Freiheit auf Solopfaden – Benjamin Boyce im Interview

Benjamin Boyce war in den 1990er Jahren Mitglied der niederländisch-englischen Boygroup Caught in the Act, die sich 1998 trennte. Wie Face2Face berichtete, feierten Caught in the Act an Silvester 2015 ihren Neubeginn, allerdings ohne Benjamin. Er widmet sich ganz seinen Soloprojekten und ist erfolgreich auf seiner „One man, one mission“-Tour unterwegs. Am Freitag, den 30. September, hat Benjamin, der sich mittlerweile in Köln zuhause fühlt, nun endlich seine neue Single „I‘m free“ veröffentlicht. Diese thematisiert seine Vergangenheit, für die er dankbar ist. Aber sie handelt auch davon, dass die Dinge sich weiterentwickeln müssen sowie seinem heutigen Gefühl von Freiheit.

Face2Face: Wie würdest du deine neue Single vom Klang her beschreiben?

Benjamin: Das finde ich ehrlich gesagt sehr schwer zu beschreiben. Eine Mischung aus Pop und House, würde ich sagen. Es gefällt mir. Der Produzent hat gut auf meinen Text gehört und hat die passenden Elemente reingebracht, damit der Song auch wirklich frei und offen klingt. Das höre ich darin. Ein echt schönes Gefühl.

Gut gelaunt: Sänger Benjamin Boyce (Foto: S. Holitzner)

Gut gelaunt: Sänger Benjamin Boyce (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Warum ist „I‘m free“ deiner Meinung nach hörenswert?

Benjamin: Für den einen wegen des Textes, für den anderen vielleicht wegen der schönen Melodie. Aber ich hoffe natürlich am meisten, dass es jedem rundum gefällt und dass andere einfach die Gefühle, die ich dabei habe, auch haben. Vor allem das Gefühl von Freiheit.

Face2Face: Ist bald auch ein neues Album von dir geplant?

Benjamin: Ich hoffe, dass ein neues Album kommen wird. Das ist ein bisschen abhängig davon, wie das jetzt mit der neuen Single weitergeht. Aber wir haben es auf jeden Fall vor.

Face2Face: An welchem Ort würdest du gerne noch einmal auftreten?

Benjamin: Ich finde es immer ganz toll, in Berlin aufzutreten. Berlin verbinde ich immer mit einem sehr schönen Gefühl, denn in Berlin hat der Erfolg damals mit Caught in the Act angefangen. Da haben wir auch „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gedreht, kurz bevor wir zum ersten Mal ganz groß in den Charts rausgekommen sind. Das Erfolgsgefühl ist immer in Berlin. Aber ich freue mich natürlich auch immer sehr in Köln aufzutreten, weil das jetzt meine Heimatstadt ist.

Mehr Informationen zu Benjamin Boyce gibt es auf seiner Facebook-Seite und seiner Homepage.

World Club Dome 2016 – Stimmungsbarometer

Am ersten Juni-Wochenende öffnete der größte Club der Welt zum vierten Mal seine Toren. Gemeint ist der „World Club Dome“, der in der Frankfurter Commerzbank Arena Tausende von feierlaunigen Menschen begrüßte. Face2Face hat mit ein paar Besuchern gesprochen.

Warten auf den World Club Dome 2016 - vor dem Einlass treffen wir Mona, Vanessa und Isabell (Foto: L. Holfelder)

Warten auf den World Club Dome 2016 – vor dem Einlass treffen wir Mona, Vanessa und Isabell (v. links) (Foto: L. Holfelder)

3 Tage Frontstage

Direkt am Eingang treffen wir Vanessa (21), Isabell (19) und Mona (20), die das ganze Wochenende auf dem World Club Dome seien werden, also ein 3-Tages-Ticket besitzen. Alle kommen ursprünglich aus Hannover, Isabell studiert aber in Frankfurt. Da der Einlass noch nicht begonnen hat, sitzen alle gemütlich auf dem Boden. Direkt fallen die Frontstage-Armbänder auf und die drei erzählen, dass man dort mehr mitbekommt. „Man sieht den DJ viel besser und das macht schon mehr Laune“. Auf die Frage, welche denn die Lieblings-DJs wären, kommt direkt die Antwort: Hardwell, Steve Aoki und Armin van Buuren. Wichtige Festival-Tipps von Isabell, Vanessa und Mona sind „Wechselklamotten mitbringen und früh genug da sein, damit man nicht in die Menschenmassen kommt“.

