Sport im Winter – so schützt ihr euch in der kalten Jahreszeit

Der Winter naht und mit ihm Kälte, Schnee und Dunkelheit. Für viele ein Grund das Sportprogramm einzustellen oder nach drinnen zu verlagern. Doch das muss nicht sein: Auch im Winter brauchen wir sportliche Betätigung – gerade im Hinblick auf den kommenden Festschmaus aus Gänsebraten, Plätzchen und Glühwein. Zudem schüttet Sport das Glückshormon Serotonin aus, welches grade in der dunklen Jahreszeit Depressionen vorbeugt. Und Sport im Freien hilft unserem Körper beim bilden von Vitamin D, was unser Immunsystem stärkt und vor Erkältungen schützt. Also nichts wie raus – aber mit der richtigen Vorbereitung.

Schichtenlook beim Sport im Freien

Eisige Kälte: Da hilft Funktionskleidung in mehreren Schichten beim Sport an der frischen Luft. (Foto: Möller)

Gerade bei Kälte spielt die Kleidung beim Sport im Freien eine entscheidende Rolle. Sie sollte nicht zu dick sein, denn sonst schwitzt man zu schnell, was die Erkältungsgefahr erhöht. Beim Rausgehen sollte man eher frieren und erst nach einigen Minuten warm bekommen. Zudem ist es empfehlenswert Funktionskleidung zu benutzen die Feuchtigkeit nach außen abgibt und Reflektorstreifen hat, damit Auto- und Radfahrer Jogger in der Dunkelheit nicht übersehen. Baumwollkleidung ist eher schlecht geeignet, sie saugt sich voll Schweiß und der Körper friert dann schnell. Mehrere Lagen an Kleidung sind übrigens super, da sich die Wärme dann zwischen den Schichten sammeln kann. Auch Handschuhe und Mütze sind unbedingt zu empfehlen, schließlich sollen auch Hände und Ohren – die eher schlecht durchblutet sind – schön warm bleiben.

Bei Kälte: Aufwärmen!

Nicht einfach losrennen: Vor dem Sport im Winter ist ein Aufwärmprogramm unverzichtbar (Foto: Möller)

Ohne Aufwärmprogramm loszurennen oder mit Höchstgeschwindigkeit loszuradeln birgt eine hohe Verletzungsgefahr. Gerade bei Kälte müssen Sehnen und Bänder ausreichend aufgewärmt werden zum Beispiel durch ein Dehnprogramm in dem die Hacken Richtung Po gezogen werden oder ein Läufer sich vor eine Wand stellt und die Fußspitze hochzieht und dagegen stellt. Danach sollten Sportbegeisterte auch nicht gleich losspurten sondern erst einmal langsam lostraben um sich an die Temperatur zu gewöhnen. Grundsätzlich solltet Ihr bei Kälte nicht durch den Mund sondern die Nase zu atmen um ein Schmerzen der Atemwege durch diese Kälte zu vermeiden. Die Nase hingegen wirkt wie ein Filter und wärmt und feuchtet die Luft an bevor die in die Lunge und die Atemwege gelangen.

Eine Erkältung vermeiden

Da direkt nach dem Sport die Erkältungsgefahr am größten ist, sollten Läufer nachdem sie ihr Programm beendet haben sofort ins Warme gehen und sich warm duschen. Wer verschwitzt in der Kälte stehen bleibt um beispielsweise noch einige Minuten mit dem Trainingspartner zu quatschen, riskiert eine böse Erkältung. Bei Eisglätte hilft übrigens noch nicht einmal gutes Profil: Um Verletzungen zu vermeiden sollten Jogger und Fahrradfahrer lieber auf den Sport im Freien verzichten und auf Gymnastik oder den Hometrainer zurück greifen.

