„Selbstbewusst den eigenen Weg gehen“ – Interview mit Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W

Frauen verändern die Wirtschaft! Das ist das Credo von PLAN W, dem Wirtschaftsmagazin für Frauen, dass Viermal jährlich mit der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint. Wie der Name bereits verrät, richtet sich die Zeitschrift an Frauen, die selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen. Gestern erschien die neuste Ausgabe von Plan W, zum Thema Mobilität. Anlass für uns mit Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W, rund um die Themen Karrierefrauen, Wirtschaft und PLAN W zu sprechen.

Face2Face: Frau Kesselring, wie kamen Sie auf die Idee ein Magazin zum Thema Frauen in der Wirtschaft zu gründen?

Kesselring: Mir ist aufgefallen, dass es kein Magazin auf dem deutschen Markt

Unsere Interviewpartnerin: Angela Kesselring, Gründerin von PLAN W (Foto: Kesselring)

gab, dass aus der Perspektive von Frauen über Wirtschaftsthemen berichtet. Dabei ist Wirtschaft doch ein wichtiges Thema, um wirklich was zu verändern. Schließlich geht es im Endeffekt oft ums Geld und die Wirtschaft ist dabei ein wichtiger Hebel. Zudem ist die Zielgruppe für ein Frauen-Wirtschaftsmagazin definitiv gegeben: Die Abonnentinnen der SZ interessieren sich fast vier Mal mehr für Wirtschaftsthemen als der Durchschnittsleser. Ihre Perspektive wollten wir erfassen.

 Face2Face: PLAN W hatte gestern ein Jubiläum und ist zum zehnten Mal erschienen. Wie wurde das Magazin bisher angenommen, welches Feedback gibt es?

Kesselring: Das Feedback ist bisher sehr positiv: Viele Leserinnen finden das Konzept innovativ und erfrischend. Wir haben eine starke Leserbindung – in Familien etwa wird das Magazin oft weitergegeben, vom Vater (!) zur Tochter – und beide ziehen einen Erkenntnisgewinn aus der Lektüre. Das freut uns natürlich sehr. Wir haben schon oft gehört, dass die Artikel in unserem Magazin den Leserinnen Mut machen, dass es Geschichten sind, die man sonst so nicht liest.

Face2Face: Sie selbst sind eine Karrierefrau: Neben PLAN W sind Sie in der Geschäftsführung der SZ Scala, dem ThinkTank der Süddeutschen Zeitung, tätig. Wie ist Ihre Meinung zum Thema Karriere. Werden Frauen benachteiligt?

Kesselring: Ich bin der Meinung, dass es derzeit noch einen Mangel an Selbstverständlichkeit bei diesem Thema gibt. Doch dahin müssen wir kommen. Es muss ganz normal sein, dass Frauen beruflich genauso durchstarten wie Männer. Das müssen wir aktiv angehen und die Rahmenbedingungen selbst ändern.

Face2Face: Welche Herausforderungen gibt es derzeit und was sollte geändert werden?

Kesselring: Es herrschen noch zu viele tradierte Verhaltensweisen in den Köpfen der Menschen vor. Das betrifft Frauen und Männer zugleich. Diese Bilder müssen geändert werden. Dieses Ziel sollten wir jedoch nicht verbissen verfolgen, sondern mit Spaß bei der Sache bleiben. Wir müssen zeigen, was beim Thema Karriere für Frauen möglich ist und wie viel bereits funktioniert. Auch das sollte uns immer bewusst sein.

Face2Face: Welche Geschichte in PLAN W hat Sie besonders beeindruckt?

Kesselring: Mich beeindruckt vor allem die Fülle an Themen, die vielen Perspektiven und Sichtweisen. Ich könnte da jetzt gar keine einzelne Geschichte hervorheben. Aber die große Vielfalt hat mich wirklich positiv überrascht und auch in dem Wissen bestätigt, dass wir gar nicht so am Anfang stehen, wie wir immer denken.  Was mich wirklich beeindruckt, ist die Offenheit unserer oft machtvollen Gesprächspartnerinnen wie Ursula von der Leyen oder Christine Lagarde. Aber auch der Mut und die Begeisterung der neuen Generation von Gründerinnen, die einfach beschließen „ich tue jetzt, was in meiner Macht steht“ und damit die Wirtschaft verändern.

Face2Face: Was würden Sie unseren jungen Leserinnen empfehlen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen?

Kesselring: Ich empfehle Ihnen in dem Bereich, der sie interessiert, nach Vorbildern zu schauen. Und wenn sie welche gefunden haben, sollen sie versuchen Kontakt zu ihnen aufzubauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So lernen sie auch Sichtweisen oder Seiten kennen, die sie vorher nicht gesehen haben und zu zeigen, was man will und kann. Es ist ein Tauschgeschäft, dass beiden Gesprächsparteien Mehrwert bieten sollte. Dazu eignen sich zum Beispiel Events.

Lust zum Stöbern? Weitere Informationen zu PLAN W – Frauen verändern die Wirtschaft findet Ihr auf der Homepage des Magazins, auf LinkedIn, Twitter oder Facebook.

Ohne Karriere? Ohne uns!

