Sommer, Sonne, Bodyshaming

Die Temperaturen klettern seit ein paar Wochen regelmäßig über 30 Grad, die Ferien haben begonnen, die Saison der knappen Kleider, Badesachen, nackter Haut ist da. Es ist doch wirklich toll, wenn die warmen Sonnenstrahlen auf unsere Haut treffen, Vitamin D gebildet wird und wir uns besser fühlen. Das Sonnenlicht steigert unsere Abwehrkräfte, sorgt für gute Laune, kurbelt Hormonbildung und Stoffwechsel an. Das klingt alles wirklich gut. Zu viel Sonne – das wissen wir alle – ist gefährlich, denn Hautkrebs ist keine Kleinigkeit. Aber selbst eingecremt mit Lichtfaktor 100 gibt uns das Sonnenlicht ein Wohlgefühl. Außerdem ist mir bei 30 Grad schon bis zur Schmerzgrenze warm, alles danach wird unerträglich. Kleidung stört dann. Weg damit.

It’s getting hot out there

Sommer und viel anzuziehen? Bodyshaming sagt uns, wie kurz unsere Kleider sein dürfen (Foto: Free-Photos / pixabay.de)

Wer auch bis 40 Grad im Schatten in Pulli und langen Hosen rumlaufen möchte und sich damit wohl fühlt – oder aus anderen Gründen, wie einer Sonnenallergie, darauf angewiesen ist – soll das tun dürfen. Daran stört sich niemand, außer seltsame Vertreter der Gattung homo germanicus, die Angst vor verschleierten Frauen haben. Aber wie sieht das anders herum aus? Sobald mensch sich leicht bekleidet in der Öffentlichkeit zeigt, gibt er sich einer Realversion von Next Topmodel deluxe preis. Shorts bei den Beinen? Kein Foto für dich. Trägerhemd und kräftige Arme? Sommerkleid, aber über Kleidergröße 38? Zu weiße Haut, zu haarige Beine – alles was nicht nach Hochglanzmagazinmodel aussieht wird mit rollenden Augen aufgenommen. Wir werden aufs Derbste auf unsere Körper degradiert und dort auf angebliche Schwächen. Das ist Bodyshaming. Wir sollen uns bitte für unsere Körper schämen, die anderen so sauer aufstoßen!

You’re body is no wonderland

Dünn, Dünner, Sommerkleider? Bodyshaming ist Alltag und wir merken es kaum (Foto: Survivor / pixabay.de)

Jeder schwitzt im Sommer. Hunde stellen ihr Maul auf und hecheln, weil sie nicht schwitzen können. Das stinkt, aber der Hund muss es machen, sonst überhitzt er. Wollen wir wirklich andere zu langen Kleidern zwingen, nur weil ein Schönheitsideal uns diktiert wer kurze Kleidung anziehen darf und wer nicht? Denn nichts anderes als dieses Ideal ist schuld. Wir haben Hollywoodfilme gesehen, in denen es fast nur untergewichtige Schauspieler gibt, Heidi Klum schaut sich Mädchen, die mehr als Größe 34 tragen, gar nicht erst an und die Modeindustrie macht fleißig mit. Das ist Gehirnwäsche. Und diskriminiert nicht nur alle, die nichts „gegen“ ihr Gewicht machen können, sondern auch alle, die glücklich mit ihrer Figur sind, die abseits der Norm liegt. Wir feiern die Vielfalt, die die Ehe für alle uns bringt und erlauben unseren Figuren nicht einmal kleine Abweichungen. Klingt komisch, ist aber so.

Do be so shy

Keine Frauensache. Bodyshaming betrifft auch Männer und Kinder ( Foto: cocoparisienne / pixabay.de)

Bodyshaming ist kein Problem mehr, das nur Frauen betrifft. Die äußerliche Norm des Mannes ist längst beim harschen Ton angekommen. Essstörungen und Depressionen gibt es bei Männern ebenso oft – auch wenn sie noch immer seltener diagnostiziert werden. Essstörungen sind meist Symptome einer Depression. Die Folge einer unbehandelten Depression ist signifikant oft der Selbstmord. Männern begehen häufiger als bei Frauen Selbstmord. Längst ist vielen klar, dass hier ein direkter Zusammenhang besteht. Bodyshaming definiert klar, dass Gewicht, Figur und Aussehen wichtig sind, wichtiger als das, was wir können, denken, wissen, mögen. Dass Bikinis nur angezogen werden sollen, wenn der Bauch flach ist und kurze Röcke und Hosen nur gehen, wenn die Beine schmal und enthaart sind. Es nervt mich kolossal. Wir sind alle unterschiedlich, wir sind alle schön und haben unsere Besonderheiten und mir wird ernsthaft schlecht vor Wut, wenn irgendwo irgendwer sagt, man müsse so oder so aussehen.

I’m in love with your bodies

Vielfalt ist immer schön! Schämt euch deswegen nicht (Foto: strecosa / pixabay.de)

Ich gestehe gerne jedem zu, das eine oder andere schön zu finden und andere Dinge eher ungern zu sehen. Geht mir auch so. Das ist aber kein Grund, anderen ihr Recht zu verwehren, anzuziehen, was sie anziehen möchten. Das ist im Übrigen unabhängig vom Wetter, fällt aber im Sommer umso mehr auf. Menschen sind mehr als ihre Körper, Körperlichkeit ist mehr als Ästhetik, Ästhetik ist mehr als Schönheit, Schönheit ist mehr als die Norm. Und mal ehrlich, Norm ist langweilig. Wenn wir das wollten, müssten wir auch alle mit den gleichen Kleidern, der gleichen Frisur und am besten den gleichen Namen herumlaufen, denn der ist dann auch egal. Vielleicht richten wir gleich eine Formschablone ein, lassen uns operieren und genetisch verändern, damit auch wirklich alle gleich aussehen. Dann ist Bodyshaming kein Problem mehr und das funktioniert doch bestimmt leichter, als wenn wir uns die Mühe machen, umzudenken und Vielfalt zuzulassen.

