheiden ließ und noch immer dort lebt und arbeitet, spricht heute Deutsch mit leichtem französischen Akzent. Betonungen, die den Einfluss des Französischen offenbaren. Ihre Tochter, die mittlerweile seit ein paar in Deutschland lebt und arbeitet, hat dagegen diesen Akzent nahezu verloren. Dagegen behalten andere scheinbar absichtlich das Erkennungsmerkmal ihrer Fremdsprachlichkeit in ihrer Benutzung der deutschen Sprache. Manchmal bestimmt mit Absicht. Manchmal aber auch, weil der Rückzug in den eigenen Sprachraum immer noch täglich möglich ist. Interessant ist dabei doch, dass Kinder, die in zwei Sprachräumen aufwachsen, oft mühelos und ohne Akzent zwischen den Sprachen wechseln können.

Neue Sprache – Sprache lernen

Heimat! Sprache verbindet uns (Maialisa / pixabay.de)

Heimat! Sprache verbindet uns (Maialisa / pixabay.de)

Heute geht es oft um die Frage des Fremdspracherwerbs. Um angebliche Verweigerung und Integrationsprobleme. Vielleicht wäre das Problem gar kein so großes, wenn wir es aus einer anderen Perspektive erfassen. Zum einen dürfen wir nicht vergessen wie rudimentär manche Deutsch-Kurse sind, gerade wenn sie kostenlos angeboten werden. Wenig bis kein Material und wenig Zeit, so dass gerade mal Grundkenntnisse, die im Alltag vielleicht für „ja“/“nein“ reichen, vermittelt werden können. Zum anderen ist für Geflüchtete die Sprache ihr letzter Anker zur Heimat. Hab und Gut ist kaum mehr da, Verwandte sind teilweise verloren oder unerreichbar und um sie sind viele Menschen, aber alles Fremde, mit fremden Sprachen und fremden Wörtern. Sprache trennt. Die eigene Sprache ist da ein Hafen, das letzte bisschen Kultur und die Gemeinsamkeit, an der Menschen ihre Landsleute erkennen. Ob im Urlaub in Spanien oder Italien oder nach der Flucht in einem Aufnahmelager. Sprache verbindet. Mein Sohn lernt Worte und ordnet sich damit jeden Tag mehr seiner Umwelt zu. Sprache prägt. Und doch ist es leicht, neue Worte zu lernen, neue Sprache, neue Welten. Jeden Tag und nicht nur für unter zwei Jährige.

Lüge oder Wahrheit?

Der „Vater der Lüge“ sei der Teufel – so zumindest steht es in der Bibel. Lügen sind demnach böse und ein Zeichen von Falschheit und durchweg schlechten Absichten. Bin ich also ein schlechter Mensch, wenn ich flunkere?

Abgestempelt: Schnell ist man als Lügner verrufen, so wie Pinocchio mit der langen Nase.

Abgestempelt: Schnell ist man als Lügner verrufen, so wie Pinocchio mit der langen Nase. (©CFalk/Pixelio.de)

Ganz so pessimistisch sollten wir die Lüge nicht sehen. Vielmehr gehört sie zum Menschsein dazu; eine Gesellschaft vollkommen der Wahrheit ergeben, ist nur schwer vorstellbar, wenn überhaupt realistisch.

Wer kennt sie nicht, die floskelhafte Frage „Wie geht es dir so?“ Auch ich stelle sie regelmäßig, es ist einfach höflich, gehört irgendwie zum Standard eines jeden Gesprächs. Was antworten die meisten auf diese Frage? „Ach, ganz gut.“ Hier wollen wir selten die Wahrheit hören, egal wie es dem anderen geht. Auf die Standardfrage folgt eine Standardantwort. Die Wahrheit ist hier zweitrangig und auch gar nicht beabsichtigt, es geht mehr um Höflichkeit.

Abgesehen von Situationen, in denen die Unwahrheit einfach Usus ist, kann eine Lüge oft angenehmer als die nackte Wahrheit sein. Manchmal wäre Ehrlichkeit einfach zu brutal und kalt, als dass wir sie unserem Gegenüber zumuten könnten. Wenn Vater und Mutter merken, dass es in der Ehe erste Probleme gibt, dann werden sie wohl kaum dem Kind die Wahrheit aufbürden. „Alles ist in Ordnung, das wird schon wieder, nur keine Sorge.“ So versuchen die Eltern so lange wie möglich das Leben des Kindes unbeschwert zu gestalten, eine Lüge ist hier Mittel zum Zweck.

