Themenflaute mit Aussicht auf Schwachsinn – das Sommerloch 2017

Alle ausgeflogen, aber einer feilt an der Titelstory: Redaktionen um Sommerloch (brandtmarke  / pixelio.de)

Alle ausgeflogen, aber einer feilt an der Titelstory: Redaktionen im Sommerloch (brandtmarke  / pixelio.de)

Sommerloch – nein, damit ist nicht das Wettertief der letzten Tage gemeint! Stattdessen geht es um ein Tief der ganz anderen Art. Während der heißen Sommermonate bleiben die Nachrichten aus – ihr dürft euch an dieser Stelle gerne vorstellen, wie ein vertrocknetes Staubgebilde in Zeitlupe durch die verlassenen Räume der Nachrichten-Redaktionen rollt. Und während ihr noch die leisen Klänge der Jeopardy-Melodie in den Ohren habt, geht den verzweifelten Redakteuren plötzlich ein Licht auf. Schließlich ist das Nachrichtentief ganz leicht auszugleichen – mit einem Hoch an Kreativität!

Außer Face2Face, versteht sich 😉, haben in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal viele Medien unter Beweis gestellt, wie man das Sommerloch mit allerhand Sinn und Unsinn füllen kann. Wir schauen mit euch zusammen rein!

Düstere Wolken über Heidelberg

William und Kate in Heidelberg – wenn das mal nicht ein Anlass für einen Liveticker ist! Die Stuttgarter Zeitung informiert ihre Leser im Minutentakt über alles, was vor Ort passiert. Da darf die emotionale Beschreibung der dramatischen Wetterlage natürlich nicht fehlen: „O je, es fängt zu Tröpfeln an … Hoffentlich ziehen die dunklen Wolken doch noch vorbei!“
60.000 bis 80.000 Euro kostete die Stadt das royale Spektakel. Mit vierstelligen Umsatzeinbußen rechnete vorab ein Gastronom am Markplatz, der wie alle anderen hier auch trotz strahlendem Sonnenschein drei Tage lang keine Außenbestuhlung anbieten durfte. Aber hach, Kate in ihrem gelben Spitzenkleid und William, wie er kindlich-hilflos versucht ein Stück Teig in Brezelform zu bringen… Zu schön, um nicht darüber zu berichten!

Keks-Kugel oder Baby-Bauch?

Erst hieß es, sie leide an Magersucht, jetzt vermuten findige Fans bei Sängerin Lena Meyer-Landrut eine Schwangerschaft. Soweit nichts Ungewöhnliches in der Berichterstattung der Klatschpresse. Dass jetzt aber auch ntv auf die Gerüchteküche anspringt, ist wohl dem Sommerloch geschuldet. Aber wir wollen mal nicht so sein: Allein der Begriff „temporäre Keks-Kugel“ verdient einen Award als bestes Sommerloch-Wort 2017, findet ihr nicht auch?

Zuhause gesucht!

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien setzen viele Haustierbesitzer ihre mehr oder eher weniger liebgewonnenen Mitbewohner aus. Das ist schlimm und deswegen sind wir der Redaktion von ProSieben Newstime umso dankbarer, dass sie uns Alternativen wie Tierpensionen aufzeigt. Schade nur, dass wahrscheinlich viele Haustierbesitzer, die sich plötzlich fragen, was sie mit ihrem Tier anfangen sollen, während sie eine Woche lang betrunken im Bierkönig auf Malle liegen, vermutlich eher zur BILD-Zeitung greifen. Aber keine Sorge, liebe Tierschützer – die BILD-Redaktion kam schon vor Jahren auf das Thema und listet in ihrem Bericht von 2013 einfach mal ein paar Tierheime auf. Vielleicht hilft das was!

Todesmutige Pommes-Esser

Zum Schluss wollen wir aus gegebenem Anlass dann aber doch noch einmal ein bisschen ernst werden. Forscher haben in Pommes einen Stoff nachgewiesen, der stark krebserregend ist – diese bahnbrechende Nachricht ging in den letzten Tagen durch so gut wie alle Medien. Aber keine Sorge, die Redakteure der WELT können uns beruhigen: „Die Forscher essen weiterhin Pommes Frites.“ Na, wenn die Forscher sich so todesmutig geben, machen wir das doch auch!
Gefühlt gibt es, was unsere Umwelt und vor allem unsere Ernährung betrifft, doch fast nichts, was nicht schon mal als krebserregend klassifiziert wurde. Manches wie die Pommes geistert gerne mal durch die Medien – anderes wie beispielsweise Milchprodukte, die ebenfalls mit einem gesteigerten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden, geht gerne mal unter. Man muss sich schon ein bisschen einlesen, um herauszufinden, dass es in Sachen Milchprodukte ebenso wie bei den Pommes Tierversuche gab, die gezeigt haben, dass tierische Proteine, wie beispielsweise Casein, das Krebswachstum begünstigen.
Das wäre doch mal ein Sommerloch-Thema!

Im August dreht sich auf Face2Face alles rund um das Thema Fahrradfahren. Ihr dürft euch unter anderem auf den Selbstversuch einer Face2Face-Autorin freuen, die versucht in der Fahrradstadt Freiburg eine Woche lang ohne Drahtesel klarzukommen. Außerdem diskutieren wir über E-Bikes. Wir freuen uns, wenn ihr reinschaut!

 

Das Heidelberger Schloss

Aus der Sicht der Altstadt: Das Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Aus der Sicht der Altstadt: Das Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Mystisch thront die Bauruine über der Altstadt von Heidelberg. Die Stadt und das dazugehörige Schloss wurden bereits im 12. Jahrhundert namentlich erwähnt, der gesamte Ausbau der Anlage hat sich jedoch über Jahrhunderte hinweg gezogen. Das Schloss an sich besteht aus mehreren Einzelbauten und weist einen nahezu riesigen Schlossgarten auf. Das Heidelberger Schloss galt jahrhundertelang als Residenz der Pfalzgrafen und Kurfürsten am Rhein. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss während des Dreißigjährigen Kriegs stark beschädigt, sodass die Kurfürsten das Interesse an ihrer Residenz verloren und nach Mannheim umsiedelten. Durch die teilweise starke Zerstörung erfreute sich die Sehenswürdigkeit

Deutlich sichtbar: Die Beschädigungen des 30-jährigen Krieges (Foto: Isabelle Hohmann)

Deutlich sichtbar: Die Beschädigungen des 30-jährigen Krieges (Foto: Isabelle Hohmann)

immer mehr Beliebtheit bei Malern, Schriftstellern oder Poeten – sie war der Inbegriff für die Romantik. Nach Überlegungen um 1900 das Schloss sanieren zu lassen, wurde diese jedoch widerlegt, da man den Charme des Schlosses in seiner Ruinenpracht bewahren wollte.

