Couscous-Bratlinge mit Joghurt-Dip

Der Sommer lockt manch einen dieses Jahr nicht nur durch hohe Temperaturen, sondern auch durch den Beginn der Bikini-Saison zu leichter Kost wie Salaten. Dabei eignen sich vor allem joghurthaltige Rezepte, die den Körper von Innen kühlen sollen – so beispielsweise ein Auberginensalat mit Joghurt oder eine frische Joghurtsuppe. Wer in der Grillsaison jedoch nicht auf Herzhaftes verzichten möchte, der kann auf Couscous zurückgreifen. Die Zutat, die man sonst aus Couscous-Salaten kennt, eignet sich nämlich ebenso hervorragend für vegetarische Bratlinge. Zusammen mit einem Joghurt-Dip garniert, versprechen Couscous-Bratlinge nicht nur sommerlich-leichte, sondern auch gesunde Kost.

Zutaten und Materialien für circa 15 Couscous-Bratlinge:

Gesund: Couscous-Bratlinge eignen sich als leichte Sommer-Kost (Foto: Onat)

Gesund: Couscous-Bratlinge eignen sich als leichte Sommer-Kost (Foto: Onat)

  • 250 Gramm Couscous
  • 250 Milliliter heiße Gemüsebrühe
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • zwei Eier
  • etwas Paniermehl
  • Salz und Pfeffer
  • optional: Kräuter nach Wahl
  • etwas Öl zum Anbraten
  • ein Messer samt Schneidebrett, ein Löffel, eine Schüssel und eine Pfanne

Zutaten und Materialien für den Joghurt-Dip:

  • 250 Gramm Joghurt
  • eine Knoblauchzehe
  • Salz
  • optional: Kräuter nach Wahl
  • ein Messer samt Schneidebrett, ein Löffel und eine Schüssel

Zubereitung:

1. Zunächst wird der Joghurt-Dip zubereitet, indem die Knoblauchzehe mit einem Messer fein gehackt wird.

2. Nun den Joghurt zusammen mit etwas Salz, Kräutern und dem Knoblauch in eine Schüssel geben und mit einem Löffel alles gut miteinander vermengen. Den fertigen Dip im Kühlschrank ziehen lassen, während es derweil an die Herstellung der Couscous-Bratlinge geht.

Goldbraun: Vegetarische Couscous-Bratlinge

Goldbraun: Vegetarische Couscous-Bratlinge (Foto: Onat)

3. Hierfür die Zwiebel und den Knoblauch mit einem Messer fein würfeln und mit etwas Öl glasig anbraten.

4. Den Couscous mit Salz, Pfeffer, Kräutern, der angedünsteten Zwiebeln- und Knoblauchstücken sowie den Eiern und der heißen Gemüsebrühe in eine Schüssel geben und miteinander verrühren. Nun alles für circa fünf Minuten quellen lassen. Sollte die Konsistenz nicht fest genug sein, einfach mit etwas Paniermehl nachhelfen.

5. Bratlinge aus der Masse formen und in einer Pfanne mit heißem Öl von beiden Seiten goldbraun anbraten. Die Couscous-Bratlinge beim Anrichten mit dem Joghurt-Dip garnieren. Als Beilage eignet sich ein leichter Rohkost-Salat.

Vorschau: Nächste Woche gibt es für die Festival-Saison Tipps für einen gelungenen Festival-Besuch.

Die Macht der Wärme – 5 brandheiße Beauty-Tipps

Wimpernzangen, Haarkuren oder Gesichtsmasken – es gibt schon zahlreiche Beauty-Produkte, die uns helfen sollen, das Beste aus uns heraus zu holen. Mit diesen brandheißen Tricks gelingt das in Zukunft sogar noch besser! Probiert es einfach mal aus und erlebt die Macht der Wärme.

1. Warme Pflege für die Haare: Ihr wollt euren Haaren etwas Gutes tun? Dann erwärmt eure Haarkur oder -spülung doch das nächste Mal vor der Verwendung für circa 15 Sekunden in der Mikrowelle. Durch die Wärme öffnet sich die oberste Schuppenschicht der Haare und macht sie dadurch durchlässiger für Pflegewirkstoffe.
2. Hitze für den letzten Schwung: Ihr wollt den perfekten Augenaufschlag? Dann föhnt vor Gebrauch eure Wimpernzange einmal kurz an – das verstärkt den Effekt und hält länger!

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Wirkt unterstützend: Wärme sorgt bei einigen Beauty-Produkten für optimale Wirkung. (Foto: twinlili/pixelio.de)

3. Gegen gereizte Augen: Wenn es am Abend zuvor mal etwas später geworden ist und eure Augen gereizt oder gerötet, dann kann auch hier die Wärme Abhilfe schaffen: Einfach zwei Teelöffel in eine Tasse mit heißem Wasser stellen, ein paar Minuten durchwärmen lassen und dann die Löffel auf die Augen legen. Durch die Wärme der Löffel entspannen sich die Augen und der Reiz wird gelindert. Vorsicht: Vorher unbedingt am Handrücken prüfen, dass die Löffel nicht zu heiß sind!
4. Mikrowellen-Creme: Während das Lagern der Aprés-Sun Creme im Sommer schon lange kein Geheimtipp mehr ist, hat man vom Pendant im Winter bislang noch nicht so viel gehört: Wenn ihr eure Körpercreme vor dem Auftragen für ein paar Sekunden in der Mikrowelle erhitzt, wird der Duft intensiver und das Eincremen mit der warmen Lotion zum wahren Spa-Erlebnis. Genau das richtige für trockene Haut im kalten Winter! Dasselbe gilt übrigens für warmes Öl, zum Beispiel Kokos-Öl. Durch Wärme öffnen sich die Poren und die Haut ist besonders aufnahmebereit für Pflegestoffe.

5. Alles rausgeholt: Mit Wärme kann man nicht nur aus seinem Körper das Beste herausholen, sondern auch aus den Beauty-Produkten selbst! Ihr kennt das, eure Wimperntusche neigt sich langsam dem Ende zu, ihr hattet aber noch keine Zeit, neue zu kaufen. Kein Problem! Einfach das Wimpernbürstchen einmal kurz unter heißes Wasser halten und die gesamte Wimperntusche anföhnen. So wird die Tusche wieder weich und hält sich noch ein paar Tage!

Ab in die Sauna!