Alltäglich: In so gut wie jedem Gespräch entdecken wir kleine oder große Lügen.

Alltäglich: In so gut wie jedem Gespräch entdecken wir kleine oder große Lügen. (©Paul-Georg Meister/Pixelio.de)

Auch uns selbst kann die Lüge die bittere Realität erträglich machen. So mache ich es beispielsweise im Sport. Es regnet wie so oft wie aus Eimern, ich habe einfach keine Lust, schon wieder nass zu werden. Regentraining – davon hatte ich dieses Jahr schon mehr als genug! Irgendwie muss ich mich doch aufraffen, ich kann ja nicht ewig das Training ausfallen lassen. Deshalb rede ich mir schlicht selber ein, dass der Regen schon viel leichter geworden sei. Es kübelt zwar nach wie vor, aber es fühlt sich nicht mehr ganz so schlimm an – der verzerrten Wahrheit sei Dank.

Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass die absolute Wahrheit einfach nicht möglich ist, so sehr wir uns auch bemühen mögen. Zum einen ist sowieso alles subjektiv. Ich sage die Ampel ist rot. Wer eine Rot-Grün-Schwäche hat, der würde mir sicher etwas anderes erzählen. Oder nehmen wir das Beispiel mit dem Regen von vorhin: Ich beschwere mich, dass es schon wieder schüttet. Jemand, der schwere Tropenstürme kennt, der würde bei dem bisschen Regen allerdings eher müde lächeln. Die Realität ist eben vollkommen subjektiv.

Zum anderen schafft es unser Gehirn gar nicht, ständig die Wahrheit zu erfassen und zu speichern. Das beste Beispiel sind hier Zeugenaussagen bei der Polizei oder vor Gericht. Der Befragte weiß ganz genau, dass der Unfallwagen weiß lackiert war, ein Combi, schon etwas älter. Ein anderer Augenzeuge weiß genau: „Das Auto war ein Cabrio, roter Lack, ich glaube ein Mercedes.“ Die Überwachungskamera der nächstgelegenen Sparkasse enthüllt die Wahrheit: Ein schwarzer Lieferwagen von Volkswagen.

Wir können es noch sehr wollen, die Wahrheit ist einfach nicht immer und überall möglich. Angenehm und sinnvoll ist sie ohnehin nicht. Manchmal sind Flunkereien kein Teufelswerk, sie sind allzu menschlich. Wir sind eben keine Heiligen, unsere Gesellschaft braucht auch das vermeintlich „Schlechte“, um zu funktionieren. Solange alles im Rahmen bleibt und wir nicht zu notorischen Manipulatoren und Dauer-Lügnern werden, ist ja alles in Ordnung.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Eva hier vom selbstgemachten Wahnsinn.

Das Smartphone – Droge oder nützlicher Gebrauchsgegenstand?

Ständig in der Hand: Das Smartphone. Sind wir schon suchtgefährdet? (© Ute Mulder / pixelio.de)

Ständig in der Hand: Das Smartphone. Sind wir schon suchtgefährdet? (© Ute Mulder / pixelio.de)

Beim Treffen mit Freunden, beim Autofahren, während der Vorlesung – das Smartphone ist heutzutage fast überall dabei. Wenn dann noch Stichworte wie Handy-Sucht oder digitale Demenz durch die Medien geistern, bekommt es der eine oder andere mit der Angst zu tun.

Doch wie Smartphone-suchtgefährdet sind junge Menschen überhaupt? Und sind die Ängste, die mit der scheinbar ununterbrochenen Smartphone-Nutzung einhergehen, berechtigt?

15 Personen zwischen 20 und 30 haben uns in Form einer anonymen Umfrage Einblick in ihr Smartphone-Nutzverhalten gegeben. Acht der Befragten sind weiblich, sieben männlich, sodass wir euch ein ausgewogenes, wenn auch nicht repräsentatives Ergebnis präsentieren dürfen.

Hier ein Pfeifen, dort ein Summen und das im Minutentakt – kostenlose Messaging-Dienste und Gruppenchats sorgen dafür, dass am laufenden Band Nachrichten via Smartphone verschickt werden. Ein in der FAZ geschildertes Experiment mit Oberstufenschülern, die ihre Handys zwei Stunden lang ausschalten mussten, zeigt Erschreckendes: Teilweise erhielten die Schüler in besagtem Zeitraum rund zweihundert Kurznachrichten.
Tatsächlich gab ein Teilnehmer der Face2Face-Befragung an, im Durchschnitt über 50 Nachrichten pro Stunde zu erhalten.