Wir tragen alle eine Burka

Skandalbadeanzug? Immer eine Frage der Perspektive (Foto: ArtsyBee / pixabay.de)

Skandalbadeanzug? Immer eine Frage der Perspektive (Foto: ArtsyBee / pixabay.de)

Lange bevor meine Großmutter anfing, sich selbst zu vergessen, erzählte sie mir, wie ungerecht sie es fand, dass ihre jüngere Schwester mit einem knappen Badeanzug an den Strand durfte und Lippenstift benutzte. Sie selbst schminkte sich auch später nie, trug als Jugendliche diese Badenanzüge, deren Beine versuchten, die Knie zu bedecken. Sie hatte erlebt, wie am Strand Maß genommen wurde, ob diese Beine lang genug waren, oder die Frauen dem Platz verwiesen wurden. Ein Bikini wäre ihr nie im Traum auch nur an die Nähe ihrer Haut gekommen. Ich frage mich, was sie zu den Burkinis sagen würde, wenn sie die Debatte noch nachvollziehen könnte. Wie sie die groteske Verdrehung der Zeitgeschichte kommentierte, da die Diskussion nun beinhaltet, wie kurz Bademode sein muss, um noch kulturell passend zu sein. Es ist eine dieser Situationen, in denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll.

Kein Burkini ist ein Problem

Was wir wollen: nackte Haut (Foto: gadost0 / pixabay.de)

Was wir wollen: nackte Haut (Foto: gadost0 / pixabay.de)

Dass das Vorgehen der Strandpolizisten im französischen Urlaubsort falsch war, darüber ist sich die Mehrheit heute einig. Nicht jene, die in Mecklenburg-Vorpommern erschreckenderweise an zweiter Stelle stehen, aber doch die Mehrheit, zum Glück. Eine Frau wurde zum Ausziehen gezwungen. Das liest sich wie ein Bericht über eine Demütigung, einen Angriff, eine Vergewaltigung. Zum Ausziehen gezwungen. Mit Waffen in der Hand. Da kommt Urlaubsstimmung auf. Warum lassen wir nicht die Bundeswehr unsere Kinder mit Gewehren ausstatten, sie können den französischen Beamten zu Hilfe eilen. Kindersoldaten eben. Wir zeigen zurück: unsere Kinder sind auch nicht ohne. Und: wir wollen nackte Haut sehen. Eine kuriose Forderung. Eine maßlose Erniedrigung aller Frauen übrigens. Nur mit nackter Haut, möglichst vieler, lassen wir euch an den Strand. Dabei, soweit sind wir uns einig, sind die relativ engen Burkinis, ja kein Problem an und für sich. Es geht ums Prinzip. Ums Prinzip, das uns sagt, Moderne heißt knappe Kleidung. Und meine andere Oma trägt heute manchmal noch ein Tuch um den Kopf.

Ein Augenblick reicht

Wenigstens das Gesicht. Wir gestatten nichts abseits unserer Norm (Andreas160578 / pixabay.de)

Wenigstens das Gesicht. Wir gestatten nichts abseits unserer Norm (Andreas160578 / pixabay.de)

Die Burkini-Debatte ist nur ein Ableger der Diskussion um die Burka. Wo die wenigsten wissen, was genau die Burka ist, gibt es zahllose Stimmen gegen sie. Ein Punkt, in dem sich sogar meine Mutter und meine Stiefmutter einig sind. „Ich will wenigstens das Gesicht sehen, wenn ich mit jemandem rede“, sagen beide. Damit kritisieren sie aber nicht nur die Burka, bei der auch die Augen bedeckt sind, sondern auch den Niquab, wobei ein Gesichtsschleier die Augenpartie frei lässt. Ein Hidschab dagegen, ein Kopftuch, das das Gesicht vollständig offenlegt wäre beiden recht. Aber auch der Tschador lässt das Gesicht frei, der restliche Körper wird von ihm aber bedeckt. Warum aber diese weitläufige Meinung: wenigstens das Gesicht. Das Gesicht des Gegenübers zu sehen, wägt uns in Sicherheit. Zum einen lässt sich so das Geschlecht besser erkennen und in unserer Gesellschaft, die sich so gerne aufgeklärt gibt, hat die Unterscheidung, ob ich mit einem Mann oder eine Frau rede, weitreichende Folgen. Wir verhalten uns anders, implizieren andere Dinge, schätzen die Person vor uns anders ein. Zum anderen lesen wir die Mimik unseres Gegenübers, sehen seine Augenbewegungen, das Stirnrunzeln, das Lächeln. So kennen wir das. Und was der Bauer nicht kennt …

Der männliche Blick

Freiheit? Wir sind genauso im männlichen Blick auf unsere Mode gefangen, wie wir es von Burka-Trägerinnen glauben ( Foto: AdinaVoicu / pixabay.de)

Freiheit? Wir sind genauso im männlichen Blick auf unsere Mode gefangen, wie wir es von Burka-Trägerinnen glauben ( Foto: AdinaVoicu / pixabay.de)

Ich bin ganz ehrlich mit euch. Es gibt Tage, da beneide ich die Frauen, die eine Burka tragen oder auch einen Niquab, manchmal würde mir auch ein Tschador reichen. Tücher, unter denen es scheißegal ist, was ich trage. Es ist egal, ob es modisch ist, eng anliegt, sexy oder professionell ist. Egal, wie viel Haut ich zeige, wie viel Brust, wie viel Bein. Es ist darunter egal, ob ich geschminkt bin, ob meine Haare aufwendig frisiert sind, ob ich Schmuck trage. Ob ich mich den Konventionen unterwerfe, die der männliche Blick unserer Welt mir auferlegt, würde darunter keine Rolle spielen. Es ginge um mich, meine Fähigkeiten, meine Persönlichkeit. Ein unschlagbarer Vorteil meiner Meinung nach. Stellt euch das vor. Alle müssten in Burka zum Vorstellungsgespräch – Äußerlichkeiten würden plötzlich keine Rolle mehr spielen. Kein Mobbing in der Schule oder auf der Arbeit, weil ich irgendwelche „Must haves der Saison“ eben nicht habe. Nicht die Notwendigkeit, mein Ich unter moderner Kleidung zu verschleiern, nur weil es sich „so gehört“. Natürlich würde ich vom Regen in die Traufe kommen. Auch eine Burka ist aus dem männlichen Blick entstanden. Aber Muslimas, die so ein Gewand tragen, vorzuschreiben, unsere tragen zu müssen, weil die ja so viel freier und selbstbestimmter sind. Das ist pure Heuchelei. Es ist ebenso lächerlich, wie abzumessen, ob Burkinis zu lang sind, oder Badeanzüge zu knapp. Wir wollen wenigstens Gesichter sehen? Wir zeigen uns ja gegenseitig nicht mal unsere wahren Gesichter. Und da müssten wir anfangen.