Besuch des Heidelberger Schlosses

Den Schlossgarten kann man kostenlos betreten und eignet sich ideal für einen

Atemberaubend: Der Ausblick vom Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Atemberaubend: Der Ausblick vom Schloss (Foto: Isabelle Hohmann)

Spaziergang. Auch die Aussicht von oben ist atemberaubend: Heidelberg liegt einem quasi zu Füßen und man genießt einen traumhaften Ausblick auf die Alte Brücke und den Neckar. Nach etwa 10-15 Minuten erreicht man den Schlosseingang. Für die eher Bequemen unter uns gibt es auch eine Bergbahn, die jedoch kostenpflichtig ist. Das Schlossticket ist ein Kombiticket und beinhaltet die Bergbahn, den Eintritt zum Schlosshof, die Besichtigung des Großen Fasses und den Eintritt in das Deutsche Apothekenmuseum. Das Ticket kostet für Erwachsene gerade mal  7 Euro, für Ermäßigte (Kinder, Schüler, Studenten etc.) 4 Euro. Wem eine alleinige Besichtigungstour nicht ausreicht, kann sich noch einen Audioguide, der in verschiedenen Sprachen erhältlich ist, für 5 Euro ausleihen. Auch spezielle Führungen sind möglich, hierfür erkundigt ihr euch am besten direkt auf der Homepage (www.schloss-heidelberg.de).

Vorschau: Im April berichten wir vom Gardasee-Torbole und dem Riva del Garda!

Erlebnis Buchkauf – drei preisverdächtige Heidelberger Buchhandlungen

Zum ersten Mal wird am Donnerstag, 17. September der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Das Ziel der Auszeichnung: Sie soll inhabergeführte Geschäfte gegenüber dem Internethandel und den großen Ketten fördern. Mit von der Partie sind auch drei Heidelberger Buchhandlungen.

„Sie müssen nicht in den Amazonas reisen, wenn es Bücher bei Ihnen um die Ecke gibt.“ – Eine Tafel mit diesem Werbeschriftzug des Diogenes Verlags steht vor der kleinen Bücherstube an der Tiefburg in Handschuhsheim.
Neben Hassbeckers Galerie & Buchhandlung und artes liberales ist sie eine von drei Heidelberger Buchhandlungen, die für den Deutschen Buchhandlungspreis nominiert sind.
Er wird in der kommenden Woche in Frankfurt durch Prof. Monika Grütters, die Staatsministerin für Kultur und Medien, vergeben.
108 Buchhandlungen in ganz Deutschland sind nominiert. Laut der offiziellen Seite des Preises sollen sie alle folgenden Kriterien erfüllen: Sie müssen ein kulturelles Veranstaltungsprogramm bieten, sich für die Lese- beziehungsweise Literaturförderung einsetzen, ein besonderes literarisches Sortiment vertreten und ein innovatives Geschäftsmodell haben. Dabei darf ihr durchschnittlicher Jahresumsatz der letzten drei Jahren eine Million Euro nicht überschritten haben. Der Preis ist in drei Kategorien von Gütesiegeln unterteilt, sodass alle 108 prämiert werden können.

Eine freundliche Einladung zum Stöbern (© Bücherstube an der Tiefburg)

Die Bücherstube an der Tiefburg setzt sich vor allem für die Leseförderung bei Grundschulkindern ein und bietet ein äußerst vielfältiges Kulturprogramm. Dieses reicht von einer Kinderlesenacht über ein Gartencafé im Sommer bis hin zu Autorenlesungen und Literaturreisen auf den Spuren verschiedener Schriftsteller.
Seit 1982 gibt es die Bücherstube. Sie ist trotz des zweimaligen Umzuges schon seit langem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Handschuhsheim. Obwohl sie in 33 Jahren auch um 85 m² gewachsen ist, herrscht hier immer noch eine familiäre Atmosphäre. Im kleinen Hof neben der Buchhandlung befindet sich ein Garten, der teilweise mit Ranken überwachsen ist und mit Cafétischen und Strandkorb bei gutem Wetter dazu einlädt, eine Weile zu verweilen.

„Wir legen besonders großen Wert auf persönliche Beratung und eine enge persönliche Bindung zu unseren Kunden. Es ist wichtig die Kunden zu kennen“, erklärt Regina Kaiser-Götzmann, die Inhaberin der Buchhandlung. Sie findet es gut, dass durch den Preis gezeigt wird, was der Buchhandel leistet. Deshalb hat sie sich für die Bewerbung entschieden.

Die zweite Buchhandlung ist artes liberales am anmutigen Kornmarkt.
Auch sie ist von hier, nicht mehr wegzudenken. Nur aus einem einzigen kleinen Raum bestehend, ist das Sortiment nicht besonders groß, aber sorgfältig ausgewählt. Der

© artes liberales - Buchladen, Heidelberg 2015

Ein Ort zum Schmökern und Verweilen: Die Buchhandlung artes liberales (© artes liberales – Buchladen, Heidelberg 2015)

Schwerpunkt der Buchhandlung liegt auf der Philosophie, aber auch auf mit ihr verbundenen Gebieten wie Dichtung, Künsten und Wissenschaften. Es folgt demnach nicht den aktuellen Bestsellerlisten und Empfehlungen, sondern enthält auch Schriften, die mitunter über 2000 Jahre alt sind. Artes liberales bietet auch ein großes Kulturprogramm und zwar über die zugehörige Organisation artes liberales-universitas. Dazu gehören Kolloquien, Vorträge und Lesungen.
Sehr wichtig ist Clemens Bellut, Inhaber der Buchhandlung, eine einladende Atmosphäre. „Wenn jemand sich den ganzen Tag oder auch nur einige Stunden in den Liegestuhl setzt und ein Buch liest, ist das schon ein großer Gewinn für die Buchhandlung“, erklärt er. Willkommen sei auch immer das persönliche Gespräch. Tatsächlich steht in der Buchhandlung ein Liegestuhl, direkt am Fenster, das weit nach oben geschoben werden kann, sodass man den Eindruck hat, man sitze draußen. Drum herum reichen die Regale bis unter die Decke, doch die großen Fenster sorgen stets für viel Licht.

Hassbeckers Galerie & Buchhandlung in der Haspelgasse ist die dritte der nominierten Heidelberger Buchhandlungen. Inzwischen führt Barbara Schulz die Buchhandlung weiter, die ihr verstorbener Lebensgefährte Egon Hassbecker ursprünglich in Eberbach gegründet hatte.
Die Galerie und die Buchhandlung sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden. Das Sortiment wird mit viel persönlichem Interesse ausgewählt und bietet eine große Bandbreite.
Zudem gehört zu der Galerie und der Buchhandlung auch das Museum im Haus Cajeth. Teil des Programms sind unter anderem Lesungen, Buchvorstellungen und natürlich die Ausstellungen des Museums. Sie zeigen Bilder naiver und primitiver Künstler, deren Bilder auch an den Wänden der Buchhandlung zu finden sind. Im ersten Zimmer sind die Wände frei von Regalen geblieben, um Platz für die Bilder zu bieten. Weiter hinten, im verwinkelteren Teil der Buchhandlung, sind die Regale so hoch wie die Räume selbst, das Ambiente erinnert an ein Antiquariat mit heimeliger Atmosphäre.

Wer sich also einmal wieder ein Buch kaufen möchte, sollte in jedem Fall einmal eine der Buchhandlungen ausprobieren. Und wer weiß – vielleicht hat er dann bald ein Buch aus einer der drei besten Buchhandlungen in Deutschland?

Vorschau: Am Freitag den 25. September lest Ihr Vanessas Filmkritik zu Fack ju Göhte 2.

Und das Konto sprach: Schätzet die Musiker!

Dieser Artikel wird ein Manifest für alle Musiker, deren Musik super-klasse-richtig-gut-so-independent-und-so-aber-trotzdem-geil ist, aber aus welchen Gründen auch immer der kommerzielle Erfolg ausbleibt.