Über 50 Nachrichten pro Stunde? Einer der 15 Umfrage-Teilnehmer gab diesen Wert an (Grafik: T. Gartner)

Über 50 Nachrichten pro Stunde? Einer der 15 Umfrage-Teilnehmer gab diesen Wert an (Grafik: T. Gartner)

Jedoch legten sich auch sechs Personen darauf fest, nur ein bis zwei Nachrichten pro Stunde zu erhalten.

Durchschnittlich drei Stunden pro Tag und damit fast 50 Minuten länger als im Jahr davor waren Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren 2013 online. Zu diesem Ergebnis kam der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in der jährlich erscheinenden JIM-Studie (Jugend, Information, Multi-Media). Die Verbreitung von Smartphones wird als Hauptgrund für die verstärkte Internetnutzung gesehen: 2013 besitzen 73 % ein Handy beziehungsweise Smartphone – 2011 hingegen waren es nur 29 %.

Erschreckend oder längst Alltag? Drei Stunden am Tag beschäftigen sich viele mit ihrem Smartphone (Grafik: T. Gartner)

Erschreckend oder längst Alltag? Drei Stunden am Tag beschäftigen sich viele mit ihrem Smartphone (Grafik: T. Gartner)

Unsere Face2Face-Umfrage zeigt, dass drei Stunden ein durchaus realistischer Wert für die Beschäftigung mit dem Smartphone ist. Zwar gaben sechs Personen an, eine Stunde oder weniger pro Tag mit ihrem Smartphone zu verbringen, insgesamt 8 Befragte sehen sich jedoch bei zwei bis drei und drei bis fünf Stunden. Ein Teilnehmer gab sogar an, sich täglich fünf bis sechs Stunden mit dem Smartphone zu beschäftigen.

Unzählige Nachrichten, stundenlanges Online- und Erreichbarsein – sind wir denn nun Smartphone-abhängig oder nicht?
„Das Smartphone ist meine Droge an stressigen Tagen“ – so beschreibt ein an der Umfrage Teilnehmender sein Nutzverhalten. Ein weiterer Teilnehmer spricht sogar von einer „Mutter-Kind-Beziehung“ zwischen ihm und seinem Smartphone. Ohne Handy fühle er sich schutzlos, schreibt er.
Doch auch weniger emotionale Bindungen zwischen Smartphone und Nutzer offenbaren sich in unserer Umfrage: „Nützlicher Gebrauchsgegenstand“, „praktisch“ und „schön, wenn man’s hat, aber es geht auch ohne“ schreiben die Befragten.

Smartphone-Nutzung: Hauptsächlich zu Kommunikationszwecken (Grafik: T. Gartner)

Smartphone-Nutzung: Hauptsächlich zu Kommunikationszwecken (Grafik: T. Gartner)

Und was sagen die Experten?
„Viele Jugendlichen nutzen das Smartphone zwar intensiv, sie sind aber nicht abhängig“, sagte Medienpädagogin Angelika Beranek der FAZ. Stattdessen biete das Internet und damit verbunden auch das Smartphone „große Chancen für die sozialpsychologischen Reifungsprozesse in dieser Lebensphase“ weiß Mediensoziologin Sabina Misoch. Das Knüpfen und Pflegen von Kontakten ist also ein wesentlicher und vor allem positiver Aspekt der Smartphone-Nutzung. Das bestätigt auch die Face2Face-Umfrage: Am häufigsten wird das Handy zu Kommunikationszwecken genutzt.

Aber geht´s denn auch ganz ohne? Das wollten wir von unseren Umfrage-Teilnehmern wissen. Und siehe da: Die deutliche Mehrheit antwortete auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, einen oder mehrere Tage ohne Smartphone zu leben, mit „Ja, klar, kein Problem!“ Vier der Befragten würden sich immerhin problemlos einen Tag lang von ihrem Handy trennen – mehrere Tage aber auf keinen Fall.

Wer mehr über seine ganz persönliche Smartphone-Nutzung herausfinden möchte, dem empfehlen die Face2Face-Mitarbeiterinnen Vanessa und Melanie die an der Uni Bonn entwickelte Android-App „Menthal“. Sie analysiert, wie viel Zeit ihr am Tag mit dem Handy verbringt und welche Apps ihr am häufigsten nutzt.

