Eine Hommage an den Überraschungsfilm

Wir haben für alles einen Plan: auf dem Schreibtisch klebt die To-Do-Liste, am Kühlschrank hängt der Essensplan für die Woche, große Feiern sind getaktet und die Gäste sitzen streng nach Plan, um dem nächsten Familienkrieg vorzubeugen. Deutsche mögen keine Überraschungen, so das Klischee. Aber wie sieht es im Privatleben aus? Wer freut sich nicht über eine liebe Urlaubskarte oder wenn ein guter Freund mit Essen vor der Tür steht.

Wieso nicht auch beim Kinoprogramm überraschen lassen?

Jemand sagte einmal zu mir, es werde nie ein guter Film in der Sneak Preview (zu Deutsch: inoffizielle Vorpremiere) kommen. Es gebe auch keinen eingebildeten abwechselnden Rhythmus von guten und schlechten Filmen. An dieser Stelle bekenne ich mich als langjähriger Anhänger der Sneak-Kultur. Wenn ich in eine neue Stadt ziehe, checke ich als erstes, ob es in den Kinos eine solche Filmreihe gibt. Ob im Originalton oder auf Deutsch, unveröffentlicht und vor allem geheim müssen sie sein.

Telefonjoker nicht erlaubt

Die Filmauswahl ist allerdings eingeschränkt: es werden Streifen vor dem nationalen Kinostart gezeigt. Oft laufen Werke abseits des Hollywood-Mainstreams. Mitunter verirrt sich auch der ein oder andere Blockbuster ins Programm. Ein weiterer Anreiz ist das Quiz, welches dem Film vorangeht. Für ihr Wissen werden die Zuschauer mit Postern, T-Shirts, Büchern oder kostenlosen Eintrittskarten belohnt. Das Niveau der Fragen ist allerdings recht hoch. Damit das übrige Publikum auch zum Zug kommt, werden in einigen Lichtspielhäusern Süßigkeiten geworfen.

Nach Perlen tauchen

Zugegeben, nicht jede Woche läuft ein guter Film. In einigen bin ich mitunter eingeschlafen, einmal habe ich den Kinosaal nach 30 Minuten verlassen (ein deutscher Roadmovie). Was macht nun die Faszination aus? Ist es der Nervenkitzel vor jeder Vorstellung? Es sind die besonderen Filme, die Schmuckstücke, die man nie freiwillig angeschaut hätte und vielleicht beim Trailer schon dachte, das wird nichts. Ein bisschen wie die Popcornkugel – wenn mehrere kleine Flakes zu einem großen Ball aneinanderkleben – den man wie den Jackpot aus der Tüte zieht.

„Her“: Liebe kennt keine Grenzen

Eine dieser Perlen ist der Film „Her“ aus dem Jahr 2013. In dem Science-Fiction-Drama löst Spike Jonze die Grenzen zwischen dem meistgenutzten Alltagsgegenstand – dem Computer – und seinem Nutzer auf. Kann es eine Liebe geben, die diese Barriere überwindet?

Wem ein ungewisser Kinobesuch zu viel „Abenteuer“ ist, kann es zu Anfang mit den folgenden Wagnissen versuchen:

  • Morgens aus dem Haus gehen, ohne vorher den Wetterbericht zu checken
  • Den Joghurt einen Tag nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essen
  • Ohne Hinzuschauen zwei Socken aus der Schublade ziehen (und anziehen!)

Welche anderen Vorschläge habt ihr für uns? Schreibt uns in den Kommentaren oder auf Facebook.

Neuigkeiten aus dem Land der Riesen

Steven Spielberg ist zweifellos einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Regisseure unserer Zeit. Nun wagt er sich an ein neues „Riesenprojekt“. Pünktlich zum hundertsten Geburtstag des englischen Kinderbuchautors Roald Dahl startet am 21. Juli startet eine Verfilmung seines Klassikers The BFG in den deutschen Kinos. Noch ist nicht viel über den Film bekannt. Allerdings wird Oscarpreisträger Mark Rylance in die Rolle des Big Friendly Giant beziehungsweise des guten Riesen GuRie schlüpfen und Sophiechen von der neuentdeckten Ruby Barnhill gespielt werden.

Von Marmeladenmaulwürfen und Blubberwasser

Sophiechen lebt in ihrem Waisenhaus ein trostloses Leben. Eines Nachts kann sie, wie so oft, nicht einschlafen. Dabei macht zur Geisterstunde sie eine erstaunliche Beobachtung. Sie sieht einen merkwürdigen Riesen, der mitten in der Nacht durch die Stadt wandert und eine eigenartige Trompete durch die Fenster der Leute hält. Weil aber niemand den GuRie – den Guten Riesen – sehen darf, entführt er sie kurzerhand ins Riesenland. Die anfängliche Angst vor dem Riesen überwindet Sophiechen schnell. Wer kann sich denn schon vor jemandem fürchten, der stets nur Blubberwasser trinkt, Kohlkopf und Hohlkopf verwechselt und den Menschen Träume in die Zimmer bläst?

 Klein gegen Groß

Allerdings sind nicht alle Riesen im Riesenland so freundlich wie der GuRie. Andere wie der Blutschlucker oder der Knochenknacker sind doppelt so groß wie er, verachten ihn für sein Verhalten und tun nichts lieber, als des Nachts um den Erdball zu rennen und Menschen zu fressen.
Dass das nicht so bleiben kann, darin sind sich Sophiechen und der GuRie einig. Und so machen sie sich auf den Weg, um mit Hilfe der Königin von England die schrecklichen Riesen zu überwinden. Von da an müssen die Riesen zur Strafe in einer tiefen Grube, wo sie ihr restliches Leben widerliche Kotzgurken essen müssen. Sophiechen und dem Guten Riesen wird jedoch aus aller Herren Länder Dank gezollt.

