Neues Jahr, neue Mode – oder doch nicht?

Man sagt ja bekanntlich „alle Jahre wieder“. Soll heißen: Irgendwann kommt jeder Trend wieder in Mode. Ob Schlaghosen aus den 70ern oder Karottenhosen aus den 80er Jahren – alles hat man die letzten Jahre schon mal gesehen. Doch was ist der neue Trend für das Jahr 2016?

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Fangen wir von unten an, bei den Schuhen. Letztes Jahr waren weiße Snikers hoch im Kurs. Die Lieblingsmodelle unter ihnen: Stan Smith und Superstar von Adidas. Doch was kommt dieses Jahr? Nike scheint Adidas abzulösen. Der Schuhklassiker für 2016 wird der Cortez von Nike sein. Er kam 1972 das erste Mal auf den Markt. Schauspieler-Ikone Farrah Fawcett, bekannt aus der Fernsehserie „Drei Engel für Charlie“, war großer Fan von ihnen. Das Original des Modells ist weiß mit einem roten Nike-Haken. Es ist übrigens auch das Modell, in dem Schauspieler Tom Hanks als Forrest Gump im gleichnamigen US-Drama 1994 läuft. Der kultige Schuh wurde im Rahmen der „Holiday“-Kollektion von Nike neu aufgelegt. Untenrum bleibt es im Jahr 2016 also bei weiß, nur die Marke ändert sich.

Und was tragen Frau und Mann im neuen Jahr drunter? Bunte Socken als Hingucker waren 2015 schon in, auch 2016 dürfen sie nicht fehlen. Mit Neonfarben zu einem ansonsten minimalistischen Look und weißen Snikern könnt ihr also nichts falschmachen!

Bleiben wir bei weiß. Wer denkt, weiß im Winter sei zu sommerlich, der hat sich getäuscht. Gerade jetzt in den kalten Wintermonaten sind weiße oder cremefarbene Strickpullis total angesagt. Fotogarfen sichteten Model-Ikone Heidi Klum in solchen Teilen auf den Straßen Amerikas.

Wer Schwarz liebt, muss jetzt stark bleiben, denn: Die Trendfarbe wird durch dunkles Blau ersetzt. Fashion-Bloggerin Leandra Medine trägt gerne Ton-in-Ton-Looks und kombiniert dazu bunte Accessoires. Was früher mal als ein Mode-Tabu galt, wird heute zum Trend. Die Kombination von Schwarz und Blau ist jetzt erlaubt! Auch bei anderen Farben darf wieder experimentiert werden. Color Blocking ist jetzt wieder in. Plakative Streifen in Farben wie Gelb, Lila oder Orange werden zum Trend. Auch Ringelshirts, die 2015 in keinem Kleiderschrank fehlen durften, bleiben ein modisches It-Piece.

Oben angekommen sind wir beim Schmuck, genauer bei den Ohrringen. Falls ihr Creolen in Gold oder Silber habt, dürft ihr sie wieder herauskramen. Der Ohrschmuck aus den 90er Jahren mit mindestens zwei bis drei Zentimetern Durchmesser feiert sein Comeback.

Wer aufgepasst und mitgedacht hat, ist beim nächsten Aussortieren des

Kleiderschranks etwas vorsichtiger, und behält manche Teile lieber noch ein oder zwei Jahre länger. Denn alles kommt irgendwann wieder – auch die heißesten Fashion-Trends der 70er, 80er oder 90er Jahre!

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den Fastnachts-Chic: Zu lesen gibt es einen Styleguide für die fünfte Jahreszeit.

Schön und schlau – ein Plädoyer dafür, Germany’s Next Topmodel trotzdem schauen zu können

Es ist noch nicht allzu lange her, da war mein Leben zum Wochenende hin um ein Ritual reicher: Donnerstag, pünktlich um Viertel nach acht am Abend. Denn unsere Kleingruppe, bestehend aus einer Handvoll Mädels und einem schwulen besten Freund, wollte es – während sie nebenbei einige kalorienreiche Süßspeisen verzehrten und bei wöchentlich wechselndem Gastgeber alkoholische Getränke kredenzt konsumierten – jede Woche aufs Neue wissen. Schließlich „kann nur eine Germany’s Next Topmodel werden! “