Mehr zum Thema Smartphone gefällig? Wie der Selbstversuch einer Face2Face-Autorin, vier Tage lang ohne Whatsapp zu leben, ausgeht, lest ihr HIER.

Vorschau: Am Dienstag, 15. Juli erwartet euch an dieser Stelle ein Interview mit einer Autorin, die erotische Romane schreibt. 

Datenschutz – Facebook Privatsphäre Einstellungen

Anmelden, Neuigkeiten und Nachrichten lesen, eigene Aktivitäten, Bilder oder Standorte posten – herzlich Willkommen in der neuen Welt der Kommunikation. Die Plattform „Facebook“ ist neben „LinkedIn“ und „Twitter“ die erste Adresse in der Social-Media-Welt. Sie macht es uns aber nicht gerade einfach, genau festzulegen, mit wem wir welche Neuigkeiten überhaupt teilen wollen. Daher gibt dir die Tipps&Tricks-Redaktion eine Checkliste mit den wichtigsten Facebook Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen auf den Weg – damit auch du klick für klick sicher im Netz unterwegs bist.

Beginne mit den Privatsphäre-Einstellungen. Diese findest du über das Schloss-Symbol oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Weitere Einstellungen anzeigen“ und wähle den Menüpunkt „Privatsphäre“.

1. Wer kann meine Inhalte sehen?
Hier kannst du einstellen, wer deine Beiträge (beispielsweise nur Freunde) sehen kann. Wenn du aber etwas postest, gibt es auch direkt beim Posting mehrere Möglichkeiten. Du kannst entscheiden, ob es öffentlich, nur für Freunde oder auch nur für ganz bestimmte Freundeslisten benutzerdefiniert sichtbar sein soll. Diese Einstellung findest du neben dem „Posten“-Button.

2. Wer kann mich kontaktieren?
Hier kannst du verhindern, dass dir unbekannte Nutzer dich als Freund hinzufügen.

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

3. Wer kann nach mir suchen?
Die Option, dass Fremde dein Profil über Suchmaschinen wie „Google“ finden können, ist meist automatisch aktiviert. Um dies zu ändern, wähle ein „Nein“, damit andere Suchmaschinen keinen Link zu deiner Chronik erhalten.

Stelle dir vor, du bewirbst dich bei einem neuen Wunscharbeitgeber. Dieser sucht dich beispielsweise über deine E-Mail Adresse auf einer der Suchmaschinen und landet auf deiner Facebook-Chronik. Nicht gerade optimal, oder? Um dies zu verhindern, wähle – ebenso bei der Telefonnummer – die Option „Freunde“.

Im nächsten Schritt wähle die Chronik- und Markierungs-Einstellungen über das kleine Dreieck oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Einstellungen“ und „Chronik und Markierungseinstellungen“.

4. Wer kann Inhalte zu meiner Chronik hinzufügen?
Mit dieser Einstellung kannst du bestimmen, wer etwas auf deine Chronik posten darf oder wer lesen darf, was deine Freunde in die Chronik schreiben. Hier kannst du auch verhindern, dass dich jemand auf einem Foto markiert und dies automatisch auf deiner Chronik angezeigt wird. Mache die Markierungen zustimmungspflichtig.

5. Wer kann die Dinge in meiner Chronik sehen?
Natürlich kannst du auch einstellen, wer überhaupt die Aktivitäten auf deiner Chronik sehen darf. Um zu vermeiden, dass jeder deine Chronik und Markierungen sehen kann, wähle die Option „Freunde“. Hier gibt es übrigens auch die Möglichkeit einer Profilvorschau. Du kannst kontrollieren, wie dein Profil aus der Sicht eines anderen Nutzers aussieht.

Tipp: Freunde in Listen sortieren

  • Du kannst steuern, welche Freunde was zu sehen bekommen. Freunde, die du in die „Bekannte“-Liste – oder unter „enge Freunde“ – einordnest, kannst du beispielsweise gezielt von Postings ausschließen. Um diese Listen zu erstellen, gehe auf deine Chronik und wähle „Freunde“. Diese kannst du über die Freunde-Buttons in die Listen sortieren.
  • Ebenso kannst du bestimmen, für welche Freunde deine Fotoalben sichtbar sein sollen.