Ich weiß noch, wie mein Großvater vor mir stand, der Blick mehr sorgenvoll, als abwertend, der Mund ein bisschen spöttisch. „Das geht doch nicht, dass eine Frau Kinder hat und arbeitet. Du musst dich entscheiden!“ Ich war keine 16 und von meiner Entscheidung, ob ich Kinder haben möchte oder arbeiten oder beides oder gar nichts, meilenweit entfernt. Als ich mit 20 auf seinem Sofa saß und ihm offenbarte, dass ich schwanger war – mitten im Studium, aus einer Arbeiterfamilie stammend – ignorierte mein Opa die Frage seiner Frau, ob der Vater des Ungeborenen denn mein Ehemann würde (Spoiler: mittlerweile ist er es , aber es hat noch ein paar Jahre gedauert) und fragte stattdessen „Und was wird aus deinem Studium?“ Denn auch wenn mein Opa wusste, dass die Welt für mich einfacher gewesen wäre, wenn ich nur eines gewollt hätte, oder zumindest nicht alles auf einmal, wollte er unter allen Umständen, dass ich seine Worte von damals Lügen strafte.

Der Sinn des Lebens

Kind, Karriere, Küchenfee: Vor allem auf Frauen wächst der Druck, alles auf einmal zu sein (Foto: geralt / pixabay.de)

Mein Großvater ärgerte sich gern über die Welt und ihre Kleinigkeiten, aber er wollte, dass sie eine bessere wurde. Ich war sein einziges Enkelkind, das studiert hat – meinen Abschluss hat er nicht mehr erlebt. Er hat dabei nie von Karriere gesprochen, immer nur von arbeiten. Heute könnten wir uns gemeinsam aufregen. Kind und Karriere, die zwei Ks, die durch die Küche zur perfekten Trias werden. Und weil Karriere einen besseren Ruf als Küche hat, ist der Weg der Frau dorthin nicht leichter, aber angesehener, während die Küche für den Mann oft ein sagenumwobener Raum voll Nahrungsmittel in ihren Rohzuständen, dem brummenden Zauberkasten, der Geschirr saubermacht, und der Quelle kühler Getränke wird. Ja, ich übertreibe. Ja, ich meine es wirklich so. Karriere, das ist das neue Nirwana, der Weg der Erlösung, die vollkommene Erfüllung unseres Lebenssinns.

Karrieredämon

Der Dämon mit der Aktentasche: Karriere ist das neue Nirwana (Foto: StockSnap / pixabay.de)

So ein gequirlter Schwachsinn. Seien wir mal ehrlich: Ein großer Teil aller Arbeitnehmer steht morgens auf, reibt sich die geschwollenen Augenlider, trinkt einen Muntermacher und schleppt sich zu einer Arbeit, die ihn nicht erfüllt. Ob Karriere oder nicht. Manager leiden genauso oft am gefürchteten „Burn-out“ wie Lehrer, Berühmtheiten, Köche, Ärzte, Supermarktangestellte. Warum? Weil wir den Hals nicht voll bekommen können! Karriere machen heißt nicht, an eine Spitze gelangen, sondern immer weiter nach oben zu streben. Nicht nur eine gute Stellung haben, sondern auch gute Arbeit leisten. Mittelmäßigkeit scheint der Tod jedes Lebenssinns zu sein. Ich sehe da nur zwei Probleme: Menschen arbeiten unterschiedlich, haben unterschiedliche Stärken und darum auch unterschiedliche Mittelmäßigkeiten. Und niemand kann ständig 100 Prozent geben, nicht nur, weil er dann bald nur noch 0 Prozent Leistung hat, sondern auch, weil sonst seine Auslastung zur Norm wird. Zur Mitte, die es zu übertrumpfen gilt. Karriere, dieses toll klingende Wort, dem alle gerecht werden sollen, ist ein Dämon mit Aktenkoffer.

Die grauen Herren

Immer alles gebe? Wer immer auf 100% fährt, kommt schnell ans Ende seiner Kräfte (Foto: geralt / pixabay.de)

Mich dünkt, Michael Ende hat für Momo nicht umsonst die grauen Herren mit Zigarre und Aktenkoffer versehen. Auch wenn heute die Zigarre gegen einen Weizengrassmoothie ausgetauscht werden kann, bleibt die Botschaft bestehen. Wer immer mehr will, hat am Ende nichts mehr. Darum sehe ich auch den Begriff „Quality Time“ sehr zwiegespalten. Es ist toll und absolut wichtig, sich bewusst Zeit für sich selbst und die Familie, egal in welcher Form, zu nehmen. Das füttert unseren Akku, bringt uns zum Lachen, zum Lieben, zum Leben. Ein Schaumbad, ein Spaziergang, ein Tag im Garten und es geht uns besser. Da kommt der leise Zweifel in mir hoch, warum dann dieser Karrieretrieb, der uns so auslaugt, so viel wichtiger sein soll. Ja, es gibt Menschen, die das Glück haben, zu lieben, was sie tun. Ich liebe es zu schreiben, also gehöre ich definitiv dazu. Wenn ich damit jetzt noch meinen Lebensunterhalt bezahlen kann, ist meine Welt perfekt. Und wie teuer mein Lebensunterhalt ist, hängt von mir ab. Minimalismus ist längst Teil unseres Lebens geworden. Wir besinnen uns auf eine Umgebung, die mehr von uns hat, anstatt einfach nur „Mehr“. Warum darf das für unsere Arbeit nicht auch gelten? Egal, ob an der Kasse, auf dem Bau, beim Haareschneiden, an der Tafel oder im Büro. Weniger – und ja, das meine ich ernst – ist auch da mehr.