Winter sei Dank

Winterliebe? Die Hände können sich über eisige Temperaturen auch freuen (©sassi / pixelio.de)

Winterliebe? Die Hände können sich über eisige Temperaturen auch freuen (©sassi / pixelio.de)

Es ist Winter. Unübersehbar. Auf den Straßen werden morgens erst einmal die Autoscheiben freigekratzt, die Schulkinder sind eingepackt, als wollten sie zur Schule rollen und meine Finger stecken in wunderbar wärmenden Handschuhen, wenn ich morgens auf den Zug zur Uni warte. Das Problem dabei ist erst seit ein paar Jahren aktuell. Denn mit wunderbar wärmenden Handschuhen lassen sich die Mobiltelefone mit dem fragwürdigen Titel Smartphone einfach nicht bedienen. Und da die neusten Modelle im Schnitt noch vier Knöpfe haben, von denen zwei die Lautstärke regeln, sind die Nutzungsmöglichkeiten eines solchen Gerätes im Winter einfach eingeschränkt.

Momentchen mal, denken sich die Informierten. Da gibt es doch mittlerweile Stifte für die tastempfindliche Oberfläche, gewiefte Handschuhe, die eine Eingabe möglich machen und gleichzeitig die Finger wärmen. Gibt es alles, hat aber eben doch nur eine Minderheit. So ein Stiftchen habe ich tatsächlich auch, doch so akkurat lässt sich das mit wunderbar wärmenden Handschuhen nicht mehr führen. Dauernd tippe ich daneben, es rutscht weg und schließlich landet es doch wieder in der Tasche.

Kälteschutz: Das Mobiltelefon einfach mal in der Tasche lassen (© Espressolia / pixelio.de)

Kälteschutz: Das Mobiltelefon einfach mal in der Tasche lassen (© Espressolia / pixelio.de)

Da bleibt mir also nur, einen Handschuh abzustreifen, möglichst schnell bitte, wenn gerade mein Mann, meine Mutter oder der Kindergarten anruft. Kaum habe ich meinen Handschuh wieder an kommt eine dringende Mail vom Chef, die dank des Allzeit-Bereit-Drucks, die das angeblich so smarte Phone versprüht, sofort gelesen werden will. Meine Hand weiß schon nicht mehr, ob sie eigentliche noch friert. Wenn ich schon einmal dabei bin, lese ich noch schnell die aktuellen Tagesnachrichten und meine Hand wird langsam blau.

So könnte es ausgehen. Muss es aber nicht. Stattdessen stelle ich das Gerät auf lautlos und genieße die paar mobiltelefonfreien Minuten, ehe der Zug einfährt. Da kommt man auf ganz außergewöhnliche Ideen. Was man zum Beispiel an Weihnachten alles verschenken will, ob das Toilettenpapier über die Feiertage reicht und wie der Film nochmal hieß, in den ich letzten zufällig reingeschaut habe. Zeit, plötzlich habe ich Zeit, echte Zeit. Minuten sogar. Minuten zum Denken, zum Sammeln, zum Besinnen. So ohne Mobiltelefon freuen sich meine Hände einer ungeahnten Wärme und ich mich einem Moment ohne Stress.

Nicht nur meine Finger profitieren also, mein ganzer Geist entspannt sich und bald freue ich mich direkt auf die paar Minuten, ehe der Zug einfährt. Wie eine eisige Insel stehen sie in meinem Tagesplan. Mein Akku hält plötzlich länger und länger, denn ich finde auch unter dem Tag auf einmal Zeit, das Ding wegzulegen, dass unsere Gesellschaft zu einer Sklavenmeute der digitalen Erreichbarkeit macht. Lautlos, einfach mal lautlos lassen, wirklich wichtiges geht dabei nicht unter, statt dessen gewinnt es an Bedeutung. Der Winter mit seiner Kälte zeigt, dass er durchaus einen Plan hat. Die Menschen weg von den Mobiltelefonen zu bringen, hin zu sich selbst.

Vorschau: Alexandra schreibt nächste Woche über die immer noch schlimme Diskriminierung von Singles in der Weihnachtszeit.

Mit dem Winter auf Kriegsfuß

Schneebedeckte Winterlandschaft

Kalt: Für manchen ist solch eine Winterlandschaft nur ein Graus (Foto: C. Gartner)

„Leise rieselt der Schnee …“ – das bedeutet für viele romantische Winterstimmung. Verschneite Landschaften, glitzernder Schnee im Wald, alles sieht aus, als wäre es gezuckert. Da wird einem gleich warm ums Herz.

Leider bin ich in diesem Punkt ein echter Miesepeter. Ich kann der ganzen Winterromantik beileibe nichts abgewinnen, für mich sind Frost und Schnee nur eines: Ein lästiges Übel, das es zu überstehen gilt. Am schönsten wäre es doch, Winterschlaf zu halten, so ginge man der Kälte elegant aus dem Weg.