Allerdings dürfte Heidi Klums allwöchentliches Mantra dem einen oder anderen berechtigterweise zum Halse heraushängen; und auch das Format sorgt, nachdem bereits die gefühlt tausendste Staffel über den Bildschirm geflimmert ist, mittlerweile für keinerlei Sensation mehr. Die Show bleibt konstant die Gleiche, bloß die Besetzung ändert sich von Mal zu Mal. Unumstößlich ist dabei die Tatsache, dass keiner der Charaktere so recht im Gedächtnis haften geblieben ist – oder wer weiß heute noch, welches Mädchen damals das Cover der deutschen Cosmopolitan geziert hat und das Gesicht der Venus-Kampagne für Damenrasierer wurde? Es schockiert mich zugegebenermaßen selbst, dass ich sämtliche, auf radikalen Produktplatzierungen basierende Details derart mechanisch herunterbeten kann, während dazugehörige Namen und Personen aus jeglicher Erinnerung wie ausradiert scheinen. Hält mich die Industrie etwa unbewusst längst fest in ihren schmierigen Griffeln? Sind meine Freunde und ich, die wir das gemeinsame Bestaunen minderjähriger Magermodels auf ProSieben zu unserem Plaisierchen haben, in den letzten Jahren zu nicht mehr als den vorbildhaften Opfern der privaten Fernsehanstalten mutiert?

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Schon große Mädchen: Keine Sorge, wir wissen längst, dass Size Zero nicht alles ist. (Foto: T.Gartner)

Da diese Kolumne jedoch die Überschrift „Schön und Schlau“ trägt, bemühe ich mich natürlich, diese provokanten Thesen tunlichst zu widerlegen. Und das sogar aus Überzeugung: Ich halte weder mich noch meinen Freundeskreis für geistig verkommen oder gar schwachsinnig genug, den präsentierten und dabei vage rekonstruierten Model-Alltag für bare Münze zu halten. Sehr wohl unterstelle ich uns dennoch einen gesunden Voyeurismus sowie ein Interesse daran, von einer deutschen TV-Produktion unterhalten zu werden, gerade zur besten Sendezeit. Unsere Erwartungen sind bislang hinsichtlich dessen auch noch nicht allzu stark enttäuscht worden: Stets suchten wir nach Dramen, Tränen und emotionalen Highlights – und fanden sie bei GNTM, verpackt in Designer-Kleidern und mehr oder minder kunstvollen Fotografien.

Niemand kann uns doch unsere Neugier am obsoleten Geschehen in der Model-Villa von Los Angeles ernstlich übel nehmen. Wir meinen es doch nicht böse. Wir wollen doch bloß ein bisschen Ablenkung von den leider oftmals allzu tragischen Tagesthemen bei den Öffentlich-Rechtlichen, einfach mal den akademischen Hirnhusten in unserer elitären Umgebung für eine Weile ausblenden und uns ganz dem Stumpfsinn hingeben – einen Status, den selbst ich als leidenschaftliche Zuschauerin von Heidi und ihren Mädchen der Sendung nicht aberkennen kann.

Ich kann lediglich für seinen Unterhaltungswert einstehen und dabei die hoffnungsfrohe Kunde verbreiten, dass die Erziehung nicht in jedem Elternhause völlig schief gelaufen ist; dass es noch Mütter gibt, die ihren Töchtern das A und O für ein glückliches Leben rechtzeitig vermittelt haben: Ein Schulabschluss ist vorerst wichtiger als ein Model-Vertrag und ein gutes Buch macht mehr her als eine gute – das bedeutet aus der Modewelt übersetzt, ausgemergelte, abgemagerte – Figur. Nichtsdestotrotz spricht nichts dagegen, sich für eben jene Mode zu interessieren und seinen Sinn für Ästhetik weiter auszuprägen – auch das hat Mama mir damals als guten Rat mit an die Hand gegeben. Jetzt, Jahre später, diskutiert sie mit mir am Telefon über ihre Favoritin aus der aktuellen Staffel und wir ziehen gemeinsam über jene her, die wir gänzlich unsympathisch finden. Ist auch ganz bestimmt nicht persönlich gemeint, liebe Mädchen, die ihr euch aus freien Stücken bei GNTM angemeldet und somit dem Hohn und dem Spott der natürlicherweise Gehässigen freiwillig ausgesetzt habt. Ihr müsst wissen, worauf ihr euch im Vorfeld eingelassen habt, denn wir wissen es längst und sind froh, in der realen Welt nicht als Lästertanten abgetan werden zu müssen – schließlich tratschen wir ja nicht über unsere Freunde oder Bekannte, sondern sind schlichtweg ein bisschen von Alltags-Langeweile getrieben und zerreißen uns die Mäuler über völlig fremde, höchstwahrscheinlich von Prosieben gescriptete Charaktere.