Und zuletzt: Extra Datenschutz-Tipps

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

  • Bestätige nicht jeden als Freund. Schließlich gibt es auch Fake-Profile, die Persönlichkeiten fälschen und versuchen an deine Daten heran zu kommen.
  • Status-Meldungen und private Fotos nach Möglichkeit nicht öffentlich posten. Achte bei jedem Posting auf die vorgenommene Auswahl wie „Öffentlich“, „Freunde“ und „Benutzerdefiniert“. Wenn du öffentliche Beiträge kommentierst – die du übrigens an der Weltkugel neben dem Beitrag erkennst – solltest du auf deine Formulierungen achten. Denn dann kann jeder deinen Beitrag lesen.
  • Überprüfe regelmäßig deine Privatsphäre-Einstellungen. Schließlich sollte Privates auch privat bleiben.

Vorschau: Nächste Woche wird euch ein Ergebnisbericht über die Mini-Waschmaschine vorgestellt.

Tipps für den Alltag: Smalltalk ist mehr als nur sinnloses Gequatsche

Wohl kaum einer kann sich davor drücken, wir alle tun es schließlich täglich und überall: Smalltalken.
In den verschiedensten alltäglichen Situationen reden wir mit Personen, die wir nicht sonderlich gut kennen – sei es auf Partys, im Treppenhaus, in Aufzügen, im Supermarkt, auf der Straße oder bei der Zugfahrt. Trotz allem ist das kleine Gespräch im Alltag für viele Personen lästig oder überflüssig. Gerade dann, wenn ein üblicher Wortwechsel wie: „Hallo, geht´s Ihnen gut?“, „Danke, ja. Und Ihnen?“, „Danke auch“ folgt und sich ein Lächeln mit einem unangenehmen Schweigen anschließt. Das Gespräch ist beendet. Eigentlich eine peinliche Situation.

Dabei kann Smalltalk mehr sein als nur sinnloses Gequatsche. Smalltalk ist der Erfolgsfaktor – und das nicht nur täglich im Privat- sondern auch im Berufsleben: in Kundengesprächen, beim Vorbeilaufen am Vorgesetzten auf dem Gang, aber auch während eines Vorstellungsgesprächs. Der perfekte Smalltalk lockert viele versteifte Situationen – gewusst wie, kann man eine Menge Kontakte knüpfen, Bekanntheit erlangen und zudem echte Sympathiepunkte sammeln.

Aber wie fange ich so ein spontanes Gespräch an? Und was soll ich überhaupt sagen? Keine Angst: Intelligent smalltalken kann jeder, es ist alles reine Überwindungs- und Übungssache.
Damit auch euer Smalltalk zum Erfolg wird, verrät euch die Tipps&Tricks-Redaktion die Smalltalk-Erfolgsregeln:

Täglich und überall: Smalltalk ist der Erfolgsfaktor

Täglich und überall: Smalltalk ist der Erfolgsfaktor (© Maren Beßler / pixelio.de)

Mit einem Lächeln beginnen
Ein nettes, ehrliches Lächeln ist die Grundvoraussetzung für den Beginn eines Gesprächs, es wirkt nicht nur sympathisch, sondern verleiht einer unangenehmen Situation zudem noch eine positive Stimmung.

Gesprächsbeginn wagen
Keine Bedenken vor belanglosen oder offensichtlichen Themen, denn gerade solche Themen eignen sich hervorragend für den Gesprächseinstieg. Empfehlenswert sind ganz einfache Themen wie: Hobbys, Sport, Wetter, TV-Programm, Wohnort, Beruf, Arbeitsweg oder Urlaubsreisen – und das ist auch der Aufhänger: „Sie sehen so erholt aus – waren Sie um Urlaub?“, „Ich bin zum ersten Mal hier. Waren Sie schon öfters in dieser Gegend?“, „Wenn ich das sagen darf: Sie haben eine wirklich schöne Bluse“. Netter Humor, Lob und Komplimente können übrigens die Gesprächssituation schnell auflockern. Wichtig dabei ist aber, dass man nach einem gelungenen Gesprächseinstieg, den Ball ins Rollen bringt und in das nächste naheliegende Thema übergeht.

Intelligente Fragen stellen
Besonders gut eignen sich die sogenannten W-Fragen (wo, wie, wieso, wann), da hierbei – wie es ein Gespräch wünscht – ganze Sätze als Antworten folgen. Auf geschlossene Fragen folgt nämlich meist nur ein „Ja“ oder „Nein“, wodurch sehr schnell ein Schweigen entstehen kann.