Ich finde diese Kühltruhen-Atmosphäre überhaupt nicht prickelnd, immerzu friert man, auch ein dicker Pullover ändert daran nichts. Im Sommer kann es mir fast nicht zu warm werden, je mediterraner das Wetter, desto schöner. Dementsprechend habe ich meine Probleme, wenn die Witterung der entgegengesetzten Himmelsrichtung entspricht. Skandinavische Bedingungen lassen mich im wahrsten Sinne des Wortes erschaudern.

Denn neben der Kälte heißt Winter auch: wenig oder gar keine Sonne. Wenn es denn schon kalt sein muss, in Ordnung. Aber kaum dass ich an das Dauergrau der letzten Jahre denke, schon fällt die Stimmung endgültig in den Keller.

Sobald dann noch eine kräftige Schneefront durchzieht und die gesamten Straßen unter einem dicken Schneegrab verschwinden, hat der Winter seinen Höhe- oder besser Tiefpunkt erreicht. Man kommt nur noch schwer vorwärts, endlich sind sich Auto- und Radfahrer einmal einig: Schnee stresst. Und selbst diejenigen, die auf die Öffentlichen umsteigen, verfluchen den Winter bald. Verspätungen en masse, verstopfte U-Bahnen und der Mitreisende, der freundlicherweise, ohne eine Hand vorzuhalten, hustend Viren und Bazillen unter seinen Mitmenschen großzügig verteilt. Da kommt Freude auf.

Als aktiver Radsportler bin ich dann gleich doppelt gestraft. Das Training gestaltet sich als besonders schwierig. Meistens steht Laufen auf dem Programm, wobei es mich auch da oft genug auf die Schnauze haut, wenn ich mal wieder eine Eisfläche unter dem Schnee übersehen habe. Ansonsten Rollen-Training, also Radfahren drinnen. Nichts ist schlimmer als „Indoor-Cycling“, ich bewundere diejenigen, die sich das regelmäßig im Fitness-Studio antun können.

Schnee am Monte Baldo

Ungemütlich: So präsentierte sich der Monte Baldo am Gardasee Ende April (Foto: Resch)

So bleibt mir nur, zu hoffen dass der Winter nicht allzu lange dauert. Dann kann ich wenigsten bei uns in München wieder normal mit dem Rennrad fahren. Mit Pässe-Touren dauert es ohnehin noch länger, denn im Gebirge ist der Winter bekanntermaßen noch hartnäckiger als im Flachland. Ich erinnere mich noch an mein Trainingslager dieses Jahr am Nordufer des Gardasees. Obwohl es schon Ende April war, durfte ich mich am Monte Baldo über schmierige Straßen und Schneewände am Wegesrand freuen. Selbst das Murmeltier, das mir an jenem Tag begegnet war, schien sagen zu wollen: „Hab ich mich denn im Kalender geirrt? Der Winterschlaf ist vorbei und da ist ja immer noch Schnee!“

Nun ja, es hilft alles Jammern nichts. Wie jedes Jahr heißt es, durchhalten, der nächste Sommer kommt bestimmt, er muss es einfach. Und im Endeffekt ist es ja bloß gerecht, dass es nicht nur Sommer gibt, auch diejenigen, die den Winter lieben, sollten auf ihre Kosten kommen dürfen. Ihnen sei die Freude vergönnt, so wie wir Sommerfreunde uns an den warmen Temperaturen im August laben dürfen.

Vorschau: Was es mit Smartphones im Winter auf sich hat und warum die kalte Jahreszeit unseren Fingern eigentlich ganz gut tut – Eva wird es nächste Woche verraten.

