Bento – Essbare Kunst für Anfänger

Bunt: Bentos zeichnen sich durch verschiedene Formen und Farben aus (Foto: Onat)

Ob auf dem Schulhof, im Büro oder bei einem Picknick: Irgendwann tritt der Zeitpunkt ein, in dem man das mitgebrachte Essen hervorholt und hofft, dass es einem mundet. Besonders bei Kindern ist es schwierig, gesundes und ausgewogenes Essen schmackhaft zu machen. Durch essbare Kunst hat man in Japan dieses Problem beseitigt: In „Bento“-Boxen – vergleichbar mit den Vesper- und Lunch-Boxen hierzulande – werden beliebte Figuren und Charaktere hergezaubert, die den Kleinen große Freude beim Essen bereiten. Da sich die tragbare Ration an Kunst aber auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit erfreut, finden sogar nationale Bento-Wettbewerbe statt.

Prall gefüllt: Nur so überleben die Kunstwerke den Transport (Foto: Onat)

Die Regeln der Kunst
Da „Bento“ lediglich die Darreichungsform der Speisen in Bento-Boxen umschreibt, ist die Theorie schnell erklärt: Verschiedene Lebensmittel werden durch Trennwände separat in einem Behälter angerichtet. Für eine ausgewogene Ernährung sollte ein Bento dabei aus drei Teilen Kohlenhydraten, zwei Teilen Proteinen und einem Teil Gemüse bestehen. Das traditionelle, japanische „Washoku“-Prinzip ist eine weitere Möglichkeit der Bento-Herstellung. Hierbei soll durch saisonale Produkte, der schonenden Zubereitung und der besonderen Form des Anrichtens die Harmonie der Natur widergespiegelt werden. Für diese Bento-Form werden die einzelnen Speisen je nach fünf Farben, fünf Geschmacksrichtungen, fünf Zubereitungswegen oder den fünf Sinnen entsprechend gewählt.

Essbare Kunst für Anfänger
Damit die essbaren Kunstwerke auch den Transport überstehen ist es wichtig, die Tragebox bis zum Anschlag zu füllen und keine Freiräume zu lassen. So wackeln keine Lebensmittel oder werden hin- und her gerüttelt. Zudem sollten nur abgekühlte Speisen eingepackt werden, da sich sonst Kondenswasser und Keime bilden können. Hat man wiederum keine Bento-Box mit Trennwänden zur Verfügung, kann man sich diese selbst herstellen: sei es durch Muffin-Förmchen, Silikonformen, Salatblättern oder ähnliches.

Eier in Herz-Form
Zwar gibt es für die Herstellung von Formen und Figuren kleine, nützliche Helfer, allerdings lässt sich dies durch Kreativität auch selbst bewerkstelligen. Mit einem Tetra-Pak, einem Stift und Gummibändern lassen sich gekochte Eier problemlos in Herzen verwandeln: Hierfür zunächst ein Rechteck aus dem Tetra-Pak schneiden und längs in der Hälfte falten. Nun das frisch gekochte, warme Ei darauf platzieren und mit einem Gummiband einen Stift auf dem Ei fixieren. Nach zehn Minuten kann das Ei bereits halbiert werden, sodass zwei Herzen daraus entstehen.

Rührei-Sonnenblumen

Gerollt: Schnell lässt sich aus einem Rührei eine Blume herzaubern (Foto: Onat)

Fertig zubereitete Eier lassen sich – ähnlich wie Toastbrot, Käse und Wurst – mit Plätzchen-Ausstechern schnell zu verschiedenen Dekorationselementen ausschneiden. Doch diese Rührei-Blumen erblühen sogar ganz ohne Hilfsmittel: Ihr braucht lediglich das fertige Rührei zur Hälfte zusammenklappen und zu einem Rechteck ausschneiden. Nun die gefaltete Seite mit kleinen Einschnitten versehen und ein Würstchen darin einrollen. Für die vegetarische Variante lässt sich das Würstchen durch Spargel oder Karotten ersetzen – oder einfach ganz weglassen. Auch hier lässt sich für rosa Blumen eine Scheibe Wurst verwenden.

Gestreift: Nicht nur Formen, sondern auch Farben sollten Abwechslung bieten (Foto: Onat)

Gestreifter Käse
Wer aus Käse nicht einfach nur Formen ausstechen möchte, kann durch farbliche Kontraste den Käse richtig in Szene setzen. Hierfür einfach dunklere und hellere Scheiben abwechselnd übereinander stapeln und mit einem Messer in dünne Scheiben schneiden. Kombiniert man dabei Wurst-Scheiben, erzeugen diese rosa Streifen. So machen die ausgestochenen Figuren gleich mehr her. Übrigens erleichtert eine Folie zwischen dem Käse und der Ausstechform das Herauslösen aus dieser.