Kritische Themen vermeiden
Solange ihr die Person gegenüber noch nicht besonders gut kennt, solltet ihr folgende Themen besser vermeiden: Religion, Finanzen, persönliche Probleme, Tod, Gerüchte und Lästereien über nicht anwesende Personen.

Gemeinsamkeiten finden
Sobald Gemeinsamkeiten und dieselben Interessen gefunden sind, entwickelt sich das Gespräch ganz von alleine. Tipp: Häufige Gemeinsamkeiten finden sich im Sport, in der Musik oder in bekannten TV-Serien/Sendungen.

Rechtzeitig das Gespräch beenden
Jedes Gespräch hat ein Ende. Sobald einem die Themen ausgehen, sollte man nicht zwanghaft weiter nach Gesprächsstoff suchen – besser ist es, das Gespräch freundlich und mit Ausblick zu beenden, beispielsweise stellt ihr ein weiteres Gespräch in Aussicht.

Üben, üben und nochmals üben
Zum Schluss heißt es nur noch üben! Mit jeder Überwindung und jedem gelungenen Smalltalk gewinnt ihr mehr Sicherheit – das bedeutet jegliche alltägliche Gelegenheit nutzen.
Übrigens: Ein gelungener Smalltalk kann wirklich Spaß machen. Wir wünschen euch viel Erfolg!

Vorschau: Nächste Woche folgen hier nützliche Tipps zur Pflege eurer Orchideen.

 

 

Ohne Whatsapp, ohne mich!?

Whatsapp abschalten und ein paar Tage für viele Leute unerreichbar sein? Klingt unvorstellbar? Ich habe es gewagt. Vier Tage lang war ich ohne jegliche smartphoneartige Kommunikation auf SMS und Anrufe angewiesen. Anstoß für diesen Selbstversuch war, dass ich kaum noch eine ruhige Minute hatte. Wie ein Magnet zog mich mein Smartphone an, ich suchte die Wetterprognosen für die nächsten Tage (gleich an mehreren Orten), schaute was es Neues auf Facebook gab, checkte ständig meine E-Mails und dazu kamen die Whatsapp-Nachrichten im Sekundentakt (Gruppen können auch ein wahrer Fluch sein). Ich hatte keine freie Minute mehr, war vollkommen im Freizeitstress gefangen.

Lange, lange ist es her: Smartphone los tippe ich eine SMS (Foto: Vondracek).

Lange, lange ist es her: Smartphone los tippe ich eine SMS (Foto: Vondracek).

Bevor ich die Internetverbindung meines Handys ausschaltete, habe ich meinen Selbstversuch in meinem Freundeskreis angekündigt. Von „Handy kaputt?“ über „Was ist denn los?“ bis hin zu „Oh, dann schreib ich dir mal einen Brief“ war jede Reaktion dabei.

Der erste Morgen ohne Smartphone fing schon nervenaufreibend an. Ohne Wetterapp, die App der öffentlichen Verkehrsmittel und Spiegelonline ein für mich ungewohnter Start in den Tag. Ich zog mich zu kalt an, verpasste die Bahn zur Arbeit und konnte nicht wie gewohnt die Nachrichten lesen. Doch je länger das Smartphone für seine eigentlichen Zwecke unbrauchbar war, desto entspannter wurde ich. Schon fast eine Art Ferienhochgefühl machte sich breit. Auf dem Heimweg beobachtete ich einen wunderschönen Sonnenuntergang, der mich von einem stressigen Tag abschalten ließ. Währenddessen schienen die Menschen um mich herum von ihren Handys gefesselt zu sein, alle schauten auf die kleinen Bildschirme in ihren Händen.

Nach Tag zwei vermisste ich nichts mehr, berief mich auf „alte“ Mittel wie Zeitung, Wetternachrichten im Fernsehen und merkte mir die Bahn-Fahrzeiten. Leute, die mir alltäglich nicht nur ein Blabla via Facebook oder Whatsapp schickten, sondern wirklich wissen wollten, wie es mir geht, riefen an oder schrieben SMS. Und wenn dann mal telefoniert wurde, dann hatte man sich auch wirklich etwas zu erzählen und kein mittlerweile Altbekanntes „Oh, dann habe ich dir das schon geschrieben gehabt?“ störte den Gesprächsfluss.