Drei Tipps und Tricks bei kalten Füßen und Händen

Schützen vor Kälte: Lange Handschuhe und hohe Schuhe (Foto: Möller)

Es ist Winter, draußen ist es windig und furchtbar kalt. Am liebsten würde man sich in seinem Bett verkriechen oder sich immer in der Nähe der Heizung aufhalten. Doch trotz Kälte und Wind, irgendwann muss jeder die warme Wohnung verlassen um zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen zu gehen.  Mantel, Schal, Handschuhe und Mütze sollen dabei helfen, nicht zu sehr zu frieren.  Trotzdem passiert es sehr oft, dass am Ende des Weges die Hände und Füße eiskalt sind.  Was ihr dagegen tun könnt? Diese drei einfachen Tricks können helfen:

1. Gut geplant ist halb gewonnen

Einfache Handwärmer, die es in jedem 1-Euro- Laden gibt, kaufen. Die helfen nicht nur wenn man schon mitten im tiefsten Winterchaos ist, sondern können schon vorher wahre Wunder vollbringen. Die Handwärmer einfach  vor dem Verlassen der Wohnung aktivieren und in die Handschuhe beziehungsweise die Schuhe stecken. Diese werden dann vorgewärmt und so kühlen Hände und Füße nicht so schnell aus. Alternativ kann man die Handschuhe auch auf die Heizung legen, um sie dort aufzuwärmen. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Handschuhe nicht zu lange dort liegen, sonst besteht die Gefahr, dass sie zu warm werden und anschmoren

2. Bewegen!

Wer einfach nur in der Kälte rumsteht, kühlt schnell aus. Deshalb sollte man immer in Bewegung bleiben, das gilt auch für Hände und Füße. Während dem Gehen einfach die Hände zu Fäusten ballen, wieder loslassen und dann wieder ballen – das fördert die Blutzirkulation und lässt die Hände schnell wärmer werden. Das gleiche kann man natürlich auch mit den Zehen machen, um warme Füße zu bekommen; nur sollte man hierbei darauf achten nicht vor lauter Zehen ballen über die eigenen Füße zu stolpern.

3. Auf die Länge kommt es an

Lange Handschuhe und hohe Schuhe benutzen. Je länger die Handschuhe desto besser, denn lange Handschuhe schützen nicht nur den Puls, sodass dieser nicht so schnell auskühlt, sondern ihr Ende wird meist auch vom Ärmel der Winterjacke verdeckt, sodass der Wind keine Angriffsfläche zwischen Handschuhabschluss und Jackenanfang findet. Das gleiche gilt auch für hohe Schuhe, deren Ende vom Hosensaum verdeckt wird. So hat der kalte Wind keine Chance.

Vorschau: Nächste Woche zeigen wir euch wie man ganz einfach schöne Geschenke selber macht.

Knusper, Knusper, Knäuschen

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Plakate für die Weihnachtsmärkte mehren sich und die Regale der Kaufhäuser zeigen seit Monaten Lebkuchen, Spekulatius und Gebäckfeinheiten. Ist es da nicht Zeit, den Ofen anzuschmeißen und eine Ladung auf eigene Faust zu backen?
Was sagt ihr? Arbeit, Dreck, Mühe, wo es doch viel einfacher geht? Aber andererseits … Gibt es nicht auch Einiges, was fürs Selbstbacken spricht? Hier findet ihr fünf gute Gründe.

Winterzeit ist Plätzchenzeit: Ab in die Weihnachtsbäckerei (Foto: Lehr)

Zum Ersten: die Tradition. Letzten Freitag war es soweit, und ich wusste nichts davon. Meine Mutter hatte mich morgens abgeholt, damit wir meinen Sohn in den Kindergarten bringen sollten. Doch danach setzte sie mich nicht etwa wieder zu Hause ab, sondern fuhr zu meiner Großmutter. In manchen Situationen ist es besser, nicht so genau nachzufragen, also wartete ich erst mal ab. Meine Oma war schon kräftig am Backen und stach gerade eine Ladung Kokoskringel aus. „Sollen wir die jetzt zuerst backen oder Spritzgebäck machen“, fragte mich meine Mutter aus heiterem Himmel. Ich zuckte mit den Schultern und verkniff mit das „Macht doch, was ihr wollt“, als sie schon ausholte: „Na, wegen dir machen wir doch heute Spritzgebäck.“ Gut zu wissen. Also durfte meine Oma sich mal hinsetzten und ausruhen und meine Mutter weihte mich ein, wie man Spritzgebäck durch den Fleischwolf dreht und richtig portioniert und hübsch angerichtet ausbackt. Ein Gebäck, das seit ich denken kann von unserer Familie gegessen wird und obwohl ich wusste, dass der Fleischwolf da irgendwie seine Zähne mit drin hat, hatte ich es noch nie zuvor gemacht. Letztes Jahr hat meine Oma allen ihren Enkeln ein Weihnachtsbackbuch geschenkt mit ihren eigenen Rezepten. Familiengeheimnis sozusagen, und so was muss doch ausgenutzt werden. Also: Ran an den Herd.

