SoulMe – eine Dating-App auf der Suche nach dem Seelenverwandten

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man seine wahre Liebe im echten Leben trifft und dass sich zum Beispiel aus einer Freundschaft mehr entwickeln kann, weil schon mal eine gemeinsame Basis vorhanden ist, auf der man aufbauen kann. Dating-Apps sind deshalb nichts für mich. Eigentlich. Das Konzept der Dating-App SoulMe – den Seelenverwandten statt einen schnellen Flirt finden – hat mich dann aber doch ein wenig neugierig gemacht.

Von Freundschaft zum Start-up

Die Freunde Florian, Johannes und Luca, die sich ursprünglich mal in einem Fitnessstudio kennengelernt haben, haben die App ins Leben gerufen. Inzwischen gehören noch zwei weitere Jungs zum Team von SoulMe. Die Idee, eine Dating-App zu entwickeln, entstand schlicht und ergreifend aus Eigenbedarf: „Wir hatten uns im Sommer 2016 getroffen, um „krampfhaft“ irgendeine – damals noch andere – Idee zu entwickeln, allerdings hatten wir es immer wieder über die oberflächliche Online-Dating-Schiene. Florian kam gerade aus einer langjährigen Beziehung und fand es im ersten Moment schwierig und ungewohnt, wieder Anschluss zu finden. Selbst mit seinen besten Kumpels konnte er nicht so richtig darüber reden, weil keiner wirklich verstanden hat, wie er sich dabei fühlt. So langsam kam also die Idee, ein Konzept zu entwickeln, das einem ermöglichen kann, Leute mit gleichen Interessensgruppen und/oder Charaktereigenschaften zu finden.“ Die Jungs haben dann noch verschiedene Dating-Apps getestet und festgestellt, dass sich ihrer Meinung nach das Meiste nur auf der Oberfläche abspielt. Deshalb wollten sie einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten. „Ab einem gewissen Zeitpunkt ist man auch in einem Alter, in dem eine tiefe, innige Beziehung das Ziel ist; das ist auf oberflächlichen Kontaktbörsen zwar auch machbar, jedoch sehr schwierig zu finden. Genau deshalb haben wir also auch SoulMe entwickelt, um eine tolle Alternative zu bieten“, sagen die Entwickler. Obwohl sie bei ihrem Start-up mit Patrick nur einen Programmierer im Team haben und die Wort- und Bildmarke erst kreieren mussten, hat es dennoch von der Idee bis zum Release der momentanen Version nur etwa sechs Monate gedauert. Florian, Johannes und Luca sehen ihre Dating-App allerdings vielmehr als generelle Kennenlern- und Freundes-App: „Wir wollen wirklich ALLEN Menschen ermöglichen, online Leute kennenzulernen, egal, ob Schüler, Student, Erwachsener mit Kind, verheiratete Person oder Senior.“

Was eine Dating-App so alles wissen will

Also gut, es kann nie schaden, neue Leute kennenzulernen und man weiß ja nie, ob sich nicht vielleicht doch mehr daraus ergibt. Gesagt, getan! Nach dem kostenlosen Download melde ich mich mit Benutzernamen, E-Mail und Passwort bei SoulMe an.

Originell: Jedes Mal ein neues Zitat beim Start von SoulMe (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Zuvor wurde ich auf dem Startbildschirm mit originellen Zitaten wie „Wer in der Zukunft blättern will, muss in der Vergangenheit lesen“ und „Ich komme eigentlich nie zu spät, die anderen haben es bloß immer so eilig“ begrüßt – eine lustige Idee, die das ganze Thema „Partnersuche“ gleich ein wenig auflockert! Mein Geburtsdatum, mein Geschlecht und meinen Wohnort will die App ebenfalls von mir wissen. Aus einer Liste kann ich meinen Berufsstand und meinen Beziehungsstatus auswählen, muss ich aber nicht. Ich habe kein Problem damit, „Studentin“ und „Single“ anzugeben. Ein Profilbild stelle ich jedoch erst mal nicht ein, da ich zuerst sehen möchte, wer so auf SoulMe unterwegs ist, bevor ich mich auch optisch zu erkennen gebe.

Mit Charaktereigenschaften einen Schritt näher zum Ziel

Nach den erforderlichen Angaben komme ich endlich zu den spannenden und vermutlich einzigartigen Optionen der App, nämlich zur sogenannten „Soulerstellung“. Dazu fordert mich SoulMe auf, aus Listen acht positive, vier ambivalente und vier negative Eigenschaften auszuwählen, die mich einzigartig machen.

Noch recht leicht: Die Auswahl der positiven Charaktereigenschaften (Foto: SoulMe/S. Holitzner)

Es fällt mir recht leicht, bei 31 positiven Eigenschaften, die zur Wahl stehen, acht, die zu mir passen, herauszupicken. Da kann ich mir dann so etwas wie „kreativ“, „romantisch“, „familiär“, „zuverlässig“, „gewissenhaft“ und „kommunikativ“ aussuchen. Zur Angabe von vier ambivalenten Eigenschaften aus insgesamt 22 möglichen kann ich mich auch noch entschließen. Dazu gehören dann Dinge wie „emotional“ und „sensibel“. Es fällt mir jedoch echt schwer, vier negative Eigenschaften von mir aus den 28 Vorgaben zu selektieren. Vieles davon sehe ich tatsächlich wirklich nicht bei mir. Ich hätte keine Schwierigkeit damit, so etwas wie „unpünktlich“ (ja, das bin ich leider wirklich manchmal, auch wenn daran zumindest bei 50% der öffentliche Nahverkehr schuld ist) anzugeben. Das fehlt jedoch komplett in der Auflistung. Stattdessen ringe ich mich notgedrungen dazu durch, „stur“ und „launisch“ in die engere Auswahl zu nehmen. Die Gründer von SoulMe haben mir im Vorfeld verraten, wieso man überhaupt Negatives von sich preisgeben muss: „Da wir einen Umbruch im digitalen Kennenlernen starten, sollen die User auf jeden Fall Charakter zeigen. Damit wollen wir uns von der Oberflächlichkeit verabschieden. Da wir nicht wollen, dass sich jeder nur von seiner besten Seite präsentiert – denn: nobody’s perfect –, haben wir uns das überlegt.“ Ich mache weiter: Nach den Charaktereigenschaften habe ich die Möglichkeit, mir drei Interessen aus 17 verfügbaren herauszusuchen, die zu mir passen. Ganz klar: „Musik“, „Fotografieren“ und „Reisen“. Das war jetzt nicht so schwer. Für die Charaktereigenschaften und Interessen haben die Gründer der App im Internet verschiedene Listen durchgesehen und aus über 1.600 möglichen eine Auswahl getroffen, mit der sich jeder grob beschreiben kann.