Eine Karrierefrau packt aus

Kinderlos, egozentrisch, kaltblütig und karrieregeil – genau das ist Constance Hahn nicht. Und trotzdem bezeichnet sich die 26-jährige Unternehmerin und Mutter einer kleinen Tochter als Karrierefrau. Wie sie sich selbst sieht, wie andere sie wahrnehmen und welche Tipps sie für angehende Karrierefrauen parat hat, verrät sie uns im Interview.

Kalt und egozentrisch: Ist das die typische Karrierefrau? (Foto: Hahn)

Kaltblütig und egozentrisch: Ist das die typische Karrierefrau? (Foto: Hahn)

Face2Face: Du bist Gründerin und Chefin einer Wirtschaftsberatung – gibt es in deinem geschäftlichen Umfeld mehr Männer oder mehr Frauen?
Constance: Die Kollegen aus meiner Branche sind hauptsächlich Männer. Meine Klientel aus der Beratung ist gemischt. Allerdings beobachte ich bei den Existenzgründungsberatungen, dass immer mehr Frauen den Mut haben sich selbstständig zu machen.

Face2Face: Was zeichnet eine „Karrierefrau“ deiner Meinung nach aus und würdest du sagen, du bist eine?
Constance: Leider ist der Begriff „Karrierefrau“ mittlerweile sehr negativ behaftet. Eine Karrierefrau wie sie sich heute die meisten vorstellen, ist kinderlos, egozentrisch, kaltblütig und karrieregeil. Aber nur weil eine Frau beruflich erfolgreich sein will, heißt es nicht, dass sie diesen charakterlich negativen Einschlag hat. Für mich zeichnet sich eine nach beruflicher Weiterentwicklung strebende Frau durch Charakterstärke, Durchhaltevermögen und Konsequenz aus. Und ja, ich würde sagen, diese Eigenschaften bringe ich definitiv mit.

Face2Face: Wieso hast du ein eigenes Unternehmen gegründet? Wie kam es dazu?
Constance: Das besondere an der von mir gegründeten Wirtschaftsberatung ist, dass wir sowohl Privatpersonen und Unternehmen als auch Existenzgründer beraten. Und das in diversen Bereichen – von der klassischen Wirtschaftsberatung, über Familienberatung bis hin zu Karriereplanung. Diese Beratungsvielfalt plus die Tatsache, dass wir keine Finanzprodukte vertreiben, fehlte bisher auf dem deutschen Markt. Das habe ich nach meinem Auslandsaufenthalt gemerkt, als ich immer wieder auf solche Dienstleistungen angesprochen wurde. Mittlerweile kann ich mit Stolz sagen, dass wir über 200 Partnern weltweit betreuen.

Face2Face: Du bist auch Mutter einer kleinen Tochter – fällt es dir schwer, Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen?
Constance: Mutter einer anderthalbjährigen Tochter zu sein, ist natürlich aufregend und macht viel Freude, ab und zu kann es aber auch mal anstrengend werden. Erst letzte Woche ist mir beim Kochen mit Kind auf dem Arm das Handy in die heiße Pfanne gefallen, als ein Kunde anrief. Aber das sind eben solche Alltagssituationen, die eine Woche später beim Plausch mit Freunden für Lacher sorgen.
Ich versuche gleichermaßen für mein Unternehmen, meine Klienten und meine Tochter da zu sein. Am Wochenende zum Beispiel ist mein Handy aus und ich bin nur für Familie und meinen Sport da – alles nur eine Frage der Einstellung und des Zeitmanagements. Wenn es zeitlich dann doch mal kritisch wird, kann ich auf die Unterstützung meiner Nanny zählen. Sie kümmert sich wundervoll um meine Tochter und den Haushalt und ich kann ihr zu 100 % vertrauen.

Karrierefrau und Mutter: Constance Hahn (Foto: Hahn)

Karrierefrau und Mutter: Constance Hahn (Foto: Hahn)

Face2Face: Mit welchen Vorurteilen hast du als Unternehmenschefin und Mutter zu kämpfen? Wie reagierst du auf negative Kommentare?
Constance: Die ersten Worte, die ersten Schritte – als ich Mutter wurde, hat mir eine Bekannte vorgehalten, dass ich durch meinen Job die Entwicklung meiner Tochter verpassen würde. Aber nur weil man arbeitet, heißt es nicht, dass man eine schlechte Mutter ist. Arbeiten ist anspruchsvoll, Mutter sein ist anspruchsvoll – beides zusammen ist am anspruchsvollsten. Vor allem wenn man ein Unternehmen leitet und Mutter ist, muss man eben manchmal die Augen zu machen und weiterkämpfen. Auch ich hatte den ein oder anderen Rückschlag. Immer wieder gibt es Dinge, die nicht so funktionieren wie ich es gerne hätte.
Es wird immer Menschen geben, die Vorurteile haben. Wenn ich mir alle Vorurteile zu Herzen nehmen würde, könnte ich mich unter der Bettdecke verkriechen und einfach gar nichts mehr machen, aber selbst dann würden die Leute reden, also ist mein Tipp: immer locker bleiben.