Grund Nummer Zwei: die Zutaten. Mal ehrlich, ich will nicht wissen, was die lieben Backfirmen in die Kekse, die zu Weihnachten in die Regale kommen so alles reinmischen. Irgendwelche Geschmacksverstärker, Zusatzstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel, und, und, und. Alles Dinge, die nicht so wirklich gut für unsere Körper sind. Wenn ich aber selbst Mehl, Zucker, Nüsse, Eier und Zitronenschale vermische, das Mehl und die Eier vielleicht sogar vom Bauer, die Nüsse aus dem Garten meiner Oma und die Zitrone vom Bäumchen meiner Mama wären, dann gäbe es gar keine Bedenken mehr. Und etwas reduzieren lässt sich das Unwissen über unser Essen auch dann, wenn ich die Zutaten nicht aus dem eigenen Anbau habe, aber selbst vermenge.
Grund Drei: der Spaß. Freud sei Dank. Er hat uns beigebracht, dass wir uns nicht schämen müssen, wenn wir mit Freude im Teig herumkneten, mit Matsch spielen oder die Knete zerquetschen, selbst wenn der innere Trieb wohl etwas ganz anderes zerkneten will, was so gar nicht appetitlich ist. Meine Mutter will immer jeden Teig mit ihrem Thermomix vorkneten, weil sie die Handarbeit nicht mag. Ich aber finde es wirklich toll, mal so richtig Kind sein zu dürfen, und einfach nur zu matschen. Vor allem, wenn dabei so was Leckeres rauskommt.

Selbstgemacht: Kein Gebäck ist leckerer (Foto: Lehr)

Vierter Grund: der Teig. Als mein Freund und ichgerade zusammengezogen waren, und ich das erste Mal für uns Weihnachtsgebäck machen wollte, tat er, was alle gerne tun. Er naschte Teig. Mal hier ein bisschen, mal da, mal von meinen Fingern, mal aus der Schüssel, mit Löffel, mit Teigschaber, mit allem, was dazugehört. Ich bin mir nicht mal mehr sicher, ob er mehr Teig vorher schon genascht hatte, als ich später als Kekse auf dem Blech liegen hatte. Die Strafe kam auf dem Fuß, die nächsten drei Tage wollte er kein Plätzchen anrühren, er hatte verdientes, kolossales Weihnachtsbauchweh. Die Masse macht‘s nun mal, aber so ein bisschen Teig naschen, da ein wenig, dort eine Ecke, wer kann dem schon widerstehen. Mein Verlobter hat sich schließlich erholt und wartet jedes Jahr drängelnd, bis ich sein Lieblingsgebäck, die Muscheln meiner Oma mache – die stehen in keinem Backbuch.

Und schließlich last, but not least: der Duft. Eigentlich gehört der Geschmack auch dazu, denn gekauftes Gebäck schmeckt immer gleich, selbst gemachtes schmeckt in Nuancen. Doch der Duft, der Duft von frischgebackenem Gebäck in der Wohnung, der ist einmalig. Er deckt alles zu, sofort wird die Welt weihnachtlich, werden die Lichter heller, die Sterne klarer. Und er macht satt. So schwer und süß, wie er ist, riech ich mich jedes Mal daran satt. Als würde es nicht schon reichen, dass ich in jedem Gebäck die Arbeit sehe, die darin steckt, die Zutaten, aus denen es geworden ist. Selbstgemachte Plätzchen werden die gedankenlos gegessen. Sie machen Freude, schon beim Zubereiten. Und Weihnachten fängt für mich erst an, wenn ich mein Gebäck gebacken habe.

 

Vorschau: Lea schreibt nächste Woche über Veränderungen und das Flügge werden.

