Das Disneyland in Paris: Adrenalin-Junkies aufgepasst!

Die Winterdekoration: Merry Christmas

Die Winterdekoration: Merry Christmas

„Irgendwann will ich mal ins Disneyland nach Paris!“, diesen Satz haben sicherlich schon viele Eltern von ihren Kindern zu hören bekommen. Einmal Mickey Mouse, Cinderella und Goofy hautnah erleben: Ein Traum vieler Kinder.

Doch das Disneyland ist keinesfalls nur etwas für die kleinen Mitmenschen unter uns: Auch für junge Erwachsene bietet der Freizeitpark eine Menge Attraktionen, für die es sich allemal lohnt den Weg auf sich zu nehmen.

Da ein Besuch preislich meist sehr teuer ist, empfiehlt sich ein Kurztrip im Winter

Eines von zahlreichen Themenhotels: Das Hotel "Cheyenne"

Eines von zahlreichen Themenhotels: Das Hotel „Cheyenne“

. Insbesondere zu Beginn des neuen Jahres findet man die günstigsten Preise für Hotelübernachtung in Kombination mit den Tagestickets. Etwa bis zwei Wochen nach Weihnachten ist das Disneyland ganz in das Thema „Winterzauber“ eingebettet, sodass der gesamte Park weihnachtlich geschmückt ist und das Ambiente die Besucher einfach nur verzaubert. Die genaue Preistabelle mit Einzelheiten findet ihr auf www.disneylandparis.de.

Es gibt diverse Disney Hotels, die nur wenige Minuten vom Park entfernt liegen. Wenn ihr hier eincheckt, bekommt ihr einen Pauschalpreis, in dem meist das Frühstück und der Eintritt in den Park mit inbegriffen ist. Von jedem Hotel aus gibt es einen kostenlosen Shuttle-Bus, der alle paar Minuten den Park ansteuert.

Neben dem Disneyland gibt es zusätzlich noch den Walt Disney Studios Park. Hier dreht sich alles rund um Film und Produktion. In vier Hallen befinden sich wechselnde Ausstellungen zu diversen Walt Disney-Filmen, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind. Zusätzlich gibt es auch einige Attraktionen, die das Herz eines jeden Adrenalin-Junkies höher schlagen lassen. Es ist während des ganzen Tages möglich zwischen den beiden Parks zu wechseln. Außerdem ist der Eintritt in dem Kombiticket mit inbegriffen.

Wenn ihr die Abende entspannt ausklingen lassen möchtet, empfiehlt sich das Disney

Berühmt berüchtigt: Das Disney Schloss

Berühmt berüchtigt: Das Disney Schloss

Village. In unmittelbarer Nähe zu den Parks  könnt ihr hier einen leckeren Cocktail trinken oder auch eine Pizza essen. Selbst ein Kinobesuch ist möglich, wenn ihr euch von dem anstrengenden Tag erholen möchtet. Aber Achtung: Die Preise für Essen und Getränke sind äußerst hoch, so zahlt ihr für eine Pizza Margherita nicht selten 15 Euro. Solche Preiswucher findet ihr auch im Park. Zudem sind die Restaurants und Stände innerhalb der Parks um die Mittagszeit komplett überfüllt, sodass ihr mit langen Wartezeiten rechnen solltet. Am besten ist es sich während des Tages selbst zu verpflegen, da es zum einen kostengünstiger und zum anderen deutlich entspannter ist und ihr die Zeit so besser für Achterbahnen, Geisterhäuser und Co. nutzen könnt.

 Wenn ihr den Besuch im Disneyland mit einem Städtetrip in Paris verbinden möchtet, lohnt sich die Anreise in die Parks mit der Bahn. Vom Stadtzentrum Paris fahrt ihr bis zum Bahnhof „Marne la Vallée-Chessy“ etwa 30 Minuten. Der Preis für ein Ticket für diese Strecke beläuft sich auf etwa  10 Euro. Zudem ist die Bahnstation direkt am Disneyland gelegen, sodass ihr in nicht einmal zehn Minuten Fußweg den Eingang erreichen könnt.