Aufgespießt: Mit einem Zahnstocher lassen sich verschiedene Elemente fixieren (Foto: Onat)

Pokemon- und Super-Mario-Eier
Für diese essbaren Party-Hingucker benötigt ihr lediglich gekochte Eier, kleine Tomaten, etwas Käse, Zahnstocher und getrocknete Algen-Blätter – auch Nori genannt. Halbiert die Eier und Tomaten und steckt mit einem Zahnstocher jeweils eine Ei- und eine Tomatenhälfte zusammen. Nun müssen lediglich aus dem Käse und den Algen die übrigen Dekorationselemente herausgeschnitten werden. Für kleine Elemente eignet sich am besten eine Schere.

Essbare Farben
Um essbare Kunstwerke zu erschaffen, benötigt man nicht nur verschiedene Formen, sondern vor allem Farben. Da in Japan künstliche Lebensmittel verpönt sind, greift man auf natürliche Lebensmittel zurück: Beispielsweise lassen sich Reis und Eier durch etwas Kurkuma oder Curry-Pulver gelb färben. Ketchup sorgt in den Speisen für eine rötliche Färbung. Für ein zartes Rosa eignet sich Rotkohl – in Kombination mit Essig ergibt dieses wiederum einen hellen Blauton. Durch dunkle Sojasauce entsteht schnell ein sattes Braun. Wer den Reis anschließend formen möchte, tut dies am besten, indem er ihn in Folie wickelt und diese dann in die gewünschte Form bringt. So bleibt nichts an den Händen kleben.

Aufgefächert: Mit nur wenigen Schnitten wird ein Apfel zu einem Blatt (Foto: Onat)

Apfel-Blätter
Hierfür einen Apfel vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Eines der Viertel nehmen und der Länge nach schräg auf beiden Seiten einschneiden. Dadurch sollte ein kleineres Apfelstück herauskommen. Dieses nun erneut so einschneiden und mit den entstehenden Stücken ebenso verfahren. Die einzelnen Teile braucht ihr nur noch auseinander zu fächern, um ein Blatt daraus zu legen. Mit einfachen Tricks lassen sich somit selbst aus einzelnen Zutaten kleine Kunstwerke erschaffen, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen.

Vorschau: Nächste Woche geht es im vierten Teil unserer Reihe weiter mit der gesunden Ernährung.

Asiatisches Essen, Teil 5: Sesam- und Grüntee-Eis

Als Land der aufgehenden Sonne bekannt, hat Japan vielerlei exotische Delikatessen zu bieten, wenn es um Eiscreme geht. Mögen Kreationen wie Knoblauch und Spinat für Europäer auch befremdlich wirken, so garantieren sie doch eine einmalige Erfahrung. Wer nicht zu viel riskieren möchte, kann sich als Eis-Einsteiger an Kreationen wie Sesam und Grüntee wagen. Nicht grundlos gelten diese Sorten als äußerst beliebte Geschmacksrichtungen in der Heimat des Lächelns.

Erfrischend anders: Japanische Eissorten(© birgitH / pixelio.de)

Erfrischend anders: Japanische Eissorten(© birgitH / pixelio.de)

Zutaten und Materialien für ein Liter Sesam-Eis:

  • 700ml Milch
  • 250ml Sahne
  • 150g Zucker
  • vier Esslöffel Sesam
  • vier Eigelb
  • eine Pfanne, ein Mörser, ein Topf, ein Löffel

1. Den Sesam kurz in einer ungefetteten Pfanne rösten und mit dem Mörser zerstoßen.

2. Nun den Sesam mit 100 Gramm Zucker, der Milch und der Sahne solange in einem Topf kochen, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

3. Die übrigen 50 Gramm Zucker dem Eigelb hinzufügen und alles cremig schlagen.

4. Das gezuckerte Eigelb anschließend in den Topf dazugeben und solange mit der Flüssigkeit verrühren, bis diese eindickt.

5. Die Masse abkühlen lassen und im Gefrierfach für fünf Stunden fest werden lassen. Dabei sollte das Eis jede halbe Stunde durchgerührt werden, damit sich keine großen Eiskristalle bilden.