Fünf Tipps gegen Blasenentzündung

Klirrende Kälte: Der Winter naht und mit ihm die Zeit der Blasenentzündungen (© Mika Abey / pixelio.de)

Ein brennender Schmerz beim Wasserlassen, unerträgliche Unterleibskrämpfe und ständiger Harndrang – das alles können Symptome einer Blasenentzündung sein. Die im Fachjargon auch als Zystitis bezeichnete Blasenentzündung wird meist von Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase gelangen. Wegen ihrer kürzeren Harnröhre sind Frauen öfter betroffen als Männer.

 Recherchiert man ein wenig im Internet, entdeckt man haarsträubende Berichte von Betroffenen, die jahrelang an chronischer Blasenentzündung leiden und weder ein noch aus wissen. Hat die Krankheit einen mal so im Griff, dass man sich nicht mehr vor die Tür traut – aus Angst zu starker Kälte ausgesetzt zu sein – oder tunlichst Geschlechtsverkehr vermeidet, weil die Vermutung naheliegt, dass die immer wiederkehrende Infektion damit zusammenhängt, sind die folgenden Tipps selbstverständlich hinfällig beziehungsweise nur am Rande hilfreich. In derartigen Fällen sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

 Wer jedoch einmal im Jahr oder seltener an einer Blasenentzündung erkrankt, kann sich durch die folgende Tipps&Tricks-Liste einfach mal durchprobieren. Sie enthält die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel gegen Blasenentzündung.

1. Woher die Bakterien kommen können und wie man das verhindern kann
Die Blasenentzündung-auslösenden Bakterien können unter anderem vom Darm her kommen – daher gilt beim Abwischen nach dem Toilettengang und auch beim Waschen der Geschlechtsorgane: immer von vorne nach hinten wischen, um Schmierinfektionen zu vermeiden. Allgemein sollten die Geschlechtsorgane nicht ständig und vor allem nicht mit Seife gewaschen werden, da diese den natürlich Säureschutzmantel der Haut zerstört. Spezielle Intimwaschlotionen gibt es in jedem Drogeriemarkt. Ein pH-Wert von vier ist hierbei optimal.
Aber auch ein Zusammenhang der Infektion mit dem Geschlechtsverkehr kann möglich sein, sodass die Bakterien von der Scheide in die Harnröhre wandern. Bei Benutzung eines Kondoms ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion geringer. Es kann aber zusätzlich hilfreich sein vor und nach dem Geschlechtsverkehr Wasser zu lassen.

2. Warm, wärmer, am wärmsten
Der Unterleib sollte in jedem Fall warm gehalten werden. Hierbei behilflich sein können natürlich Decken, aber auch die altbekannt Wärmflasche. Diese sollte – vor allem nach dem Wasserlassen – zwischen die Beine gelegt werden.

Hilft auf natürliche Weise gegen Blasenentzündung: Tee (© Cornelia Menichelli / pixelio.de)

3. Das richtige Getränk – und viel davon
Damit die Bakterien aus der Blase geschwemmt werden können, ist es notwendig so viel wie möglich zu trinken – zwei Liter am Tag sind Minimum. Am besten geeignet sind Blasen- und Nierentees, speziell Bärentraubenblättertee, da seine Inhaltsstoffe, nämlich Arbutin und die Gerbstoffe, antibakteriell wirken. Bevor man sich jedoch mit dem Tee selbst therapiert, sollte die Packungsbeilage aufmerksam gelesen werden. So sollte die Anwendung beispielsweise nicht länger als eine Woche dauern. Zudem wird die Einnahme des Tees für Schwangere und Kleinkinder nicht empfohlen.
Wer die Wirkstoffe der Bärentraubenblätter lieber in Pillenform zu sich nimmt, kann sich in der Apotheke „Cystinol akut“-Dragees besorgen. Die übliche Dosis für Erwachsene und Heranwachsende ab zwölf Jahren entspricht dreimal täglich zwei Tabletten. Auch hier gilt: Packungsbeilage sorgfältig lesen!

4. Die richtige Ernährung macht´s
Aufgrund ihrer schleimhautreizenden Eigenschaft sollte zumindest während einer akuten Blasenentzündung auf Alkohol, Kaffee und scharfe Gewürze verzichtet werden. Zur Besserung beitragen können basenbildende Lebensmittel, wie beispielsweise Gemüse, Obst, Kartoffel und Blattsalat. Da Blasenentzündungen häufig dann auftreten, wenn das Immunsystem geschwächt ist, sollte auch eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr gewährleistet sein.

