„Ich möchte schöne Momente schenken“

Mit ihrer Musik verwandeln sie die grauen Straßen in andere Welten und schenken den Zuhörern gute Laune: Straßenmusiker. Sie lassen die Orte, an denen sie spielen, gleich viel freundlicher wirken. Erlebt man ein solches Gefühl, dann ist es ein Moment, der einem eine schöne Erinnerung schenkt, ganz egal ob im Urlaub oder in der Heimatstadt. Einer dieser Musiker ist der Italiener Niki La Rosa. Im römischen Ort Trastevere spielt er oft zusammen mit Musikerkollegen in mitten der Piazza. Mit eigenen Songs schenkt der Sänger nicht nur den Touristen schöne Erinnerungen. Face2Face-Redakteurin Vanessa war für euch mit ihm im Interview.

Geboren wurde der Sohn eines Italieners und einer Schottin in Glasgow. Seine Kindheit verbrachte er im italienischen Livorno, wo er bereits mit zehn Jahren zur Gitarre griff und schnell begann eigene Lieder zu schreiben. Am liebsten verbringt der Musiker seine Zeit auf den Straßen von London, Rom, Lucca oder Livorno. 2013 nahm er sein drittes Album London Journey auf, das dieses Jahr erschienen ist

Dolce Vita: Zusammen mit seinen Musikerkollegen erzeugt Niki la Rosa (mitte) auf der Piazza Urlaubsstimmung.(Foto: V.Wahlig)

Dolce Vita: Zusammen mit seinen Musikerkollegen erzeugt Niki la Rosa (mitte) auf der Piazza Urlaubsstimmung (Foto: V.Wahlig)

Face2Face: Wann hast du angefangen Musik zu machen? Und warum?

Niki La Rosa: Ich habe dank meines Vaters angefangen Gitarre zu spielen. Er hatte eine zuhause und brachte mir die ersten Akkorde bei. Eine starke Anziehung zur Musik zu spüren, bringt dich dazu lange Zeit mit deinem Instrument zu verbringen. Du suchst dann nach Melodien und Akkorden, das hat mich stark bewegt. Ich bin nämlich in der Tat ein Autodidakt.

Face2Face: Du machst auch Straßenmusik. Was gefällt dir daran?

Niki La Rosa: Auf der Straße zu spielen ist wunderbar, es ist wie in einem Freilichttheater. Die Personen, die stehen bleiben, um zuzuhören, sind die, denen gefällt, was du da gerade machst. Das erzeugt dann eine wunderbare Stille und eine unglaubliche Zuneigung. Mich erreichen viele Nachrichten, in denen sich Leute bedanken, die im Urlaub waren und mich bei ihren Besichtigungen spielen gehört haben. Da ist eben diese Überraschung, wenn du eine Stadt besichtigt und nicht erwartest ein Konzert zu hören. Ich glaube, die Gefühle, die dabei aufkommen, sind dann noch viel stärker. Daher spiele ich oft an Orten, an denen Touristen sind und die Lust haben schöne Momente zu erleben.

Face2Face: Wie beschreibst du deine Musik? Was ist deiner Meinung nach besonders?

Niki La Rosa: Meine Musik ist meine Musik. Sie besteht aus Erlebten, ist wahr und einfach. Sie erzählt die Seelenzustände, die ich lebe. Ich bin ein Romantiker und das ist es, was den Leuten bewusst wird. Ich kopiere niemanden, meine Musik ist meine Wahrheit. Da ist mein Herz, die einzige Sicherheit, die ich habe.

Face2Face: Deine CD heißt London Journey. Was verbindest du mit London und den Liedern auf der CD?

Niki La Rosa:  Meine CD heißt London Journey, weil ich oft nach London reise. 2011 habe ich für einige Zeit dort gelebt. Es war eine unglaubliche Erfahrung. Außerdem sind viele Lieder einem Mädchen gewidmet, das ich dort getroffen habe.

Face2Face: Gibt es einen Musiker, mit dem du gerne mal ein Lied aufnehmen würdest? Wer ist dein musikalisches Vorbild?