Von Kuchen und Pogen

Zwei Tage später, sonntags, treffen wir Vanessa, Isabell und Mona wieder. Diesmal sitzen sie vor dem Sommersby-Zelt auf dem großen Rasen und genießen die sommerlichen Temperaturen, während im Hintergrund harte Elektro- und Technosounds von der Deep House Bühne herüberschallen. Die besten Auftritte waren nach der Meinung der drei bis jetzt bei Steve Aoki und Armin van Buuren. „Gecaked“, also von Steve Aoki mit Kuchen abgeworfen, wurden sie allerdings nicht. Wenigstens haben sie jemanden gesehen, der Torte abbekommen hat. Auch Dimitri Vegas & Like Mike und Robin Schulz fanden die drei gut, wobei Robin Schulz viel zu kurz gespielt hat. Da alle ein Schließfach gemietet haben, gibt es zumindest keine Probleme, in der Menge schwer bepackt zu stehen. Und gerade wenn im Frontstage-Bereich angefangen wird zu pogen, also die Menschen aufeinander zu rennen und wild miteinander tanzen, dann ist es doch am besten, alles was man hat festzuhalten und zu hoffen, dass man nicht in die Menge mit reingezogen wird. Doch trotzdem sind die drei sich sicher, dass sie nächstes Jahr wieder kommen, dann auch wieder Frontstage. Aber einen Verbesserungsvorschlag haben sie: günstigeres Trinkwasser.

Als Promoter viel unterwegs

Während wir auf dem Rasenplatz sitzen, sprechen wir auch mit Moritz (23) und Nico (20). Beide arbeiten als Promoter auf dem Festival, haben aber die Chance gehabt, sich Don Diablo komplett anzuschauen, was sie „richtig cool“ fanden. Auch die anderen Besucher des Festivals beschreiben sie positiv, „ziemlich chillige Leute“, die Spaß haben und gut drauf sind. Zwar sind „nicht alle unser Geschmack, aber mit jedem kann man feiern“, so Moritz.

Die Deep House Bühne vor der Commerzbank Arena war dieses Jahr neu (Foto: L. Holfelder)

Die Deep House Bühne vor der Commerzbank Arena war dieses Jahr neu (Foto: L. Holfelder)

Spontane Tagestickets

Am Abend treten die großen und bekannteren Acts auf und wir sprechen mit Anika (19) und Kristina, (18), die extra für Martin Garrix und Hardwell zwei Stunden gefahren sind. „Aber das war es voll wert“, sagt Anika und erzählt, dass sie die Tickets erst wenige Tage vorher im Internet gekauft haben. Beide sind zum ersten Mal da, sind sich aber sicher, dass sie nächstes Jahr wieder kommen, dann auch drei Tage lang, um das gesamte Festival erleben zu können. Und auch von dem Gesamteindruck sind sie begeistert. „Gar nichts Negatives“ sei ihnen passiert, im Gegenteil, die Leute seien fröhlich und nett, „die House Bühne ist überragend“, so Anika.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Face2Face über das Beatles Museum in den Niederlanden.

150 DJs auf zwölf Floors – der World Club Dome 2015

Nicht mehr lange, dann ist Weihnachten! Und wer jetzt so kurz vor Weihnachten doch noch eine Geschenkidee braucht und mal was anderes schenken will, der liegt mit einem Ticket für den World Club Dome goldrichtig.

Der World Club Dome ist ein Festival, das im Juni nächsten Jahres an drei Tagen stattfinden wird. Genauer gesagt vom 5. bis 7. Juni. Wo? In der Commerzbank Arena in Frankfurt am Main. Was euch dort geboten wird? Über 150 DJs auf über zwölf Floors heizen jedem Partybegeisterten ein. Vornehmlich wird House, Techno und Dubstep gespielt, aber die großen DJs bringen natürlich auch ihre Mainstream- Chartstürmer mit.