Per Knopfdruck zum passenden Soul

Für mein Profil muss ich mich dann nochmal für zwei positive Eigenschaften sowie eine ambivalente und eine negative Eigenschaft entscheiden, die dort auftauchen sollen. Auch, dass ich nur Männer angezeigt bekommen möchte, kann ich dort einstellen. Über einen Schieberegler kann ich jetzt bestimmen, zu wie viel Prozent meine Souls mit mir, also meinen gemachten Angaben zu Charakter und Hobbys, übereinstimmen sollen. Souls sind alle Nutzer, die sich bei der App angemeldet haben und zu einem potentiellen Freund werden können. „Unser Konzept war von Anfang an darauf ausgelegt, dass man mit der App Gleichgesinnte, Gleichdenkende und Gleichfühlende finden kann, echte Seelenverwandte, also SoulMates. Da wir allerdings unser eigenes „Wort“ kreieren und den Namen auch etwas abkürzen wollten, haben wir uns für „SoulMe“ entschieden. In der App erstellt jeder Nutzer später seinen individuellen Soul, weswegen wir auch hier das „SoulMe“ mit „text me“ oder „message me“ assoziieren wollen“, sagen die Gründer über die Auswahl des Namens für die App. Von der Grundidee bin ich begeistert. Mal gucken, wer mir jetzt so angezeigt wird, wenn ich auswähle, dass meine Souls zu 50% mit mir übereinstimmen sollen. Klar, es hat auch was, völlig unterschiedliche Eigenschaften und Interessen zu haben, aber für eine erste Kontaktaufnahme schadet es sicher nicht, wenn man doch bei manchen Sachen auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Der Algorithmus des automatisierten Matchings sucht mir nun alle Souls heraus, die mindestens die Hälfte aller eingegebenen Eigenschaften mit mir gemeinsam haben.

Finde deinen Prinzen (oder auch nicht)

Unter dem Menüpunkt „Generals“ kann ich danach festlegen, aus welchem Umkreis meine potentiellen Souls kommen sollen. Ich könnte das auch auf ganz Deutschland ausweiten, entschließe mich aber dazu, die Suche erst mal auf 50 Kilometer Umkreis zu beschränken. Nun werden mir nach und nach rund 40 Männer, manche mit Profilbild, manche ohne, präsentiert. Bei jedem sehe ich neben Alter und Wohnort auch die Entfernung zu meinem Wohnort, die drei Interessen und die insgesamt vier für das Profil ausgewählten Charaktereigenschaften. Mindestens 15 der Männer meiner Suchergebnisse sind über 40 und mindestens 15 weitere unter 20 Jahre alt. Blöd, dass ich so gar nicht nach Alter filtern kann.

Geplant für 2018: Anhand von vier Emojis sollen sich Nutzer gegenseitig bemerkbar machen können (Foto: SoulMe)

Das soll sich zum Glück im Frühjahr 2018 mit dem geplanten Update von SoulMe mit komplettem Redesign und neuen Features ändern. Dann sind zum Beispiel noch viele neue Eigenschaften und Interessen geplant, die das SoulMe-Team durch das für sie wichtige Feedback von Nutzern aufgegriffen hat. Auch wenn die Idee hinter SoulMe ist, Menschen mit ähnlichen Interessen und Charaktereigenschaften anzuschreiben, wandert der erste Blick trotzdem auf das Foto der einzelnen Nutzer. Das mag jetzt vielleicht oberflächlich klingen, aber ich möchte niemanden kontaktieren, der allein schon vom Foto her aussieht, als er sei einem Gruselkabinett entsprungen oder in einen Jungbrunnen gefallen. Auch alle ohne Profilbild fallen daher für mich raus. Von den wenigen verbleibenden Suchergebnissen schreibe ich einen 24-Jährigen und einen 26-Jährigen an, die beide wirklich sympathisch aussehen. Beide haben bei ihren Interessen ebenfalls „Reisen“ und „Fotografieren“ vermerkt. Das ist jetzt drei Wochen her. Noch heute warte ich auf ihre Antwort. Es ist, finde ich, ein Ding der Höflichkeit, wenigstens mal zu antworten, dass man kein Interesse hat oder vorher erst wissen möchte, wer sich optisch hinter einem Profil verbirgt. Aber selbst das war den werten Herren scheinbar zu viel. Auch sonst hat mich niemand von sich aus über die App kontaktiert.

Man muss es wirklich wollen

Das Konzept hinter SoulMe ist meiner Meinung nach wirklich durchdacht und gut gemacht. Doch das bringt mir leider alles nichts, wenn es an geeigneten Souls mangelt. Vielleicht probiere ich nochmal, die Suche deutschlandweit und ohne große Profilübereinstimmung auszuweiten. Vielleicht bin ich auch zu anspruchsvoll oder habe am falschen Ort gesucht. Ich habe jedoch wieder einmal festgestellt, dass ich Menschen einfach lieber im echten Leben kennenlerne und anspreche, als mich auf einen digitalen Kuppler zu verlassen. Der Versuch, eine App wie SoulMe auszuprobieren, schadet sicher nicht. Allerdings muss jeder selbst entscheiden, ob das der geeignete Weg ist, um nette Bekanntschaften zu machen oder den Partner fürs Leben zu finden.

Die Würfel rollen – mein erstes Rollenspiel

Mehr braucht es nicht: Stift und Papier ( Foto: EsaRiutta / pixabay.de)

Mehr braucht es nicht zum Rollenspiel: Stift und Papier ( Foto: EsaRiutta / pixabay.de)

Die Würfel explodieren. Aus sechs Augen werden 12, dann 18, 23. Ein anerkennendes Raunen geht durch den Raum. Der Golem fällt um wie ein Becher auf dem Kinderessplatz. Laut, aber wirkungsvoll. Noch ein zwei Würfe und das Spiel ist vorbei. Natürlich gab es keinen echten Golem, keine echten Dämonen oder Monsterspinnen. Nach drei abendfüllenden Treffen habe ich nun mein erstes Rollenspiel hinter mich gebracht. Es schäme sich, wer nun an etwas Schmutziges denkt. Ich meine ein einfaches „Pen & Paper“ Rollenspiel, zu dem ich mich habe verleiten lassen. Und ich fand es grandios.

Der Weg dorthin

Nun gibt es bestimmt Augenrollen und Schulterzucken. Gerne werden Rollenspiele mit Stift und Papier als Kram für sogenannte ‚Nerds‘ oder ‚Geeks‘ abgetan. Manche behaupten auch, die Spielart sei auf dem Rückzug, längst überholt. Immerhin gibt es virtuelle Möglichkeiten in andere Welten einzutauchen und Abenteuer zu erleben, ‚Quests‘ zu absolvieren und Erfahrungspunkte (EPs) zu sammeln. Und auf der anderen Seite gibt es die, die aufs Ganze gehen und Rollenspiele als ‚live Rollenspiele“ erleben wollen. In Gewandung und mit einer Biografie, die aus dem Geschichtsbuch stammen könnte. Ich aber bin um diese Bereiche immer wieder herumgestreunt, habe aber weder das eine noch das andere ausprobiert. Bis jetzt.