Die meisten wissen es: Wer regelmäßig sauniert, der tut seiner Gesundheit etwas Gutes: Im besten Fall wird unser Immunsystem massiv gestärkt, das Herz bleibt fit und die Haut entgiftet.

Warum es sich lohnt

Entspannung pur: Es reichen acht Minuten aus, um den Alltagsstress abzubauen (Foto: V.Kalra)

Entspannung pur: Es reichen acht Minuten aus, um den Alltagsstress abzubauen (Foto: V.Kalra)

Von regelmäßigen Saunagängen profitiert langfristig unser gesamter Organismus. Der Stoffwechsel wird enorm angekurbelt, die Stimmung aufgelockert, man wird weniger reizbar, Schlafstörung und Migräne reduzieren sich mit der Zeit ebenso. Giftstoffe werden beim Schwitzen über die Haut ausgeschieden. Dadurch säubert sich die Haut, ihre Durchblutung geht steil bergauf. Die Folge ist dann eine schöne, straffe, ebenmäßige Haut und ihr werdet seltener krank.

Wer hat Saunaverbot?

Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben und deshalb an Bluthochdruck, Fieber, Herzproblemen oder ähnlichem leiden, sollten sich lieber von Saunen fernhalten. Wer sich bezüglich seiner Gesundheit noch unsicher ist, kann vorher einen Arzt konsultieren.

Wie oft in die Sauna?

Ein Besuch pro Woche mit jeweils drei Durchgängen – das raten Experten, um das Immunsystem in Form zu halten. Das Wichtigste ist aber, dass ihr euch beim Saunieren wohlfühlt. Richtet euch deshalb einfach nach eurem persönlichen Wellness-Geschmack. Zu häufige Saunabesuche solltet ihr jedoch vermeiden, da sonst Kreislauf-Probleme drohen.

Tipps, um das Saunaerlebnis zu optimieren:

• Weder mit überfüllten noch mit leerem Magen in die Sauna gehen, denn hier droht sonst der Kreislauf abzustürzen.

• In der Ruhe liegt die Kraft: unter Zeitdruck zu saunieren, ist alles andere als Entspannung. Also nehmt euch die Zeit.

• Kurz und konzentriert: setzt euch acht bis zehn Minuten auf die obere Bank, dort ist die Hitze am stärksten. Die letzten zwei Minuten verbringt ihr dann auf die unterste Bank, um den Kreislauf nicht zu überfordern.

• Abkühlungsphase: mit kaltem Wasser langsam erst die Füße, Beine, Arme und dann den Oberkörper erfrischen.

• Ruhephase: Den Körper nun mit einem Bademantel oder einer Decke verhüllen und sich ebenfalls acht bis zehn Minuten zur Entspannung hinlegen.

Vorschau: Am Mittwoch, den 17.Februar erfahrt ihr die aktuelle Lage beim Deutschen Eishockeybund!

Wetterpubertät: Menschen in warmen Bussen

August 2015. Irgendeiner von den vielen angepriesenen Jahrhundertsommern. Das Wetter ist heiß und unbeständig und die Menschen hat seit Juni ein kollektives Unwohlsein gepackt. Die ganze Zivilisation hängt über einem riesigen Spucktopf und es gefällt ihr insgeheim sogar. Wer kotzt, spürt noch was, nicht wahr?

Niemand in hier scheint etwas anders zu tun zu haben, als sich über die Hitze auszutauschen. Da sagt dann einer zu dem anderen: „Hallo du, ich schwitze und ich fühle mich dadurch so anders als sonst. Du auch? Bist du auch so verzweifelt von der Hitze der Stadt? Mir quillt gleich mein Augapfel aus dem Kopf. Oh, bitte Fremder, sei doch so gut und kaufe mir ein Zitroneneis mit Basilikumstückchen drin.“

Leider bin auch ich nicht in der Lage, für mich zu behalten, dass ich schwitze. Ich verbalisiere mein Unwohlsein wie verrückt. Gegenüber Freunden, Fremden oder meinem Hund, für den ich brennendes Mitleid verspüre, wenn er die Zunge aus dem Halse reckt, um zu atmen.

Ich ertappe mich dabei, zu lesen, was auf Yahoo neben meinem Mailfach aufpoppt. Tipps gegen Hitze, Tipps gegen Wespen, Tipps für eine kühle Nacht. Ich fühle mich seltsam erleichtert, wenn ich sehe, dass man Dinge gegen böse Tiere tun kann – auch wenn ich sie niemals tun werde. Ich hab die Hausmittelchen nicht da. Ich entspreche nicht den Vorstellungen dieser Menschen.

Geht man durch die Stadt, begegnen einem überall Wesen, die die Veränderungen ihrer eigenen Körperfunktionen bestaunen. Schlimm ist es in Bussen. Auf den Vierersitzen platzieren sich Gruppen von beleibten Damen aus der Vorstadt mit Plastiktüten und billigen Tanktops. Irgendwann fängt eine von der Hitze an und dann prasseln sie aufeinander ein: Die Geschichten der gelähmten, erhängten Körper, gequält vom Hochsommer. Endlich ist die Höflichkeit überwunden. Endlich kann die verbale Behandlung des kranken, geschwollenen Fleisches beginnen. Juhu.

Ich beobachte ihre schwitzigen Münder, wie geschmeidig sie auf einmal plappern können, mit welcher Hochspannung sich ihre Lippen bewegten, als wären soeben tausende von Drähten in ihnen verbunden worden. Zum Leben erweckt, in der Aussicht, anderen Leuten ihren Müll vor die Füße kotzen zu können. Ich grinse müde. Als eine alte Frau einsteigt, schnauft sie den Busfahrer an und sagt: „So heiß.“ Mehr nicht. Er nickt. Ich schaue ihn an und frage mich, wie oft er das heute schon gehört hatte. Hatte ich nicht selbst sowas gesagt, als ich eingestiegen bin. Eben, vor 20 Minuten? Ich weiß es beim besten Willen nicht mehr. Ich lache ein lautes, seltsames Lachen in mich hinein, betrachte eine alte Coronadose im Mülleimer, diesem kleinen silbernen Tier mit dem großen Maul, und proste mir selber zu. Niedliche Dose, du, denke ich. Die Hitze darf das, die Hitze macht aus einem sauberen Mädchen einen Klumpen heißes, lallendes Fleisch, das den Leuten mit einer leeren Coronadose aus dem Busmülleimer zuprostet. Auf einmal find ich alles schön. Ich fische die Dose sogar aus dem Mülleimer und spiele mit ihr. Jetzt, wo wir alle nur noch Kochfleisch sind, gibt es keine Barrieren zwischen Ute und Heike im Tanktop und mir. Sogar der Jugendliche, der auf mit  Handys beobachtet, was die Hitze mit seinen Pickeln macht, sieht sanft aus. Alle lachen und prosten sich unaufhörlich mit Dosen zu. Zu besoffen, um sich gegenseitig zu verachten. Das muss der Weltuntergang sein. Armageddon.