Face2Face: Zurück zum Geschäft: Ihr bietet auch Karriereberatung an. An wen richtet sich dieses Angebot?
Constance: Mit der Karriereberatung wollen wir vor allem junge Menschen bis 30 Jahre ansprechen. Egal ob es um die Wahl des richtigen Studiums oder des Berufes geht oder auch um den Start in die Selbstständigkeit – wir möchten junge Menschen bei ihrem beruflichen Werdegang unterstützen. Menschen mit klaren beruflichen Zielen kommen schneller weiter und das schaffen sie am besten mit einem kompetenten Ansprechpartner an ihrer Seite. Wir arbeiten mit vielen großen Unternehmen zusammen, sodass wir schön häufiger ein Plätzchen für junge, engagierte und motivierte Menschen gefunden haben beziehungsweise sie dabei unterstützen konnten, sich mit Ihrem eigenen Unternehmen am Markt zu etablieren. Um junge Menschen zu erreichen, sind wir nicht nur auf Gründermessen in ganz Deutschland unterwegs, sondern auch Kooperationspartner der Gründerwoche Deutschland, die jedes Jahr bundesweit stattfindet.

Face2Face: Wie unterscheiden sich weibliche und männliche Beratungssuchende?
Constance: Männliche Klienten sind meist sehr rational. Hier steht der finanzielle Aspekt im Vordergrund sowie das schnelle Vorankommen auf der Karriereleiter. Weibliche Beratungssuchende sind dagegen sehr emotional in ihren Entscheidungen. Sie denken an viele Aspekte, zum Beispiel auch an die Work-Life-Balance. Außerdem denken sie eher sicherheitsorientiert, sind oft gut strukturiert und wollen ihre Wünsche zeitnah umsetzen.

Face2Face: Gibt es einen Rat, den du allen jungen Menschen, die sich mit der Planung ihrer Karriere auseinandersetzen, mit auf den Weg geben kannst?
Constance: Macht euch Gedanken, wie ihre euer Ziel erreichen wollt. Um Rückschläge besser zu verkraften, macht Plan A und B.
Wichtig ist, niemals seine Persönlichkeit zu vergessen. Wer nicht gerne delegiert, ist in einem Angestelltenverhältnis vielleicht genau richtig aufgehoben. Lasst euch von niemandem einreden wie ihr am besten sein sollt. Wichtig ist, dass IHR mit eurem beruflichen Alltag zufrieden seid, denn das ist das, was ihr jeden Tag macht.

Herr Leistungsdruck

Ein Gang über den Campus mit Herrn Leistungsdruck.

Der Uni-Klinkerboden klinkert unter unseren Sohlen, ein Banner lädt zu einem Campus-Gespräch mit Harald Schmidt ein, über Medien und Träume. Anmeldung bis übermorgen. Ich tippe automatisiert die Uhrzeit in mein Handy, wohl wissend, dass ich mich nie anmelden werde. Ich bin mir nicht mal mehr sicher, ob ich Harald Schmidt irgendwann mal mochte.

Neben mir reden zwei Mädchen über den ECTS-Transfer von Deutschland nach England. Eine geht nach Brighton studieren. Na dann, viel Glück und Goodbye!

Zwei Veranstaltungseinladungen blinken bei Facebook auf, ich lese den Beschreibungstext nicht, klicke auf: Vielleicht. Wie immer, wenn ich auf Facebook irgendwo eingeladen werde. Ich sage „vielleicht“ und gehe dann nicht hin. Meist will irgendwer, dass ich zu einer Podiumsdiskussion über Verstädterung und Post-Ökofeminismus komme, oder über politischen Veganismus und Sex. Der ganze Kram also, der mir das chronische Gefühl gibt, unengagiert zu sein. Es gäbe so viel, über das man weiter nachdenken könnte, sagt Herr Leistungsdruck. Könnte, sage ich.

Das schlechte Gewissen ist in der Uni zuhause, es beginnt mit den verschmähten Flyerverteilern am Unieingang, geht über nicht gelesene Seminartexte und endet im Bus zum Bahnhof, in dem Kommilitonen Campus-Wissen absorbieren, während ich wie ein erhängter Affe aus dem Busfenster starre.

Seit ich studiere, bin ich sicher: Könnte man Herrn Leistungsdruck sehen, wäre er so ein neoliberaler, selbstzufriedener Bachelor-Student von 21 Jahren. Ein moderner Performer. So ein gelockter Typ, der Medien, Wirtschaft und Philosophie studiert und auf Rollschuhen zwischen Vorlesung, Harald Schmidt und Peace-Performance-AG hin- und herfährt. Ein Typ, bei dem sogar Rollschuhe cool wirken und der der Grund ist, dass Rollschuhe für Männer bald wieder modern sein werden. Wartet es ab.

Herr Leistungsdruck läuft mit aufrechten Schultern und gesunder Uni-Fit-Muskulatur neben mir her und gibt mir das Gefühl ein Schluck Wasser in der Kurve zu sein. Bin ich ja auch.

Er lächelt wie ein junger Marketingassistent und hält mir hintenherum eine Pistole in den Rücken. Er sagt: Hey Mädchen, ich bin dein Berater. Du bist meine Geisel. Alles ist nur zu deinem Besten. You don’t imagine who you could be, if you just work harder girlllll….

Er macht mir verständlich, dass er möchte, dass ich mich anpreise, dass ich die Welt überzeuge von meinem Können. Von meiner geilen Wettbewerbsfähigkeit. Meinen Hard-Skills. Meinen Softskills. Meinen starken Synapsen. Meiner Sozialkompetenz. Meinem Egoismus. Meinem Liebreiz. Meiner Attraktivität, meiner Weiblichkeit. Meiner Männlichkeit, meiner Androgynität, und meiner Fähigkeit die Beckenbodenmuskulatur anzuspannen und die Zähne aufeinanderzubeißen, bis es leise quietscht.

