Musik aus den Niederlanden – The Common Linnets und Dotan

Flandern und die Niederlande waren in diesem Jahr gemeinsamer Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Doch nicht nur die Literatur aus den Niederlanden wird hierzulande immer beliebter, sondern auch die Musik. Grund genug, einen genaueren Blick auf eine niederländische Band und auf einen niederländischen Sänger zu werfen, die auch das deutsche Publikum mit ihrer Musik begeistern.

Der „Eurovision Song Contest“ als Sprungbrett

Ganz in ihrem Element: Ilse DeLange und JB Meijers von der Band The Common Linnets (Foto: S. Holitzner)

Ganz in ihrem Element: Ilse DeLange und JB Meijers von der Band The Common Linnets (Foto: S. Holitzner)

Seit ihrer Teilnahme im Mai 2014 für Niederlande am „Eurovision Song Contest“ – kurz ESC genannt – kennen viele in Deutschland die Band The Common Linnets. Beim ESC erreichten sie mit ihrem Song „Calm After The Storm“ den zweiten Platz. Die Single schaffte es bis auf den dritten Platz der deutschen Charts und wurde im September 2015 zudem mit Platin ausgezeichnet. Auch ihr im Mai 2014 veröffentlichtes Debütalbum „The Common Linnets“ war hierzulande äußerst erfolgreich. Die im Herbst 2015 erschienene zweite Platte „II“ konnte an diesen Erfolg anknüpfen. Auf „II“ ist die musikalische Weiterentwicklung von The Common Linnets deutlich zu hören. Großartige Songtexte und beeindruckende Instrumentierungen zeichnen das Album aus. Einen weiteren Hit hatten The Common Linnets Ende letzten Jahres zusammen mit der Band The BossHoss: Gemeinsam nahmen sie eine neue und musikalisch überzeugende Version des Dolly Parton-Klassikers „Jolene“ auf. Im November 2016 sind The Common Linnets wieder live auf großer Deutschlandtour zu erleben.

„Home“ auch in Deutschland

Sänger Dotan war in den Niederlanden schon erfolgreich, bevor er in Deutschland mit seiner Musik ebenfalls auf begeisterte Resonanz stieß.

Mit Spaß dabei: Sänger Dotan (Foto: S. Holitzner)

Mit Spaß dabei: Sänger Dotan (Foto: S. Holitzner)

Seine Platte „7 Layers“ ist in seiner Heimat bereits Dotans zweite Albumveröffent-lichung und erschien dort Anfang 2014. Hier musste man bis Mai 2015 auf das Werk warten. Zuvor brachte Dotan seine Singleauskopplung „Home“ heraus, die es unter anderem in die Top-Ten-Liste der deutschen iTunes-Charts geschafft hat. Ende letzten Jahres konnte der Sänger das Publikum auch live auf seiner Deutschlandtour überzeugen.

The Common Linnets und Dotan sind nur zwei Beispiele dafür, dass es in den Niederlanden großartige Künstler gibt, die auch international mit ihrer Musik begeistern können. Da bleibt nur zu hoffen, dass es weitere niederländische Musiker schaffen, sich in der Musiklandschaft Deutschlands zu etablieren.

Zombie-Massaker im Bikini – „Diablo III“ für Amateure

Wie schlägt sich das Rekordspiel im Amateur-Test? Face2Face-Chefredakteurin Tatjana Gartner findet´s heraus (Foto: C. Gartner)

Mehr als 3,5 Millionen Mal wurde der dritte Teil des Action-Rollenspiels „Diablo“ in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung am Dienstag, 15. Mai verkauft – so die Angaben des Herstellers „Blizzard Entertainment“. Damit sicherte sich „Diablo III“ den Rekord des sich am schnellsten verkaufenden Computerspiels. Die rund zwölf Jahre Wartezeit, die zwischen Teil zwei und drei lagen, scheinen der Beliebtheit der Reihe keinen Abbruch getan zu haben. In unzähligen Internetforen liest man Kommentare wie „Toller Soundtrack“ oder „Das Spielprinzip ist einfach gut!“, und auch wenn der ein oder andere Programmierfehler schon nach wenigen Tagen entdeckt und öffentlich kritisiert wurde, so scheint der Run auf „Diablo III“ nach wie vor ungebrochen.

Grund genug das Spiel einem Test der ganz besonderen Art zu unterziehen. Die Frage, die hierbei im Vordergrund stehen soll: Wie wirkt das Spiel auf jemanden, der in seinem Leben kaum bis gar keine Computerspiele gespielt hat und vom Hype um die „Diablo“-Reihe völlig unberührt geblieben ist?

Also habe ich mich für euch, liebe Face2Face-Leser, dieser Herausforderung gestellt. Als bekennende Nicht-Gamerin kann ich lediglich auf einige wenige, lange zurückliegende Erfahrungen mit PC-Spielen wie „Tonic Trouble“ – dabei ist mir der Protagonist nach spätestens einer halben Stunde Spielzeit regelmäßig in einem Brunnen ertrunken – und „Need for Speed“ – wobei ich es mir hier zum erklärten Ziel gemacht habe, die Autos in möglichst kurzer Zeit so kaputt wie möglich zu fahren – zurückblicken.

Als ich die „Diablo III“-Hülle in der Hand halte, ergreift mich schon so etwas wie eine mystischen Aura – mal sehen, ob mich das Spiel genauso fesselt wie vor mir schon Millionen andere. Ich spiele eine Barbarin und bin beim ersten Anblick erst mal ein wenig geschockt von ihrem, beziehungsweise meinem Outfit – falls man einen Lendenschurz, ein Bikini-Oberteil und ein Paar Stiefel denn als Outfit bezeichnen kann. Mal ehrlich: Sollen mich diese winzigen Stücke Stoff etwa vor diversen Zombie-Angriffen schützen? Als ich mir dann den ersten Brustschutz erspielt habe und denke, dass ich endlich als echte Kämpferin durchgehen kann, bin ich immer noch perplex: gerade einmal die Brüste meiner Figur sind von einem gepanzerten Oberteil bedeckt – naja, wenn´s hilft…

Nicht nur sexy: Meine Barbarin bei "Diablo III" (Foto: T. Gartner)

Die Story ist recht unkompliziert: Ein Stern ist vom Himmel gefallen und wird als Zeichen dafür gedeutet, dass das Böse, das vor 20 Jahren besiegt wurde, in die Welt von Sanktuario zurückgekehrt ist. Aus dem Loch, welches der Stern in die Kathedrale der Stadt Tristram geschlagen hat, krabbeln unzählige Untote, die es zu töten gilt. Anfangs überfallen mich regelrecht Panikattacken, wenn so ein Pulk von schlurfenden, blassen Gestalten auf mich zukommt und ich klicke wie verrückt auf der Maus herum, um sie zu erwischen, bevor sie mich anknabbern.

Die Szenerie ist sehr düster gehalten. Neben der dezenten Schauermusik hört man vor allem eklig-schmatzende Laute und die etwas gewöhnungsbedürftigen Geräusche, wenn man einen der Untoten mit Axt oder Schwert spaltet oder in hohem Bogen mehrere Meter weit wegschleudert.

Mein Resultat nach einer halben Stunde: Die erfolgreiche Tötung von drei scheußlichen Müttern, die Rettung von Leahs Onkel aus der Kathedrale und die Ermordung der Frau des Schmieds, der mich um Mithilfe gebeten hat, weil er es allein nicht über´s Herz brachte seine in der Verwandlung zum Zombie befindliche Ehefrau alleine umzubringen – da haben wir sie eben zusammen erschlagen. Die Teilhandlungen und Aufgaben erinnern sehr stark an Elemente aus Horrorfilmen, was die spannungsgeladene Atmosphäre, deren Grundstein ja bereits durch Grafik und Soundeffekte gelegt wurde, noch verstärkt. Aufgrund dieser Ähnlichkeit der Gruselelemente zwischen „Diablo III“ und diversen Horrorstreifen empfinde ich die Altersfreigabe ab 16 Jahren als durchaus gerechtfertigt.

Am Schluss ist meine Barbarin auf Stufe fünf und ich sehr stolz auf meine Erfolge. Und ich muss zugeben: Ein bisschen juckt es mich schon in den Fingern weiterzuspielen und als nächstes den Skelettkönig zu erledigen…

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