Rückschläge nutzen, um anderen zu helfen…

Der Fußballprofi Neven Subotic engagiert sich seit vielen Jahren privat für soziale Projekte und hat 2013 unter anderem seine eigene Stiftung gegründet. Diese setzt sich mitunter dafür ein, Schulen in Afrika den Zugang zu sauberem Wasser sowie hygienischen Toiletten zu ermöglichen. So soll gewährleistet werden, dass die Schüler unter menschenwürdigen Verhältnissen unterrichtet werden können. Erst diesen Sommer war der bei Borussia Dortmund unter Vertrag stehende Spieler mit einem kleinen Team wieder vor Ort, um persönlich an der Realisierung eines seiner Projekte mitzuwirken.
Der Online-Fanklub „BVB Freunde Deutschland“ mit seinen knapp 1.300 Mitgliedern unterstützt seit Gründung immer wieder soziale Projekte – dieses Mal die „Neven Subotic Stiftung“, und zwar in Form einer Tombola. Die Face2Face-Sportredaktion hatte das Glück und konnte den Vorsitzenden des Fanklubs, Matthias Saathoff, für ein Interview gewinnen.

Herr Saathoff, vielen Dank zunächst einmal, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen. Uns interessiert natürlich zunächst einmal, wie die Idee für diese tolle Aktion überhaupt zustande gekommen ist?
Saathoff: Es freut mich, dass über die Aktion berichtet wird.
Betreffend ihrer Frage kann ich sagen, dass wir es damals sehr faszinierend fanden, dass ein Spieler auf seinen Urlaub verzichtet, um dafür anderen Menschen eine neue Grundlage durch Brunnen und Wasser zu ermöglichen. Dieses ehrenwerte Verhalten wollten wir als Fanclub unterstützen und fördern.

Um eben dieses Projekt zu unterstützen, veranstaltet ihr nun eine Tombola. Wer kann denn daran teilnehmen?
Saathoff: Im Prinzip kann jeder teilnehmen. Man muss also kein Mitglied bei uns sein. Auch Fans von anderen Vereinen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Vielleicht sind die Preise für einen Mainz oder Bochum Fan jetzt nicht so attraktiv, aber am Ende zählt ja die gute Sache.

Und wie läuft die geplante Aktion dann ab?
Saathoff: Ganz einfach. Man kann bei uns Lose erwerben – ein Los kostet zwei Euro – und erhält dann eine Losnummer. Mit dieser nimmt man an den Verlosungen um die tollen Preise teil. Nach der ganzen Aktion übergeben wir die gespendete Summe an Neven Subotic.

Zu gewinnen: Von Neven Subotic  signierte und in einem Champions-League-Spiel getragene Fußballschuhe (Foto: Matthias Saathoff)

Zu gewinnen: Von Neven Subotic signierte und in einem Champions-League-Spiel getragene Fußballschuhe (Foto: Matthias Saathoff)

Ihr habt euch auch wirklich um einige tolle Gewinne bemüht. Über was könnte sich der Loskäufer denn freuen?
Saathoff: Da Neven Subotic unsere Tombola unterstützt, steuert er gleich zwei Preise bei: Zum einen haben wir ein signiertes Wandbild erhalten und zum anderen von ihm in einem Champions-League-Spiel getragene Schuhe mit Unterschrift.
Die gute Jo Marie Dominiak, eine deutsche Sängerin und großer BVB-Fan, haut ein Wohnzimmerkonzert raus und packt sechs Autogrammkarten oben drauf. Auch Pommes Schwarz Gelb, eine Rockband bestehend aus BVB-Fans, lädt zwei Gewinner zum Jubiläumskonzert ein. Dazu kommen noch ein gesponsertes Trikot, viele Fanartikel von diversen Firmen und vieles mehr…

Wann genau endet denn der Losverkauf, beziehungsweise wann weiß man, ob man zu den glücklichen Gewinnern zählt?
Saathoff: Der Losverkauf an sich endet am 30. Oktober. Die Ziehung der Gewinner findet dann schrittweise ab dem 31. Oktober, also schon einen Tag später, statt. So weiß man relativ früh, über welchen Gewinn man sich freuen darf.

Das klingt ja richtig super! Und das Geld, das bei dieser Tombola zusammenkommt, wollt ihr der „Neven Subotic Stiftung“ spenden. Weshalb diese Stiftung? Liegt euch selbst viel an dieser Stiftung?
Saathoff: Stellvertretend für den Fanklub kann ich sagen, dass diese Stiftung natürlich einem Projekt dient, das von einem BVB-Spieler persönlich und mit viel Engagement unterstützt wird, und zudem eine gute Sache ist. Allein deswegen liegt uns die Stiftung am Herzen.
Rein persönlich bedeutet diese Stiftung für mich natürlich viel mehr, da ich mich selbst gerne wesentlich aktiver und engagierter an Projekten in Afrika einbringen würde. Dies ist allerdings – und verständlicherweise – aus finanziellen Gründen nicht in dem Ausmaß realisierbar, wie ich es mir selbst wünsche. Dennoch ist es generell wichtig, anderen Menschen zu helfen, und stellt auch eine gewisse Freude dar. Auch wenn ich es zugegebenermaßen sehr traurig finde, dass man überhaupt helfen muss, und es Menschen gibt, die diese Hilfe benötigen. Schöner wäre es, wenn alle satt werden würden und Zugang zu Wasser hätten.

Umso wichtiger ist es dann, da dies eben leider nicht der Fall ist, solche Projekte zu unterstützen. Plant ihr daher eine Wiederholung oder war das nun eine einmalige Aktion?
Saathoff: Uns gibt es seit elf Jahren. In dieser Zeit haben wir immer wieder geholfen und Projekte unterstützt, unter anderem auch die Kinderkrebshilfe. Eine einmalige Aktion war das also nicht. Wir werden auf jeden Fall weitermachen.

Neven Subotic ist für viele nicht nur sportlich ein Vorbild, sondern aufgrund seines ehrenamtlichen Engagements auch menschlich. Was schätzen Sie an ihm?
Saathoff: Neven ist ein Mensch, der sich durch seinen Status als Profi nicht der Welt verschließt. Es ist ja nicht nur der Blick nach Afrika, der aus Neven einen besonderen Menschen macht, sondern es gibt auch den Neven, der gemeinsam mit BVB-Fans mal eine Meisterschaft feiert, sich Zeit nimmt und immer wieder mit großer Freude auf jeden Menschen zugeht. Und wer eigene Rückschläge dafür nutzt, um anderen zu helfen, der hat sein Herz am rechten Fleck.

Die Face2Face-Sportredaktion wünscht dem Fanklub an dieser Stelle viel Erfolg für die Tombola!

Solltet ihr, liebe Leser, euch nun für die Tombola interessieren, könnt ihr euch auf der Homepage der „BVB Freunde Deutschland“ unter diesem Link informieren. Falls wir euer Interesse für die „Neven Subotic Stiftung“ geweckt haben, könnt ihr einfach auf der stiftungseigenen Homepage vorbeischauen.

Vorschau: Nächste Woche dreht sich bei uns alles um die verrücktesten Unisportarten.

Chris & Taylor – Ein ungewöhnliches Duo

Chris & Taylor. Das ist zunächst einmal Sänger Chris Hastrich aus Wiesbaden. Schon als Kind liebte der inzwischen 27-Jährige Musik. So sang er im Chor und tanzte leidenschaftlich gerne. Im Alter von 15 Jahren nahm er dann seine erste Gesangsstunde. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis er sich ein Klavier und eine Gitarre kaufte. Kurz vor seinem Abi entschied sich Chris 2008, die Schule zu schmeißen und Musiker zu werden. Dazu zog er erst mal ein Jahr nach London und schrieb Songs. 2008 gründete er dort auch das Duo Chris & Taylor. Taylor ist seine Gitarre der Marke Taylor. 2009 ging es wieder zurück nach Deutschland, wo Chris sein erstes Album aufnahm. Eine EP und ein weiteres Album folgten. Jetzt ist die neue Platte „Wake up“ erschienen. Auf Konzerten erlebt man Chris & Taylor mal als Duo und mal mit Band.

Unzertrennlich: Chris und seine Gitarre Taylor (Foto: T. Zak)

Unzertrennlich: Chris und seine Gitarre Taylor (Foto: T. Zak)

Face2Face: Wie definierst du deinen Musikstil?

Chris: Am liebsten gar nicht. Ich habe kein Problem damit, wenn andere Menschen meine Musik oder mich definieren möchten. Allerdings habe ich kein Interesse daran, es selbst zu tun. Meistens sage ich nur „Pop Singer/Song-writer mit Gitarre“ und der Rest ist dem Zuhörer selbst überlassen.

Face2Face: Welche Art von Songs beinhaltet dein neues Album „Wake up“?

Chris: „Wake up“ war eigentlich als EP mit vier Titeln in voller Bandbesetzung geplant, aber ich habe mich kurzfristig entschieden, noch drei weitere Titel in Unplugged-Version hinzuzufügen. Es wird meine vorerst letzte Platte in ausschließlich englischer Sprache sein. Ich hatte lange Zeit keine Lust darauf, deutsche Texte zu schreiben. Alin Coen, die eine befreundete Musikerin ist und geniale Texte in beiden Sprachen verfasst, hat mich schließlich dazu animiert, es mal zu versuchen. Seitdem habe ich Blut geleckt und nächstes Jahr wird mein erstes deutschsprachiges Album erscheinen.

Face2Face: Nach welchen Kriterien schreibst du deine Songs?

Chris: Kriterien gibt es nicht wirklich. Ich bin ein sehr intuitiver Songwriter. Meistens setze ich mich hin, spiele irgendwas auf der Gitarre und improvisiere dann Melodie und Text darüber. So passiert es oft, dass ich erst nach einiger Zeit und einem halbfertigen Lied anfange zu verstehen, worum es eigentlich geht. Mein Unterbewusstsein könnte die Frage sicherlich viel besser beantworten. Eine der wenigen bewussten Entscheidungen ist die der Sprache.

Face2Face: Woher nimmst du die Inspiration für deine Songs?

Chris: Auch hierzu kann ich nur sagen, dass ich die Themen meistens nicht plane. Aber grundsätzlich sind es Dinge, die mich mehr oder weniger bewusst beschäftigen. Das kann alles sein, von Alltagserfahrungen bis hin zu den verstecktesten Ängsten.

Face2Face: Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Chris: Die Zuhörer berühren und mit dem ein oder anderen Lied zum Nachdenken anregen.

Face2Face: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Chris: Da gibt es verdammt viele, zum Beispiel Alin Coen, Max Prosa, Pink und Joni Mitchell. Ich höre Musik kreuz und quer und könnte in den meisten Genres mehrere Künstler nennen.

Face2Face: Du hast früher mal sechs Jahre lang im Jugendclubtheater (jetzt Junges Staatsmusical) des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden gespielt. Würdest du gerne mal wieder in einem Musical mitspielen und singen?

Chris: Definitiv. Ich hätte auch am Ende dieses Jahres bei einem Gastspiel des Jungen Staatsmusicals des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden in Ludwigshafen bei „Hair“ mitspielen sollen. Leider musste ich absagen, weil ich bei der Premiere und der Generalprobe bereits Auftritte habe. Aber ich bin mir sicher, dass ich es irgendwann nochmal zeitlich gebacken kriege, ein kleines Musical-Revival zu machen.

Face2Face: Was war das Verrückteste, das du je getan hast?

Chris: Oh je, da muss ich aus einer ziemlich langen und nicht immer vorbildhaften Liste wählen. Ich habe fünf Tage, nachdem ich mich entschieden hatte, nach London zu ziehen, die Koffer in die Hand genommen und bin rüber geflogen, ohne dort jemanden zu kennen oder genau zu wissen, was ich dort tun will außer „Musik machen“.

Mit Spaß dabei: Chris & Taylor mit Band (Foto: S. Holitzner)

Mit Spaß dabei: Chris & Taylor mit Band (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wo würdest du gerne mal auftreten?

Chris: Beim „Glastonbury Festival“ in Großbritannien, in der „Ellen DeGeneres Show“ in Los Angeles und bei den „Grammys“.

Face2Face: Was ist dieses Jahr noch alles geplant?

Chris: Ich gönne mir gerade eine kleine Auftrittspause, um Kräfte für´s neue Jahr zu sammeln und um mein erstes deutschsprachiges Album aufzunehmen. Ich werde jedoch am 11. und 12. Dezember im Kurhaus in Wiesbaden bei der „Night of Music“ mit Orchester singen.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Chris & Taylor.

Genial, weil‘s keiner braucht – Ein Interview mit den Gründern von Dubbe-Dabbe / Mit Gewinnspiel

Neu und schon Kult: Dubbe-Dabbe

Neu und schon Kult: Dubbe-Dabbe (Foto: Dubbe-Dabbe)

Wer dieses Jahr auf ein Weinfest geht kommt an ihnen nicht vorbei: Dubbe-Dabbe. Die kleinen, pinartigen Verzierungen für Gläser haben dieses Jahr in Rekordzeit einen Kultstatus erlangt. Face2Face sprach für euch mit den Gründern von Dubbe-Dabbe, Dennis Dick und Lars Palatinus, über ihre Dabbe, wie sie dazu kamen und warum Dinge, die kein Mensch braucht, oft die besten Ideen sind.

Face2Face: Lieber Dennis, lieber Lars, danke, dass ihr euch Zeit für uns nehmt, gerade mitten in den Weinfesten. Woher kennt ihr euch eigentlich?

Dubbe-Dabbe: Das darf man eigentlich keinem erzählen, das ist richtig kitschig. Wir haben uns in einem Möbelfachgeschäft 2011 kennengelernt, also schon vor vier Jahren. Unsere Frauen kennen sich schon länger und haben sich da zufällig getroffen. Wir sind ins Gespräch gekommen und wollten eigentlich mal was zusammen unternehmen. Wiedergesehen haben wir uns aber erst letztes Jahr, als Dennis geheiratet hat. Danach hat es dann auch mit dem Wiedertreffen geklappt.

Einfach genial: Dabbe für die Dubbe (Foto: Dubbe-Dabbe)

Einfach genial: Dabbe für die Dubbe (Foto: Dubbe-Dabbe)

Face2Face: Den Frauen sei Dank. Denn ohne Sie würde es Dubbe-Dabbe heute nicht geben. Aber was sind diese Dabbe genau und wie seid ihr dazu gekommen, sie zu produzieren und zu verkaufen?

Dubbe-Dabbe: Bei einem gemeinsamen Grillabend hat Dennis plötzlich davon geredet, dass er immer schon so ein paar Ideen gehabt hatte. Farbige Dubbegläser zum Beispiel, nur ist ihm da jemand zuvor gekommen. Und eben auch Glasmarkierer, die mit Saugnäpfen befestigt werden. Der Name war dann auch eine spontane Eingebung, die mit der Idee selbst kam. Lars war von der Vorstellung direkt begeistert und das Gespräch hat sich danach nur noch um die Idee „Dubbe Dabbe“ gedreht. Sehr zum Leidwesen unserer Frauen, die von unserem Gequatsche richtig genervt waren. Aus der Idee und dem Gequatsche wurde dann schnell Ernst und es ging zügig weiter. Die braucht ja eigentlich kein Mensch, aber genau solche Sachen sind die besten Ideen und Dennis hat einfach noch jemanden gebraucht, der sich begeistern konnte. Dann haben wir angefangen zu basteln, bis die Dubbe-Dabbe so waren, wie wir sie wollten. Jetzt sitzen die Rohstoffe fest zusammen und haben eine optimale Haftung. Dafür haben wir verschiedene Rohstoffe ausprobiert, bis wir die beste Zusammensetzung hatten. Der nächste große Kampf war die Frage des Papiers für die Designs, bis wir auf Fotopapier gekommen sind, um die beste Farbqualität zu erzielen.

Face2Face: Das klingt ziemlich zeitaufwendig, dabei habt ihr doch auch feste Berufe. Was macht ihr, wenn ihr keine Dubbe-Dabbe herstellt?

Dubbe-Dabbe: Dennis arbeitet im öffentlichen Dienst in Ludwigshafen am Rhein und Lars bei einer IT-Tochterfirma eines Chemie-Konzerns, ebenfalls in Ludwigshafen. Das sind beides sehr gute Berufe, sodass Dubbe-Dabbe für uns auch finanziell kein Risiko war, sondern vor allem Spaß gemacht hat und weiterhin macht. Wär’s schief gegangen, wäre es auch egal gewesen und wir hätten genug Dabbe für uns selbst gehabt.

Glasmarkierer: Nicht nur für Dubbe-Gläser (Foto: Dubbe-Dabbe)

Glasmarkierer: Nicht nur für Dubbe-Gläser (Foto: Dubbe-Dabbe)

Face2Face: Euch gibt es jetzt ein halbes Jahr und ihr seid mitten in der Weinfestzeit angelangt. Wie läuft das Geschäft?

Dubbe-Dabbe: Das mit den Weinfesten ist etwas schwierig, weil wir als Kunsthandwerker selbst nicht ausstellen können, sondern einen Winzer brauchen, bei dem wir uns dazu stellen können. In Forst hat das zum Beispiel sehr gut geklappt. Die Dubbe-Dabbe kamen super an, die Leute kamen mehrmals und haben auch nach uns gefragt und unser Bestand war danach richtig leergekauft. Wir sind da auch schnell in eine Kult-Ecke gekommen. Die Dubbe-Dabbe wurden auf den verschiedenen Festen wiedererkannt, was uns wirklich sehr zufrieden macht. Unterstützt haben uns dabei Dennis‘ Frau und Lars‘ Freundin, weil wir allein gar nicht alle Termine hätten wahrnehmen können. Auf jeden Fall haben wir für die nächste Saison viel gelernt.

Face2Face: Das klingt, als wären Dubbe-Dabbe ein richtiger Trend. Wie kommt ihr eigentlich auf eure Designs?

Neuer Trend? Jeder will sie haben (Foto: Obermann)

Neuer Trend? Jeder will sie haben (Foto: Obermann)

Dubbe-Dabbe: Wir haben vordefinierte Designs und solche, die der Kunde selbst gestalten kann. Die Ideen für unsere vordefinierten Dubbe-Dabbe kommen aus tausend verschiedenen Ecken. Zuletzt wollte jemand zum Beispiel „Schorlegewitter“ als selbst gestalteten Dubbe-Dabbe haben. Wir haben das gemacht und fanden es so gut, dass wir gefragt haben, ob wir die Idee verwenden dürfen. Da sind wir sehr vorsichtig, weil Urheberrecht natürlich auch für uns gilt. Aber „Schorlegewitter“ ist jetzt bei unseren vordefinierten Designs dabei. Natürlich haben wir noch viele andere Ideen, aber wir wollen die Auswahlmöglichkeiten auch nicht zu schnell zu sehr wachsen lassen.

Face2Face: Noch mehr Arbeit. Wie schafft ihr das eigentlich neben euren „normalen“ Berufen?

Dubbe-Dabbe: Das ist schon manchmal schwer zu kombinieren. Durch unsere Arbeitszeiten gibt es Wochen, in denen wir uns kaum sehen. Darum haben wir die Produktion selbst auch weitestgehend abgegeben und an die Diakonissen Speyer-Mannheim abgegeben, in deren Werkstätten behinderte Menschen beschäftigt werden können und wir sind sehr zufrieden damit. Drucken müssen wir allerdings immer noch selbst, weil wir da einfach noch die beste Qualität der Bilder herausholen. Ansonsten ist Dubbe-Dabbe momentan noch nicht mal ein Nebenverdienst, sondern macht vor allem Spaß und wir sind gespannt, die Idee weiterzuverfolgen.

Face2Face: Der Herbst naht. Was wird aus Dubbe-Dabbe, wenn die Weinfestzeit vorüber ist?

Dubbe-Dabbe: Wir relaxen dann erst mal und genießen unsere Freizeit. Wahrscheinlich werden wir Werbepartner suchen und einiges vorbereiten, unseren Bestand aufbauen und Weinmessen besuchen. Mit den farbigen Dubbegläser haben wir schon ganz früh eine Partnerschaft aufnehmen können. Die sind von selbst an uns heran getreten, was uns wahnsinnig gefreut hat. Erst mal wollen wir aber wirklich die Füße hochlegen und realisieren, was aus unserer Idee seit Beginn der Umsetzung im Februar geworden ist.

Der erste Streich? Die Jungs von Dubbe-Dabbe haben noch viel vor (Foto: Dubbe-Dabbe)

Der erste Streich? Die Jungs von Dubbe-Dabbe haben noch viel vor (Foto: Dubbe-Dabbe)

Face2Face: Viel Zeit zum Planen also. Habt ihr denn noch mehr Ideen, die ihr umsetzen wollt?

Dubbe-Dabbe: Erst mal wollen wir weitere Partner finden. Auch denken wir über eine größere Version unserer Dabbe nach, die dann auf einen Maßkrug passen. Generell ist alles, wo Dubbe drauf sind, ein potentieller Markt für Dubbe-Dabbe. Außerdem sind wir noch auf der Suche nach selbstleuchtenden Farben, sodass die Dabbe im Dunkeln leuchten können.

Face2Face: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit euren Dubbe-Dabbe.

Wer sich ein Bild von den Dubbe-Dabbe machen will, kann am Freitag den 04.09.2015 und Sonntag den 06.09.2015 in Wachenheim im Weingut Manz Dennis und Lars an ihrem Stand besuchen. Außerdem habt ihr jetzt die Möglichkeit, exklusiv auf Face2Face drei tolle Preis zu gewinnen. Als Hauptpreis gibt es ein farbiges Dubbeglas mit drei Dubbe-Dabbe, als zweiter Gewinn winkt ein farbiges Dubbeglas und der dritte Gewinner kann sich auf drei brandneue Dubbe-Dabbe freuen.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis Mittwoch, den 30. September 2015, 23:59 Uhr eine E-Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de mit eurer neuen Dabbe-Designidee. In der Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname sowie eine gültige Adresse für den Versand. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Gregor Jonas – Musiker aus Leidenschaft

Schon im Alter von fünf Jahren sauste der inzwischen 29-jährige Gregor Jonas, der ursprünglich aus dem hessischen Friedberg stammt, laut singend die Ski-Pisten hinunter. Nachdem er zuvor sechs Jahre lang Schlagzeugunterricht hatte, schnappte er sich im Alter von 16 Jahren die Gitarre seiner Schwester und brachte sich selbst das Spielen bei. Seitdem schreibt Gregor auch eigene Songs. Präsenz im Fernsehen erlangte er durch seine Teilnahme an der letzten Staffel der Castingshow „The Voice of Germany“, bei der er es in die Blind Auditions schaffte. Mit einem abgeschlossenen Architekturstudium in der Tasche widmete sich Gregor im letzten halben Jahr vor allem der Straßenmusik und brachte im April diesen Jahres seine erste EP heraus.

Die Gitarre immer mit dabei: Sänger Gregor Jonas (Foto: S. Holitzner)

Die Gitarre immer mit dabei: Sänger Gregor Jonas (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie würdest du selbst deine Musik beschreiben?

Gregor: Ich schreibe Musik über die Gegebenheiten, die mich definieren und beschäftigen. Englischsprachige Alternative-Songs, in denen Gitarre und Stimme gleichermaßen Raum finden sollen. Oft steht hierbei die Wechselbeziehung von Euphorie und Melancholie im Fokus der Texte und musikalischen Klangfärbung.

Face2Face: Du schreibst alle deine Songs selbst. Was inspiriert dich dazu?

Gregor: Alles und nichts. Manche Ideen entstehen aus Geschichten, die ich erlebe oder erzählt bekomme, durch Menschen, die ich treffe, oder Erfahrungen, die ich auf Tour mache. Andere Songs entstehen unwillkürlich von selbst.

Face2Face: Wie kamst du auf die Idee, Straßenmusik zu machen?

Gregor: Zur Straßenmusik kam ich, weil ich mich nicht direkt getraut habe, mich auch alleine auf Bühnen zu stellen. Ich fand es vermessen, Konzerte mit meinen eigenen Songs zu organisieren und den potenziellen Zuhörern zu vermitteln, dass die Sachen so gut sind, dass sie sie hören wollen. Auf der Straße bekommt man ein direktes Feedback. Passanten gehen entweder vorbei oder sie bleiben stehen. Die offensten unter ihnen sagen dir direkt, ob das, was du machst, schrecklich klingt, oder eben nicht. Diese gnadenlose Kritik hat mich zu Beginn gereizt. Die schönen Eindrücke der letzten Jahre lassen mich weitermachen.

Face2Face: Durch die Straßenmusik bist du schon viel durch Deutschland gereist und hast einige Städte gesehen. Wo spielst du am liebsten und warum?

Mit Spaß bei der Sache: Sänger Gregor Jonas beim Straßenkonzert in Wiesbaden (Foto:   S. Holitzner)

Mit Spaß bei der Sache: Sänger Gregor Jonas beim Straßenkonzert in Wiesbaden  (Foto:         S. Holitzner)

Gregor: Das stimmt allerdings. Es gibt auch tatsächlich einige Städte, wie beispielsweise Hamburg, Wiesbaden, Cottbus oder Kiel, in denen ich besonders gerne spiele. Auf jeden Fall hängt es von den Menschen ab. Offene Ohren sind die größte Belohnung.

Face2Face: Welche Erfahrungen nimmst du aus deiner Teilnahme an der Castingshow „The Voice of Germany“ im letzten Jahr mit?

Gregor: Obwohl ich vor meiner, eher durch Spaß als durch Erfolgserwartungen motivierten Teilnahme bei „The Voice of Germany“ alles andere als ein Casting-Show-Enthusiast war, kann ich rückblickend ein durchweg positives Resümee abgeben. Es war eine tolle Erfahrung mit großartigen Menschen auf Seiten der Organisation und Teilnehmer und ich bin sehr froh, diese Zeit durchlebt zu haben.

Face2Face: Wer sind deine musikalischen Vorbilder und mit wem würdest du gerne ein Duett singen?

Gregor: Ich glaube, dass meine Musik stark durch Bands wie Rise Against, City and Colour, Hot Water Music, aber auch Exoten wie Dream Theater oder Say Anything geprägt wurde. Ein Duett? Gute Frage… Ina Müller?! Vielleicht wirklich einfach mit Dallas Green (City and Colour/Alexisonfire) oder Hayley Williams (Paramore). Zwei wirklich fantastische Stimmfarben!

Face2Face: Am 1. April ist deine erste EP „Home“ erschienen. Darauf zu finden sind fünf Songs. Unter welchem Aspekt hast du die Songauswahl getroffen und wie lange hat es gedauert, bis du die fertige EP in den Händen gehalten hast?

Gregor: Die EP entstand aus dem Wunsch, den Zuhörern bei Konzerten oder auf der Straße etwas mitgeben zu können, wenn sie mich darauf ansprechen. Die Zusammenstellung der Songs kann als Momentaufnahme meines musikalischen Schaffens gesehen werden. Ich wollte ein möglichst breites Spektrum präsentieren. An der Scheibe habe ich zusammen mit Moritz Herrmann von Breadmaker Records viele Monate gearbeitet und es macht mich wirklich stolz, dass sie nun tatsächlich fertig und darüber hinaus noch so schön geworden ist, sowohl graphisch, als auch akustisch.

Face2Face: Was war dein schönstes musikalisches Erlebnis bisher?

Gregor: Da gibt es zu viele, als dass ich hier sicher sagen könnte, das eine Ereignis steht besonders über allen. Alleine schon, wenn mir Menschen, die eigentlich in Fußgängerzonen unterwegs sind, weil sie etwas vor haben, ihre Aufmerksamkeit schenken, finde ich das nach wie vor sehr schön. Manche bleiben sogar für mehrere Songs bei mir und lassen alles andere warten, nur um mir weiter zuzuhören. Ein tolles Gefühl!

Face2Face: Du hast in Weimar und Cottbus Architektur studiert und bist jetzt vor kurzem nach Kiel gezogen, um als Architekt zu arbeiten. Was würdest du gerne einmal entwerfen?

Gregor: Ein kleines Theater, das wäre mal was. Einen schönen Raum für Kunst, für Licht, Klang und Raum selbst. Darauf hätte ich große Lust.

Face2Face: Wie vereinst du deine beiden Berufe – Architekt und Musiker?

Gregor: Natürlich habe ich jetzt, da ich nach einer Auszeit als Berufsmusiker zur Architektur zurückgekehrt bin, etwas weniger Zeit für die Musik selbst. Ich werde aber sicher nicht aufhören, Musik zu machen und auf die Bühne zu bringen. Denn gerade diese Kombination, der Kontrast und der Ausgleich, den ich durch Architektur und Musik bekomme, ist es, was mir Spaß macht.

Face2Face: Was ist für dieses Jahr noch alles geplant?

Gregor: Jetzt, wo ich hier oben im Norden wohne, gibt es ganz neue Straßen und Bühnen zu erobern! Ich werde in den kommenden Wochen versuchen, ein paar neue Konzerte zu buchen und die Idee weiter voranzutreiben. Die ersten bestätigten – zugegeben nicht unbedingt im Norden Deutschlands gelegenen – Konzerte sind am 16. Juli im Kulturpark Wiesbaden und am 18. Juli beim Sparkling Vibes in Bad Nauheim. Ich freue mich schon sehr darauf, endlich wieder vor Publikum spielen zu können.

Mehr Infos zu Gregor Jonas gibt es auf seiner Facebookseite. Musikalische Kostproben findet man auf seinem Youtube-Kanal

Vorschau: Nächste Woche erscheint der zweite Teil der Reihe  „Artists to watch“.

„Kristallglas lebt vom Licht“ – Ein Interview mit Petra Schütte, Designerin und Inhaberin von OertelCrystal

Edle Kristallgläser und funkelnde Vasen. Bei dem Kristallglashersteller OertelCrystal dreht sich bereits seit 1869 alles um die glitzernde Pracht. Petra Schütte, Geschäftsführerin und Designerin von OertelCrystal, hat Face2Face jetzt ein Interview gegeben und über ihre Inspiration für neue Kreationen, Pflegetipps für Vasen und Gläser sowie die Geschmäcker der verschiedenen Länder gesprochen.

Im Interview mit Face2Face_ Petra Schütte von OertelCrystal (Foto: OertelCrystal)

Im Interview mit Face2Face_ Petra Schütte von OertelCrystal (Foto: OertelCrystal)

Face2Face: Woher nehmen Sie die Inspiration für die außergewöhnlichen Vasen?

Petra Schütte: Ich bin ein visueller Typ, dem Formen und Farben gleich auffallen und der das dann immer gleich mit Design assoziiert und denkt, daraus kann ich etwas machen. Irgendwann sehe ich dann ein Dekor oder eine Form, auf dem man diese Idee verwirklichen kann. Das kann schon mal dauern, manchmal bis zu einem Jahr, wie bei meiner Vase Hamburg: Die Form dafür hatte ich schon seit über einem Jahr im Kopf. Das gilt auch für die Vase Byzanz. Die lange schmale Form schwebte mir schon lange vor, aber es hat eben gedauert, bis sich die Dekore bei mir entwickelt haben. Das ist für mich sehr emotional. Ich hole Inspirationen aus der Natur, aus Büchern und manchmal sogar aus der Mode.

Face2Face: Wie ist das mit der neuen, limitierten Edition? Diese Vasen sind ja alle nach Städten benannt, wie ist Ihnen da die Inspiration gekommen?

Petra Schütte: Ausgelöst hat das die Vase Vienna. Die Vase ist eine Reproduktion eines Original-Stückes aus den 20-er Jahren. Wie haben nur die Farbe verändert, aber die Dekorationen sind typischer Art Deco Stil. Da konnte die Vase natürlich nicht anders heißen als „Wien“. Damit hat es angefangen. Wir haben gedacht, dass wir auch für die anderen Vasen der Kollektion passende Städtenamen brauchen. Bei der Vase Hamburg etwa ist es ganz klar: der Fluss, die Wellen und die Elbe, die ja auch nicht immer so ganz blau ist. Das passt sehr gut zu unserer Vase.

Face2Face: Gibt es Unterschiede in den Geschmäckern zwischen verschiedenen

Vorsicht bei Spülmaschinen: Goldekore können hier schnell beschädigt werden (Foto: OertelCrystal)

Vorsicht bei Spülmaschinen: Goldekore können hier schnell beschädigt werden (Foto: OertelCrystal)

Ländern?

Petra Schütte: Ja, es gibt auf jeden Fall einen großen Unterschied. Etwa bei der Größe der Vasen. Im Orient, wo ich häufig tätig bin, sind die Häuser und Räume, in denen solche Vasen stehen, viel größer als bei uns. Vasen in den Dimensionen, wie sie bei uns verwendet werden, würden dort verschwinden. Für solche Länder produzieren wir Stücke, die teilweise über zwei Meter groß sind. Solche Vasen wirken dann bei uns in Deutschland wieder total überdimensioniert. Aber es gibt noch weitere Unterschiede: In den USA etwa sind viel mehr farbige Vasen gefragt als bei uns und in Russland kaufen die Menschen Stücke mit starkem Dekor, etwa mit Goldverzierungen.

Face2Face: Wie sieht es denn bei der Pflege dieser Vasen aus? Gibt es da spezielle Tipps? Etwa bezüglich der Goldverzierungen?

Petra Schütte: Bei uns sind die Golddekore bei 500 Grad Celsius eingebrannt und können somit nicht durch einfaches Spülen beschädigt werden. Deswegen kann man die Vasen ganz normal mit Spülmittel spülen. Wichtig ist es, das Stück hinterher gleich abzutrocknen, um Wasserflecken und Kalkablagerungen zu vermeiden. Ebenso sollte vor allem dickes Glas nicht in heißes Wasser gegeben werden beziehungsweise bei Vasen auch kein heißes Wasser eingefüllt werden. Denn sonst sind die Temperaturunterschiede zu groß, es entstehen Spannungen im Glas und es kann sehr leicht brechen. Und ganz wichtig: Grundsätzlich sollten Kristallvasen und Kristallgläser nie in die Spülmaschine, da dort ebenfalls große Temperaturunterschiede vorherrschen. Vasen und Gläser mit Gold- oder Emaildekoration dürfen ebenfalls nicht in die Maschine, da die Spülmittel zu aggressiv wirken und die Dekorationen beschädigen.

Face2Face: Frau Schütte, jetzt mal Hand aufs Herz: Was ist ihr Lieblingsstück?

Petra Schütte: Mein Lieblingsstück ist immer das neueste Stück. Das ist toll, da steckt viel Herzblut drin. Da kommt auch meine Erfahrung mit ins Spiel und die Empfindung, dass mir etwas Tolles gelungen ist. Im Moment ist mein Lieblingsstück die Vase Hamburg, da sie durch die Überfangtechnik, die verschiedenen Schlifftechniken und die verschiedenen Schichten Glas im Licht richtig leuchtet und glitzert.

Spülmittel und lauwarmes Wasser eignen sich für die Pflege von Kristallgläsern (Foto: OertelCrystal)

Spülmittel und lauwarmes Wasser eignen sich für die Pflege von Kristallgläsern, wie hier der Serie Karlsgarten (Foto: OertelCrystal)

Face2Face: Wie können hochwertige Kristallgläser und -vasen am besten gepflegt werden?

Petra Schütte: Am besten eignen sich normale Spülmittel und lauwarmes Wasser. Wichtig ist es, die Vasen und Gläser direkt nach dem Gebrauch zu spülen und sie nicht über Nacht stehen zu lassen. Bei Golddekorationen am Rand sollten Benutzer darauf aufpassen, die Gläser nicht zu stürzen, da herunterlaufendes Wasser oder Wein das Dekor aufgrund der enthaltenden Säure beschädigen könnten. Zum Trocknen sollte zudem ein weiches Tuch verwendet werden, das im eigenen Interesse ihrer Leser nicht fusseln sollte. Auch habe ich herausgefunden, dass die Methode, viele Gläser auf einmal in warmes Wasser zu legen, nicht gut geeignet ist. Denn so schlagen die Gläser besonders schnell an. Also sollte man immer nur ein Glas ins Wasser geben und nach dem Säubern sofort wieder herausnehmen. Bei Vasen gibt es noch einen Spezial-Trick: Der Belag vom Blumenwasser geht am besten mit Gebissreinigertabs weg.

Face2Face: Welche Mittel sollte man auf keinen Fall zum Reinigen von Vasen verwenden?

Petra Schütte: Scheuernde Mittel sind ganz ungünstig, da Kristallglas weicher ist als Glaskeramik und durch die Mittel schnell matt wird. Auch Topfschwämme verkratzen die Gläser und Vasen sehr schnell und sollten nicht verwendet werden.

Glänzende Vasen mit außergewöhnlichen Mustern vertreibt die Firma OertelCrystal (Foto:OertelCrystal)

Die Skyline von Shanghai ist auf der handgefertigten Vase dargestellt. Daher stammt auch der Name (Foto:OertelCrystal)

Face2Face: Wie kann man möglichst lange den Glanz seiner Lieblingsvase erhalten?

Petra Schütte: Den Glanz erhält man am besten, wenn man Vasen mit Spiritus ausreibt und an einen trockenen Ort stellt. Ein feuchter Keller etwa ist schädlich für Kristallvasen, da hier die sogenannte Glaskrankheit entstehen kann. Dabei werden Kristalle aus der Oberfläche der Vase herausgelöst und die Vase wird matt. Das kann man dann nicht mehr beseitigen. Es kommt aber heutzutage nur noch bei sehr altem Glas vor, neuere Glasmischungen sind so gut, dass es nicht mehr passiert.

Face2Face: Wie würden Sie Ihr Lieblingsstück richtig schön zur Geltung bringen?

Petra Schütte: Ich finde es immer schön, Kristallvasen ans Fenster zu stellen, um die Lichtreflexionen und das Lichtspiel wirken zu lassen. Kristallglas lebt für mich einfach vom Licht.

Face2Face: Welche Trends gibt es dieses Jahr bei Vasen?

Petra Schütte: Ich finde, dass bei Vasen, die oben weiter sind, die Blumen besser zur Geltung kommen. Dann kann man Blumen und Zweige arrangieren und schöne große Sträuße reinstellen. Auch ein Trend dieses Jahr sind sicherlich die Farben. In Deutschland gibt es ja immer noch viele moderne Einrichtungen mit Betonwänden und dazu werden dann bunte Vasen kombiniert. Trendfarben sind hier ein erdiges Kupferorange und auch gedeckte Blautöne. Das wird wohl auch bis ins nächste Jahr so bleiben. Auch Naturdekorationen wie Äste oder Zweige, die in die Wohnung gestellt werden, sind modern.

Vorschau:

Tim Bendzko ist mehr als nur der „Weltretter“

Tim Bendzko ist mehr als nur der "Weltretter"
Mehr als nur ein „Weltretter: Tim Bendzko (Foto: Paul Ripke)

Der erfolgreiche deutsche Pop-Sänger Tim Bendzko wird im April 30 Jahre alt. Mit seinem ironischen Song „Nur noch kurz die Welt retten“ landete der gebürtige Berliner 2011 einen sprichwörtlichen Ohrwurm und schaffte damit den endgültigen Durchbruch ins Musik-Business. Für sein Debüt-Album „Wenn Worte meine Sprache wären“ erhielt er Doppelplatin und stand damit 69 Wochen in den Charts.

Face2Face: Ab Ende März sind Sie zusammen mit Ihrer Band auf „Mein Wohnzimmer ist dein Wohnzimmer “ Tour und werden elf Konzerte geben. Wie halten Sie sich körperlich und stimmlich fit?

Bendzko:  Das Singen an sich hält mich stimmlich fit. Und zwischen den Konzerten wird so wenig gesprochen wie irgendwie möglich. Was die körperliche Fitness angeht bin ich eigentlich schon im Trainingslager.

Face2Face: Sie selbst bezeichnen sich als „Frohnatur“, aber Ihre Songs sind teilweise sehr melancholisch. Wie entstehen Ihre Texte? Gibt es dafür bestimmte Anlässe aus Ihrem eigenen Leben?

Bendzko: Eigentlich weiß ich selbst nicht so richtig woher die Texte kommen. Das ist ein ziemlich unterbewusster Prozess. Ich schreibe also meine Lieder nicht zu gewissen Anlässen. Meist fällt mir der passende Anlass erst später dazu ein.

Face2Face: Sie haben bereits mit erfolgreichen Künstlern wie dem irischen Sänger Rea Garvey, Xavier Naidoo und Kool Savas (Xavas) sowie der Sängerin Cassandra Steen zusammengearbeitet. Wie kam es zu dieser sehr interessanten und vielseitigen Zusammenarbeit?

Bendzko: Nach der Fertigstellung meines zweiten Albums hatte ich ein paar Wochen Luft bevor die ganze Promo-Tour losging. Da habe ich mir gedacht, ich könnte die Zeit einfach effektiv nutzen und weitere neue Songs schreiben. Mit Rea hatte ich mal zwischen Tür und Angel besprochen, dass wir mal was zusammen schreiben sollten. Das haben wir in dieser Zeit dann auch getan. Es war für mich eine ganz neue Erfahrung, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Deshalb habe ich dann einfach andere Künstler wie Xavier, Kool Savas und Cassandra gefragt, ob sie nicht Lust auf eine Zusammenarbeit hätten. Und ich finde, die Ergebnisse können sich sehen und hören lassen.

Face2Face: Sie haben selbst schon bei einem Talentwettbewerb der Söhne Mannheims erfolgreich teilgenommen und waren Juror der deutschen Castingshow „The Voice Kids“. Denken Sie, dass der Gewinner einer solchen Show tatsächlich langfristig Karriere machen kann oder ist das Ihrer Meinung nach doch meistens nur eine Eintagsfliege?

Bendzko: Der Wettbewerb der Söhne Mannheims, an dem ich teilgenommen hatte, war eigentlich kein richtiger Talentwettbewerb. Dort wurden hauptsächlich Protagonisten für ein Musikvideo gesucht und „TVK“ hatte es gar nicht zum Ziel überhaupt eine Karriere zu starten. Da geht es eher darum, den Kindern die Möglichkeit zu geben sich mal in der Welt ihres Traumberufes zu bewegen und zu schauen, ob das wirklich was für sie ist. Was Casting-Shows mit Erwachsenen angeht, also Formate wie „DSDS“, „X-Faktor“ und „The Voice“ glaube ich schon, dass es möglich ist danach eine langfristige Karriere zu starten. Das hängt aber weniger an den Sendungen, als an einem selbst und den Leuten, die hinter einem stehen.

Face2Face: Was vielleicht wenige wissen, aber Sie haben damals nach Ihrem Abitur ein Theologiestudium an der Freien Universität in Berlin begonnen. Welche Rolle spielt der Glaube denn heute noch in Ihrem Leben?

Bendzko: Der Glaube im religiösen Sinne spielt eigentlich keine große Rolle für mich.  Aber ich „glaube“ natürlich, also glauben im Sinne von vertrauen. Ich vertraue darauf, dass am Ende irgendwie alles gut wird. Ich denke, dass mich dieses Vertrauen überhaupt bis hierher gebracht hat.

Face2Face: Sie sind ein großer Motorsportfan und haben sogar schon eine Rennlizenz in der Tasche. Träumen Sie denn selbst davon mal an einer Ralley teilnehmen zu können?

Bendzko: Dieser Zahn wurde mir schon während des Lehrgangs gezogen. Es macht mir unglaublich viel Spaß, alles mit anzusehen und natürlich auch selbst auf einer Rennstrecke Gas zu geben und schnell zu fahren. Aber in einem Rennen gibt es auch noch andere Fahrer und das ist mir dann letzten Endes irgendwie zu gefährlich.

 


Fotograf Paul Ripke

Auf Tour: Tim Bendzko (Foto: Paul Ripke)

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelle Tourdaten

23.03.2015 Hamburg (Laeiszhalle)

24.03.2015 Essen (Colosseum)

26.03.2015 Ludwigshafen (Feierabendhaus)

27.03.2015 Freiburg (Konzerthaus)

28.03.2015 Nürnberg (Meistersingerhalle)

11.04.2015 München (Circus Krone)

13.04.2015 Heidelberg (Kongresshalle)

14.04.2015 Stuttgart (Theaterhaus)

16.04.2015 Bonn (Beethovenhalle)

17.04.2015 Bremen (Musical Theater)

19.04.2015 Berlin (Admiralspalast)

Vorschau: Nächsten Freitag lest ihr hier über kulturelle Veranstaltungen und Events rund um die Sonnenfinsternis.

 

„Wow, der Junge hat Talent!“ – Der Startschuss des Kölner Künstlers Mike Dargas

Im Jahr 1983 wird in Köln am Rhein ein großartiger Künstler geboren. Mike Dargas. Er selbst bezeichnet sich als Autodidakt und hat schon im Kindesalter mit seinem Talent für Aufsehen gesorgt. Die Liebe zum Detail verhilft ihm bei jedem seiner Werke zur Perfektion. Noch genauer, noch fotorealistischer und jedes Bild mit einer anderen Botschaft. Neben zahlreichen anderen Techniken hat er sich nun auf die Ölmalerei spezialisiert. Vom eigenen Tattoostudio- zum eigenen Atelier. In genau diesem habe ich Mike zum persönlichen Interview getroffen. In lockerer Atmosphäre und umgeben von einzigartiger Kunst.

Ein Ausnahmetalent in der fotorealistischen Ölmalerei: Mike Dargas (Foto: M. Dargas)

Ein Ausnahmetalent in der fotorealistischen Ölmalerei: Mike Dargas (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Wie bist du zur Malerei gekommen?

Mike: Im Knast. Nein Quatsch. Eigentlich von klein auf. Ich habe im Kindergarten schon viel gemalt. Anders als die anderen Kinder. Etwas detaillierter und dann hat sich das Talent schon ein bisschen bemerkbar gemacht. Letztendlich habe ich dieses Talent aufgebaut mit Interesse. Im frühen Alter habe ich mich schon viel für Techniken und allgemein Kunst interessiert. Wenn andere auf Bäume geklettert sind, bin ich in Büchereien gefahren und habe mir Kunstbücher angeguckt.

Lädt zum Verweilen und Staunen ein: Die Galerie in schönem Ambiente (Foto: M. Dargas)

Lädt zum Verweilen und Staunen ein: Die Galerie in schönem Ambiente (Foto: A. Götzen)

Face2Face: Wie sah das erste Bild aus, in dem dein Talent sichtbar wurde?

Mike: Auch im Kindergarten. Spezielles Erlebnis: Ein Panoramabild unter Wasser mit Tauchern und Luftblasen. Das mit sechs Jahren. Hier habe ich selbst gemerkt und haben auch alle anderen gesagt: „Wow, der Junge hat Talent!“. Das war der Startschuss.

Face2Face: Ab wann hast du dich entschlossen, das professionell zu machen?

Mike: Ich habe schon als Kind festgelegt, dass ich auf jeden Fall etwas mit Kunst, Handwerk und Kreativität mache und erst einmal alle Techniken und Materialien ausprobiert. Festgelegt auf Ölmalerei habe ich mich erst vor drei Jahren.

Hier entstehen wahre Schätze: Das Atelier des Künstlers in Köln (Foto: M. Dargas)

Hier entstehen wahre Schätze: Das Atelier des Künstlers in Köln (Foto: M. Dargas)

 

Face2Face: Was hältst du von deinen Bildern selbst?

Mike: Da bin ich, wie das Klischee eines typischen Künstlers vorgibt, immer unzufrieden. Jedes Mal, wenn ich meine Bilder anschaue, denke ich: Das geht noch besser. Für mich ist es stets eine neue Herausforderung. Jedes Werk soll noch fotorealistischer werden. Ich versuche, bei jedem neuen Gemälde eine Steigerung zu finden.

Face2Face: Wen möchtest du mit deinen Bildern erreichen?

Mike: Mein Ziel ist es, weltweit bekannt zu werden. Ich möchte mit meinem Talent den Durchbruch schaffen. Da bin ich auch sehr ehrgeizig.

Face2Face: Warum malst du Portraits und keine Landschaften oder ähnliches?

Mike: Eigentlich hätte ich Lust, viele Sachen zu malen, auch Landschaften. Einfach, um das mal gemacht zu haben, aber letztendlich muss man einen Faden finden. Auf Portraits habe ich mich jetzt gefestigt, weil jedes Portrait individuell ist und etwas anderes aussagt. Da ist vielmehr Action und Leben drin.

Natürlich zählen auch Männer zu seinen Modellen: Titel dieses Meisterwerks ist "Seebär" (Foto: M. Dargas)

Natürlich zählen auch Männer zu seinen Modellen: Titel dieses Meisterwerks ist „Seebär“ (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Du hattest auch ein eigenes Tattoostudio. Warum hast du das aufgegeben?

Mike: Letztendlich weil ich nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte. Tätowieren beansprucht viel Konzentration-, viel Geduld und viel Zeit, die dann für die Malerei fehlt. Und in der Malerei möchte ich erfolgreich sein.

Face2Face: Wer sind die Menschen, die du malst?

Mike: Das sind Modelle, die ich aussuche. Im Moment weibliche. Diese fotografiere ich ab und male das dann von dem Foto auf Großformat. Der exakte Moment ist tatsächlich mit der Kamera so eingefangen. Ich glaube, wenn man das aus dem Kopf schafft, ist man ein Superbrain.

Mike Dargas bei der Arbeit: Ein Exemplar mit Honig als "Rohmaterial" (Foto: M. Dargas)

Mike Dargas bei der Arbeit: Ein Exemplar mit Honig als „Rohmaterial“ und umgesetzt mit dem Pinsel (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Woran arbeitest du im Moment?

Mike: Eine Serie, für die ich Honig als Material ausgewählt habe, wobei das eigentlich einen viel tieferen Sinn hat. Das erste Bild daraus war „Ecstasy of Gold“. Ekstase sagt dabei ja alles. Gold steht in dem Zusammenhang nicht für Honig, sondern für das wertvolle Rohmaterial. So hieß auch das nächste Bild „The black Gold“, also das schwarze Öl bezüglich des Rohmaterials. Als Thema also alles, was einen hohen Wert hat. Worum sich Politik und Wirtschaft dreht, nämlich Geld.

Face2Face: Was ist für die Zukunft bezüglich Ausstellungen/Projekte geplant?

Mike: Als nächstes habe ich mehrere Ausstellungen in München, darunter eine Kunstmesse. Außerdem gibt es gerade Angebote aus Amerika. Also muss ich sehen, dass ich mal über den Teich komme. Wie gesagt, Ziel ist es, national und international erfolgreich zu sein. Ich glaube einfach, wenn man sich in Deutschland einsperrt, kommt man nur bis zu einem gewissen Punkt. Sowieso fahren die Amerikaner total auf den fotorealistischen Stil ab und haben irgendwie so ein Faible dafür.

Ich glaube, dass Mike Dargas diesen Punkt sowohl in Deutschland, als auch international noch lange nicht erreicht hat. Diese bescheidene Art und der rheinische Humor, kombiniert mit diesem eindrucksvollen Talent lässt ihm alle Türen der Kunstwelt offenstehen. Wir werden auf jeden Fall noch sehr viel von dem Kölner Künstler hören, beziehungsweise sehen.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier ein spannendes Interview mit einem jungen, aufstrebenden Filmemacher aus der Region.

Und das Konto sprach: Schätzet die Musiker!

Dieser Artikel wird ein Manifest für alle Musiker, deren Musik super-klasse-richtig-gut-so-independent-und-so-aber-trotzdem-geil ist, aber aus welchen Gründen auch immer der kommerzielle Erfolg ausbleibt.

Jeder der Musik macht, wird der Musikredaktion beipflichten, dass er oder sie nicht nur einmal in seiner Laufbahn sich für seine Gage rechtfertigen muss. „Warum so viel?“ oder „Du spielst doch nur ein bisschen Gitarre mit deinen Freunden!“ sind häufig die Fragen und Vorwürfe, die man sich anhören muss. Was viele unter diesen gewissen Musikspezialisten leider nicht wissen (wollen) ist das ein ganzes Drum-Set, eine Gitarre, Bass, Mikrofon – kurzum die gesamte Ausrüstung schon mehrere Tausend Euro kostet. Des Weiteren sind weitere Ausrüstungsgegenstände, wie ein Mischpult, Lautsprecher oder ein Monitor (ein Gerät wodurch sich der Musiker selbst hören kann und somit besser handeln kann, wenn der Sound mal nicht stimmen sollte) hier nicht eingerechnet sind. Diese Kosten sind als Investment für den Musiker und somit auch als Risiko für seine Karriere zu sehen. Das Stichwort lautet hier: R.O.I.! Würde der Vollblutmusiker seine Arbeit als reines Geschäft betrachten, dann erwartet er von dem Käufer der Dienstleistung einen „Return on Investment“. Dies bedeutet kurzum, dass nach dem getätigten Investment des Musikers auch zeitnah Geld zurückfließen sollte. Ansonsten verschuldet sich der Musiker und er muss seine Karriere beenden, bevor sie überhaupt angefangen hat. Liebe Musikversteher da draußen, die Musiker für sich spielen lassen wollen und auch bezahlen werden, bitte vergesst nicht: Es ist euer Job die gekaufte Dienstleistung im vollen Umfang realistisch zu bezahlen!

Es gilt: „You Pay – We Play!“

Um nun einen kleinen Beitrag für all diese Musiker symbolisch zu inszenieren, veröffentlicht die Face2Face-Musikredaktion die Playlist „Musik, die mehr Wertschätzung verdient“. Natürlich ist diese Playlist nicht vollständig – um es mit den Worten von der Band Tenacious D zu sagen:

„This is not the greatest Playlist in the world – it´s just a tribute!“

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

 

 

Für alle Nichtwissenden dieser kleinen runden Welt, kommt hier eine Playlist, die man sich nicht nur über Kanäle wie YouTube, Spotify, Deezer, Vimeo etc. anhören sollte, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf Musiker lenken soll, die den großen kommerziellen Erfolg nun mehr als verdient hätten.

Unterstützt und kauft!

 

 

 

  1. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi unter anderem mit  „Der Anfang ist nah“
    •  Alternativer Hip-Hop der von einem Musiker und einem Schauspieler-Brüderpaar betrieben wird und fast schon als linguistisches Zeitzeugnis verstanden werden kann? Ja perfekt – ist gekauft!
  2. Selah Sue unter anderem mit „This World“
    • Die kleine Belgierin ist auch schon länger mit ihrer Musikkarriere unterwegs und hinterlässt euch Zuhörern ein Tracks für jede Lebenslage: KAUFEN! (Imperativ)
  3. Ruarri Joseph unter anderem mit „Baby Finn“
    • Kann man einen langhaarigen Schotten mit Gitarre nicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen? Gut, äußerlich hebt er sich nicht von der Masse ab, aber es zählt ja auch die Musik und damit überzeugt auf jeden Fall!
  4. Hawk House unter anderem mit „Tidal Tendencies“
    • Ein Hip-Hop-Trio aus mit literarischen wertvollen Texten auf entspannten Old-School-Beats. Was will man mehr? Richtig, Umsätze!
  5. Dillon Cooper unter anderem mit „State of Elevation“
    • Ein weiterer Hip-Hop-Act mit großem Potential. Aber das reicht leider nicht! Hört ihn euch an und vielleicht klickt ihr ja dann ausversehen in iTunes auf kaufen. Man kann ja nie wissen!
  6. Dub FX unter anderem mit „Love someone“, „Made“, „Colors“, „Step on my Trip“
    • Ein wahrer Meister, Guru und Magier mit seiner Stimme und seine Loop-Station. Er tourte durch fast alle Städte dieser Welt und verteilte nicht nur gute Stimmung, sondern auch richtig gute Musik! Leute, ganz ehrlich: Kauft nicht nur seine Musik – kauft ihn!
  7. Stephane Wrembel unter anderem mit „Bistro Fada“
    • Ein Musiker, der mehrheitlich instrumentale Lieder im Stile von Django Reinhard aufnimmt und damit den Gypsy Swing wieder aufleben lässt. So wurde beispielsweise „Bistro Fada“ in dem Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen aufgenommen und verlieh dem Bewegtbild erst den Charme von Paris! Ein Meister, dem man Beachtung schenken sollte!
  8. Shootyz Groove mit L-Train
    • Eine Band aus den 90er-Jahren, deren Existenz wahrscheinlich sogar die Band selbst vergessen hat. Allerdings finden sich manchmal einer ihrer klasse Songs bis heute in so manchen Wiedergabenlisten wieder! „L-Train“ ein Lied, dass in den 90er-Jahren dem ganzen Rest Jahrzehnte voraus war. Vielleicht passt es ja jetzt?! Anhören und kaufen!!
  9. Portugal. the Man unter anderem „And I“ und viele mehr
    • Eine Band mit einem Sänger, deren herausragende Stimme einen angefangen mit den Ohren einfängt und dann am Ende den ganzen Körper nicht mehr loslässt. Eine Band ähnlich, wie „Of Monsters and Men“ nur etwas melancholisch und realistischer. Ein Fall für den Kaufen-Button!
  10. Trouble Andrew unter anderem mit „Eitherway“, „Push“, „Bang Bang“ etc.
    • Eine interessanter Künstler, der durch seine, zwar etwas nach Garagen-Sound-klingende-Musik, sich als sehr wandlungsfähig darstellt. Vom schnellen Rock bis hin zu fast schon 50 Cent-Hip-Hop-Beats ist alles dabei. Wie viel Ärger Trouble Andrew schon angestellt hat oder ob hier wieder nur das Image poliert wird, ist nicht einzusehen. Klar ist aber: Seine Musik zu kaufen ist die richtige Entscheidung!
  11. Just Jack unter anderem mit „Morning Morning“
    • Der 1976 in London geborene Hip-Hop-Künstler nimmt eine leere Tonspur und füllt diese mit Elementen aus Electro Funk, House und klassischem Hip-Hop. Eine leckere Mischung, die den Ohren so sehr schmeichelt, dass die Beine durchs Tanzen die nächsten Stunden erst einmal leiden müssen! Werte Face2Face-Musikredaktion, bitte kaufen!
  12. Raumheld unter anderem mit „Tanzen“ und „Wodka“ etc.
    • Der Deutsch-Electronic-Künstler verwendet, wie viele Künstler Filmzitate und baut diese in seine Songs ein. Doch überzeugt er in dem er passende Filmzitate, wie zum Beispiel die Tanzszene aus „V wie Vendetta“ in seinen Song „Tanzen“ einbaut und somit es schafft aus einem Song eine kleine Hymne auf die Tanzfläche zu entwickeln. Also lass tanzen – nachdem noch kurz das Album gekauft wurde, ok?

Vorschau: Nächstes Mal erwartet euch an dieser Stelle wieder spannende Themen aus der Welt der Musik. 

 

„Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch“ – Ein Interview mit Schauspieler und Model Jace Rashid

A Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

Guy Next Door: Privat ist Jace bodenständig und liebt es, seine Freizeit der Familie und Freunden zu widmen. (Foto: © Photography by Farhan Lautner )

In seiner Familie und im Freundeskreis ist er der erste, der eine 180-Grad-Wendung gewagt hat, um sich der Schauspielerei zu widmen. Schon als kleiner Junge war Jace Rashid von Filmen fasziniert, doch das konkrete Ziel diesem Beruf nachzugehen, entwickelte sich erst im Teenageralter. Heute kann der 25-jährige, in Pakistan geborene Schauspieler aus Mannheim mit seinen Erfolgen glänzen, denn in „Vaterfreuden“ (2014) hat er bereits mit Matthias Schweighöfer gearbeitet und konnte in der sozialkritischen Dokumentation „Das radikal Böse“ (2013) vom Oskar-Preisträger Stefan Ruzowitzky mitwirken. Obwohl sein Kalender Monate im Voraus verplant ist, konnte Face2Face dennoch ein Interview ergattern!

Face2Face: Jace, kannst du kurz deinen steilen Karriereweg beschreiben?
Jace: Während meiner Ausbildung als Hotelfachmann, habe ich eines Tages realisiert, dass ich meinem eigentlich Traumberuf, Model und Schauspieler, nachgehen wollte. Zu dem Zeitpunkt bot sich für mich die Möglichkeit an, ins Model-Business umzusteigen. Ich nutzte diese Option und machte sie zur Chance. Mir fehlten damals die finanziellen Mittel für eine Schauspiel-Ausbildung. Ich habe mich mit sehr viel Ehrgeiz und Herzblut hochgearbeitet und bin in dem Sinne ein Quereinsteiger gewesen. Meinen Erfolg habe ich aber auch dem Schicksal zu verdanken, denn Glück gehört immer dazu.
Face2Face: Vor kurzem warst du als Teil der Filmcrew bei der Premiere von „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ in Mannheim dabei, standest in der Produktion zusammen mit Micaela Schäfer vor der Kamera. Worum geht es in diesem Film und wen spielst du?

Nächste Station - Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Nächste Station – Bollywood: Schafft Jace den Durchbruch als erster deutsch-pakistanische Bollywood-Star? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Jace: „La Petite Mort 2 – NASTY TAPES“ ist ein Horrorfilm vom Regisseur Marcel Walz. Ich bin mit Marcel gut befreundet und habe auch in seinem Horrorfilm „RAW2 – Das Tagebuch der Grete Müller“ (2014) mitgespielt. Marcel Walz ist ein außergewöhnlicher, toller Regisseur. Es hat Spaß gemacht, mit ihm und dem wundervollen Team zusammenzuarbeiten. Als er mich dann fragte, ob ich nicht Lust hätte, in seinem neuen Film „La Petite Mort 2“ mitzuspielen, habe ich sofort zugesagt.
In dem im Film gezeigten Etablissement werden Menschen aufs Schrecklichste gefoltert und ermordet und ich spiele einen von vielen Opferknechten, die auf brutale Art und Weise hingerichtet werden. Aber ob ich es überlebt habe, werde ich natürlich nicht verraten. Schaut euch den Film an! (lacht)

Face2Face: Wann kam der Moment, als du zum ersten Mal das Gefühl hattest: „Geschafft“? Oder ist dein momentaner Erfolg nur der Anfang? Gab es auch Tage, an denen nichts lief und du verzweifelt warst?
Jace: Ich bin ja seit ca. drei Jahren in dieser Branche aktiv und praktisch ein Newcomer. Ich habe in sehr vielen Filmproduktionen mitgewirkt und in vielen Bereichen als Schauspieler und Model gearbeitet. Für mich ist jede Rolle und jeder Dreh in einem Film ein persönlicher Erfolg. Vom großen Durchbruch kann man nicht sprechen – zumindest noch nicht (lächelt). Ich bin aber auf dem richtigen Weg. Mir war natürlich schon immer bewusst, dass der Umstieg ins Modellbusiness zwar mutig, aber auch sehr riskant gewesen ist. Aber ich war mir felsenfest sicher, dass ich es schaffen kann. Klar, es gab Höhen und Tiefen in meinem Leben, doch ans Aufhören habe ich noch nie gedacht, ich bin nun mal ein Kämpfer. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich es auch bis zum Schluss durch, egal wie hart und schwer der Weg auch sein mag.
Face2Face: In drei Worten: Was muss man haben, um in dem Business in Deutschland durchstarten zu können?
Jace: Talent, eine natürliche Ausstrahlung, und Durchhaltevermögen, was so ziemlich das A und O ist.

Ganz lässig: Wandelbar und Vielseitig sollte ein Schauspieler sein (Foto: © Photography - BY  Thomas Paul)

Ganz lässig: Wandelbar und vielseitig sollte ein Schauspieler sein. (Foto: © Photography – BY Thomas Paul)

Face2Face: Was macht Jace Rashid, wenn er mal frei hat?
Jace: Mein Beruf ist sehr stressig und man ist sehr viel unterwegs. Ich bin oftmals für mehrere Tage auf Dreharbeiten und vernachlässige dadurch meine Familie und Freunde. Daher versuche ich an meinen freien Tagen viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Nebenbei mache ich auch viel Sport und gehe gerne Billard spielen, schwimmen oder ins Kino. Ach ja, und Kochen liebe ich auch!   (lacht)
Face2Face: Was bringt die Zukunft? Verrätst du den Lesern von Face2Face an welchen Projekten du momentan arbeitest und bei welcher Premiere du vielleicht bald wieder zu sehen bist?
Jace: Für dieses Jahr sind erstmal fast alle Projekte abgedreht. Ich will mir vorerst eine kurze Pause gönnen, um danach mit frischem Wind und energiegeladen weiterzumachen. Es kommt auf jeden Fall noch einiges auf mich zu. Vor allem freue ich mich auf ein Bollywood- Fotoshooting, das demnächst kommt. Außerdem werde ich bald in einem Film als Tänzer auftreten – genau wie in den üblichen Bollywood-Filmen, schön bunt und mit sehr viel Tanz. Doch allzu viel verrate ich nicht, das wäre ja sonst langweilig! (lacht)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Ein Fotoshooting mit Bollywood-Touch: Bekommt Shah Rukh Khan etwa Konkurrenz? (Foto: © Photography by Jürgen Asel)

Was Filmpremieren betrifft, so bin ich demnächst bei „Triple F“ zu sehen. Es handelt sich um ein tolles Filmprojekt der Künstlerin und Regisseurin Nadja Verena Marcin. In diesem Film spiele ich den russischen Bodyguard Igor Baldachin, einen Gehilfen von einer der drei Spielköniginnen, die allein durch die Kraft ihrer Gedanken einen Krieg führen.
Face2Face: Jace, ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit! Hast du noch ein paar inspirierende Worte  für unsere Leser?
Jace: Am Anfang sagten mir viele Menschen, dass ich es nicht schaffen werde, aufhören und stattdessen etwas Vernünftiges machen soll. Ich habe immer an mich geglaubt und heute habe ich vieles erreicht, wovon andere nur träumen. Ich habe um meinen Traum gekämpft und lebe ihn heute glücklich und zufrieden. Man darf nie aufgeben und nie aufhören zu träumen, denn wenn man es will, ist nichts unmöglich!

Alle genauen Infos zu Jace Rashid, seinen anstehenden Projekten und Premieren findet ihr auf seiner offiziellen Facebook-Seite.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was sich hinter dem Begriff Sunsteps verbirgt.

Spiel das ab, Scotty!

Eine Rakete ist laut Wikipedia.org „ein Flugkörper mit Rückstoßantrieb der während des Betriebs unabhängig von externer Stoffzufuhr ist und daher auch im luftleeren Raum beschleunigen kann“. Würde man diese Beschreibung umändern und beispielsweise eine Band als Rakede (man bemerke den gewollten Unterschied im Namen) bezeichnen, dann muss diese Band in der Lage sein, angefeuert mit der Kraft ihrer Triebwerke den Zuhörer zu packen und mit ihm so hoch zu fliegen, sodass dieser im luftleeren Raum (also in der Konzerthalle) völlig allein von der Musik in seinem eigenen Kosmos autark leben kann.
Nun gibt es rein zufällig eine Band mit dem Namen „Die Rakede“, zu der diese Beschreibung perfekt passt.
Die Jungs, die sich selbst als Triebwerke bezeichnen, schaffen ihren eigenen Sound, der Hip-Hop-, Reagge- und Dubstepelemente und vor allem eine große Portion Überraschung bei jedem Song enthält. Sei es, dass im Stile von Alex Clare ein Lautsprecher-zerreißendes Dubstepelement auf feine Gitarrenakkorde folgt oder dass ein anfänglicher Reagge-Song sich zu einer Sommerhymne zum Tanzen hochschaukelt, die Triebwerke wissen genau, welche Knöpfe sie zur richtigen Stimmungsrichtung drücken müssen. Versucht man den Klang der Band einzuordnen, dann stehe die Rakede im Vorgarten eines Deichkindes, dass fröhlich mit seinen Seeeds spielt. Durch zahlreiche eigene Konzerte, Auftritte auf verschiedenen Festivals und Fernsehshows, stehen die Triebwerke am Rande des Sprungs zu größeren Bekanntheit.

Diese Faktoren reichten auf jeden Fall aus, um sich die Neugier der Musikredaktion von Face2Face zu sicher:

Face2Face: Erst einmal die wichtigste Frage: Wie geht es euch Jungs?
Rakede: Uns geht’s gut, danke der Nachfrage.

Face2Face: Auf der Website eures Labels „Warner Music“ steht, dass 2006 auf einer nächtlichen Zugfahrt von Berlin nach Köln die „Rakede“ gegründet wurde. Wie kam es denn zu der Gründung und war auf dieser Zugfahrt irgendetwas Besonderes?
Rakede: Genau genommen wissen wir es nicht, denn wir waren nicht dabei. Die damaligen Triebwerke 2 und 3 haben den Zugfahrt-Mythos geschaffen und später sich wieder von Bord genommen.
Dazu muss man wissen: Einen Triebwerkposten „besitzt“ man nicht, man erfüllt ihn nur solange man fit genug ist – wie der Kapitän der Nationalelf oder die King’s Singers. Anfang 2013 war das gesamte Schiff in einem ziemlich rostigen Zustand und Triebwerk 1 und (das heutige) Triebwerk 2 haben das Ding mit viel Energie wieder aufpoliert – Das hat bis in dieses Jahr hinein gedauert; eine Neugründung 2014 gewissermaßen.

Musikalische Kosmonauten: 2 Triebwerke der Rakede - Der Rest ist noch nicht gelandet (Foto: Rakede)

Musikalische Kosmonauten: 2 Triebwerke der Rakede – Der Rest ist noch nicht gelandet (Foto: Rakede)

Face2Face: Durch das Tischkonzert eures Songs „Bitte Bitte“ 2013 habt ihr gezeigt, dass ihr auch akustisch sehr stark seid. Habt ihr denn vor noch ein paar Tracks auf diese Art zu remixen? Sprich: Gibt es denn bald weitere kleine Tischkonzerte?
Rakede: Wir haben nicht vor, hauptberufliche Tischklopfer zu werden, so schön das auch war. Aber wir suchen immer nach Neuem – und das nicht nur „unplugged“: Wir werden uns weiter selbst covern, unsere Songs remixen, auflegen, umstricken. Einerseits weil es uns Freude macht, besonders aber, um auf unser Debut-Album aufmerksam zu machen, das wir im November rausbringen und auf das wir uns sehr freuen.

Face2Face: Der Hype zu dem Video war im November 2013 in Medien sehr präsent. Würdet ihr sagen, dass diesen Bekanntheitsschub gut nutzen konntet?
Rakede: Natürlich hat die Aufmerksamkeit uns weitergebracht. Wir hatten ein paar TV-Auftritte und eine gute Handvoll neuer Fans. Andererseits hat das Tischkonzert verhältnismäßig wenig mit unserem Album zu tun und daran hängt unser Herz nun einmal am meisten.
Deshalb hieß und heißt es: Entspannt bleiben. Wir wollten keinen nervösen Verkaufs-Anfall bekommen, in dem wir jedem, der das Tischvideo mag T-Shirts, Buttons und Konzertkarten andrehen wollen. Wer mag, darf das allerdings natürlich tun.
Man kann das gesamte Album auf Soundcloud hören. Vorbestellungen helfen uns sehr, alleine das Reinhören auch schon!

Face2Face: Ihr habt tolle Features auf eurem „Ja…aber was, wenn alles klappt“-Album: Bei „Bitte bitte“ und „Volldampf“ ist Samy Deluxe mit an Bord und bei „St. Tropez“ arbeitet ihr mit Frank Dellé von Seeed. 1. Wie kam es dazu und 2. Wie war denn die Zusammenarbeit?
Rakede: Die Zusammenarbeit mit Samy war ungefähr so, wie man sich das vorstellen würde. Wir haben damals Aufnahmen in seinem Studio gemacht und uns im Zuge dessen immer wieder gegenseitig über die Schulter geschaut. Manchmal ist dabei dann etwas rausgekommen, wie die beiden Features. Die Zusammenarbeit mit Dellé war da eher futuristisch. Wir haben uns tatsächlich nie getroffen. Norbert von Downbeat hat ihm den Song gezeigt und Dellé war so angetan, dass er „ungefragt“ eine Strophe über den Instrumentalteil gesungen hat – Fanden wir gut und haben wir so genommen.

Face2Face: Über euren Sound wurde ja schon viel geschrieben: Ihr habt Pop, Reagge, Hip-Hop und Dubstep-Elemente in euren Songs. Was kann man nun für das Album, das im November 2014 erscheinen wird, erwarten? Bleibt ihr diesem Stil-Mix treu oder erweitert ihr ihn sogar?
Rakede: Wir hatten keine Vision von unserem eigenen Sound. Wir wussten nur, dass wir
alles tun würden, das Beste aus uns raus zu holen. Nur unser Geschmack, der nochmal
breiter gefächert ist als die Einflüsse die man letztlich benennen kann, und unsere handwerklichen Fähigkeiten – wie wir produzieren, welche Instrumente wir spielen – waren formgebend. Insofern kann man nicht von Stil¬treue sprechen. Ich denke, wenn man das Album hört, dann ist ein roter Faden und ein eigenständiger Charakter hörbar, ohne das man nach dem dritten Song schon erahnen kann, wie die nächsten neun klingen werden. Natürlich können auch wir das Rad nicht neu erfinden, klingen wie wir klingen, und sind wie wir sind, aber unsere Grundmotivation ist, ständig besser zu werden in dem was wir tun, und ich glaube das schützt ein wenig davor, uns selbst zu wiederholen, oder sich von vorn herein zu definieren und sich Genre bedingte Grenzen aufzuerlegen.

Face2Face: Diese Frage betrifft nun jeden Einzelnen: Gibt es DIR ein Lied das rückblickend DEINEN Musikgeschmack geprägt hat? So einen All-Time-Favoriten? Und wenn ja, welches Lied ist es und warum?
Rakede: TW1: Es gab da ein paar fette Blitzeinschläge: „We Are the Champions“ von Queen hat mich als 6 jähriger, der zu Hause nur Klassik gewöhnt war komplett geflasht, später dann „Black or White“ von Michael Jackson. Und noch später, als nach Düsternis suchender Teenager „Unforgiven“ von Metallica und überhaupt das ganze Black Album.
TW2: Einen einzelnen Song zu wählen kann ich nicht, davon gibt es zu viele. Wenn es um Alben geht, tu ich mich da leicht: Am meisten geprägt hat mich definitiv Tool¬ – Lateralus. Musik, die einen weiterdenken und reflektieren lässt und nicht nur an der Oberfläche kratzt, sowas mag ich.
TW3: Für mich war „High Way to Hell“ von AC/DC der Song, der sofort nach dem Auftakt des Gitarrenriffs, mein Leben mit 12 Jahren veränderte. Als ich hörte wie der Drummer anfing den Beat zu spielen wurde mir die Funktion von meinem Instrument kristallklar. Die Disziplin mit der er jeden Schlag spielte, so als hätte es vor ihm keinen anderen Drummer auf dieser Welt gegeben, der seine Absicht so deutlich machen wollte und konnte.
TW4: Also ich hätte da eins, weiß zwar nicht in wie fern das meinen Musikgeschmack geprägt hat aber jut…Europe – The Final Countdown. Das war jedenfalls das erste Mal das ich eine Band quasi richtig wahrgenommen hab und ich war total geflasht als ich die im Fernsehen bei Formel Eins live gesehen habe. Ich habe wahrscheinlich meine Eltern auch tierisch genervt wenn ich zum tausendsten Mal die Platte aufgelegt hab und in Fantasieenglisch mitgesungen hab. Da war ich ungefähr 7…

Face2Face: Eure Tour beginnt am 12. September auf dem Soundgarden Festival in Bad Nauheim. Habt ihr eine Art Ritual, dass ihr vor einem Konzert immer durchführt?
Rakede: Ausladen, schleppen, aufbauen! Nein im Ernst, diese automatisierten Abläufe, die einfach dazugehören, haben tatsächlich etwas fokussierendes und gelten für uns schon als Ritual. Direkt vorm Auftritt reicht meistens ein High¬five.

Face2Face: Wie erklärt ihr einem ahnungslosen Vielleicht-Rakede-Konzertbesucher, was euch von anderen Bands abgrenzt und warum er unbedingt mit der Rakede auf einem Konzert mitfliegen muss?
Rakede: Erstmal vorweg, um nicht zu selbstverliebt zu klingen: Es gibt auch andere
gute Bands. Ein Rakedekonzert ist schon was ziemlich eigenes und ich glaube, es gelingt uns gut, Elektronik mit live-Instrumenten auf die Bühne zu bringen. Außerdem – hoffen wir – merkt man uns auch an, dass wir vom ersten bis zum letzten Ton alles selber machen, voll hinter dem stehen was wir tun, und das Glück haben, mit sehr talentierte Musikern auf der Bühne zu stehen.

Face2Face: Was dürfen wir von der Rakede demnächst noch erwarten?
Rakede: Erstmal wird’s wundervolle Musikvideos, ein paar kleine Specials und die Club¬tour im Dezember geben. Musikalisch entwickeln wir uns stetig weiter, viele kleine Ideen schwirren schon rum, die gerade beginnen in ein nächstes Album zu münden.

Vielen Dank! Wenn ihr mehr über die Jungs von Rakede erfahren wollt, dann klickt am besten hier.

Vorschau: Nächstes Mal an dieser Stelle erwartet euch ein Review zum Mixtape „Hardcore“ von Lil Kim!