Bemerkenswert merkwürdig

1982 wurde das Buch des britischen Autors Roald Dahl erstmals veröffentlicht. Zwei Jahre später kam die deutsche Übersetzung auf Markt. Sophiechen und ihr Freund der GuRie begeisterten bald ein internationales Publikum und wurden vielfach ausgezeichnet. Die Protagonisten dieser und anderer phantasistischer und skurriler Geschichten, die man teilweise ebenfalls erfolgreich verfilmte, wurden bald die besten Freunde von Großen und Kleinen auf der ganzen Welt. Dazu gehören beispielsweise Charlie aus Charlie und die Schokoladenfabrik und Mathilda.

 Mehr als nur eine Geschichte

Trotz des Erfolgs, den er mit seinen anderen Büchern hatte, war für Dahl der Gute Riese stets seine liebste Figur, da er über alle anderen Eigenschaften die der Freundlichkeit am meisten schätzt. Das ist kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der 1990 verstorbene Autor die Geschichte ursprünglich für seine Kinder erfand. Als würde der echte „BFG“ die Träume in ihre Schlafzimmer pusten, legte Dahl manchmal eine Leiter an deren Fenster, bewegte die Vorhänge und hielt bisweilen hielt ein Bambusrohr hindurch. Für Dahl und seine Kinder, und nicht nur für sie, war dieses Buch mehr als nur eine Geschichte.

5 Filmtipps für das Jahr 2016

Das alte Jahr ist vorbei und inzwischen sind wir wohl alle wieder nach dem Feiertags-Marathon im alltäglichen Leben angekommen. Face2Face hat sich für euch mal die angekündigten Kinofilme für dieses Jahr angeschaut und die Highlights rausgesucht, die ihr 2016 auf keinen Fall verpassen dürft! Also, „Vorhang auf“ für die Blockbuster im Jahr 2016:

 „The Revenant – Der Rückkehrer“

Das Kinojahr legt mit „The Revenant – Der Rückkehrer“ mit dem Start am 07.Januar direkt mit einem richtigen Kracher los. Als der Trapper Hugh Class im Zuge seiner Mitgliedschaft einer Expedition durch die USA von einem Grizzly verletzt wird, lassen ihn seine Begleiter kurzerhand schwerverwundet und ohne Waffen zurück – mit dem Gedanken, dass er diesen Angriff nicht überleben wird. Doch das tut er! Mit gebrochenem Bein aber voller Hass auf die, die ihn zurück gelassen haben, schleppt er sich durch die Wildnis, um sich zu rächen. Für seinen letzten Film („Birdman“) erhielt der Regisseur Alejandro González vier Oscars, ob es für die Rolle des „Rückkehrers“ wohl auch endlich der langersehnte Oscar des besten Hauptdarstellers für Leonardo DiCaprio geben wird?

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Auch im neuen Jahr immer eine gute Idee: Ein schöner Kinoabend mit einem spannenden Film. (Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de)

„The Hateful Eight“

Am 28. Januar startet ein weiterer Film, den man keinesfalls verpassen sollte, denn Regisseur und Drehbuch-Autor ist kein geringerer als Quentin Tarantino! Nach „Django Unchained“ trägt der Kopfgeldjäger in „The Hateful Eight“ den Namen John Ruth (Kurt Russell), welcher mit seiner Gefangenen Daisy Domerque (Jennifer Jason Leigh) aufgrund widriger Wetterverhältnisse Zuflucht in einer Hütte sucht. Doch dort sind die beiden nicht alleine! Sechs weitere Männer halten sich auf der Hütte versteckt und sind ebenfalls an dem Kopfgeld auf Domerque interessiert. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt…

 

„Spotlight“

Auch mit dem Film „Spotlight“, der ab dem 25. Februar auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen sein wird, bleiben wir vorerst zu Beginn des Jahres bei düsteren Themen. In diesem Film dreht sich alles um die wahre Geschichte eines Journalistenteams (u.a. Rachel McAdams und Mark Ruffalo) welches sich mit den Missbrauchsverbrechen von mehr als 80 pädophilen katholischen Priestern in Boston beschäftigt hat. Die besondere Mischung zwischen spannendem Thriller und mit starken Emotionen aufgeladenen Drama machen diesen Film besonders spannend und zu einem der größten Favoriten für die anstehende Oscarverleihung.

„BFG – Big Friendly Giant“

Bei dem Film „BFG – Big Friendly Giant“  (Kinostart: 28. Juli) haben wir es mit einer Verfilmung des 1984 erstmals erschienenen Kinderbuch-Klassikers von Roals Dahl („Sophiechen und der Riese“) zu tun. In der Geschichte geht es um die kleine Sophie, die plötzlich eines Nachts Bekanntschaft mit einem Riesen macht. Zum Glück hat er nichts Böses im Sinn, und würde Sophie niemals etwas antun. Leider kann man das vom Rest seiner Artgenossen nicht behaupten, die essen nämlich nichts lieber als Menschen! Steven Spielberg setzt nach über 34 Jahren (damals: „E.T. – Der Außerirdische“) wieder einmal ein Skript der Drehbuchautorin Melissa Mathison um. Man darf gespannt sein!

