Der Mannheimer „Nachtkonsum“ hinter dem Verkaufstisch – ein Perspektivenwechsel

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Ist bereit, leer gekauft zu werden: Unser Verkaufstisch auf dem Nachtflohmarkt. (Quelle: Betz)

Nachdem ich von meinem letzten Besuch der Flohmarktreihe „Nachtkonstum“, ein Bericht darüber ist in diesem Artikel zu lesen, so begeistert war und gleichzeitig feststellen musste, dass sich nach meinem dreimonatigen Praktikums-Aufenthalt in Köln immer noch zahlreiche Kleidungsstücke in meinem Schrank in der Heimat befinden, die ich weder in dieser Zeit noch in den gefühlten drei Jahren dafür vermisst habe, war für mich klar: Der Nachtflohmarkt mit dem jungen Publikum und den Morgenmuffel freundlichen Ausstellungszeiten ist genau der richtige Ort, mal ein bisschen Platz im Kleiderschrank zu schaffen und gleichzeitig noch ein bisschen Geld zu verdienen.                                         Nachdem ich bisher nur als Besucherin auf Flohmärkten anzutreffen war, freute ich mich ganz be­sonders auf diesen Perspektivenwechsel, um den „Nachtkonsum“ mal von der anderen Seite des Verkaufstisches kennen zu lernen.

Ein kurzer Blick auf die Internetseite der Ver- anstaltung – ja, inzwischen hat sogar ein Flohmarkt eine eigene Internetseite ! – verrät mir den nächsten Termin in Mannheim. Gemeinsam mit einer Freundin bestelle ich mir bequem über das Onlineportal drei Standmeter zu je 10 Euro.

Am 10. Januar ist es dann soweit: Nachdem ich Tage vorher damit beschäftigt war, sämtliche Kleider nochmal zu waschen und ordentlich zusammen zu legen, geht es nun mit mehreren Umzugskisten, Wäschekörben, Tapeziertischen, einer Kleiderstange und meiner besten Freundin im Gepäck ab nach Mannheim. Durch das vollbepackte Auto wird bereits die Hinreise zum Erlebnis: Die Sitze bis ganz nach vorne geklappt sehen wir eher aus wie eine Großfamilie auf dem Weg in den Camping-Urlaub, aber es hat sich nun mal einiges angesammelt… Und das möchte nun weg!

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„Das Auge kauft mit“ : Alle Accesoires sind schön ausgestellt. (Foto: Betz)

In der Halle im Luisenpark in Mannheim angekommen, bekommen wir unseren Standplatz zuge­wiesen und müssen direkt feststellen: Der Platz reicht niemals! Nachdem also noch kurzerhand ein Meter mehr zugekauft wurden, ein Glück, dass das noch möglich war, bauten wir Tische und Klei­derstange auf und drapierten unsere zahlreichen Schals, Schuhe, Accesoires, Kleider, Jacken, Tops und vieles Mehr so ansehnlich wie möglich. Obwohl wir bereits um 15 Uhr angereist sind, schaffen wir es mit Anstehen vor der Halle und Aufbauen tatsächlich gerade so noch pünktlich zum „Start­schuss! Um 17 Uhr mit unserem Verkaufsstand fertig zu werden. Da unser Tisch am anderen Ende der Halle zu finden war, ließ der große Ansturm zwar zunächst auf sich warten, aber letzten Endes hatten wir doch die meiste Zeit alle Hände voll zu tun.

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Taschen, Schals, Kleider und mehr: Auf dem Nachtflohmarkt gibt es das ein oder andere Schnäppchen zu entdecken. Diesmal auch an unserem Verkaufsstand! (Foto: Betz)