Herr Leistungsdruck liest die Campus-Aushänge sorgfältig und zeigt auf fast alles drauf. Überall soll ich hin. Hat der ne Macke? Ein Plakat lädt mich zur Karrieremesse für junge SozialwissenschaftlerInnen ein. Das Plakat ist sepia und verspricht eine angegilbte Zukunft, die aussieht wie die Vergangenheit meiner Großmutter. Na danke. Ein anderes Plakat rühmt sich, eine Lösung für die Wohnungsknappheit zu haben, indem es mir ein Studentenzimmer für 380 Euro in einem neuen Gebäudekomplex anbietet, weil nur dort das Studentenleben richtig losgeht. Ich will aber, dass es endet denke ich mir. „Gemütliches Lernen“ steht da. Von ihrem Küchentisch aus lachen zwei hellhaarige Studentinnen mir entgegen. Die eine isst einen Apfel, die andere markiert einen Text. Es ist ihr erstes Shooting. Sie sind jetzt Models. Die haben bestimmt keine Probleme mit dem gemütlichen Lernen, nur mit dem Denken, denke ich mir gehässig.

Die riesige Wand mit den Plakaten verschwimmt vor meinen Augen. Wohnungsanzeigen, Tandem-Kurse, Skifreizeiten, Nebenjobs, Sex-Anfragen. „Jonglage. Trainieren sie ihr Gleichgewicht.“ Herr Leistungsdruck ist übermotiviert, will dass ich alles besuche. Zeigt wahllos in die Menge der Anzeigen, wie eine Maschine, die kaputt gegangen ist und surrt dabei bedenklich. Seine Drähte sind kurzgeschlossen, er hat sich selbst aufgehängt. Eine kleine Explosion, ein Seufzen und dann geht er aus. Für ein paar Stunden. Endlich. Er sieht fast niedlich aus, wenn er so inaktiv am Boden liegt. Leider habe ich aber keine Zeit auf ihn zu warten. Baby, ich muss weg. Ich muss mich selbst optimieren gehen!

Du Arbeit, ich Kinder?

Ich Kinder, du Arbeit? Leider oft Alltag (©Wilhelmine Wulff / pixelio.de)

Ich Kinder, du Arbeit? Leider oft Alltag (©Wilhelmine Wulff / pixelio.de)

Neulich las ich in „Papa kann auch stillen“ von einem Paar, das von sich behauptet, alles gerecht zu teilen. Kindererziehung, Hausarbeit, Geldverdienen. Mit einem 50/50-Prinzip, dass offensichtlich beide zufrieden macht. Und ich kam ins Grübeln. Denn mal abgesehen davon, dass 50/50 mit kleinem Kind eben oft heißt, dass beide nur Teilzeit arbeiten, im besten Fall also eine dreiviertel Stelle haben, und so der Lebensunterhalt eine Rechenaufgabe wird, ist Gleichberechtigung in der Partnerschaft deutscher Haushalte eben selten 50/50.

Noch immer gehen die meisten Frauen, egal wie gut und erfolgreich sie gelernt haben, nach der Geburt des Kindes in Elternzeit. Männer nehmen oft nur die zwei sogenannten Vätermonate in Anspruch, wenn überhaupt. Dann geht die Familie nochmal genüsslich in Ferien, oder der Mann geht ein lang geplantes Projekt an. Von wegen Vätermonate. Und selbst wenn die Elternzeit nur ein Jahr dauert, reicht das, um das System, „du Haus, ich Arbeit“ in den Alltag einziehen zu lassen. Die Frau ist ja ohnehin zu Hause. Und das Kind läuft doch nebenher oder, wie schon unsere Großväter schunkelten „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“.

Geteilte Arbeit: Heißt auch mehr Zeit für sich (© Cornelia Menichelli / pixelio.de)

Geteilte Arbeit: Heißt auch mehr Zeit für sich (© Cornelia Menichelli / pixelio.de)

Dass das nicht stimmt, weiß jeder, der wirklich mal mit einem kleinen Kind zu Hause war. Neulich waren meine beiden jüngsten krank und ich war stolz wie selten, als ich es endlich geschafft hatte ein Fach der Spülmaschine auszuräumen. An dem Tag, als ich nach der Geburt meines Sohnes endlich wieder an die Uni gegangen bin, hat mein Mann nach zwei Stunden angerufen und lauthals gefleht, ich solle wieder kommen. Ja, der zweite Tag war schon viel besser und er hat es richtig genossen, Zeit mit dem Kind zu verbringen. Ordentlicher wurde es in unserer Wohnung nicht. Und ja, meine Kinder sind nicht immer krank. Trotzdem ist das frühzeitige Ausräumen der Spülmaschine zwischen Kindern, Arbeit, Promotion und Ich-selbst-sein immer noch die Kür.

50/50 ist eine tolle Sache, wenn das Paar es sich leisten kann und beide bereit sind, dafür einzustehen. Mein Mann und ich bewegen uns etwa auf 60/40, an einem guten Tag. Schon allein, weil er eben die Vollzeitstelle hat und ich (auch) von zu Hause aus arbeiten kann. Das ist schwierig, denn von zu Hause aus zu arbeiten sieht für Außenstehende oft wie Freizeit aus. Doch Freizeittechnisch sind wir dann wieder sehr gleichberechtigt, bei maximal 1% pro Tag.