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Führt die magische Welt von J.K. Rowling fort: Der Film „Phantastische Wesen und wo sie zu finden sind“. (Quelle: Ilka Plassmeier / pixelio.de)

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“

Und zu guter Letzt beschäftigt sich auch der letzte Film, welcher am 17. November starten wird, mit Riesen und weiteren „Phantastische(n) Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Um diese magischen Kreaturen zu erforschen reist der begabte, aber auch sehr eigenwillige Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) durch die ganze Welt. Immer mit dabei: Sein magischer Koffer, welcher eine Vielzahl an seltenen Wesen – samt ihr Lebensräume! – beherbergt. Als er auf seiner Reise Station in den USA macht, muss er erkennen, dass andere Länder sogar noch stärker versuchen, die Zaubererwelt – und damit auch ihre Lebewesen – zu verstecken. Da trifft es sich natürlich gar nicht gut, dass ausgerechnet dort eine Reihe seiner Geschöpfe den Weg aus dem Koffer gefunden haben…

Kunst und Kultur auf dem Fusion Festival 2015

Auf dem ehemaligen Militärflugplatz in der 500-Seelen Gemeinde Lärz bricht die Dämmerung herein. Erst jetzt werden sich die 60.000 Besucher, die jedes Jahr in die mecklenburgische Provinz pilgern, der Vielzahl von Kunstinstallationen gewahr, die ihr volles Potential erst mit Einbruch der Dunkelheit entfalten.

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Das Fusion Festival: Die Eintrittskarte zu Elektronischer Musik, Kunst und Kultur (Foto: Privat)

Zum 18. Male jährte sich Ende Juni dieses Jahres nun die Fusion – ein Musikfestival, das vor allem die Herzen elektronischer Musikliebhaber höher schlagen lässt. Während man auf anderen Musikfestivals den Tag auf den Zeltplätzen verbringt und sich die Zeit mit exzessiven Alkoholkonsum und stupiden Trinkspielen vertreibt, so bietet die Fusion ein attraktives Rundumprogramm. Denn was die wenigsten Nicht-Fusionisten wissen ist, dass das Festival auch ein vielseitiges Kulturprogramm für die Besucher bereithält.

Während eine Kreidetafel vor einem zum Theater umgebauten Flugzeughangar die nächste Vorstellung verkündet, läuft im Kinohangar ein Filmklassiker. Nur ein paar Meter weiter finden Vorträge und Lesungen statt, die sich mit solidarischen Wohnprojekten oder Blogschreibern aus Berlin beschäftigen. Die Fülle an Angeboten ist erstaunlich und so ausgeprägt, dass eine Entscheidung schwer fällt. Jedoch ist man nicht bei allen Programmpunkten passiver Zuschauer. Im Workshop-Hangar kann sich an Graffiti oder Siebdruck versucht werden; an anderer Stelle lernt man tagsüber mit Feuer zu jonglieren und kann das Gelernte bei Nacht zur Schau stellen.

Doch dem nicht genug, finden sich überall auf dem Festivalgelände Kunstinstallationen. Ob feuerspeiende Drachen, riesige, sich bewegende Knospen, die an mit Spitzenstoff bespannten Bäumen hängen oder Dampfmaschinen in den skurrilsten Formen.

Auch die Spielstätten, Essensstände und Chill-Out-Areas sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Kurzum: Das ganze Festival ist ein einziges Kunstwerk, das sich auf Bildern nicht festhalten lässt. Die Fusion ist ein Spielplatz für Erwachsene, die zu Unrecht auf Drogenkonsum reduziert wird, während es dort so viel mehr zu entdecken gibt.

Das Jahr des Erwachens

Das Jahr 2015 hat kaum begonnen, doch schon jetzt steht fest, welches Monument der Filmgeschichte zum Jahresende die Kinogänger in Scharen herbeirufen wird. Denn zehn Jahre nach dem letzten Teil der Reihe kommt „Star Wars VII – Das Erwachen der Macht“ in die Kinos.

Schauplatz: Im siebten Teil der Star Wars Saga gibt es ein sandiges Wiedersehen (©kertho/pixelio.de)

Schauplatz: Im siebten Teil der Star Wars Saga gibt es ein sandiges Wiedersehen (©kertho/pixelio.de)

Somit steht dieses Jahr nicht nur unter einem Stern (hoffentlich einem guten), sondern gleich unter vielen, in denen aber Krieg herrscht. Damit wir das auch nicht vergessen, wurde im Dezember 2014, also ein Jahr bevor der Film in die Kinos kommt, der erste kurze sogenannte Teaser-Trailer veröffentlicht. Als sei nicht schon genug Wirbel um den Film gemacht wurden, dessen Originaltitel The Force Awakens auch mit Die Macht erwacht hätte übersetzt werden können. Immerhin hat sich Harrison Ford, der seit Episode Sechs, die 1986 (damals noch als dritter Teil der Saga) veröffentlicht wurde, endlich wieder den Schmuggler und Helden Han Solo mimen darf, bei den Dreharbeiten seinen Knöchel gebrochen. Und Regisseur J.J. Abrams hat im Internet nicht nur zu Spenden und einer Statistenrolle aufgerufen, sondern die eingefleischten Fans haben sich in einem Video auch direkt an ihn gewandt.