Bei Festivals sind die Hände wichtig: zum Hochreißen und Mittanzen (Foto: L. Holfelder)

Bei Festivals sind die Hände wichtig: zum Hochreißen und Mittanzen (Foto: L. Holfelder)

Seit 2013 organisiert der Radiosender „You FM“ und dessen Show „Big City Beats“ den World Club Dome, der anfangs noch „World Music Dome“ hieß und nur einen Tag ging. 2014 wurde das Festival erstmals an zwei Tagen ausgetragen und bekam seinen jetzigen Namen. Die Commerzbank Arena in Frankfurt wird an den Festivaltagen zur Partylocation umfunktioniert. Innerhalb der Arena befindet sich die Hauptbühne. Pluspunkt der Location: Sobald das Wetter nicht mehr mitspielt, lässt sich das Dach der Arena schließen, so dass auch der heftigste Regenschauer der guten Laune nichts anhaben kann. Um die Arena herum gibt es verschiedene Dancefloors, auf denen verschiedene DJs ihre Musik spielen. Und für Essen und Trinken ist ebenfalls gesorgt, es gibt reichlich Essens- und Trinkstände. Wichtig ist dabei nur, dass man sich zu Beginn Verzehr-Karten holt, denn auf dem Festival wird überall mit Märkchen bezahlt. Diese lassen sich aber jederzeit nachholen oder auch umtauschen, falls man am Ende doch noch ein paar Märkchen über hat.

Jetzt aber zum Wichtigsten: Wer tritt denn überhaupt auf? You Fm und Big City Beats.FM halten sich mit diesen Informationen immer etwas bedeckt und geben nur häppchenweise Künstler bekannt. Im letzten Jahr zählten Hardwell, Tiësto, Steve Aoki, Martin Garrix, Alesso, Dada Life, Krewella, Dimitri Vegas & Like Mike und David Guetta als Schlussact zu den bekanntesten Acts.

Und für nächstes Jahr gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack. Denn erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass kein geringerer als Avicii freitags das Festival eröffnen, und David Guetta sonntags das Festival schließen wird.

In den letzten zwei Jahren waren rund 30.000 Menschen auf dem Festival. Schon jetzt gibt es nur noch wenige Early Bird Tickets. Nach Ausverkauf dieser Tickets steigt der Preis. Beim Kauf der Tickets kann man zwischen verschiedenen Kategorien wählen, das günstigste kostet etwa 100 Euro. Mit diesem Ticket hat man freien Zugang zu allen Floors und, als Neuerung zu den letzten Jahren, auch Zugang zu den Sitzplätzen. Um nicht nur im Innenfeld feiern zu können, sondern direkt an der Hauptbühne, also im Front-Stage-Bereich, gibt es das so genannte „Club Ticket Deluxe“ für etwa 170 Euro.

Der World Club Dome 2014 - viele Menschen und gute Laune (Foto: L. Holfelder)

Der World Club Dome 2014 – viele Menschen und gute Laune (Foto: L. Holfelder)

Für alle Interessierten, die nicht aus der Umgebung von Frankfurt am Main kommen: Leider gibt es keine Zeltmöglichkeiten, Big City Beats stellt aber auf der offiziellen World Club Dome-Seite eine Auswahl an Schlafmöglichkeiten vor.

Wer jetzt Lust bekommen hat, kann sich auf der offiziellen Seite des Festivals umschauen: http://www.worldclubdome.com/

Seid ihr hungrig? Kelis* serviert „Food“

Kelis*, mit bürgerlichem Namen Kelis Rogers, veröffentlicht mit „Friday Fish Fry“ den bereits dritten Song ihres aktuellen Studioalbums „Food“. Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Flesh Tone“ aus dem Jahre 2010 erschien das neue Werk im Februar diesen Jahres.

„Food“ wird von ihrem vier-jährigen Sohn Knight Jones, der auf dem Track „Breakfast“ mit „Hey guys! Are you hungry? My mom made Food!“ fragt, was übersetzt soviel wie: „Hey Leute, seid ihr hungrig? Meine Mama hat Essen gemacht!“ bedeutet. Buchstäblich. Denn die 34-jährige tourte in einem kleinen Van durch die Staaten und promotete ihr Album aus einem Imbisswagen, der ihre Musik spielt. Neben Mini Burgern, Pommes Frites und Spare Ribs mit selbstkreierten Saucen war es Kelis* höchstpersönlich, die für zufriedene Kunden sorgte, indem sie die Speisen selbst servierte.

