Grömitz und Kühlungsborn – zwei Ostseebäder mit Flair

Der Sommer hat begonnen. Bei einem erfrischenden Radler sitze ich mit ein paar Freundinnen am Rhein und genieße das Rauschen des Wassers, das Zwitschern der Vögel und die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Kein Wunder, dass wir da im Gespräch auch auf das Thema Urlaub kommen. „Ich fliege mit meinem Freund in die USA. Wir bleiben vier Wochen“, sagt eine meiner Freundinnen enthusiastisch. „Ich habe noch nichts gebucht, aber wahrscheinlich fliegen wir nach Mallorca oder nach Sizilien“, wird von anderer Seite berichtet. War ja klar. Da kann ich mit meinem Urlaubsziel mal wieder nicht mithalten. Im nächsten Moment wird mir die Frage gestellt, die ich schon erwartet hatte: „Und wohin fährst du in Sommerurlaub?“ „Nach Kühlungsborn oder nach Grömitz“, antworte ich und blicke – wie zu erwarten war – in fragende Gesichter: „Wo liegt das denn? Das habe ich ja noch nie gehört. Ist das noch in Deutschland?“ Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, meinen Freundinnen zu erklären, dass man manchmal gar nicht weit wegfahren muss und auch Deutschland wunderschöne Ecken zu bieten hat, an denen man einen perfekten Sommerurlaub verbringen kann. So zum Beispiel im Ostseebad Grömitz.

Seebad mit langer Tradition

Grömitz liegt am Nordrand der Lübecker Bucht in Ostholstein und hat rund 7.800 Einwohner. Die Hansestadt Lübeck ist nur etwa 50 Kilometer entfernt. Als Erholungsort hat Grömitz eine lange Tradition, denn es ist schon seit 1813 Seebad, also ein Kurort am Meer. Besonders schön sind der über acht Kilometer lange Sandstrand und das saubere Meerwasser. Wenn die Temperaturen stimmen, kann man natürlich in der Ostsee schwimmen. Ansonsten eignet sich der weite Sandstrand aber auch gut für ausgedehnte Spaziergänge, die stets von einem beruhigenden Wellenrauschen begleitet werden. Dank des weitläufigen Strandes verteilen sich die Einwohner und Touristen in Grömitz ganz gut und für jeden ist ausreichend Platz vorhanden. Auch an die Erholung des „besten Freundes des Menschen“ ist gedacht, denn es gibt extra einen Hundestrand, an dem sich die Vierbeiner austoben können.

Absolut sehenswert: Der Jachthafen in Grömitz (Foto: S. Holitzner)

Erholung nicht nur am Strand

Wer keine Lust auf Strand hat, kann sich in Grömitz auch gut anderweitig beschäftigen. So gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, einen Kurpark, einen Golfplatz, einen kleinen Zoo und einen sehenswerten Jachthafen mit empfehlenswerten Fischrestaurants. Die meisten Restaurants und Cafés befinden sich an der drei Kilometer langen Strandpromenade. Ausgiebige Spaziergänge mit Blick aufs Meer sorgen da ebenfalls für Entspannung. Und zwischendrin kann man dann ganz gemütlich in ein Eiscafé oder in einen der vielen kleinen Strandläden zum Stöbern einkehren.

Einfach mal abtauchen

Beeindruckend: Die 398 Meter lange Seebrücke in Grömitz (Foto: S. Holitzner)

Besonderes Highlight in Grömitz ist die 398 Meter lange Seebrücke. Dabei handelt es sich um die längste Seebrücke Schleswig-Holsteins. Wenn man auf ihr entlang läuft, ist man dem Meer ganz nah und hört unter den Holzbrettern der Brücke, wie die Wellen brechen. Bei klarer Sicht hat man von der Seebrücke aus einen tollen Blick auf umliegende Städte und Ortschaften sowie das weite Meer. Insbesondere abends ist es schön, von der Seebrücke aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Wer nicht nur die Aussicht über Wasser, sondern auch unter Wasser genießen möchte, kann in die Tauchgondel, die sich seit 2009 am Ende der Grömitzer Seebrücke befindet, steigen. 30 Besucher können gleichzeitig mit ihr abtauchen. Sie bekommen dann einen 3D-Film über die Ostsee gezeigt und können bei guter Sicht den Meeresboden und einige Meeresbewohner erkennen. Wer als Urlauber das Glück hat und Ende August das Strandbad besucht, kann an „Ostsee in Flammen“ teilnehmen. Das ist ein beeindruckendes, mit Musik untermaltes Feuerwerk, das direkt von der Seebrücke aus gestartet wird und so die Ostsee und den Grömitzer Strand erleuchtet. Wenn man dann in Meeresnähe steht, kann man sogar sehen, wie sich das Feuerwerk im Wasser spiegelt.