Fakt ist, kaum eine Kinoreihe ist so geliebt und verehrt wie Star Wars. Der Science Fiction Epos hat Filmgeschichte geschrieben. Die Filmreihe prägt seit 1977 junge wie alte Zuschauer. Ich habe Eine neue Hoffnung, Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter auf dem Sofa meiner Eltern als VHS gesehen als ich noch zur Grundschule ging. Kaum war mein Sohn sechs hat mein Mann ihm dieselbe Ehre zu Teil werden lassen, mit dem Unterschied, dass die Filme heute auf BlueRay in unserem Regal stehen. Ein riesiges Star Wars Poster war eines der ersten Geschenke, die mein Mann (damals noch mein Freund) von mir zu Weihnachten bekam, 2013 bekam er dann den Lego Star Wars Todesstern geschenkt. Ihr merkt schon, wir sind gezeichnet vom Krieg der Sterne.

2015: Das Jahr des Erwachens (©Dieter Schütz / pixelio.de)

2015: Das Jahr des Erwachens (©Dieter Schütz / pixelio.de)

Aber selbst Menschen, wenn es sie denn gibt, die keinen der Filme gesehen haben (Schande über euch), kennen Filmzitate wie „Möge die Macht mit dir sein“ und „Ich bin dein Vater“, wissen um die knuffigen Kampfteddys, die Ewoks und den Wookie Chewbacca, den wir nicht verstehen, die Figuren im Film aber schon. Und was ist mit C3PO und R2D2? Ein Gespann, das jeder zu kennen scheint. Abgesehen von Verweisen, die in beliebten Fernsehsendungen immer wieder auftauchen. So erklärt Frauenheld Barney in How I Met Your Mother, dass jede Frau, die keine Ewoks mag, über 30 sein muss, weil sie den Film sonst als Kind gesehen hätte und die Bären somit als flauschige Figuren liebgewonnen hätte, und Lennard aus Big Bang Theory erklärt seiner Freundin Penny zum ersten Mal seine Liebe, als sie im Bett ein Star Wars Zitat benutzt.

Wir sind längst drin, im großen Wirbel um Star Wars. Eigentlich, da bin ich sicher, kommen wir nie heraus. Der siebte Teil der Star Wars Saga hätte also ohnehin abertausende in die Kinos gelockt, Warteschlangen vor den Erstausstrahlungen wachsen lassen und neuen Krimskrams für meine Weihnachtseinkäufe beschert. Aber, obwohl der Film abgedreht ist, wird er nicht gezeigt. Nein, Disney, das seit einiger Zeit die Rechte dem Erfinder George Lucas abgekauft hat, wartet. Und wirft uns Bröckchen hin, die wir begierig aufsammeln. Ein Teaser Trailer. Ein Jahr vor Erscheinen. Und wir stürmen das Internet, um ihn zu sehen.

Voller Erfolg? Doch was kommt nach dem Kinogang (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Voller Erfolg? Doch was kommt nach dem Kinogang (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Natürlich hat diese Taktik den Erfolg, dass noch mehr aufmerksam werden, dass noch mehr erreicht werden und keiner, aber auch gar keiner verpasst, dass 2015 das Jahr des siebten Star Wars Films ist, das Jahr des Erwachens. Aber gleichzeitig werden wir so mit Vorfreude versorgt, mit Erwartungen ausgestattet und unsere kindlichen Vorstellungen immer wieder aufs Neue angeheizt, dass viele, allzu viele, im Dezember enttäuscht sein werden. Enttäuscht, weil ihnen dieses oder jenes fehlt. Weil Mark Hamill alias Luke Skywalker so ganz anders ist, als sie es sich gedacht haben, oder Harrison Ford zu kurz mit Han Solo auf die Bühne darf. Es wird sie geben, die Jubelschreie über die originalgetreuen Gleiter, die phantasievollen Figuren. Aber ob die Handlung uns überzeugen kann, ob die Kritik, die maßlos ausfallen wird, uns davon abhalten kann, auch diesen Film in unser Herz zu schließen? Ich fürchte fast, Disney heizt uns ein und im Dezember werden wir ordentlich frieren. Denn auch J.J. Abrams kann nicht alle Erwartungen erfüllen und ein Jahr nach dem ersten Trailer ist eine lange Zeit, Erwartungen zu schüren.

Vorschau: Anna durchleuchtet nächste Woche an dieser Stelle unterschiedliche Familienkonzepte unterschiedlicher Länder.

Mal wieder was Neues aus der Cloud: Das „Sex Tape“ von Cameron Diaz und Jason Segel auf dem Prüfstand

Kaum hat sich die Aufregung um den Nacktbilder-Skandal von Jennifer Lawrence und co. gelegt, da setzen Cameron Diaz und Jason Segel noch einen drauf und veröffentlichen am 11.09.2014 ein heißes „Sex Tape“ von sich! Der Unterschied: Während die Stars einem Hacker-Angriff zum Opfer fielen und ihre „speziellen“ Fotos tatsächlich ohne ihre Erlaubnis im Internet auftauchten, handelt es sich bei „Sex Tape“ um den neuen Kinofilm von Regisseur Jake Kasdan.  Da bereits im Vorfeld so viel über das verhängnisvolle „Video“ gesprochen wurde, hat sich Face2Face-Mitarbeiterin Vanessa das Filmchen einmal angesehen, um über das „Sex Tape“ berichten zu können.

