King of Blues: Miles Davis

Was Michael Jackson für die Popmusik und Elvis Presley für den Rock ’n‘ Roll ist, das ist Miles Davis für den Blues. Geboren als Miles Dewey Davis der Dritte und mit 13 Jahren bereits im Besitz einer eigenen Trompete schloss sich die künftige Jazzlegende bereits mit 16 Jahren seiner ersten Bandgruppe an. Am 26. Mai diesen Jahres wäre Davis 90 Jahre alt geworden.

Charlie Parker als Freund und Mentor

Kein geringerer als Charlie Parker, Schöpfer des Bebop und große Jazzlegende, übte den wohl größten Einfluss auf den sechs Jahre jüngeren Davis aus. Parker war im Jahr 1945 bereits eine bekannte Größe und nahm Miles unter seine Fittiche, als dieser sich seiner Band im gleichen Jahr anschloss.

Ein Film zu Ehren Davis

Am 1. April 2016 erschien „Miles ahead“, zu Deutsch: Meilen voraus, ein Film, der sich dem Leben und dem musikalischen Wirken von Davis widmet. Nicht nur Davis‘ Einfluss auf Jazzrichtungen wie Cool Jazz, Hard Bop, modalen Jazz und Jazzrock kommen hier zur Sprache. Auch sein privates Leben wie seine Beziehung mit Irene Birth mit der er drei Kinder hatte, sie allerdings nie heiratete.

Das Multitalent Davis

Zu Davis‘ Talenten gehörte nicht nur das Spielen und Komponieren. Bis zu seinem Tod im Jahr 1991 war er Schauspieler, Bandleader und zuletzt sogar Maler. 48 Studioalben, 36 Live-Alben, 35 Compilation-Alben, 72 Kollaborationen, drei Soundtrack-Alben, 17 Box-Sets, 27 Videos, 57 Tunes und drei Remixe – Miles Davis ist eine wahre Blues-Legende.

Vorschau: Am 11. Juni erwartet euch ein Artikel zum World Club Dome 2016.

Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

Stephanie Neigel – Sängerin mit viel Gefühl

Am 5. November war die Singer/Songwriterin Stephanie Neigel für ein Konzert zu Gast in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen. Volker Engelberth am Piano, Alex Merzkirch am Bass, Thomas Sauerborn an den Drums und Philipp Brämswig an der Gitarre begleiteten die sympathische Sängerin bei ihrem über 90-minütigen Konzert auf der Bühne des gemütlichen Gewölbekellers. Die Zuhörer durften sich über eine Mischung aus Jazz und Pop freuen. Höhepunkt des Abends war die gefühlvolle Ballade „The Book“. Über diesen Song und über ihren ganz persönlichen Musikgeschmack haben wir mit der 29-Jährigen gesprochen.

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie fandest du dein Konzert in Frankfurt?

Stephanie: Sehr schön. Wir hatten viel Spaß. Es war ein sehr nettes Publikum hier. Alle haben super mitgesungen und mitgeklatscht. Das erwartet man überhaupt nicht direkt. Da freut man sich immer, wenn das passiert, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Face2Face: Wie kamst du überhaupt zur Musik?

Stephanie: Ich glaube eher, dass die Musik zu mir kam. Meine Mama hat mir erzählt, dass ich als Baby nur eingeschlafen bin, wenn sie mir vorgesungen hat. Ich habe von Anfang an schon so eine große Affinität für Stimme und Klang gehabt. Wenn ich dann später auf Konzerten war, war das für mich einfach das Größte. Das war wirklich so eine beeindruckende Welt, Musik zu hören, die mir gefällt, und nachzusingen. Die Musik war einfach schon immer da.

Face2Face: Was zeichnet dein aktuelles Album „Capture Time“ aus?

Stephanie: Es klingt sehr akustisch, sehr bandsoundmäßig. Es sind alles echte Instrumente, die gespielt wurden. Wenn ich mir das Album manchmal anhöre, dann habe ich immer noch ziemlich viel Spaß. Dann sehe ich immer noch die groovende Band und freue mich einfach über gute, im Moment gemachte Musik. Die meisten Songs sind im letzten Jahr entstanden. Konkret daran gearbeitet haben wir ein Jahr.

Face2Face: „The Book“ ist eine sehr berührende Ballade. Worum geht’s und wie ist der Song entstanden?