Und was folgt als nächstes? Es wurden bereits Stimmen laut, die sich für eine leicht abgeänderte Variante des Konzepts aussprachen: Germany’s Next Topmodel for men! Denn mal ehrlich, was könnte amüsanter sein als ein Haufen dürrer Mädchen? – Richtig, eine muskulöse Männer-Meute, wie sie sich darin übt, die neue Armbanduhr von Dolce & Gabbana mit ihrem Gesicht zu bewerben oder am Steuer schneller Schlitten abgelichtet zu werden. Mein schönen, schlauen und trotzdem mode-affinen Freunde, meine Mutter und ich blicken gespannt in die Zukunft und die Mattscheiben von morgen.

Vorschau: Bei uns folgt als nächstes Kolumnist Sascha mit einigen Gedanken über Optimismus.

Mysterium Taille

Heidi Klums Mädchen laufen wieder. Die Kriterien sind in diesem Jahr strenger als in den vorherigen: Die Models müssen mindestens 1,75 Meter groß sein. Neben der Größe bestimmen aber auch noch drei andere Werte, ob eine Frau, zumindest was ihren Körper angeht, schön ist: Brust-, Hüft- und Taillenumfang. Während Brust und Hüfte in Männern wahrscheinlich eher plumpe, evolutionsbedingte Triebe heraufbeschwören, mutet die Taille – Models haben einen Umfang um 60 Zentimeter –  bereits durch die französische Herkunft ihrer Bezeichnung geheimnisvoll an.

Dass selbst Star-Designer nicht wissen, was sie von den paar Zentimetern des weiblichen Körpers halten sollen, zeigte Alexander Wang für Balenciaga letzte Woche bei der Präsentation seiner neuesten Kollektion: Jäckchen endeten mal unter, mal über der Taille und Kleider umspielten oder betonten sie.

Was aber steckt hinter der schmalsten Stelle zwischen Hüfte und Brustkorb und wieso wird ihr von der Modewelt so viel Beachtung geschenkt? Eine schmale Taille wird seit Jahrhunderten als Schönheitsideal angesehen. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert wurden Korsetts verwendet, um eine besonders schmale Taille, die Wespentaille, zu formen.

Die Frau mit der wohl berühmtesten Wespentaille dürfte – zumindest aktuell Burlesque-Tänzerin und Varieté-Star Dita von Teese sein. Denkt man an von Teese, hat man naturgemäß direkt sexy Bilder im Kopf. Angesichts der andauernden und ständig wiederkehrenden Sexismus-Debatten stellt sich die Frage, ob Frauen überhaupt noch taillierte Kleidung tragen sollten, oder ob das nicht zu sexy ist?

Die Zeiten, in denen man sich in ein Korsett zwängte, dieses bis zur Atemlosigkeit schnürte, sind vorbei. Designer? Alber Elbaz zeigt in seiner aktuellen Kollektion, dass man keine Wespentaille haben muss, um attraktiv zu sein und Alexander Wang bestätigt das. Trotz allem ist und bleibt die Taille ein geheimnisvoller Teil des Körpers. Und darf gezeigt werden. Wenn man möchte.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was Ear-Cuffs sind.

 

Die Modeikone mit dem weißgepuderten Haarzopf

Jeder kennt seinen Namen. Und jeder weiß, wie er aussieht. Der weißgepuderte Haarzopf, die dunkle Sonnenbrille, der Anzug und  Vatermörderkragen – es kann sich um niemand anderen als Karl Lagerfeld handeln. Gerade im vergangenen Monat gab es nochmal zahlreiche Berichte über die Modeikone. Anlass war die Ausstellung „Little Black Jackett“ in Berlin, in der Lagerfeld seine Fotografien präsentierte, die zahlreiche Stars wie Sarah Jessica Parker und Kirsten Dunst im weltberühmten schwarzen Kostüm von Chanel zeigten.