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Lässt sich leider nicht so einfach vernichten wie ein klassische Filmrolle: Das „Sex Tape“ von Annie und Jay. (Foto: Tim Reckmann/ pixelio,de)

Die Story ist ähnlich zu dem wahrgewordenen Albtraum der Celebrities:  Das Ehepaar Annie (Cameron Diaz) und Jay (Jason Segel) ist schon einige Jahre verheiratet, hat zwei Kinder und findet aufgrund des alltäglichen Familienstresses kaum noch Zeit für sich selbst, geschweige denn für gemütliche Stunden „zu zweit“. Als  Annie ein Angebot von einer Spielzeugfirma erhält, die ihren Blog, in dem sie über ihr Ehe- und Familienleben als Mutter berichtet, kaufen wollen, beschließen die beiden, diese Chance ausgiebig zu feiern. Die Kinder sind bei der Großmutter, die beiden haben das Haus für sich. Doch statt wie früher übereinander herzufallen, scheinen sie irgendwie nicht richtig „auf Touren“ zu kommen. Nach einigen, für das Publikum durchaus erheiternden, Fehlversuchen, kommt Annie auf eine folgenreiche Idee: Sie beschließen, ein eigenes Sex-Video zu drehen, in dem sie alle Stellungen aus dem Buch „The Book of Joy“ durchgehen.

Heraus kommt ein dreistündiges Video, welches Jay leider nicht wie ausgemacht löscht, sondern stattdessen über die ominöse „Cloud“ an alle Freunde und Bekannte weiterleitet, denen er zuvor eines seiner nicht mehr benötigten iPads geschenkt hat. Unter den stolzen Besitzern des iPads inklusive dem anrüchigen Video: Der Postbote, ein befreundetes Ehepaar, Annies Mutter und, um den Skandal perfekt zu machen, ihr zukünftiger Chef, der ihren Blog und sie als Vertreterin der „Muster-Mami“ kaufen möchte.

Im Laufe der 94 Filmminuten versuchen Annie und Jay verzweifelt, den begangenen Schaden wieder zu begleichen, und das Video von den Tablets zu löschen. Dabei treffen auf bissige Schäferhunde, zugekokste Chefs, gemeine Jugendliche und verrückte Freunde, die ihnen ihren „Wettlauf gegen die Cloud“ nicht gerade erleichtern, dafür den Zuschauer aber umso mehr amüsieren.

Mein Fazit: „Sex Tape“ ist ein gelungener Comedy-Streifen, wenn man am Freitagabend zusammen mit Freunden ins Kino geht, um sich mal wieder genüsslich zu amüsieren. Die Peinlichkeit, die die beiden beim Gedanken an ihr Sex Tape überfällt, kann man sich auch als Zuschauer bildlich vorstellen und macht den Film, dank der angeborenen Schadenfreude der Menschen, noch witziger. Der Tiefgang der Story beschränkt sich auf die Frage:„Warum haben wir eigentlich angefangen zu vögeln?“  Wer sich mit diesem Wissen vor die Leinwand setzt, kann sich auf einen amüsanten Abend mit dem „Sex Tape“ freuen. Viel Spaß!

Movies Made in Germany – Das Festival des deutschen Films geht in die 10. Runde

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Strahlt hell in der nächtlichen Szenerie: Das Logo des Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Anglizismen und vor allem amerikanisch geprägte Einflüsse sind aus der Popkultur Deutschlands längst nicht mehr wegzudenken. Ein Kassenschlager im Kino aus Amerikas bekanntester Filmschmiede jagt den nächsten und auch im deutschen Fernsehen überwiegen die altbekannten etablierten amerikanischen Produktionen. In Vergessenheit gerät dabei das Potenzial, das unser eigenes Land jahrein, jahraus in der Filmkunst beweist.

Veranstaltungen dafür gibt es vielerorts. Jedoch spezialisiert sich kaum ein Filmfestival auf alle Disziplinen des Filmemachens. Ob im Kino, im Fernsehen, nur auf DVD oder auch im Internet ausgestrahlt spielt keine Rolle – lediglich die künstlerische Komponente ist, was zählt.

Diesen Leitspruch hat sich das Festival des deutschen Films zum Programm gemacht, das dieses Jahr zum zehnten Mal in Ludwigshafen stattfand. Austragungsort war, wie seit der Gründung 2005, die Parkinsel am Rande der Stadt mit ihrer Platanenallee und dem industrieromantischen Blick auf den Rhein und Mannheim.

Auf dem Programm standen, untergliedert in sechs verschiedene Kategorien, fast 50 Filme, deren Produktionsstandort ausnahmsweise nicht im amerikanischen Hollywood liegt, sondern in Deutschland. Filmbegeisterte konnten sich in der atmosphärischen Symbiose von Stadt und Natur überzeugen lassen, was der deutsche Film heutzutage noch zu bieten hat.

Face2Face war mit Euch vor Ort und hat sich den Film „Stereo“, mit Jürgen Vogel (Die Welle) und Moritz Bleibtreu (Das Experiment) näher angeschaut. Der Handlungsverlauf des packenden Thrillers ist leicht umrissen: Der Motorradfan Erik führt ein ambivalentes Leben. Auf der einen Seite übertritt er gerne die Geschwindigkeitsbegrenzungen der

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

Idyllisch: Die Platananallee am Ufer des Rheins (Foto: N. Schwalb)

beschaulichen Landstraßen und schraubt ölverschmiert in seiner eigenen Werkstatt an Motorrädern herum, auf der anderen Seite hat er Teil an dem Familienleben der alleinerziehenden Julia und einen Narren an ihrer Tochter Linda gefressen. An seine Vergangenheit will und kann er sich nur schwer erinnern, wie ihm klar wird als zwielichtige Gangster bei ihm auftauchen und ihn bestens zu kennen scheinen. Schlimmer noch wird Erik von einer imaginierten Gestalt verfolgt, die sich später als Henry vorstellt und auch per Hypnose nicht zu vertreiben ist. Erik findet sich in einer prekären Lage wieder: Will sein imaginärer Verfolger ihm Böses antun? Wem kann er vertrauen? Und welche Geheimnisse verbergen sich in seiner Vergangenheit? Ein Psychothriller voller Spannung, Verstörung aber auch mit einem skurrilen Witz, der das Publikum applaudierend und mit erstaunten Mienen zurücklässt.