Niki La Rosa: Der letzte Künstler, in den ich mich künstlerisch „verliebt“ habe, ist John Mayer. In der Tat gibt es viele Gemeinsamkeiten mit ihm. Es würde mir sehr gefallen ihn zu treffen. Er ist ein Künstler, den ich sehr schätze.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr an dieser Stelle den dritten Teil unserer Reihe Artist to watch.

Für unsere italienischen Leser haben wir das Interview hier auch nochmal in Originalsprache:

Face2Face: Quando hai cominciato a fare musica? E perché?

Niki La Rosa: Ho iniziato a suonare la chitarra grazie a mio padre che portò una chitarra in casa e mi insegnò i primi accordi. Sentiì un’attrazione forte verso la musica, infatti iniziai a stare ad ore sullo stumento cercando melodie e accordo, sono infatti un’autodidatta. Mi emozionava tanto.

Face2Face: Tu fai anche la musica a strada. Cosa ti piace a fare musica in questo modo?

Niki La Rosa: Suonare per la strada è bellissimo, è come essere in un teatro all’aperto. Chi si ferma ad ascoltare sono persone a cui veramente piace quello che stai facendo, quindi si crea un silenzio meraviglioso ed un’empatia incredibili. Mi arrivano tantissimi messaggi di ringraziamento da persone che erano in vacanza e ci hanno sentito per caso passando da dove stavamo suonando. C’è la sorpresa, entrano in contatto con te camminando per strada e non si aspettano di sentire un concerto, quindi l’emozione è ancor più grande penso. Poi spesso suono dove ci sono i turisti che essendo in vacanza hanno più voglia di passare dei bei momenti.

Face2Face: Come descrivi tua musica? Che cosa è speciale secondo te?

Niki La Rosa:La mia musica è la mia musica, è scritta su emozioni vissute, è veritiera, semplice. Racconto gli stati d’animo che vivo. Sono un romantico e questa cosa le persone la avvertono. Non copio nessuno, la mia musica è fedele a me stesso. C’è il mio cuore, è l’unica certezza che ho.

Face2Face: Tuo cd si chiama London Journey, cosa colleghi con London e i canzoni della cd?

Niki La Rosa: Il disco si chiama London Journey perchè vado spesso a Londra e nel 2011 ho vissuto per un po‘ la e ho fatto un’esperienza incredibile. Poi molte canzoni sono dedicate ad una ragazza che incontrai laggiù.

Face2Face: C´è un musicista con cui vuole fare una canzone? Chi è tuo esempio musicale?

Niki La Rosa: L’ultimo artista di cui mi sono „innamorato“ artisticamente è John Mayer. Tanti infatti denotano una certa somiglianza con lui. Mi piacerebbe tanto incontrarlo. E‘ un’artista che stimo molto

Stephanie Neigel – Sängerin mit viel Gefühl

Am 5. November war die Singer/Songwriterin Stephanie Neigel für ein Konzert zu Gast in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen. Volker Engelberth am Piano, Alex Merzkirch am Bass, Thomas Sauerborn an den Drums und Philipp Brämswig an der Gitarre begleiteten die sympathische Sängerin bei ihrem über 90-minütigen Konzert auf der Bühne des gemütlichen Gewölbekellers. Die Zuhörer durften sich über eine Mischung aus Jazz und Pop freuen. Höhepunkt des Abends war die gefühlvolle Ballade „The Book“. Über diesen Song und über ihren ganz persönlichen Musikgeschmack haben wir mit der 29-Jährigen gesprochen.

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie fandest du dein Konzert in Frankfurt?

Stephanie: Sehr schön. Wir hatten viel Spaß. Es war ein sehr nettes Publikum hier. Alle haben super mitgesungen und mitgeklatscht. Das erwartet man überhaupt nicht direkt. Da freut man sich immer, wenn das passiert, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Face2Face: Wie kamst du überhaupt zur Musik?

Stephanie: Ich glaube eher, dass die Musik zu mir kam. Meine Mama hat mir erzählt, dass ich als Baby nur eingeschlafen bin, wenn sie mir vorgesungen hat. Ich habe von Anfang an schon so eine große Affinität für Stimme und Klang gehabt. Wenn ich dann später auf Konzerten war, war das für mich einfach das Größte. Das war wirklich so eine beeindruckende Welt, Musik zu hören, die mir gefällt, und nachzusingen. Die Musik war einfach schon immer da.