5. Zur Vorbeugung: Cranberrysaft
Eine rein pflanzliche Alternative zum Antibiotikum gibt es nicht? Falsch. Mit unserer heimischen Preiselbeere verwandt, wirkt die Cranberry vorbeugend bei Blasen- und Harnwegsentzündungen. Und das funktioniert so: Die Bakterien haben kleine Fäden, die sie dafür nutzen sich an der Blasenwand festzusetzen. Die Wirkstoffe der Cranberry jedoch legen sich wie ein Schleimfilm über die Bakterien, sodass diese sich nicht mehr ansiedeln können und ausgeschwemmt werden. Eine 2001 im „British Medical Journal“ veröffentlichte finnische Studie beweist: Die Zahl der Harnwegsinfektionen bei weiblichen Testpersonen war um über die Hälfte, nämlich 56 % geringer, wenn diese regelmäßig Cranberrystaft konsumierten. Cranberrys gibt es auch in Form von Kapseln oder Pulver.

Vorschau: Nächsten Sonntag gibt´s den nächsten Teil der Traumberufeserie. Diesmal erzählt uns eine Feng Shui-Beraterin was an ihrem Job so traumhaft ist und gibt nützliche Tipps für alle, die es ihr gleichtun wollen.

„Wir bedanken uns für Ihre Fahrt mit der deutschen Bahn…“

„And I think to myself, what a wonderful world“, singe ich in meinem Kopf, um meine Wut eindämmen zu können. Wobei dieses Lied eher ironisch in dieser Situation zu verstehen ist. Denn wenn ihr am Bahnhof steht und auf euren Zug wartet, der mit 10-minütiger Verspätung angesagt wird, dann doch ausfällt (was bedeutet, ihr steht noch einmal fast 20 Minuten in der Kälte), ärgert man sich zwar, aber es gibt deutlich Schlimmeres. Wie zum Beispiel, dass man beim Umsteigen das gleiche Spiel noch einmal erlebt. Ja, und genau das passiert gerade JETZT!

 Während ich heute Morgen beim Aufstehen die Hoffnung hatte, es könnte alles glatt gehen und ich würde wirklich „nur“ eine Stunde zu Uni brauchen, muss ich nun – alles andere als begeistert – feststellen, dass dem nicht so ist. Es ist kalt, es schneit und es ist früh am Morgen. Ich schaue mich um. Nein, leider niemand da, den ich kenne. Ich muss also weiterhin „Wonderful world“ von Louis Armstrong laut in meinem Kopf singen, damit ich nicht gleich meine Contenance verliere. Das wollen wir ja schließlich auch nicht!

 Und vielleicht singe ich angesichts der nassen Kälte lieber „Wenn jetzt Sommer wär“ von Pohlmann, dann wird mir vielleicht auch wärmer. Also wechsle ich die CD in meinem Kopf und trällere dort das besagte Sommerlied. Ich bilde mir sogar ein, dass es schon ein bisschen wärmer wird! Als allerdings die Ansage gemacht wird, dass auch die nächste Bahn 10 Minuten Verspätung hat, ist mir schlagartig wieder kalt. Ich habe noch nicht einmal die Hälfte der eigentlichen Strecke gepackt und eigentlich sollte ich jetzt schon längst da sein.

 „Das gibt’s doch nicht“, höre ich ein Mädchen wütend sagen. „Wie soll ich jetzt rechtzeitig zu meiner Klausur kommen?! Da fährt man schon früher los und dann so was!“ Tja, wenn man sich mal auf die Bahn verlässt, ist man verlassen… naja, trifft nicht immer zu, aber irgendwie haben die immer wieder Probleme mit der Pünktlichkeit. Dabei gilt das doch als eine der deutschen Eigenschaften, für die man uns doch so lobt: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Aber es muss ja auch ab und an mal ein paar schwarze Schafe geben – Bahnstreiks hin oder her.

 Jetzt ist mir nicht mehr nach Pohlmann! Und während ich überlege, was ich nun singe, um meine Laune nicht weiter gen Gefrierpunkt sinken zu lassen, sehe ich, wie ein älterer Herr die Hände faltet und zu beten anfängt. In einer Sprache, die ich nicht ganz verstehe. Ich hoffe, er schließt in sein Gebet auch diesen elenden verspäteten Zug ein!