Jeder der Musik macht, wird der Musikredaktion beipflichten, dass er oder sie nicht nur einmal in seiner Laufbahn sich für seine Gage rechtfertigen muss. „Warum so viel?“ oder „Du spielst doch nur ein bisschen Gitarre mit deinen Freunden!“ sind häufig die Fragen und Vorwürfe, die man sich anhören muss. Was viele unter diesen gewissen Musikspezialisten leider nicht wissen (wollen) ist das ein ganzes Drum-Set, eine Gitarre, Bass, Mikrofon – kurzum die gesamte Ausrüstung schon mehrere Tausend Euro kostet. Des Weiteren sind weitere Ausrüstungsgegenstände, wie ein Mischpult, Lautsprecher oder ein Monitor (ein Gerät wodurch sich der Musiker selbst hören kann und somit besser handeln kann, wenn der Sound mal nicht stimmen sollte) hier nicht eingerechnet sind. Diese Kosten sind als Investment für den Musiker und somit auch als Risiko für seine Karriere zu sehen. Das Stichwort lautet hier: R.O.I.! Würde der Vollblutmusiker seine Arbeit als reines Geschäft betrachten, dann erwartet er von dem Käufer der Dienstleistung einen „Return on Investment“. Dies bedeutet kurzum, dass nach dem getätigten Investment des Musikers auch zeitnah Geld zurückfließen sollte. Ansonsten verschuldet sich der Musiker und er muss seine Karriere beenden, bevor sie überhaupt angefangen hat. Liebe Musikversteher da draußen, die Musiker für sich spielen lassen wollen und auch bezahlen werden, bitte vergesst nicht: Es ist euer Job die gekaufte Dienstleistung im vollen Umfang realistisch zu bezahlen!

Es gilt: „You Pay – We Play!“

Um nun einen kleinen Beitrag für all diese Musiker symbolisch zu inszenieren, veröffentlicht die Face2Face-Musikredaktion die Playlist „Musik, die mehr Wertschätzung verdient“. Natürlich ist diese Playlist nicht vollständig – um es mit den Worten von der Band Tenacious D zu sagen:

„This is not the greatest Playlist in the world – it´s just a tribute!“

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

Teuer: Die ganze Ausrüstung für Musiker bedeutet immer ein Risiko. Es muss schließlich abbezahlt und Profit gemacht werden. (Foto: Spies)

 

 

Für alle Nichtwissenden dieser kleinen runden Welt, kommt hier eine Playlist, die man sich nicht nur über Kanäle wie YouTube, Spotify, Deezer, Vimeo etc. anhören sollte, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf Musiker lenken soll, die den großen kommerziellen Erfolg nun mehr als verdient hätten.

Unterstützt und kauft!

 

 

 

  1. Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi unter anderem mit  „Der Anfang ist nah“
    •  Alternativer Hip-Hop der von einem Musiker und einem Schauspieler-Brüderpaar betrieben wird und fast schon als linguistisches Zeitzeugnis verstanden werden kann? Ja perfekt – ist gekauft!
  2. Selah Sue unter anderem mit „This World“
    • Die kleine Belgierin ist auch schon länger mit ihrer Musikkarriere unterwegs und hinterlässt euch Zuhörern ein Tracks für jede Lebenslage: KAUFEN! (Imperativ)
  3. Ruarri Joseph unter anderem mit „Baby Finn“
    • Kann man einen langhaarigen Schotten mit Gitarre nicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen? Gut, äußerlich hebt er sich nicht von der Masse ab, aber es zählt ja auch die Musik und damit überzeugt auf jeden Fall!
  4. Hawk House unter anderem mit „Tidal Tendencies“
    • Ein Hip-Hop-Trio aus mit literarischen wertvollen Texten auf entspannten Old-School-Beats. Was will man mehr? Richtig, Umsätze!
  5. Dillon Cooper unter anderem mit „State of Elevation“
    • Ein weiterer Hip-Hop-Act mit großem Potential. Aber das reicht leider nicht! Hört ihn euch an und vielleicht klickt ihr ja dann ausversehen in iTunes auf kaufen. Man kann ja nie wissen!
  6. Dub FX unter anderem mit „Love someone“, „Made“, „Colors“, „Step on my Trip“
    • Ein wahrer Meister, Guru und Magier mit seiner Stimme und seine Loop-Station. Er tourte durch fast alle Städte dieser Welt und verteilte nicht nur gute Stimmung, sondern auch richtig gute Musik! Leute, ganz ehrlich: Kauft nicht nur seine Musik – kauft ihn!
  7. Stephane Wrembel unter anderem mit „Bistro Fada“
    • Ein Musiker, der mehrheitlich instrumentale Lieder im Stile von Django Reinhard aufnimmt und damit den Gypsy Swing wieder aufleben lässt. So wurde beispielsweise „Bistro Fada“ in dem Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen aufgenommen und verlieh dem Bewegtbild erst den Charme von Paris! Ein Meister, dem man Beachtung schenken sollte!
  8. Shootyz Groove mit L-Train
    • Eine Band aus den 90er-Jahren, deren Existenz wahrscheinlich sogar die Band selbst vergessen hat. Allerdings finden sich manchmal einer ihrer klasse Songs bis heute in so manchen Wiedergabenlisten wieder! „L-Train“ ein Lied, dass in den 90er-Jahren dem ganzen Rest Jahrzehnte voraus war. Vielleicht passt es ja jetzt?! Anhören und kaufen!!
  9. Portugal. the Man unter anderem „And I“ und viele mehr
    • Eine Band mit einem Sänger, deren herausragende Stimme einen angefangen mit den Ohren einfängt und dann am Ende den ganzen Körper nicht mehr loslässt. Eine Band ähnlich, wie „Of Monsters and Men“ nur etwas melancholisch und realistischer. Ein Fall für den Kaufen-Button!
  10. Trouble Andrew unter anderem mit „Eitherway“, „Push“, „Bang Bang“ etc.
    • Eine interessanter Künstler, der durch seine, zwar etwas nach Garagen-Sound-klingende-Musik, sich als sehr wandlungsfähig darstellt. Vom schnellen Rock bis hin zu fast schon 50 Cent-Hip-Hop-Beats ist alles dabei. Wie viel Ärger Trouble Andrew schon angestellt hat oder ob hier wieder nur das Image poliert wird, ist nicht einzusehen. Klar ist aber: Seine Musik zu kaufen ist die richtige Entscheidung!
  11. Just Jack unter anderem mit „Morning Morning“
    • Der 1976 in London geborene Hip-Hop-Künstler nimmt eine leere Tonspur und füllt diese mit Elementen aus Electro Funk, House und klassischem Hip-Hop. Eine leckere Mischung, die den Ohren so sehr schmeichelt, dass die Beine durchs Tanzen die nächsten Stunden erst einmal leiden müssen! Werte Face2Face-Musikredaktion, bitte kaufen!
  12. Raumheld unter anderem mit „Tanzen“ und „Wodka“ etc.
    • Der Deutsch-Electronic-Künstler verwendet, wie viele Künstler Filmzitate und baut diese in seine Songs ein. Doch überzeugt er in dem er passende Filmzitate, wie zum Beispiel die Tanzszene aus „V wie Vendetta“ in seinen Song „Tanzen“ einbaut und somit es schafft aus einem Song eine kleine Hymne auf die Tanzfläche zu entwickeln. Also lass tanzen – nachdem noch kurz das Album gekauft wurde, ok?

Vorschau: Nächstes Mal erwartet euch an dieser Stelle wieder spannende Themen aus der Welt der Musik. 

