Hip-Hop ist nicht tot!

Seit Jahrzehnten äußern sich unzählige Rapper über die stetige Veränderung im Hip Hop. Einer der einflussreichsten US-amerikanischen Künstler Nas hat ihn bereits sogar für tot erklärt. Hip-Hop dreht sich schon lange nicht mehr um das Leben auf der Straße, die Armut, die Gewalt und die Hoffnungslosigkeit junger Seelen. Hip Hop ist mehr zum Lifestyle geworden und wird mit teuren Immobilien, Autos, Schmuck und Plattenverträgen in Millionenhöhe assoziiert.

Zurück zu den Wurzeln

Neben dieser schillernden Welt der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es noch Künstler, die Probleme aus dem realen Leben thematisieren und so im Mainstream nicht mehr zu finden sind. So zum Beispiel Clear Soul Forces. Die fünf jungen Männer aus Detroit bringen Hip-Hop dorthin zurück, wo große Raplegenden ihn begründet haben: Auf der Straße!

Aus dem Underground hin zu namenhaften Produzenten

Clear Soul Forces haben sich bereits im Jahr 2010 in der Untergrund-Szene etabliert. Mixtapes wie „Fab Five“, „Clear Soul Collection“ und „Beats, Rhymes & Life“ machten die Runde. Mit namenhaften Produzenten wie Royce 5’9″ und Flying Lotus haben sie 2012 das Album „Detroit Revolution(s)“ veröffentlicht. Im darauffolgenden Jahr kam die Platte „Gold PP7’s“ raus.

Die Jungs selbst geben an von Künstlern wie Little Brother, Nas, The Roots, J Dilla, Slum Village, Black Milk und eLZhi inspiriert zu sein. Ihre Musikvideos sind mit einfachem Equipment gedreht und spielen meist auf den Straßen Detroits oder in ihren Lieblings-Plattenläden.

Das Buch des Ryan

Noch in diesem Jahr soll das siebente Studioalbum von Rapper „Royce da 5’9″“, der mit bürgerlichem Namen Ryan Daniel Montgomery heißt, erscheinen. Es trägt den Titel „Book of Ryan“ (zu Deutsch: Buch des „Ryan“) und soll laut dem Künstler ein sehr persönliches Album sein.

Zahlen mit Bedeutung

Im Internet sind viele Spekulationen zu Montgomerys Künstlernamen zu finden. Viele meinen „5 inches 9 feet“ beziehe sich auf seine Körpergröße, welche in etwa 1,75m entsprechen würde. In Interviews betont er allerdings die Wichtigkeit der Zahlen fünf und neun in seinem Leben. An einem einzigen Tag verliert er seine innig geliebte Großmutter, wird zum ersten Mal Vater und lernt abends Grammy- und Oscarpreisträger Eminem kennen, der ihn entdeckt und ihm später zu seinem Erfolg verhilft. Die Zahlen fünf und neun stehen für die Stockwerke des Krankenhauses, indem seine Frau sein erstes Kind gebar und seine Großmutter später starb.

Sein persönlichstes Werk

Der 39-jährige hatte in der Vergangenheit mit vielen Höhen und Tiefen zu kämpfen. Diese verarbeitet er in seinem Album. Neben dem Verlust seiner Großmutter musste er auch damit umgehen, seinen Vater nie persönlich kennen lernen zu dürfen. Später wurde er zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr für Fahren unter Alkoholeinfluss verurteilt. Jahrelang litt der Ehemann und zweifache Vater an seiner Alkoholsucht, bevor er 2012 trocken wurde.

Aus College Park und Hollygrove mach „ColleGrove“

„ColleGrove“ ist das dritte Studioalbum vom amerikanischen Rapstar „2 Chainz“, welches am 4. März diesen Jahres veröffentlicht wurde. Es ist eine Zusammenarbeit mit Rapper, seinem Freund und Idol „Lil Wayne“. Der Titel ist ein Kofferwort aus College Park und Hollygrove, den Heimatstädten der Künstler.

Zusammenarbeit, die offiziell keine ist

Ursprünglich sollte das Album von beiden herausgebracht werden, da es allerdings Probleme mit den beiden Plattenlabel der Rapper kam, erscheint „Lil Wayne“ lediglich als Feature. Es wäre die erste Collaboration nach dem Album „Watch the throne“ von Jay-Z und Kanye West. Offiziell es er nun die Platte von „2 Chainz“.

