Kartographie des Gehirns – Das Human Connectome Project

Das Gehirn – eine der kompliziertesten Strukturen der Natur. Es ist zu vielem fähig, zu denen selbst heutige Computer nicht fähig sind, wiegt durchschnittlich nur 1,4 kg und verbraucht doch große Teile unseres täglichen Energiebedarfs. Schätzungen zufolge besitzt das Gehirn 100 Milliarden Nervenzellen, deren Nervenbahnen aneinander gereiht 145-mal um die Erde reichen, und zehnmal so viele Gliazellen, die das Stützgewebe des Gehirns bilden. Dank der großen Plastizität und der ständigen Umstrukturierung sowie den Unterschieden zwischen einzelnen Menschen, ist es schwer das Gehirn zu untersuchen. Das Human Connectome Project versucht, alle Daten bezüglich des Gehirns zu sammeln und die neurologische Forschung voran zu treiben.

Das Gehirn - Schädel im MRT (Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de)

Das Gehirn – Schädel im MRT (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

Das Gehirn bei Tieren und der Aufbau unseres Gehirns
Viele Tiere besitzen Ansammlungen von Nervenzellen, die einem Gehirn ähneln oder dessen Funktion haben. Doch anatomisch ist zum Beispiel das Strickleiternervensystem der Insekten und Krebse sehr unterschiedlich zu unserem Gehirn. Besonders das Gehirn eines Krakens oder Tintenfisches steht jedoch in der Komplexität ebenfalls sehr hoch. Das Gehirn, wie wir es kennen, ist allen Wirbeltieren gleich und besteht entwicklungsgeschichtlich aus zuerst drei, dann fünf Teilen: Das Nachhirn verbindet es zum Rückenmark, das Hinterhirn beinhaltet einen Querwulst namens Pons (für Brücke), der Querverbindungen aufweist, und das Kleinhirn, welches für Bewegung und Koordination verantwortlich ist. Zusammen mit dem Mittelhirn bilden diese Strukturen das Stammhirn, welches den stammesgeschichtlich ältesten Teil darstellt und unter anderem für Reflexe und Atmung zuständig ist. In das Zwischenhirn kommen die Nervenbahnen des Auges und es beinhaltet die Hormondrüsen, Zirbeldrüse und Hirnanhangsdrüse. Als Schaltstelle zwischen Nerven- und Hormonsystem reguliert das Zwischenhirn den Schlaf-Wachrythmus, Schmerz- und Temperaturempfinden, Hunger, Durst und den Sexualtrieb. Das in zwei Hälften (Hemisphären) aufgeteilte, stark gefurchte Großhirn ist das Bild, welches in unsere Köpfe springt, wenn wir an Gehirn denken. Es beinhaltet das limbische System, verantwortlich für Instinkte und Emotionen. Die Großhirnrinde, Teil der grauen Substanz, enthält die Nervenzellkerne und die darunterliegende weiße Substanz die Nervenfasern, ein Balken verbindet beide Hemisphären. Das Gehirn ist von drei Hirnhäuten umgeben und schwimmt in der Hirnflüssigkeit.
Einteilung des Großhirns
Das komplexe Großhirn besitzt viele Funktionen. Eine erste Unterteilung findet örtlich statt und vier Hirnlappen sind beschrieben. Dort finden sich wiederum Windungen (Gyrus) und Furchen (Sulcus). 1903 versuchte Neuroanatom Korbinian Brodman das Gehirn zu unterteilen und beschrieb 52 Regionen. Diese beinhalten zum Beispiel den motorischen und primär somatosensorischen Cortex. Das Wernicke Areal ist für das Verstehen von Sprache zuständig, das Broca Areal zur Produktion von Sprache. Hör-, Seh- und Geschmackszentren verarbeiten die jeweiligen Sinneseindrücke. Anhand der gesammelten Bilder des Human Connectome Projects, erstellt durch MRI (Magnetresonanz- Ttomographie) konnte nun eine Publikation das Gehirn weiter einteilen. Die Arbeitsgruppe benennt 180 Areale pro Hemisphäre und sorgt nun für eine noch nie dagewesene detailreiche Kartographierung des Gehirns. Diese kann helfen ein größeres Verständnis über Gehirnentwicklung, verschiedenste Krankheiten und Altern zu bekommen.

Was aber kommt nach der Revolution?

Es klingt ja schon richtig, wenn in den diktatorisch geführten Ländern Afrikas die Bevölkerung rebelliert. Wenn sie auf die Straße geht, protestiert gegen Ungerechtigkeit und Diktatur. Wenn sie Gleichheit fordert, Gleichberechtigung, freie Wahlen und Gerechtigkeit. Es klingt richtig. Und es käme mir nie in den Sinn, zu behaupten, es wäre falsch. Ich frage mich nur, was danach kommt.