Von Boho bis Spinnennetz-Optik – Sommertrends 2016

Auch wenn der Sommer in Deutschland noch nicht so recht aus seinem Winterschlaf erwachen will, solltet ihr für die heißen Tage gewappnet sein. Doch was zieht ihr an, wenn draußen die Sonne scheint?

Von Boho bis Spinnennetz-Optik bringen die Sommertrends 2016 so einiges mit.

Boho-Chic

Spitzenreiter ist die romantische Mode im Hippie-Stil. Um verspielte Blusen und Kleider kommt ihr diesen Sommer nicht herum. Besonders süß ist die Kombination aus Spitze und Blumenprints.

Einfach Bombe

Gut zu Sommerkleidchen kombinierbar sind bunte Bomberjacken. Sie zählen zu den Trendstücken der Saison. Denn sie sind cool, unkompliziert und perfekt für den Übergang oder laue Sommerabende.

Must(er)-Haves

Ein weiteres Trend-Highlight sind Fransen. Für Modeliebhaber vielleicht nicht neu, im Sommer 2016 aber definitiv ein Muss. Beliebt sind Fransen an den Säumen von Kleidern, auch mittendrin darf es schön fransig sein.

Zu den trendigen Mustern wie großen Karos gesellen sich jetzt auch Streifen. Egal ob längs oder quer, dick oder dünn – Ringelshirts dürfen in keinem Kleiderschrank mehr fehlen. Sie sind  nicht nur bequem und sehr alltagstauglich, sondern mit einem Blazer drüber sogar fürs Büro geeignet.

Goldiger Sommer

Der deutsche Sommer bringt bisher zwar keine Glanzleistung – umso mehr darf es aber bei den Outfits glitzern. Der Metallic-Look ist gerade super in! Designer packen ordentlich Pailletten und Glitzer auf die Kleidung und haben auch bei Metallic-Stoffen nicht gespart. Freizeit- oder partytauglich wird der Modetrend in Kombination mit neutralen Tönen wie Schwarz, Weiß oder Grau.

Lingerie-Look

Schlafanzüge sind jetzt auch außerhalb der eigenen vier Wände tragbar? Eindeutig: Ja! Das sogenannte Slip-Dress war letzte Saison schon oft zu sehen, diesen Sommer noch häufiger. Es ist unkompliziert zu stylen und solange Seide und eine edle Tasche im Spiel sind, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Hoch im Kurs stehen diesen Sommer außerdem semitransparente Stoffe mit Netzmustern. Bei manchen Designern werden sie sogar von Kopf bis Fuß eingesetzt – alltagstauglich sind die Klamotten in Spinnennetz-Optik eher nicht, aber am Abend definitiv ein Hingucker!

Farbenpracht

Bei den Trendfarben im Sommer 2016 ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wer es dezenter mag, kann Kleidung in zarten Pudertönen oder kühlem Graublau tragen. Wer hingegen kräftige Farben liebt, darf zu tiefem Blau, Korall- oder warme Pfirsichtönen greifen.

Damit sind wir modisch bereit für die heißen Tage des Jahres – Sommer, das ist dein Stichwort!

Vorschau: Im August erfahrt ihr alle Tipps und Tricks rund um das Packen für eine Asienreise.

 

Zeitmanagement, Teil 2: Kleider machen Leute

Abnehmen – aber an den richtigen Stellen. Was für eine gelungene Diät gilt, gilt fürs Zeitsparen ebenso. Heute verraten wir euch, wie ihr morgens locker ein paar Minuten wertvollen Schönheitsschlaf mehr genießen könnt.

Nichts zum Anziehen. Resigniert stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Zu bieder, zu sportlich, zu knallig, zu weiß – heute Morgen kann es mir kein Outfit so richtig rechtmachen. Schon kurz vor halb 7 – jetzt aber schnell! Eilig ziehe ich irgendetwas aus dem Schrank und streife es über. Schon als die Tür hinter mir ins Schloss fällt, merke ich: Die dünnen Leinenschuhe sind nicht unbedingt etwas für die herbstlichen Temperaturen und vermutlich passt auch das Shirt nicht optimal zum Blazer. Eine Kette wäre gut gewesen…

Hilfreich: Dank Kleiderstange behält man bei der Outfit-Planung den Überblick (Foto: T. Gartner)

Hilfreich: Dank Kleiderstange behält man bei der Outfit-Planung den Überblick (Foto: T. Gartner)

Wessen Kreativität in Sachen Mode auch erst ein paar Stunden nach dem Weckerklingeln erwacht, der kann mit etwas cleverem Zeitmanagement spitzenmäßig aussehen und – wahrscheinlich sogar das Wichtigste – sich in seinem Outfit wohlfühlen. Nehmt euch einfach am Wochenende eine halbe Stunde Zeit und sucht euch eure Outfits heraus. Um unangenehmen Überraschungen vorzubeugen, checkt dafür zuerst das Wetter. So könnt ihr problemlos vorab festlegen, an welchem Tag der Woche ihr etwas luftiger beziehungsweise wärmer gekleidet sein solltet.

Hängt jedes Outfit auf einen Kleiderbügel, sodass ihr morgens nur noch zugreifen müsst. So erspart ihr euch den morgendlichen Stress, seid perfekt für jedes Wetter gerüstet und fühlt euch wohl, weil ihr eure Kleidung mit Bedacht gewählt habt. Vielleicht freut ihr euch sogar schon beim Aussuchen auf die entsprechenden Wochentage, wenn euch die Kombi besonders gut gefällt oder ihr ein neues Kleidungsstück zum ersten Mal ausführen könnt.