Zutaten und Materialien für ein Liter Grüntee-Eis:

  • 200ml Milch
  • 200ml Sahne
  • 100g Zucker
  • 10g Matcha (grüner Pulvertee)
  • zwei Schüsseln, ein Löffel

1. Zucker und Matcha in einer Schüssel vermengen. Nach und nach Milch unterrühren und gut durchrühren.

2. In einer weiteren Schüssel die Sahne steif schlagen und zur Flüssigkeit hinzugeben.

3. Alles miteinander verrühren und das Gemisch im Gefrierfach für fünf Stunden fest werden lassen. Auch dieser Gaumenschmaus muss jede halbe Stunde durchgerührt werden, um große Eiskristalle zu vermeiden.

Vorschau: Nächste Woche stellt euch Face2Face den Beruf des Filmemachers vor.

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Weitere Serienteile:
Teil 1: Karepan
Teil 2: Onigiri
Teil 3: Frühlingsrollen
Teil 4: Wan Tan
Teil 6: Japanische Weihnachtstorte

Asiatisches Essen, Teil 2: Onigiri

Onigiri sind ein beliebter, traditioneller Snack aus Japan. Dabei handelt es sich um gewürzte und gefüllte Reisbällchen, die sowohl warm als auch kalt serviert werden können. Auch in der Zubereitung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten: Herzhaft mit Omelette, Fisch, Fleisch oder Gemüse gefüllt sowie süß mit Frucht-, Pflaumen- oder gesüßter Bohnenpaste – je nach Vorlieben und Geschmäckern variieren die Zutaten. In der heimischen Küche lässt sich die kleine Portion Reis für Zwischendurch ganz leicht und individuell kreieren.

Klein und sättigend: Onigiri (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für zehn Onigiri:
Für die Reisbällchen:

  • 250g Sushi- oder Klebereis
  • circa 400ml Wasser (je nach Zubereitungsempfehlung)
  • Essig
  • Zucker
  • Salz
  • getrocknete Nori-Blätter (Algen)
  • ein Tuch zum Abdecken
  • eine Schüssel Wasser

Für die Füllung:

  • 150g Thunfisch oder Lachs
  • Öl
  • Salz
  • je nach Belieben Wasabi, Pfeffer, scharfe Paprika, Mayonnaise und Sojasoße

Zubereitung:
1. Den Reis je nach Herstellerempfehlung zubereiten. Falls keine vorhanden ist, circa 250 Gramm Sushireis mit 400 Milliliter Wasser kochen, bis das Wasser ganz eingezogen ist. Dabei den Topf mit einem Tuch abdecken und mit dem Kochdeckel verschließen. Dies dürfte circa 20 bis 30 Minuten dauern. Die Konsistenz dürfte an Milchreis erinnern und sollte klebrig sein. Anschließend den Reis weitere zehn Minuten ausquellen beziehungsweise ruhen lassen. Essig, Salz und Zucker miteinander vermengen und den Reis damit nach eigenem Ermessen abschmecken.

2. Den Fisch in kleine Stücke zerkleinern und mit etwas Öl in der Pfanne braten. Mit Salz und anderen Zutaten je nach Belieben würzen und auskühlen lassen.

3. Nun kann das Formen der Reisbälle beginnen. Hierfür mit einer Schüssel Wasser die Hände anfeuchten, da der Reis stark klebt. Etwas Reis in der Handfläche ausdrücken und die Füllung in die Mitte geben. Die äußeren Ränder hochklappen und die Onigiri verschließen. Die Bällchen können nun traditionell zu Kreisen, Dreiecken oder Zylindern geformt werden.

4. Zur Verzierung die Onigiri mit einem Nori-Streifen schmücken oder ganz damit umhüllen. Natürlich sind beim Formen und Dekorieren keinerlei Grenzen gesetzt. Wer mag, kann die fertigen Reisbälle anschließend mit Öl in der Pfanne anbraten oder im Ofen ausbacken.

Tipps:

  • Zwar lassen sich alle nötigen Zutaten in großen Supermärkten finden, jedoch ist ein asiatischer Supermarkt meist die kostengünstigere Alternative.
  • Falls es Probleme dabei geben sollte, die Reisbällchen dreieckig zu formen, kann man dem mit einem kleinen Trick entgegenwirken. Dazu eine Hand als die untere Seite des Dreiecks nutzen und mit der anderen ein Dach bilden. Die Onigiri dazwischen nehmen und sachte die Finger eindrücken. Es kann solange nachgebessert werden, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, wie ihr euch mit einigen einfachen Tricks den Alltag erleichtern könnt.—————————————————————————————————————————————————————————————————————————–
Weitere Serienteile:
Teil 1: Karepan
Teil 3: Frühlingsrollen
Teil 4: Wan Tan
Teil 5: Sesam- und Grüntee-Eis
Teil 6: Japanische Weihnachtstorte