Face2Face: Was zeichnet dein aktuelles Album „Capture Time“ aus?

Stephanie: Es klingt sehr akustisch, sehr bandsoundmäßig. Es sind alles echte Instrumente, die gespielt wurden. Wenn ich mir das Album manchmal anhöre, dann habe ich immer noch ziemlich viel Spaß. Dann sehe ich immer noch die groovende Band und freue mich einfach über gute, im Moment gemachte Musik. Die meisten Songs sind im letzten Jahr entstanden. Konkret daran gearbeitet haben wir ein Jahr.

Face2Face: „The Book“ ist eine sehr berührende Ballade. Worum geht’s und wie ist der Song entstanden?

Stephanie: „The Book“ ist an einem Tag entstanden, als ich auf einer Wiese saß und im Sonnenschein in den Himmel geguckt habe. Es war ein warmer, schöner Sommer. Ich saß da zwar alleine, aber ich habe mich gefragt, wie ist das mit dem Leben? Ist vielleicht einfach alles schon vorbestimmt oder ist alles komplett frei und wir sind wie Teilchen, die ganz zufällig aneinanderstoßen und wieder woanders hingestoßen werden wie Billardkugeln. Oder ist im Prinzip schon alles geschrieben und ich kann mir nur wünschen, dass ich mit gewissen Menschen noch lange in dieser Story verbunden sein werde? Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt die letzte Seite aufschlagen würde, wenn ich wissen könnte, was noch alles kommt. Das waren meine Gedanken und die habe ich dann aufgeschrieben. Ich hatte auch schon eine Melodie und Akkorde im Kopf.

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Was inspiriert dich im Allgemeinen zu deinen Songs?

Stephanie: Das kann ein Moment auf der Wiese sein, wo ich mich kurz frage, was hat das Leben mit mir gemacht, dass ich jetzt hier sitze. Es kann aber auch die schlaflose Nacht sein. Es können sehr persönliche Momente oder allgemeine Fragen sein, ganz banale Dinge. Ich plane das nicht. Das kommt mir einfach in den Kopf und wenn ein Thema stark genug in meinem Kopf ist, dann will es auch raus als Songtext.

Face2Face: Was hörst du selbst am liebsten für Musik?

Stephanie: Neulich hatte ich eine Amy Winehouse-Phase und habe eine Woche lang alles ausgecheckt, weil ich sie so beeindruckend fand und weil ich ganz viele Hintergrundinfos durch den Film, der jetzt gerade im Kino gelaufen ist, kennengelernt habe. Manchmal gibt es aber auch Phasen, da höre ich ganz alte Jazzladies. Auch höre ich John Mayer oder mal wieder was ganz Aktuelles, was vielleicht ein bisschen elektronisch ist. Immer wieder höre ich Joni Mitchell. Sie ist für mich eine sehr inspirierende Frau.

Face2Face: Hast du schon Pläne für 2016?

Stephanie: Nächstes Jahr im Frühling geht es weiter mit Konzerten durch ganz Deutschland. Vorher stehen noch ein paar Kooperationen an. Ich spiele mal wieder zusammen mit dem Jazzmusiker Daniel Stelter und dem Gitarristen und Sänger Kosho. Mit dem Frauen-a-capella-Quartett Les Brünettes bin ich auch immer viel unterwegs. Und dann bin ich jetzt so langsam am Planen, wie das nächste Album klingen kann. Ich bin schon ein bisschen am Schreiben.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Stephanie Neigel.

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel zu Red Bull Flying Bach zu lesen.

Paradise Valley–Das neue John Mayer Album

John Mayer, hierzulande wohl eher bekannt als Herzensbrecher von Hollywood Starlets wie Jessica Simpson oder Jennifer Love Hewitt, hat sein sechstes Album herausgebracht. Es trägt den epischen Namen „Paradise Valley“ und kommt ruhiger daher als Mayers vorherige Alben.