 

Die Magie der Realität – Bettina Belitz über ihren Roman ‚Vor uns die Nacht‘

Der neue Roman von Bettina Belitz: Liebe mal anders mit einer einzigartigen Sprachmelodie und vielen Einflüssen (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

Der neue Roman von Bettina Belitz: Liebe mal anders mit einer einzigartigen Sprachmelodie und vielen Einflüssen (mit freundlicher Genehmigung der Autorin)

In ihrem neuen Roman Vor uns die Nacht betritt die Autorin Bettina Belitz, die für ihre Fantasyreihen Splitterherz und Luzie und Leander bekannt ist, neues, wenn auch nicht ganz unbekanntes Terrain. Die Liebesgeschichte spielt in der realen Welt und überzeugt dabei mit realistischen Details. Face2Face sprach mit der Autorin über ihren Roman und die Zukunft.

face2face: Bettina, du hast mit Vor uns die Nacht diesmal einen Roman geschrieben, der nicht in einer Fantasie-Welt spielt. Warum hast du die Entscheidung getroffen, die reale Welt als Hintergrund zu wählen?
Bettina Belitz: Mit ist aufgefallen, dass viele Leser gerne in die Fantasy-Welten meiner Bücher geflüchtet sind und am liebsten gar nicht mehr heraus wollten. Das hat mir zu denken gegeben, weil ich finde, dass auch in der Realität viel Magisches existiert. Ich wollte mit dem Roman auch zeigen, wie wundervoll es ist, Mensch zu sein.

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face2face: Im Roman wird die Sprache des Herzens für den Werdegang der Heldin Ronia entscheidend. Ist die Herzsprache auch ein besonders Anliegen deinerseits?
Bettina Belitz: Mein Kopf denkt unheimlich gerne, aber ich habe mich in den letzten Jahren durch das Schreiben wieder zur Herzsprache entwickelt. Das ist träumerischer und poetischer. Da schwingt mein Herz mit und ich hoffe, auch das Herz der Leser zu erreichen. Im Schreiben versuche ich ja auch, Dinge zu beschreiben, die sich den Worten entziehen. Das spielt besonders in Vor uns die Nacht eine Rolle. Auch Ronia muss erst lernen, die Herzsprache, die jedes Kind noch beherrscht, wieder zu entdecken.

Ein Herz, das schwingt: Autorin Bettina Belitz schreibt mit einer Herzsprache, die den Leser erreicht (Foto:  Fabian Stürtz)

Ein Herz, das schwingt: Autorin Bettina Belitz schreibt mit einer Herzsprache, die den Leser erreicht (Foto: Fabian Stürtz)

face2face: Da könnte der Leser ja schon eine Gemeinsamkeit zwischen dir und deiner Figur erkennen. Gibt es denn tatsächliche Parallelen zwischen deinem Leben und der Romanhandlung?
Bettina Belitz: Eigentlich nicht. Manchmal kommt natürlich ein kleines Anekdötchen mit hinein, aber zu eigenem erlebten fehlt dann doch die Distanz, die für einen Autor meiner Meinung nach gut ist. Trotzdem ist ein Buch immer wie ein Baby, es ist immer ein Stück von mir selbst. Im regionalen Bezug sieht man da mehr Gemeinsamkeiten. Wie Ronia habe ich eine Zeit lang in Heidelberg studiert und Vorlage für die namenlose Heimatstadt im Roman war Speyer. Der Fluss, an dem Ronia laufen geht, war in meiner Vorstellung immer der Rhein.

face2face: Dein Roman zeigt ja neben der besonderen Sprache auch viele Motive. Woher kommen denn die vielen religiösen Verweise?
Bettina Belitz: Die haben sich auch zu meiner Überraschung eingeschlichen. Während einer nötigen Pause wegen Erschöpfung habe ich viel Meditatives gemacht und das ist fester Bestandteil meines Lebens geworden. Ich setze mich auch mit den damit verbundenen Themen auseinander. Das hat mich wohl unbewusst beeinflusst und für eine gewisse Spiritualität zwischen Ronia und Jan, dem Mann, in den sie sich verliebt, gesorgt. Aber ich finde, das passt gut zum Roman und den Figuren.

face2face: Ziemlich entgegen gesetzt sind ja die durchaus erotischen Momente, wenn Ronia und Jan aufeinandertreffen. Hattest du keine Angst, „Vor uns die Nacht“ könnte als Erotikroman abgestempelt werden?
Bettina Belitz: Eher weniger davor, dass die Leser das tun, als davor, dass die Presse und Kritiker darauf aufspringen. Das ist aber nicht passiert. Wobei es schon ein komisches Gefühl ist, wenn die eigene Mutter dann dieses Buch liest. Aber die tiefere Bedeutung in diesen Szenen scheint klar geworden zu sein.

Regionaler Bezug und weltoffene Geschichte: Bettina Belitz vereint in ihrem neuen Roman viele Elemente zu einer berauschenden Liebesgeschichte (Foto: Fabian Stürtz)

Regionaler Bezug und weltoffene Geschichte: Bettina Belitz vereint in ihrem neuen Roman viele Elemente zu einer berauschenden Liebesgeschichte (Foto: Fabian Stürtz)

face2face: Daneben gibt es auch großen psychologischen Einfluss auf die Geschichte. Auch Ronias und Jans anfängliches Unvermögen, miteinander zu reden, fällt da rein. Ist das denn Absicht?
Bettina Belitz: Der psychologische Einfluss kommt bei mir immer automatisch. Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch sein Päckchen trägt und das es in jeder Familie ein Geheimnis gibt, das ans Licht kommen muss. Im Roman ist Jan da ganz wichtig, weil er Licht auf den Staub wirft und einen Reifeprozess für Ronia anstößt. Das Problem der mangelnden Kommunikation betrifft ja auch nicht nur Jan und Ronia, sondern alle Beziehungen in Ronias Leben, zu ihren Eltern, ihren Freunden, ihrem Professor. Meine Lieblingsszene ist darum auch die, wenn Jan in Ronias Badewanne liegt und die zwei endlich miteinander reden. Da zeigt Jan etwas Bodenständiges, aber auch etwas Weiches. Wenn zwei Menschen etwas aneinander liegt, ist es wichtig auf sprachlicher Ebene zusammen zu finden. Insofern ist das Buch durchaus ein Plädoyer für Gespräche und Kommunikation.

face2face: Zum Schluss noch: Gibt es denn schon einen Ausblick auf deinen nächsten Roman?
Bettina Belitz: Der ist bereits geschrieben und wird im Frühjahr 2015 erscheinen. Viel darf ich noch nicht verraten, aber es wird wieder ein Liebesroman für junge Erwachsene mit ungewöhnlichen Helden. Handwerklich wird er allerdings etwas anderes sein, als die bisherigen Romane.

Vor uns die Nacht ist im März 2014 bei Script5 erschienen als gebundene und elektronische Ausgabe.

Weitere Infos zur Autorin:
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Vorschau: Nächste Woche durchleuchten wir  die deutsche Fernsehkultur und fragen uns: Was schauen wir nach der Fußball WM?