Zu ihrer gewohnten Mischung aus RnB, Neo Soul, House und Alternative Hip Hop, kommen Richtungen wie Electronic Dance und Dance Pop dazu. Songs wie „Jerk Rips“ und „Rumble“, in dem sie die Scheidung von Rapper Nasir Jones, besser als Nas bekannt, verarbeitet, veröffentlichte sie bereits im Februar und April. Ihr Track „Cobbler“ ist ein der ultimative Dance Floor Song, den Billboard (Anm. d. Red.: Fach- und Branchenblatt für Musik und Entertainment in den USA)bereits als „Bobbi-Brown-esque-Funk“-Workout betitelte.

Ihre Leidenschaft für das Kochen entdeckte Kelis* vor einigen Jahren, als sie sich 2006 als Saucier, als Saucenkoch, in der Le Courdon Bleu culinary School ausbilden ließ. In dieser Zeit schrieb sie sogar ein Kochbuch, welches zusammen mit einer Saucen-Linie, auf dem Las Vegas Food und Wine Festival im April vorgestellt wurde. All das, führte dazu, dass Kelis* ihrer Liebe zum Essen und Kochen ein ganzes Album widmete.

Im August kommt die Ex-Frau von Rapper Nas, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Knight hat, auf Europa Tour auch nach Deutschland.

Hierzu gibt es Termine in Frankfurt, Köln und Berlin. Tickets gibt es unter www.eventim.de/kelis.

Vorschau: Am Samstag, dem 02. August, gibt es es einen Bericht über den Festivalsommer und seinen Festivaltypen.

Elektro-magnetische Nacht in Erstauflage – Das „Electro Magnetic Festival“ 2012

Das UNESCO-Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“: Eine außergewöhnliche Kulisse für das „Electro Magnetic Festival“ (Foto: L. Pohlmeyer)

Es ist zwei Uhr morgens, die Nacht immer noch angenehm warm, vor, hinter und neben mir verschwitzte Menschen, die sich schon zur Musik von „Fritz Kalkbrenner“, „Monika Kruse“ oder „Andre Galuzzi“ verausgabt haben. Das Gedränge Richtung Main Stage hält an, die Nacht der elektronischen Musik scheint unendlich – von Erschöpfung keine Spur.

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich beim „Electro Magnetic“ um ein Festival der elektronischen Musik. Mehr als 8000 Fans zählte das Festival, das vergangenen Samstag, 7. Juli 2012, seine Premiere in der als Weltkulturerbe ausgezeichneten „Völklinger Hütte“ in der Nähe von Saarbrücken feierte. Die Tickets aus dem Vorverkauf waren nach kürzester Zeit restlos ausverkauft und aus der Menge an Besuchern zu schließen, war auch das Kontingent an Karten an der Tageskasse vermutlich binnen kürzester Zeit erschöpft. Und das zu Recht, denn wohl kaum einer dürfte von dem „Neuling“ unter den Festivals enttäuscht worden sein.

So war bereits das Line-up, das von Top-Acts der elektronischen Musik wie „Digitalism“, „Lexy & K-Paul“, „Fritz Kalkbrenner“, „Turntablerocker“, „Bonaparte“, „Moonbootica“, „Tiefschwarz“, „Matthias Tanzmann“, „The Koletzkis“, „Dominik Eulberg“ und „Karotte“ angeführt wurde mehr als vielversprechend. Von Samstagnachmittag bis Sonntagmorgen wurde auf fünf verschiedenen Floors aufgelegt und performt, so dass das Festival getreu seinem Titel zum Magneten für Fans elektronischer Musik wurde. Dazu setzten Lichtkünstler mit Illuminationen und Kunstinstallationen das Welturkulturerbe in ein ganz neues Licht. Damit bot das „Electro Magnetic“ ein breites Spektrum an verschiedenen Musik- und Kunstelementen, präsentiert von einer Vielzahl an internationalen, nationalen und regionalen Akteuren. Eine Symbiose die wahres Erfolgspotential hat.

Mit ihren explosiven Sounds lockten beispielsweise die zwei Hamburger Tobias Schmidt und Oliver Kowalski gleich am frühen Abend alle „Moonbootica“-Fans in den „Schattenhof“. Das Beatbauer-Duo, das für seine äußerst tanzbaren Rhythmen bekannt ist, lieferte mit einer Mischung aus House, Breakbeats, Jazz und Funk Elementen einen legendären Auftakt zur Festivalnacht.