Der Name ist Programm. Schon das Cover zeigt Mayer selbst, nebst schwarzem Labrador in einem Feld stehend, dahinter eine weite, bergige Landschaft. Mayer blickt nachdenklich in die Ferne und trägt ein Cowboy Outfit. Man könnte vermuten, das Bild stelle Mayers persönliches „Paradise Valley“ dar. Ein bisschen wolkig ist es da, aber das passt zum amerikanischen Staat Montana, in den Mayer kürzlich gezogen ist und wo er sich anscheinend sehr wohl fühlt. Hier sind die Songs für das Album entstanden und das erklärt auch, warum Alles etwas countrylastiger und ruhiger, ja sogar nachdenklicher klingt.

Braucht nur seine Gitarre: John Mayer (© Thomas Siepmann  / pixelio.de)

Alles was John Mayer braucht: Seine Gitarre(© Thomas Siepmann / pixelio.de)

Der siebenfache Grammy Gewinner wird in Deutschland noch etwas unterschätzt, doch auch auf diesem Album zeigt er, was er an der Gitarre kann. Er kombiniert Blues, Rock, Country und Pop und schreibt dazu noch gute Texte. Bereits der Eröffnungssong „Wildfire“ verbindet eingängige Texte mit musikalischem Können. „Dear Marie“ ist ein sympathischer Song über eine verflossene Jugendliebe. Selbst ein Herzensbrecher wie Mayer scheint sich noch an seine ersten Liebschaften zu erinnern. Der nachfolgende Song „Waiting on the day“ ist eher unauffällig, je länger man jedoch das Album hört, verspürt man ein Verlangen nach Lagerfeuer, Marshmellows und Geschichten erzählen. „Paper doll“ – ob es nun für Countrypoppüppchen Taylor Swift geschrieben ist, mit der sich Mayer auch mal vergnügt hat, oder nicht, erfahren wir wohl nicht so schnell. Es lässt sich auf jeden Fall dank des Refrains mit Ohrwurmcharakter sehr gut anhören.

Es folgt das Cover „Call me the breeze“ von Blues Legende JJ Cale, mit dem Mayer zeigt, dass Country nicht nur das Pendant zum deutschen Schlager ist. Nein, bei Mayer klingt Country sogar ziemlich modern und animiert zum Grooven. Es scheint eine Eigenart Mayers zu sein, seine aktuellen Freundinnen – vorausgesetzt sie können einigermaßen singen– auf seinen Alben zu verewigen. Bei „Battle Studios“ gab sich Taylor Swift die Ehre, auf „Paradise Valley“ ist es Mayers aktuelle Freundin Katy Perry, die mitträllert. „Who you love“ ist kein typisches Liebeslied, aber genau das macht den Song aus. Beide singen über Mayers Unbeständigkeit und darüber, dass sie eigentlich gar nicht damit gerechnet haben, sich zu treffen. Das Überraschungsmoment des Songs ist Katy Perry. Ihre Stimme klingt ungewohnt erwachsen und so gar nicht nach „I kissed a girl“. Vielleicht sollte sie weniger schreien und mehr singen, denn das klingt richtig gut, vor allem in Kombination mit ihrem möglicherweise bald Verlobten.

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw  / pixelio.de)

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw / pixelio.de)

Dass Mayer bis vor Kurzem nicht zu bändigen war, besingt er in „I will be found“ und beschreibt sich selbst als „runaway train“. Der nächste Gastsänger, Soul Star Frank Ocean, singt auf dem kurzen „Wildfire“ mit. Warum zwei Songs denselben Namen haben, weiß wohl nur Mayer alleine, trotzdem ist Wildfire Nummer Zwei ebenfalls ein wunderbares Lied. Wer sich bis dahin noch nicht wirklich ins „Paradise Valley“ reinhören konnte, bekommt spätestens bei „You’re No One“ die Möglichkeit. Ein ruhiger Song, der einem förmlich die Weite und Leere Montanas aufzeichnet. Auch „Badge and Gun“ ist eher ruhig und passt zum Coverbild. Das Kopfkino zeigt nun einen Western. Das Album klingt perfekt aus mit „On the way home“. Man hat nach Hören der Lieder das Gefühl, dass John Mayer zu Hause angekommen ist. Selbst das wildeste Pferd in der Herde ist wohl zu bändigen.

Kontakt: John Mayer Homepage

John Mayer bei Facebook

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle eine Review von ZSK in Hamburg.