Zwei Studentinnen fangen an, darüber zu philosophieren, inwieweit das Wetter sich auf ihr katastrophales Leben auswirkt. „Vielleicht liegt dein Stimmungstief auch bloß an dem Wetter“, sagt die eine. „Ja, bei diesen Schwankungen kann ich meine Emotionen nicht halten. Wie eine Wetterpubertät“, sagt die zweite. Sie ist eine feingliedrige Prinzessin, eine schöne,  Ballerina, die viel über sich selbst nachdenkt.

„Kann aber sein, dass ich in mir drin einfach infantil bin. Ich weiß es nicht. „Ich habe die ganze Zeit nachgedacht. Wenn… ja, wenn es nicht so heiß gewesen wäre und ich nicht so Kopfweh gehabt hätte… Vielleicht wäre alles anders gelaufen?“, sagt sie. Die Ballerina starrt nun aus dem Fenster. Sie sagt nichts mehr. Sie schwitzt nicht. Vielleicht ist sie kein menschliches Wesen.

Vorschau: Und nächste Woche verlangt Eva a little more conversation.

Wenn Sommer zur Qual wird

Endlich mal ein angenehmer Sommertag, es gibt doch nichts Schöneres. Sonnenschein, 30 Grad im Schatten und ein gut gekühltes Getränk in der Hand – das ist das „Sommerfeeling“, nach dem wir uns sehnen, insbesondere weil solche wahren Sommertage in den letzten Jahren mehr als rar gesät waren.

Heiß: Wenn es Richtung 40 Grad geht, dann kommen viele ins Schwitzen (© Rosel Eckstein/Pixelio.de)

Heiß: Wenn es Richtung 40 Grad geht, dann kommen viele ins Schwitzen (© Rosel Eckstein/Pixelio.de)

Während so manche nach ein wenig Sommer lechzen und sich freuen, wenn die Temperaturen endlich etwas schweißtreibend sind, bedeutet „richtiger“ Sommer für einige eine Herausforderung. Es gibt so manchen, der mit Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke oder tropischer Luftfeuchtigkeit nicht zurechtkommt. Je länger die Hitzewelle dann dauert, um so kräftezehrender ist die Situation dann für die Betroffenen.

Die Rede ist hier zum einen von all den Menschen, die unter Kreislaufproblemen leiden. Wenn das Herz-Kreislauf-System schon bei kühleren Temperaturen Schwierigkeiten bereitet, dann läuft der Körper bei tropischen Außentemperaturen Amok. Durch die Hitze geht Einiges an Flüssigkeit verloren, die Blutzirkulation gerät aus dem Gleichgewicht und am Ende stehen Schwindelanfälle oder gar Ohnmacht. So macht der Sommer wahrlich keinen Spaß.

Ähnlich geht es denen, die mit überschüssigen Pfunden ringen. Je dicker, desto schneller fließt der Schweiß, so in etwa die Faustregel. Wenn schon bei kühlen Temperaturen der Schweiß rinnt, dann kann der Organismus bei Sommerwetter nicht mehr Schritt halten, das körpereigene Kühlsystem ist schlichtweg überlastet. Da verwundert es kaum, wenn die Betroffenen extrem erschöpft sind und kaum noch Luft bekommen. Umso frustrierender ist diese Lage, wenn der Gequälte eigentlich unverschuldet unter Übergewicht leidet, wenn die Körperfülle eben nicht das Resultat von zu viel Chips und Cola ist,sondern genetisch bedingt, etwa durch eine Stoffwechselkrankheit. Das aufkeimende Gefühl der Ungerechtigkeit ist da nur allzu nachvollziehbar.

Wenn es um Menschen geht, die unter großer Hitze leiden, dann sollten wir auf keinen Fall die Senioren unter uns vergessen. Je älter, desto labiler ist der Kreislauf ohnehin, das Herz wird mit fortschreitendem Alter tendenziell schwächer. Und je älter und schwächer der Körper, desto größer die Probleme. Wenn dann noch extreme Hitze dazukommt, kann das schnell für den ein oder anderen zu viel werden. Für manch einen wird es sogar so viel, dass akute Lebensgefahr besteht.

Und selbst all jene, die im Grunde genommen Freunde der Sonne sind: Spätestens mit einem derben Sonnenstich hat auch der letzte Sonnenanbeter zumindest zeitweise die Schnauze voll vom Sommer.

Klar, auch ich wünsche mir mediterrane Verhältnisse im Sommer, wenigstens ein paar Wochen im Jahr, in denen auch zu Hause so etwas wie Urlaubsstimmung und Südsee-Feeling aufkommt. Dennoch sollten wir Sonnenanbeter auch ein wenig Verständnis zeigen für all diejenigen, die bei 20 oder 25 Grad sagen: „Das reicht, wärmer muss es jetzt nicht sein.“ Hitze kann auch richtig weh tun.

Herrlich: Die meisten von uns freuen sich über blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein (© Verena Berk/Pixelio.de)

Herrlich: Die meisten von uns freuen sich über blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein (© Verena Berk/Pixelio.de)

Immerhin: Was uns wohl alle eint, ob nun Hitzefetischist oder eher gemäßigter Typ, ist der Wunsch nach Sonnenschein. Die meisten werden froh sein, wenn sich die Wolken verziehen und es nicht mehr regnet, als ob man unter der Dusche stünde. Und mal im Ernst, auch bei 25 Grad kann man nicht wirklich meckern. Hauptsache, Sonnenschein, oder?

Vorschau: Was es für eine Frau bedeutet ihr Kind zu stillen, das lest ihr nächste Woche in Evas Kolumne hier bei Face2Face.