Das „Electro Magnetic“ bei Nacht: Eine Kombination aus Electro-Acts und Illumination (Foto: L. Pohlmeyer)

Eines der Highlights der Magnetic Festivalinnovation war ohne Zweifel das DJ-Duo „Lexy & K-Paul“, das nicht viel später auf der Main Stage zu sehen und vor allem zu hören war. Dass die beiden DJs nicht für dezentes Plattenteller- und Reglerbedienen stehen, sondern lieber mit einer Mischung aus Elektro-Bässen und Techno-Rhythmen das Publikum ordentlich in Bewegung bringen, bewiesen sie mit ihrer Performance am „Electro Magnetic“. Mit ihrem unbefangenen „Technoelectro“ brachten sie die Festival-Menge zum brodeln und feierten mit den Fans zu „Ponyboy“, „Trick on me“ und „I gave you my digits“ als gäbe es kein Morgen. Live-Qualität aus der Hauptstadt – vom langweiligen Electro-Act keine Spur. Ebenfalls in Höchstform war die Berliner Elektro-Punk-Band „Bonaparte“ zu erleben, die mit ihrer wechselnden extravaganten Kostümierungen – von Fahrrad fahrendem Pferd bis zur höchst erschöpfenden Trampolinperformance – puren Wahnsinn in Live-Version verbreiteten. Denn statt Gitarre zupfen und ins Mikrofon zu hauchen, zog die „Bonaparte“-Crew lieber ein Tierkostüm über und schickte rockende, praktisch nackte Piraten über die Bühne, die ihre Unterwäsche dem Publikum entgegen schleuderten. Ein fulminantes Ende der fast zwölf Stunden langen Performance verschiedener Künstler auf der Main Stage lieferte das Elektro-House-Duo „Digitalism“. Die zwei Jungs, die für ihre Tracks aus Techno und Indierock bekannt sind und damit zu einem weltweit gefragter Live-Act avancierten, bildeten das perfekte Ende der tobenden Festivalnacht. Denn spätestens hier ließen die Fans nochmal ordentlich die Beine zappeln.

Zu den absoluten Besonderheiten des Festivals zählte vor allem auch der Veranstaltungsort, die „Völklinger Hütte“, ganz in der Nähe von Saarbrücken. Denn wie oft tanzt man schon vor der Kulisse eines UNESCO-Weltkulturerbes die Nacht durch? Durch dunkle Gänge, unter rostigen Rohren entlang und schon lag  links die „Sennheiser Silent Stage“, auf der sich die mit Headphones ausgestatteten Festivalgänger zur Musik bewegten. Nur ein paar Schritte weiter das Schrottgleis, auf dem Drum and Bass-Rhythmen, ebenso wie Dubstep-Beats von Künstlern wie „JarJar“, „Bananas From Outer Space“, „Seki & Minoru“ und „Tiefklang“ aufgelegt wurden. An zerfallenen Fabrikhallen vorbei und bis zur Aussichtsplattform am Hochofen wo Elektro-, House- und Technobeats pulsierten und damit jeden Winkel des Weltkulturerbe zum Vibrieren brachten. Eine außergewöhnliche Verbindung der Extraklasse, die mit modernem Musikgeist neues Leben in das „Alte Eisen“ brachte.

Kurzum: Eine einzigartige Nacht der elektronischen Tanzmusik, die hoffentlich erst der Anfang einer ganz besonderen Festival-Reihe in der „Völklinger Hütte“ ist.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr den ersten Artikel zum Thema „Musik und Berufe“.

Mango mal anders

Ruhiger Typ, eingängige Musik: Sascha Funke (Foto: Pressefoto Kompakt FM)

„Mango“ heißt der Song, der ihn bekannt machte. Paul Kalkbrenner heißt der Mensch, dem er das zu verdanken hat. Denn kein geringerer als jener Titan der Electroszene hat „Mango“ in seinem hochgelobten Film „Berlin Calling“ gefeatured. Die Rede ist von DJ und Produzent Sascha Funke.