Stephanie: „The Book“ ist an einem Tag entstanden, als ich auf einer Wiese saß und im Sonnenschein in den Himmel geguckt habe. Es war ein warmer, schöner Sommer. Ich saß da zwar alleine, aber ich habe mich gefragt, wie ist das mit dem Leben? Ist vielleicht einfach alles schon vorbestimmt oder ist alles komplett frei und wir sind wie Teilchen, die ganz zufällig aneinanderstoßen und wieder woanders hingestoßen werden wie Billardkugeln. Oder ist im Prinzip schon alles geschrieben und ich kann mir nur wünschen, dass ich mit gewissen Menschen noch lange in dieser Story verbunden sein werde? Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt die letzte Seite aufschlagen würde, wenn ich wissen könnte, was noch alles kommt. Das waren meine Gedanken und die habe ich dann aufgeschrieben. Ich hatte auch schon eine Melodie und Akkorde im Kopf.

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Was inspiriert dich im Allgemeinen zu deinen Songs?

Stephanie: Das kann ein Moment auf der Wiese sein, wo ich mich kurz frage, was hat das Leben mit mir gemacht, dass ich jetzt hier sitze. Es kann aber auch die schlaflose Nacht sein. Es können sehr persönliche Momente oder allgemeine Fragen sein, ganz banale Dinge. Ich plane das nicht. Das kommt mir einfach in den Kopf und wenn ein Thema stark genug in meinem Kopf ist, dann will es auch raus als Songtext.

Face2Face: Was hörst du selbst am liebsten für Musik?

Stephanie: Neulich hatte ich eine Amy Winehouse-Phase und habe eine Woche lang alles ausgecheckt, weil ich sie so beeindruckend fand und weil ich ganz viele Hintergrundinfos durch den Film, der jetzt gerade im Kino gelaufen ist, kennengelernt habe. Manchmal gibt es aber auch Phasen, da höre ich ganz alte Jazzladies. Auch höre ich John Mayer oder mal wieder was ganz Aktuelles, was vielleicht ein bisschen elektronisch ist. Immer wieder höre ich Joni Mitchell. Sie ist für mich eine sehr inspirierende Frau.

Face2Face: Hast du schon Pläne für 2016?

Stephanie: Nächstes Jahr im Frühling geht es weiter mit Konzerten durch ganz Deutschland. Vorher stehen noch ein paar Kooperationen an. Ich spiele mal wieder zusammen mit dem Jazzmusiker Daniel Stelter und dem Gitarristen und Sänger Kosho. Mit dem Frauen-a-capella-Quartett Les Brünettes bin ich auch immer viel unterwegs. Und dann bin ich jetzt so langsam am Planen, wie das nächste Album klingen kann. Ich bin schon ein bisschen am Schreiben.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Stephanie Neigel.

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel zu Red Bull Flying Bach zu lesen.

Bonobo in der Alten Feuerwache

Bereits mit seinem selbst produzierten Debutalbum „Animal Magic“ aus dem Jahr 2000 hat DJ Simon Green alias Bonobo für ordentlich Furore in der Downtempo-Szene gesorgt. Aber auch sein neues Album „The North Borders“ steht seinen vergangenen Werken in nichts nach. Im Gegenteil: Bonobo stellt sein großes musikalisches Talent ein ums andere Mal unter Beweis.
Am Dienstag, 24. September trat der britische Produzent und DJ nun zum ersten Mal in der Alten Feuerwache in Mannheim auf.

Das erste Mal in Mannheim: Simon Green alias Bonobo (Foto: A.Boss)

Das erste Mal in Mannheim: Simon Green alias Bonobo (Foto: A.Boss)

Den Auftakt in der Alten Feuerwache machte Beat-Produzent fLako. Der in Berlin aufgewachsene und mittlerweile in London lebende DJ mit chilenischen Wurzeln, der Teil des Künstlerkollektivs Project Mooncircle ist, stimmte das Publikum auf den Hauptact des Abends, Bonobo, ein. Mit seinem außergewöhnlichen Sounddesign aus treibenden Bass-Rhythmen, nach Soul klingenden Grooves und sample-basierten Tracks zog fLaKo die komplett ausverkaufte Alte Feuerwache in seinen Bann und bot somit vor allem einen passenden Einstieg für Bonobos komplexes und vielseitiges Klangkonstrukt, das in den darauffolgenden zwei Stunden zu hören sein sollte.

Nachdem fLako knapp 45 Minuten gemixt, gesampelt und performt hatte, betrat kurz darauf Simon Green, der Mann hinter dem Künstlernamen Bonobo, die Bühne. Das Publikum begrüßte den britischen Musiker mit lautem Jubeln, die Vorfreude auf das Konzert war unverkennbar.