Wer noch ein bisschen mehr Zeit fürs Kleidung-Heraussuchen einsparen will, kann seine Lieblingsoutfits fotografieren und sich bei Komplettausfällen der eigenen Kreativität davon inspirieren lassen. Vielleicht macht sich eine Collage aus Outfit-Fotos ja auch ganz gut als Deko?

Praktisch: Am Wochenende könnt ihr von den Wochen-Outfits „zehren“ und das eine oder andere nochmal anziehen – schließlich muss ja nicht alles nach einmaligem Tragen direkt in die Wäsche.

Wie ihr neben der ersparten Zeit durch das Klamotten-Richten noch ein paar weitere Minuten in euren Schönheitsschlaf investieren könnt, lest ihr in Teil 1 unserer Zeitmanagement-Serie.

Vorschau: Nächsten Sonntag stellen wir euch hier Silvester-Traditionen aus verschiedenen Ländern vor – lasst euch inspirieren!

Besser billig?

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (Tony Hegewald / pixelio.de)

Billiger gekauft: irgendwer hat darum weniger (©Tony Hegewald / pixelio.de)

Heute beim Einkaufen habe ich die Preisschilder verglichen. Muss ich für den Namen auf der Packung wirklich so viel mehr zahlen? Kann ich meinem Kind nicht auch die preiswerte Variante der Zahnpasta kaufen, statt der bekannten aus der Werbung? Und wie ist das bei Joghurt, Chips, Saft, Kleidung und den tausend anderen Produkten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind? Billig heißt das Zauberwort. Nicht günstig, oder preiswert. Billig. Ob Mietwagen, Elektronik, Hosen oder Haarschnitt. Geschäfte und Firmen werben mittlerweile nicht nur mit geilem Geiz, sondern mit dem Begriff „billig“ als wertsteigerndes Adjektiv.

Und mal unter uns: wenn ich weniger bezahlen kann, mache ich das doch gerne. Ein paar Cent hier, ein paar Euro hier. Kleinvieh macht auch Mist. Und mit dem billig Erspartem kann ich ja noch etwas kaufen. Möglichst billig. Onkel Dagobert wäre stolz und unser Geldspeicher mangels Zinsen auf der Bank auch prall gefüllt. Discounter expandieren, Händler unterbieten einander im Preis, wir zahlen immer weniger.

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Schön billig? In nur einer Frucht steckt wertvolle Arbeit (Foto: Obermann)

Aber Momentchen mal. Da ist doch ein Haken, da ist doch immer ein Haken. Ist billig wirklich besser? Ich habe einen Garten, ich weiß, was es heißt, Obst und Gemüse anzubauen, abhängig von der Witterung zu sein, wenn auch reich geerntet werden soll. Ich kenne die Probleme mit Unkraut, Trockenheit und den Schwankungen die Menge der Früchte betreffend. Und das nur in meinem wirklich kleinen Garten. Ein Landwirt, dessen Existenz von seinem Ertrag abhängt, kann mir da nur leidtun. Was der an Arbeit, Zeit und Geld investieren muss, ist für mich kaum vorstellbar. Und dann wird der Preis seiner Ware bestimmt von Händlern, die möglichst billig einkaufen wollen, um sich gegenseitig unterbieten zu können. Billiges Essen heißt auch geringe Bezahlung für die Hersteller, heißt geringen Lohn für alle, die in dem Sektor arbeiten, heißt weniger Kaufkraft, und so weiter und so weiter. Irgendwann hat jeder weniger Geld und der Preis muss weiter gedrückt werden. Wen wundert es, wenn Tiere auf furchtbare Art gehalten und schließlich geschlachtet werden, wenn es einen Preis zu unterbieten gilt.

Und das ist kein Problem, dass nur die Landwirtschaft hat. Billigmodeketten wie auch Markenklamottenhersteller lassen nicht umsonst in unterentwickelten Ländern ihre Kleidung produzieren. Wer wenig zahlen muss, kann auch geringe Preise verlangen, anders herum kann jemand, der möglichst billig produziert auch möglichst großen Gewinn erzielen, wenn er teuer verkauft. Klingt logisch. Sorgt aber auch dafür, dass Kinderarbeit, unwürdige Arbeitsbedingungen und Gerüchte um sklavenähnliche Angestellte oder Zwangsarbeit nicht so einfach ins Reich der Legenden zu verbannen sind. Man ist nicht nur, was man isst, sondern auch, was man trägt. Selbe Problematik gilt auch für Elektronikprodukte und ich will gar nicht daran denken, was noch alles unverschämt und billig hergestellt wird und bei uns dann in den Haushalt kommt. Kein Markenname schützt davor, denn auch diese Firmen sind vom Profit abhängig.

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Billig und glücklich? Nicht nur bei Kühen schwer zu glauben (©kunst-wach / pixelio.de)

Mein schlechtes Gewissen wächst und wächst. Besser ist anders. Und vielleicht auch gar nicht billig. Mein Gemüse und Obst von regionalen Händlern ist nicht schwer zu bekommen, zwar teurer, aber nicht nur frischer und ökologisch besser, weil keine langen Wege zurück gelegt werden müssen. Gleiches gilt übrigens auch vom Metzger des Vertrauens oder hochwertigen Fleischprodukten, die auch gerne mal mehr als das Doppelte des Billigpreises kosten, bei denen aber Haltung und Pflege tatsächlich einen respektvollen Umgang mit Tier und Fleisch zeigen. Auch gibt es Kleidermarken, die auf gute Arbeitsbedingungen wert legen, sogenannte Fairtrade-Produkte in vielen Bereichen und oft ist nur etwas Interesse in den Hintergrund des Produktes notwendig, um differenzieren zu können, was nun wirklich besser ist und was einfach nur billig.

