Du kotzt mich an

schwarz-2016

Liebes 2016,

Du kotzt mich an. Du bist die Beziehung, die man so sehr bereut. Du bist die Grippe, die man im Sommer hat, während alle anderen im Schwimmbad Spaß haben. Du bist die Verwandtschaft, die einen immer kritisiert. Kurz um: Es würde einem besser gehen ohne dich.

Selbst ein Kampf mit Voldemord erscheint stellenweise verlockender als das Weltgeschehen in diesem Jahr. Aber kam jemals ein Brief aus Hogwarts? Nein.
Stattdessen hast du Helden meiner Kindheit und prägende Persönlichkeiten meiner Jugend genommen – vielen Dank dafür. Rickman, Schell, Wiesel, Spencer, Ali, Gentscher, Williemsen, Michael, Prince, Cohen, Bowie, Fisher und Wölli Rohde – um nur einige zu nennen.

Trump als Präsident der USA, Brexit, stätige wachsende AfD-Umfrage-Werte, immer größere Unterstützung von populistischen Parteien in ganz Europa, der Amoklauf in München, der Putschversuch in Istanbul und die Folgen, die Ermordung der Brexit-Gegnerin Jo Cox, Anschläge in Brüssel, Istanbul, Berlin, Würzburg, Orlando, Nizza, Ansbach, Bagdad, Tartus, Dschabl und noch so vielen anderen Orten, die aber kaum mediale Berichterstattung erfahren haben. Wirklich tolle Leistung.

Wenn ich nun eines von deinen Vorgängern gelernt habe, dann, dass solche Erlebnisse, sowohl unsere privaten Tragödien als auch die gesamtgesellschaftlichen Vorfälle, ihre Spuren hinterlassen werden. Ein paar werden uns nächstes Jahr noch beschäftigen, andere werden wir relativ schnell vergessen, manche werden wir jedoch nie aus unseren Gedanken löschen können, selbst wenn wir uns nichts mehr wünschen. Ich habe aber auch gelernt, dass Kämpfen gegen alle Widerstände die richtige Methode ist – immer.

Also kämpft! Lebt! Macht etwas aus dem nächsten Jahr, selbst wenn es genauso aussichtslos erscheint wie dieses. Ja, das Leben ist scheiße. Nicht nur das – es ist verdammt ungerecht, hinterhältig, anstrengend. Und die Menschen, die darin umherstolzieren, machen das Ganze oftmals nicht besser. Freunde aufgeben zu müssen, weil man erkannt hat, dass sie nie welche waren, schmerzt. Verlassen zu werden, obwohl man zutiefst davon überzeugt ist, für den anderen perfekt zu sein, schmerzt. Von jemand Abschied nehmen und erkennen zu müssen, dass es nie genug gemeinsam verbrachte Zeit gab, schmerzt. Das Leben ist keine Facebook-Chronik, bei der nur die schönen Bilder mit Filter geteilt werden. Das Leben ist voller Schmerz, voller Leid. Besonders dieses Jahr. Aber es ist bald vorbei – so wie alles vorübergeht, sein Ende findet. Das Leben ist viel fragiler und kürzer als wir es unter Klausurenstress, Rechnungsüberweisungen und der medialen Selbstinszenierung begreifen.

Also macht das Beste daraus! Findet Zeit, nicht Zeug. Genießt das Leben. Geht raus. Redet miteinander, anstatt per WhatsApp zu fragen, wie es läuft. Seid mutig, geht Risiken ein, macht die Dinge, vor denen ihr euch fürchtet, bezieht Stellung, tretet für andere ein, stellt euch eurem Herzschmerz und versucht weiter zu leben. Und nein, es ist nicht mutig, mit 20% Akku das Haus zu verlassen. Macht euch weniger zu Sklaven der Technik, Likes definieren nicht euer Selbst – genießt das reale Leben.

Rock am Ring 2015

Genießt das (reale) Leben: Pogt auf Festivals!

Pogt auf Festivals, schlendert über Weihnachtsmärkte, fahrt Achterbahnen in Freizeitparks. Lasst euch keine Angst machen. Nicht von Anschlägen, nicht von populistischen Parteien, die Flüchtlinge generalisieren und zur allgegenwärtigen Gefahr erklären. Diese Menschen fliehen vor unfassbarer Armut (die auch aus der westlichen Wirtschaftsweise resultiert) und Krieg. Für sie sind Anschläge Normalität. Für uns sollte es Normalität werden, solchen Menschen zu helfen. Genau jetzt ist die Zeit, für die Werte von Demokratie und Freiheit einzutreten. Gegen Hass und Gewalt. Ja, 2016 war in großen Teilen scheiße, aber es liegt an uns, das Beste aus 2017 zu machen.

„Wir wollten mehr Druck machen. Das ist in die Hose gegangen.“ – Die besten Sportlersprüche 2015

Höchstleistungen gab es in der Sportwelt 2015 auch verbal. Vom Verzehr von Rindern über Affen bis hin zu handgreiflichen Drohungen war in diesem Kalenderjahr alles dabei. Die Face2Face-Sportredaktion nimmt euch mit auf die Reise durch die lustigsten, skurrilsten und aufsehenerregtesten Sportlersprüche des Jahres.

Doch bevor wir richtig anfangen: Was macht eigentlich Tim Wiese? „Ich trainiere unheimlich viel und um das zu schaffen muss man auch Unmengen von Fleisch essen. Ich esse ein Kilo Rind am Tag“, sagte er dieses Jahr mit (stolz) geschwellter Brust. Das solch einer Ernährung aber auch mal mächtig auf die Verdauung schlagen kann, musste nicht zuletzt HSV-Trainer Bruno Labaddia erfahren, als er nach der 0:5-Niederlage beim FC Bayern München verlauten lies: „Wir wollten mehr Druck machen, das ist in die Hose gegangen.“ Tja, wer sich in diesem Kalenderjahr den Bayern gegenüber stellte, durfte eh nur das Beste hoffen und musste das Schlimmste befürchten. „München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich weh tun. Kann aber auch glimpflich ausgehen“, meinte da der mittlerweile für den FC Watford spielende Werderaner Sebastian Prödel mit einem Achselzucken.

Ob Wiese auf Affenfleisch steht, wissen wir nicht. Die Spieler des VfB Stuttgart sollten aber trotzdem beruhigt schlafen können, auch wenn sie von ihrem Trainer Huub Stevens als eben solche bezeichnet wurden. „Das ist Abstiegskampf. Affen seid ihr“, blökte er seine Schützlinge vor dem wegweisenden Endspurt in der vergangenen Bundesligasaison an.

Mit dem Abstiegskampf will unterdessen der Trainer von Bundesligaaufsteiger FC Ingolstadt Ralph Hasenhüttel erst gar nicht in Berührung kommen und setzt deswegen auf eine stabile Defensive. „Solange es 0:0 steht, ist es für uns immer ein gutes Ergebnis und für den Gegner immer ein schlechtes Ergebnis“, philosophierte der Österreicher. Ahh ja… Gut nur, dass Hasenhüttel in seinen Reihen keinen Spieler wie Thomas „Icke“ Häßler hat, der mit seinem legendären Satz: „Wir wollten in Bremen kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt“, wohl auf der Ingolstadter Ersatzbank gelandet wäre.

Frei nach der Fußball-Trainerlegende Hans Mayer („Keiner liebt mich, da können sie meine Frau fragen“) musste sich in der eben erst zu Ende gegangenen Hinrunde auch TSG-Hoffenheim-Akteur Eugen Polanski gefühlt haben. Nach der 2:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg drohte er seinen Mannschaftskollegen zumindest schon mal verbal mit der Faust: „Wir müssen uns zusammensetzen und wahrscheinlich auf die Fresse hauen.“

 Da tut es gut, wenn bei dem ganzen Chaos noch ein geerdeter Trainer á la Jürgen Klopp um die Ecke kommt und mit seinem charismatischen, breiten Grinsen prophezeit: „I’m the normal one.“ Das er als Normaler unter den ganzen Speziellen in der englischen Premier League aber noch nicht viel gerissen hat, sei mal dahin gestellt. Wie sich ein vierter Platz anfühlt, darf er aber ruhig schon mal bei Speerwerfer Thomas Röhler („Ich schnitz mir ne wunderbare Holzmedaille“) nachfragen, der bei der Leichtathletik-WM in Peking auf eben jenem „Holzplatz“ landete.

Und was wäre das Sportjahr ohne den FIFA (We’re no profit Organisation)-Skandal gewesen? Laut der englischen Fußballlegende Gary Lineker ist das Zerbrechen der FIFA wohl „das Beste, das diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann.“ FIFA-Mediendirektor Walter de Gregorio nahm den Skandal mit etwas mehr Humor und scherzte im Schweizer Fernsehen: „Der Sepp Blatter – der FIFA-Präsident, – sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitze im Auto. Wer fährt? – Die Polizei.“

Olaf Thon wird uns jetzt wieder vorwerfen „Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen“, doch mit solch einer galanten Unterstellung können wir völlig beruhigt Richtung Jahr 2016 fahren.

Ein guten Rutsch und alles Gute für 2016 wünscht die Face2Face-Sportredaktion!

Menschen, Geschichten, Schicksale – 2014 im Panorama

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Schreibt derzeit an ihrem dritten Buch: Samantha Stone (Foto: privat)

Sie kämpfen für eine vom Aussterben bedrohte Sprache, gegen eine schwere Krankheit oder auch um den beruflichen Erfolg – die Menschen, die wir 2014 im Panorama zum Interview gebeten haben, haben ihre Ziele fest vor Augen. Wir haben nachgefragt, wie sich ihr Leben seit unserem letzten Gespräch verändert hat.

Vom Model zur Buchautorin
Beziehungskiller“ und „Polizei eingeschaltet“ titelten wir im Januar im Panorama. Jennifer Frankhauser, die Halbschwester von TV-Sternchen Daniela Katzenberger, soll versucht haben Model Samantha Stone den Freund auszuspannen. Was folgte waren böse Beschuldigungen auf beiden Seiten. Fast ein ganzes Jahr ist seitdem vergangen. Wir haben bei Stone nachgefragt: „Ich ignoriere Jennifer einfach und mache mein eigenes Ding. Hoffentlich sehe ich sie nie wieder.“ Dass sie mit dem Streit an die Öffentlichkeit gegangen ist, bereut Stone bis heute nicht. Privat und beruflich laufe es sehr gut. „Mein Mann und ich stehen nach wie vor zueinander. Wir lieben uns“, erzählt die 27-Jährige, „Momentan konzentriere ich mich auf meine Bücher. Das erste wird 2015 veröffentlicht, das zweiten ist auch soweit fertig und gerade arbeite ich am dritten.“ Mit der Veröffentlichung des ersten Buches sollen TV-Auftritte folgen. „Weiteres ist geplant, aber ich darf nichts verraten“, gibt sich Stone geheimnisvoll.

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Freut sich über die Entwicklungen der vergangenen Monate: Svenja Mohr (Foto: privat)

Von unerwarteten Spenden und positiven Entwicklungen
Von einer hoffnungsvollen, jungen Frau, die sich trotz schwerer Krankheit für andere einsetzt, berichteten wir im September auf Face2Face. Seitdem hat sich im Leben der an MS erkrankten Svenja Mohr einiges verändert. „Nach dem Artikel auf Face2Face gab es weitere Berichte in der regionalen Presse. Inzwischen hat die von mir ins Leben gerufene Gruppe MS-Jugend Speyer und Umgebung 29 Mitglieder“, erzählt die 22-Jährige. Sogar die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft habe sich bei ihr gemeldet und angefragt, ob sie ihre Gruppe als Deutsche Multiple Sklerose Gruppe weiterverbreiten wolle. Erst vor zwei Wochen hat sich zudem ein Herr mit der Redaktion in Verbindung gesetzt und 400 Euro für Svenjas Gruppe gespendet. Für sie noch immer unfassbar: „Demnächst wollen wir als Gruppe zusammen essen gehen, uns endlich auch persönlich kennenlernen und beratschlagen, für welche gemeinsame Aktivität wir das Geld einsetzen.“ Das neue Medikament, das Svenja seit vier Monaten bekommt, verträgt sie sehr gut.

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Machte seit unserem letzten Gespräch im Juni sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern: Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (Foto: Christoph Baumann/ Pixel-Werk)

Die Vielfalt eines Künstlers
„Ich mache mir nichts aus Konkurrenzdruck“, sagte uns Werbefotograf und Schlagzeuger Christoph Baumann (31) im Juni. Hat er an seinem Leitsatz festgehalten? „Aktuell habe ich sogar Konkurrenten zu Mitarbeitern gemacht, um mit unseren jeweiligen Stärken das Beste für unsere Kunden rauszuholen“, berichtet der Inhaber der Medienschmiede Pixel-Werk in Hardheim. Seine Arbeit wolle er stärker auf Kernkompetenzen konzentrieren, um so die Effizienz zu steigern. Im Juni-Artikel hat er uns verraten, dass er die Abwechslung an seinem Beruf sehr schätzt. An was er wohl derzeit arbeitet? „Momentan fotografiere ich von industriellen Prototypen bis hin zu Luxusautos“, lässt uns der Künstler wissen. Damit aber nicht genug: „Nebenbei wurde ein kleines Studio mit und für meine Band Babblfish geschaffen, damit wir endlich unser erstes Album aufnehmen und auf den Markt bringen können“, verrät der studierte Schlagzeuger. Wer neugierig ist, was die Musikrichtung „Nu Grunge Drecksau Rock“ auf dem Kasten hat, darf sich schon auf 2015 freuen – da soll das erste Album erscheinen.

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: Günther)

Sucht jetzt auch auf Mega- und Giga-Events: Geocacher Sascha Günther (Foto: privat)

Ein moderner Schnitzeljäger in seinem Element
Er sucht immer noch. Und nach was? Nach Caches natürlich. Im März gingen wir mit dem Webdesigner und Hobby-Geocacher Sascha Günther (38) auf „Schatzsuche“. Er klärte uns unter anderem über verschiedene Cachetypen auf, wies auf Gefahren des modernen Schnitzeljagens hin und gab uns Eventtipps. Müde ist der Cache-Jäger noch nicht geworden: „Dieses Jahr habe ich an mehreren Mega-Events teilgenommen, unter anderem dem Big Äppel in Frankfurt und dem Event am See in der Nähe von Nierstein.“ Mega-Event deshalb, weil sich mehr als 500 Cache-Fans angemeldet hatten. Von einem neuen Eventtyp bezüglich Geocaching erzählt Sascha: „Dieses Jahr fand das erste Giga statt, ein Event mit einer Besucheranzahl von mehr als 5.000.“ Der fleißige Geocacher wird auch im kommenden Jahr wieder großen und kleinen Events frönen und nennt uns ein ganz besonderes: das Mainz Gutenberg 2015. Hier könne sich Jedermann über die Entstehung und die Technik des Geocaching informieren.

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden. (Foto: Joshua Wilbur)

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden (Foto: Joshua Wilbur)

Dank ihm lebt das Pitesaamische weiter
Dem „Sprachtod“ begegnen“, das ist das erklärte Ziel des Sprachwissenschaftlers Joshua Wilbur, der das Pitesaamische dokumentiert. Im März  haben wir mit ihm über das Volk der Saami gesprochen und auch darüber, warum die Sprache höchstwahrscheinlich aussterben wird. Seitdem hat Josh seine Arbeit weiter fortgesetzt, in Schweden viele alte Aufnahmen zusammen mit den Muttersprachlern transkribiert. Er war dieses Mal sogar auf einer Elchjagd dabei, hat alles mit der Kamera gefilmt, nicht selbst geschossen. Seine Sprachkenntnisse hat er weiter verbessert, aber richtig fließend spricht er noch nicht. Einfache Sachen klappen aber schon gut, berichtet er uns. Gefördert wird sein Projekt noch bis Ende April 2015 und dann muss er sich um neue Geldgeber bemühen. Er ist dabei neue Anträge zu schreiben und hofft, dass es klappt. „Es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten, Förderung in diesem Bereich zu bekommen, aber ich werde es in jedem Fall versuchen“, sagt Josh.

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Arbeitet fleißig an seinem zweiten Roman: Autor Dennis Stephan (© Dennis Stephan)

Neuer Roman in Arbeit
Wir trafen den Berliner Jungautor Dennis Stephan vor fast genau einem Jahr und sprachen über sein Debut, Wortschöpfungen und erste Sätze. Dennis‘ erstes Prosa-Werk „Der Klub der Ungeliebten“ war druckfrisch. Rückblickend hat ihn die Diskussionsrunde, die es auf Lovelybooks.de zum Buch gab, sehr gerührt: „Ich fand es aufregend, verschiedene mir unbekannte Menschen dabei zu beobachten, wie sie über mein Buch resümieren und sich austauschen. Wie sie bestimmte Zusammenhänge knüpfen und Muster erkennen, die ich wohlüberlegt im Text versteckt hatte.“ Wirklich gekränkt habe ihn eigentlich kein Feedback – im Gegenteil, eher das Ausbleiben von Feedback, vor allem von Menschen, deren Meinungen ihm sehr wichtig sind, hat ihn enttäuscht. Seit diesem Jahr schreibt Dennis an seinem zweiten Roman. Thematisch wird er Ähnlichkeiten mit dem „Klub der Ungeliebten“ haben. Es wird um die Generation junger Erwachsener in Berlin gehen, ums Sich-Verlieben und die Flucht ins Nachtleben, um Süchte und Sehnsüchte, verrät uns der Autor. „Alles in allem ein wenig düsterer und plastischer als das erste Buch und vielleicht auch ein bisschen reifer“, erklärt Dennis. Der Abverkauf des Klubs läuft nach wie vor – „wenn auch leider nicht so rasant wie der Abverkauf des siebten Harry Potter-Bandes“, schmunzelt Dennis.

Vorschau: Am Dienstag, 13. Januar stellen wir euch ein junges Mode-Label aus der Rhein-Neckar-Region vor.

 

Von Papst bis Ukraine – Politischer Jahresrückblick 2013

Nun ist es wieder einmal soweit: Das Jahr 2013 liegt beinahe hinter uns. Auf internationaler Ebene war es politisch geprägt von Umwälzungen und Revolutionen. Auf deutscher Ebene ging es eher weniger revolutionär zu: das politische Highlight dürfte wohl die Bundestagswahl gewesen sein, nach der mit einer Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel keine große Umwälzung stattfindet: lediglich der Koalitionspartner FDP wurde nach deren kläglichem Untergang durch die SPD ersetzt. Doch bleiben wir chronologisch im politischen Face2Face- Jahresrückblick 2013, in dem wir auf das zurückblicken möchten, was die Politik- und Wirtschaftsredaktion in diesem Jahr zum Schreiben veranlasst hat.

Im Februar verabschiedete sich der deutsche Papst Benedikt XVI aus dem Vatikan. Die Wahl seines argentinischen Nachfolgers Franziskus sorgte für einige Überraschungen, ist er doch der erste Papst aus Lateinamerika und gilt eher als modern und liberal, was viele konservative Positionen der katholischen Kirche angeht. Bis jetzt hat er der katholischen Kirche bereits zu einem etwas moderneren Ruf verholfen, was teils positiv, teils negativ aufgenommen wird.

In Deutschland ging derweil im Mai der Prozess gegen die dem rechtsradikalen NSU angehörende Beate Zschäpe und einige weitere Unterstützer los. Der Prozess wird auch in der internationalen Presse mit großem Interesse verfolgt und stellt somit eine große Herausforderung für die deutsche Gesellschaft dar: Wie soll mit Rechtsradikalismus, Rassismus und Nationalsozialismus im heutigen Deutschland umgegangen werden? Reichen symbolische Akte wie das Verfassen eines überparteilichen Bundestagsausschusses, der sich mit den Problemen befasst und wann müssen Taten folgen? Deutschland wird an diesen Problemen noch eine Weile zu knabbern haben.

Ende Mai begannen die Proteste in der Türkei um das Bauprojekt im Gezi-Park, das Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan durchsetzen wollte. Was mit einer friedlichen Parkbesetzung begann, endete in einem monatelangen Kampf zwischen Demonstranten und Polizei, der sich schnell auch auf andere Städte übertrug und in dem es bald um mehr ging als um die Rettung des Parks: nämlich um die in vielen Bereichen fehlenden Grundrechte in der Türkei. Auch nun zum Jahresende hin gehen in der Türkei wieder Menschen auf die Straße. Diesmal geht es um einen der größten Korruptionsskandale in der türkischen Geschichte, der erneut das Vertrauen der Bevölkerung zur Regierung auf die Probe stellt.

Eine der größten humanitären Katastrophen hat sich dieses Jahr in Syrien zugetragen. Bei dem dort herrschenden Bürgerkrieg mussten bis jetzt schon zehntausende Menschen ihr Leben lassen. Auch international sind die Zustände in Syrien ein enorm wichtiges Thema gewesen. Wann ist eine internationale Gemeinschaft berechtig einzugreifen und wann stellt dies einen Eingriff in die Souveränität eines anderen Staates dar? Wann und wie ist ein Eingriff sinnvoll und wann richtet er nur mehr Schaden an als dass er Gutes tut? Kurz vor einem militärischen Eingreifen ließ sich Syrien darauf ein, alle chemischen Waffen unter internationaler Kontrolle zu zerstören. Dies stellt sich als ein sehr langwieriges Verfahren dar.

Auch die Europäische Union hat sich in diesem Herbst nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Mindestens 366 Tote gab es bei einem Bootsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa, auf dem sich Flüchtlinge befanden. Der mediale Aufschrei war groß, die umstrittenen Dublin-II-Regelung und die ebenso umstrittene europäische Grenzzschutzagentur FRONTEX standen in der Kritik und es passierte – nichts. Wenn die EU den Tod etlicher Flüchtlinge in Kauf nimmt stellt sich die Frage, warum sie den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat.

Große Wellen schlug dieses Jahr auch der NSA-Abhörskandal, der von Whistleblower  (zu Deutsch: Skandalaufdecker) Edward Snowden enthüllt wurde. In Deutschland wurde der große Bruder Amerika zunächst in Schutz genommen bis herauskam, dass selbst das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört wurde. Das hierauf folgende Entsetzen wurde als heuchlerisch wahrgenommen – schien sich die Kanzlerin doch erst wirklich um die Affäre zu kümmern, als sie selbst persönlich betroffen war.

Als Abschluss seien die Proteste in der Ukraine genannt, Tausende Ukrainer gehen auf die Straße, seit Ministerpräsident Wiktor Janukowytsch die Abkehr von der EU und die gleichzeitige Annäherung an Russland verkündet hatte. Auch bei eisiger Kälte harren die Menschen in Kiew aus, um ihren Unmut zu äußern.

Keines der in diesem Jahr angesprochenen Ereignisse scheint beendet zu sein, es geht weiter im nächsten Jahr, in einer Welt, in der die Zeit nie still steht. Auch wenn es häufig keine erfreulichen Nachrichten sind, über die wir berichten, freuen wir uns darauf, euch nächstes Jahr weiter auf dem Laufenden zu halten! Die Politik- und Wirtschaftsredaktion bedankt sich und wünscht einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Musikalischer Jahresrückblick 2012

Nachdem alles Weihnachtsgebäck aufgegessen und alle Silvesterraketen wieder von der Straße aufgesammelt wurden, ist es auch in der Musikredaktion Zeit für einen Jahresrückblick. 2012 war ein gutes Jahr für Newcomer, es war ein Jahr mit alten und neuen Gesichtern und ein Jahr mit schönen Festivals. Wir haben für euch unsere persönlichen Top 5 der Alben, Solo Künstler und Bands ausgesucht. In diesem Sinne: auf ein mindestens genauso tolles 2013!

Top 5 Alben:

The XX- Coexist

Moses Pelham- Geteiltes Leid 3

Sizarr – Psycho Boy Happy

Alex Clare – Lateness oft he Hour

Emeli Sandé – Our Version of Events

Top 5 Solo Künstler:

Moses Pelham

Paul Kalkbrenner

Alex Clare

Emeli Sandé

Lianne La Havas

Top 5 Bands:

Mrs. Greenbird

Sizarr

The XX

The Maccabees

Kraftklub

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier mehr über Swing!

 

 

 

Zoologischer Jahresrückblick 2012

2012 ist zu Ende. Alle besinnen sich auf das vergangene Jahr. Was großes Geschehen ist, wird in Jahresrückblicken gezeigt. Doch was ist in der Wissenschaft geschehen? Gab es Veränderungen in der Tierwelt? Es wird Zeit, für die Tier und Umwelt – Redaktion ihren ganz eigenen Jahresrückblick zu zeigen.

Große Entdeckung: Das kleinste Chamäleon der Welt (Foto: Jörn Köhler (Creative Common License 2.5))

Durch Face2Face wurdet ihr über das Jahr mit Informationen versorgt. In unserer Rubrik konntet ihr über vegane Restaurants lesen, habt Neues über verschiedene Tiere gelernt und etwas über verschiedene Institutionen und Aktionen erfahren.

Der Klimaschutz spielte im vergangenen Jahr wieder eine wichtige Rolle in den Nachrichten. Jeder einzelne von uns muss dazu beitragen, die Welt nachhaltig zu verbessern. Besonders die Politik sollte Maßnahmen ergreifen zur Reduzierung der Klimaerwärmung. Leider war die vergangene Uno – Klimaschutzkonferenz in Doha wieder einmal ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen.

Selten hört man am Jahresende etwas über die Neuigkeiten des Jahres aus Forschung und Natur. Doch diese sind nicht minder interessant. Allein im Jahr 2012 wurden zwischen 15 000 und 18 000 neue Arten beschrieben. Doch laut der „International Union for Conservation of Nature“ sind ebenso 795 Arten ausgestorben. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich viel höher.

Einige der erwähnenswertesten Neuigkeiten in der Zoologie betreffen zum Beispiel den Äthiopischen Löwen mit dunkler Mähne. Es wurde gezeigt, dass diese Population nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch genetisch eigenständig ist. Somit muss auf die Arterhaltung der einzelnen Löwenpopulationen besonderen Wert gelegt werden.

Japan erklärte offiziell den japanischen Flußotter als ausgestorben. Ebenso galten die Pinta- Riesenschildkröten mit dem Tod von „Lonesome George“ im Juni als ausgestorben, bis man im November dann vermeintlich neue Tiere dieser Art entdeckte.

Zu Anfang des Jahres 2012 wurde das kleinste Chamäleon der Welt entdeckt. Das Tier mit dem wissenschaftlichen Namen Brookesia micra wurde im Norden Madagaskars gefunden und ist von Kopf bis Fuß weniger als drei Zentimeter lang. Es ernährt sich von kleinen Insekten und Milben und bewegt sich zwischen dem Laubstreu der Wälder.

Erst vor kurzem wurden drei neue Arten von Loris, Halbaffen, die in Madagaskar leben, entdeckt. Der Biss der langsamen, nachtaktiven Loris ist giftig und die Tiere werden gerne illegal als Haustiere verkauft. Die Entdeckung neuer Primatenarten ist heutzutage eine Seltenheit.

Habt ihr nun eine neuentdeckte Lieblingstierart? Das International Institute for Species Exploration der Arizona State University wählt jedes Jahr die Top Ten der neu entdeckten Spezies des vergangenen Jahres. 2011 kam zum Beispiel der burmesische Stumpfnasenaffe darunter, der niest, wenn es regnet. Noch bis zum 1. März könnt ihr bei der Wahl teilnehmen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es einen Rückblick auf die Stunde der Gartenvögel.