Die bislang besten Rapverse

 Bislang bekamen die zwölf Songs gute Kritiken, unter anderen von der „The New York Times“, die in der Mischung von Hip Hop und Trap die ihres Erachtens die bislang besten Verse der beiden findet.

Ein gelungenes Album, das keinem eingefleischtem Hip Hop Fan fehlen darf.

Vorschau: Am nächsten Samstag erwartet euch Sabrina’s Konzertbericht zu „Hurt“.

Ausblicke auf den Festivalsommer – Preview der Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“

Weihnachten und Silvester liegen inzwischen hinter uns und mit dem grauen, regnerischen Wetter hat nun vielleicht schon bei dem ein oder anderen der Winterblues eingesetzt. Doch während wir aktuell noch in den dicken Wollpullis und einer kleinen Winterdepression stecken, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf den kommenden Festivalsommer mit einem Preview der Highlights „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ vom 03.-05. Juni 2016 – denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

Dieses Jahr konnten die Veranstalter die Bands „Red Hot Chili Peppers“, „Black Sabbath“, „Volbeat“ und „Tenacious D“ als Headliner für „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ begeistern. Besonders die Zusage des Rock-Duos Kyle Gass und Jack Black wird ihre Fans freuen – denn Tenacious D spielen die einzigen Festivalauftritte 2016 in Deutschland bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ und machen diesen Headliner damit besonders interessant!

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Locken jedes Jahr tausende Besucher an: Die Bands auf den Bühnen der Festivalzwillinge. (Bild: http://www.rock-am-ring.com/media)

Doch auch abseits der be-kanntesten Bands haben die „Festival-Zwillinge“ dieses Jahr einiges zu bieten: Nachdem sich in den letzten Jahren immer mehr Musikstile hinzugesellt haben, steht dieses Jahr der „Rock“ auf dem Ring und im Park mit den Bands „Amon Amarth“, „Billy Talent“, „Bring Me The Horizon“, „Bullet For My Valentine“, „Disturbed“ oder auch „Heaven Shall Burn“, „Korn“ und „Panic! At The Disco“ wieder mehr im Vorder-grund. Dennoch bleibt das Gesamt-programm vielschichtig und abwechslungsreich – sodass so gut wie jeder Festival-Freund in Nürnberg oder Mendig auf seine Kosten kommen sollte. Für die richtige Mischung und die fetten Beats sorgen dabei unter anderem „Alligatoah“, „Fettes Brot“, „Frittenbude“ und „SDP“.

Bands wie „The 1975“, „Biffy Clyro“ und „Of Mice and Men“ runden das vielschichtige Gesamtprogramm ab. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere interessante Bands zu entdecken, das gesamte Line-Up könnt ihr euch hier nochmal anschauen.

Die Zusammenstellung der verschiedenen Bands und Künstler scheint mit dem besten Vorverkaufsstart seit Beginn der Festivals und bereits über 110.000 verkauften Tickets zu überzeugen. Sollte das auch bei euch der Fall sein, seid also lieber schnell – aktuell sind die Karten noch in der 2. Preisstufe für 195 € zu bekommen. Face2Face wird selbstverständlich ebenfalls vor Ort sein und anschließend über eines der Highlights des diesjährigen Festivalsommers berichten.

430.000 $ für das Comeback-Album

TLC, das RnB und Hip-Hop Duo, ursprünglich Trio aus Atlanta in den USA, sind die erste Musikgruppe überhaupt, die ihr kommendes Studioalbum durch ihre Fans vorfinanzieren lassen. Dies passiert durch Kickstarter, eine US-amerikanische Internetplattform zur Projektfinanzierung über Crowdfunding. Künstler und Erfinder können hier ihre Ideen und Projekte vorstellen und so um finanzielle Unterstützung bitten.

Die Girlgroup hatte in den 90ern ihren Durchbruch mit dem Song Waterfalls“ und ihren letzten größeren Erfolg mit dem Album „Fanmail“ aus dem Jahr 1999. Hier landeten die Songs No Scrubs“ und Unpretty“ in den Top 10 der internationalen Charts.