Von Pazifikinseln, Weltuntergang, mangelnder Mainstreamkonformität und Selbstfindung – Ein Interview mit der Band Traversay

Im Jahre 2010 gründeten der Pianist Niklas Blumenthaler (21), Sänger und Gitarrist Simon Lindner (22) und Schlagzeuger Johannes Lindner (21), die Band Traversay. 2013 veröffentlichten sie ihre erste EP, mit dem pragmatischen Namen #EP. Seitdem spielten sie zahlreiche Gigs in der Metropolenregion Rhein-Neckar und haben sich mit ihrem Wechsel aus harten Gitarrenriffs und melodischen Klavierpassagen mittlerweile eine passable Fangemeinde aufgebaut. In ein spezifisches Genre lässt sich die Band nur schwer einordnen, jedoch kommt die Bezeichnung Progressive Rock der Musik noch am nähesten.Face2Face sprach mit zwei der drei Bandmitglieder über ihre Bandgeschichte und nahe Zukunft.

Face2Face: Traversay ist nicht nur der Name eurer Band, sondern auch die Bezeichnung für eine Inselgruppe im Südpazifik. Aus welchem Grund habt ihr diese unbewohnten Inseln für eure Namensgebung herangezogen?

Das Cover der ersten CD der Band Traversay: #EP (Foto: Traversay)

Das Cover der ersten CD der Band Traversay: #EP (Foto: Traversay)

Simon: Wie es so häufig vorkommt, haben wir zuerst unsere Band gegründet und uns dann auf Namenssuche gemacht. Wir hatten 40 oder 50 Namensvorschläge, die aber alle nicht unseren Vorstellungen entsprachen. In einer Bar beim Blick auf die Weltkarte haben wir dann entschieden, dass unsere Band jetzt Traversay heißt. Diese unbewohnten Inseln erschienen uns ideal, denn sie werden mit nichts anderem verbunden, als dass sie jetzt auch noch Namensgeber für unsere Band sind.

 Face2Face: Womit verbringt ihr eure Zeit, wenn ihr nicht gerade auf der Bühne steht oder an neuen Songs tüftelt?

Niklas: Ich studiere Lehramt an Gymnasien für die Fächer Mathe und Politik an der Universität Mannheim. Simon studiert Medizin und Johannes Realschullehramt für die Fächer Mathe, Physik und Musik. Nimmt man Studium und Musik zusammen, dann bleibt eigentlich nicht mehr viel Zeit für andere Dinge. Natürlich haben wir dennoch vielseitige Interessen, wie Sport treiben, Freunde treffen und was man eben so macht, dem gehen wir natürlich auch nach. Unser großes gemeinsames Hobby ist aber tatsächlich die Musik.

Face2Face: Die Gründe der Zusammenkunft von vielen Bands reichen über zufällige Begegnungen bis hin zu langen Sandkastenfreundschaften. Dass Johannes und Simon verwandt sind, kann man ja zumindest erahnen. Wie genau habt ihr drei nun zueinandergefunden?

Verkörpern die Band Traversay: Niklas Blumenthaler, Johannes Lindner und Simon Lindner (von links nach rechts) (Foto: Traversay)

Verkörpern die Band Traversay: Niklas Blumenthaler, Johannes Lindner und Simon Lindner (von links nach rechts) (Foto: Traversay)

Simon: Meine Freundin ist Niklas‘ Krabbelgruppenfreundin, irgendwann hat sie Niklas mal ins Schwimmbad mitgenommen und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Umso mehr hat es uns gefreut zu merken, dass wir die gleiche Musik hören und idealerweise auch noch verschiedene Instrumente spielen.

Face2Face: Schon 2011, nur knapp zwei Jahre nach eurer Gründung, habt ihr den 1. Platz beim Newcomer-Festival des Café Central in Weinheim belegt und seitdem auch viele Gigs gespielt. Bei welchen Leuten kommt eure Musik an?

Niklas: Es ist auffallend, dass eher männliche als weibliche Personen auf unsere Musik stehen. Dadurch, dass wir etwas anspruchsvollere Musik machen, sprechen wir auch Leute an, die nicht die typischen Radiohörer sind. Traversay lässt sich wohl eher abseits des Mainstreams ansiedeln, weshalb diese Art von Musik vielleicht keine Massen anspricht.

Face2Face: Eure Songs erinnern mitunter an Radiohead und Muse. Welche Künstler haben euch beeinflusst oder inspiriert?

Simon: Gerade am Anfang hatten wir tatsächlich eine Phase, in der wir exzessiv Muse und Radiohead gehört haben, was wohl auch Einfluss in unsere Musik gefunden hat. Mittlerweile haben sich die Einflüsse erweitert, Muse und Radiohead nahmen aber in der Anfangszeit auf jeden Fall eine vorrangige Stellung ein. Inzwischen sind wir freier von direkten Einflüssen, ganz lassen sich diese wohl aber nie vermeiden.

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Über den Dächern Mannheims: Die Band Traversay (Foto: ChrisArtography)

Niklas: Dazu muss noch gesagt werden, dass es keine Band gibt, der wir nachgeeifert haben und uns gedacht haben „wir wollen so wie sie sein“. Zwar wäre es wohl einfacher sich eine Band als Ideal zu nehmen, aber wir haben schon immer versucht, unseren eigenen Stil zu finden. Mittlerweile ist uns das auch ganz gut gelungen.

Face2Face: Hört man sich beispielsweise den Track „Omega“ an, kann man sagen, dass eure Musik doch sehr sphärisch ist. Wie finden Musik und Lyrics bei euch zueinander?

Niklas: Wir versuchen, viele Dinge thematisch umzusetzen. Der Song Omega mit seinen Chören soll eine gewisse Endzeit und Weltuntergangsstimmung rüberbringen. Bei dem Lied Redeption dachte ich persönlich an den arabischen Frühling, aber das kommt bei jedem vielleicht anders rüber.

Bei den Lied Mirror 7 haben wir uns mathematisch mit der Zahl sieben auseinandergesetzt. Das Lied ist in sieben Teile aufgeteilt, besteht aus 7 Takten und das ganze Stück ist im 7/8 Takt geschrieben. Außerdem lässt sich das Stück inhaltlich in der Mitte spiegeln, zum Beispiel sind Anfang und Ende gleich. Das sind ein paar Spielereien, die uns wirklich Spaß gemacht haben.

Simon: Der Fokus liegt bei uns auf jeden Fall auf der Musik und nicht auf den Texten. Wir machen die Musik, um der Musik willen und nichts anderes. Wir wollen kein autobiographisches Material in unsere Texte mit einbringen. Vielmehr interessieren uns gesellschaftsrelevante aber auch abstrakte Themen, unter denen sich jeder etwas Eigenes vorstellen kann.

Face2Face: Schaut man sich eure Besetzung an, so seid ihr mit drei Mitgliedern und mit Gitarre, Schlagzeug und Keyboard doch spärlich besetzt. Viele Musikergeister scheiden sich in dieser Hinsicht, aber vermisst ihr manchmal einen Bassisten unter euren Reihen?

Im Rampenlicht: Traversay bei ihrer EP-Release im Peer23 in Mannheim (Foto: ChrisArtography)

Im Rampenlicht: Traversay bei ihrer EP-Release im Peer23 in Mannheim (Foto: ChrisArtography)

Niklas: Wir hatten schon zwei Anläufe, in denen wir einen Bassisten für uns gewinnen wollten, bisher hat es aber menschlich einfach nicht gepasst. Wir wollen jemanden finden, der sich perfekt in unser Team einspielt, und lassen uns dafür auch Zeit. Nachdem wir so lange Zeit ohne Bass unterwegs waren, ist es zudem schwer, sich aus diesem eingespielten Team herauszubewegen.