 „Meine Damen und Herren auf Gleis 3 fährt nun der verspätete Zug nach Homburg ein. Bitte Vorsicht bei der Einfahrt“, dröhnt es nach einer gefühlten Ewigkeit über das Gleis. Wunder geschehen scheinbar doch immer wieder – juhu! Meine Freude währt aber nicht lange, denn als die S-Bahn langsam zum Stehen kommt, bleibt mir fast die Luft weg. „Scheiße“, höre ich neben mir einen Jungen sagen. Der Zug ist propenvoll; kaum noch Platz für weitere Fahrgäste. Prompt fallen mir die Songzeilen von Glashaus ein: „Und wenn wir das hier überleben, dann fehlt nichts mehr zum Beweis, dass wir alles überstehen können…“ Wenn auch sehr melodramatisch, passt es doch irgendwie.

Die Türen gehen auf, ein paar Menschen steigen aus und eine Masse neuer Menschen drängt nach drinnen. Die Scheiben sind angelaufen und ich schaffe es gerade so, mich hineinzuzwängen. Neben mir ein Mann mit Wanderausrüstung. Toll, wahrscheinlich ist heute Morgen auch der ganze Pfälzerwald-Verein unterwegs.

 Es geht los. Vier Stationen bis ich wieder aussteigen kann und sich die Türen öffnen und schließen. Menschen ein- und aussteigen und sich gerne noch manch einer mit einem Fahrrad zu uns gequetscht hätte. Den müssen wir leider zurücklassen – nicht aus Boshaftigkeit, wir sind sogar noch ein wenig zusammengerutscht, sondern aus Platzmangel. Lautes Fluchen, Schimpfwörter und erzürnte Gesichter. Manchmal fällt auch eine Drohung. Tja, herzlich Willkommen im wirklichen Leben…

 Mir kommt es vor, als würden wir Ewigkeiten brauchen. Doch irgendwann ertönt wieder die metallene Stimme und ich weiß, dass ich gleich da bin. Ich stehe auf und stelle mich auf den Gang. Der Zug bremst leicht. Die Dame vor mir mit ihrem Gehwägelchen schwankt gefährlich. Oh weh, hoffentlich kann sie sich festhalten. Der Zug bremst abermals, dieses Mal etwas stärker. Die Dame und ihr Gehwägelchen schwanken gefährlich. Oh, oh…

 Und bevor ich noch irgendetwas anderes denken kann, bremst der Zug so stark ab, dass ein Ruck durch das Abteil geht, alle sich irgendwo festhalten, um nicht umzufallen. Nur die Dame vor mir schafft es nicht. Sie schwankt, dreht sich irgendwie mit ihrem Gehwägelchen in meine Richtung und fällt halbwegs. Ich versuche, sie abzufangen, schaffe es aber nicht, weil der Zug zum Stehen kommt und wieder ein Ruckeln das Abteil ergreift. Mir gelingt es irgendwie, mit der Dame auf dem Boden zu landen. Das Wägelchen zwischen uns. Aua!

 Spanische Wörter hageln auf mich ein wie Donnerschläge. Ich verstehe kein Wort, merke nur, dass die Dame sauer ist – und zwar auf mich! Dabei wollte ich ihr nur helfen…

 Die metallene Stimme über mir ertönt wieder: „Wir bedanken uns für ihre Fahrt mit der Deutschen Bahn!“ Das ist jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint! Ich rappele mich auf. Mit hochrotem Kopf. Meine Reizschwelle ist deutlich gesunken. Mir ist zum Schreien zumute. „Alles in Ordnung?“, fragt ein Mädchen.

 Und alles, was mir nach diesem Höllenritt einfällt, ist Alanis Morissette: „Isn’t it ironic, don’t you think? A little too ironic… and, yeah, I really do think…“.

 In diesem Sinne: Starke Nerven – gerade jetzt – für all die Bahnfahrer unter euch

Vorschau: Bei Eva dreht sich das nächste Mal alles um das Thema Fasching und warum sie den Gruppenzwang, sich schon im Kindergarten zu verkleiden, furchtbar findet.