Erfrischung aus der Alm – türkische Joghurtsuppe

Ob nun ein leckeres Eis, kühle Getränke oder ein Besuch im Schwimmbad – heiße Sommertage lassen sich durch kleine Tricks und Mittel gut überstehen. Auch die Speisen fallen mit exotischen Früchten und leichten Gerichten saisonbedingt aus. Wer aber eine Hitzepause und einen Hungerstiller zugleich haben möchte, der sollte die türkische Joghurtsuppe „Yayla Corbasi“ ausprobieren. Zu Deutsch nennt sie sich „Almsuppe“ und lässt sich – sowohl warm als auch kalt serviert – einfach zubereiten. Da es sich hierbei um ein traditionelles Rezept handelt, sollte man sich über Mengenangaben mit Tassen und Löffeln nicht wundern. Schließlich gehört diese Art der Zubereitung zur orientalischen Kochkultur.

Zutaten und Materialien:

  • eine Tasse Reis
  • ein Esslöffel Mehl
  • 300g Joghurt
  • getrocknete Minze
  • Butter
  • nach Belieben etwas Zitronensäure
  • zwei Töpfe, eine Pfanne, eine Tasse, ein Löffel

 

1. Zunächst wird der Reis gekocht. Hierfür den Reis in einen Topf geben und mit einer Tasse Wasser aufkochen.

2. Den Joghurt wiederum mit einem Esslöffel Mehl vermengen und beides gut verrühren.

3. Das Joghurtgemisch anschließend mit zwei Tassen Wasser in einem weiteren Topf aufkochen. Dabei zwischendurch alles gut mit einem Löffel umrühren.

4. Nun wird der fertige Reis dem Joghurt zugegeben und mit ihm zusammen aufgekocht.

5. Derweil etwas Butter in eine Pfanne geben und die getrocknete Minze darin anbraten.

6. Abschließend die Suppe mit der Minze und etwas Salz abschmecken. Wer mag, kann die Speise mit etwas Zitronensäure abrunden.

Vorschau: Demnächst erwarten euch Tipps und Tricks zum Umgang mit Dropbox.

Coole Drinks zum Selbermachen

Stellt euch vor: Es ist Sommer, so richtig Sommer – mit Sonnenschein, Hitze, im Grünen sitzen und kühle Getränke trinken. Auch wenn die Temperaturen dieses Jahr nicht wirklich mitspielen wollen, ist eines sicher: Irgendwann kommt der Sommer –  ganz bestimmt. Wenn er da ist, dann gibt es nichts Erfrischenderes als kalte, selbstgemachte Getränke, mit denen man seine Freunde und sich selbst verwöhnen kann. Drei leckere, leicht herzustellende Drinks stellen wir euch heute vor:

Pure Erfrischung: Tee mit Saft gemischt schmeckt und erfrischt zugleich (Foto: Möller)

Pure Erfrischung: Tee mit Saft gemischt schmeckt und erfrischt zugleich (Foto: Möller)

1. Eistee mal anders

Selber Eistee zu machen ist nicht wirklich schwer. Einfach „normalen“ Tee kochen, kalt werden lassen, mit Zucker oder Süßstoff süßen, in den Kühlschrank stellen stellen und genießen. Doch es geht auch noch raffinierter. So kann man zum Beispiel ganz leicht einen leckeren Saft-Eistee herstellen. Einfach den Eistee wie oben beschrieben herstellen und dann mit Saft vermischen. Dadurch entstehen ganz neue Aromen. Ein leckerer Tipp ist es etwa Zitronentee mit Apfelsaft zu mischen. Am besten eignet sich hierfür naturtrüber Apfelsaft, da er geschmacklich perfekt zum Zitronentee passt und dem Getränk noch ein trendiges Aussehen verleiht. Pfefferminztee hingegen schmeckt hervorragend mit Orangensaft. Hierbei kann man die Orangen selber pressen und die Schalen dann in Streifengeschnitten als Dekoration für den Glasrand benutzen. Ein weiterer Vorteil der selbstgemachten Eistees: Sie sind nicht nur lecker, sondern – wenn man nicht zu viel Zucker verwendet – auch kalorienarm und gesund.

2. Selbstgemachter Sirup

Getränke, die aus Sirup hergestellt werden, sind vor allem im Sommer beliebt. Doch der Sirup im Geschäft schmeckt meistens irgendwie künstlich. Dabei kann man ihn problemlos selbst herstellen. Einfach einen Liter Wasser mit 500 Gramm Zucker, dem Saft von zwei Zitronen und zwei Orangen und einem Kilo von den Früchten, aus denen man den Sirup herstellen will, mischen. Das Ganze dann in einen großen Topf geben, die Früchte pürieren und mit dem Wasser-Zucker-Saft-Gemisch aufkochen lassen. Das Gemisch dann circa 30 Minuten köcheln lassen und dann mithilfe eines  Baumwolltuchs die Fruchtreste rausfiltern. Schon kann man den selbstgemachten Sirup mit Sprudel mischen und hat einen erfrischenden Sommerdrink. Alternativ zu Früchten kann man auch Blüten – etwa Rosenblätter oder Holunderblüten – verwenden. Das Rezept funktioniert genauso wie oben, nur dass man das Kilo Früchte mit zwei vollen Händen von Blüten ersetzt.

Abkühlung pur: Vor allem im Sommer sind kühle Drinks schön erfrischend (Foto: Möller)

Abkühlung pur: Vor allem im Sommer sind kühle Drinks schön erfrischend (Foto: Möller)

3. Fruchtpüreedrinks

Nicht nur für die Sirupherstellung sind Früchte geeignet. Auch aus Fruchtpüree kann man ganz schnell leckere Drinks zaubern. So etwa indem man das frische Fruchtpüree in Sekt gibt und verrührt. Das geht natürlich in der alkoholfreien Variante auch mit Sprudel – oder indem man selbstgemachte Cocktails mit Fruchtpüree verfeinert. Ein Beispiel ist Orangensaft – mit oder ohne Alkohol gemischt – der mit Erdbeerpüree gemischt wird. Das schmeckt nicht nur, sondern sieht wegen der Farbmischung auch klasse aus. Also ran an die Drinks und den Sommer genießen, notfalls auch ohne Sonne. Die Drinks schmecken trotzdem.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier den fünften Teil unserer asiatischen Essensserie. Diesmal geht es um Sesam- und Grüntee-Eis, auch ein Sommer-Thema.