Face2Face: Was sind eure Pläne für die Zukunft? Gebt uns doch einen kurzen Ausblick!

Niklas: Im Herbst haben wir vor, eine neue Single und ein dazugehöriges Video rausbringen. Wir wollen uns neu erfinden, vielleicht mit einem komplett neuen Auftreten, sowohl medial als auch unser Bühnenauftritt. Wir gehen sogar so weit, dass wir unseren Bandnamen infrage stellen.

Simon: Kurz und knapp kann man sagen: Wir sind im Begriff, alles zu hinterfragen: Unsere Besetzung, unseren Auftritt und unseren Namen. Wir wollen unser Songwriting als Grundlage für diesen Prozess nehmen und von dem ausgehend Veränderungen durchführen. Erstmal sind jetzt keine neuen Konzerte geplant. Wir wollen uns auf eine Sache konzentrieren, das heißt, im Moment liegt der Fokus auf dem Songwriting. Erst danach können weitere Schritte eingeleitet werden.

Wem dieser Artikel nun Lust auf mehr gemacht hat, kann sich auf Bandcamp einige Lieder von Traversay aufhören. Hier geht es außerdem zur Facebook-Seite der Band.

Aber dem nicht genug. Ihr habt bis zum 03.05. die einmalige Möglichkeit, eines von 2 Traversay-Paketen zu gewinnen. Dieses enthält nicht nur die EP der Band, sondern auch ein Poster mit Unterschriften aller Bandmitglieder. Schreibt dazu eine Email mit eurem Namen und warum ihr das Paket gerne gewinnen würdet an nadine.schwalb(at)face2face-magazin.de.

Poetry. Theater.Songs. Mach es ! Tu es! – Der „Tu Es Day“ im Café Nelson in Mannheim. Teil 1: Improvisations-Theater

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Bietet jeden Dienstag ein abwechslungsreiches Programm: Die kleine Bühne des Café Nelson. (Foto:Betz)

Lesestunden, Lieder-Slams, Improvisations-Theater und viele weitere Specials rund um Kunst und Kultur – das ist der „Tu Es Day“ im Café Nelson. Die selbstbetitelte „Kleinkunstinitiative aus Mannheim“ bietet jeden Dienstag allen Theater-, Poetry- und Musikbegeisterten eine vielfältige Abwechslung an Aktionen und interessanten Künstlern, die auf der Bühne im Jungbusch ihr Talent unter Beweis stellen. Doch wie läuft so ein „Tu Es Day“ mit Theater, Musik und Comedy denn eigentlich genau ab? Face2Face-Mitarbeiterin Vanessa Betz war neugierig und hat der Bar in der Jungbuschstraße 20 einmal einen Besuch abgestattet.

Was einen auf der kleinen Bühne im Nelson Café erwartet, hängt von der jeweiligen Kalenderwoche ab. Ein kurzer Blick auf die eigens für den „Tu Es Day“ eingerichtete Facebook-Seite  verrät: Am ersten Dienstag diesen Jahres dürfen sich die Theater-Freunde auf einen Abend voller Improvisations-Einsatz mit der Improtheatergruppe „Haltlos“ aus Heidelberg freuen. Die Gruppe setzt sich aus zehn jungen Männern und Frauen zusammen, die sich der besonderen Kunst des spontanen Theaters verschrieben haben. Das Programm startet um 20 Uhr, am besten ist man aber ein bisschen früher da. Dann hat man noch genügend Zeit, die 5€ Eintritt an der Kasse zu zahlen, sich etwas zu trinken zu bestellen und sich ein gemütliches Plätzchen auszusuchen, von dem aus man die kleine Bühne gut im Blick hat.

Improtheater Haltlos

Spontan, kreativ, witzig: Die Improtheatergruppe „Haltlos“ aus Heidelberg. (Foto: Haltlos)

Wer nun aber glaubt, sich für den Rest des Abends entspannt zurücklehnen zu können um die Show zu genießen, der hat sich gewaltig geirrt: hier ist Mitmachen angesagt! Zur Einstimmung in den Abend wird sich zuerst einmal vorgestellt, in dem jeder der circa 50 Gäste seinen Namen laut herausruft, wenn sein Buchstabe des Alphabets genannt wird. Nachdem auch die etwas heiklere „Kennenlernrunde“ überstanden ist, in der man seinen Gegenüber lauthals als eine Urlaubsaktivität, und noch schlimmer, Krankheit bezeichnen muss, sind alle so weit locker, dass auch das kollektive Aufstehen und Massieren des Nachbars kein Problem mehr darstellt.

Nachdem nun alle geistig und körperlich gelockert sind, kann es auch schon losgehen: Die Theatergruppe gibt die Rahmenbedingungen vor, den Rest entscheidet das Publikum. „Haltlos“ holt sich immer für die jeweils nächste Spielrunde die passenden Vorgaben von den Zuschauern, wie beispielsweise nicht geografische Ortsangaben, erfundene Film- und Märchentitel oder Eigenschaften und Charakterisierungen von Personen. Zu den zum Teil schon sehr skurilen Vorgaben wie „Pandora“, „Der Strumpf geht gen Westen“ oder „sexuell desorientierter Psychopat“ denken sich die Schauspieler dann spontan etwas aus und fangen einfach mit einer Geschichte an, die sich völlig unterschiedlich entwickeln kann.

Was sich auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend und womöglich auch abstrakt anhört, hat in der Realität unglaublich viel Spaß gemacht. Es war interessant zu beobachten, wie auch mit den verrücktesten Vorgaben richtige kleine Geschichten entstanden sind, die am Ende sogar einen Sinn ergeben haben. Ob es nun um die gespaltene Persönlichkeit von Tinas Date ging, der sich abwechselnd in einen Chemie-Nerd, Psychopath und Klammeraffen verwandelt hat oder um die technoliebende Oma, die eine Affäre mit dem Hausmeister beginnt, um den Enkel vor einer Strafe wegen Ruhestörung zu bewahren: der Weg zur Story war in jedem Fall sehr witzig und hat das Publikum mehr als nur einmal zum herzlichen lachen bewegt.

Alles in allem ist der Tu Es Day im Nelson auch für in diesem Bereich noch unerfahrene Leute auf jeden Fall einmal einen Besuch wert, um sich selbst von dem einmaligen Erlebnis von so hautnah erlebter Kunst begeistern zu lassen. Nächsten Dienstag wird es im Café Nelson wieder den beliebten „Lieder-Slam“ geben, in dem sich unterschiedliche Slammer mit selbstgeschriebenen Songs „niedersingen“. Face2Face-Mitarbeiterin Vanessa  Betz wird wieder vor Ort sein, um dann nächsten Monat an dieser Stelle über den 2. Teil des „Tu Es Day“ berichten zu können.

Vorschau: Nächste Woche erscheinen hier Filmempfehlungen der FKK-Rubrik für die (mehr oder weniger) kalten Wintertage.

Electro aus Mannheim – Klangagenten

Klangagenten– der Name ist Programm. Es handelt sich hierbei um das DJ- und Produzentenduo Moritz Schattmann und Tim Braun aus Mannheim. Die beiden sind musikalisch im Tech House beheimatet (Anm. d. Red.:Tech House ist, wie der Name schon sagt, eine Mischung aus den elektronischen Musikstilen Techno und House, oft mit melodischen Einflüssen. Die Musik ist etwas schneller als beim traditionellen House, jedoch langsamer als beim Techno). Vertreten werden sie aktuell von der Event-Media-Art Agentur Pier33, die direkt im Herzen des Mannheimer Jungbuschs sitzt. Die Klangagenten verstehen einiges von ihrem Fach und kombinieren tanzbare Beats mit Melodien, sodass eine interessante Mischung entsteht. Ihre Musik eignet sich sowohl zum Feiern im Club als auch zum gemütlichen Loungen zu Hause.