Lichterspektakel: „Ostsee in Flammen“ (Foto: S. Holitzner)

Wasser marsch!

Leider gibt es immer mal wieder Sommerurlaube, in denen das Wetter nicht mitspielt oder die Temperaturen einfach zu niedrig sind, um im Meer zu schwimmen. In Grömitz kann man in so einem Fall trotzdem in Meerwasser baden. Im Schwimmbad „Grömitzer Welle“ gibt es nämlich aufbereitetes Seewasser in den Schwimmbecken. Außerdem gibt es ein Wellenbad: Alle 30 Minuten werden so am Anfang des Beckens kleine Wellen und am tieferen Ende des Beckens bis zu ein Meter hohe Wellen erzeugt, sodass man sich fast wie im richtigen Meer fühlt.

Von West nach Ost

Ebenfalls eine Reise wert ist das Ostseebad Kühlungsborn. Es liegt an der Küste der Mecklenburger Bucht und hat circa 8.900 Einwohner. Die Hansestadt Rostock ist nur rund 30 Kilometer entfernt. Im Gegensatz zu Grömitz ist Kühlungsborn erst seit 1996 offiziell Seebad. Kühlungsborn besteht aus den zwei Stadtteilen West und Ost, die durch einen 133 Hektar großen Stadtwald verbunden sind. Wer nicht durch den Wald gehen möchte, kann auch einfach am langen Sandstrand entlanglaufen und gelangt so ebenfalls zum jeweils anderen Stadtteil. Auch in Kühlungsborn ist das Meerwasser sehr sauber, sodass man sich bei heißen Temperaturen ideal mit einem Bad in der Ostsee abkühlen kann. Hundestrände gibt es hier ebenfalls. Von der 240 Meter langen Seebrücke, die sich im Stadtteil Ost befindet, hat man einen schönen Ausblick. Sie ist die erste Seebrücke, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern vollendet wurde (1991). Eine fast vier Kilometer lange Strandpromenade verbindet die beiden Stadtteile Ost und West und eignet sich gut für Spaziergänge mit Blick aufs Meer.

Entspannung am Meer: Kühlungsborn-Ost (Foto: S. Holitzner)

Kühlungsborn für Touristen

Viele schöne alte Villen aus der Gründerzeit prägen das Stadtbild von Kühlungsborn. Kühlungsborn-Ost ist der für Touristen vermutlich ein bisschen attraktivere Stadtteil. Abgesehen von der Seebrücke sind dort verschiedene größere Einkaufsmöglichkeiten, viele Cafés und Restaurants. Außerdem befindet sich dort ein Jachthafen. Ebenfalls beginnt in Kühlungsborn-Ost die Steilküste mit Blick auf die Ostsee. Gut ausgeschilderte Wanderwege ins nah gelegene Heiligendamm starten hier. International bekannt geworden ist dieser kleine Ort, als dort im Juni 2007 der G8-Gipfel stattgefunden hat.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Nostalgie pur: Eine Fahrt mit Dampflok „Molli“ (Foto: S. Holitzner)

In Kühlungsborn-Ost wird zudem Geschichte lebendig. Dort steht noch ein Original-Grenzbeobachtungsturm aus der Zeit der DDR. Von 1971 bis 1990 waren mehrere solcher Türme entlang der Ostseeküste aufgestellt, um die Seegrenze der DDR im Auge zu behalten und Republikflüchtlinge, die über die Ostsee aus der DDR fliehen wollten, zu erspähen. Rund um den Grenzbeobachtungsturm in Kühlungsborn können sich Besucher über das Grenzsystem und das Schicksal von Menschen, die versucht haben, aus der DDR zu fliehen, informieren. Außerdem kann der Turm besichtigt werden. Lohnenswert ist in Kühlungsborn auch eine Fahrt mit dem „Molli“. Das ist eine Dampflok, die auf einer rund 15 Kilometer langen Strecke zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan fährt. Für diese Strecke, die teilweise mitten durch die Natur führt, benötigt „Molli“ rund 40 Minuten, denn er ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 km/h unterwegs. Bei einer Kurzreise mit dem „Molli“ lernen Fahrgäste sehenswerte Ecken der einzelnen Orte kennen, die sie so vielleicht gar nicht wahrgenommen hätten.