Lockig, glatt, getönt, blondiert – die Face2Face-Redaktion verrät ihre Tipps&Tricks zu Haarpflege und -styling

Von links: Muriel Heimes (Mode), Lisa Rossel (Mode), Jean-Claude Jenowein (Panorama), Sonja Lukenda (Kolumne) und Julia Pfirrmann (Wirtschaft&Politik) (Fotos: privat)

Wie kann ich meine Haare pflegen und welche Stylingprodukte sind die besten? Das Internet ist voll von Pflege- und Stylingtipps – teilweise sogar so voll, das man kaum noch weiß, welchen der unzähligen Ratschläge man Glauben schenken soll. Deshalb präsentiert euch die Tipps&Tricks-Rubrik heute eine Umfrage unter den Mitarbeitern der Face2Face-Redaktion. Alle Tipps&Tricks sind daher gründlich recherchiert und zur Genüge getestet. Vielleicht ist ja auch die ein oder andere Inspiration für euch dabei?!

„Am liebsten trage ich die Haare offen, wenn es nicht gerade Hochsommer ist“, erzählt Muriel Heimes, „und um die offenen Haare ein bisschen zu variieren, flechte ich manchmal eine Strähne nach hinten oder setze eine lockere Spange ins Haar.“ Die 23-Jährige Studentin und Mitarbeiterin der Face2Face-Moderubrik beschreibt ihr dunkles Haar als „relativ dick und etwas gewellt“. Beim Glätten schwört sie auf die „Schutzengel Hitze-Lotion“ von „Got2Be“ – „damit die Haare nicht so leiden müssen!“ Auch beim Finish setzt sie auf „Got2Be“: „Ich benutze das „Happy Hour durchgehalten“-Haarspray – bisher hat auch immer alles durchgehalten!“ Ihr langes Haar wäscht die Studentin täglich mit Shampoo, Spülung und Spray. Alle zwei Tage verwende sie zusätzlich ein Haarspitzenfluid und alle fünf Tage eine Kur, erzählt sie. Ihr Produkttipp: Die „Cream & Oil“-Serie von „Schauma“. „Das Haar sieht wirklich gesund aus und man hat weniger Spliss. Außerdem riecht es ganz toll! Da „Schauma“ recht günstig ist, tut’s auch dem Geldbeutel nicht allzu weh“, schwärmt sie. Die 23-Jährige ist der Meinung, dass teuer nicht gleich gut bedeutet. Daher kaufe sie die meisten ihrer Styling- und Pflegeprodukte im Drogeriemarkt „DM“.
Möglichst selten bis gar nicht sollte man seine Haare ihrer Meinung nach glätten. Aber auch auf Blondieren solle man verzichten, da es das Haar mit Abstand am meisten schädige, weiß die Modejournalistin.

Schädliche für die Haare: Tönen, färben und vor allem blondieren (© Grey59 / pixelio.de)

Genauso sieht das auch ihre Kollegin Lisa Rossel. „Leider bin ich ein absoluter Anhänger von beidem – glätten und blondieren –, weshalb meine Haare eben auch sehr trocken sind“, fügt sie an. Ihr dünnes, blondes Haar trägt die 23-Jährige am liebsten offen – „das steht mir am besten und ist außerdem am natürlichsten“, sagt sie, „mit hochgesteckten Haaren oder ähnlichem fühle ich mich aufgetakelt.“ Alle zwei Tage wasche sie ihr Haar mit Shampoo und Spülung, berichtet die Studentin. Zweimal pro Woche ersetze sie die Spülung außerdem durch eine Haarkur. „Im Winter verwende ich auch gerne das Haaröl von „Alverde“ mit Arganöl,“ erzählt sie, „ so wird mein von Mützen und Heizungsluft angegriffenes Haar mit der benötigten Feuchtigkeit versorgen.“ Wie Muriel vertraut auch Lisa auf die Produkte aus dem Drogeriemarkt: „Ich glaube nicht, dass Produkte, die man direkt beim Friseur kauft eine bessere Wirkung haben. Als Studentin muss ich außerdem ein bisschen aufs Geld schauen.“ Als Tipp für die Haarpflege empfiehlt die Modejournalistin die ge-wohnten Pflegeprodukte alle paar Wochen abzuwechseln. „Am besten für zwei Pflegeserien entscheiden“, meint sie, „durch den Wechsel wird vermieden, dass sich die Haare an die Wirkstoffe gewöhnen und diese nicht mehr richtig aufnehmen können.“ Lisas Stylingtipp: „Dünne Haare neigen im Winter durch elektrische Aufladung häufig zum ,,Fliegen“. Um das zu Vermeiden sprühe ich meine Haarbürste vom Durchkämmen mit Haarspray ein. Mein Favorit hierfür ist das ,,Diamond Gloss“-Haarspray von Nivea“.“

Strapaziert das Haar: Hitze von Fön und Glätteisen (© BirgitH / pixelio.de)

Um fliegende Haare muss sich der nächste Face2Face-Mitarbeiter weniger Gedanken machen: Jean-Claude Jenowein schreibt neuerdings für die Panorama-Rubrik und hat kurzes, lockiges Haar. Der 23-Jährige schwört auf Produkte von „Guhl“: „Ich verwende unter anderem „Locken Kraft“, ein aktivierendes Lockenspray aus Ginkgo und Jojoba und die auf Mandelöl basierende Aufbau- und Schutzkur ohne Ausspü-len.“ Zum Definieren seiner Locken setzt der Schüler auf „Nivea“ Soft Creme. Bei der Auswahl seiner Haarpflegeprodukte achte er besonders darauf, dass keine Silikone enthalten seien. Bei Locken seien zudem feuchtigkeitsspendende Produkte, wie das Feuchtigkeits-Shampoo mit Granatapfel und Aloe Vera von der „Rossmann“-Hausmarke „Alterra“ gut geeignet, findet er. „Frischer und gepflegter erscheinen die Haare, wenn man zwischen zwei beständigen Shampoos regelmäßig wechselt“, fügt er hinzu. Auch Jean-Claude ist der Überzeugung, dass man, um das Optimum aus seinem Haartyp herauszuholen, auch auf Produkte aus dem Drogeriemarkt zurückgreifen kann. „Viele machen den Fehler sich alle Produkte vom Friseursalon andrehen zu lassen“, glaubt er. Lufttrocknen lassen ist sein Tipp für all diejenigen mit Locken. Außerdem rät er dazu, sich beim Kauf eines Haarpflege- oder Stylingproduktes nicht ausschließlich auf den Geruch zu verlassen, sondern auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Auch Face2Face-Kolumnistin Sonja Lukenda verwendet gerne „Guhl“-Produkte: „Ich wasche meine Haare alle drei bis vier Tage mit dem Color-Shampoo von „Guhl“ und dem Bananen-Conditioner von „The Body Shop“ – der lässt die Haare schön duften.“ Ihr dickes Haar trägt die Wirtschaftskorrespondentin am liebsten „ganz unkompliziert – entweder offen, als Pferdeschwanz oder Knoten, weil ich kein großes Talent zum Haare stylen habe – leider.“ Die Haarpflege-Produkte von „The Body Shop“ könne sie sehr empfehlen, weil diese die Haare wunderbar gepflegt und gesund aussehen lassen würden, berichtet die 27-Jährige. „Besonders gerne mag ich auch die Ölpflegebehandlung von „Moroccan Oil“ – meine Haare duften exotisch, werden mit Feuchtigkeit versorgt und sehen gesund aus“, sagt sie, „es ist nicht ganz preiswert, aber es lohnt sich! Das Öl ist sehr ergiebig und man hat sehr lange etwas davon.“ Überhaupt nicht empfehlen könne sie hingegen sämtliche Produkte von „Fructis“ – „die machen meine Haare matt und stumpf“. Sonjas Haartipp für leichte Wellen und glänzendes Haar: „Haare abends waschen, danach ganz normal die Pflege verwenden, leicht trocknen und mit handtuchtrockenem Haar ins Bett legen. Morgens sind die Haare – zumindest bei mir – schön wellig und fallen toll“.