Beim wöchentlichen Familieneinkauf ist zwischen den Regalen, mit einem hungrigen Kind im Einkaufswagen und einem konsumgezeichnetem in der Spielzeugabteilung diese Differenzierung kaum zu leisten. Wer einkaufen geht, geht kaufen, nicht recherchieren. Das muss zu Hause erfolgen. Besser davor als danach. Und wer sich informiert hat, muss abwägen, welchen Schritt er als Nächstes wagt. Mehr Geld ausgeben, weniger kaufen, aber dafür sinnvoller, möglicherweise besser, oder mehr, billiger, zentral. Eine persönliche Entscheidung, so viel ist klar. Aber wir sollten uns klar machen, dass billig nicht besser ist, sondern eben einfach nur billig, vielleicht sogar billiger.

Vorschau: Nächste Woche erzählt euch Sascha an dieser Stelle, warum Kleidung kaufen ein Albtraum für ihn ist.

Testergebnis: Mini-Waschmaschine

Klein und gemütlich ist die Wohnung! Doch durch mangelnde Nutzfläche ist für eine richtige Waschmaschine kein Platz und so ganz möchte man darauf doch nicht verzichten. Der ein oder andere zieht es daher vor, ins Waschsalon zu gehen oder sogar Mutti, wie gewohnt, waschen zu lassen. Auf die Dauer kann dies aber sehr nervig werden und auch das Waschen bei Mutti wird

Praktisch: Mini-Waschmaschine von OneConcept (Foto:Sharifi)

Praktisch: Mini-Waschmaschine von OneConcept (Foto:Sharifi)

unangenehm. Um dem Platzmangel und auch dem Kostenfaktor etwas entgegenzuwirken, bietet sich die Mini-Waschmaschine an.
Welche Erfahrungen die Tipps&Tricks-Redaktion damit gemacht hat, könnt ihr nun selbst lesen:

Auswahl:

Im Internet finden sich zahlreiche Angebote für Mini- bzw. Single-Waschmaschinen, die sich sowohl in Füllmenge der Trommel, Schleudergang und Preis deutlich unterscheiden. Die Preisspanne liegt zwischen 40 und 130€ ,je nach Füllkapazität und Funktionen.

In unserem Bericht wurde eine Mini-Waschmaschine von OneConcept getestet, welche eine Füllkapazität von sechs kg besitzt. Darüber hinaus gibt es eine separate Schleudertrommel, die nicht jede Waschmaschine hat. Der Wasch- und Schleudergang lässt sich manuell bestimmen. Der maximale Durchlauf des Waschens dauert 15 Minuten und das Schleudern fünf Minuten. Die Waschmaschine ist leicht, klein und besitzt zwei Programme: Standard und Fein. Der Gesamtpreis dieser Mini-Waschmaschine liegt bei knappen 90€.

Einfache Handhabung:

Große Trommel: In der sechs kg Wäschetrommel passt jede Menge schmutzige Kleidung rein (Foto:Sharifi)

Groß: In die sechs kg Wäschetrommel passt jede Menge schmutzige Kleidung rein (Foto:Sharifi)

Zunächst Wasser mithilfe der Duschhaube einlassen und Waschmittel beifügen. Zwar wird der mitgelieferte dünne Schlauch für das Wasserfüllen empfohlen, welcher sich aber der Erfahrung nach für die Benutzung nicht rentiert. Danach die dreckige Wäsche hineingeben und je nach Bedarf die Waschzeit einstellen.

Wenn die Wäsche fertig ist, diese etwas auswringen und in die Schleudertrommel geben. Nach maximal fünf Minuten ist dann der Vorgang auch beendet. Nun kann die saubere Wäsche auf zum Trocknen auf die Leine gehängt werden.

Ergebnis:

Die Mini-Waschmaschine wäscht gründlich und schnell. Vieles, wie zum Beispiel die Wasserfüllmenge, Dauer und den Schleudergang, lässt sich selbst festlegen. Darüber hinaus, können auch mehrere Durchgänge gemacht werden. Vor allem ist der Schleudergang positiv zu erwähnen, denn die Wäsche kann teilweise sogar fast trocken aus der Trommel entnommen werden.

Die Mini-Waschmaschine ist platzsparend und lässt sich aufgrund ihres geringen Gewichts auch problemlos verschieben. Außerdem ist sie günstiger als eine richtige Waschmaschine, man hat Einfluss auf den Wasserverbrauch und auch die Wasch- und Schleuderdauer fallen erheblich kürzer aus, weswegen sie auch als sparsam bezeichnet werden kann.

Die Schleuder: Schnell und relativ trocken kann die Wäsche aus ihr entnommen werden  (Foto: Sharifi)

Die Schleudertrommel: Schnell und relativ trocken kann die Wäsche aus ihr entnommen werden (Foto: Sharifi)

Leider wird das Wasser nicht automatisch abgepumpt, daher muss mithilfe des Ablaufschlauchs und der Drain-Funktion das Ablaufen manuell getätigt werden. Je nachdem, wo sich die Waschmaschine befindet, lässt sich die leichte Waschmaschine anheben, damit das Wasser leichter und schneller abfließen kann.

Tipps:

Große Kleidungsstücke oder Handtücher eher einzeln oder nur in geringen Mengen waschen, da sonst die Trommel kaum Leistung erbringen kann. Dies gilt auch für den Schleudergang. Außerdem sollte große und schwere Kleidung möglichst unten liegen, damit sie gut geschleudert werden.

Vorschau: Nächste Woche geht es an dieser Stelle mit der Fingerfood-Reihe weiter.

Digitale Technologien erobern die Laufstege

Ein Shirt-Ärmel, auf dem man SMS lesen kann, oder ein integriertes Headset in einer Krawatte?! Aktuell sind dies noch Zukunftsvisionen, doch auch vor der Modebranche macht die Digitalisierung nicht halt – Technologie und Mode nähern sich immer weiter an.

Elektronische Kleidungsstücke ermöglichen die Verbindung digitaler Technologien mit Modedesigns. „Wearables“ werden die stylishen Geräte genannt, die unsere Outfits in Form von multifunktionalen Armbändern oder Brillen aufpeppen. Bei Stoffen, sogenannten „E-Textilien“, ist die Software direkt im Gewebe integriert. Das neue Luxussegment der Mode ist zukünftig also nicht mehr Kaschmir oder Pelz, sondern qualitativ hochwertige „E-Mode“.