Als ich am vierten Tag abends meine Datenverbindungen wieder einschaltete, machte ich das mit großem Widerwillen. Das Urlaubsgefühl der letzten Tage war so plötzlich verpufft, wie es gekommen war. Doch ich habe viel gelernt: Durch die schnelle Kommunikationsgesellschaft, in der wir heute leben, gehen wertvolle Worte verloren. Bevor auf „senden“ geklickt wird, macht man sich wenig Gedanken, was man mit seiner Nachricht auslösen kann, oder auch nicht. Früher waren Briefe tagelang unterwegs, wurden von Hand auf Schmierpapier geschrieben, bevor sie auf Briefpapier übertragen wurden.

Ich will nicht sagen, dass ich nun Smartphones und deren spielerisches Können verachte. Eher, dass man die Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, mit etwas mehr Bedacht nutzen sollte. Denn die wichtigsten Sachen der Welt – die zwischenmenschliche Kommunikation – sollte nicht zur alltäglichen Nebensache verkommen.

 Vorschau: Nächste Woche berichtet Julia von einem Treffen für junge Väter in Freiburg.

Pflanzenwelt, Gefühlswelt?

Schon unsere Großmütter haben es getan: Mit der Gießkanne in der Hand durch den Gemüsegarten streifend hier einer Tomatenpflanze ein tröstliches Wort zugeflüstert und dort den Kartoffeln etwas vorgesummt. Pflanzen sollen nach Volksglauben unsere Stimmen wahrnehmen können und darauf reagieren – jedenfalls glauben das 49 Prozent der deutschen Bundesbürger (Quelle: Emnid-Untersuchung, Zeit Wissen).

Pflanzen haben zwar kein Gehirn wie Säugetiere, können aber – nach der Meinung vieler – Gefühle empfinden und sind nicht nur reine Biomasse, die auf Wind und Wetter reagiert. Aus dieser Überlegung heraus haben sich vor einigen Jahren einige Wissenschaftler zur „Society für Plant Neurobiology“ zusammengetan, um die Pflanzenneurobiologie zu erforschen. Dieser neue Forschungszweig der Botanik untersucht, wie Pflanzen Umwelteinflüsse wahrnehmen und darauf reagieren. Hauptsächlich geht es dabei um Botenstoffe, die Pflanzen aussenden und empfangen, um daraus Informationen über Gefahren zu erhalten. Aber auch das Wetter mit Wind, Regen und Sonne, übermittelt Signale, die von den grünen Gewächsen interpretiert werden.

So kann die Botanik nicht nur durch die Umwelt beeinflusst werden, sondern auch von uns Menschen. Hier ein paar Beispiele:

Pflanzen spüren nicht nur den Wind, sondern auch, wenn man sie mit Baumwollfasern vorsichtig streichelt. Dabei werden die Berührungsgene, „touch genes“ genannt, stimuliert, welche die Wachstumsrichtung beeinflussen können.

Gewächse haben in jeder Zelle eine Membran, die empfindlicher ist als das menschliche Ohr. Dass sie wirklich darauf reagieren, wenn man mit ihnen spricht, hat der Biologe Stefano Mancuso von der Universität Florenz in der Toskana untersucht. Mit Musik, bevorzugt Mozart, in den pflanzlichen Ohren, wachsen diese laut seinen Forschungsergebnissen schneller und entwickeln größere Früchte.

Aber nicht nur wir Menschen können mit unseren grünen Mitbewohnern kommunizieren, sie unterhalten sich auch untereinander. Das machen sie zwar nicht mir Lauten, stattdessen sie nutzen dafür verschiedene Duftstoffe, die in unterschiedlichen Mengen jeweils eine Bedeutung haben.

Also müssten sich Pflanzen, die nicht mehr zu hören wollen, eher die Nasen als die Ohren zuhalten und hätten damit wohl unsere Großmütter zum Staunen gebracht.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Artikel über Urban Gardening.

Fremdsprachen lohnen sich

„Fremdsprachen sind doch Käse!“ – So lautete mein Fazit nach meiner ersten Englisch-Stunde in der fünften Klasse. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum ich mich mit einer anderen Sprache als Deutsch auseinandersetzen sollte. Was sollte mir das bringen, immerhin wohnte und wohne ich in Deutschland. Mit dieser Einstellung zum Englisch-Unterricht war ich bei Weitem nicht alleine; Englisch war für den Großteil meiner Mitschüler ein aufgezwungenes und unausweichliches Übel, so wie man dem unangenehmen Besuch der Großtante nur schwerlich entging.