Das Duo hat zuletzt das Album 3D“ im Jahr 2003 veröffentlicht, auf dem das Bandmitglied Lisa Left Eye“ Lopez noch zu hören war. Sie verunglückte im Mai 2002 durch einen Autounfall tödlich. Danach wurde es ziemlich ruhig um die verbliebenen Mitglieder, die dann in einer Reality Sendung namens R U the girl?“ Ersatz für Lisa, die meist die Rap-Parts übernahm, suchten. Die verbliebenen Mitglieder tendieren mehr zum Gesang und suchten jemand, der ihre Texte mit Sprechgesang vervollständigt. Gewinnerin dieser Casting-Show war Tiffany Baker, genannt O’so Krispie“. Beim Finale der Sendung performte sie gemeinsam mit den den beiden ursprünglichen Bandmitgliedern die Single I bet“.

Bereits im Januar diesen Jahres riefen die zwei verbliebenen Bandmitglieder zum Spenden auf und sammelten so stolze $ 430.000 ein. Als Dank sollte jede Spende mit einer handgeschriebenen Dankeskarte belohnt werden. Leider sind weder die Dankeskarten verschickt, noch die Veröffentlichung des Albums eingehalten worden. Das Album, zu dem bis heute kein Titel bekannt ist, sollte bereits im September 2015 erscheinen. Auf ihren sozialen Netzwerken rufen sie weiterhin zum Spenden auf.

Die Fans werden ungeduldig, schließlich steckt ihr Geld im Projekt der Band. Zu ihren Fans gehören auch Größen wie Popsängerin Katy Perry“ oder die Boygroup New Kids On The Block“. Perry soll $ 5.000, die Jungs von NKOTB“ sogar $ 10.000 gespendet haben. Bei dieser Summe kann man als spendabler Fan ein pünktliches Release erwarten. Jedoch will gut Ding Weile haben, und so ist das nächste und vielleicht letzte Album der beiden mit Geduld abzuwarten.

Die junge Hoffnung des Female Rap

Little Simz ist gerade mal 20 Jahre alt. Dennoch ist Simbi Ajikawo, wie sie mit bürgerlichen Namen heißt, die Zukunft des Female Rap.

In einer Zeit wo Frauen wie Nicki Minaj und Iggy Azalea die weibliche Rap-Domäne dominieren und  mehr mit ihrem Privatleben und ihren Schönheitsoperationen Schlagzeilen machen, erinnert Little Simz daran, worum es um Rap wirklich geht.

Sie sieht wie eine normale 20-jährige aus, keine Wespentaille, kein Riesen-Dekolleté. Ihr Aussehen lenkt nicht von ihrer Musik ab! Ihre Texte sind kreativ und gewitzt, ihr Flow einzigartig. Little Simz könnte wieder für mehr Authenzität im Female Rap sorgen.

Bevor sie das Rappen für sich entdeckt hat, hat Simbi Fuß im Schauspiel fassen können. Hier hat die Stimmausbildung im Nachhinein noch richtig Früchte getragen.

In den Jahren 2010 und 2013 hat sie in Spirit Warriors und Youngsters mitgespielt.

Bis zum heutigen Tage hat Little Simz bereits 4 Mixtapes veröffentlicht und sich den Nicknamen „Bars Simzons“ gemacht.

Darüber hinaus hat sie bereits neben Größen wie Estelle, Tinie Tempah and Ms Dynamite performt.

Rap und Hip-Hop aus Frankreich

Spätestens 1998, als keine geringere als Missy Misdemeanor Elliot mit Timabaland und Nicole Wray für ihre Hitsingle „All in my grill“ den französischen Rapper MC Solaar featurte, hatten französisch-sprachiger Rap und Hip-Hop auch international ihren Durchbruch erlangt.

Bereits in den 1980er Jahren bildeten sich die ersten Gruppen. Diese waren stark an US-Vorbildern orientiert. Hip-Hop und Rap wurden als Modewelle wahrgenommen, die schnell verebbten. Erst seit den frühen 1990ern gibt es wieder eine eigene Szene, die sich stärker von den USA absetzt und in Frankreich hauptsächlich in den Banlieues, den französischen Vorstädten und Stadträndern, verwurzelt ist.

1990 erschien der erste Rap-Sampler Rapattitude in einer größeren Auflage und wurde insgesamt 40.000 mal verkauft. MC Solaar und IAM waren die ersten erfolgreichen Rapper.

MC Solaar war ebenfalls der erste Rapper, der 1992 den nationalen Musikpreis „Victoire de la musique“ erhielt. Die Szene orientiert sich heute an künstlerischen Polen wie Suprême NTM im Pariser Norden oder 500 One im Pariser Süden. Wichtige Zentren der Szene sind Paris (Suprême NTM, La Cliqua), Marseille (IAM), Toulouse (KDD), Strasbourg (NAP) oder die Bretagne (Manau).

Die Szene und auch die meisten Gruppen sind im Gegensatz zu den US-amerikanischen Vorbildern absichtlich multikulturell und nicht ethnisch festgelegt. Sie selbst betiteln sich oft als Black-Blanc-Beur-Gruppen. Black für die Schwarzen, Blanc für die Weißen und Beur für die Araber aus dem Maghreb. Dennoch sind heutzutage die größten französischen Rap-Künstler meist Farbige mit Migrationshintergrund aus Nord- und Westafrika sowie den französischen Überseegebieten DOM und TOM; Aber auch einige Weiße französischer oder anderer Abstammung gelangten zu Bekanntheit, wie Rocking Squat von der Gruppe Assassin oder die Rapperin Diam’s. Sie orientieren sich am sogenannten Message oder Knowledge Rap, der sich an der Ostküste der USA parallel zum Gangsta-Rap der Westküste entwickelte.

Thematisch wurde in den französischen Rapsongs zunächst der Lebensalltag in der Banlieue beschrieben: Arbeitslosigkeit, Gewalt, Zurückweisung und Chancenlosigkeit, Rassismus, Drogenhandel und Beschaffungskriminalität sowie Kritik an der Polizei waren die Hauptthemen.

Diese Auseinandersetzung trug zur Identitätsfindung bei. Rapper haben in Frankreich meist einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, sie werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben kaum Lebensperspektiven. Rap bietet ihnen daher einem symbolischen, aber durchaus auch materiellen Entfaltungsraum. Diese Bedeutung des Rap für das eigene Leben wird in den Songs immer wieder thematisiert, zum Beispiel in „Petite Banlieusarde“ aus dem Album „Dans ma Bulle“ von Diam’s aus dem Jahr 2006.

Auch wenn sich einige französische Rapper vom US-amerikanischen Gangsta-Rap inspirieren lassen, dem sogenannten Hardcore-Rap, in dem es hauptsächlich um Kriminalität und Gewalt geht sowie um die täglichen Erlebnisse und das Repräsentieren in den Stadtvierteln, gibt es in Frankreich nach wie vor Gruppen, die den engagierten Message Rap weiterführen. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägt metaphorischen Sprachgebrauch aus, der immer wieder zu Missverständnissen führt oder von Politik und der medialen Öffentlichkeit genutzt wird, um ein negatives Bild des Rap zu vermitteln.

Was in vielen Berichten und Studien in den Hintergrund tritt, ist die aktive Szene der in Frankreich rappenden Frauen. Sie waren, wenn auch in geringerer Zahl, von Anfang an dabei und sie reagieren auf die Konstruktion des Raps als eine männliche Domäne. So kam bereits 1995 die Rap-Compilation Lab’ Elles auf den Markt. 1999 brachten Lady Laistee, Diam’s, Bams und Princess Aniès ihre ersten Alben heraus.

Rapper und Crews wie zum Beispiel Booba, Rohff, Mc Solaar, IAM, dessen Album „L’école du micro d’argent“ sich über 1,5 Mio. mal verkaufte, Supreme NTM, Sinik und 113 verkauften jeweils schon Millionen von Alben, weshalb viele Künstler auch außerhalb von Frankreich wie zum Beispiel in Kanada, Belgien, Schweiz und weiteren französisch-sprachigen Ländern den Durchbruch schafften. Durch ihren internationalen Erfolg arbeiteten sie auch häufiger mit bekannten amerikanischen Rappern und Produzenten wie unter anderem Dr. Dre, Game, Wu-Tang Clan, Mobb Deep, Nas zusammen.

 Vorschau: Nächsten Samstag erscheint ein Bericht über Giorgio Moroder.

„Heavy Heavy“ – afrikanische Klänge treffen auf typischen Jamaram-Sound

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Jamaram – das sind Tom Lugo, Sam Hopf, Murxen Alberti, Lionel Wharton, Benni Beblo, Nik Thäle, Hannes Beblo und Daniel Noske. Die achtköpfige Band aus München gibt es bereits seit 2000. Am 13. März 2015 haben Jamaram ihr neuntes Album veröffentlicht, das den Titel „Heavy Heavy“ trägt. Dabei handelt es sich um eine musikalische Kooperation mit den Acoustic Night Allstars. Das sind mehrere Sänger aus Harare in Simbabwe, die sich einmal pro Monat treffen, um sich öffentlich ihre neuesten Songs vorzuspielen.

Kennengelernt haben sich Jamaram und die Acoustic Night Allstars im Mai 2012, als sie zusammen auf dem Harare International Festival of the Arts (HIFA) in Simbabwe gespielt haben. 2013 luden Jamaram dann drei der Acoustic Night Allstars ein, um mit ihnen auf Deutschlandtour zu gehen. Dabei entstand die Idee zu einem gemeinsamen Album. Das wurde mit sechs Musikern der Acoustic Night Allstars im Sommer 2014 in Deutschland aufgenommen. Die Finanzierung des Albums erfolgte per Crowdfunding.

Herausgekommen ist eine Mischung aus dem typischen Jamaram-Sound – Reggae, Dub, Ska, Latin, Pop – und traditionellen, afrikanischen Klängen, die wiederum gepaart sind mit Soul, Hip Hop und Swing. Auch der Albumtitel „Heavy Heavy“ nimmt Bezug auf Afrika, denn „Heavy Heavy“ ist in Simbabwe eine typische Antwort auf die Frage „Wie geht’s dir?“ und bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Auf dem Album sind 16 Songs, die alle sehr unterschiedlich klingen. Das liegt vermutlich auch an den verschiedenen Songwritern, die entweder Mitglied von Jamaram oder von den Acoustic Night Allstars sind. Ein absoluter Ohrwurm auf dem Album ist der Song „I´m Ready“, den Murxen Alberti von Jamaram geschrieben hat. Aus der Feder des afrikanischen Künstlers Fungai Nengare stammt die großartige Soulnummer „Why“. „Go Away“ macht große Lust zum Tanzen. Den Song haben Sam Hopf und Nik Thäle von Jamaram geschrieben. Bei „Miles Away“ handelt es sich um ein besonders gefühlvolles Lied, das der afrikanische Musikers Prayersoul beigesteuert hat. Die traditionellen, afrikanischen Klänge kommen vor allem beim Track „Ndikakutarisa“ zum Ausdruck, den Rutendo Machiridza von den Acoustic Night Allstars geschrieben hat.

Doch das sind nur fünf Songs von einem empfehlenswerten Album, das einfach gute Laune macht. Zurzeit sind Jamaram auf Deutschlandtour und präsentieren ihr neues Album „Heavy Heavy“ live. Tourtermine und mehr Infos zur Band gibt es auf www.jamaram.de.

Musik für jede Lebenslage, Teil 4

Bestes Album national

Das beste deutsche Album ist und bleibt für mich „Nicht von dieser Welt“ von Xavier Naidoo. Ich erinnere mich an seine erste Single 1998, Sabrina Setlur stellte ihn im ursprünglich für sie komponierten Song „Frei sein“ vor. Sein erstes Soloalbum erschien noch im selben Jahr. Es steckt voller Liebe, Emotionen und zeitlosen Stücken. Produziert wurde das Album von keinem geringeren als Moses Pelham. Naidoo setzte damit das Fundament seiner Karriere. Seit 1998 inspiriert der frühere Gospelsänger als Solokünstler und als Mitglied verschiedener Projekte wie „Söhne Mannheims“, „Brothers Keepers“, „Rock gegen Rechts“-, und der Zusammenarbeit mit RZA, Stillmatic, Kool Savas, Cassandra Steen und Sabrina Setlur.

Album, das jeder im Schrank haben sollte

RnB-Sängerin und Schauspielerin Aaliyah hat mit ihrem gleichnamigen Album Wochen vor ihrem tragischen Tod im August 2001 ein wichtiges Erbe für die Musikwelt hinterlassen. Aaliyah ist das dritte und letzte Album der Künstlerin und spiegelt die Entwicklung der einst 14-Jährigen wider, die zur Zeit des Releases eine talentierte junge Frau war. Das Album wurde vom langjährigen Freund und Mentor Tim Mosley, besser bekannt als Timbaland, produziert. Von schnellen Clubsongs wie „More than a woman“-, bis zu traurigen Balladen wie „We need a resolution“ deckt das Album alles ab, was das Herz begehrt.