Moritz und Tim haben sich vor etwa fünf Jahren kennengelernt und angefreundet– natürlich in der Disco. Da sie nicht nur denselben Job, sondern auch dieselben musikalischen Vorlieben hatten, fingen die beiden an, gemeinsam auf Festivals zu gehen. Doch irgendwann langweilten sich Moritz und Tim und beschlossen, einfach die Seiten zu wechseln. Von nun an wollten auch sie die Leute zum Tanzen bringen. Gesagt getan. Das Geld wurde gespart, um davon Equipment zu kaufen und erste Tracks aufzunehmen. Nach einiger Übungszeit war es dann 2008 im Schlosskeller in Weinheim Zeit für den ersten Gig vor Publikum. Damals traten beide noch als Solokünstler unter den Namen Moe van Berg und Monoton auf.

klangagentenbild

Moritz und Tim aus Mannheim sind: Klangagenten.

Der Gig lief gut und die Klangagenten waren bereit, ihre ersten Aufträge aufzunehmen, um die Electrowelt zu retten. So spielten sie unter anderem im MS Connection in Mannheim, im U60311 in Frankfurt und in der Villa Nachttanz in Heidelberg. Das Jahr 2013 fing gut an für die Klangagenten, denn sie hatten nicht nur zwei Tracks im Gepäck, sondern auch ein Label, das bereit war, ihre Musik zu veröffentlichen. Einzig der gemeinsame Name fehlte und so wurden die Klangagenten gegründet.

Aktuell arbeiten die beiden gerade an ihrem nächsten Coup: die Release von „Sun“ steht kurz bevor und ein eigenes Label wollen die beiden Mittzwanziger auch gründen.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier einen ausführlichen Bericht über das Southside Festival.

Links: Klangagenten auf Soundcloud 

Pier33

3 Tage + 4 Bühnen + 50 Künstler = Maifeld Derby

Am vergangenen Wochenende hieß es in großen Teilen Deutschlands “Land unter!“ und auch unser sonst so sonnenverwöhnter Südwesten blieb nicht verschont. Doch das schreckte die Festivalbesucher des nun schon dritten Maifeld Derbys auf dem Mannheimer Maimarktgelände nicht ab. Im Gegenteil – die Gummistiefel und Regencapes wurden ausgepackt und dem Sommer, der sich eher anfühlte wie November, wurde gehörig getrotzt. Wo sonst zukünftige Eigenheimbesitzer in der Fertighaussiedlung schlendern und die Mannheimer Oberschicht Hutgrößen beim Pferderennen vergleicht, wurden für drei Tage wieder die Zelte aufgeschlagen, um auf dem kleinen aber feinen Festival zu feiern und zu tanzen. Dass das Festival mittlerweile jedoch seine Wellen auch außerhalb Mannheims gezogen hat, war deutlich an der ansteigenden Besucherzahl zu merken – somit leider auch an diversen Schlangen an Klo, Essenstand oder an der seit diesem Jahr neuen „Derbydollar“ Ausgabe.

Großer Matsch: Der Regen war unser ständiger Begleiter (Foto: face2face)

Großer Matsch: Der Regen war unser ständiger Begleiter (Foto: face2face)

Der ein oder andere Festivalbesucher war am Freitag vorerst verärgert, denn langes Schlangestehen im strömenden Regen erwartete ihn am Einlass. Umso mehr verzauberte der erste Headliner Daughter aus England die Menge im regenfreien Palastzelt und machte die leicht genervte Stimmung wieder wett. Die Frontsängerin Elena Tonra faszinierte mit ihrer zerbrechlichen, einzigartigen Stimme und ihrer zurückhaltend-charmanten Art. Doch nicht nur fürs Publikum, sondern auch für die Veranstalter war Daughter ein ganz besonderer Fang, denn sie hatten sich die aktuell sehr beliebte Band schon seit dem ersten Maifeld Derby als Act gewünscht. Damit bewiesen die Veranstalter wieder mal ihr musikalisches Gespür, denn mit ihrem melancholischen, geheimnisvollen Folk-Rock trafen Daughter mitten ins Herz und waren ein Highlight des dritten Maifeld Derbys.

Ein weiteres Highlight am Freitag waren CocoRosie. Die schon 2003 gegründete Band zweier Schwestern lieferte nicht nur eine beeindruckende Show für die Ohren sondern auch für die Augen ab. Ihre Musik ist kaum in Worte zu fassen, so vielfältig ist sie. CocoRosie kombinieren klassischen Operngesang und kindlichen Fantasiegesang mit elektronischen Klängen und Hip Hop Beats. Zudem spielen die Schwestern noch Instrumente wie Flöte und Harfe. Für die Hip Hop Beats sorgte auf beeindruckende Weise der Livebeatboxer TEX, eine Hip Hop Tänzerin im Tütü untermalte zwischendurch die Show mit Tanzeinlagen. Die Energie der Band übertrug sich schnell auf das Publikum, das sichtlich angetan war.

Auch am weniger verregneten Samstag versammelte sich eine beachtliche Menge im Palastzelt für den Headliner Efterklang. Die Dänen sind ebenfalls Künstler der interessanten musikalischen Mischung, so fanden sich in ihrem Repertoire poppige, rockige und elektronische Einflüsse, natürlich alles mit Liveband. Da der Skandinavier an für sich sehr stilbewusst ist, war es nicht sehr wunderlich, dass Efterklang auch optisch einiges hermachte – mit Fliege und perfekt sitzendem Sakko präsentierte sich die Band dem Mannheimer Publikum. Obwohl alles zu stimmen schien, sprang die Stimmung nicht vollständig auf die Zuhörer über.

Die Jungs aus Landau: Sizarr (Foto: wobbe)

Die Jungs aus Landau: Sizarr (Foto: wobbe)

Bei der Band Sizarr sprang die Stimmung allerdings schon eher auf das Publikum. Die Landauer Jungs, die zurzeit in Mannheim wohnen, hatten auf dem Maifeld Derby ein Heimspiel und überzeugten die Menschen im Palastzelt durch die Lieder ihres Debutalbums Psycho Boy Happy. Man merkte den Künstlern durch ihre Interaktionen mit dem Publikum an, dass auch sie Spaß an dem Konzert hatten.

Aber auch für Literaturfans gab es verschiedene Angebote: So las zum Beispiel MC Rene aus seinem Buch vor. Der Hip Hop-Star aus den 90ern hatte vor drei Jahren sein gesamtes Hab und Gut verkauft und reist seitdem mit einer Bahncard 100 durch Deutschland. Seine Erfahrung aus diesen Reisen und seiner Arbeit in einem Callcenter beschreibt er in dem Buch Alles auf eine Karte.  MC Rene, der mit bürgerlichem Namen René El Khazraje heißt, ließ es sich natürlich auch nicht nehmen kurz für seine Zuhörer zu rappen, was auf große Zustimmung traf.