Wer sich nicht mit schlichten Filmvorführungen zufrieden geben wollte, dem bot das

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Gut besucht: Eines der Kinozelte beim Festival des deutschen Films (Foto: N. Schwalb)

Filmfestival die Möglichkeit, Persönlichkeiten aus der deutschen Filmlandschaft hautnah kennenzulernen oder an einer der vielen Preisverleihungen teilzunehmen. So ging beispielsweise der Preis für Schauspielkunst an Anna Loos und den als lustigen Professor Boerne aus dem münsteraner Tatort bekannten Jan Josef Liefers. Dieser resümierte das Festival, das am 08.Juli mit einem Besucherrekord von 78.000 Menschen zu Ende ging: „Dieses Festival steht für den deutschen Film und davon leben wir.“

Vorschau: Nächste Woche testet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik den Einsatz von Ebook-Readern und inwiefern sie echten Bücher den Status streitig machen können.

5 Filmtipps für den Monat Mai

Während der Blick auf das Kinoprogramm der letzten Wochen eher wenig aufregend war, lohnt sich der Gang ins Kino dafür im Mai nun umso mehr. Die Filmindustrie war fleißig am produzieren und hält für den Wonnemonat einige Neuvorstellungen bereit. Face2Face hat sich einmal umgehört und für euch eine kleine Auswahl an Filmtipps für die nächsten Wochen bereit gestellt. Ansehen lohnt sich!

Bad Neighbors

Für alle, die auf eine Komödie mit Highschool-Charme stehen, ist „Bad Neighbors“ genau das Richtige. Kelly und Marc Radner leben mit ihrem kleinen Kind zufrieden und glücklich in einer typischen Vorstadtsiedlung, alles in ihrem spießbürgerlichen Leben scheint perfekt. Bis in das Haus nebenan eine feierwütige Studentenverbindung zieht, die ohne Rücksicht auf die „Benimmregeln“ der Radners lautstark eine Party nach der nächsten feiert. Als das Ehepaar beschließt, ihr „Revier“ zu verteidigen und die Polizei rufen, fühlen sich die Studenten herausgefordert. Ein unerbitterlicher Kampf um das Vorrecht in der Nachbarschaft beginnt.

Fazit: Ein herrliches Spektakel, bei dem kein Lachmuskel entspannt bleibt!

Dom Hemmingway

Wer den Protagonist Jordan Belfort aus „The Wolf of Wall Street“ mag, wird Dom Hemingway lieben! Mit gleichem „abgedrehtem Wahnsinn“ spielt Jude Law als „Dom Hemingway“ einen Verbrecher, der wegen eines missglückten Einbruchs zwölf Jahre hinter Gittern verbringen muss. Wieder auf freiem Fuß, fordert er von Mr.Fontaine sein wohl verdientes „Schweigegeld“ ein, dass den Gangsterboss selbst vor einer Gefängnisstrafe bewahrt hat. Mit dem Geld möchte er sich ein neues Leben aufbauen und unter anderem den Kontakt zu seiner Tochter verbessern. Bis dorthin ist es allerdings noch ein weiter Weg, den er sich durch seine abgedrehte Art selbst schwer macht.

Fazit: Geld, Frauen, Verbrecher und jede Menge Wahnsinn.

 Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Bereits die Vorlage zum Film des schwedischen Newcomer-Autoren Jonas Jonasson war ein absoluter Hit in den Bücherregalen und wurde zum weltweiten Bestseller. Nun möchte die Verfilmung von „Der 100-Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ an diesen Erfolg anknüpfen. Allan Karlsson lebt in einem Altersheim und beschließt, kurz bevor die Feier seines 100. Geburtstages losgehen soll, der Langeweile und Tristesse des Heims zu entfliehen und steigt kurzerhand aus dem Fenster, um sich in ein neues Abenteuer zu stürzen. Bei seiner Reise hat er es mit Kriminellen jeglicher Art zu tun und trifft auf die seltsamsten Menschen. Doch diese ist nur eine von vielen unglaublichen Geschichten, die der alte Mann bereits in seinem langen Leben erlebt hat: Während der Rahmenhandlungen folgen immer wieder Rückblenden, die über das Leben des sonderbaren Mannes erzählen, der zufällig bei den wichtigsten Geschehnissen der Menschheitsgeschichte dabei war und alles ins Chaos gestürzt hat.

Fazit: Ein sehr sympathischer Protagonist und eine bewegende Geschichte mit viel Witz erzählt.

Noah

Die Geschichte dürfte jedem, der im Religionsunterricht ab und zu mal aufgepasst hat, bekannt sein: Noah bekommt von Gott den Auftrag, eine Arche zu bauen, die jeweils zwei Exemplare einer Spezies aufnehmen kann, um sie vor der großen Sintflut zu retten, die die Erde heimsuchen wird. Der Regisseur Darren Aronofsky, beispielsweise auch für die Regie an „Black Swan“ bekannt, hat aus der biblischen Vorlage eine neue Geschichte geschaffen, die besonders durch eine eindrucksvolle Inszenierung überzeugt. Mit Schauspielern wie Russel Crowe (Noah), Emma Watson (Ila) und Anthony Hopkins (Methusalem) wartet der Film nicht nur mit überzeugenden Bühnenbildern, sondern ebenso mit hochkarätigen Schauspielern auf. Besonders in 3D ein voller Filmgenuss.