Egal ob blond, braun, lockig oder glatt: Jedes Haar braucht individuelle Pflege (Foto: T. Gartner)

„Mein Shampoo, das Pflegeserum und die Haarkur sind vom Friseur, da mir hier die Qualität sehr wichtig ist“, erzählt Julia Pfirrmann, Mitarbeiterin der Wirtschaft- und Politik-Rubrik bei Face2Face, „ich verwende ein Shampoo und ein Pflegeserum der Serie „Bed Head“ von der Marke „TIGI“. Da ich früher als Schwimmerin mehrmals die Woche meine Haare im Chlorwasser strapaziert habe, habe ich mich dazu ent-schlossen, ein gutes Shampoo vom Friseur zu benutzen, welches die Haare vor dem Austrocknen bewahrt und sie leicht kämmbar macht. Diese Produkte haben zwar ihren Preis, sind aber wirklich zu empfehlen.“ Nicht begeistert sei sie hingegen von Shampoos der Drogeriemarken: „Persönlich hatte ich immer das Gefühl, dass sie meine Haare zusätzlich austrocknen.“ Ihr dickes, glattes bis leicht welliges Haar hat die 21-Jährige in einem dunklen Schokobraun gefärbt. „Normalerweise ist mein Haar mittelbraun“, sagt sie. Eigenhändiges Färben schädigt ihrer Meinung nach die Haare extrem. Deshalb rät sie zum Färben lieber einen Fachmann aufzusuchen – „so werden auch geschmacklose Farbkatastrophen verhindert.“ Dass sie ihre Haare am liebsten offen und entweder leicht lockig oder geglättet trägt, hänge unter anderem damit zusammen, dass sie bisher kein großes Talent für aufwendige Frisuren entwickeln konnte oder der Versuch an der morgendlichen Faulheit im Bad scheiterte, berichtet sie belustigt. Julias Stylingtipp: „Haare ein bisschen anfeuchten und im Dutt trocknen lassen – eventuell mit etwas Lockenschaum. Das ergibt eine verwuschelte Mähne, die sich gut stylen lässt.“

Vorschau: Nächsten Sonntag erwartet euch ein weitere Teil der Traumberufeserie. Dieses Mal geht es um eine Sexshopverkäuferin. Schaut wieder rein und erfahrt, was diesen Job zum Traumberuf macht!

 

Heiß / Anja Ollmert – mit Gewinnspiel

Der Stadtteil Wiesdorf duckte sich unter der bleischweren Sommerhitze, während ein winziger Windhauch ein paar bunte Bonbonpapiere über das Pflaster der Fußgängerzone rutschen ließ. Ermattet saßen die Menschen vor den Eiscafés und Kneipen, die mit einer Außenbestuhlung lockten.
Die Wärme schien verantwortlich für die lähmende Stille.
Nichts war lebendig. Kleine Kinder saßen, am Daumen nuckelnd oder leise quengelnd, in ihren Buggys oder auf den Mutterschößen.
Anzugträger mit gelockerten Krawatten, wischten sich mit ihren Stofftaschentüchern die Stirn und nickten der vorbeischleichenden Bedienung ihre Bestellung wortlos zu, ihr Glas kurz von der Tischfläche hebend.
Die Stadt schien im Dornröschenschlaf zu liegen. Niemand machte Anstalten, sich zu unnötigen Bewegungen aufzuschwingen. Die, die noch auf den Beinen waren und wie Aufziehpuppen dem heimischen Feierabend entgegen schlichen, brachten dem Auge des Betrachters Abwechslung. Nie zuvor, schien es, hatte eine Stadt derart unter einer Hitzewelle gelitten.

Eine alte Frau, die bereits bei kühlerer Witterung mit ihrem Übergewicht zu kämpfen hatte, plagte sich mit zwei Einkaufstüten voller Lebensmittel ab. Der Schweiß floss ihr in Rinnsalen über das feiste Gesicht. Dieses wurde abwechselnd rot und blass, wie das Aufleuchten einer Signallampe. Sie blieb nicht stehen, gönnte sich keine Verschnaufpause. Andere Passanten hielten bewusst Abstand. Die Ausdünstungen des Polyesterkleides bei dieser Wetterlage waren unangenehm. Das spiegelte sich in den Blicken der Überholenden.
Die Szene belebte sich, als eine Horde Jungs, ungeachtet der Wärme eine leere Dose zwischen sich hin und her kickend, den verkehrsberuhigten Bereich des Lindenplatzes erreichte.
Die Polyesterkleid-Frau war unter größten Mühen bis zu diesem Platz geschlurft und befand sich unvermittelt auf dem improvisierten Fußballplatz. Die ursprünglich rote Weißblechdose mit geschwungenem, weißem Erfrischungsgetränk-Schriftzug streifte sie versehentlich am linken Arm. Darauf wusste sie nicht zu reagieren und blieb abwartend stehen. Das schien die Spontan-Fußballer anzuspornen, ihr die Dose wieder und wieder zwischen die unsicher voranschreitenden Füße zu schießen. Dass sie die Frau an verschiedenen Körperstellen trafen, erhöhte den Reiz des ausgelassenen Spiels. Es schien, als gäbe es für sie kein Entkommen vor der wilden Horde. Besonders laut grölten die Schützen, wenn sie den fülligen Körper – vornehmlich in Gesichtsnähe – trafen.

Noch gab die Alte keinen Laut von sich, oder setzte sie sich gegen die Angriffe zur Wehr. Dann aber riss der Henkel einer Einkaufstüte. Das Plastik hatte sich zuvor gefährlich in die Länge gezogen und bis zum Zerreißen gespannt. Der Inhalt der Tragetasche ergoss sich auf das Pflaster. Katzenfutterdosen, ein Päckchen Kaffeepulver, dessen Vakuum bei dem Aufprall zischend die Luft ansaugte, Toastbrot und Sonnenblumenmargarine, die bei der Witterung in einen flüssigen Aggregatzustand gewechselt hatte. Ein Apfel kugelte über den Boden und kam meterweit entfernt zum Stillstand, wo die Aufprallstellen umgehend eine bräunliche Farbe annahmen.
Wer zu den Zuschauern gehörte, musste das Gefühl haben, alles spiele sich in Zeitlupe ab. Währenddessen beleuchtete die Sonne die Szene unbarmherzig wie ein Theaterscheinwerfer, der nicht eine Sekunde von der Hauptperson auf der Bühne ablässt.

Es war, als sei die alte Frau hilflos, sich dem ausbrechenden Gelächter ihrer Peiniger zu erwehren, so wie sie zuvor die Angriffe mit Ergebenheit über sich hatte ergehen lassen.
Und doch hatte sich etwas verändert. Ihr Gesichtsausdruck, vorher scheinbar unberührt und aufs Weitergehen konzentriert, verzog sich ins Weinerliche. Es dauerte nicht lange und statt der Schweißtropfen liefen ihr heiße, stumme Tränen über das Gesicht. Während sie niederkniete und ihre Einkäufe zusammenraffte, blickte sie sich suchend um, worin sie diese transportieren sollte. Die Fußballer hatten schnell in dem mageren Pflänzchen eines angebundenen Lindenbaums ein neues Opfer gefunden, das nicht weniger bereitwillig auf sich schießen ließ, als das vorherige.

Die Cafégäste beobachteten das Geschehen bis zu diesem Punkt unbeteiligt, als sich ein kleines Mädchen vom Schoß der Mutter rutschen ließ. Es stapfte auf tapsigen Füßen zu der Alten und streckte ihr seine Kindergartentasche entgegen, die zuvor um seinen babyverspeckten Hals gebaumelt hatte. Die Frau sah aus kniender Haltung zu dem Kind auf und starrte direkt in ein vorsichtiges Lächeln, das auf dem Gesicht des Mädchens ein winziges Kinngrübchen zum Vorschein brachte. Der polyesterne Saum des Frauenkleides rollte sich über den prallen Oberschenkeln erschreckend weit nach oben, ohne dass er daran gehindert wurde. Mit dem Handrücken wischte die Kniende sich die Tränen von den Wangen, die dort hellere Spuren auf der Haut hinterließen und wies kopfschüttelnd auf die Tasche des Mädchens. Konnte oder wollte sie nicht reden?
Da tauchte hinter dem Kind ein älterer Herr auf. Aus seiner Hosentasche zog er eine zerknitterte Plastiktüte hervor und streckte der Alten beide Hände entgegen. Eine hielt den fortgerollten Apfel. Die andere half ihr auf um anschließend die verstreuten Einkäufe in die Tüte zu sammeln. Sie dankte ihm mit einem Kopfnicken und strich dem Kind, das am selben Fleck verweilte, dankbar über das Haar.
Unerwartet kam jetzt Leben in die Zuschauerkulisse.
Vereinzelt hoben sich Hände und klatschten in forderndem, anfeuerndem Rhythmus gegeneinander. Der Applaus zog Kreise und brandete auf wie eine Welle, die Frau, Mann und Kind überspülte.

Fast schienen die drei sich verneigen zu wollen. Die Frau nahm dem Mann die gefüllte Tüte aus den Händen und nickte ihm freundlich zu. Er erwiderte den Gruß, nahm das Kind an die Hand, wandte sich um und ging zu seinem Platz im Eiscafé zurück, nicht ohne das Mädchen zuvor auf dem wartenden Mutterschoß abzuliefern.
Die Alte nahm mit schlurfendem Schritt ihren Weg durch die Passage auf. Und es dauerte nicht lange, da herrschte erneut bleierne Dornröschenruhe über der Innenstadt, hervorgerufen durch hochsommerliche Temperaturen, die alles Leben auszulöschen schienen.

Freut sich gerade über ihren Debütroman: Autorin Anja Ollmert (Foto: Ollmert)

©Anja Ollmert

Die Autorin:

Anja Ollmert wurde 1966 geboren und  schreibt seit einigen Jahren überwiegend Kurzgeschichten, Prosagedichte und spirituelle Texte. Sie lebt mit ihrem Mann im Herzen des Ruhrgebietes und hat drei erwachsene Kinder.
Die Autorin arbeitet ehrenamtlich als geistliche Leiterin des katholischen Frauenverbandes kfd und ist Leiterin eines Kinderchores.
In ihrem Debütroman „Aoife“ verknüpft sie das persönliche Interesse an keltischer Mythologie und christlicher Tradition zu einer Fantasyromanze. Weitere Publikationen sind bereits geplant. Bisher veröffentlicht sind unter anderem:

2012: die Kurzgeschichtensammlung „Wortrausch“ als ebook bei Xinxii

2012: der Roman „Aoife“ im AAVAA Verlag

Aoife: Den Debütroman gibt es bei uns zu gewinnen (Foto: Ollmert)

Verlosung vom Debütroman „Aoife“

Anja Ollmert hat Face2Face exklusiv ein gedrucktes Exemplar und ein ebook ihres Romans „Aoife“ für ein Gewinnspiel bereitgestellt. Natürlich würde sie sich sehr freuen, wenn die jeweiligen Gewinner eine kleine Rezension auf einem Blog oder sonst wie im Internet veröffentlichen können.
Was ihr zum Gewinnen tun müsst: Schreibt bis einschließlich Sonntag, 08. Juli, 23:59 eine Mail an eva-maria.obermann@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte eurer Vor- und Nachname, euer Alter, ob ihr die gedruckte oder elektonische Version des Buchs gewinnen wollt und natürlich eure Adresse. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt am Montag, 09. Juli via Mail.
Viel Glück!

Eiszeit

Vielfalt: Jedes Jahr gibt es neue Eissorten (©Klaus Steves/pixelio.de)

Für reine Beobachter ist es ein Spektakel sondergleichen. Kaum berühren die ersten warmen Strahlen die Erdoberfläche, steigt das Thermometer in den zweistelligen Bereich, sind die ersten Röcke und armfreie Oberteile in den Straßen auszumachen, sammeln sich Naschkatzen zu riesigen Schlangen. Und diese Schlangen belagern nicht etwa die Süßigkeitenregale in den Kaufhäusern oder Confisserien – nein, sie suchen gezielt nach den frisch geöffneten Eisdielen. Denn was wäre Sonnenschein ohne Eis?

Das Schauspiel ist gerade wieder zu beobachten. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen des März waren ein Glück für alle Eisdielenbesitzer. Bei unser Lieblingseisdiele drehte mein Verlobter zehn Minuten Kreise, ehe er einen Platz fand, an dem er parken konnte. Die Schlange davor blockierte die halbe Straße – wie zu Hochsommerzeiten. Erstaunlich ist, dass das Interesse an Eis in den ersten Frühlingstagen groß ist, dann abebbt und erst zum Hitzesommer wieder steigt. Obwohl – allzu ungewöhnlich ist es nicht. Immerhin mussten wir die Winterpause über auf unsere frischen Lieblingseissorten verzichten, nun können wir uns auf sie stürzen und im Sommer, wenn nichts anderes mehr Abhilfe schaffen kann, wieder darauf zurückgreifen.

Selbstgemacht: Wassereis ist ideal an heißen Tagen und macht sich in der Kühltruhe fast von selbst (© Gänseblümchen/pixelio.de)

Jedes Jahr etabliert sich dabei eine, selten zwei, Modeeissorten. Vor einigen Jahren war es „Cookies“, das mit cremigem Milcheis und schokoladigen Stückchen Keksteig imitieren soll und das heute noch mein Favorit ist. Letztes Jahr entdeckte ich „Snickers“, mit ganzen Erdnüssen. Das war dann eher ein Fall für meine Mutter und meinen Verlobten. Auch erstaunliche Sorten fallen immer wieder auf. Im letzten Sommer fand ich ausgerechnet bei unserer Lieblingseisdiele die Sorte „Red Bull“ und gleich war meine Lust auf Eis um einiges gemildert. Auf die neue Kreation für 2012 bin ich schon gespannt und male mir aus, was da alles auf uns zukommen könnte. Vielleicht mal ein scharfes Wasabi-Eis, oder grün-gelbe Sternfrucht. Um dem Vampir-Trubel gerecht zu werden wäre doch ein blutrotes Eis mit allerlei eisenreichen Fruchtsorten die Idee. Holunderblüteneis klingt interessant, oder Physaliseis. Brownieeis, Donauwelleneis, Salzwassereis – die Möglichkeiten sind ebenso grenzenlos wie fragwürdig. Allerdings hätte ich persönlich auch nicht geglaubt, dass sich „Red Bull“ verkauft, oder „Zimt“, „Sesam“ und „Pfefferminz“. Über Geschmack lässt sich schließlich streiten und nur wer probiert hat, kann sich eine Meinung bilden.

Immerhin sind die Mischungen, die in der Kühltheke der Supermärkte liegen auch nicht von schlechten Eltern. Manche sind so lange geschüttelt und gerührt worden, dass in 250g Eis gleich mal 100g Luft enthalten sind. Die schmelzen nicht nur auf der Zunge dahin, sie schmelzen im Magen gleich weiter. Für mich sind diese luftigen Erlebnisse allerdings nichts, zu viel Schaum und mein Eisgenuss endet jäh auf dem Klo in weniger appetitlicher Pose. Aber auch hier gilt jedem das Seine. Die Marke „Ben & Jerry‘s“, die sich nicht nur dank „How I Met Your Mother“ und anderen amerikanischen Serien und Filmen zur Stil- und Kulteismarke hocharbeiten konnte, scheint mir aber manche Eisdielenbesitzer ganz schön zu inspirieren. Immerhin gab es da „Cookie Dough“ lange bevor unser Eisladen an die neue Kreation dachte und die Becher von „Ben & Jerry’s“ sind mir immer noch die liebsten in meinem Kühlfach. Was manche gar nicht wissen, aber zum Ruf von „Ben & Jerry‘s“ dazugehört ist, dass die Firma auf Fairtrade und Nachhaltigkeit setzt, versucht Klimaneutral zu arbeiten und eine eigene Stiftung ins Leben gerufen hat, um unterschiedliche Non-Profit-Organisationen zu unterstützen.

Wenn es aber mal schnell gehen muss und der Weg zu Supermarkt oder Eisdiele nicht möglich ist, schadet es nichts, selbst etwas Eis machen zu können. Ob einfaches Wassereis, indem der Lieblingssaft in Portionsbehältern wie dem von „Quiero“ eingefroren wird, Joghurteis, wenn stattdessen der Joghurtbecher mit Stil versehen und in die Kühltruhe gesteckt wird, selbstgemachtes Sorbet oder Milcheis – eigentlich geht alles. Wer sich dazu noch eine richtige Eismaschine zulegen will, sollte sich vorher informieren, denn nicht jede Eismaschine hält was sie verspricht, und der Mensch ist ein anspruchsvolles Wesen. Im Internet gibt es da reichlich Ratschläge, auf Blogs, bei Rezept– und Ratgeberseiten. Und wenn ihr trotzdem kein Eis selbst machen, euren individuellen Geschmack aber kreieren wollt, lohnt sich ja vielleicht ein Besuch auf „Eiscreme selber machen“, wo nicht nur Tipps für zuhause angeboten werden, sondern online neue Kreationen möglich sind. Und am Schluss bleibt immer viel Spaß beim Schlecken und Eisentdecken.

Vorschau: Sascha schreibt nächste Woche über das April-Wetter und die passende Kleidung.