Gegen Mitternacht wurde es Zeit für Thees Uhlmann, der schon ein alter Hase im Musikbusiness ist. Hausgemachter, deutschsprachiger Indierock mit intelligenten Texten geht eben immer beim Maifeld Derby und so war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Thees Uhlmann, entspannt und ohne Allüren, gab Geschichten aus seinem Alltag zwischen Tour und Spielplatz vom Besten und wirkte so ein bisschen wie der Papa des deutschen Indierocks. Als dann spontan plötzlich Casper für ihr gemeinsames Lied auf der Bühne erschien, war die Menge kaum zu halten. Weil es so schön war blieb Casper noch, er hat ja schließlich auch ein Lied, bei dem Thees Uhlmann mitsingt. Und Bier trinken mit Kumpel Thees geht auch auf der Bühne bestens. Spätestens jetzt war jeder am Tanzen.

Pünktlich zum Sonntag ließ sich auch die Sonne blicken und trocknete die letzten Pfützen aus. Im Palastzelt trat eine zierliche Blondine in Bomberjacke mit der Aufschrift „twisted sister“ auf die Bühne – die von vielen an diesem Wochenende lang erwartete Leslie Clio. Was auf Platte nach Energiebündel klingt, konnte live nicht wirklich überzeugen. Etwas verloren hielt sich die Wahlberlinerin am Mikrofonständer fest und agierte eher verhalten und kaum hörbar mit dem Publikum. Selbst Hits wie „Told you so“ wurden nur mit müdem Applaus belohnt.

Doch nicht nur die Headliner überzeugten. Im Palastzelt sorgen die Österreicher Jungs von Steaming Satellites für Stimmung mit engergiegeladenem Synthie Alternative Rock. Am Sonntag gab es noch eine weitere Überraschung aus Dänemark – When Saints Go Machine. Live funktioniert diese Band sehr gut und bewegt sich zwischen Pop, Rock, Electro und Hip Hop Beats. Auch auf den kleineren Bühnen wie Open Air und dem wunderbaren Parcours d’amour gab es einige Schmuckstücke zu finden wie die exotischen Sea&Air, dem polarisierenden Schlagerboy Dagobert, die träumerischen Immanu El und die rockigen We Were Promised Jetpacks, um nur einige zu nennen.

Den Abschluss am Sonntagabend bildete Sophie Hunger. Die 1983 in Bern geborene Schweizerin spielte mit einer herausragenden Band englische, französische sowie deutsche Lieder. Die Musik war ein Mix aus Klavier, Cello, Schlagzeug, Trompete und E-Gitarre. Die Freude, die die junge Frau beim Musizieren ausstrahlte, sprang schnell auf das Publikum über und alles tanzte und sang mit so gut es ging. Aber auch bei den ruhigen Liedern lauschten die Zuhörer andächtig. Alles in allem war jeder von dieser Frau begeistert. Auch dem männlichen Teil der anwesenden Musikredaktion fiel es schwer, dass Palastzelt ohne Sophie Hunger zu verlassen.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Maifeld Derby ein wunderbares Festival für musikbegeisterte Menschen ist, die sich auch gerne auf eher unbekannte Bands einlassen. Viele der anwesenden Bands waren nicht dem Mainstream angehörend. Dies lässt zeitgleich aber auch einen Spielraum zu, bei dem man sehr viel entdecken kann. Bands, wie zum Beispiel Steaming Satellites und Sophie Hunger, gelten zu den absoluten neuen Lieblingen der Musikredaktion von Face2Face. Nächstes Jahr also gerne wieder!

 Vorschau: Nächsten Samstag gibt esfür euch einen Artikel über das legendäre Rock am Ring.

Elektronik-Soul aus Australien

Viele Musiker sind sehr kreativ und innovativ schaffende Menschen. Doch bei den Meisten fehlt einfach der letzte Sprung zur Bekanntheit  und dem endgültigen kommerziellen wie medialen Durchbruch. Wenn die eigenen Werke es nicht schaffen sich bei einem größeren Publikum zu etablieren – seien sie auch noch so gut – dann wird häufig auf das „Cover“ (zu Deutsch: das Nachspielen eines Songs von einem anderen Künstler) zurückgegriffen. Ein gutes Beispiel für diesen kleinen Trick war 2008 der belgische Musiker Milow. Nachdem seine bisherigen Lieder zwar in den Charts landeten, er aber noch mehr wollte, versuchte er sich an einer Adaption des Liedes „Ayo Technology“ von 50 Cent und Justin Timberlake. Die Platzierungen in den internationalen Charts verhalfen ihm zum Durchbruch und er hatte es geschafft.

Heute möchte nun die Face2Face-Redaktion einen Musiker vorstellen, dessen Bekanntheitsgrad sich zurzeit langsam aber beständig ausbaut. Die Rede ist von Chet Faker.

Chet Faker bei den Rolling Stone Awards, 2013

Die Soul-Stimme auf Elektronik-Beats: Chet Faker bei den Rolling Stone Awards, 2013

Chet Faker, der mit bürgerlichen Namen James Nicholas Murphy heißt, hat vor einiger Zeit ebenfalls ein Cover eingespielt. Den Song „No Diggity“ der eigentlich von der Hip-Hop-Legende Dr. Dre in Zusammenarbeit mit Blackstreet entstand, wurde von Faker in eine Mischung aus langsamen Elektronikklängen mit einem Hauch von Soul umgewandelt. Eine Art und Weise, die es kaum ermöglicht, dass Original herauszuhören und einen kompletten neuen Song geschaffen hat. In der großen Youtube-Gemeinde und auch auf Facebook feiert dieses Cover bereits eine hohe Begeisterung und bekommt viel Aufmerksamkeit. Newcomer Passenger (Interpret des Songs „Let her go!“) und Ed Sheeran (Interpret der Songs „Lego house“ und „Small bump“) fertigen sogar schon bei einem Liveauftritt für einen amerikanischen Radiosender ein Cover an, dass ein Mix aus „Thrift Shop“  (zu Deutsch: Gebrauchtwarenladen) von Macklemore und dem Cover von Faker ist.

Sein elektronischer Soul brachte, dem 1989 in Melbourne in Australien geborenen Musiker, bereits einige Preise ein. Nachdem er 2012 bei  dem Musiklabel Downtown Records einen Vertrag unterschrieben hatte machte er viel Musik in Kooperation mit Flume, einem erfolgreichen DJ aus Australien. Die beiden Künstler produzierten den Hit „Left alone“ (zu Deutsch: zurückgelassen), der in die australischen Single Charts im März 2013 auf Platz eins kam.

Sein Debutalbum, das er im Jahr der Vertragsunterzeichnung veröffentlichte, wurde auch schon mit den Auszeichnungen, wie dem „Breakthrough Artist of the Year“ und dem „Independent Records-Award“ honoriert. Sein bisherig größter Erfolg dürfte allerdings der Gewinn des „Best Independent Release-Award“ des Rollings-Stones-Magazin sein. Mit diesem Sieg hat er nun den Grundstock für seinen weiteren musikalischen Weg gelegt. Die Kombination der Genre Future Beat und Modern Soul treffen genau den Zeitgeist. Obwohl die elektrische Musik im Allgemeinen zurzeit ein Trendobjekt ist,, schafft es Faker sich aus der Masse abzuheben und eine eigene Musikrichtung zu etablieren.

Noch ein Tipp an alle, die sich diesen jungen Künstler gerne live ansehen wollen:  Am Dienstag, den 28. Mai spielt er im Karlstorbahnhof in Heidelberg.

Vorschau: Und nächsten Samstag gibt es hier für euch ein Review zu einem Lana Del Ray-Konzert