Fazit: Eine „alte“ Geschichte, neu und eindrucksvoll erzählt.

Die Schadenfreundinnen

Für alle, die noch einen guten Film für den nächsten ausgelassenen Mädelsabend suchen ist „Die Schadenfreundinnen“ genau das Richtige! Carly (Cameron Diaz) ist wohl zum ersten Mal in ihrem Leben wirklich verliebt. Doch schon bald stellt sich heraus, dass ihr besagter Traumprinz nicht der ist, für den er sich ausgibt, denn: Er hat bereits eine Ehefrau! Als besagte Ehefrau Kate (Leslie Mann) und die Geliebte ihres Mannes aufeinander treffen, beschließen die Beiden, sich zusammen zu tun und es dem Betrüger heim zu zahlen. Bald schon stellt sich heraus, dass er noch eine dritte Frau (Kate Upton) an der Nase herumgeführt hat. Das ungleiche Trio aus erfolgreicher Rechtsanwältin, fürsorglicher Ehefrau und unwiderstehlicher Geliebte schmieden einen Racheplan, der es in sich hat!

Fazit: Der perfekte Film für alle Mädels, die mal wieder lauthals über die Männer lachen wollen.

Egal, wie das Wetter im Mai wird, mit dieser Filmauswahl habt ihr immer Spaß!

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier etwas über den KulturAsta der Universität Mannheim.

Tipps für abwechslungsreiche Unternehmungen als Paar

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Deborah Willig und Jens Eisenhauer (Foto: privat)

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Frau Willig und Herr Eisenhauer (Foto: privat)

Ob man sich nun als Paar unter der Woche oder am Wochenende sieht oder gar zusammen wohnt – jeder freut sich auf die gemeinsamen Stunden. Oft wird vorher schon geplant, was zu zweit gemacht wird: Essen oder ins Kino gehen, einen gemütlichen Abend zu Hause verbringen oder über das Wochenende einen kurzen Ausflug machen. Allerdings kann dies auf die Dauer auch langweilig werden. Was man dagegen machen kann verraten bei Face2Face fünf junge Männer und Frauen:

Ungestörte Wanderungen in der Natur oder Konzertbesuche kann der duale Student Benjamin J. Paaren empfehlen. Vor allem sind Spaß und eine nicht all zu hohe Erwartung an die Treffen wichtig. Trostlose Aktivitäten gehören für den 22-Jährigen zu den No-Go’s, als Beispiel nennt er Schlagerpartys. Jedoch hat Benjamin für abwechslungsreiche und häufige Unternehmungen nicht viel Zeit – „Dank Arbeit und sonstigen Hobbys fallen diese Treffen eher kurz und auch nicht so unheimlich häufig aus.“ Die Seltenheit empfindet er keinesfalls negativ, denn für das Planen von vielfältigen Paarbeschäftigungen sieht er sich nicht als kreativ genug. Daher bevorzugt der 22-Jährige unregelmäßige Treffen, um den Prozess der Langeweile innerhalb der Beziehung zu verhindern. Auf die Frage hin, ob sich Langeweile vorbeugen lässt antwortet er wie folgt: „Meiner Ansicht nach ist es leider nur eine Frage der Zeit bis die Treffen nichts Besonderes mehr sind.“

Wandern, Klettern, Schwimmen, Radtouren oder Sportausflüge gehören für die 23-Jährige Nina Darmstadt zu den lustigen Unternehmungen. Außerdem geht sie gerne mit dem Partner Essen oder ins Kino und findet Wochenendtrips schön. Um Langeweile vorzubeugen genügen ihr bereits kleine Abweichungen von der alltäglichen Routine – wie zum Beispiel ein neues Restaurant ausprobieren oder anstelle eines Kinobesuchs einen Kurztrip zu machen. Ebenso können Spontanität oder ein selbstgemachtes Frühstück diese Wirkung erzielen. Jedoch ist für die gelernte Kauffrau im Einzelhandel und derzeitige Berufsoberstufenschülerin auch der persönliche Freiraum wichtig. Je nachdem wie die Interessen beider Partner sind, können auch gemeinsame Kurse und Aktivitäten für Abwechslung sorgen. Täglicher Unternehmungsdrang von seitens des Partners, Unlust, Lan-Partys, übertrieben lange Shoppingausflüge und Technoschuppen sind einige der vielen No-Go’s für die 23-Jährige. Darüber hinaus mag Nina es nicht, wenn sie alleine die Organisation und Entscheidungen für Aktivitäten tragen muss oder wenn der Partner diese ohne Rücksprache nach seinem Belieben beschließt. Dazu rät sie: „Achtet auf die Gefühle eures Partners. Zwingt niemanden zu etwas, dass er absolut nicht will und versucht nicht jeden Tag, jede Woche zwangsweise etwas zu unternehmen. Das klappt nicht und macht keinen Spaß.“

„Mein Partner und ich unternehmen ziemlich viel Abwechslungsreiches. Mal gehen wir zusammen auf den Fußballplatz unseres Heimvereins und schauen uns ein Spiel an, mal fahren wir spontan nach Frankfurt am Main in den Zoo.“, so die 24-Jährige Sabrina Kuhn. Meistens jedoch gehen sie spazieren oder machen Ausflüge mit dem Hund. Die Studentin hält es für möglich Langeweile vorzubeugen. Dies geht indem man offen für Neues ist und nicht alles voraus plant – Spontanität ist hier die Lösung. Ebenso wie Nina ist für sie der Freiraum wichtig. „Mein Partner geht zum Beispiel jeden Sonntagabend zu seinem Fußballstammtisch. Und ich habe meine Mädelsabende, das gehört dazu, damit man wieder Lust auf gemeinsame Zeit bekommt.“ Die eigenen Interessen dem Partner aufzuzwingen stellen für Sabrina ein Tabu dar. Vielmehr sollten gemeinsame Leidenschaften ausgeübt und das Mitspracherecht berücksichtigt werden.