In der sechsten Klasse kam dann noch eine Fremdsprache hinzu: Latein – nicht nur fremd, sondern obendrein auch noch tot! Doch wider Erwarten entwickelte sich in mir nach ersten Berührungsängsten ein wachsendes Interesse für Sprache. Ich fing an, den Latein- und Englisch-Unterricht zu mögen, es machte mir zusehends Spaß, sprachliche Strukturen kennenzulernen und zu hinterfragen. Auch die deutsche Sprache und ihre Tücken interessierten mich mehr und mehr. Ich weiß nicht genau, ob es an meinen Lehrern lag oder an der Bewunderung von vielen Seiten: „Was, Du lernst Latein? Respekt, das muss ganz schön schwer sein…“ Jedenfalls entwickelten sich die Fremdsprachen zu etwas Schönem für mich und am Ende fing ich sogar an, mir selbst ein wenig italienisch beizubringen.

International: Fremdsprachen fördern den Kulturaustausch (©Gerd Altmann/Pixelio)

Und das war auch gut so. Denn Fremdsprachen zu lernen, bringt einige Vorteile mit sich. Mit fremden Sprachen sind immer auch fremde oder zumindest anders förmige Kulturen verbunden. Man kommt also durch die Sprache mit neuen Denkweisen und Anschauungen in Kontakt und der eigene Geist wird offener. Das Denken wird toleranter und der Respekt vor Menschen aus dem anderen Land wächst zusehends mit den Fähigkeiten in der Fremdsprache. Aber nicht nur das. Die meisten Muttersprachler freuen sich, wenn sie auf jemanden treffen, der „ihre“ Sprache lernt, mag derjenige sie auch noch so radebrechen. Wer Fremdsprachen lernt, akzeptiert nicht nur eher andere, sondern er wird auch selbst eher von anderen akzeptiert. Aber auch für die Pragmatiker unter uns hat das Erlernen einer neuen Sprache etwas Positives: Kenntnisse in verschiedenen Sprachen machen jede Bewerbung um einiges attraktiver und können so machen anderen Fehler kaschieren.

Dicke Bücher: Ohne Arbeit geht es bei Fremdsprachen leider nicht (©Andreas Morlok/Pixelio)

Natürlich muss ich hier bei aller Begeisterung für Fremdsprachen zugeben, dass es nicht unbedingt einfach ist, eine neue Sprache zu lernen. Der Weg ist lang und es lauert so manche Stolperschwelle. Ich erinnere mich noch an meine Frustration, als ich bereits drei Jahre italienisch gelernt hatte und noch immer absolut nichts verstand, wenn ich meinen Lieblingsfilm ohne Untertitel in Italienisch „genoss“. Aber allen endlosen Vokabellisten und trockenen Grammatikeinheiten zum Trotz: Was zählt sind Ausdauer und Geduld, dann kann man weit kommen. So arbeite ich weiterhin an meinen Englisch- und Italienischkenntnissen und kann sogar offiziellen Briefverkehr in beiden Sprachen mühelos bewältigen.

Inzwischen macht mir das Sprachenlernen so viel Spaß, dass ich sogar auf meinem Italienisch aufgesattelt habe und mir ganz passable Französischkenntnisse angeeignet habe. Momentan gehe ich sogar noch weiter und verlasse den Bereich der romanischen Sprachen und versuche mich an türkisch und kroatisch. Und ich muss sagen, ich bin wirklich deutlich offener geworden. Mein Denken ist toleranter, ich kann andere Anschauungen und auch Meinungen deutlich leichter akzeptieren und dulden. Sogar mein Deutsch wird umso besser, je mehr ich mich mit anderen Sprachkonzepten herumschlage.

Ins Gespräch kommen: Mit Fremdsprachen kein Problem (© Paul-Georg Meister/Pixelio)

Zugegeben: Solch ein Fetisch für Sprachen ist nicht für jeden etwas, aber vielleicht kann sich doch der ein oder andere nach dem Lesen dieses Textes durchringen, sich an einer neuen Sprache zu versuchen. Dabei kommt es ja gar nicht auf Perfektion an, sondern vielmehr auf die Chance mit komplett fremden Menschen zu kommunizieren. Es ist ein unvergleichliches Erfolgserlebnis, wenn man auf der Straße auf einen Touristen trifft und diesem ein gutes Restaurant in der Nähe empfehlen kann – natürlich in dessen Muttersprache. Fremdsprachen lohnen sich eben.

 

Vorschau: Am nächsten Mittwoch begibt sich Sonja auf Spurensuche, denn dann dreht sich alles um Krimidinner.