Viel Wert! Von Familienzeit profitiert jeder (©Rolf Handke / pixelio.de)

Viel Wert! Von Familienzeit profitiert jeder (©Rolf Handke / pixelio.de)

Viel wichtiger als das „wir teilen uns alles“ ist doch das „bei uns hat alles den gleichen Wert“. Wenn eine Beziehung es schafft, Hausarbeit, Kindererziehung und Heimarbeit einem täglichen Brotverdienst den gleichen Wert zuzuschreiben, dann fühlt sich auch keiner zurückgedrängt oder unten an gestellt. Und damit das in allen Beziehungen funktioniert, muss dieser Gedanke auch Eingang in unsere Gesellschaft finden. Nein, ich will nicht, dass Frauen nur noch zu Hause bleiben – um Gottes willen. Und dass das Betreuungsgeld keine Wahl ermöglicht, sondern eine klare Tendenz hat, weil Familien statt Geld für einen KiTa-Platz zu bezahlen auch noch welches bekommen, wenn sie keinen nehmen, ist ein erschreckendes Zeichen der Familienpolitik unseres Landes.

Vielmehr möchte ich noch einmal auf die Idee von Teilzeit/Teilzeit zurück. Paare, bei denen beide Teilzeit arbeiten gehen und beide gleichermaßen Kindererziehung und Haushalt teilen, das wären in meinen Augen glückliche Familien, in denen Mama noch Frau und erfolgreich sein kann und Papa nicht nur der neue Kaffeetrinker am Sonntagstisch ist. „Ohana“ heißt es im Disney-Film Lilo und Stitch „heißt Familie, Familie heißt, alle halten zusammen.“ Und wirklich zusammenhalten können wir nur, wenn Frau und Mann in einer Beziehung wie in der Gesellschaft nicht nur gleiche Rechte haben, sondern auch den gleichen Wert. Wenn Kindererziehung ebenso angesehen ist, wie die tägliche Arbeit. Wenn das Ausräumen der Spülmaschine so wichtig ist, wie die Aufgabe vom Chef.

Träumen wir nicht, dieser Tag ist noch nicht erreicht. Aber wir können aufschreien und etwas ändern. Bevor wir im Kreislauf der Rollenmodelle gänzlich gefangen sind. 50/50 kann funktionieren, wenn wir es wollen. Und ich jedenfalls will.

Vorschau: Nächste Woche lässt sich Anne hier über Hipster aus.

Trennung auf Zeit – Kindergarten mit eins

Muttersein: Schön und schwierig (©Hannelore Louis / pixelio.de)

Muttersein: Schön und schwierig (©Hannelore Louis / pixelio.de)

Es ist nicht leicht, eine gute Mutter zu sein. Da ist man hin und her gerissen zwischen Pflichterfüllung, Mutterliebe und dem Wunsch nach einer eigenen Karriere. Noch immer sehen viele Frauen in der Mutterwerdung gleichzeitig ein Ende der beruflichen Wünsche. Pustekuchen, sage ich. Ja, es geht nicht immer, aber wer Glück hat und sich seiner Sache sicher ist, findet einen Weg. So konnte ich auch meine Tochter nach dem Mutterschutz, sprich mit zwei Monaten, einfach mit zur Arbeit nehmen und später, mit einem halben Jahr, auch mit in meine Seminare. Mein Chef war sogar begeistert und nun, da sie nicht mehr mitkommt, wird sie regelrecht vermisst.

Doch eine Einjährige hat andere Ansprüche, die sich eben nicht darauf beziehen, eine Stunde lang im Kinderwagen zu schlummern oder an einer Brezel zu lutschen. Nein, sie will spielen und die Welt erfahren. Toll ist es, wenn ich daran teilhaben kann. Toll ist es, dass sie mir jeden Tag zeigt, wie sehr sie mir vertraut. Toll ist es aber auch, wenn ich jetzt bei der Arbeit wieder die Hände frei habe und meine Tochter in guten Händen weiß, bis ich selbst wieder bei ihr bin.

Abschied? Ein paar Stunden ohne Mama können auch gut tun (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Abschied? Ein paar Stunden ohne Mama können auch gut tun (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Nein, es ist nicht selbstverständlich sein Kind mit einem Jahr in eine Kindertagesstätte zu geben. Trotz gesetzlich garantiertem Platz. Erst kürzlich hat mir eine Bekannte, die im Alter meiner Mutter ist, im Zug erklärt, dass sie glaubt, den Kindern geht dann etwas in der Entwicklung verloren. Und wieder: Pustekuchen! Wer einmal gesehen hat, wie Kinder – auch Einjährige – miteinander spielen und die Welt erfahren, der weiß, dass Erwachsene da oft eine untergeordnete Rolle spielen. Die sind dann nur noch da, um aufzupassen, dass sich niemand im Eifer des Gefechts den Kopf einrennt. Da wird miteinander gelacht, gefühlt, gefasst und voneinander gelernt. Auf eine Art und Weise, wie ein Erwachsener – auch eine Mutter – das nie könnte. Allein zu sehen, wie mein Sohn (5) mit seiner Schwester spielt, beweist mir, dass die Nähe zu anderen Kindern sich auf meine Tochter positiv auswirken kann.