Gemeinsam mit seiner vierköpfigen Band, bestehend aus Johnny Tomlinson am Keyboard, Mike Lesirge (Saxophone und Querflöte), Ewan Wallace an der Gitarre und Jack Baker am Schlagzeug sowie der Sängerin Szjerdene präsentierte Green hauptsächlich neue Tracks seines 2013 erschienenen Albums „The North Borders“, begeisterte aber ebenso mit Songs seines vor drei Jahren veröffentlichten Werkes „Black Sands“.

Obwohl das Publikum zu Anfang des Konzertes den Stücken des britischen Soundkünstlers noch nicht so recht zu folgen schien, brauchte der Multiinstrumentalisten nicht lange, um die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer ganz für sich zu gewinnen. Denn bereits mit den ersten hellen Töne der Xylophon-Rhythmen von „Cirrus“, nicht nur dem Eröffnungsstück des Konzertes, sondern auch der ersten Single seines neuen Albums, läutete Green durch den unverkennbaren Charme seiner atmosphärischen Soundwelt seine musikalische Reise von orchestrierten Downtempo-Beats über trackweise fast hypnotisch klingende Chill-Out-Sounds bis zu von lateinamerikanischer Musik inspirierten Tanzrhythmen ein.

Charismatisch ohne Grenzen: Sängerin Sjzerdene (A.Boss)

Charismatisch ohne Grenzen: Sängerin Sjzerdene (A.Boss)

Besonders mit Tracks wie dem basslastigen „Eyesdown“ oder „Kiara“, Songs seines 2010 erschienenen Albums „Black Sands“, bewies Bonobo sein Talent zur musikalisch ausgefallenen Ästhetik, die nicht nur auf der Platte, sondern auch live durch seine Stimmigkeit und Harmonie bestach.

Während der britische DJ zu Weilen alleine auf der Bühne performte und an Reglern und Knöpfen zu Gange war, die Fanmasse zum Tanzen brachte, bekam er schnell Gesellschaft von seinen Mitmusikern und spielte bei einigen seiner Stücke selbst Bass.

Beeindruckend war vor allem auch der Auftritt von Sängerin Sjzerdene, die den Song „Towers“ mit voller Hingabe performte. Sjzerdene, die neben Erykah Badu übrigens auch einigen anderen Songs auf Bonobos Album „The North Borders“ ihre Stimme geliehen hat, übernahm während des Konzertes die Vokal-Parts, die auf „Black Sands“ ursprünglich Andreya Triana sang. Mit ihrer sanften, manchmal nahezu erotisierender Stimme präsentierte sie „Stay the Same“ und bewies mit ihrer wunderschönen Stimme nicht nur ihr gesangliches Können, sondern erzeugte vor allem eine Anziehungskraft, die dem Stück einen fast transzendenten Charme verlieh, wie er nur selten zu hören ist.

Zwei mindestens ebenso schöne Nummern waren auch „First Fires“ und „Nightlite“, gleichfalls mit Unterstützung von Sjzerdene gespielt. Mit absoluter Intensität präsentiert Bonobo auch „We Could Forever“ und „Kong“.

Mit einer funkigen Version von „The Keeper“ und „Pieces“, zwei seiner wohl bekanntesten Tracks, beendete Bonobo nicht nur sein Konzert in der Alten Feuerwache, sondern schuf auch den musikalischen Höhepunkt des Abends, bevor der Brite sein Publikum in die Nacht entließ.

Ein unvergesslicher Konzertauftritt: Bonobo auf The-Noth-Borders-Tour (Foto:A.Boss)

Ein unvergesslicher Konzertauftritt: Bonobo auf The-Noth-Borders-Tour (Foto:A.Boss)

Egal ob filigrane polyrhythmische Songsequenzen, akustisch orchestrierte Takte, zarte, manchmal nahezu fragil scheinende gesangliche Untermalung der Beats, oder perfektioniertes musikalisch-technisches Können – Bonobos Musik fasziniert nicht nur durch einzigartige, musikalische Raffinesse und Innovation, sondern macht insbesondere eins: Auf Anhieb süchtig.

Damit steht fest: Wie kaum ein Anderer versteht es Bonobo den Hörer mit seinen vielschichtig komponierten Arrangements von funkigen Grooves, elektronischen Klangeinlagen und pulsierenden Bass-Beats sowie einer unkonventionellen und nahezu hypnotisch wirkenden Sound-Fusion verschiedener Stilrichtungen, von Electro über Jazz und Soul bis hin zu House, zu verführen.

Das Konzert des Londoner Produzenten war somit mehr als beeindruckend und lässt Bonobos elektronisch geniales Soundkonstrukt in einem völlig neuen Licht erstrahlen.

Vorschau: Für den kommenden Samstag hält die Face2Face-Musikredaktion ein Plattenreview über den Musiker Mr Zarko für euch bereit.