Viele Modehäuser reagieren bereits auf die Entwicklung und stellen Apps zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses bereit. So brachte Nike die App „Making“ auf den Markt, die es ermöglicht Kleidungsstücke einzuscannen und Informationen über deren Material, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit abzufragen. Die „Picalook-App“ hilft bei der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück, indem man dieses abfotografiert und eine Produktsuche startet.

Aber auch Unternehmen machen große Fortschritte, indem sie marktreife Ideen und Produkte entwickeln, die elektrische Geräte in Textilien integrieren. Bereits 2010 stellte das Fraunhofer-Institut ein Fitness-Shirt vor, das die Atmung des Sportlers erfasst. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos und bieten nicht nur Sportlern einen Mehrwert.

Tragbare Elektronik wird bald fester Bestandteil der Modeindustrie sein. Solargeladene Kleidung mit integriertem iPod ist also nicht mehr lange ein Traum der Zukunft.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Bloggerbazar in FFM

Onlineshopping vs. im Laden einkaufen

Jeder kennt die Situation:  Man hat später als gedacht Feierabend, ist gestresst und die meisten Geschäfte haben schon geschlossen. Dabei wollte man doch nur eins: Shoppen!

Da in den meisten Regionen Deutschlands leider schon um 20 Uhr Ladenschluss ist, fährt man also gefrustet nach Hause, setzt sich auf die Couch, holt sich eine Packung Chips, schaltet die Lieblingsmusik ein und macht den Computer an. Und schon begibt man sich auf die wunderbare Reise ins Land des Onlineshoppings, klappert die gefragtesten Online-Stores wie Urban Outfitters, Asos, Zalando oder Topshop ab und so langsam füllt sich mit nur einem Klick auch schon der Warenkorb. Warum also gestresst in irgendwelchen Klamotten-Läden stehen, wenn es doch auch bequem geht. Mit ein paar Klicks mehr gelangt man schon zur Kasse – und schwups – sind die neuen Lieblinge bestellt. Es dauert dann selten länger als nur eine Woche, bis der Käufer seine bestellte Ware glücklich empfangen kann. Wer es also eilig hat und modisch immer up to date sein will, für den sind Online-Shops eine gute Alternative zum Ladengeschäft.

Für diejenigen, die tagsüber lieber arbeiten als sich Gedanken über ihren Kleiderschrank zu machen, ist das Onlineshopping genau das Richtige. Ein ganz großer Vorteil des Onlineshoppings ist nämlich die ständige Verfügbarkeit, weshalb man rund um die Uhr einkaufen kann. Zudem bieten Online-Shops eine riesige Auswahl an, von dem vieles manchmal gar nicht im Geschäft erhältlich ist.

Wer es nicht mag, im Kaufhaus in einer ewigen Warteschlange vor der Anprobe zu stehen, liegt bei einem Einkauf im Internet klar im Vorteil, weil dort keine Wartezeit besteht. Wegen der unendlichen Auswahl im Internet kann ein Online-Einkauf jedoch auch schnell einmal viele Stunden in Anspruch nehmen. Ein kleiner Stadtbummel wäre dann vermutlich weniger zeitaufwendig gewesen.

Man sollte sich allerdings auch die Zeit nehmen in ein Geschäft zu gehen und sich vor Ort der Mode zu widmen, denn dabei lassen sich Stoff und Qualität direkt beurteilen und vor allem auch fühlen. Viele mögen es nicht, nur ein virtuelles Bild der Ware vor sich zu haben. Im Ladengeschäft liegt die Ware griffbereit, was einen möglichen Rückversand und manchmal damit verbundene Kosten verhindern kann.

Bei Entscheidungsschwierigkeiten oder Fragen steht außerdem immer gleich ein Verkäufer zur Verfügung. Wer sich also gerne persönlich beraten lässt, ob von der besten Freundin oder vom Verkäufer, der ist in einem Modehaus an der richtigen Adresse.

Was beim Onlineshopping verloren geht, hat man bei einem Einkauf in einem Laden umso mehr: Das gewisse Shopping-Feeling.

Eine Studie belegt, dass vor allem weibliche Kunden das Einkaufserlebnis lieben. Nicht um sonst verabredet man sich eigentlich zum Kaffee trinken mit der besten Freundin und landet in einem der angesagtesten Modehäusern und kommt mit einem leeren Geldbeutel nach Hause. Es scheint also Veranlagung zu sein, dass wir Frauen uns den Tag gerne mit einem Shopping-Ausflug versüßen.

Die einen mögen es lieber so, die anderen so. Ob online oder im Laden, eines haben die Einkaufstrips gemeinsam – am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig.

 Vorschau:  Nächste Woche erfahrt ihr mehr über elektronische Mode.

 

Tatort Waschmaschine – wie Wäsche länger lebt

Die Kleidung in die Maschine geben, Waschmittel einfüllen, ein Knopfdruck und fertig – so einfach kann der Waschgang sein. Doch spätestens, wenn man zusammen mit dem Lieblingspullover einen grauen Farbschleier trägt oder das weiße Hemd zu Paulchen Panther geworden ist, weiß man, dass auch hierbei einiges schief gehen kann. Die Tipps&Tricks-Redaktion verrät, wie die Wäschetrommel gar nicht erst zur Lostrommel wird und wie selbst nach einem Unfall Wäsche wieder strahlend sauber wird.

Hilfreich: Der richtige Waschgang (© Luise Pfefferkorn / pixelio.de)

Hilfreich: Der richtige Waschgang (© Luise Pfefferkorn / pixelio.de)

Die Vorwäsche – Das Beste kommt nicht immer zum Schluss
Die Wäsche auf links gelegt vorzusortieren und den richtigen Waschgang samt Waschmittel einzulegen, zählen zur wöchentlichen Routine. Dennoch gibt es Flecken, die sich nicht so einfach von der Kleidung trennen wollen. Hierbei hilft eine Vorwäsche, die selbst hartnäckige Flecken und extreme Verschmutzung lösen kann. Handelt es sich dabei aber um einen einzigen Fleck, reicht es völlig aus, nur die betroffene Stelle zu behandeln. So spart man nicht nur Wasser, sondern schont zugleich das Kleidungsstück. Ist die Wäsche nur leicht verschmutzt, genügt ein kurzer Waschgang bei niedriger Temperatur und einem schonendem Waschmittel. Das verlängert die Lebenszeit der Textilien.

Die Waschmittel – Die Qual der Wahl
Die Werbeindustrie bietet eine reiche Palette an Marken und Spezialprodukten, die die Entscheidung beim Waschgang zusätzlich erschwert. Im Grunde braucht man im Haushalt dabei nur drei Waschmittel: ein Voll-, ein Fein- und ein Buntwaschmittel. Das Vollwaschmittel eignet sich für helle und weiße Textilien sowie für stark verschmutzte Wäsche – vor allem aber für Kochwäsche, da die Bleichmittel darin erst bei Temperaturen ab 60 Grad Celsius wirken. Farbige Kleidung sollte wiederum mit Buntwaschmittel gereinigt werden, da dadurch die Bildung von grauen Schleiern vermieden wird. Das Feinwaschmittel bietet für empfindliche Stoffe wie Seide und Wolle einen optimalen Schutz. Sie verhindert zudem, dass die Wolle nicht verfilzt oder die Naturfarbe verloren geht. Ein zusätzliches Wollwaschmittel ist allerdings nicht notwendig und kann gegebenenfalls mit Haarshampoo ersetzt werden.

Zahlreich: Das Angebot an Waschmitteln ist groß (© Marianne J. / pixelio.de)

Zahlreich: Das Angebot an Waschmitteln ist groß (© Marianne J. / pixelio.de)

Pulver- oder Flüssig-Waschmittel – Das ist hier die Frage
Viele greifen zur flüssigen Variante, da das Pulver zu weißen Rückständen auf der Kleidung führen kann. Außerdem entfernen sie Fettflecken besser als Pulverwaschmittel. Allerdings enthalten Flüssigwaschmittel keine Bleichmittel, sodass Reste von Speisen und Getränken übrig bleiben können. Daher empfiehlt es sich, beides miteinander zu kombinieren und ein flüssiges Reinigungsmittel mit einem pulverförmigen Waschkraftverstärker zu ergänzen.

Weiße Deodorant-Flecken – Kein Grund, schwarz zu sehen
Die Spuren unter den Achselhöhlen zeugen selbst nach dem Waschgang noch immer vom Deodorant-Einsatz. Da sie sich nicht einfach mit einem Waschmittel entfernen lassen, muss man sie mit Zitronensäure oder Rostentferner vorbehandeln und anschließend in die Maschine geben. Sind es jedoch nur leichte Verfärbungen, genügt dafür auch die Vorbehandlung mit einem Waschkraftverstärker. Aber auch Essig beseitigt die Rückstände und ist dabei nicht nur besonders farbschonend, sondern auch weichspülend.

Seide und Wolle trocknen – Nicht auf dem Trockenen sitzen
Da empfindliche Stoffe wie Seide und Wolle nicht aufgehängt, ausgewrungen oder in einen Trockner gegeben werden dürfen, bedeutet das zusätzliche Arbeit, um die Kleidung wieder trocken zu bekommen. Der schonendste Weg ist es, die Stücke in ein Tuch einzuwickeln und flach liegend trocknen zu lassen. Auch beim Bügeln ist Vorsicht geboten: Die Kleidung zwischen leicht feuchte Handtücher legen und bei niedriger Temperatur bügeln. Die Seide dabei nicht einsprengen, da dadurch Wasserflecken entstehen.

Farbenfroh: Buntwäsche muss nicht verblassen (© Barbara Eckholdt / pixelio.de)

Farbenfroh: Buntwäsche muss nicht verblassen (© Barbara Eckholdt / pixelio.de)

Entfärben und Kolorieren – Mut zur Farbe
Hat es doch einmal ein buntes Kleidungsstück in die Weißwäsche geschafft, ist farblich die ganze Wäsche dahin. Vor allem neue Kleidung – vornehmlich in rot oder schwarz – neigt dazu, abzufärben. Doch auch für dieses Malheur gibt es eine Lösung: Entfärber aus der Drogerie. Sie entziehen der Kleidung jegliche Farbe, sodass weiße Wäsche wieder strahlend weiß wird. Bei Buntwäsche bedeutet dies jedoch den gesamten Farbverlust, sodass hierbei auf Buntwäscheentfärber zurückgegriffen werden muss. Eine weitere Alternative sind handelsübliche Spülmaschinen-Tabs: Hierfür die Wäsche in einen Behälter mit heißem Wasser füllen und die Tabs darin auflösen. So werden Verfärbungen aus den Textilien entzogen. Umgekehrt sieht das Problem aus, wenn die Farbe durch mehrere Waschgänge verloren gegangen ist. Dafür gibt es Färbemittel, die man mit in die Waschmaschine geben kann und die die Farbintensität beibehalten. Natürlich kann dadurch auch weiße Kleidung bunt eingefärbt werden.

Vorschau: Kommende Woche folgen Tipps und Tricks, die den nächsten Smalltalk zum Erfolg werden lassen.

Lookism – Warum nicht nur innere Werte zählen

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, „Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband“, – ja, dergleichen Sprichwörter gibt es einige. Sie alle drehen sich rund ums Verhältnis zwischen Innen und Außen, zwischen Oberfläche und Inhalt, zwischen dem Offensichtlichen und dem Verborgenen. Vor allem Vertreter der sogenannten inneren Werte und damit einem Freund von mir zufolge auch Opfer des „Lookism“ würden den eben zitierten Sprichwörtern ohne lange Bedenkzeit beipflichten.

Doch ich, aus meiner Täter-Perspektive heraus, sollte dem vielleicht eine Definition des Lookism voranstellen, zumal sie mir vor nicht allzu langer Zeit selbst erstmals zu Ohren kam:

Lookisten machen sich der Vorverurteilung anderer anhand ihrer Optik schuldig. Sie ziehen ihre Schlüsse über die Menschen, indem sie ihre Kleider, Haare oder Körperpflege betrachten. Im Volksmund nennt man ein solches Verhalten in höchstem Maße oberflächlich. Ich jedoch nenne es in erster Linie natürlich und damit alles andere als verwerflich.

Es mag sein, dass der ein oder andere gegen meine Reduktion des Wesentlichen auf das mit bloßem Auge Sichtbare sogleich heftigen Widerspruch einlegen möchte. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass meine Worte an so manchem Vertreter des stilistischen Minimalismus eiskalt abprallen. Für alle Übrigen hoffe ich ein für allemal als Sprachrohr fungieren zu können, eine Solidarisierung mit den im Alltag vom umgangssprachlichen Augenkrebs Geplagten zu schaffen und nicht zuletzt auf die Vielheit der Bereiche aufmerksam zu machen, in denen sich Aussehen sehr wohl noch eines wachsenden Stellenwerts erfreut.

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The look of love: Verliebtheit sollte beim eigenen Spiegelbild anfangen (Foto: P.Werth)

 Womöglich tut es mir nicht direkt im Herzen weh, wenn ich, wie so oft, als oberflächlich betitelt werde, nur weil ich – wie leider ebenfalls viel zu oft – anmerken muss, dass dieser oder jener sich in meinem unmittelbaren Sichtfeld Befindende grauenhaft gekleidet oder scheußlich geschminkt oder aber furchtbar frisiert ist. Mich tangiert die Bewertung meiner Person an dieser Stelle nicht etwa deswegen peripher, weil ich mich selbst als schöner, besser, stilvoller oder gar nicht kritisierbar ansehe – das tue ich beim besten Willen nicht, denn auch ich habe schon meine fiesen Faux-Pas gelandet, wie private Archivbilder dokumentieren. Nein, mir ist es allein deswegen einerlei, dass man mich als oberflächlich einstuft, weil ich die Bedeutung des Wortes zu kennen vermag. An der Oberfläche kratzen, das ist schließlich, wenn man auf Tiefgang verzichtet und Menschen nicht „trotzdem“ – das heißt, obwohl man von ihrer Optik nicht viel hält – bereitwillig Teil seiner Lebenswirklichkeit sein lässt. Oberflächlich ist, worunter nichts steckt, oberflächliche Personen sind leere Hüllen.

Lookisten unterscheiden sich folglich nicht nur per Definitionem von den Oberflächlichen. Lookisten sind darüber hinaus sogar als Prüfsteine und damit als kleines, aber dabei gleichzeitig unabdingbares Rädchen im Getriebe unserer in vielerlei Punkten deutlich zu unkritischen Gesellschaft. Sie entscheiden über Hop oder Top in nicht von der Hand zu weisenden Bereichen wie Mode, Stil, Beauty – mit anderen Worten dem gesamten ästhetischen Areal. Alle Freunde der Kunst werden meinen Ausführungen zustimmen, schließlich wissen sie, dass Ästhetik bei allen Vorwürfen, subjektiv und damit nicht einheitlich messbar zu sein, doch stets ein Kriterium ist und bleibt, welches über Aufstieg und Fall von Kunstwerken entscheidet. Und was ist der Mensch, wenn nicht ein wandelndes Bisschen Kunst? Oder, anders gefragt: Wie viel Kunst steckt in jedem und jeder von uns? Wie viel ästhetisches Potential wartet darauf, in die Freiheit entlassen zu werden? – Die Antwort lautet: Eine ganze Menge.

 Womöglich mehr, als sich die ewig gegen die Lookisten Auflehnenden träumen lassen. Mit ein bisschen Hilfe von einem erfahrenden Lookisten wäre auch aus den erbitterten Widerständlern schnell ein Augenschmaus gezaubert, der dem Selbstbewusstsein des Verwandelten und den dieses Lobenden gleichermaßen nützt.

Und wo wir schon beim Thema Nutzen angelangt sind: Aussehen ist zweifelsohne brauchbar. Man beginne beim Vorstellungsgespräch, bei dem ein gepflegtes Äußeres a priori Pflicht ist. Weiter geht es beim Date – warum sonst besingt Dusty Springfield den „Look of Love“ mit solchem Nachdruck – dicht gefolgt von einer ganzen Branche, die uns alle zunehmend beeinflusst, mögen wir sie auch noch so unermüdlich verteufeln: Die Werbung. Ohne sie würde es zum einen zwar keine Konsumkritiker geben, da kein Konsum angekurbelt würde, doch zum anderen würde es uns auch an so vielen ansehnlichen Werbegesichtern fehlen, die nicht nur ihre Brötchen damit verdienen, in die Kamera zu lächeln, sondern auch damit, die Gemüter freiwilliger wie unfreiwilliger Betrachter mit ihrem Erscheinungsbild zu erheitern.

Dieses Spiel ließe sich an dieser Stelle noch eine Weile weiter treiben, doch ich beschließe dieses kleine Plädoyer lieber mit einem praktischen Aufruf als mit noch mehr trockener, lookistischer Theorie: Leute, macht was aus euch! Bei aller Wahrheit, die im kleinen Prinzen und seinem sehenden Herzen steckt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass der erste Eindruck noch immer zählt. Wenn das gewisse (zumeist optische) Etwas überzeugt hat, ist es für das in der Regel schüchterne Wesentliche überhaupt Zeit, zum Vorschein zu kommen. Bitte versteht mich richtig, dies ist keine Hommage an den krankhaften, operativen Schönheitswahn, keine Forderung nach dem verbissenen Streben nach utopischen Maßen oder gar der Uniformierung von Individuen. Im Gegenteil, ich plädiere hier für den Genuss, im ästhetischen wie im kulinarischen wie auch nicht zuletzt im weltlichen Sinne. Um den sprichwörtlichen Kreis also wiederum mit einem Sprichwort zu schließen: Das Auge is(s)t mit.

Vorschau: Was hat es mit dem Pareto-Prinzip auf sich? Wir erfahren es in der kommenden Woche von Kolumnist Sascha.