Kann, denn sie muss es natürlich nicht. Wenn das Miteinander in der KiTa stimmt, gibt es noch unzählige Faktoren, die wichtig sind. Die Erzieherinnen beispielsweise müssen auf Eltern und Kinder eingehen (können). In unserer Einrichtung habe ich die Erfahrung vom Kindergartenleben meines Sohnes, der jetzt in die Schule kommt und weiß, das funktioniert da. Aber am allerwichtigsten ist, dass Betreuung nicht am Kindergartentor anfängt und aufhört. Auch wer arbeiten geht muss nach Geschäftsschluss die Elternrolle weiterführen. Ein Arbeitstag ist stressig, ein Kindergartentag ob man‘s glaubt oder nicht auch. Gemeinsame Auszeiten stärken die Bindung zu den Eltern und schaffen Raum auch am Feierabend noch zusammen viel zu erleben und Familie zu sein. Das brauchen übrigens nicht nur Einjährige.

Miteinander: Nach der KiTa ist viel gemeinsame Zeit für alle wichtig (Foto: Obermann)

Miteinander: Nach der KiTa ist viel gemeinsame Zeit für alle wichtig (Foto: Obermann)

Ich habe den Vorteil, das ich meine Tochter nur die halbe Woche in die KiTa bringen muss, die anderen Tage bin ich zu hause und kann mich um sie kümmern. Gerade diese Zeiten müssen umso mehr genutzt werden. Wer weiß, wie schnell sie lieber in der KiTa bei ihren Freunden ist, als zu hause bei Mama. Das wird nicht leicht werden, denn, seien wir mal ehrlich, mindestens so schwer wie den Kleinen die Entwöhnung von Mama fällt, fällt Mama die Entwöhnung von den Kleinen (Papa übrigens auch). Meine Mutter berichtet mir immer wieder von dem kleinen Stich im Herzen, als ich an meinem ersten Kindergartentag wie selbstverständlich „Tschüs“ sagte und spielen ging, ohne mir Sorgen zu machen. Ein Kind, das weint, weil es die Eltern nicht gehen lassen will, ist aber nicht leichter zurück zu lassen. Je kleiner das Kind, desto komplizierter wird die ganze Angelegenheit dann auch noch. Zu Hause zu bleiben und Betreuungsgeld zu kassieren ist dabei, meiner Meinung nach, eine denkbar schlechte Alternative. Mal davon abgesehen, dass ich für einen KiTa Platz für eine Einjährige zahlen muss, aber Betreuungsgeld bekäme, bliebe ich zuhause, was eindeutig die Mütter unserer Tage in eine gewisse Richtung drängt, ist die Selbstständigkeit, die ich mir als Frau bewahre, unbezahlbar. Das klingt kalt und unmütterlich? Im Gegenteil! Ich zeige meinen Kindern damit, dass Familie und Beruf sehr wohl zu vereinbaren sind, dass kleine Kinder kein Karrierehindernis sind, dass sie ohne mich klar kommen, schon jetzt ein bisschen und später noch mehr. Ich zeige ihnen täglich, dass ich sie liebe, wenn wir zu hause spielen, vorlesen, knuddeln und wir uns nach einem Kindergartentag wieder in die Arme schließen. Eigentlich bereite ich meine Kinder so auf die Welt vor, in einer möglichst besten Weise. Und am schwersten, das weiß ich schon jetzt, wird es mir fallen, später los zu lassen, nicht ihnen jetzt.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha hier, wie er in der Smartphone-Welt gelandet ist.

Karrieresprungbrett Youtube

Lifestyle... sind ihre Themen: Youtuberin Mrs Sissi

Produkttests, Beauty und Lifestyle sind ihre Themen: Youtuberin Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

46 Abonnenten, 19 Videos – Mrs Sissi steht mit ihrem Youtube-Kanal noch ganz am Anfang. Doch die 25-Jährige will hoch hinaus. Eines Tages nur noch Videos zu produzieren und davon leben zu können, das ist ihr größter Traum. Face2Face sprach mit der ehrgeizigen Youtuberin über ihre bisherigen Erfolge und ihre nächsten Ziele.

Face2Face: Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deinem Video-Blog?
Mrs Sissi: Ich gebe Schmink- und Frisurentipps, teste Produkte, teile mit den Zuschauern Erfahrungen, beispielsweise über Fehlkäufe, und stelle neue Produkte vor.

Face2Face: Wann und wie kamst du auf die Idee, einen Videoblog via Youtube zu machen?
Mrs Sissi: Ich habe durch Zufall ein lustiges Schminkvideo entdeckt und daraufhin angefangen, mich durch sämtliche Youtube-Videos zu klicken und fand das echt toll. Als ich mir eine neue Shampoo-Serie gekauft habe, kam ich dann auf die Idee, nach zwei Wochen ein Video über meine Erfahrungen zu drehen. Die Resonanz auf dieses Video war sehr positiv, obwohl ich schrecklich aufgeregt war. Da es mir aber auch sehr viel Spaß gemacht hat, habe ich mir weitere Themen gesucht und weiter gedreht.