Mit Stift oder Gewandung

Wie Sitting Bull und Buffalo Bill: Wild West live Rollenspiele (Foto: skeeze / pixabay.de)

Wie Sitting Bull und Buffalo Bill: Wild West live Rollenspiel (Foto: skeeze / pixabay.de)

Es wäre zu einfach mal wieder dem Mann die Schuld zu geben, der ‚Pen & Paper“ während der Schulzeit gespielt hat. Und außerdem irgendwie sexistisch. Wahrscheinlich wäre dies aber eine Erfahrung gewesen, die ich zwar immer interessant gefunden hätte, aber nie vom Gedanken zur Tat gekommen wäre, gäbe es da nicht unsere Freunde. Diese Freunde meinen es ganz ernst. Am liebsten tauchen sie in ihre Rollen beim Wild West ‚live‘ Rollenspiel, mit Kind und Kegel, historischem Kinderwagen und selbstgenähten Kleidern, die hier nicht Kostüme heißen, sondern Gewandung. Historische Rollenspiele also. Aber sie kennen sich auch aus in der Welt der Star Trek Rollenspiele, bei Herr der Ringe, Star Wars, und und und. Und neben der Begeisterung für das vollständige Eintauchen in eine selbst gewählte Rolle mögen diese Freunde auch noch das klassische ‚Pen & Paper‘. Nach einem gemeinsamen Krimi Dinner hatten sie mich schließlich soweit. Wir kauften uns Würfelsets und der Spaß konnte beginnen.

Spielleiter …

Zu viert bestritten wir unser erstes Abenteuer, zusätzlich muss es immer einen Spielleiter geben, der kreativ auf die Entscheidungen der Spieler eingeht, die Regeln beherrscht, die Handlung sowieso. Außerdem gibt es solche Figuren, die nicht von den Spielern gesteuert werden, NSCs. Das können Dorfbewohner, Helfer, fantastische Wesen, aber auch die Gegner sein. Dass wir dabei in eine fantastische Welt gerieten lag dann wohl wirklich an mir, denn dieses Genre ist mein liebstes. Genauso gut wäre aber ein Horror-Plot, ein Science Fiction Abenteuer oder sonst eine Geschichte möglich gewesen.

… und Spieler

Werden gebraucht: viele, viele bunte Würfel (Foto: cocozi / pixabay.de)

Werden beim Rollenspiel gebraucht: viele, viele bunte Würfel (Foto: cocozi / pixabay.de)

Als Spieler gibt es erst einmal einen Charakterbogen, der erklärt, welche Eigenschaften die Figur hat, die im Spiel gesteuert wird. Entscheidungen und Aktionen hängen dann vom Würfelergebnis ab. Bei uns mussten wir mindestens eine Vier würfeln, um überhaupt Möglichkeiten auf Erfolg zu haben. Wer den höchstmöglichen Wurf schafft – beim klassischen Würfel mit maximal sechs Augen (ein W6) wäre das also eine Sechs – darf noch einmal würfeln. Es gibt aber noch mehr Würfel die beim ‚Pen & Paper‘ genutzt werden können. Vom W4 bis zum W100 ist eigentlich alles möglich. Ganz so wild wurde es bei uns dann nicht. Erstaunlich schnell war ich in der Materie, in meiner Rolle, in meinem Element. Spaß macht so ein Rollenspiel mit Stift und Papier – das nichts anderes als ein kreatives Gesellschaftsspiel ist – vor allem dann, wenn der Plot sich entwickelt. Wer direkt durch die Handlung marschiert, kommt zwar schneller ans Ziel, lernt aber auf ungeahnten Wegen auch weniger kennen. Wir jedenfalls haben uns direkt ins nächste Abenteuer mit unserer Gruppe gewagt. Mein Mann als narzisstischer Elf und ich als naturverbundene Animistin. Und die Würfel rollen.

Seit 70 Jahren die beste Freundin der Welt

Sie hat rote abstehende Zöpfe, Sommersprossen und lebt mit einem Äffchen und einem Pferd in ihrer Villa. Wer kennt sie nicht, die Geschichten von Pippi Langstrumpf?
Die Abenteuer des kleinen Mädchens, das zur Heldin so vieler Kinder auf der ganzen Welt werden sollte, erschienen vor siebzig Jahren zum ersten Mal.

Angefangen hat alles 1941 mit einer Gutenachtgeschichte für Astrid Lindgrens Tochter Karin. Sie lag damals mit einer Lungenentzündung im Bett und sagte plötzlich zu ihrer Mutter: „Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf!“ Damals wusste noch niemand, nicht einmal Lindgren selbst, wer diese „Pippi Långstrump“ war. Doch die Kinderbuchautorin begann einfach zu erzählen. Karin wollte mehr hören, genauso wie ihre Freunde. So wurde die Geschichte, von dem außergewöhnlichen Mädchen mit dem außergewöhnlichen Namen, immer länger.
Als Lindgren eines Tages mit einem verstauchten Fuß ans Bett gefesselt war, begann sie die Erlebnisse von Pippilotta Viktutalia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf aufzuschreiben. Das Manuskript sollte ein Geschenk zu Karins zehntem Geburtstag werden. Gleichzeitig schickte Lindgren es an einen Verlag, doch es wurde abgelehnt. Pippis freche Art stieß auf Ablehnung. Erst ein Jahr später, als sie noch einmal eine abgeänderte Version an den Verlag Rabén & Sjörgen schickte, hatte sie Erfolg. Und nicht nur das, sie gewann den ersten Preis in dem dort gerade ausgeschriebenen Kinderbuchwettbewerb.

Damit begann Pippis Erfolgsgeschichte. Als sie mit Koffern voll Gold im Nachbarhaus von Tommy und Annika einzieht, mischt sie deren Leben und das der kleinen Stadt ziemlich auf. Sie ist als Kind unabhängig und unfassbar stark. Die verrückten und wunderbaren Ideen gehen ihr niemals aus. Auf ihrer Veranda lebt ihr Pferd kleiner Onkel und ihr Totenkopfäffchen Herr Nilsson ist stets bei ihr.
Sicher hätten alle Kinder gerne Limonade aus dem hohlen Baum in ihrem Garten getrunken, mit ihr den Spunk gesucht, ohne Schnupftabak auf einsamen Inseln ausgeharrt und wären mit ihr auf die Pirateninsel gefahren, um ihren Vater den Südseekönig Efraim Langstrumpf, zu befreien.

Pippi verkörpert den Traum aller Kinder. Sie ist frei und selbstbestimmt, ohne alle Vorschriften Erwachsener. Sie kann alles, probiert alles aus und fürchtet sich vor nichts.
Eine tollere beste Freundin kann man sich als Kind nicht wünschen und das wird hoffentlich auch noch weitere siebzig Jahre so bleiben.

Einmal um die Wette reisen

On the road - die Landschaft auf Reisen genießen (Foto: Mätzke-Hodzic)

On the road – die Landschaft auf Reisen genießen (Foto: Mätzke-Hodzic)

Was einem für Menschen auf Reisen begegnen. Da sind Weltenbummler, die ihren Job an den Nagel gehängt haben und für mehrere Monate die Welt bereisen. Rastlose Seelen, die einen kleinen Hafenort Tausende Kilometer vom eigentlichen zu Hause zu ihrem neuen Wohnsitz auserkoren haben. Da ist ein junger Schriftsteller, der zufälligerweise auch noch Ernest heißt und in einer marokkanischen Stadt deren Fassaden fast vollständig in blau leuchten, in einem ruhigen Garten an seinem Roman schreibt und hier neue Inspiration findet. Oder zwei ältere Berber, die kurzerhand unseren von uns ernannten Guide  (ein italienischer Schweizer, der uns unverhofft vom Straßenrand aufsammelte, wo uns die sengende Hitze fast einen Sonnenstich beschert hätte) darum baten einen Brief auf Italienisch zu übersetzen. Der tat ihnen den Gefallen und verschwand in einem Laden, der vor Berberschmuck, alten Spiegeln, Truhen und Möbeln nur so überquoll. Wenige Mintuen später saßen wir auf kleinen Hockern vor diesem lebenden Antiquariat, tranken Tee und der Inhaber wollte zum Dank für das Übersetzen (was ja nicht mein Verdienst war) mir Schmuck anbieten. Am Ende baumelte an meinem Arm ein riesiger Reif verziert mit kleinen Steinchen und ich war um ein Erlebnis reicher.

Lieblingshostel - ein Hostel, das uns in sehr guter Erinnerung bleibt (Foto: Mätzke-Hodzcic)

Lieblingshostel – ein Hostel, das uns in sehr guter Erinnerung bleibt (Foto: Mätzke-Hodzic)

Ich trefe auf Reisen auch immer auf eine besondere Spezies – junge Mitzwanziger, die schon die halbe Welt bereist haben. Ich begutachte sie meistens mit einer anfänglichen Skepsis. Eigentlich bin ich aber auch ein klein bisschen neidisch. Stampfe innerlich wie ein kleines Kind auf den Boden und schreie lauthals: Ich will aber auch für acht Monate am Stück weg.

Der Traum von der Weltreise -  zum Greifen nah? (Foto: M. Hermsdorf  / pixelio.de)

Der Traum von der Weltreise – zum Greifen nah? (Foto: M. Hermsdorf / pixelio.de)

Oft drehen sich die Gespräche während so einer Reise auch ums…genau Reisen. Jeder packt seine größten Abenteuer aus der Erzählkiste und der Stolz der in Stimme mitschwingt ist nicht zu überhören. Aber Reiseerinnerungen können einem sehr ans Herz wachsen. Manchmal fange ich dann auch an mich an diesem Wettstreit zu beteiligen, man schaukelt sich gegenseitig hoch und insgeheim geht es darum, dass jemand aus der Gruppe, die vorherige Urlaubsanekdote toppt. Ein Lieblingsspiel von Backpackern? Ich muss mich dann manchmal zurücknehmen und wieder darauf konzentrieren dem Verlauf des Gespräches zu lauschen. Ich muss doch nicht auf Teufel komm raus jedem meine für mich besondere Reisemomente ausplaudern – vor allem nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass es eigentlich nicht um das Erlebnis geht sondern darum mächtig anzugeben.

Essen teilen - ein erster Freundschaftsbeweis (Foto: Mätzke-Hodzic)

Essen teilen – ein erster Freundschaftsbeweis (Foto: Mätzke-Hodzic)

Ja, auch ich würde gerne mal für eine Zeit aussteigen. Nicht nur einen Monat sondern gleich mehrere Monate am Stück verschiedene Länder bereisen. Doch dann kommen mir Zweifel auf. Während unserer Marokkoreise war ich oft völlig überwältigt von den vielen neuen Eindrücken. Wie ergeht es einem da, wenn man mehrere Monate quasi im Minutentakt mit neuen Eindrücken überflutet wird? Wenn man so viele Monate reist, lässt es das Budget auch nicht unbedingt zu bei den Übernachtungen wählerisch zu sein. Ich kann mich erinnern, wie sehr ich mich angekommen in Mainz auf mein Bett und eine richtige Dusche freute. In Marokko hatten wir in acht verschiedenen Hostels übernachtet – für den Preis waren alle akzeptabel. Eine Zeit lang kann man seine Bedürfnisse runterschrauben. Das ist eine super Sache und macht mal wieder deutlich was für einen Komfort wir in Deutschland gewöhnt sind. Die letzten Tage unserer Reise hatte ich dann aber genug. Eines Morgens war mein ganzer Körper mit roten Flecken übersät. Bisse von Bettwanzen. Das diese Mistviecher ausgerechnet an den letzten Tagen, die wir unbeschwert am Meer verbrachten, über mich herfielen und mein Mann völlig verschont von ihren mörderisch juckenden Bissen blieb. Ja, es gibt so einiges was man auf Reisen aushalten muss, wenn man backpackt. Und auch ein paar Sachen, die man nicht vermisst. Die Bettwanzen gehören definitiv dazu. Aber um eine weitere Reiseanekdote bin ich allemal reicher geworden.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch hier wieder eine spannende Kolumne.

Ein Plädoyer für die Spontanität

Kaffeepause - sich spontan mit der Freundin auf einen Kaffee verabreden, ist immer eine gute Idee! (Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de)

Kaffeepause – sich spontan mit der Freundin auf einen Kaffee verabreden und für einen Moment den Alltagsstress hinter sich lassen. Das ist immer eine gute Idee! (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Spontanität – das ist etwas Herrliches und eröffnet einem oftmals ganz neue Möglichkeiten. Doch natürlich muss man gewillt sein, sich darauf einzulassen und die Magie der Spontanität schätzen und lieben lernen. In gewisser Weise muss jeder sich auch mit der Ungewissheit anfreunden, dass spontane Vorhaben nicht unbedingt immer so ausgehen, wie jemand sie sich vorher ausgemalt hat. Sie können aber auch zu großartigen und unvergesslichen Erlebnissen und Begegnungen mit tollen Menschen führen, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Doch einige scheinen mit dem Konzept der Spontanität nicht ganz so gut zurechtzukommen und ihm eher feindselig gegenüber zu stehen. Ich war schon immer geneigt mich spontan mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen, wenn mir ganz plötzlich danach war. Oder aber wenn ich gerade etwas in einem Stadtmagazin herumstöberte und zufällig über ein interessantes Konzert oder eine Ausstellung stolperte, griff ich sodann zum Telefonhörer, um eine Freundin oder einen Freund mit meiner bereits bis ins kleinste Details ausgemalten Abendplanung vertraut zu machen.

Unter Zeitdruck - nicht immer bleibt Zeit für Spontanitiät, angesichts vieler Termine und Verpflichtungen (Foto: Bernd Kasper  / pixelio.de)

Unter Zeitdruck – angesichts vieler Termine und Verpflichtungen scheint Spontanität oftmals ein wirklicher Luxus zu sein (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Oft werde ich allerdings enttäuscht. Denn nicht alle meine Freunde sind für meine recht kurzfristigen Vorhaben zu begeistern oder haben schlicht und einfach schon eine Verabredung oder einen anderen wichtigen Termin. Natürlich habe auch ich meine Verpflichtungen und sitze nicht den ganzen lieben langen Tag zu Hause und drehe Däumchen. Allerdings vermute ich, dass meine Herangehensweise eine ganz andere, als die, der nicht so spontanen Menschen ist – wenn ich im Voraus weiß, dass die kommende Woche einen freien Tag zulässt, werde ich deshalb nicht zwangsläufig sofort eine Verabredung vereinbaren.

Bei anderen Freunden bemerke ich des Öfteren einen Mechanismus, ja förmlich den Drang, dass schnell alle Tage für die folgenden Wochen mit Terminen im bereits überquellenden Terminplaner gefüllt werden müssen. Eine freigebliebene Spalte im Wochenplan scheint dabei verwunderlicher Weise eine gewisse Panik und Unruhe in Ihnen auszulösen. Wenn ich dann bei der Losvergabe für eine begehrte Verabredung noch einen Hauptreis, nämlich einen einstündigen Kaffeetermin ergattere, der irgendwie noch zwischen am gleichen Tag, stattfindenden Terminen, reingequetscht wird, kann ich mich enorm glücklich schätzen.

Termine über Termine - das kann einem schon mal über den Kopf hinauswachsen (Foto: I-vista  / pixelio.de)

Termine über Termine – das kann einem schon mal über den Kopf hinauswachsen (Foto: I-vista / pixelio.de)

Manch einer würde wohl anmerken wollen, dass Spontanität viel mit Ungebundenheit oder weniger Verpflichtungen zu tun hat. Da ist mit Sicherheit etwas dran. Und auch mit der Berufstätigkeit kann ein jeder nicht mehr tun und lassen, wonach es ihm beliebt. Ich bin Studentin und habe bisher noch keine Kinder, um die ich mich kümmern oder die ich vor der Arbeit noch bei der KiTa vorbeibringen muss. Andere Lebensumstände können einen in der Spontanität einschränken und von einem viel Disziplin und einen meist durchgeplanten Tagesablauf abverlangen. Sonst würden die ganzen Aufgaben und Erledigungen wohl nicht gelingen und einem früher oder später über den Kopf hinaus wachsen. Da bleibt zugegebenermaßen wenig Platz für den Zauber der Spontanität.

Spontan etwas freie Zeit übrig?! Endlich mal wieder Pinsel sowie Farbe aus dem Schrank holen und seiner Kreativität freien Lauf lassen (Foto: www.hamburg-fotos-bilder.de  / pixelio.de)

Spontan etwas freie Zeit übrig?! Endlich mal wieder Pinsel sowie Farbe aus dem Schrank holen und seiner Kreativität freien Lauf lassen (Foto: www.hamburg-fotos-bilder.de / pixelio.de)

Aber vielleicht gibt es auch Menschen, die mehr den Drang nach Spontanität verspüren als andere. Ich werde mich nochmal zu Wort melden, sobald sich meine Lebensumstände drastisch verändert haben sollten – sprich, ich meine eigene Familie gründe. Vielleicht spreche ich dann nicht mehr in den höchsten Tönen von der Spontanität. Vielleicht werde ich dann meine damalige Naivität belächeln. Bis dem aber nicht so ist, gehe ich weiterhin meinem Impuls nach, verreise kurzentschlossen über das Wochenende, versuche Freunde von meinen brillanten Spontaneinfällen zu überzeugen, sie wenn möglich sogar mit meinem Spontanitäts-Fieber anzustecken und schwelge glücklich in meiner bunten Spontanitäts-Luftblase.

Vorschau: Eva geht nächste Woche dem Wahnsinn der Perfektion auf die Spur

„Frohes Neues“ – von Vorsätzen für das neue Jahr

Mit Karacho ins neue Jahr: Mit den richtigen Vorsätzen steht dem nichts mehr im Wege (©Tim Reckmann  / pixelio.de)

Mit Karacho ins neue Jahr: Mit den richtigen Vorsätzen steht dem nichts mehr im Wege (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Das neue Jahr hat begonnen. Es wird wieder einige Wochen dauern, bis wir gleich beim ersten Anlauf die Jahreszahl des Datums korrekt schreiben. Eigentlich ist fast alles beim Alten geblieben, doch der Jahreswechsel weckt in vielen ungeahnte Kräfte. Plötzlich scheinen wir Berge versetzen zu können, können es kaum abwarten unsere neu geschmiedeten Pläne in die Tat umzusetzen oder uns schnell noch ein paar zusätzliche Vorsätze zu überlegen. Neigt sich das Jahr langsam dem Ende zu, scheint es ganz natürlich, dass wir es Revue passiere lassen. Wir malen uns aus was das neue wohl mit sich bringen mag. Die Silvesternacht ist die Nacht der Nächte. Etwas Magisches liegt in der Luft und wir murmeln gleich einem Zauberspruch unsere Vorsätze für das neue Jahr vor uns her. Doch wie sinnvoll ist es eigentlich, solche Vorsätze für das neue Jahr zu machen?

Bei der diesjährigen Silvesterfeier, die ich relativ unvorhergesehen in einer Berliner-Wohngemeinschaft verbrachte, waren die unterschiedlichsten Leute und Nationen vertreten. Kurz vor Mitternacht, bereits gut angeheitert und gesättigt von allerhand leckerem Essen, rannten wir wie Kinder voller Vorfreude raus, um ein paar Raketen abzufeuern oder uns einfach nur an der leuchtenden Wunderkerze in unserer Hand zu erfreuen. Um zwölf Uhr Nachts fielen wir uns dann alle überschwänglich in die Arme und wünschten einander ein frohes neues Jahr. Unglaublich eigentlich, dass sich bei so einer Silvesterfeier teilweise fremde Menschen in die Arme fallen und auf eine solch herzliche sowie aufrichtige Weise das Beste für das neue Jahr wünschen. Die eine oder andere Person fragte ich neugierig, ob sie mir einen Vorsatz für das neue Jahr verraten würde. Interessant ist, dass ich eigentlich von jedem einen persönlichen Vorsatz erzählt bekam. Niemand stellte sich quer. Niemand schien es lächerlich oder altmodisch zu finden explizit Vorsätze zu haben. Vorsätze für das neue Jahr zu machen scheint alles andere als aus der Mode gekommen zu sein!

 Schnell noch eine Wunderkerze angezündet. Die liegt zu Silvester auch bei Erwachsenen hoch im Kurs (© Sandra Probstfeld  / pixelio.de)

Schnell noch eine Wunderkerze angezündet. Die steht zu Silvester auch bei Erwachsenen hoch im Kurs (© Sandra Probstfeld / pixelio.de)

Die Vorsätze sind dabei von ganz unterschiedlicher Natur. Sie drehen sich darum ein bestimmtes Hobby zu vertiefen oder akademische Abschlüsse zu erreichen. Sich ein Stückchen mehr Selbstständigkeit zu erkämpfen indem zum Beispiel endlich das Bestehen des Führerscheins in Angriff genommen wird. Doch ich bekam durchaus auch solche Vorsätze zu hören, die sich eher allgemein auf das Leben beziehen. Es drehte sich dabei um ein bestimmtes Lebensgefühl, das man erlangen möchte oder es wurden Sehnsüchte beschrieben, die vielleicht sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, um in Erfüllung zu gehen. Mir hat diese kleine, spontan durchgeführte Feldforschung deutlich gemacht, dass es ungemein wichtig ist Vorsätze zu haben.

Diese Zeit kurz vor dem neuen Jahr ist ganz seltsam. Sie ähnelt einer Schwellenphase in der die Person zwischen zwei Welten schwebt. Fast möchte unsereiner aus dem Kokon schlüpfen und endlich dieses vollkommene Ich, das einem schon immer vorschwebte, aller Welt offenbaren.

Ich fühle ich mich etwas wehmütig und noch nicht bereit, dass Jahr schon gehen zu lassen. Doch diese letzten Stunden, Minuten und Sekunden, die einem bis zum neuen Jahr bleiben, lassen sich hervorragend dazu nutzen sich unserer Ziele bewusst zu werden oder den einen oder anderen Vorsatz nochmals zu überdenken. Zu sich selbst zu kommen und ganz einfach dankbar zu sein für bestimmte Erlebnisse die sich im letzten Jahr ereigneten, neue Bekanntschaften mit besonderen Menschen, die sich ganz zufällig ergaben. So sollten wir vor lauter ehrgeiziger Vorhaben nicht zu streng mit uns sein, auch das Unerwartete und Unvorhergesehene als Teil des Lebens akzeptieren und den Charme darin erkennen.

Vorschau: Eva berichtet nächstes Mal von dem Hype um den neuen Star Wars Film.

 

 

Model mit 40? – Aber hallo!

Supermodel Kate Moss ist dieses Jahr am 16. Januar 40 Jahre alt geworden. Doch zu alt zum Modeln ist sie nicht. Die Britin ist auch im hohen Model-Alter noch Gesicht einer großen Modemarke: Nicht zum ersten Mal präsentiert sie die Kollektionen des italienischen Modelabels Liu Jo wie immer sehr sexy und sinnlich.

 

Zudem wurde sie pünktlich zu ihrem 40. Geburtstag und dem 60. des Männermagazins von den Fotografen Mert & Marcus für den Playboy abgelichtet und vor kurzem Contributing Fashion Editor bei der britischen Vogue. In London soll es außerdem eine Ausstellung rund um Kate Moss geben und im April wird sie eine weitere Kollektion für das Einzelhandelunternehmen Topshop entwerfen.

 

Kate Moss ist nicht das typische Model: Sie ist nur 1,70 Meter groß. Doch seit rund 25 Jahren ist sie ein wichtiger Teil der Modewelt und gilt als eines der erfolgreichsten Models überhaupt. Dieses Glück und auch ihr Glück im Privatleben sind ein Grund zum Feiern.

 

Genau das tat sie auch an ihrem Geburtstag: Laut der britischen Tageszeitung „Daily Mirror“ feierte Kate Moss am Donnerstag, den 16. Januar ihren runden Geburtstag in der Karibik auf der Privatinsel Necker Island des Unternehmers Richard Branson und floh somit vor dem grauen Januarwetter in London. In der Karibik feierte sie mit engen Freunden wie Designerin Sadie Frost, PR-Managerin Fran Cutler und Hairstylist James Brown und schmiss eine Kostümparty unter dem Motto „Marie Antoinette“.

 

Ihr Mann, „The Kills“- Gitarist Jamie Hince (45), schenkte ihr zum Geburtstag eine Wohnung in Paris. Egal, ob von großen Magazinen, Marken oder ihrem Ehemann: Von allen Seiten wurde die Mode-Ikone beschenkt und gefeiert – und das zurecht!

 

Keiner sonst ist dem Model-Business so treu geblieben wie Kate Moss.

 

Eine Woche lang soll Kate Moss mit ihren Freunden auf der Insel Urlaub gemacht haben, die erst seit kurzem wieder zu vermieten ist. Im Jahr 2011 gab es auf der Insel des Unternehmers, die er für rund 227.300 Euro gekauft haben soll, wegen eines Blitzeinschlags einen Brand in der großen Villa. Daher vermietet Branson seine Insel erst seit Oktober wieder an Gäste, unter denen sich auch Prinz Harry und Stars wie die Schauspieler Kate Winslet und Eddie Murphy befinden.

 

Richard Branson soll seiner langjährigen guten Freundin Kate Moss den einwöchigen Urlaub zum Geburtstag geschenkt haben.

 

Dann hoffen wir doch mal, dass das 40-jährige Supermodel ihren Geburtstag so richtig genießen konnte und somit für die nächsten 40 Jahre Kraft und Energie tanken konnte.

 

Happy Birthday, Kate!

 

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr einiges über 125 Jahre Lanvin.

ERAS.. WAS? – Impressionen eines Auslandsaufenthaltes

„You are boring“, bringt mein Gesprächspartner mühevoll mit einem sofort wahrnehmbaren französischen Akzent hervor, nicht ohne mir mit seiner Whisky-Cola-Fahne ins Gesicht zu hauchen. Naserümpfend verziehe ich das Gesicht und muss mir eingestehen: das Argument, dass ich am frühen Morgen eine Klausur schreibe, zieht hier nicht.

Hier bedeutet in diesem Falle: Irgendwo in einem heruntergekommenen Studentenkorridor in Nordeuropa. Hier, inmitten einer Meute feierwütiger Austauschstudenten, die die letzten Abende ihres Auslandsaufenthaltes mit Unmengen an Alkohol begehen wollen. Hier, in eben diesem Land, das ich im letzten halben Jahr hassen und lieben gelernt habe. Hier, wo ich in weniger als 48 Stunden nicht mehr sein werde. Hier, wo ich ein gerade angefangenes Leben zurücklassen werde, wie ein halb leeres, eisgekühltes Bier auf der Theke einer Kneipe.

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Prägen den abendlichen Alltag: Trinklieder und Alkohol. (Foto: Privat)

Ich reiße einem meiner Freunde eine Flasche Sprite-Wodka aus der Hand und nehme einen tiefen Schluck. Die Mangelernährung der letzten Tage macht sich bald bemerkbar und der Alkohol durchströmt meinen Organismus. Während ich noch mehr Sprite-Wodka in mich hineinschütte, der Franzose mittlerweile bei Gin Tonic angelangt ist und das erste Pärchen Speichelaustausch betreibt, konsumiert eine Gruppe Spanier gerade eine Zigarette mit Hasch auf dem Balkon.

Gehen unsere Vorlieben bezüglich des präferierten Rauschmittels, mit dem wir Eskapismus betreiben weit auseinander, haben wir alle etwas gemeinsam: Erasmus, ein Austauschprogramm, mit dem sich die EU als „eine der großen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union“ profiliert. Völkerverständigung und Kulturaustausch werden hier in hohem Maße betrieben, wie ich mit einem flüchtigen Blick aus dem Augenwinkel nur bestätigen kann.

Die Universität und ihre Vorlesungen und Seminare sind in weite Ferne gerückt, der größer werdende Blätterstapel auf dem Schreibtisch fällt der perfektionierten Ignoranz zum Opfer und die Klausuren befinden sich nur noch rudimentär in den hintersten Winkeln unseres Gedächtnisses. Denn seien wir ehrlich: Die Milliarden an Euro, die unsere liebe EU semesterweise auf die Konten von Studenten überweist, kommen vielleicht erst in zweiter Linie unserer Fachkompetenz zugute. In erster Linie investiert die EU hier in die Ermöglichung von ausschweifenden Partys, Alkoholexzessen und unvergesslichen Reisen, die man in einem anderen Land unternimmt.

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Nicht minder prägend: Verschwommene Erinnerungen an gelungene Zeiten (Foto: Privat)

Ich grinse in mich hinein, denke an die vielen einzigartigen Momente, die wir hier alle hatten. Ich denke an die vielen verschiedenen Sprachen, in denen wir uns verständigt haben, das landesspezifische Essen, das wir gegessen und zubereitet haben. Daran, wie ich über grüne Wiesen rannte und neue Sportarten für mich entdeckte, um mich abends mit einer Runde Yoga zu entspannen. Wie wir durch Wälder streiften und an jedem Busch anhielten, um die dort wachsenden Beeren zu essen. Wie wir nackt in den örtlichen See gesprungen sind und uns danach zitternd am Lagerfeuer aufgewärmt haben. Wie ich mir dort zwei Stunden vorher Marshmallows in die Haare und Steaksoße auf den Pullover geschmiert habe. Daran, wie es war, fernab der Zivilisation auf eine Wandererhütte zu stoßen, in der sich Kerzen und ein Holzofen als der größte Luxus herausgestellt haben, den man sich vorstellen kann. Wie ich vergaß, wo ich mein Fahrrad hingestellt hatte und eine geschlagene halbe Stunde herumgeirrt bin, um es wiederzufinden. Daran, wie eine kalte Hundeschnauze mich mitten in der Nacht geweckt hat und ich mich auf dem Sofa meines Couchsurfing-Hosts wiederfand. Und wie wir bei -39°C nach einem Saunagang in den Schnee gesprungen sind, während Polarlichter den Himmel erleuchtet haben.

„You are boring“, vernimmt mein Verstand jetzt erst völlig verzögert die Beschuldigung und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Ich zucke mit den Schultern, drehe mich um und bahne mir nach kurzer Verabschiedung den Weg durch die trinkende Meute.

Es mag unglaubwürdig klingen, aber auch meine Unvernunft hat irgendwann ein Ende und früher oder später schafft es dieser kleine Gedankenfetzen, der verheißt dass ich eine Prüfungsleistung erbringen sollte, sich an die Oberfläche vorzuarbeiten. Schließlich war ich dieses Semester schon oft genug unvernünftig. Wie oft habe ich mir selbst das Ultimatum gestellt, nie wieder Alkohol zu trinken, nachdem ich nach einer durchzechten Nacht mit einem alles in den Schatten stellenden Kater aufgewacht bin. Wie oft habe ich die horrenden Eintrittspreise bezahlt, die in diesem Land normal sind oder meinen Teil zur Finanzierung des Staatshaushaltes in Form von Branntweinsteuer beigetragen.

Es ist wohl Zeit, meiner Leber eine kleine Pause zu gönnen, Zeit ein bisschen zu schlafen, Zeit der Student zu sein, den sich die EU wünscht. Einem kann ich mir jedoch sicher sein: Ich habe das ganze Auslandssemester lang Zeit gefunden, eben diese Erfahrungen zu sammeln, die ein richtiges Studentenleben ausmachen und mein Leben nachhaltig beeinflussen werden.

Die liebe Verwandtschaft

Familie des 19. Jahrhunderts

Institution Familie: Im 19. Jahrhundert war die Familie noch Mittelpunkt des Lebens (Grafik: Pascal Werth)

Wer die Buddenbrooks von Thomas Mann gelesen hat, der weiß, dass dieser Roman äußert langwierig ist. Aber er ist mehr als bloß lang, denn die Buddenbrooks verkörpern eine Mentalität, in der die Familie den höchsten Stellenwert im Leben einnimmt. Die Familienehre ist das höchste Gut, für das es zu leben und zu opfern gilt. Vor allem in den höheren Schichten des 19. Jahrhunderts war es durchaus üblich, so zu denken.

Wie sieht es heute aus? Was kann Familie, was verlangt Familie vom Einzelnen? Immerhin hat die Institution Familie in der modernen Welt einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen: Den Freundeskreis.

Freunde sind so ziemlich das genaue Gegenstück zur Verwandtschaft. Jeder kann sich seine Kumpel frei aussuchen, Freundschaft ist äußerst dehnbar und flexibel, die Maschen dieses Netzwerkes sind deutlich lockerer gestrickt als die der Familie: Sobald die Chemie nicht mehr stimmt, man sich nicht mehr auf einer Wellenlänge befindet, dann kann man die freundschaftlichen Bande ebenso schnell wieder lösen, wie man sie geknüpft hat.

Heißt das nun, dass die Verwandtschaft ausgedient hat? Überwiegen die Vorteile der Freundschaft und die Familie ist nichts weiter als starres, strenges und kitschiges Spießertum?

Sicher: Die Verwandten sind nicht frei wählbar, ein gewisser Fatalismus ist nicht zu leugnen, denn man wird in eine bestimmte Familie hineingeboren, ob es einem nun passt oder nicht. Vor allem dann, wenn die Familie nicht intakt ist und es unlösbare Probleme gibt, dann kann ein funktionierender Freundeskreis Abhilfe schaffen und das traute Heim zumindest zum Teil ersetzen.

Ansonsten kann Familie jedoch genau das, was Freunde nur schwer oder gar nicht können. Dieses bedingungslose Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Familie auszeichnet, das aus der Tatsache entspringt, dass man eben mehr ist, als bloß eine Gruppe von Gleichgesinnten. Dieses Gefühl der Gemeinschaft ist in der intakten Familie nicht zu überbieten. gerade, weil die verwandtschaftliche Beziehung auch nach einem Streit noch besteht, sich also nicht so leicht wieder lösen lässt.

Natürlich sei nicht verschwiegen, dass es auch unter Verwandten zu Streitereien und kleinen Kriegen kommen kann. Aber trotz aller Probleme kann die Familie eine Basis sein und Halt geben, kann dem Einzelnen das Gefühl geben, dass er ein Zuhause hat, zu dem er zurückkehren kann, wenn gar nichts mehr geht. Sicher können Freunde auch Halt geben und Kraft schenken, manch ein Freund kann so vertraut werden wie ein Bruder oder eine Schwester. Dann jedoch handelt es sich nicht mehr um einen bloßen Freund, dann ist er mehr, dann gehört er schon fast zur Verwandtschaft.

Familie jetzt gleich zur Religion auszurufen, so ähnlich wie in Manns Buddenbrooks, ist eindeutig zu viel des Guten. Genauso schade wäre es allerdings, wenn wir anfangen Familie als Irrglauben und Unsinn abzustempeln. Auch wenn die Beziehungen zwischen den Menschen heute deutlich lockerer geworden sind, sind die Verwandten ein wertvolles Gut, genauso hilfreich und wertvoll wie ein intakter Freundeskreis. Deswegen sollten wir nicht nur Freundschaften pflegen. Wir sollten uns gleichermaßen um eine möglichst funktionierende und harmonische Familie bemühen, in der sich jeder auf jeden verlassen kann.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Eva vom Glück, Lesen zu können und was Analphabetismus für den Einzelnen bedeutet.

Allein, aber nicht einsam – von der heilsamen Wirkung des „me, myself and I“

Morgens wach werden, Kaffee aufsetzen, Kühlschrank öffnen, Joghurt herausfischen, Frühstücken – ein Tag, wie er ereignisloser nicht beginnen könnte. Das gilt ganz besonders dann, wenn Schlafzimmerbett und Esstisch nur knappe zwei Meter auseinanderliegen. Seit meinem kürzlichen Umzug in die erste, eigene Wohnung und dem damit einhergehenden Abschied vom WG-Leben befinde ich mich immer häufiger in meiner eigenen Gesellschaft. Und wie ich herausgefunden habe, ist die manchmal Gold wert gegenüber großen Tafelrunden und rauschenden Parties in Großraumdiskotheken.

Habe ich mich damit vom geselligen Herdentier zum Eremiten entwickelt? – mitnichten. Noch immer bin ich tagein, tagaus mehr oder weniger beschäftigt, ob bei der Arbeit oder bei aufregenden Aktivitäten nach Feierabend. Doch wenn ich einmal auf dem Heimweg bin, freue ich mich von Herzen auf die Ruhe nach dem Sturm. Die Tür aufschließen, den Geruch des eigenen Parfums oder des versehentlich liegengelassenen, offenen Müllbeutels die Nase kitzeln lassen und sich dann ganz den eigenen verschrobenen Ritualen widmen: Das kann stundenlanges Anlächeln des eigenen Spiegelbildes oder das Aufreihen des Bücherregalinhalts der Größe oder Farbe nach sein.

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Auf die lange Bank geschoben: Das Zwiegespräch mit dem eigenen Ich (Foto: C.Gartner)

Das klingt alles reichlich danach, als wüsste ich mit mir selbst nichts anzufangen und würde mich daher in selbstgewählte Beschäftigungstherapie begeben. In Wahrheit jedoch empfinde ich solche unsinnigen Aktivitäten als höchst erholsam. Stumpfsinnig, aber irgendwie wahnsinnig entspannend für den Geist. Sind es doch Tätigkeiten, die meine volle Konzentration erfordern, wenn ich ihnen nachgehe, damit beim Duschen nicht etwa Seifenreste unter den Achseln zurückbleiben. Tatsache ist, dass ich es mir erlauben kann, in meinem persönlichen Exil ganz ich selbst zu sein, ohne von Mitbewohnern in flagranti beim Nutella-Löffeln im vollgekleckerten Pyjama erwischt zu werden. Das ist eine neugewonnene Freiheit, derer ich mir zuvor nicht bewusst gewesen bin, zumal sie noch vor einiger Zeit allein finanziell in weiter Ferne lag. Ganz zu schweigen von der Angst vor Konfrontation mit der vermeintlichen Einsamkeit.

Diese Angst ist heutzutage wahrscheinlich mit einer Volkskrankheit vergleichbar. Im Zeitalter von social networking und ständiger Erreichbarkeit scheinen wir den Fokus immer mehr nach außen und immer weniger in unser Inneres hinein zu richten. Öffentliche Präsenz oder mit anderen Worten das Bild, was wir anderen von uns vermitteln möchten, ist in großen Teilen steuerbar. Allein mittels Facebook können wir etwas darstellen, was wir nur allzu gern wären – besonders kreativ, humorvoll oder extravagant zum Beispiel. Uns selbst gegenüber funktioniert das nicht so leicht. Wir können uns nichts vormachen, sondern haben einzig die Wahl zwischen der Akzeptanz dessen, was wir sind oder seiner Verneinung.

Wozu letztere Variante konsekutiv führen würde, ist abzusehen. Wir behaften uns selbst mit Komplexen, weil wir neidisch auf diejenigen sind, denen wir nacheifern, die vermeintlich das haben, wonach wir uns sehnen. Wir wollen uns selbst entkommen, weil wir unzufrieden sind, aber andererseits nicht ausreichend bereit, an uns zu arbeiten und schrittweise das zu eliminieren, was wir für unsere Schwierigkeiten verantwortlich machen. Eben weil wir Angst vor der Konfrontation mit dem Ich haben, das unser größter Kritiker und unser liebster Mensch zugleich ist.

Fischschwarm

In medias res: Wir sind meistens in Gesellschaft – nur nicht immer auch in Bester (Foto: Perlowa)

Tief in uns drinnen nämlich haben wir uns selbst furchtbar gern und scheuen daher, mit diesem Ego ins Gericht zu gehen, es zu hinterfragen und darin herumzuwühlen. Lieber betäuben wir uns mit allem, was uns vor die Flinte läuft – leider gibt es auf dem Gebiet auch menschliche Sedativa, die nur dazu dienen, uns zu bespaßen, uns abzulenken und damit das zu kompensieren, was wir Einsamkeit schimpfen. „Einsamkeit“, das ist streng genommen Definitionssache. Wir sagen, alte Menschen wären einsam, wenn sie niemanden als sich selbst haben, weil ihren Partner und Freunde unter den Händen weggestorben sind und sie eigentlich nur die nächsten sind, die auf dem Sofa den Sensenmann erwarten. Wir halten uns selbst für einsam, wenn wir Single sind, sprich niemanden haben, der sein Leben mit uns teilt. Im Umkehrschluss teilen wir damit aber auch unser Leben mit niemandem, was bedeutet, dass wir uns selbst zur Abwechslung die ungeteilte Aufmerksamkeit schenken können. Wenn wir nur wollen. Wenn wir das Alleinsein als das nehmen, was es oftmals ist: Zeit, um sich zu sammeln, seine Ziele neu zu stecken, zur Ruhe zu kommen, sich auf das zu besinnen, was zählt. Fehler zu überdenken und aus ihnen zu lernen. Und wann könnte man das alles besser als singend unter der Dusche oder beim Sortieren seines Büchersammelsuriums?