Neues aus Rumänien, oder: Wie eine Kleinstadt versucht, ein Vorbild zu sein

Letztes Jahr im Oktober hatte ich euch vor Ort aus Rumänien berichtet (Eine Woche ein Held). Dort betreut ein deutscher Verein ein Shelter für ehemalige Straßenhunde. Wie viele andere osteuropäische Länder ebenfalls, plagt sich Rumänien seit Jahren mit dem Straßenhundeproblem.
Heute, ein Jahr später, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Macht „Der Tropfen auf den heißen Stein“ überhaupt Sinn? Denn es geht um hunderttausende Hunde.
Ein kritischer Blick auf eine hoffnungsvolle Zukunft.

Aufstehen um 7, Frühstück um halb 8, im Shelter um 8. Der Arbeitstag beginnt und endet nicht vor 18 Uhr.
„Was tut ihr dort denn den ganzen Tag?“, ist eine der Fragen, die ich immer wieder höre.
Die Aufgabenbereiche sind breit gestreut. Bei Mishu, dem Tierschützer vor Ort, stehen

Einer der großen Zwinger bei Mishu. (c) Svenja Strohmeier

Einer der großen Zwinger bei Mishu. (c) Svenja Strohmeier

mittlerweile einige Gebäude. Drei Zwingeranlagen (inklusive einem Welpenhaus), ein Vethouse für die festangestellten Tierärzte sowie eine Quarantänestation, die sich  noch im Bau befindet, während wir eine Woche vor Ort verbringen. Es gibt viel zu tun: Für das Füttern der Hunde kann der Verein ProDog Romania e.V., der dort arbeitet, zwei Arbeiter bezahlen. Diese füttern täglich deutsches Hundefutter und reinigen den Großteil der Zwinger. Sie leisten gute Arbeit. Was bleibt ist Hunde fotografieren, beschreiben für die Vermittlung nach Deutschland, umsiedeln in den Zwingern wenn es Probleme gibt, die Krankenstation mit auffälligen Hunden bestücken und dort aufpäppeln, Müll sammeln, Hundehaufen die sich durch das freie Rudel auf dem ganzen Gelände befinden, entfernen, Hundehütten bauen oder Bäume als Schattenspender pflanzen, scheue Hunde sozialisieren und vor allem: Hunde kuscheln. Die 250 Hunde sehnen sich so sehr nach menschlicher Aufmerksamkeit, dass es einen zu Tränen rührt. Nie können sie genug bekommen und nie können wir genug geben. Das zeigt sich langsam in der Frustrationsphase, die meist nach Tag Vier eintritt: Ich merke, dass ich nicht genug tun kann. Und fühle mich machtlos, ohmächtig. Jeder einzelne dieser Hunde hätte ein zu Hause verdient. Das Schicksal wollte es, dass er nicht als süßer Yorkshire-Terrier in einem seiner fünf eigenen Hundebetten schlafen darf und von morgens bis abends betüddelt wird. Das ist schon eine Nuss, die zu knacken der Psyche nicht leicht fällt.
Wo ist da die Gerechtigkeit?

Am ersten Wochenende kommen die beiden Tierärzte beide Tage um fremde Hunde wie auch Besitzerhunde der Rumänen von außerhalb des Kurorts Baile Herculane zu kastrieren. Seit es ein Paket Kaffee und eine Tafel Schokolade gibt, wenn die Leute ihre Hunde zur für sie kostenlosen Kastration bringen, kommen auch mal mehr Hunde.
Doch bei den Rumänen gibt es ein grundsätzliches Problem: Als überwiegend griechisch orthodoxe Christen steht es ihnen aus ihrer Sicht nicht zu, in den natürlichen Vorgang der Fortpflanzung einzugreifen. Das Umdenken wird Jahrzehnte dauern.