Face2Face: Wieso hast du deinen Videoblog „Mrs Sissis Beautyblog“ getauft?
Mrs Sissi: Ich liebe Sissi, die Kaiserin, und der Name hat sich als mein Spitzname inzwischen durchgesetzt, sodass ich das kurzerhand als meinen Kanalnamen eingesetzt habe. Ich liebe den Namen Sissi und da es in meinen Videos um Beauty und Lifestyle geht, passt die Bezeichnung „Beautyblog“ ja perfekt. Das „Mrs“ ist ganz zum Schluss dazu gekommen und hat den Kanalnamen dann komplett gemacht.

Face2Face: Was war dein bisher größtes Erfolgserlebnis mit Youtube?
Mrs Sissi: Am meisten freue ich mich über die sehr positive Resonanz in Form von Nachrichten und Lob meiner Zuschauer.

Face2Face: Hast du schon einmal negative Kommentare bekommen? Wie gehst du damit um?
Mrs Sissi: Nein, bis jetzt noch nicht. Die Reaktionen waren bisher wirklich positiv. Ich glaube es käme darauf an, in welche Richtung ein negativer Kommentar geht. Für konstruktive Kritik bin ich offen, aber auf Beleidigungen oder Ähnliches wüsste ich nicht, wie ich reagieren würde. Da es bei den Videos die Möglichkeit gibt, es negativ oder positiv zu bewerten, ziehen es viele Zuschauer vor, das Video negativ zu bewerten anstatt negativ zu kommentieren.

Ansehnlich: Unter anderem zeigt Mrs Sissi in einem Video eine Flechtfrisur (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Ansehnlich: In einem ihrer Videos zeigt Mrs Sissi in eine Flechtfrisur (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Face2Face: Könntest du dir vorstellen mit Youtube erfolgreich zu werden, wie etwa Michelle Phan, eines Tages nur noch Videos zu produzieren und davon leben zu können?
Mrs Sissi: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Sein Hobby zum Beruf zu machen, ist toll. Und da es im Bereich Lifestyle und Co. sehr viele Möglichkeiten gibt, geht uns Youtubern der Stoff für neue Videoideen so schnell nicht aus.

Face2Face: Was hältst du von Youtube generell? Denkst du, es kann als Karrieresprungbrett dienen?
Mrs Sissi: Youtube ist toll! Ich selbst nutze es für vieles. Neben Schminktipps oder Ähnlichem kann ich viel über bestimmte Computerprogramme lernen, zum Beispiel über imovie, mit dem ich meine Videos schneide. Das erleichtert so viel. Ich glaube schon, dass Youtube als Karrieresprungbrett dienen kann. Ein Youtuber erreicht viele Zuschauer durch seine Videos. Bestimmt sind einige Marketing-Experten im Netz unterwegs, um Werbegesichter zu finden, was sich wiederum sehr positiv auf die Karriere auswirken kann.

Face2Face: Holst du dir selbst Inspiration auf Youtube?
Mrs Sissi: Oh ja! Sehr oft. Ich selbst habe einige Kanäle abonniert und freue mich immer, wenn neue Produkte vorgestellt werden oder es ein neues Make Up-Tutorial gibt. Auch die H&M-, Primark- und DM-Shopping Hauls verleiten mich oft zum shoppen und die Tipps sind wirklich sehr hilfreich.

Face2Face: Was möchtest du mit deinem Youtube-Kanal erreichen?
Mrs Sissi: Ich war so oft einkaufen und habe mir danach zuhause gedacht, dass ich gerne jedem erzählen möchte, welche schönen Sachen ich ergattert habe oder wo es die tollsten Schnäppchen gibt. Auch als ich selbst noch jünger war, wäre ich wirklich dankbar für die vielen Tipps gewesen, die ich heute anderen geben kann. Ich möchte möglichst viele Menschen erreichen, um meine Erfahrungen zu teilen und Anregungen und Tipps geben zu können.

Möchte mit ihrem Beautyblog hoch hinaus: Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Möchte mit ihrem Beautyblog hoch hinaus: Mrs Sissi (Foto: MrsSissisBeautyblog)

Face2Face: Hast du Tipps für andere Youtuber parat?
Mrs Sissi: Ja, viel Text und Links in der sogenannten Infobox der Beschreibung des Videos platzieren. So haben die Zuschauer die Möglichkeit auf Homepages und Produktseiten schneller zugreifen zu können. Auch die Verbreitung über soziale Netzwerke, wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. ist toll, um die ersten Videos in Umlauf zu bringen. Außerdem rate ich dazu, an Unterhaltungen der Zuschauer in den Kommentaren der Videos teilzunehmen, oder wenn es Videowünsche von Zuschauern gibt, diese, wenn möglich, umzusetzen.

Face2Face: Was ist dein Thema für das nächste Video? Worauf dürfen wir uns freuen?
Mrs Sissi: Da ich keinen festen Video-Plan habe, sondern meistens spontan entscheide, was sich am besten eignet, ist es schwierig, ein Thema anzukündigen. Ich habe mir aber vorgenommen im kommenden Video einen Shopping Haul oder eine Badezimmer-Tour zu drehen.

Kontaktdaten Mrs Sissis Beautyblog:
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Vorschau: Nächsten Dienstag berichtet die Panorama-Redaktion über den Christopher Street Day in Mannheim.

Info: Das Gewinnspiel, bei dem ihr eine Autogrammkarte mit persönlicher Widmung von Model Samantha Stone ergattern könnt, wird bis einschließlich Freitag, 16. August verlängert. Teilnahmebedingungen lest ihr HIER.