Langeweile lässt sich in der Beziehung dadurch vorbeugen, wenn viele verschiedene Dinge gemacht werden, darin sind sich Deborah Willig und Jens Eisenhauer einig. Das einfache zu Hause hocken mögen sowohl die 22-Jährige Erzieherin als auch der 24-Jährige Elektroniker nicht. Das eher abenteuerlustige Paar geht gerne Billard spielen, in Freizeitparks oder gemeinsam in den Urlaub. Auch für Deborah und Jens ist es wichtig, dass sich jeder gleichermaßen in die Beziehung einbringt. Bei den Unternehmungen sollte man darauf achten, dass beide Spaß damit haben und es sich auch leisten können. Vor allem „verschiedene Sachen ausprobieren, die Interessen des anderen im Auge behalten und ein bisschen Geld in der Hinterhand haben, kann nicht schaden.“

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr über hilfreiche Tipps zum Restaurieren einer alten Bank nachlesen.

Horrorfilmklischees, die (k)einer braucht?

„Es wäre besser wenn wir uns aufteilen“, ertönt es flüsternd inmitten einer Gruppe Jugendlicher in einem nebligen Wald, einem verlassenen Haus oder ähnlicher Szenerie. „Neeeein“, schreit es daraufhin aus dem Inneren eines Jeden, der schon einige Filme des Genres Horror gesehen hat, wohl wissend, dass die Figuren damit die Handlung in Richtung ihres eigenen Todes vorantreiben.
Die Rede ist von Elementen, die sich in Horrorfilmen immer wieder größter Beliebtheit erfreuen. Filmklischees, bei denen sich die Zuschauer lieber die Hand vor den Kopf schlagen wollen, anstatt die Decke über den Kopf zu ziehen.

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Beliebter Schauplatz eines Horrorfilmes: ein Wald (Foto: Schwalb)

 Einer dieser Klassiker, dessen sich die Filmemacher gerne bedienen ist, dass Mobiltelefone grundsätzlich keinen Empfang haben. Dem 21. Jahrhundert trotzend wird in Filmen wie Jeepers Creepers oder The Hills Have Eyes somit ein simpler aber rettender Anruf vereitelt.

Auch Autos scheinen besonders anfällig für Pannen oder plötzliche Startprobleme in Gefahrensituationen. In Wolf Creek oder auch House of Wax gelangen die Figuren dadurch in die Hände von vermeintlichen Helfern, die sich als skrupellose Killer entpuppen.

Ein weiteres Element, das sich großer Beliebtheit erfreut, ist „das gruselige Kind“. Im Stil von The Ring vorzugsweise weiblich, mit langen dunklen Haaren und weißem Nachthemd kann dieser Charakter jedoch, wie beim Klassiker Omen, auch männlichen Geschlechts sein. Diese Kinder haben etwas Geheimnisvolles an sich, sind introvertiert und spielen gerne mit ihren imaginären Freunden, wie zum Beispiel Hunter aus der Paranormal Activity-Reihe. Nach und nach entpuppen sie ihr wahres Gesicht und präsentieren sich als wahre Ausgeburten der Hölle, die auch nicht davor zurückschrecken, Familienmitglieder zu töten.

Auffällig häufig sind auch die Handlungsrollen eher klischeebeladen: Da gibt es den möglichst kantenlosen Protagonisten, der auch wirklich jedem eine Identifikationsfigur bietet, das blonde Dummchen, dessen Tod von Anfang an zu erahnen ist, den aggressiven Raufbold oder auch den nerdigen und dezent lüsternen Idioten mit einem Camcorder.

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Werden immer wieder mit Horrorfilmen konnotiert: Friedhöfe mit verwitterten Grabsteinen (Foto: Schwalb)

Hat es nun einer oder maximal zwei der Protagonisten geschafft eine Gruppentrennung zu überleben, den Handyempfang wiederherzustellen, die Schlüssel aufzuheben und damit ein Fortbewegungsmittel aller Art zu starten, wartet ein letzter, vermeintlich unerwarteter und origineller Twist der Handlung auf die Zuschauer. Sollte man meinen, das Blutvergießen habe mit dem Tod des Antagonisten ein jähes Ende gefunden, so irrt man. Denn in der finalen Sequenz jedes klischeebeladenen Horrorfilmes steht eine Auferstehungszene, die ihresgleichen sucht. So schafft es Jason (Freitag der 13. und Freddie vs. Jason) den Tod durch Ertrinken abzuwenden, Michael Myers (Halloween) überlebt auf wundersame Weise sechs Schussverletzungen und einen Sturz vom Balkon und Three Finger (Wrong Turn) kann selbst eine explodierende Hütte nichts anhaben. Nur um, so scheint es, in einer x-ten Fortsetzung erneut auf die Menschheit losgelassen zu werden.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch eine Buchrezension zu dem Werk „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes.