Cellulite: Eine Tüte voller Trauben

Kritisch betrachte ich mich im Spiegel, nehme jeden Zentimeter meiner Haut genauestens unter die Lupe. Sieht eigentlich ganz ok aus… Man soll sich ja so lieben, wie man ist, oder? Wenn ich lange Hosen trage, würde ich glatt behaupten, mein Körper und ich führen eine durchaus passable Beziehung. Aber bei näherer Betrachtung, zum Beispiel hier im Badezimmer nach dem Duschen ist das was anderes. Resigniert begutachte ich die unschönen Dellen am Hintern und an den Oberschenkeln. Offensichtlich gehöre ich nicht zu denen, die in der Praxis über dem weiblichen Schönheitsideal stehen. „Orangenhaut“ ist da doch noch eine Verniedlichung, denke ich trotzig.

Der Hintern: Problemzone vieler Frauen - wir zeigen, welche einfachen Tricks gegen Cellulite helfen (Foto:Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Der Hintern: Problemzone vieler Frauen – wir zeigen, welche einfachen Tricks gegen Cellulite helfen (Foto:Hans-Peter Reichartz / pixelio.de)

Das Problem

Kurze Röcke, Shorts und Bikini geben den Blick frei auf die weibliche Problemzone Haut. Denn die ist – in dem Fall „leider“ – ganz anders gestrickt als beim Mann. Die Haut bei Frauen ist dünner, die Fettzellen darunter dafür dicker. Das kann man sich ähnlich vorstellen wie eine dünne Plastiktüte (Haut) voller Trauben (Fettzellen). Und wie sieht das aus? Richtig: irgendwie hubbelig. Dass sich die Natur dabei etwas gedacht hat – in der Schwangerschaft können sich die durch das Bindegewebe nur locker vernetzten Fettzellen flexibel auf den wachsenden Bauch einstellen – ist für den Moment nur ein schwacher Trost. Soweit das Problem. Kommen wir zur guten Nachricht: Mit nur geringem Zeitaufwand lässt sich Cellulite wesentlich reduzieren. Und so geht´s!

Trick 1: Ein bisschen Sport muss sein

Stellt euch vor ihr habt unter den Trauben in eurer Plastiktüte etwas, das die Trauben von innen nach außen drückt. Die Abstände zwischen den Früchten werden kleiner, die Hubbel außen an der Tüte ebenfalls. Dieses wunderbare Etwas, das da drückt, ist euer Muskel. Besonders effektiv gegen Cellulite soll das sogenannte HIIT-Training sein. Face2Face-Autorin Vritti hat das für euch mal ausprobiert (HIER). Wer jetzt die Augen verdreht, weil er keine Zeit oder auch einfach nur keine Lust auf intensives, schweißtreibende Training hat, den können wir beruhigen. Einmal am Tag die Treppe statt den Aufzug nehmen oder mit dem Fahrrad zur Uni anstatt mit dem Bus ist schon mal ein guter Anfang. Auf YouTube gibt es außerdem zahlreiche Fitness-Videos, die euch in nur 10 bis 15 Minuten tolle Übungen für die betroffenen Körperregionen vermittelt, hier zum Beispiel eines für die Beine und eines für den Hintern*. Wenn ihr die Programme ein paarmal mitgemacht habt, sind die Übungen im Kopf und ihr könnt variieren. Täglich mindestens fünf der Übungen – ob morgens zum Wachwerden oder abends vor dem TV – und ihr legt eine gute Grundlage für eine straffe Haut.

Trick 2: Heißkalte Duschen für eine straffe Haut

Das sogenannte Bindegewebe vernetzt die Fettzellen miteinander – ähnlich wie die Stängel der Trauben in unserem Plastikbeutel. Stärken wir diese Verbindungen, wird das Gewebe stabiler und die sichtbare Haut optisch straffer. Dabei können Wechselduschen hilfreich sein. Aber Vorsicht: Zu heißes und zu kaltes Wasser strapazieren den Kreislauf. Unser Tipp: Bevor ihr aus der Dusche steigt, lasst ihr abwechselnd sehr warmes und kaltes Wasser über die betroffenen Stellen laufen. Drei bis fünf Wechsel genügen. Solange ihr es mit der Temperatur nicht übertreibt, bringt ihr so ganz nebenbei euren Kreislauf in Schwung und fühlt euch anschließend erfrischt und munter – der perfekte Start in den Tag.

Trick 3: Die klassische Orangenhaut-Massage

Teure Cellulite-Cremes? Braucht ihr gar nicht! Eine ganz normale Bodylotion genügt völlig. Denn beim Einreiben der betroffenen Körperstellen geht es weniger um die Inhaltsstoffe der Creme, sondern vielmehr um die Berührung an sich. Klar, die Lotion spendet Feuchtigkeit, aber den größeren Effekt erzielt ihr durch die Massage. Sie fördert die Durchblutung und stärkt so wiederum das Bindegewebe. Dabei dürft ihr ruhig auch ein bisschen grober sein und leicht auf die Haut klopfen oder daran zupfen, bis sie ein bisschen rot wird – das Indiz für eine gute Durchblutung.

*Für die Erwähnung der Videos erhält Face2Face keinerlei Gegenleistung. Es handelt sich um eine persönliche Empfehlung der Autorin dieses Beitrags.

Vorschau: Nächste Woche verrät euch Nina Tricks&Tipps dazu, was ihr mit den Massen an Urlaubsbildern machen könnt.

 

OpenIn‘ 2014

von Anja Rambacher und Bernd Föhr

Erstes Festival 2014. Erstmals wieder in der Masse stehen und die verschiedensten Bands abfeiern. Erster Eindruck? Es ist dunkel! Wenn wir von der strahlenden Sonne draußen in die Mannheimer Maimarkthalle gehen, braucht es erst mal eine Weile, bis sich die Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt haben. Dieses Indoor Festival verspricht auf drei Bühnen Top Acts hauptsächlich aus der Hiphop Szene. Während letztes Jahr Marsimoto, MC Fitti und Cro dabei waren, sagte MC Fitti für dieses Jahr ab und es kamen Kraftklub, SDP und Alligatoah.

Für viele Besucher, aber auch Bands ist es das erste Festival dieses Jahr. Das OpenIn‘ ist ein relativ kleines Festival, was man auch daran sieht, dass sehr viel Platz in der Maimarkthalle nicht genutzt wird. Auch wenn 16-jährigen ebenfalls mit einer Bescheinigung der Zugang gewährt wird, ist es dankenswerter Weise nicht ausschließlich ein minderjähriges Publikum. Der Hauptanteil besteht hauptsächlich aus 18 – 24-jährigen. Parkplätze gibt es reichlich, allerdings kosten sie pauschal fünf Euro. Ebenfalls das Essen und Trinken bewegt sich in dieser Preisklasse und Pfand wird sogar auf Plastikbecher und Pappteller erhoben. Der Grund: Mülleindämmung. Allerdings liegen auf dem Boden bereits überall Werbeflyer, etwas kontraproduktiv zum gutgewollten Ansatz.

Eine Überraschung bieten Heißkalt. Diese relativ unbekannte Band besteht aus vier Jungs und sie spielen Alternativ-Rock. Das Publikum genießt die Abwechslung zu den anderen Bands und die ersten Pogo-Kreise werden gebildet. Mit Hits wie „Hallo“ wird das Publikum warm gerockt vor den Haupt-Acts.

Ohne Selfie geht nicht: Die beiden Face2Face-Redakteure Bernd und Anja (v.r.) mit zwei Freunden beim OpenIn'-Festival in Mannheim (Foto: Rambacher)

Ohne Selfie geht nicht: Die beiden Face2Face-Redakteure Bernd und Anja (v.r.) mit zwei Freunden beim OpenIn‘-Festival in Mannheim (Foto: Rambacher)

Nachdem wir uns Heißkalt angeschaut haben folgt Claire. Die Kombo um Frontfrau Josie-Claire Bürkle macht einen Mix aus Elektro und Dubstep. So zumindest der Plan. Denn nach dem gefühlt zwanzigminütigen Intro, das mit seinem mächtigen Bass die Hosenbeine flattern lässt, ist erst mal Ruhe. Irgendwie hat es die Elektrik der Bühne zerhauen. Lachend geht die Band von der Bühne und die Techniker werkeln hektisch. Für technische Probleme kann niemand was –  es wird allerdings gemunkelt, dass der Bass wohl etwas zu mächtig war und die Boxenkapazität gesprengt hat. Doch die Techniker machen ihren Job, die Elektrik funktioniert und wir ertragen noch eine halbe Stunde relativ einseitiges Gedudel.

Claire war im Prinzip nur ein „Zwischenspiel“ für mein persönliches Highlight: Alligatoah. Davor müssen wir uns allerdings vieler, wir nennen sie einfach „Alligatoah-Mädchen“, erwehren. Weibliche Wesen zwischen 16 und 18, die von Cro kommen und jetzt was „Härteres“ hören – und die natürlich alle ganz vorne stehen wollen, um ihr Idol anzukreischen. Lustig vor allem die Aussage: „Ich hab da vorne nen Platz!“ – Stehplatz reserviert oder wie?

Zum Konzert: Einstieg mit „Narben“ – wir singen jedes Wort mit. Alligatoah macht quasi Schauspiel-Rap – er schlüpft in die verschiedensten Rollen – sogar mit Kostümwechsel. Sei es mit Trenchcoat und Hut als „kleiner Spion in geheimer Mission“ bei „Fick ihn doch“, als vermeintlicher Hypnotiseur bei „Amnesie“ oder als Drogenverkäufer mit Hut bei seinem Megahit „Willst du“. Er spielt auch einen Hit aus seiner früheren Zeit, damals noch als „Band“ mit seinen Alter Egos Kaliba69 und DJ Deagle unterwegs. „Mein Gott hat den längsten“ entlarvt den Streit zwischen Religionen als reinen Schwanzvergleich.

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Runde 2: Das OpenIn-Festival lockte mit den Headlinern Kraftklub, SDP und Alligatoah (Foto: OpenIn‘)

Anschließend Bernds Highlight: SDP sind keine Band, sie sind eine Bewegung. Nicht nur auf ihren Platten, sondern ebenfalls auf der Bühne betonen sie das immer wieder. Und so spielt das Berliner Duo Vincent und Dag, nicht nur einfach ihre Songs von ihrem neuen Album „Bunte Rapublik Deutschpunk“, sondern bietet eine Bühnenshow, in der sie unter anderem eine Rede ans Volk richten oder ein Telefonat mit der Freundin führen. Ihre großen Hits „Ne Leiche“, „Die Nacht von Freitag auf Montag“ und „Mittelfinger“ werden einfach ohne die Features gesungen und gemischt mit einigen alten Liedern, sowie Songs ihres neuen Albums..

Danach nehmen Kraftklub den Laden auseinander. „Wir haben echt nicht erwartet, dass ihr bei nem HipHop-Festival wie dem OpenIn‘ anfangt zu pogen. Danke dafür!“, begeistert sich Frontmann Felix. Und natürlich kann er es nicht lassen sich in die Menge zu schmeißen und herumtragen zu lassen. Und – ich habe mich schon gefragt, ob er es in einem geschlossenen Raum tatsächlich bringt – natürlich zündet er einen Bengalo an. Auch nach dem dritten Mal ist Kraftklub für mich eine der geilsten Live-Bands.

Gesamtfazit OpenIn‘: Das „drumrum“ begeistert nicht wirklich. Teure Preise, Pfand auf Pappteller, wenig Angebote. Der Platz für die Konzerte war gut ausgewählt, das LineUp gut zusammengesetzt. Allerdings hörte man manchmal den Bass von anderen Bühnen. Wieder hin? Naja. Da muss das Line-Up echt was hergeben. Den offiziellen Aftermovie zum OpenIn‘ 2014 könnt ihr euch hier anschauen.

Backstage mit ZSK

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Wahnsinnsstimmung: ZSK rocken die Markthalle ! (Foto: Güngör)

Vergangenen Freitag, 13. September war die Punkband ZSK aus Berlin in der Hamburger Markthalle zu Besuch. Mit dabei hatten sie die Stuttgarter Band Heisskalt und die Band Jukes aus Warburg. Face2Face hat sich für euch an ZSK gehängt und ist mit ihnen Backstage gewesen.

Es ist gegen 20 Uhr, als die letzten Fans eintreffen. Das Bier wird schnell noch ausgetrunken, die Sonne geht langsam unter und die frische Brise Hamburgs fliegt durch die Luft. Alles bewegt sich in das innere der Markthalle, eine für 1.000 Besucher konzipierte Konzert-Location, die an diesem Abend noch abgerissen werden wird, aber dazu später mehr.

Wenn man nur als Fan und Zuschauer auf ein Konzert geht, stellt man sich die verrücktesten Sachen vor, die im Backstage-Bereich einer jeden Veranstaltung passieren. Rockstars und Groupies, Drogen und laute Musik, Menschen, die mit Essen werfen, und viele weitere verrückte Dinge. Betritt man die „heiligen Hallen“ sieht es natürlich ganz anders aus. Viele Musiker verteilt auf ihre Garderoben. Vor der Tür stehen zwei und rauchen ihre Zigarette. Musikinstrumente und Klamotten überall und mindestens einer, der versucht zu schlafen. Dieser einer war im Falle dieses Abends der Schlagzeuger der Band ZSK: Matthias.