Nichtsdestotrotz ist Herkulesbad, wie es in Deutschland genannt wird, ein Vorbild für andere Städte. Es gibt ein Abkommen mit dem Bürgermeister, dass keine Hunde getötet werden, wenn Mishu auf Anruf alle Hunde, die „stören“, abholt. Dies ist oft vor allem an Feiertagen der Fall. Plötzlich sind viele neue Hunde im Shelter zu finden, die die anderen wieder mit ihren Keimen anstecken. Das soll die Quarantänestation jedoch zukünftig

Die Quarantänestation, die das Verbreiten von Keimen innerhalb des Shelters eindämmen soll. (c) Svenja Strohmeier

Die Quarantänestation, die das Verbreiten von Keimen innerhalb des Shelters eindämmen soll. (c) Svenja Strohmeier

verhindern.

Es geht voran! Im Vergleich zum Oktober, als ich mutlos wieder nach Hause fuhr, war dieser Arbeitseinsatz mit nicht vier, sondern zehn lieben Menschen sehr ermutigend. Wir haben viel geschafft. Im Oktober waren es über 300 Hunde im Shelter, nun sind es „nur“ noch 250. Steter Tropfen höhlt den Stein. Leer wird es jedoch nie sein.

Bukarest, die Hauptstadt Rumäniens, postete vor etwa einem Monat, dass es nun offiziell „Straßenhundefrei“ sei. 55.000 Hunde sind einfach verschwunden. Wohin, das möchte ich mir nicht vorstellen. Und kann nur hoffen, dass andere Städte in Rumänien und Osteuropa „ihren“ Mishu haben, der die Hunde einfängt, kastriert und eine Organisation findet, die sie vermitteln kann.

Wer ebenfalls helfen will kann sich auf www.facebook.com informieren oder eine e-Mail für einen Arbeitseinsatz (bspw. zum Anschluss im August oder Oktober) an svenja.strohmeier@web.de schicken!

Vorschau: Am Donnerstag, 7. Mai berichtet Bernd euch über die Krankheit Krebs.

Eine Woche ein Held vor Ort – ein Reisebericht aus Rumänien

Seit langem beschäftige ich mich mit der Problematik der Straßenhunde aus Rumänien. In ganz Osteuropa ist dieses Problem sehr verbreitet, und gerade Rumänien, welches seit 2007 ein EU-Land ist, greift seit September 2013 mit einem Tötungsgesetz nach dem Straßenhunde 14 Tage nach Einfangen und ausgebliebener Adoption getötet werden darf. Auch im November diesen Jahres war ich wieder bei Mishu, dem Leiter des rumänischen Shelters in Herkulesbad vor Ort und habe geholfen, die Welt „ein klein wenig besser zu machen“.

Baile Herculane, der rumänische Kurort im Südwesten Rumäniens, ist mit dem Flugzeug recht umständlich zu erreichen. Unser Trupp, bestehend aus vier Personen, brauchte etwa 8 Stunden (inklusive der einen Stunde Zeitverschiebung), bis wir am Flughafen aufgegabelt wurden. Der Flug führte uns von Frankfurt am Main über Bukarest nach Timisoara, einer Stadt zwei Stunden entfernt von Herkulesbad, wie es auf Deutsch heißt. Dort soll Herkules laut Legende nach dem Kampf mit der Hydra gebadet haben. Herkulesbad ist, wie auf dem Bild zu sehen, ein Tal umgeben von Bergen. Wunderschön idyllisch – doch auch dort gibt es das Straßentierproblem. Diesem hat sich Mishu angenommen, begann vor drei Jahren, Hunde aufzulesen, einzufangen. Hunde, die nicht mehr gewollt wurden, sich unkontrolliert fortpflanzten und dem Tourismus schadeten, wie der Präsident und die Menschen vor Ort überzeugt sind.
Mishu hatte einen alten Schweinestall gepachtet, auf dem jeder Hund auf einem Quadratmeter Beton eingepfercht war – egal wie groß. Hier fristeten die Hunde ihr Leben und warteten auf bessere Zeiten, die für viele durch die Vermittlung kamen, für manche jedoch nie.
Die Zeiten des Schweinestalls sind lang vorbei: Der Verein ProDog Romania e.V. unterstützt Mishu seit seiner Gründung 2012, und das vor allem auch vor Ort.

Nini, eine Hündin bei Mishu auf dem Gelände, welche zum Freigängerrudel gehören darf.