 Angefangen hatte es im Tunesien. Dort war ich. Natürlich nicht im Februar, sondern vor ein paar Jahren. Dort tat ich, was viele Europäer taten: Urlaub. Denn sind wir mal ehrlich, die Bevölkerung dieses Landes lebte davon. Die Hotelangestellten, die Touristenführer, die Souvenirverkäufer, -hersteller, -vertreiber. Die Karawanenführer in der Sahara, die es schafften, für eine kleine Colaflasche über 10 Euro zu kassieren. Die Olivenbauern, die kleine Führungen anboten, weil der Ertrag ihrer ewig weiten Olivenhaine nicht reichte. Nicht ausschließlich. Mit Sicherheit gab es auch da schon die Kleinwarenverkäufer, die Bäcker und Friseure, die Schneider und Lehrer, Ärzte und Angestellte des Wasserwerks. Diese Leute muss es eigentlich immer geben. Aber dennoch lebten Länder wie Tunesien und Ägypten vom Tourismus. Allein wenn ich daran denke, dass mein Vater durchaus auch drei Mal im Jahr ans Tote Meer flog.

Und nun? Wie lang wird es dauern, bis die Folgen der Revolutionen ausgestanden sind? Bis die Gesellschaften sich reformiert haben, die Umsetzung der guten Gedanken erfolgt ist? Keine Revolution verändert von heute auf morgen. Ein großer Prozess steht noch an. Das zeigen nicht nur die Flüchtlinge, die aus Afrika ihren Weg suchen. Ein Datum macht keine Revolution. Denken wir mal weit zurück. 1789 – das klingt nach etwas. Am 14. Juli 1789 stürmten die Revolutionäre in Paris – Bauern, Arbeiter, Bürger – die Bastille, was noch heute als Beginn der Französischen Revolution gilt. Aber eben nur als der Beginn. Die Revolution selbst dauerte zehn Jahre an. Und die Pariser änderten ihr Denken auch nicht so spontan am 14.07. Das Zeitalter der Aufklärung hatte sie verändert. Schriften, Gespräche, Gedanken, die mit der Situation der Zeit nicht einhergehen konnten, gingen voran. Die Auswirkungen der Revolution spürte man in den umliegenden Ländern, in den darauffolgenden Jahren. Und auch wir schwören noch auf die Prinzipien „Liberté, Egalité, Fraternité“ – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

 Doch was kam nach der Revolution? Napoleon Bonaparte – ein Diktator. Was wird aus den Revolutionen in Afrika erstehen? Keine Frage, dass diese Umwürfe in der Gesellschaft nötig sind. Die Veränderung 1789 von der Monarchie zur Demokratie, zu den Gedanken der Aufklärung und des Humanismus – sie sind uns auch heute noch wichtig.

 Die Welt wird aber schnell gelangweilt. Wenn Libyens Machthaber weiterhin gegen alles und jeden ist, nur weil es nicht nach seiner Nase geht – das klingt nach Farce, blutiger Farce zwar, doch uns ist klar, dass er falsch liegt. So sehr er es sich wünscht, die Welle wird nicht brechen, sie ist zu stark. Wenn wir es aus der Position betrachten, dass Kulturen unzeitgemäß sind, dass sie sich unterschiedlich schnell entwickeln, aber doch ähnliche Entwicklungen durchmachen, wissen wir, dass diese Welle nicht an einem exzentrischen Mann brechen wird.

Revolution: In diesen Staaten gibt es Aufstände. (Grafik: StepMap)

 Doch auch diese Betrachtung löst nicht die Frage nach dem Danach. Was wird aus den Ländern, wenn die Revolutionen vorbei sind? Welche Gesellschaften werden sie bilden, wenn die Einnahmequelle ‚Tourismus‘ wesentlich beeinträchtigt ist, denn bis dieser Geschäftszweig sich erholt hat, dauert es Monate, wenn nicht sogar Jahre. Flüchtlinge aus den afrikanischen Ländern kommen übers Meer nach Europa, suchen Zuflucht. Das ist ein Ausweichen, keine Lösung. Und hier liegt das Problem. Erst 1832 kamen die Deutschen im Hambacher Fest zumindest mit ihren Forderungen den Franzosen von 1789 gleich, wenn auch wesentlich unblutiger, mit wesentlich weniger Folgen, zumindest die Farben unserer Fahne sind uns geblieben. Müssen Revolutionen also blutig sein, um viel zu ändern? Vielleicht dauert es sonst nur etwas länger, denn nach und nach kam Deutschland auch zu seiner Demokratie. Die Lösung für das Problem des Danach ist also noch nicht gefunden worden – und ich bezweifle, dass wir es je finden werden. Wichtig ist aber, dass wir unseren Blick nicht vom Krisengebieten nehmen. Was jetzt kommt, ist erst richtig interessant. Oder wie seht ihr das?

Vorschau: Lea macht nächste Woche Pause, also nehm‘ ich mal die hohen österlichen Feiertage unter die Lupe.