Am Ende des Tages, beziehungsweise des Abends, können wir auf einen anstrengenden, aber durch­aus zufriedenstellenden Tag zurück blicken. Es wurde gefeilscht und verhandelt was das Zeug hält und am Ende waren es für beide von uns circa 150 Euro. Nachdem wir am Anfang noch etwas stott­rig und zurückhaltend waren, hatten wir spätestens gegen Ende das Marktschreier-Gen in uns ent­deckt und konnten so besonders zum Schluss noch einige Teile loswerden. Einige Nachfragen bei weiteren Verkäufern zeigt, dass wir mit diesem Betrag im ordentlichen Durchschnitt liegen. Es geht aber auch deutlich mehr! Eine besonders engagierte Trödlerin ist beinahe ihre kompletten Klei­dungsstücke losgeworden und fährt statt vollbepackter Kisten nun mit einem prallgefüllten Geld­beutel – 400 Euro – nach Hause. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, und habe bei un­seren Stand-Nachbarinnen selbst noch ein bisschen zugeschlagen: Ein Pailetten-Pullover, ein weinroter Spitzenrock und ein schwarzes Spitzenkleid wechselten ihren Platz dann doch auch wieder in meinen Kleiderschrank. Alles in allem war es ein erfolgreicher Tag und ich bin sicher, wir werden nicht das letzte Mal die Seiten des Verkaufstisches gewechselt haben!

Vorschau: Nächste Woche erscheint hier ein Porträt über einen Kölner Maler – Mit dem Pinsel zur Perfektion!

„Anders sein!“ – Designerin Duygu Ay im Interview

Modedesignerin in Aktion: Duygu Ay von Elenora in ihrem Atelier.

Modedesignerin in Aktion: Duygu Ay von Elenora in ihrem Atelier.
(Foto: Duygu Ay)

Sie ist jung, sie ist erfolgreich und sie lebt den Traum, um den sie wohl viele Frauen beneiden: Duygu Ay hat ihre Kindheitsträume wahr gemacht,  indem sie nicht nur eine Ausbildung zur Modedesignerin absolvierte, sondern auch ihre eigene Marke namens ELENORA gründete und nun die Welt bereist, um Inspiration für ihre einzigartigen Kleidungsstücke zu finden. Mit Face2Face sprach sie über den Weg zu ihrem Ziel und darüber, wie das Leben einer Designerin aussieht.

Face2Face: In der Fashionschool Brigitte Kehrer hast du das Handwerk der Modedesignerin erlernt. Wie bist du darauf gekommen, diesen Berufsweg einzuschlagen?
Duygu: Ich wollte unabhängig sein, auf eigenen Beinen stehen und meinem Traum folgen. Anders sein! Meine erste Kollektion habe ich mit neun Jahren entworfen, es war schon immer mein Traum, eine eigene Modelinie zu haben.

Face2Face: Deine Kollektionen sind auch wirklich anders – vor allem sehr feminin und glamourös und zeichnen sich unter anderem durch verführerische Rückendekolletés aus. Was willst du mit deinen Designs ausdrücken?
Duygu: Dass auch ein Rücken entzücken kann! Ich denke, eine Frau mit Stil muss nicht unbedingt viel Ausschnitt zeigen, um sexy auszusehen.

Face2Face: Wie sieht die typische Kundin aus, die ELENORA trägt und somit mit ihrem Rücken entzückt?
Duygu: Die Kundin, die ELENORA trägt, ist eine Frau mit einer eigenen Persönlichkeit und einer starken Weiblichkeit – das ist das Wichtigste und fällt leider in der heutigen Welt/Zeit immer mehr in den Hintergrund. Denn manchmal reicht die Schönheit nicht aus.

Kleid mit besonderen Reizen: Eines der exklusiven Teile der aktuellen Kollektion von Elenora.

Kleid mit besonderen Reizen: Eines der exklusiven Teile der aktuellen Kollektion von Elenora.
(Foto: Duygu Ay)

Face2Face: In deinem Atelier in Stuttgart entstehen all die Ideen für die Kreationen, die später in deinem Onlineshop zu kaufen sind. Werden alle Teile persönlich von dir hergestellt und wo ist ELENORA überall erhältlich?
Duygu: Alle ELENORA-Kreationen werden von mir persönlich hergestellt. Meine derzeitige Kollektion ist schon ausverkauft und die nächste ELENORA-Kollektion erscheint schon Mitte März. In welchen Stores diese dann erhältlich sein werden, wird auf meiner Onlineseite angegeben.

Face2Face: Wie hat sich dein Leben als Modedesignerin verändert und gab es Hindernisse bei der Labelgründung?
Duygu: Im Grunde hat sich nicht viel verändert, ich bin wie ich bin und die Erfahrungen, die ich im Beruf mache, versuche ich immer so positiv wie möglich zu halten. Bei der Labelgründung gab es auch keinerlei Hindernisse, weil alles soweit im Kopf geplant war und in die Realität umgesetzt werden musste.

Face2Face: Gibt es mehrere Hände die für ELENORA arbeiten oder stellst du von der Buchhaltung bis Marketing alles selbst auf die Beine, gerade weil du schon alles selbst im Kopf geplant hast?

Vom Blatt zum Stoff: Die Zeichnung des Kleides von Elenora und das fertige Kleidungsstück.

Vom Blatt zum Stoff: Die Zeichnung des Kleides von Elenora und das fertige Kleidungsstück.
(Foto: Duygu Ay)

Duygu: Ja, ich stelle alles selbst auf die Beine. Mehrere Hände werden derzeit nicht benötigt, da keine Massenproduktion stattfindet. Jedes Kleidungsstück bekommt die Zeit, die es braucht.

Face2Face: Was ist dein Erfolgsrezept, um sich in der Modebranche dauerhaft etablieren zu können?
Duygu: Anders zu sein! Und das ist eben auch nicht immer einfach! Und man muss in der Modebranche immer im Voraus schon wissen, was der Markt und der Kunde morgen haben möchte. Und zudem muss alles auch tragbar für den Kunden sein.

Face2Face: Was war bisher das Spannendste, das du in deinem Beruf erlebt hast?
Duygu: Meine Reisen, die ich in dieser wundervollen Welt und die Bekanntschaften, die ich mit zahlreichen erfolgreichen und bekannten Menschen machen durfte. Und es ist schön zu wissen, dass man auf der ganzen Welt in der Sprache der Mode mit jedem sprechen kann.

Künstlerische Zeichnung: Die Skizze für eine neue Inspiration.

Künstlerische Zeichnung: Die Skizze für eine neue Inspiration.
(Foto: Duygu Ay)

Face2Face: Vom Atelier zum Bäcker – was trägt eine Modedesignerin in ihrer Freizeit?
Duygu: Casual! High-Waist Pants, oversized Shirts und Boots. Ich liebe die Farbe Schwarz und Crème-Töne. Und sehr viel Leder in verschiedenen Farben.

Face2Face: Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Duygu: Mich weiterbilden und versuchen immer besser zu werden, um von Tag zu Tag mein Handwerk besser zu beherrschen. Denn nur, wenn man das Handwerk gut beherrscht, kann man alles Vorstellbare am besten verwirklichen.

Im März erscheint die neue Kollektion von ELENORA und wir sind schon gespannt, welche Kleidungsstücke diesen Sommer unsere Körper umspielen.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles über Modetrends, Musiktrends und Lebensgefühl im Einklang.

Neues Jahr – neue Mode! Wie kleidet sich frau im Sommer 2014?

Obwohl sich hierzulande die Temperaturen langsam aber sicher Richtung Winter bewegen, wagt die Mode-Redaktion heute eine kleine Vorschau auf den Sommer 2014.

Wer auch im neuen Jahr 2014 die Mode-Trends nicht verpassen will, der sollte bei seiner Klamotten-Wahl auf Maxi-Rüschen oder totale Transparenz setzen. Denn das ist es, was unter anderem im neuen Jahr in keinem Kleiderschrank fehlen darf.

transparente Bluse

Foto: Zara

Große Marken, wie zum Beispiel Bottega Veneta, Fendi, Hermès, Dior oder Chanel, setzen die neuen Trends und zeigen auf den Laufstegen, wie frau sie zu tragen hat. Mut zur Dekoration ist gefragt, denn die schon fast skulptural aussehenden Volants auf kurzen Spitzenkleidern in pastelligen Tönen sind ein Must-Have für diesen Sommer. So wirkt die Trägerin durch das Volumen der Kleider und die angesagten Blumenprints manchmal wie ein verpacktes Geschenk. Doch wer freut sich nicht über ein Geschenk?

Im Sommer 2014 heißt es auch: Weg von den Maxi-Kleidern und hin zu mehr Beinfreiheit. Denn auch das wird ein neuer Trend sein. Man hat genug von Skinny-Hosen und versucht nun, Alternativen dafür zu finden. Die sogenannten Culottes (zu Deutsch „Schlüpfer“) sind sehr weit und knie- oder wadenlang und oft fast nicht vom Rock zu unterscheiden. Wer sich eher sportlich kleiden möchte, greift zum knielangen Modell, wer es jedoch eher elegant mag, der sollte Ausschau nach dem wadenlangen Modell halten. Mit dem richtigen Styling können die bequemen Culottes auch vorteilhafter sein, als die beliebte Röhre.

typische, wandenlange Culotte

Foto: Zara

Auch Kleider aus Seidenplissées sind sehr gefragt in diesem Sommer. Marken wie Lanvin oder Givenchy sind begeistert vom formbaren Faltenmaterial und schicken ihre Models damit auf den Laufsteg.

Dass Kunst und Mode noch nie weit voneinander entfernt waren, wird in diesem Sommer besonders deutlich. Bunte, von der Kunst inspirierte Prints machen Kleider zu einer Leinwand. Besonders Karl Lagerfeld setzte dieses Thema in seiner neuen Kollektion konsequent um: Er ließ seine Models teilweise mit einem Zeichenblock und einem Pinsel über den Catwalk laufen. Solche Prints wirken frisch und bereiten uns im Sommer gute Laune.

Wenn ihr wissen wollt, welche Trends die Herren der Schöpfung im Sommer 2014 erwarten, lest es einfach HIER nach.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles rund um die Berliner Fashion Week.

Freiheit für die Kleider – der begehbare Kleiderschrank

Zu langweilig? Ein ganz normaler Kleiderschrank (© CFalk / pixelio.de)

Sich in den eigenen vier Wänden wie in einer exklusiven Modeboutique fühlen – das wünschen sich viele junge Frauen. Ein begehbarer Kleiderschrank ist daher der Traum aller Shopaholics. Wir sprechen mit einer Frau, die es wissen muss: Claudia Dolle. Die 49-Jährige ist Geschäftsführerin des Onlineshops REGALRAUM und dreimal dürft ihr raten, welches Produkt der absolute Liebling bei den Kunden ist.

Face2Face: Was glauben Sie, macht ihr Regalsystem für den begehbaren Kleiderschrank so beliebt?
Dolle: Unser WALK-IN-Regalsystem ist einfach, flexibel und günstig. Die Montage ist sehr leicht und erfolgt nahezu ohne Bohren und Schrauben. In nur drei Schritten kann man so seinen begehbaren Kleiderschrank verwirklichen: Die waagrechten Wandleisten werden befestigt, die Schienen eingehängt und die Fachböden platzieren. Die Wandschienen sind verschiebbar und die einzelnen Komponenten können beliebig positioniert werden – das macht unser Regalsystem so flexibel.

Face2Face: Ist jeder Raum für einen begehbaren Kleiderschrank geeignet beziehungsweise welche Grundvoraussetzungen muss der Raum erfüllen?
Dolle: Wenn ich von unserem Produkt ausgehe, dann ist es im Grunde egal, ob man ein separates Zimmer oder nur eine kleine Nische zur Verfügung hat – jeder Zentimeter Raum wird optimal genutzt und der begehbare Kleiderschrank lässt sich perfekt an die jeweiligen Aufbewahrungsbedürfnisse anpassen. Unsere Regalböden und die Sideboards wirken durch eine seidenmatte, weiße Lackoberfläche sehr stylisch und brauchen sich deshalb eigentlich nicht hinter Türen zu verstecken. Besonders schön finde ich persönlich die großräumigen, begehbaren Kleiderschränke mit freier Ablagefläche zum Falten von Kleidung.

Wollen mit hübschen Kleidern behängt werden – egal ob im gewöhnlichen oder im begehbaren Kleiderschrank: Kleiderbügel (Foto: T. Gartner)

Face2Face: Besitzen Sie denn selbst einen begehbaren Kleiderschrank?
Dolle: Derzeit pendle ich immer zwischen zwei Wohnungen hin und her. In der einen Wohnung gibt es fest eingebaute Kleiderschränke, die ich nicht ersetzten möchte. Das andere Domizil ist ein Neubau und hier war von Anfang an klar: Wir werden begehbare Kleiderschränke einbauen. In den Gästezimmern werden die Regale offen präsentiert und es sind nicht einmal Schiebetüren vorgesehen. Es wäre viel zu schade die schönen Möbelstücke hinter Schiebetüren zu verstecken. Die Garderobennischen werden als begehbarer Kleiderschrank genutzt und auch hier haben wir auf Vorhänge oder Türen verzichtet. Das ist sehr praktisch und man hat die ganze Kleidung sofort im Überblick. Der begehbare Kleiderschrank im Schlafzimmer ist besonders schön geworden, durch die bodentiefen Fenster fällt viel Licht in den Raum und wenn die Sonne scheint, sind die Regale ein Traum.

Face2Face: Den eigenen, begehbaren Kleiderschrank selbst zusammenstellen und liefern lassen – das klingt sehr zeitaufwändig und teuer…
Dolle: Mit unseren vorkonfigurierten WALK-IN-Modulen oder dem Onlineplaner – begehbarer Kleiderschrank ist die Planung eigentlich ganz einfach. Im Regalplaner kann man sein Regal individuell zusammenstellen und es sich in den verschiedenen Ansichten vorab anschauen. Dabei hat man den Bestellwert immer im Blick und mit nur wenigen Klicks ist der Traum vom begehbaren Kleiderschrank auch schon bestellt. Auf unserer Website bieten wir auch nützliche Planungstipps, die man sich vor Planungsbeginn durchlesen kann. Was den Preis angeht, kann man bei uns im Durchschnitt mit 150 Euro pro Meter rechnen. Vier Elementen kosten rund 600 Euro und mit Onlineplaner kann man schnell und einfach einen Preisüberblick erhalten. Hinzu kommt dann noch die eigene Arbeitszeit für den Aufbau.

Face2Face: Welchen Dekorations- und Einrichtungstipp geben sie den Face2Face-Lesern für ihren eigenen begehbaren Kleiderschrank mit auf den Weg?
Dolle: Ein großer Spiegel, in dem man sich vollständig betrachten kann, und ein Wäschesack sollten in einem begehbarer Kleiderschrank nicht fehlen. Natürlich sind auch freie Ablageflächen zum Falten von Kleidung sehr praktisch. Ich würde außerdem dazu raten die Innenwände in der individuellen Lieblingsfarbe zu streichen und kuschelige Teppiche auszulegen. Ein Feld freizulassen oder ein paar schöne Objekte auf die Regalböden dekorieren, kann auch toll aussehen – so wird das Eintreten zum Erlebnis.

Vorschau: Eine eigene Kneipe eröffnen – davon träumen viele junge Menschen. Nächste Woche erzählt uns daher ein Kneipenbesitzer einige Details zu seinem Traumberuf.

Trash Pop Party – möglichst schlecht gut aussehen

Trash Pop Party: Wenn ein mieses Outfit genau das richtige ist. (© Stefan Bayer / PIXELIO)

Vor einiger Zeit bekam ich eine Einladung zu einer Party. Keiner gewöhnlichen Party. Einer Trash Pop Party – diese komischen Dinger mit uralter Musik, die wir trotzdem noch auswendig kennen, und lauter seltsam aussehenden Menschen. Und, um von Anfang an wirklich trashig zu sein, bekam ich die Einladung über „Facebook“. Blöd nur, dass ich keine Ahnung hatte, was eine Trash Pop Party sein soll. Also machte ich mich auf den Weg durch Second-Hand-Läden und Wühltische, auf der Suche nach einem möglichst poppigen, miesen Outfit. Yeah.

‚Trash‘ kommt aus dem Englischen und bedeutet ‚Müll‘. Trash Pop soll also den Stil beschreiben, denn ausgediente Popstars tragen. Ein bisschen Neue Deutsche Welle, etwas 80er und ein wenig Ballermanngefühl. Ganz einfach, oder? Mein Kleiderschrank fand das leider nicht. Weite Kuschelpullis, die schon meine Mama getragen hat, finden sich da zwar, Jogginghosen, die ich meinem Verlobten gemopst habe, ebenso aber nichts, was auf Anhieb Trash oder Pop wäre. Zum Glück, oder? Wer will schon ein perfektes Trash Pop Outfit bei seinen Alltagsklamotten haben.
Zusammen mit meinem Bruder startete ich eine Shopping-Tour durch Second-Hand-Läden. Nachdem wir den ersten dank Smartphone-Navigation gefunden hatten, standen wir vor unzähligen Regalen. Dort tummelten sich dutzende Kleider, die zwar oft sehr trashig waren, aber wenig poppig. Zwei Krawatten, eine in schillernden Farben, die andere mit Mickey Mouse-Aufdruck waren schnell gefunden, und das war es dann auch. Pinke Jogginghosen, die ein Double für Cindy aus Marzahn hätte tragen können, fielen dann doch aus dem Rahmen und eine Bluse, die aus dem gleichen Stoff, wie die bunte Krawatte gemacht zu sein schien, war mir dann doch zu bunt. Es war immerhin keine Kanarienvogelparty. Weder Disco-Hosen noch Shirts aus den 80ern waren da. Selbst bei den Kostümen fanden wir nichts, was wir hätten tragen wollen.

Erste Regel: Es darf nichts zusammenpassen, dann passts schon (Foto: Obermann)

Also ging es weiter, zum nächsten Laden, der mittlerweile den Besitzer gewechselt hatte, und damit auch kein Second-Hand-Laden mehr war. Aus Zeitnot gingen uns auch die Alternativen aus. Ich überlegte schon: Wenn ich die roten, kurzen Sporthosen über die weißen Leggins anzöge, das wäre immerhin etwas trashig. Unsere letzte Station war ein Kaufhaus, wo wie Haarbänder, knallige Ohrringe und bunte Ketten fanden. Zumindest mit Accessoires waren wir damit bedient. Eine Packung künstliche Wimpern in Pink sollten mein Make-up für den Abend perfektionieren. Immerhin wies mich mein Begleiter immer wieder darauf hin: „Die Kleider dürfen gar nicht zusammenpassen.“ Wenn ich also zur roten Sporthose das beige Shirt nehme, und darunter vielleicht das schwarze mit den langen Ärmeln. Das passte ja gar nicht zusammen. Also ideal für ein mieses Outfit.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die künstlichen Wimpern waren der Hit, die langen, bunten Ketten klimperten den ganzen Abend um meinen Hals. Lieder zum Mitsingen, die wir schon fast vergessen hatten, sorgten für Stimmung. Die Partygäste waren alles andere als Trash. Und ich musste feststellen, wie viele an dem Abend: Es war verdammt gemütlich, sich keine Gedanken darüber machen zu müssen, ob die Kleider auch gut aussehen, denn sie sollten es ja gar nicht. Und schlecht kann manchmal auch gut sein. Ein Partygast, der mit gefleckten Leggins der Mutter kam, wurde dafür gelobt; selbst Werbegeschenke kamen groß in Mode, weite Oberteile, neongelbe Sporthosen – alles, was hinten im Schrank lag, von dem wir uns aber noch nicht trennen wollten. Ein bisschen Fasching mitten im Dezember, weniger Gedanken um das Aussehen. Und das bei der ganzen Suche nach dem perfekten miesen Outfit.

Vorschau: Sonja schreibt nächste Woche über „Stillstand“ im Beruf und wie es trotzdem weiter gehen kann.

Ja, ich altere

Es passiert mir immer öfter. Ich merke, dass ich alt werde. Nicht, weil ich Falten hätte, oder Rheuma, graue Haare. Erscheinungen, die ich zwar kenne, aber nicht unbedingt von mir persönlich. Auch der Ernst des Lebens hat mich noch nicht so wirklich eingeholt. Als Studentin bleiben manche Sorgen einfach fern. Mein Sohn hält mich eher jung, als dass er alt machte. Ohne Reue Zeichentrickfilme, Kinderbücher und mit Wasserfarben klatschen, Kinderlieder trällern und Seifenblasen machen. Nein, das klingt nicht nach alt.

Wer hat den Größten? Digitale Kuchenschlachten machen nicht dick, dafür aber alt (Foto: Obermann)

Was mich erschrickt, eigentlich lächerlich, wenn ich bedenke, dass selbiger Schritt von mir für nächstes Jahr schon lange geplant ist, ist das Heiraten. Präzise: Wenn alte Schulfreunde, Leute von denen ich ewig nichts gehört habe, heiraten. Am Wochenende hatten wir besuch. Zwischen Partywok und „Megamind“ erzählt er uns, ohne mit der Wimper zu zucken, dass eine Bekannte kürzlich geheiratet hat und nun ein Kind erwartet. Das saß. Und es war nicht die erste unheimliche Begegnung in Weiß und Tüll. Schon vor einigen Jahren erfuhren wir, dass ein guter Freund beschlossen hatte, spontan zu heiraten. Wir jedenfalls wussten von nichts und glaubten der Computer wäre kaputt. Der zeigte nämlich ungetrübt beim Facebook-Status „verheiratet“ an. Einfach so, von einem Tag auf den anderen.
Facebook scheint überhaupt der große Hit zu sein, wenn es darum geht, vom Ringtausch zu prahlen. Die Fotos im Profil werden in sepiafarbene Hochzeitsbilder vom teuren Fotografen ersetzt, nach und nach, damit es auch alle erfahren und keiner sich den gestellten Liebesbilden entziehen kann, werden auch die übrigen Hochglanzabzüge digitalisiert und in einem oder mehreren Alben der Internetgemeinde vorgeführt. Ganz schlaue richten für Standesamt und Kirche verschiedene Ordner ein, die dann noch in professionell und selbst geschossen unterteilt werden wollen. Irgendwas wird da auf jeden Fall geschossen, womöglich ja der Twitter-Vogel. Denn Hochzeitswahnsinnige dieser Tage haben ja nicht nur Facebook, sondern mindestens noch Twitter, wenn nicht sogar schon Google+.

Selbige Rüschenliebhaber melden dann auch immer wieder, wie schön alles gewesen sei, die Torte, die Gäste, das Wetter und überhaupt. Hochzeitswettkampf 2.0. Endlich habe ich den ultimativen Grund für Facebook gefunden. Es geht nicht mehr darum, Frauen Noten für ihr Aussehen zu geben, sondern um ganze Vermählungen. Warum noch Einladungen verschicken, wenn alle Welt im Netz teilhaben kann an perfekt sitzenden Frisuren, makellosen Bildern und der Liebe, die durchs World Wide Web schwebt. Kommen bei euch da etwa leise Zweifel an der Perfektion?
Und dann gibt es noch die absoluten Facebook-mit-Hochzeit-überschwemm-Finalistinnen. Die kommen mit den Hochzeitsbildern nicht erst nach der Trauung. Nein, warum auch? Schon Monate vorher geben sie täglich Statusmeldungen ab, wie weit die Planung vorangeht. Eine alte Freundin hatte sogar eine eigene Hochzeits-Website eingerichtet mit Kennenlerngeschichte, Trauzeugenvorstellung, Menuplan. Und das, bevor der Termin offiziell angemeldet war. Jeden Mittag gab es denn Ich-heirate-Countdown mit zwei Zahlen, damit auch wirklich keinem entgehen konnte, wann sie und ihr Liebster sich vor Staat und Kirche das Ja-Wort geben wollten.

Hier kommt die Braut: Das Online-Wettrennen um das schönste Brautkleid hat längst begonnen (Foto: Beutler)

Ja, ich bin auch eine Frau. Ja, ich will auch heiraten. Ja, ich freue mich auch darauf. Aber dem großen Rest der Welt wird das egal sein, warum muss ich ihn dann bis aufs Blut damit konfrontieren? Ich warte nur darauf, bis eine der Spezialistinnen Bilder der Geburt ihres ersten Kindes hochlädt. Oder gleich ein Video. Erklärt es mir, ich brenne darauf: Muss das sein? Ein Bild, dagegen sag ich nichts. Zwei, drei Meldungen, wenn der große Tag vor der Tür steht, meinetwegen. Wir wollen ja schließlich nur einmal heiraten und es ist toll, wunderbar, romantisch, was weiß ich. Aber irgendwie, irgendwo und irgendwann reicht es doch wirklich. Denn dann bekomme ich zumindest das Gefühl, dass alle Welt um mich herum heiratet. Der eine, die andere, die auch noch, die schon wieder oder immer noch, der jetzt auch.
Tja, und dann, dann fühle ich mich alt. Wenn Leute, mit denen ich im Sandkasten gesessen habe plötzlich einen anderen Nachnamen haben. Wenn Freundinnen und Freunde sich auf ewig binden. Wenn auf einmal überall so viele, wichtige Entscheidungen getroffen und Fragen mit „Ja“ beantwortet werden. Das ist der Ernst, ernster wird’s nicht, das macht uns alle auf einen Schlag erwachsen. Nicht nur erwachsen, auch vernünftig und nachdenklich, planend und berechnend. Und irgendwie eben auch alt. Daran kann ich schlecht was ändern und das ist noch viel schlimmer, denn für Falten gibt es Cremé, für Haare Tönung. Alt werden wir trotzdem, jeden Tag ein bisschen mehr. Woran merkt ihr, dass ihr alt werdet?

Vorschau: Nächste Woche berichtet Lea, wie es ist, wenn ihr einfach alles über den Kopf wächst.