Glück gehabt: Nini, eine Hündin bei Mishu auf dem Gelände, welche zum Freigängerrudel gehören darf. (Foto: Strohmeier)

 

Viele Verbesserungen für den Mann, der zuerst ehrenamtlich, heute hauptberuflich dort in seinem Shelter arbeitet, traten rasch ein: Ein großes Brachland wurde von der Stadt gemietet, wo ein komplett neues Shelter aufgezogen wurde. Verschiedene Zwingeranlagen, die leicht sauberzuhalten sind, wurden gebaut, wie auch ein Lagerhaus für Spenden und Futter sowie ein Kastrationsgebäude wurden errichtet. Im August diesen Jahres war ich selbst das erste Mal vor Ort. Ziel war es, ein Welpenhaus und viele Hundehütten zu bauen. Mit einigen fleißigen Helfern errichteten wir das Haus, welches den Welpen ein wärmeres Refugium bieten sollte als dies die kalten Betonzwinger könnten. Im August fuhr unser Trupp mit einem guten Gefühl nach Hause.
Der Trip, von dem ich letzten Freitag zurückkehrte, ließ mich hingegen mit einem flauen Gefühl abreisen. Die Rumänen sind und bleiben doch Rumänen: Es wird nicht gepflegt und erhalten, was gebaut wird; Sauberkeit ist nicht zu vergleichen mit unserer hier, und die allgemeine Lockerheit kann einen manchmal zur Verzweiflung treiben. Das Lagerhaus war kein Lagerhaus mehr als wir ankamen, sondern war umfunktioniert worden als provisorisches Areal für Hunde die getrennt werden mussten – es wurde einfach vergessen, danach sauberzumachen. Im Welpenhaus mit drei abgetrennten Arealen saßen Junghunde, und die 30 wirklich kleinen, acht Wochen alten Welpen, saßen im Betonzwinger mit nicht einmal einer Decke im Körbchen. Diese Bilder sind schockierend, und da wird einmal mehr klar: Unsere Standards hier aus Deutschland können nirgendwo angelegt werden.

Das Richtfest des Kastrationsgebäudes! (c) www.prodogromania.de

Schritt für Schritt: Das Richtfest des Kastrationsgebäudes!
(Foto: Stoica)

Diese Umstände wurden von uns rasch geändert, die richtigen Menschen darauf angesprochen und einiges klar gestellt, und viel haben wir bewirkt: Unsere Tierärztin Kathrin, die mitgereist war, kastrierte viele Hunde und Katzen die von der Bevölkerung gebracht wurden (damit die Welpenflut kommendes Jahr abgemindert wird), ihr Assistent Peter sammelte die Welpen ein welche es am dringendsten benötigten und pflegte sie drinnen im Tierarzthaus, wo es warm genug für sie war; es wurde ein Müllsystem in Angriff genommen und die Stadt endlich überzeugt, auch von Mishus außerhalb liegendem Shelter den Müll einzusammeln. Wir machten viele Bilder und fertigten Beschreibungen an für die Hunde, die vor Ort in den Zwingern auf ihr Happy End warten.

Man geht kleine Schritte, aber man geht sie. Und man fährt mit dem Gefühl nach Hause, etwas bewirkt zu haben. Seelen werden gerettet und haben eine Chance auf Überleben, weil man Bilder von ihnen gemacht und sie annonciert hat damit sie ihre Familie finden. Kleine Welpen entwickeln Abwehrkräfte durch die Welpenmilch, die sie ein Mal am Tag bekommen, einfach weil wir die Zeit haben und Mishu selbst nicht, weil er ständig am Rotieren ist.

Hinter Gittern: Die Kennels ( Zwinger) werden täglich gereinigt und es wird täglich zwei Mal gefüttert. Bei Mishu sind die Verhältnisse ertragbar. (Foto: Stoica)

Viel Unterstützung fehlt. Wer Lust hat, selbst vor Ort zu helfen, ist herzlich eingeladen, eine Mail an svenja@prodogromania.de zu schreiben. Wir können jede Hand gebrauchen! Und ja: Im Hotel gibt es tatsächlich heiße Duschen, W-Lan und Fernseher. Rumänien gehört schließlich zur EU. Da gewöhnt man sich auch schnell an die andere Währung und Gepflogenheiten, die vor Ort noch immer fremd anmuten. Beim dritten Mal jedoch merkt man es bestimmt nicht mehr!

Vorschau: Am Donnerstag, dem 20.November 2014, wird euch Bernd von der Entstehung des Klimas berichten!