1977 in Ostberlin geboren und aufgewachsen, ist es so gut wie vorhersehbar, dass der junge Funke recht schnell in Kontakt mit Techno und House kommen wird. Besonders die Radioshow „Rave Satellite“ von DJane „Marusha“ inspiriert Funke. Vom Technohype in Berlin angetan, spürt er schnell, dass er nicht nur auf der Tanzfläche aktiv sein möchte, sondern dass er selbst hinter dem DJ-Pult stehen will. So kommt es, dass er Anfang der neunziger Jahre selbständig Rave Parties für Jugendliche organisiert und erste Erfahrungen als DJ sammelt. Schnell entwickelt sich aus einem Hobby eine Leidenschaft. Schon früh lernt Funke Paul Kalkbrenner kennen, mit dem er sich nicht nur die Wohnung, sondern auch das DJ-Equipment teilt. Für Funke ist das eine Bereicherung, da er von seinem erfahreneren Kumpanen einiges lernen kann.

Er vernetzt sich weiter und lernt bald Eileen Allien kennen, eine weitere Größe der elektronischen Musik. Die DJane, Produzentin und Labelinhaberin vom Berliner Electro Label „BPitch Control“, zählt zu Funkes größten Inspirationen. 1997 hat er seine ersten größeren Auftritte in Berliner Clubs und ist bereit, sich einen Namen zu machen. Anfangs noch sehr technolastig, bleibt Funke lange ein Geheimtipp. 2000 veröffentlicht er endlich seine erste Single bei „BPitch Control“. Ein Jahr später gelingt ihm der internationale Durchbruch mit der Single „When will I be famous“. Funke tauscht allmählich seinen trancigen Sound gegen einen minimalistischeren und ruhigeren Sound ein. Dies ist offensichtlich der richtige Schritt, denn 2003 folgt sein Debutalbum „Brave“ mitsamt einer Welttournee. Auch wenn die Einflüsse seines ehemaligen Mitbewohners Paul Kalbrenner deutlich rauszuhören sind, gelingt es Funke noch heute, seine eigene Linie zu bewahren. Er schafft die Gratwanderung zwischen Electrosounds, die zum Entspannen, und Electrosounds, die zum Partymachen einladen.

Neuestes Projekt: Saschienne (Foto: Pressefoto Kompakt FM)

Der Berliner Winter ist ihm im Jahre 2007 zu kalt, sodass er sich nach Südfrankreich aufmacht und dort die Klänge des Mittelmeers studiert. Von der Sonne inspiriert veröffentlicht er 2008 sein von Kritikern gelobtes Album „Mango“, mit der gleichnamigen Single, die ihn endgültig in der gesamten Musikszene bekannt macht. Funke gehört nun mit seinem modernen, eingängien Sound sicherlich zu den Top Electro-DJs weltweit. Auch in diesem Jahr ist er nicht inaktiv. Vor kurzem veröffentlichte er zusammen mit seiner Frau, der Französin Julienne Dessange, das Album „Unknown“ unter dem Namen „Saschienne“. Hier versucht Funke sein minimalistischen Sound mit sphärischem Gesang zu kombinieren, was ihm ebenfalls einwandfrei gelingt.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr mehr über den Komponisten und Produzenten Moritz Wagner.

Gästeplätz zu Gewinnen für „Moonbootica“ im Ludwigshafener „Loft“

Moonbootica“ – das angesagte Hamburger DJ-Duo der Elektroszene ist am Samstag, 24. September 2011 im Ludwigshafener „Loft“ live zu erleben. Face2Face verlost hierfür 2×2 Gästeplätze.

2011 ist ihr Jahr. Mit ihrem neuen Track „Battle No. 1“ im typischen „Moonbootica“-Sound mit einer erfrischenden Brise Oldschool-Hip-Hop begeistern sie nicht nur eingefleischte Fans der Elektro- und Houseszene. Aber auch Klassiker wie „June“ oder „Der Mond“, die in Zusammenarbeit mit „Jan Delay“ entstanden, sind vielen Musikbegeisterten ein Begriff. Neben „Moonbootica“ könnt ihr im „Loft“ noch Federico Molinari und Steffen Baumann live erleben.

Weitere Informationen erhaltet ihr hier.

Was ihr für die Gästeplätze tun müsst:

Schreibt bis einschließlich Donnerstag, 22.09.2011, 23:59 eine Mail an jean-claude.jenowein@face2face-magazin.de. Darin sollten die Namen der Teilnehmer enthalten sein, die sich wohlmöglich über Gästeplätze freuen können.

Verlost wird unter allen Teilnehmern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Freitag, den 23.09.2011 via E-Mail an die jeweiligen Einsender. Danach werden alle eingesandten Mails wieder gelöscht.

Viel Glück euch allen!