Der nach eigenen Angaben 1938, doch mittlerweile durch Bild am Sonntag belegt 1933, geborene Hamburger Karl Otto Lagerfeldt wuchs zwar im Wohlstand auf, doch ahnte niemand zu dieser Zeit, dass er mal durch Mode ein unglaubliches Vermögen anhäufen würde.
Im Jahr 1953 zog der Hamburger nach Paris und besuchte dort das Lycée Montaigne. Zwei Jahre später nahm er an einem Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats IWS teil und gewann mit seinem Entwurf eines Wollmantel. Ebenfalls ein Sieger bei dem genannten Wettbewerb, jedoch in der Kategorie Abendkleid, war kein Geringerer als Yves Saint Laurent. Dieser Sieg ermöglichte Karl Lagerfeld eine Stelle bei Pierre Balmain, wo er bis 1958 arbeitete. Anschließend war er zunächst künstlerischer Direktor bei Jean Paton, ab 1963 bei Chloé und nur zwei Jahre später bei Fendi. Neben diesen Festanstellungen arbeitete Lagerfeld jedoch stets als Freiberufler für viele weitere namhafte Modelabels.

Bei diesem erfolgreichen Aufstieg war es nur eine Frage der Zeit, wann Karl Lagerfeld sein eigenes Unternehmen gründen würde. Im Jahr 1974 war es dann soweit: „Karl Lagerfeld Impression“ wurde in Deutschland gegründet. Neun Jahre später bekam er eine Anstellung als künstlerischer Direktor bei Chanel und nur ein Jahr später entwarf Lagerfeld als Chefdesigner eine Kollektion für selbiges Modehaus und übernahm als solcher die Prêt-à-Porter-Sparte. Seine Arbeit für Chanel machte ihn weltberühmt. In den 90er Jahren kehrte er als Chefdesigner zu Chloé zurück.
Im Jahr 2000 dann eine radikale Veränderung seines Äußeren: Durch die 3D-Diät, die Jean-Claude Houdret entwickelte, nahm der Modedesigner insgesamt 42 kg innerhalb eines Jahres ab. Und der Grund dafür? Er wollte unbedingt in die schmal geschnittenen Dior Homme Anzüge von Hedi Slimane passen.

Karl Lagerfeld widmet sich nicht nur dem Design von Kleidungsstücken: von Lagerfeld designte Coca-Cola-Light Flaschen
(Foto: Heimes)

Doch nicht nur in Bezug auf sein Körpergewicht legt er eine eiserne Disziplin an den Tag, generell erscheint einem die Modeikone als ein wahrer Workaholic. Besonders in den letzten zehn Jahren widmete er sich zahlreichen Projekten, die teils Verwunderung hervorriefen. Die 2004 veröffentliche Kollektion für die Modekette H&M ließ jedoch viele Modeherzen höher schlagen: Endlich von Lagerfeld designte Kleidungsstücke zu erschwinglichen Preisen.  Des weiteren entwarf er die Kostüme für die anstehenden Tourneen von Sängerinnen wie Madonna oder Kylie Minogue. Im Jahr 2008 designte er einen Steiff-Teddybären, ein Jahr später Motorradhelme und Seiden-Schals für Les Ateliers Ruby und 2010 schließlich die drei Coca-Cola Light Flaschen. Darüber hinaus widmete er sich in Zusammenarbeit mit Swarovski dem Design von Armreifen, Halsketten und Broschen.
Doch wer denkt, seine Liebe gilt nur der „tragbaren“ Mode, der hat sich getäuscht: Zu einen seiner größten Leidenschaften gehört das Theater und die Oper. Aus diesem Grund lässt er es sich auch nicht nehmen, als Kostümbilder für verschiedene Spielstätten tätig zu sein.

60 Jahre nach seinem Einstieg in die Modewelt gehört er zu den Großen dieser Welt. In den zahlreichen Interviews bekommt man einen Einblick in sein Leben und seine ganz eigene Art und bemerkt schnell, dass der Modedesigner über eine unglaublich gute Allgemeinbildung verfügt und sehr belesen ist – was einen aufgrund seiner Privatbibliothek mit über 300.000 Werken nicht verwundern dürfte. Doch es wird auch deutlich, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Während er von Claudia Schiffer, seiner Entdeckung und Muse, schwärmt, lässt er an Heidi Klum kein gutes Haar. Obwohl er das Thema seiner eigenen sexuellen Orientierung meidet, ist bekannt, dass sein Lebenspartner Jacques de Bascher 1989 an HIV starb und er seitdem am liebsten alleine lebt.
Heute lebt er in Paris, hat jedoch noch Wohnungen in Monte Carlo, Rom und New York. Seinen Erstwohnsitz hat der deutsche Modedesigner jedoch schon seit 1982 in Monaco.

Dass Karl Lagerfeld der Mode den Rücken kehrt, daran ist nicht zu denken. In einem Interview mit der Welt sagte er letzten Monat noch: „Ich habe lebenslängliche Verträge. Chanel und Fendi – zweimal lebenslänglich. Wie Zuchthaus“. In dem gleichen Interview betonte er auch: „Vor allen Dingen interessiere ich mich dafür, was ich gerade mache. Was ich gemacht habe, interessiert mich nicht. Ob es gut war oder schlecht spielt keine Rolle, es ist ja vorbei“ – und mit dieser Einstellung scheint er ganz gut seinen Weg zu gehen!

Vorschau: Nächste Woche wird euch Lisa ihr persönliches Lookbook für den Frühling präsentieren!

Über das Leben nach „Germany’s Next Topmodel“: Yvonne Schröder im Interview

Vielen ist sie noch aus der ersten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ bekannt: die mittlerweile 23-jährige Frankfurterin Yvonne Schröder. Damals belegte sie „nur“ den zweiten Platz im Finale der erfolgreichen „ProSieben“-Sendung und musste sich gegen Lena Gercke geschlagen geben. Jedoch bekam sie bereits unmittelbar nach dem Finale viele abwechslungsreiche Modeljobs und etablierte sich so in der deutschen Modewelt. Was ihr durch ihre Teilnahme bei „Germany’s Next Topmodel“ ermöglicht wurde und über ihre Zukunftspläne, erzählte sie uns exklusiv im Interview.

Face2Face: Sechs Jahre ist es nun her, dass Sie im Finale von „Germany’s Next Topmodel“ standen. Wie sehr hat sich Ihr Leben seitdem verändert?
Schröder: Mein Leben hat sich dahingehend geändert, dass ich durch die Teilnahme bei „Germany’s Next Topmodel“ von heute auf morgen bekannt wurde und viele Menschen mich auf der Straße erkannten. Natürlich hat mir die Teilnahme auch beruflich viele Türen geöffnet, sodass ich viel von der Welt sehen kann.

Face2Face: Wie war Ihre Zukunftsvorstellung bevor Sie sich bei „Germany’s Next Topmodel“ beworben haben? War Modeln immer schon Ihr Traumberuf?
Schröder: Nein, es war gar nicht geplant, dass ich mich dort bewerbe und so zum Modeln komme. Eigentlich war es immer mein Traum als Innenarchitektin zu arbeiten, da ich es liebe kreativ zu sein und ich Riesenspaß daran habe, Dinge zu designen.

Face2Face: Verfolgen Sie selbst die aktuelle „Germany’s Next Topmodel“-Staffel? Haben Sie eine Favoritin?
Schröder: Ich muss leider gestehen, dass ich mir die aktuelle Staffel aufgrund von Zeitmangel nicht regelmäßig anschauen kann, daher schalte ich nur ab und zu rein – auf jeden Fall zu selten, um eine Favoritin zu haben.

Face2Face: Als treuer Fan der Sendung weiß man, dass es in jeder Staffel immer wieder zu Zickereien kommt. Sind in Ihrem Fall auch Freundschaften entstanden, die auch sechs Jahre danach noch bestehen?
Schröder: Klar sind während der Dreharbeiten Freundschaften entstanden – wir waren ja Tag und Nacht beisammen, das schweißt schon zusammen. Es ist schwer sich regelmäßig zu treffen, da wir alle in Deutschland verstreut, und nicht in einer Stadt, leben. Aber dank der heutigen Technik, wie Handy und Internet, bleibt man viel leichter in Kontakt. Außerdem gibt es auch immer wieder Jobs oder Veranstaltungen, bei denen man sich sieht. Erfreulicherweise habe ich auch viele Freundinnen aus den nachfolgenden Staffeln dazu gewonnen.

Face2Face: Im Laufe der Jahren haben Sie viele verschiedene Jobs bekommen: So sind Sie beispielsweise für John Ribbe auf der Fashion Week in Paris gelaufen oder waren das Gesicht von „Maxdome“. Was war Ihr absoluter Höhepunkt bisher?

Schröder: Das kann man so eigentlich gar nicht sagen. Jeder Job ist ein Höhepunkt, da man immer wieder

neue Dinge dazulernen kann. Ich muss aber sagen, dass es schon außergewöhnlich war, als ich das erste Mal auf der Pariser Fashion Week mitlaufen durfte oder eine Nebenrolle in dem Film „Männerherzen“ bekam, in dem auch Til Schweiger und Christian Ulmen mitspielten!
Ein unvergessliches Erlebnis war aber auch, als ich das erste Mal nach „Germany’s Next Topmodel“ im Kino saß und plötzlich die „Maxdome“-Werbung mit mir als Repräsentantin kam. Aber eigentlich hat jeder Job seine unvergesslichen Momente!

Face2Face: Immer häufiger sieht man Sie auch in TV- oder Kinoproduktionen wie „Verliebt in Berlin“. Planen Sie generell eine Schauspielkarriere?
Schröder: Nein, es ist nicht so, dass ich generell plane Schauspielerin zu werden; aber ich bin ein Mensch, der gerne auf alles vorbereitet ist und daher auch schon Schauspielunterricht hatte. Wenn man in einer TV-Produktion wie „Germany’s Next Topmodel“, die medial einen solch hohen Stellenwert hat, mitmacht, ist es klar, dass man viel von der Welt sieht und auch die Möglichkeit bekommt, in viele verschiedene Branchen reinschnuppern zu können.

Face2Face: Gab es auch Zeiten, in denen Sie am liebsten mit dem Modeln aufgehört und einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen hätten?
Schröder: Natürlich gab es diese Zeiten schon. Es ist nicht immer leicht: Man ist oft unterwegs und hat kaum Zeit für Freunde und Familie. Außerdem gibt es dann auch Tage, an denen einfach nichts klappt. Man läuft von einem Casting zum nächsten, die Kunden schlagen deine Mappe auf, schauen eine Minute rein und sagen dann „Danke, tschüss“ – das kann einen schon sehr runterziehen. Aber dann kommen auch wieder die schönen Tage, an denen alles klappt. So gleicht sich das dann wieder aus.

Face2Face: Im März 2007 waren Sie sehr verführerisch in der „FHM“ zu sehen und wurden sogar auf Platz 29 der schönsten Frauen gewählt. Wo liegt bei Ihnen die Grenze? Würden Sie ein Angebot des „Playboy“ annehmen?
Schröder: Mittlerweile haben schon viele Promis die Hüllen fallen lassen und die Fotos waren immer sehr ästhetisch und schön. Momentan kann ich es mir zwar nicht vorstellen, aber ausschließen würde ich es nicht.

Face2Face: Was tragen Sie privat am liebsten für Kleider? Und was ist das Must-Have dieses Sommers?
Schröder: Ich kleide mich eigentlich sehr unterschiedlich: mal bin ich lässig angezogen, dann wieder schick. Ich variiere es so, wie ich mich gerade fühle.
Nach dem kalten Winter und dem tristen Wetter sind Knallfarben ein Must-Have diesen Sommer. Bei deiner Kleidung sind dir keine Grenzen gesetzt: rot, grün, gelb…

Face2Face: Welche Projekte stehen in Zukunft bei Ihnen an?
Schröder: Ich mache gerade bei einem sehr kreativen Charity-Projekt mit, zu dem ich allerdings noch nichts Genaueres verraten darf. Außerdem konzentriere ich mich zurzeit darauf, mir ein zweites Standbein aufzubauen. Gerade bin ich dabei mein eigenes Unternehmen zu gründen – darüber kann ich euch aber leider auch nichts verraten (lacht). Da man nicht ewig modeln kann, ist es wichtig, dass man beruflich auch noch etwas anderes macht. Das ist auch das, was ich allen jungen Mädchen mit auf den Weg geben will.

Vorschau: Nächste Woche wird an dieser Stelle über „X-Trax“ in Karlsruhe berichtet!