Hindi Zahra – eine musikalische Kosmopolitin

Blues, Soul und jazzige Rhythmen, World Folk, nordafrikanische Klänge und orientalische Harmonien – das musikalische Erbe der jungen marokkanisch-französischen Sängerin Hindi Zahra schlägt weite Wellen. Doch egal wohin die sanft fließenden Melodien ihrer Songs und die Billie Holiday-ähnliche Stimme den Zuhörer tragen – Hindi Zahras Musik enthält vor allem eines: Eine geballte Ladung Originalität.

Zahra Hindi kommt 1979 als Tochter einer Marokkanerin und eines französischen Militärs im marokkanischen Khouribga auf die Welt. Musik, Kreativität und Kunst beherrschen Zahras Leben von Anbeginn, da sich bereits in ihrer Familie zahlreiche Künstler und Musiker finden lassen.
Zahra wächst zunächst bei ihrer Mutter – einer Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin – auf. Auch drei ihrer Onkel sind selbst Musiker und machen die junge Zahra bereits in frühen Jahren nicht nur mit traditionellen Klängen der Gnawa (Anm. der Redaktion: Ethnische Minderheit in Marokko)  bekannt, sondern bringen sie auch mit Stücken von Bob Dylan, Reggae-Songs und populären Melodien aus dem Orient in Berührung.
Mit nur 14 Jahren lässt Zahra Marokko hinter sich, um ihrem Vater – einem ehemaligen Armeeangehörigen – nach Paris zu folgen. Knapp vier Jahre später verlässt sie die Schule und beginnt im Alter von 18 Jahren im Louvre zu arbeiten. „Das war mein großes Treffen mit der Kunst. Als Kind war ich nachdenklich und eng mit der Natur verbunden. Die Gemälde haben bei mir ganz ähnliche Empfindungen ausgelöst“ (Quelle: laut.de), so die Musikerin.

Beherbergt eine Sammlung von Schätzen aus aller Welt: Hindi Zahras wunderschöner World Folk (Foto: A.Boss)

Und auch weiterhin erweisen sich Kunst und Musik als ihre ewigen Wegbegleiter: Tagsüber umgeben sie die Gemälde von Delacroix, Vermeer und da Vinci, nachts widmet sie sich Melodien und Texten und beginnt eigene Songs zu schreiben.
Ende der 90er Jahre ist sie hauptsächlich als Backgroundsängerin in Hip Hop- und Soul-Bands quer durch Europa unterwegs und lernt so nicht nur Singen, sondern auch unterschiedliche musikalische Einflüsse kennen, die ihren Musikstil später bedeutend prägen werden.
2005 hat sie bereits über 50 eigene Songs geschrieben, von denen „Beautiful Tango“, „Oursoul“, „Try“ and „Stand Up“ auf ihrer EP „Hindi Zahra“ im Jahr 2009 veröffentlicht werden.
Von da an steht die Welt Kopf – und das nicht nur im musikalischen Sinne, denn Zahra Hindi schafft ihren Künstlernamen, indem sie einfach Vor- und Nachnamen invertiert. Die Dame mit der bezaubernden Gipsy-Stimme betört fortan unter dem Namen „Hindi Zahra“ ihre Fans rund um den Globus.
2010 erscheint dann ihr Debütalbum „Handmade“, das Zahra weitestgehend selbst geschrieben und produziert hat, beim Jazz-Label „Blue Note Records“.
Kurz darauf gewinnt sie den „Prix Constantin“ für das beste Album und im Februar 2011 den „Victoires de la Musique Qward“ für das beste „World Music Album“ – ihr musikalischer Erfolg ist nun besiegelt.

Durch stark artikulierte Gitarrenschläge, leichtes Klatschen sowie den Rhythmus der Bendir (Anm. der Redaktion: Rahmentrommel, die einem europäischen Tamburin ähnelt) kreiert die junge Sängerin, die von Berbern und Tuareg abstammt, in ihren Songs eine Welt voller Leidenschaft, die eine bemerkenswerte musikalische Tiefe an den Tag legen. Denn egal wie oft man ihrer sinnlichen Stimme – die mal sanft, mal ein wenig rau klingt – und den bukolischen Klängen ihrer Musik lauscht, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden sind – jedes Mal scheint sich eine neue Welt aufzutun. So singt Hindi Zahra ganz nonchalant mit immerwährender Unergründlichkeit von den Geheimnissen der Wüsten und Städte, von Liebe und den Launen des Lebens. Obwohl viele ihrer Songs in Englisch geschrieben sind, besticht ihre Musik vor allem durch Stücke wie „Imik Simik“, die teilweise in Berber gesungen werden.