Bestes Geschenk

Das beste Geschenk war „The Score“ von der Hip Hop und Rap Gruppe „The Fugees“ der 90er Jahre. Mein beste Freundin Lisa hatte es damals auf einem Flohmarkt erstanden und mir mit gebracht. Ich freue mich noch heute über dieses Geschenk. Es gehört zu meinen liebsten Alben und steht für den wahren Hip Hop der 90er Jahre.

Ein Album, welches ich selbst verschenken würde, wäre „St. Elsewhere“ von Gnarles Barkley aus dem Jahr 2006. Einfach weil es so schön unkompliziert ist und weil es gute Laune bereitet. Auf „St. Elsewhere“ findet sich für jede Stimmung etwas. Ist der Text von „Crazy“ ein wenig düster, verleiht der Beat dem Song dennoch etwas Dynamisches. „Go Go Gospel Gadget“ und „Smiley Faces“ machen Lust auf Tanzen. Alles in allem stellt es ein gelungenes Geschenk da. Auch ich habe dieses Album einst geschenkt bekommen, und freue mich es in meiner Sammlung zu haben.

Jay-Zs Streamingdienst: Leidenschaft zur Musik oder bloße Geldmacherei?

Kommentar: Von Vanessa Verena Wahlig (Foto: V.Wahlig)

Kommentar: Von Vanessa Verena Wahlig (Foto: V.Wahlig)

KOMMENTAR: Was macht ein Popstar, der bereits alles besitzt? Sich noch mehr schnelle Autos kaufen? Weit gefehlt. Neuerdings liegt es wohl im Trend sich einfach mal einen Streamingdienst zu kaufen und sich damit noch besser zu vermarkten. Die Rede ist in diesem Fall nicht von irgendeinem Popstar, sondern von keinem geringen als Jay-Z. Er zählt zu den kommerziell erfolgreichsten schwarzen Musiker seiner Zeit. Neben Musik designt der Rapper außerdem bereits seit Jahren schon Mode für sein eigenes Designerlabel Roc-a-Wear. Zusammen mit der Sportfirma Reebok hat er eine Schuhkollektion herausgebracht und für seine sportliche Freizeitaktivitäten ist er Mitbesitzer des NBA-Basketballteams Brooklyn Nets. Hinzu kommt, dass er mit DER Hip Hop Queen Amerikas verheiratet ist: Beyonce.

Ja und nun besitzt er eben noch den Streamingdienst „Tidal“. Diesen hat er natürlich nicht gekauft, um noch mehr Geld zu scheffeln. Stattdessen geht es ihm, wie er selbst sagt, dabei vor allem um den „Wert der Musik“. Zurzeit ist Tidal nur in den USA verfügbar, aber bereits die Vorstellung des Dienstes sorgte für Furore, die auch in anderen Ländern Aufsehen erregte. Fast mehr Top-Acts, als auf jeder Grammyverleihung, warben für den Neustart der Seite. Darunter nicht nur Jay-Zs Ehefrau, sondern auch die Jungs von Daft Punk, Chris Martin oder auch Rihanna.

Für rund 50 Millionen Euro hatte Jay-Z den von der skandinavischen Technologiefirma Aspiro betriebenen Streamingdienst Tidal, gekauft. Tidal ist mit einer Reihe von Streamingdiensten wie Spotify oder Deezer vergleichbar. Mehr bietet er dabei dem Hörer jedoch nicht. Für rund zehn Dollar im Monat kann der Nutzer auf Musik zugreifen und diese unbegrenzt hören. Für einen Zehner mehr kann sich der Nutzer auf ein spezielles HIFI-Angebot mit Musik in bester Soundqualität freuen.

Seine Werbestrategie baut der New Yorker Hip Hop-Star vor allem mit den großen Namen des Musikbusiness auf. So macht er Stars wie Madonna, Alicia Keys und Jack White zu Teilhabern. Was aber nun diesen Streamingdienst von anderen, bereits vorhandenen Streamingdiensten unterscheidet? Jay-Z hat auch darauf eine Antwort:

„Die Liebe zur Musik haben alle Musiker bei Tidal gemeinsam, das unterscheidet uns von Leuten, die vor allem Technik oder Werbung verkaufen wollen.“

So ganz kann man den Worten der Musikmillionäre aber nicht glauben. Immerhin steigen nun auch Apple und Google in den Markt des Musikstreamings ein. Bei einem so schnell wachsenden Markt geht es sicher nicht nur um schöne und gut gemachte Musik. Jay-Z wird das bestimmt auch bald feststellen.