Asiatisches Essen, Teil 1: Karepan

Karepan (Anm. d. Red: Karepan bedeutet soviel wie Currybrot) ist ein beliebtes japanisches Gericht, das vor allem durch Animes in der westlichen Kultur bekannt geworden ist. In Japan selbst ist das Gericht so beliebt, dass sogar ein Superheld der Kinder-Zeichentrickserie „Anpanman“ danach benannt ist. Dort werden die kleinen Appetit-Stiller in Bäckereien und Lebensmittelgeschäften angeboten. Aber auch in der heimischen Küche lassen sich die Brötchen mit etwas Geschick selbst zubereiten. Curry-Reste vom Vortag können für das Gericht genutzt werden, so dass keine eigene Füllung nötig ist. Natürlich kann das Rezept nach eigenem Wünschen angepasst und beispielsweise vegetarisch gestaltet werden.

Unscheinbar: Karepan birgen im Inneren eine Überraschung (Foto: Onat)

Zutaten für acht Karepan:
Für den Teig:

  • circa 250g Mehl
  • 15g Hefe
  • 100ml Wasser
  • Zucker
  • Salz
  • Paniermehl (traditionell wird Panko verwendet, die japanische Variante von Semmelbrösel)
  • ein Ei (Eiweiß und Eigelb getrennt aufbewahren)

Für die Füllung:

  • 100g Geflügel- oder Schweinefleisch
  • eine Karotte
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • 100ml Hühnerbrühe
  • ein Esslöffel Mehl
  • ein Esslöffel Currypulver
  • Ingwer
  • nach Belieben Salz, Pfeffer, scharfe Paprika und Sojasoße
  • Öl zum Frittieren

Zubereitung:
1. Die Hefe im Wasser auflösen lassen und zusammen mit dem Mehl in einer Schüssel miteinander vermengen. Den Teig mit etwas Salz und Zucker abrunden. Gegebenenfalls kann etwas mehr Mehl dazugeben werden.

Rund: Karepans gleichen optisch einfachen Brötchen (Foto: Onat)

2. Das Eigelb hinzufügen und die Masse gut durchkneten, bis sie geschmeidig ist. Den Teig mit einem Tuch abdecken und für eine Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.

3. Währenddessen kann die Füllung zubereitet werden: Hierfür das Fleisch samt Karotte, Ingwer, Zwiebel und Knoblauch würfeln und klein hacken.

4. In einer Pfanne mit etwas Öl die Zwiebeln glasig dünsten und die geschnittenen Zutaten hinzugeben. Die Füllung anschließend gut durchrühren und braten, bis sie gar ist.

5. In einer Schüssel die Hühnerbrühe mit dem Mehl und dem Currypulver vermengen. Die Curry-Flüssigkeit in die Pfanne dazu geben und alles eindicken lassen. Damit der Karepan-Teig nicht später durchweicht, sollte die Brühe in der Füllung möglichst reduziert werden. Hierfür reicht es aus, diese solange zu kochen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Anschließend das Curry auskühlen lassen, bevor es in den Teig gefüllt wird.

6. Den Teig in circa acht gleichgroße Stücke teilen und zu flachen Scheiben ausdrücken. In die Mitte der Scheibe wiederum jeweils einen Esslöffel der Füllung dazugeben und diese mit dem Teigmantel komplett einhüllen, damit die Karepan beim Frittieren nicht aufplatzen. Alles erneut mit einem Tuch abdecken und für zehn Minuten gehen lassen.

7. Währenddessen auf einem Teller das Paniermehl ausbreiten und das Eiweiß zum Bestreichen bereitlegen. Zudem kann bereits das Öl zum Frittieren vorgeheizt werden.

8. Die Karepan mit Eiweiß bestreichen und im Paniermehl wenden. Wurde das Öl bereits 15 Minuten auf mittlerer Temperatur vorgeheizt, können die Karepan dazugegeben werden. Diese wiederum circa drei Minuten ausbacken, bis sie goldbraun sind. Mit einer Schaumkelle oder Gabel die Karepan aus dem Fett holen und abtropfen lassen. Vor dem Servieren sollte man jedoch beachten, dass die Füllung – trotz erkaltetem Äußeren – noch heiß sein kann.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was gegen Gerüche im Kühlschrank hilft.—————————————————————————————————————————————————————————————————————————–
Weitere Serienteile:
Teil 2: Onigiri
Teil 3: Frühlingsrollen
Teil 4: Wan Tan
Teil 5: Sesam- und Grüntee-Eis