Im Interview sagte die Band auf die Frage, was sie an und in Hamburg so schätzen: „Wir lieben die Flora, wir lieben die breite subkulturelle Szene und wir sind jedes Mal wieder beeindruckt, wie die Hamburger mit großen Naziaufmärschen umgehen. In kaum einer anderen Stadt knallt es bei sowas immer so heftig, dass die Aufmärsche meist verhindert werden können.“

Die Zuneigung für die Stadt ist groß, gerade vielleicht auch weil das Management der Band, Hamburg Records, hier ansässig ist und der Manager selbstredend an diesem Abend dabei war, auch um mit seinen Freunden, Schützlingen und Kollegen seinen Geburtstag zu feiern. Welch ein freudiger Anlass für einen fantastischen Abend.

Gegen 21 Uhr beginnt die erste Vorband Jukes. Während man sich noch nett mit dem Lichttechniker der Band ZSK unterhält und sich langsam auch mit den anderen Bands gutstellt, dröhnt die Musik in den Backstage-Bereich hinein. Das Interesse ist definitiv geweckt und der ein oder andere hinter den Kulissen lugt kurz aus der Tür heraus, um zu sehen, was da draußen passiert. Die Musik ist gut, passt zur Band und macht Stimmung, doch das Hamburger Publikum ist bekanntlich das schwierigste in Deutschland und so sitzen die Zuschauer, wo sie einen Platz zum Sitzen finden und hören der Musik einfach nur zu.

Eine halbe Stunde später ist die Band auch schon fertig und kommt mit Freude im Gesicht nach hinten, sie umarmen und beglückwünschen sich und das erste Eis zwischen den Bands ist definitiv gebrochen. Währenddessen bereiten sich ZSK immer noch vor. Sie erzählen von Ereignissen auf der Tour, trinken ihr Bier, Stimmen ihre Gitarren, den Bass und ziehen sich gefühlte achtmal um.

Genauso steht es um die Band Heisskalt, die nach einer kurzen Umbaupause als nächstes auf die Bühne geht. Das Publikum bleibt immer noch kritisch, doch von Song zu Song lockern sie immer mehr auf und fangen sogar an ein wenig zu tanzen, was für Hamburger Verhältnisse ein voller Erfolg ist. „Wir haben sie verehrt, de Band ZSK und hätte uns mit 16 Jahren mal einer gesagt, dass wir für sie als Vorband spielen dürfen, hätten wir der Person ganz laut FUCK YOU entgegengerufen, denn wir hätten es nicht geglaubt und jetzt sowas. Wahnsinn vielen Dank!“, sagt der Sänger enthusiastisch auf der Bühne. Das erfreut auch das Fanherz, das auch in der Face2Face-Musikredaktion ein kleinwenig für ZSK schlägt.

Wieder eine Umbaupause, wieder kommt die Band in den bis vor kurzem noch mystischen Backstage-Bereich, wieder gratulieren sich alle und wirken glücklich. Einige gehen erst einmal eine rauchen, andere trinken genüsslich ihr Bier und unterhalten sich ganz angeregt. Die Bands geben sich untereinander Tipps und Tricks, essen und trinken gemeinsam. ZSK sind währenddessen in ihrer Garderobe. Joshi, der Sänger der Band, bereitet sich stimmlich auf den Abend vor und der Manager schickt uns noch einmal kurz raus damit sich die Band sammeln kann.

„Wenn man auf der Bühne steht, muss man 150 Prozent da sein. Da darf es keine halben Sachen geben. Alles andere ist dann egal. Ob du gerade krank bist, Bein verstaucht oder ähnliches. Alles um einen herum löst sich in Luft auf, es geht nur noch um dich, das Publikum und die Musik. Ich liebe diesen Moment“, erzählt Joshi nach seinem Auftritt.

Als Ritual hat sich die Band vor ihren Auftritten angewöhnt Schnaps zu trinken und dazu wird auch die Musikredaktion herzlich eingeladen.

ZSK gehen endlich auf die Bühne. Die Hamburger sind wach und voller Elan und bereit ihre Fäuste gegen Nazis und für die Band ZSK zu erheben. Alle tanzen sie Pogo, gehen einfach auf die Bühne, denn die Nähe zu den Fans ist der Band besonders wichtig. Das Publikum ist gemischt. Von 13 bis 40 Jahren ist alles dabei, doch es sind die jungen Hüpfer, die auf die Bühne gehen, um einen Hechtsprung ins Publikum zu absolvieren um Stage zu diven. Es sieht überragend aus, die Musik ist laut und schnell, einfach Punk. Die Botschaften sind sowieso eindeutig und alle singen laut mit.

Auf die Frage, warum sie sich dazu entschlossen haben, ihre Vorbildfunktion zu nutzen und ob sie bereits Erfolge mit ihren Botschaften verbuchen konnten, sagt die Band Folgendes:

„Das kann man natürlich schlecht messen. Aber wir wissen schon, dass viele unserer Fans sich politisch engagieren, Sticker kleben, zu Demos gehen usw. Wir treffen auch oft ZSK-Fans bei Protesten gegen Naziaufmärsche oder halt beim Castortransport. Die sind dann immer ganz überrascht und sagen: ʽIch macht das also echt, worüber ihr in euren Texten singt?ʼ“

Zwei Stunden gibt die Band richtig Gas und hinterlässt schwitzende und zufriedene Menschen im Publikum . Der Backstage-Bereich muss nach dem Konzert natürlich frei von Schaulustigen sein, denn die Band soll sich erst einmal kurz entspannen, sich umziehen und dann ergibt sich die weitere Abendplanung.

„Manchmal geht es recht schnell ins Bett, manchmal trinken wir bis um fünf Uhr morgens und schlafen im Bus auf dem Weg zur nächsten Show“, erzählt Joshi im Interview. An diesem Abend geht der Großteil der Band ins Hotel und schläft, während der Rest noch weiter über den Hamburger Kiez in die Dunkelheit zieht und feiert.

 

Vorschau: In zwei Wochen findet ihr in der Musikrubrik eine Review zum Konzert von Bonobo.

Mit Bier die Massen begeistern – der Welt-Astra-Tag in Hamburg

 

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Das ist Punkrock: Itchy Poopzkid beim Welt-Astra-Tag (Foto: Güngör)

KOMMENTAR: Wenn man neu in Hamburg ist, bekommt man von Einheimischen gesagt, was man sich unbedingt ansehen muss. Dazu gehören der Penny an der Reeperbahn, der Hafengeburtstag und der Welt-Astra-Tag.

Letztere wird angepriesen, als würde es sich um Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig handeln und mit derselben Erwartung begibt man sich zu den Landungsbrücken in Hamburg, wo das Spektakel am Samstag, 27. Juli stattfindet.

Ich rate allen Neu-Hamburgern jedoch nicht zu viel zu erwarten.

Startschuss ist um 15 Uhr. Die Musik ist, wie das Publikum auch, Rock-orientiert. Bands wie Heisskalt, Itchy Poopzkid, Danko Jones und viele weitere treten auf.

Trotz der Nässe und der schwülen Luft scheinen die meisten Spaß zu haben. Alle haben ihr eisgekühltes Astra in der Hand, jeder dritte hat eine Astra Bierkrone auf dem Kopf und jeder zweite beschwert sich, das gezapftes Astra eklig ist und man doch eher das in Hamburg und dem Rest Deutschlands hochverehrte kühle Blonde aus der Flasche trinken sollte.

Doch die Atmosphäre beim Welt-Astra-Tag wirkt nur auf den ersten Blick entspannt. Die Zufriedenheit ist künstlich hervorgerufen durch viel Bier, wahrscheinlich um davon abzulenken, wie schlecht die Bands vor Itchy Poopzkid eigentlich sind.
Die Stuttgarter Band Heisskalt habe ich an diesem Tag zum ersten Mal live gesehen.

Nachdem die Jungs so gehyped wurden, habe ich eine gewisse Erwartungshaltung angenommen, die maßlos enttäuscht wird. Die Band ist nicht grundlegend schlecht. Sie können mit ihren Instrumenten sehr gut umgehen und der Sänger hat eine sehr gute Stimme. Doch leider sind sie nichts weiter als eine Durchschnittspopbands alá Jennifer Rostock. Derselbe Blues seit ungefähr zehn Jahren.

Nachdem Heisskalt fertig sind, kommt ein Moderator auf die Bühne, der die Menschenmassen während des Umbaus beschäftigen soll. Das tut er mit Erfolg und verteilt Geschenke im Publikum.

Die Rettung eilt erst gegen 20:30 Uhr herbei. Itchy Poopzkid, die Punkband aus dem entfernten Eislingen, betreten die Bühne und schlagartig hebt sich die Laune.

Mein Fazit zum Welt-Astra-Tag: Nächstes Jahr mehr Astra trinken und in der Masse versinken!

Das hier publizierte Kommentar spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Face2Face-Redaktion wider.

Vorschau: Und kommenden Samstag findet ihr an dieser Stelle ein Bandportrait über die Gruppe the/das.