Die Flüchtlingskrise: Ein Update

KOMMENTAR: Mittlerweile ist es November. Die sogenannte Flüchtlingskrise ist schon lange zum innenpolitischen Problem erhoben worden. Offiziell befindet sich diese Krise jetzt in ihrem zweiten Jahr – völlig ungeachtet der Tatsache, dass auch vor 2015 Einwanderung auf diesem Weg stattfand. Zur Erinnerung: Der Krieg in Syrien dauert bereits fünf Jahre an. Bisher wurde angenommen, dass etwa eine 250.000 Menschen dabei ums Leben gekommen sind. Allerdings wurde die Zählung der Opfer Mitte 2014 eingestellt, da zuverlässige Daten nicht zugänglich seien, so der UNHCR. Seit 18 Monaten können die Verluste also nicht einmal mehr erhoben werden. Wissenschaftler des Syrischen Zentrums für Politikforschung gehen bereits von einer Dopplung der Zahl aus.

Es haben zwar über den gefährlichen Seeweg mehr als 171.000 Personen von der Türkei aus die Ägäischen Inseln Griechenlands erreicht. Aber mit den Rekordzahlen des Vorjahres hat das nur noch wenig zu tun. Noch in den ersten beiden Monaten des Jahres kamen ganze Flüchtlingsströme auf den Inseln an. Der Strom aber hat sich seit dem Inkrafttreten des Abkommens zwischen der Türkei und der Europäischen Union vom 20. März 2016 verlagert. Nach Griechenland kommen vor allem Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – knapp die Hälfte sind Syrer.

In Syrien verschlimmert sich die Lage zusehends. So erklärte Stephen O’Brien –UN-Koordinator für humanitäre Hilfe – , vor dem New Yorker UN-Sicherheitsrat, dass dort derzeit 974.080 Menschen in belagerten Städten und Dörfern ausharren. Vor einem halben Jahr sei weniger als die Hälfte betroffen gewesen. Dazu komme noch der Winter. Die Menschen  seien abgeschnitten von Hilfsleistungen. Fassbomben und Chlorgasangriffe kosten nicht nur unzählige Leben, mittlerweile seien auch die letzten verbleibenden Krankenhäuser und zivilen Einrichtungen unter Beschuss genommen. Schuldig sei daran – in der Regel durch Augenzeugen und lautstarke Äußerungen der US-Regierung bekundet – die Syrische Armee samt russischen Verbündeten. Eine Waffenruhe ist nicht in Sicht. Trotzdem sind die Ankunftszahlen seit März massiv abgefallen. Dass die Umsetzung eines politischen Abkommens derart signifikant auf den Flüchtlingsstrom einwirken kann, lässt tief blicken und eröffnet dabei trotzdem Raum für Spekulationen über eine Beteiligung – oder zumindest die Mitwisserschaft – der türkischen Regierung.

Signifikant steigt daraufhin allerdings die Zahl derer, die die Küsten Italiens ansteuern: Knapp 165.000 Personen kamen über das Mittelmeer aus Nigeria, Eritrea und anderen afrikanischen Ländern. Der Ausspruch „Afrika sitzt auf gepackten Koffern“ macht nicht nur die Runde, sondern auch Angst, denn Afrika ist groß und das Boot für viele schon voll.

Sardinien – ein Urlaubsparadies inmitten mediterranen Flairs

Traumhaftes Sardinien.

Traumhaftes Sardinien (Foto: F. Teuchert)

Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die vielseitige italienische Insel wird auch liebevoll als „der kleine Kontinent“ bezeichnet. Der traditionelle sardische Gruß „A Kent’ Annos“ bedeutet übersetzt „Lebe bis ins hundertste Jahr“. Tatsächlich leben auf Sardinien weltweit die meisten über Hundertjährigen. Eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt neben dieser traumhaften Landschaft sicherlich auch die einheimische Küche, der gute Rotwein und die ansteckende Lebenslust der Sarden.

Weiße Sandstrände und türkis-blaues Meer - Traumstrände in Sardinien (Foto: F. Teuchert)

Weiße Sandstrände und türkis-blaues Meer – Traumstrände in Sardinien (Foto: F. Teuchert)

Kilometerlange weiße Sandstrände, türkis-blaues Meer und beschauliche Felsbuchten, gesäumt von Pinien, Kriechwacholder und Feigenkakteen. Es fällt schwer zu entscheiden, welcher der Strände im Norden, Süden, Osten oder Westen am schönsten ist. Im Landesinneren findet man noch ein traditionell geprägtes Hirtenland mit unberührter Natur und archäologischen Fundstätten. Vor der Küste liegen einige kleinere Felsinseln, die ebenfalls zum abwechslungsreichen Landschaftsbild beitragen. La Sardità – ein Urlaubsparadies inmitten mediterranen Flairs.

Die Insel ist zudem ein Paradies für Natur- und Tierliebhaber, denn sie gilt als Naturreservat, in dem Tausende seltener Tiere und Pflanzen unter Schutz gestellt sind. So befinden sich zahlreiche Vogelarten wie zum Beispiel die wunderschönen rosafarbenen Flamingos, verschiedenste Amphibien wie beispielsweise der seltene sardische Gebirgsmolch oder unterschiedliche Reptilien auf der Insel.

Landschaft in Sardinien (Foto: F. Teuchert)

Landschaft in Sardinien (Foto: F. Teuchert)

Unterwegs am Südkap Sardiniens

Westlich von Capo Spartivento beginnt die ebenso bekannte Costa del Sud. Ähnlich wie an der berühmten Costa Smeralda im Norden Sardiniens sind auch hier traumhafte Strände zu finden. Auch wenn die Traumstände im südwestlichen Sardinien nicht mehr ganz so einsam sind wie in der Vergangenheit, so sind sie doch abseits der Sommermonate nur am Wochenende voll.

Am Stagno Spartivento verengt sich der Strand zu einem schmalen Lido, der Badestrand trennt den im Landesinneren liegenden Brackwassersee vom offenen Meer. Der Lido bietet also genügend Platz zum Wandern. Vogelfreunde sollten unbedingt einen Blick auf die Teiche wagen, denn hier kann man die über 11.000 frei lebenden Flamingos und viele andere Wasservögel wie zum Beispiel der schwarz-weiße Stelzenläufer (cavaliere d’Italia) oder Felsentauben häufig aus der Nähe beobachten.

Der Leuchtturm am Capo Spartivento stammt aus dem Jahr 1866 und ist damit einer der ältesten noch funktionstüchtigen der ganzen Insel. Er ist von einer Mauer umgeben. Auf einem 19 Meter hohen Gebäude ist die eigentliche Leuchtkonstruktion angebracht. Die Lampe hat eine enorme Reichweite von bis zu 18 Seemeilen, was etwa 30 km entspricht und schützt die Schiffe vor den gefährlichen Klippen am Kap. Am 27. November 1940 fand am Capo Spartivento eine Seeschlacht zwischen der britischen Royal Navy und der italienischen Regia Marina statt. Zum Glück dauerte dieser Kampf nur 54 Minuten und konnte dadurch auf beiden Seiten nur wenig Schaden anrichten.

Sightseeing in Cagliari

Sardiniens Hauptstadt liegt ganz im Süden der Insel am großen Golfo die Cagliari. Seit seiner Gründung ist Cagliari das ökonomische, kulturelle und politische Zentrum von Sardinien. Hier haben das Parlament und die Regierung der Autonomen Provinz ihren Sitz, von hier aus wird die Insel mit einer Gesamtfläche von ca. 24.000 Quadratkilometern und 1,6 Millionen Einwohnern verwaltet.

Die stolze Hafenstadt besteht aus alten und modernen Gebäuden zugleich. Sie thront auf einem Berg mit einem weitläufigen Blick über den angrenzenden Hafen der Stadt sowie den Golfo degli Angeli. Obwohl die Straßen eng und steil angelegt sind, lässt sich die Stadt leicht zu Fuß entdecken. Die hellen Stadtmauern sind noch fast völlig intakt. In der Altstadt, dem sogenannten Castello-Viertel, liegt das landesweit beste archäologische Museum – das faszinierende Museo Archeológico Nazionale.

Torre di Porto Giunco 

Dieser mittelalterliche Wachturm liegt auf einer felsigen Landzunge vor dem eigentlichen Kap und gewährt einen prachtvollen Ausblick über die Küste von Villasimius und zurück zum Stagno Notteri. Vom Turm führt ein Pfad in die südlich gelegene Bucht, in der man auf mehrere verfallene Gebäude stößt. Hier wurde bis vor 60 Jahren Granit abgebaut. Dieses widerstandfähige Gestein war für viele Jahre eine wichtige Ressource der lokalen Wirtschaft und wurde beispielsweise unter anderem für Straßenbeläge und Einfassungen verwendet, oder zu Futter- und Wassertrögen sowie Kaminen verbaut. Die Gebiete, in denen, der Granit abgebaut wurde, sind auch heute noch sichtbar.


Vorschau:  Nächste Woche erscheint in unserer Reise-Rubrik der Artikel „Weinproben in der Moselregion“ von Konstantin.

Mailand: Gastgeber der Expo 2015

Spannung: Werbung für die Weltausstellung in Milano überall in der Stadt verteilt mit Sitzgelegenheiten

Spannung: Werbung für die Weltausstellung in Milano überall in der Stadt verteilt mit Sitzgelegenheiten

Dieses Jahr ist Mailand Gastgeber der Weltausstellung Expo. Seit dem 1. Mai lautet das Motto „Ernährung der Welt, Energie fürs Leben“. 145 Länder und viele andere Austeller zeigen ihre Vorzüge. Auch Deutschland präsentiert sich hier auf dem großen Gelände. Für 39 Euro pro Ticket kann man alle Kulturen, verschiedenste Organisationen und Lebensweisheiten kennenlernen. Noch bis zum 31. Oktober ist die Ausstellung in Mailand. Doch Mailand hat noch viel mehr zu bieten als die Expo und Mode.

Einen Besuch wert ist der imposante Mailänder Dom. Das Bauwerk aus weißem Marmor ist die zweit größte Kirche Italiens nach dem Petersdom in Rom und erstreckt sich im Herzen des Piazza del Duomo. Die goldene Madonnia, das Symbol Mailands, glänzt hierbei in 108 Meter Höhe. Einmalig und unvergesslich ist der Blick von den Dachterrassen aus Marmor über die ganze Stadt bis zu den Alpen und manchmal sogar bis in die lombardische Ebene hinein.

Gleich gegenüber liegt das Kaufhaus „La Rinaschente“, dass mal ein Ort für Künstler war, die in den Abteilungen ihre hochwertigen Waren anpreisen konnten. La Rinascente ist heute das Top-In Kaufhaus auf acht Etagen, das bedeutende Designermarken in einem Shop-in-Shop-System unter einem Dach auf der Piazza del Duomo vereint. Hier findet man genau das richtige Mitbringsel für die Liebsten. Danach können in mehreren Restaurants und Cafés kleine und große Leckereien genossen werden. Ich empfehle jedoch das Panoramarestaurant mit Dachterrasse das in Höhe des Doms liegt. So kann man den Ausblick auf den Dom und die Piazza del Duomo genießen und bei gutem Wetter sehr schöne Fotos schießen.

Imposant: Mailänder Dom (Foto: S. Wahlig)

Imposant: Mailänder Dom (Foto: S. Wahlig)

Gegenüber der Galleria Vittorio Emanuele II, befindet sich einer der wichtigsten Paläste, der Palazzo Reale, der über einen langen Zeitraum die Regierung Mailands und ihren Sitz inne hatte. Heute finden in den Räumlichkeiten abwechselnde Ausstellungen statt. Nur ein paar Schritte entfernt befinden sich die Piazza dei Mercanti und der Stein der Gescheiterten. Die Piazza dei Mercanti beherbergte im 13. Jahrhundert den Handwerks-und Handelsplatz. Auch heute noch verkaufen hier Händler noch ihre Waren. Zugleich heißt dieser Ort auch der Stein der Gescheiterten, da es nicht selten vorkam, dass ein Händler in Ungnade fiel, weil er seine Kunden betrogen hatte. Dies blieb natürlich nicht unbestraft. Denn sie wurden dem öffentlichen Spott preisgegeben und mit heruntergelassenen Hosen auf den Stein der Gescheiterten gesetzt, damit der Händler vom einfachen Volk ausgelacht wurde bevor er ins Gefängnis kam.

Hier spielt die Musik: Mailländer Scala mit einer historischen  Straßenbahn (Foto: S.Wahlig)

Hier spielt die Musik: Mailländer Scala mit einer historischen Straßenbahn (Foto: S.Wahlig)

Ein paar Meter weiter befindet sich das Castello Sforzesco, das Mailänder Schloss, vom Dom aus gesehen in Verlängerung von Via Dante, Largo Cairoli in Piazza Castello. Im Castello befinden sich die Museen des Castello mit vielen Raritäten wie dem letzten Werk Michelangelo, der unvollendeten Pietà Rondanini und den Freskenmalereien von Leonardo da Vinci. Beeindruckend ist allerdings der Turm Torre del Filarete am Eingang des Schlosses. Dahinter befindet sich eine wunderschöne grüne Oase mitten in der Stadt, der Schlosspark Parco Sempione. Hier kann man sich nach anstrengenden Erkundungen der Stadt ausruhen und im Sommer die Kühle des Schattens genießen.

Aber nicht nur die Innenstadt hat viele schöne Bauten und Geschäfte der tollen italienischen Mode zu bieten. Auch in den anliegenden Stadteilen kann man so manch schöne Rarität finden. Mailand ist sehr leicht zu erkunden. Daher ist es manchmal auch sehr schön sich an Orte treiben zu lassen ganz nach dem Motto des „dolce vita“.

Wie wäre es also demnächst mit einem Besuch der Expo 2015 und der Modemetropole Italiens?

Rom, die ewige Stadt – Trevi-Brunnen und Piazza Navona

Nachdem wir beim letzten Mal über das Kolosseum und den Petersdom berichtet haben, widmen wir uns heute dem Trevi-Brunnen und dem Piazza Navona – zwei Orte, die man auf jeden Fall sehen sollte, wenn man eine Besichtigungs-Tour durch Rom macht.

Fontana di Trevi. So der italienische Name des 26 Meter hohen Trevi-Brunnens. Er ist der größte und zugleich einer der bekanntesten Brunnen Europas. Erbaut wurde er im 18. Jahrhundert zwischen 1732 und 1762. Seitdem wurde er drei Mal renoviert. Vor acht Jahren, im Jahre 2007, wurde wegen eines Bauschadens die Wasserleitung unterbrochen, die den Brunnen mit Wasser versorgte. Seit diesem Fauxpas wird dem Brunnen normales Leitungswasser zugeführt. Nur dadurch war es möglich, dass man das Wasser für ein paar Stunden rot färbte.
Der Legende nach bringt es Glück Münzen in den Brunnen zu werfen. Wirft man zwei Münzen verliebt man sich in einen Italiener oder in eine Italienerin, wirft man drei Münzen in den Brunnen so wird man seinen Liebsten oder seine Liebste sogar heiraten. Also dann: Auf die Münze, fertig, los!
Unglaublich: Jedes Jahr werden die Münzen von Angestellten der Stadt Rom aus dem Brunnen gefischt – das sind jährlich etwa 600.000 Euro!

Der Piazza Navona ist ein typischer Platz des barocken Roms. Im Stadtviertel Parione gelegen kann man hier gemütlich essen, bei Unmengen von Straßenhändlern ein kleines Mitbringsel kaufen oder zuschauen, wie die Maler sich künstlerisch verausgaben. Die Form des Platzes erinnert an das einstige römische Stadion, welches dort 86 n. Chr. erbaut wurde.
Sage und schreibe drei Brunnen befinden sich heutzutage auf dem Piazza Navona. Der größte Brunnen im Zentrum ist der so genannte Vierströmebrunnen: Der Fontana die Quattro Fiumi stellt die vier Flüsse Donau (für Europa), Ganges (für Asien), Nil (für Afrika) und der Rio della Plata (für Amerika) dar.

Petersdom, Kolosseum, Piazza Navona, Trevi-Brunnen – vier Sehenswürdigkeiten, die Rom in all seinen Facetten präsentieren. Wer diese verpasst, ist selbst schuld! Also viel Spaß in Rom und genießt „la dolce vita“!

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter in Italien – mit Mailand!

Rom, die ewige Stadt – Kolosseum und Petersdom

Bei Nacht: Das Kolosseum in Rom (Foto: Lustig)

Bei Nacht: Das Kolosseum in Rom (Foto: Lustig)

Das Kolosseum. Für einen kurzen Moment vergesse ich, dass es das weltweit größte antike Amphitheater der Welt ist. Gladiatorenkämpfe, inszenierte Seeschlachten, Tierhetzen. Kaum vorstellbar, dass all dies hier vor mehr als 2.000 Jahren stattfand. Warum ist das Kolosseum eigentlich rund? Ganz einfach: Den Gladiatoren sollte nicht die Möglichkeit geboten werden, sich in einer Ecke Schutz zu suchen. Das wäre für das Publikum langweilig und nicht spektakulär genug gewesen.
Im Jahre 313, also rund 250 Jahre später, wurden die Gladiatorenkämpfe von Kaiser Konstantin dann abgeschafft.
Die Tore sind heute für Besucher und Touristen geöffnet. Die Wartezeiten sind meist lang, aber auch bei dieser Sehenswürdigkeit besteht die Möglichkeit, sich vorab ein Online-Ticket zu kaufen (Erwachsene zahlen 12 Euro, Ermäßigte (18-25 Jahre) nur 7,50  Euro) und somit die Schlangen zu umgehen. Wer einmal vor dem imposanten „Colosseo“ steht, wird sich den Eintritt kaum verkneifen können.

La Basilica Papale di San Pietro in Vaticano. Bitte was?! Das ist der volle Name des

In voller Pracht: Der Petersdom (Foto: Lustig)

In voller Pracht: Der Petersdom (Foto: Lustig)

Petersdoms. Der Petersdom bildet den zentralen Platz der Vatikanstadt. Mit einer Höhe von 133m (Zum Vergleich: Die Deutsche Bank Türme in Frankfurt sind jeweils 155m hoch) und  einer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmeter bietet das größte Kirchengebäude der Welt Platz für 20.000 Menschen. Tausende Touristen verschlägt es jährlich in die Papstbasilika, die bereits im 16. Jahrhundert erbaut wurde.
Ein einstündiger Spaziergang durch den Petersdom inklusive Eintritt kostet 17,50 Euro und kann ebenfalls vorab online gebucht werden.

Petersdom und Kolosseum: Zwei Sehenswürdigkeiten, die Rom zu recht den Titel „Die ewige Stadt“ verleihen.  Doch natürlich hat Rom noch mehr architektonische Meisterwerke zu bieten, die einen Besuch lohnenswert machen. Weitere „Places to visit“ in Rom stellen wir euch am 19. Mai vor.

Vorschau: Nächste Woche entführen wir euch in den Rheingau.

Die Weltmeisterschaftsverblendung

KOMMENTAR: Ein ganzes Land ist im Ausnahmezustand: die Fußball-Weltmeisterschaft findet dieses Jahr in Brasilien – auf dem Rücken der Einheimischen – statt, die sich von ihrer Regierung verkauft fühlen. Bereits im Vorfeld der Spiele kam es deshalb zu Massenprotesten. Es muss die Frage gestellt werden, wie viel eine solche Weltmeisterschaft „im eigenen Land“ der Bevölkerung und wie viel sie eigentlich den Investoren einbringt. Viel wird aus dem zerrütteten Land berichtet – auch kritische Stimmen dringen an die Öffentlichkeit. Dennoch wird für den Zeitraum von knapp einem Monat bis zum Finalspiel die rosarote Fußballbrille aufgesetzt und jegliche national- oder globalpolitische Entwicklung weggelächelt. Während sich die ISIS-Front zu einer Armee entwickelt und Teile des Nahen Ostens unter seine Kontrolle bringt, wird in derselben Woche ein ukrainisches Flugzeug abgeschossen und China ringt mit seinen Anrainerstaaten um Territorialhoheit. Die vorhandenen Konflikte schwelen weiter an, so dass das Fass überzulaufen droht – aber nicht, während alle friedlich im Fußball vereint zu sein scheinen. So lange muss der Krieg warten: Er wird zwar nicht real ausgesetzt, aber aus den Köpfen getilgt.

Beinahe die ganze Nacht hindurch kann der geneigte Fußballfan sich die technisch-aufgerüsteten – etwa durch die langerwertete Torlinientechnik optimierten – Weltmeisterschaftsspiele verfolgen – denn schließlich wird bei jedem Spiel Geschichte geschrieben: „Das früheste Tor dieser WM schießt…“, „der höchste Spielausgang dieser WM“ und andere Fakten werden jedes Mal aufs Neue generiert. Die Statistiken werden also mit neuem Material gespeist, während das Weltgeschehen im Abseits steht, in der Tagesschau beinahe schon grotesk vermischt: Gibt es Krieg zwischen Israel und den Palästinensern, denen die Entführung dreier Jugendlicher angelastet wird? Seit Tagen sucht ein enormes Militäraufgebot nach den Jungen. Es wurden bereits 80 Verdächtige festgenommen, während der Hass weiter geschürt wird. Der nächste Beitrag beschäftigt sich dann – wie zu erwarten war – mit dem Spielausgang oder –Zwischenstand. Diese Ambivalenzen zu ordnen erscheint angesichts der Informationsflut beinahe unmöglich. Balotelli schießt ein Tor für Italien, Christiano Ronaldo hat Kniebeschwerden, die deutsche Nationalelf trainiert fleißig – der Stolz der Nationen trifft sich auf dem Rasen, der dieser Tage die Welt bedeutet. So viel, dass alles neben dieser Fußball-Weltmeisterschaft zu einer Kleinigkeit verkommt.

Nichts regt sich hierzulande, abgesehen von dem Höhlenforscher, der gerade den WM-Auftakt aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas im Riesending-Schacht des Unterbergs.

Fingerfood und Dips-Reihe, Teil 2: Bruschetta

Im 2. Teil der Fingerfood und Dips-Reihe bringt uns unsere kulinarische Reise nach Italien. Wir stellen euch einen der bekanntesten und vielleicht leckersten Appetithappen der italienischen Küche vor: Die Bruschetta.

Dafür braucht ihr folgende Zutaten:

  • Weißbrot
  • 4 große Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Olivenöl
  • Balsamico
  • Basilikum
  • Oregano
  • Salz & Pfeffer

Und je nach Geschmack noch:

  • Balsamicocreme
  • Oliven
  • Parmesan

Zunächst die Tomaten vierteln und das wässrige Fruchtfleisch herausschneiden – die übrigen Stücke weiter zerkleinern. Nun eine Zwiebel in kleine Würfel schneiden und zusammen mit den Tomatenstücken in eine Schüssel geben. Eine Knoblauchzehe fein hacken und ebenfalls dazugeben. Dann mit Olivenöl und Balsamico abschmecken und etwas ziehen lassen.

Mit Öl und Knoblauch verfeinert: So bekommt das Brot den gewissen Pfiff (Foto: A. Schwalb)

In der Zwischenzeit das frische Brot aufschneiden und mit Olivenöl beträufeln – nicht zu viel, das Brot soll nicht versaufen und mit einer Knoblauchzehe von beiden Seiten einreiben. Gleichzeitig eine Pfanne auf dem Herd erwärmen und die öligen Brote von beiden Seiten goldbraun braten.

Jetzt kommt noch der Feinschliff: Frischen Basilikum zupfen – nicht schneiden, denn auf diese Weise soll sich das Aroma besser entfalten – und ihn zusammen mit Oregano, Salz und Pfeffer zu den Tomaten geben und abschmecken. Kleiner Tipp: Das Basilikum erst so spät wie möglich dazugeben, damit es knackig bleibt und nicht in sich zusammen fällt.

Wer möchte, kann die Bruschetta natürlich noch weiter verfeinern. Zum Beispiel mit frischen Oliven – entkernt natürlich – oder auch mit dem italienischen Klassiker: Parmesankäse. Mein persönlicher Favorit ist folgender: Ich verziere diese leckere Vorspeise noch mit Balsamicocreme. Das sieht zum einen toll aus und gibt dem Ganzen noch eine süßliche Note.

Lecker Parmesan: Mit Käse kann die Bruschetta noch verfeinert werden (Foto: A. Schwalb)

Im letzten Schritt einfach Brot und Tomatengemisch vereinen. Fertig!

Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr an dieser Stelle ein tolles Rezept für einen Zupfkuchen.

Reise in die Modebranche: Fashion Stylistin Sabrina Heim im Interview

Sabrina Heim hat den Traum vieler junger Frauen verwirklicht und sich für eine Karriere in der Modeindustrie entschieden.  Face2Face hatte die Gelegenheit, mit ihr über das Studium in Italien und ihre beruflichen Anfänge zu sprechen. Heim gewährte uns dabei spannende Einblicke hinter die Kulissen der Modeindustrie.

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Fashion Stylistin Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Sabrina, du hast am Istituto Europeo di Design in Mailand „Fashion Stylist“ studiert. Was genau kann man sich unter diesem Studiengang vorstellen?

Heim: Das Studium ist eigentlich ein Gesamtwerk aus vielen einzelnen Puzzleteilen. Wir haben beispielsweise Kurse in Filmtechnik, Bildbearbeitung und der Erstellung von Internetseiten besucht. Darüber hinaus haben wir aber natürlich auch Styling- und Fotounterricht erhalten und selbst Shootingprojekte entwickelt und bearbeitet. Zu Anfang des Studiums stand allerdings der Theorieunterricht im Mittelpunkt, wie zum Beispiel Mode- und Kunstgeschichte.

Face2Face: Modegeschichte – das hört sich recht theoretisch an…

Heim: Das war es auch tatsächlich! Anfangs fand ich es wirklich trocken und langweilig. Aber wie ich schon gesagt habe, ist das Studium die Summe vieler verschiedener Einzelteile und im Nachhinein stellte sich gerade diese theoretische Grundlage als ungemein hilfreich heraus. Davon profitiere ich noch heute! Wenn es zum Beispiel darum geht, Trends zu analysieren, kann ich durch den theoretischen Hintergrund erkennen, auf welche Epoche ein Designer zurückgreift.

Face2Face: Du hast vor deinem Studium keine Schneiderlehre oder Ähnliches gemacht, wie es bei Designstudenten häufiger vorkommt. War das unter deinen Kommilitonen auch üblich und hat dich das anfangs eingeschüchtert?

Heim: Eine Voraussetzung war das an unserem Institut nicht, dennoch gab es schon einige Kommilitonen, die ausgeprägte Vorkenntnisse hatten. Ich hatte bis dato aber auch schon ein Praktikum absolviert und in Miami ein Praktikum in einer Modelagentur abgeschlossen. Natürlich ist man anfangs manchmal überfragt, weil man nicht jeden Designer kennt, der im Unterricht zur Sprache kommt.

Face2Face: Unter denen, die in der Modeindustrie arbeiten wollen, ist doch bestimmt auch die Markenverrücktheit ein Thema. Wie stehst du dazu?

Heim: Das kommt tatsächlich vor! Es gibt Leute, die nur in der Mode arbeiten wollen, um Markenkleidung zu tragen und sich zu profilieren. Ich kann dazu nur sagen, dass das für den Erfolg in der Branche nicht ausreicht und auch schnell durchschaut wird. Für mich geht es bei Mode vielmehr um Kunst und um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Face2Face: Inwiefern würdest du sagen, dass der Standort Mailand die Qualität der Lehre beeinflusst hat?

Heim: Mailand ist natürlich eine der großen Modemetropolen der Welt. Allein schon durch die räumliche Nähe entsteht ein großer Bezug zu den großen Modehäusern wie Prada, Armani und Co. Dies hatte zur Folge, dass viele unserer Dozenten aus der Praxis kamen und wir natürlich auch Vorteile bei der Praktika- oder Jobsuche hatten.

Face2Face: Du hast ja direkt nach dem Studium zu den Glücklichen gehört, die sofort eine Arbeitsstelle gefunden haben. Wie glamourös darf man sich den Job denn vorstellen?

Heim: Ich habe in einem Korrespondenzbüro für die deutschen Zeitschriften in Mailand gearbeitet. Ein solches Korrespondenzbüro ist der Mittelsmann zwischen den Zeitschriften und den Designern. Falls also eine deutsche Modezeitschrift ein Shooting plant, werden wir kontaktiert, um die Kleider bei den italienischen Designern zu organisieren und an die Zeitschrift zu versenden. Zum Thema Glamour kann ich hier nur sagen, dass ich anfangs viele, viele Stunden auf meinen Knien verbracht und schwere Boxen aus-, um- und wieder verpackt habe. Das war ein echter Knochenjob! Als ich dann Modeassistentin wurde, bekam ich einen eigenen Schreibtisch und auch die Verantwortung für drei Zeitschriften: die deutsche Madame, Grazia und Gala.

Face2Face: Und wie sieht es mit der “Arbeitskleidung” aus? Waren im Büro alle top modisch und ausgefallen gekleidet?

Heim: Genau so habe ich mir das vor meinem ersten Tag im Büro auch vorgestellt und habe mich dementsprechend aufgebrezelt. Allerdings wurde ich schnell eines besseren belehrt: Das Team war völlig leger angezogen. Vielleicht ist das sogar typisch für Leute, die den ganzen Tag von Mode umgeben sind.

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Ein Model gestylt von Sabrina Heim (Foto: Heim)

Face2Face: Vor Kurzem hast du, nach zwei Jahren im Korrespondenzbüro in Mailand, zur ELLE in München gewechselt. Wie ist dein Eindruck bisher und was genau machst du dort?

Heim: Bisher bin ich begeistert. Meine Teamkollegen sind offen und sehr freundlich. Im Moment herrscht noch die Ruhe vor dem Sturm, da gerade die Fashionweeks stattfinden und danach für uns der Trubel beginnt. Nach den Schauen werden bei uns viele verschiedene Meetings stattfinden, in denen festgelegt wird, welche der gezeigten Trends in der Zeitschrift erscheinen werden und wo die Shootings stattfinden sollen. Im Anschluss daran werden wir die Kleidungsstücke der jeweiligen Designer in den Korrespondenzbüros anfordern und dann zum Shooting aufbrechen. In der Zeit assistiere ich einer Moderedakteurin, mit der ich auch zum Shooting fliegen werde. Vor Ort unterstütze ich die Redakteurin in organisatorischen Belangen und beim Anziehen der Models. Aber auch das Bügeln der Designerstücke oder Bedienen der Windmaschine kann zu meinen Aufgaben gehören.

Face2Face: Liest du in deiner Freizeit überhaupt noch Modezeitschriften?

Heim: Oh ja, natürlich. Während des Studiums war das Lesen von Modezeitschriften sogar ein Muss. Allerdings nicht nur die Mainstream-Modezeitschriften sondern auch Nischenmagazine. Die kosten dann schon mal um die 20€, erscheinen dafür aber auch nur halbjährlich, sind etwas verrückter und dienen mehr der Inspiration.

Face2Face: Zum Schluss noch eine Frage zum Träumen: Welchen Star würdest du gerne mal stylen und warum?

Heim: Da fällt mir direkt Kate Hudson ein. Sie gefällt mir in ihren Filmen immer sehr gut, ist unheimlich wandelbar und sie hat diesen gewissen Hippie-Style, der mir auch persönlich sehr gut gefällt. Ich glaube, wir würden auf einer Wellenlänge liegen. Ich stehe gerade erst am Anfang meiner Karriere und ich träume definitiv davon, irgendwann auch einmal das Styling in Filmen zu übernehmen. Vielleicht sprechen wir uns ja dann wieder. Da gibt es bestimmt wieder einiges zu erzählen.

Mit Durchblick und purer Dominanz zum Titel

Hat den vierten Titel fest im Blick: Sebastian Vettel (Foto: Pascal Werth)

Hat den vierten Titel fest im Blick: Sebastian Vettel (Foto: Pascal Werth)

Was für ein Rennen! Pure Dominanz! Das, was uns Sebastian Vettel am vergangenen Sonntag, 22.09.2013, in Singapur gezeigt hat war schlicht und einfach weltmeisterlich. 1600 Lichter und ein beachtliches Feuerwerk am Schluss des Grand Prix beleuchteten die Rennstrecke des einzigen Nachtrennens der Saison. Der Mann mit dem größten Durchblick war an diesem Abend der dreifache Weltmeister aus Heppenheim, der seinen Konkurrenten keine Chance ließ.

Auch wenn die Rahmenbedingungen und die Leistung Vettels erste Sahne waren, muss der Heppenheimer noch auf seine vierte Titelfeier ein wenig warten. Doch mit 60 Punkten Vorsprung auf den Spanier Fernando Alonso kann wohl nur noch eine Pannenserie oder übernatürliche Kräfte den Red-Bull-Piloten vom WM-Thron stoßen. Wann der Dominator auch rechnerisch nicht mehr einzuholen ist, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Natürlich ist ein Fahrer in gewissen Maßen nur so gut wie sein Auto – und der Bolide von Sebastian Vettel ist verdammt gut – doch Vettels Teamkollege Mark Weber hat wohlgemerkt die gleichen Vorzüge unter seinem Gesäß sitzen und leistet „nur“ mittelmäßige Arbeit ab.

Kein Wunder also, dass sich die internationale Konkurrenz vor dem 26-Jährigen Deutschen ehrfürchtig verneigt. Während Ferrari in Person von Teamchef Stefano Domenicali bereits die Weiße Fahne auf der eigenen Homepage hisst („Jetzt ist klar, dass wir 99 Prozent unserer Energie auf das Projekt für 2014 konzentrieren werden, weil es genauso kompliziert wie wichtig ist“) überschlägt sich die italienische Presse mit Lob für den alten (und zukünftigen Weltmeister): „Vettel ist unangreifbar und flößt Angst ein. Sein siebter Saisonsieg ist mehr als verdient“, titelt etwa die Gazzeta dello Sport. Und Tuttosport schreibt: „Vettel dominiert das Rennen von Anfang bis zum Ende. Sein Niveau ist einfach höher, als das von Ferrari.“ Auch der Kurier aus Österreich schreibt von einer klaren „Machtdemonstration“ des Deutschen, der „die WM-Lichter ausknipst“.

In den nächsten Wochen geht die Asientour der Formel 1 weiter. Es stehen Stationen in Südkorea (6. Oktober), Japan (13. Oktober) und Indien (27. Oktober) auf dem Programm. Alles Rennen, in denen der Weltmeister, der mit dem Sieg in Singapur seinen 33-Grand-Prix-Sieg feierte und damit erfolgreichster Fahrer der Formel 1 Geschichte ist,  im vergangenen Jahr gewinnen konnte und so den Weg zu seinem WM-Titel ebnete. Eine Wiederholung ist auch in diesem Jahr alles andere als ausgeschlossen. Und dann wird wieder ein Feuerwerk abgebrannt werden – nur für Vettel, nur für den Weltmeister. 

Weitere Pressestimmen:
ITALIEN
Corriere della Sera: „Vettel bringt das übliche, einsame Rennen hinter sich. Red Bull hat jetzt die WM in der Hand. Hoffentlich wird es nicht mehr zu pfiffen gegen einen sehr guten Piloten kommen, der den Verdienst hat, ein erschreckend schnelles Auto zu fahren. Man muss Mut haben, diesen Piloten nicht zu umjubeln, obwohl er gerade Geschichte schreibt.“
ENGLAND
Daily Mail: „Es braucht eine Invasion Nordkoreas in Südkorea, ein Erdbeben in Japan, das Ende des Dengue-Fiebers in Indien, einen Sandsturm in Abu-Dhabi, eine Schießerei in Texas und einen bewaffneten Überfall in Brasilien, um Sebastian Vettel auf dem Weg zum WM-Titel zu stoppen.“
The Guardien: „Nichts kann den Champion stoppen. Sebastian Vettel gewann fast zwangsläufig  den Grand Prix von Singapur und machte einen weiteren Schritt zu seinem vierten Weltmeistertitel. Niemand sonst, so schien es, hatte eine Chance.
FRANKREICH:
L’Equipe: „Nachteule Vettel. Ob Tag oder Nacht, Sebastian Vettel ist immer effektiv. Dies stellte er am Sonntag in Singapur unter Beweis. Vettel allein auf der Welt.
ÖSTERREICH
Kronen Zeitung: „Sebastian Vettel kann sich in der Formel 1 nur noch selbst schlagen. Der Titelverteidiger dominierte am Wochenende in Singapur wie nie zuvor in dieser Saison.

 

Der große Mentalitätencheck, Teil 10: Italien

Wie sieht es in einem fremden Land aus? Sind Impfungen notwendig, um dorthin zu reisen? Und: Was kann man dort unternehmen? Das sind nur einige der Fragen, die man sich vor Antritt einer Reise nur allzu häufig stellt. Mit eine der interessantesten Fragen ist jedoch die nach dem Verhalten der Einheimischen, ihren Bräuche und Sitten, ihrem Umgang mit Fremden – kurzum: die Frage nach ihrer Mentalität. Im großen Mentalitätencheck stellt euch die Face2Face-Reiseredaktion daher die Bevölkerung der verschiedensten Länder der Erde und ihre individuelle Mentalität vor. Heute: Italien.

In der Modemetropole: Mailänder Dom (Foto:Wahlig)

In der Modemetropole: Mailänder Dom (Foto:Wahlig)

Bereits in den 50-er Jahren strömten die deutschen Urlauber gen Süden. Das hat sich bis heute nicht geändert. Ob traumhafte Strände wie auf Sardinien, Modemetropolen wie Mailand und Rom oder einfach tolles Essen -das Dolce Vita, wie es schon Fellini in seinem Film darstellte ist überall in Italien zu spüren, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Gastfreundlichkeit wird beim italienischen Volk ganz groß geschrieben. Da kommt es schon mal vor, dass man einfach mal so durch eine kurze Unterhaltung auf der Straße zu einem Menu am Abend eingeladen wird, in großer Runde mit Familie und Freunden einen Wein schlürft und Unmengen von Essen aufgetischt bekommt. Denn Essen und die Familie stehen für Italiener an erster Stelle.

Das Klischee der italienischen Männer mit ihrer Liebe zu den Frauen ist nicht zu leugnen. So kommt es nicht selten vor, dass die „Bagnini“ (zu Deutsch Rettungsschwimmer) am Strand Frauen hinterher pfeifen und ihre Blicke nicht von ihnen lassen können. Ob jung oder alt die italienischen Männer begehren die Frauen sehr. Insbesondere die deutschen Frauen oder auch ragazze, also die jungen Mädchen, sind bei den „pappagalli“ (zu Deutsch Aufreißer) sehr beliebt. Auch wenn die Kenntnisse anderer Sprachen eher gering bis gar nicht vorhanden sind, wissen sie sich mit Händen und Füßen zu verständigen und die Damenwelt mit ihrem Charme zu verzaubern.

A propos Sprachkenntnisse: Hierzu ist zu sagen, dass man bei einer Reise in das Land der Pizza und Pasta besser Grundkenntnisse der italienischen Sprache aufweisen sollte. Denn nicht viele sprechen Englisch oder gar Deutsch. Das Englisch der Italiener ist eher schlecht und Deutsch wird oftmals nur an der Adriaküste in den Hotels gesprochen. Aber wenn Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden sind, haben die Italiener oftmals einen sehr niedlichen Akzent. Die jüngere Generation bemüht sich zwar durch Studienaufenthalte und Schüleraustausch weltoffener zu werden und andere Sprachen zu erlernen, doch oftmals bleiben die Italiener im Ausland eher unter sich.

Zum entspannen: Das Meer von Giulianova Lido am Morgen (Foto:Wahlig)

Zum Entspannen: Das Meer von Giulianova Lido am Morgen (Foto:Wahlig)

Die Italiener leben ganz nach dem Motto: „Paese che vai gente che trovi“ was so viele heißt wie „Andere Länder andere Sitten“. So darf man sich nicht wundern, wenn die Geschäfte zwischen 12 und 15 Uhr mittags geschlossen bleiben oder montags gleich gar nicht geöffnet wird. Die Mittagspausen und Ruhezeiten sind den Italienern sehr wichtig, um ihre Freizeit mit einem gemütlichen Mittagsessen in einer Bar mit „panini“ (zu Deutsch belegte Brötchen) oder auch einem ganzen Menü mit Freunden, Familie oder dem Partner zu sich zu nehmen. Im Sommer tut man dies oft auch, um sich in klimatisierten Räumen von der Mittagshitze zu erholen.

Ein weiterer wichtiger Lebensmittelpunkt der Italiener ist der „giro“, ein Spaziergang über die Hauptstraße der Stadt, meistens am Sonntagnachmittag. Es handelt sich hierbei um ein Sehen und Gesehen werden, wo die Damen und Herren ihre neusten Kleidungsstücke, Taschen und Schuhe wie auf dem Laufsteg bei der Fashionweek in Mailand präsentieren und sich mit Bekannten, die sie beim Spaziergang treffen, unterhalten.

Nun Lust bekommen die Gastfreundlichkeit, die tolle Kleidung und das gute Essen der Italiener zu genießen? Wie wäre es dann mit einem Städtetrip oder einem Urlaub am Meer? Die Italiener freuen sich bestimmt!

Vorschau: Am Dienstag den 17. September stellen wir euch den Bodensee vor.

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Weitere Serienteile:

Teil 1: Thailand

Teil 2: Rumänien

Teil 3: Israel

Teil 4: Schwarzwald

Teil 5: Kroatien

Teil 6: Ägypten

Teil 7: Ungarn

Teil 8: Türkei

Teil 9: Australien