Die junge Sängerin bedient sich in ihren Songs nicht nur des Chansons, Folks, Hip Hops und Souls, sondern schöpft ebenso aus dem Repertoire traditioneller nordafrikanischer Rhythmen und Melodien und macht sich somit ihren multikulturellen Hintergrund zum Vorteil. Musikalisch vielseitig und immer wandelbar birgt ihre Musik so einen authentischen Charakter, der durch Persönlichkeit und künstlerische Einzigartigkeit besticht.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier ein Portrait des australischen Soul-Sängers Chet Faker.

Willkommen zu „Enjoy Jazz“ in Mannheim!

Ein weiteres Jahr neigt sich mit einem fulminanten Knall dem Ende zu, denn bei „Enjoy Jazz“ erwartet den Neuankömmling nur das Beste vom Besten der derzeitigen Jazz- und Popszene. Begonnen hat die achtwöchige Veranstaltung am Sonntag, 2. Oktober und geht noch bis Freitag, 18. November. Für die jüngeren Besucher gibt es große, bekannte Highlights wie zum Beispiel „Ben l´oncle soul“ in der Alten Feuerwache. Mit stimmungsvollem Soulpop begeistert er alle. Das Publikum ist, wie auf allen Veranstaltungen, sehr bunt gemischt. Von ganz jungen, bis hin zu älteren, gesetzteren Zuschauern, sind alle fasziniert von der gediegenen Musik.

Eines der vielen Highlights, neben Roger Willemsen, der seine Lieblingsplatten auflegt, ist die Drum and Bass Gruppe „Chase&Status“ aus England. Die bekannte und beliebte Band hat die Alte Feuerwache in Mannheim in Aufruhr gebracht. Einige sind begeistert, die anderen verärgert. Der Abend beginnt um 20 Uhr. Die Warteschlange geht bis zum Parkhaus raus, die Wartenden sind alle ganz unruhig, mit einer gewissen Freude im Gesicht. Als man hinein kommt erdrückt einen die schon vor dem eigentlichen Auftritt existierende dicke Luft geradezu und so strömen viele bis zum eigentlichen Beginn wieder heraus und entspannen vor der Feuerwache. Beschwerden, es ist zu voll, zu stickig und man muss zu lange an der Bar warten, die üblichen kleinen Beschwerden über die stickige Luft und das übliche Gedränge werden laut. Als „Vorband“ legt ein Dubstep-DJ auf. Die mitreißenden Klänge animieren die vor der Bühne wartenden, zum tanzen. Um 22 Uhr kommen dann endlich „Chase&Status“ auf die Bühne. Das Bühnenbild ist atemberaubend, die Lichtshow, die Animation im Hintergrund und die dramaturgisch perfekt platzierten Musiker auf der Bühne und die Menschen jubeln den ihnen zu. Die Musik beginnt mit dem Song „No problem“ und die Menge startet eine Mischung aus Moshpit (Anm d. Red.: Moshpit ist der übliche tTnz der Metal- und Rockszene) und Tanz die mehr oder weniger funktioniert. „Chase&Status“ spielen alle ihre Klassiker, sind aber früh fertig. Die komplette Show geht ein einhalb Stunden.

Offizielles Pressefoto von „Chase&Status“

Doch „Chase&Status“ sind nicht die einzigen die beim „Enjoy Jazz Festival“ spielen, auch die Ausnahmekünstlerin „Nneka“ begeistert ihre Fans vom Anfang bis zum Schluss mit ihrer wundervollen Stimme und ihrer einmaligen Ausstrahlung. Das Festival glänzt mit vielen tollen Konzerten wie zum Beispiel auch „Chili Gonzales“ oder am Sonntag Abend „Agnes Obel“ eine bekannte Popmusikerin aus dem skandinavischem Raum die den bekannten Werbesong „Just So“ für „T-Online“ gemacht hat, im Karlstorbahnhof und als krönenden fast Abschluss tritt „ Aloe Blacc“ am Donnerstag 17. Oktober auf. Aber nicht nur Konzerte, sondern auch Ausstellungen und Vorlesungen faszinieren alt eingesessene, ebenso wie Neulinge in der „Jazzszene“.

Enjoy Jazz“ ist empfehlenswert. Musik, Musik, Musik, wie sie leibt und lebt, gelebt und geliebt wird. Alle wichtigen Informationen zum „13. internationalen Enjoy Jazz Festivals“ findet ihr hier:

http://www.enjoyjazz.de

Vorschau: Der Konzertbericht zum Cluesokonzert im Rosengarten.