Täglich: Die Disney Parade

Täglich: Die Disney Parade

Das Disneyland überzeugt mit Liebe zum Detail: Jedes seiner fünf Themenwelten besticht mit atemberaubenden Attraktionen und wunderbarer Kulisse. Vom Kinderparadies mit Miniaturwunderland bis hin zu Achterbahnen im Dunkeln und Autoscooter: Jung und Alt finden hier gleichermaßen Spaß und Action. Somit ist das Disneyland ein schönes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, aber auch ein Trip mit Freunden wird sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

Vorschau: Das nächste Mal lest ihr hier über Weihnachten vor und nach dem Mauerfall.

Die Qual der freien Zeit

Urlaub: Und plötzlich haben wir Zeit (© Uwe Schlick / pixelio.de)

Urlaub: Und plötzlich haben wir Zeit (© Uwe Schlick / pixelio.de)

Die Sommerferien überschwemmen das Land mal wieder mit Kindern und Jugendlichen, die von einer Sache mehr als genug haben: Freizeit. Im Schlepptau haben sie Studenten, die Semesterferien haben, Eltern, die sich frei nehmen, um die Kinder betreuen zu können, Menschen aller Altersklassen, die von paradiesischen Stränden und Cocktails mit Schirmchen oder schweißtreibenden Wanderstrecken träumen. Jedem, das seine. Übermütig will jeder seinen ihm zugestanden Urlaub auf einmal verprassen, die Faulheit ruft, die Erholung klopft an und die große Unbekannte Zeit verspricht viel.

Mein Urlaub dieses Jahr fällt eher bescheiden aus. Zwar fahre ich mit Mann und Kindern zwei Wochen weg, aber zur Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Für mich heißt das zwar auch Erleben und Erfahren, aber vor allem auch, täglich Seminar, ein Referat, das vorbereitet sein will und jede Menge Sekundärliteratur. Nicht wirklich das, was ich mir unter Urlaub vorstelle, wenn ich an Ausschlafen, schnödes Nichtstun und Spontanität denke. Noch dazu nehme ich mir Arbeit von zu Hause mit, wie das oft so ist. Und danach geht es gleich wieder an die Arbeit, denn immerhin werde ich ab Ende Oktober im Mutterschutz noch mehr als genug Zeit haben, mich zu langweilen.

Über kurz oder lang: freie Zeit heißt oft keinen Rhythmus (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Über kurz oder lang: freie Zeit heißt oft keinen Rhythmus (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Denn alles eines haben alle Urlaube und Ferien gemeinsam: Sind sie nicht so kurz, dass sie nicht zur Erholung gereichen können, werden sie schnell zu lang. Nach sechs Wochen Sommerferien waren wir jedes Jahr wieder froh, als die Schule wieder Rhythmus in unser Leben gebracht hat. Drei Monate Semesterferien fallen da nicht weniger ins Gewicht. Was sollen wir nur tun, wenn der ersten süßen Müßigkeit die schwere der Faulheit folgt? Die alten Unterlagen sind sortiert, der Bücherstapel verkleinert, die Verwandten besucht, die Freunde getroffen. Und schnell schlafft der Erfahrungsdrang ab. Das Schlafzimmer könnte gestrichen werden – könnte. Und das Auto verdient es mal wieder geputzt zu werden – eigentlich. Das neue Spiel / Puzzel oder der hochinteressante Film macht doch nur zusammen Spaß, und der andere, so viel ist sicher, hat immer gerade zu tun oder eben keine Zeit, zumindest nicht dafür.

Kein Wunder, wo Schüler und Studenten, sofern sie keine Ferienpraktika nutzen, um fleißig zu erscheinen, an der Freizeit schnell versagen, sind einem brav arbeitenden Bürger die Freizeitmöglichkeiten schon begrenzter. Da müssen die Urlaubstage mit denen der Kollegen in Einklang gebracht werden, die vielleicht triftige Gründe haben, ausgerechnet dann frei zu nehmen, wenn ich frei haben will. Urlaub muss geplant werden, das super Angebot ist natürlich gerade ausgebucht, im letzten Moment kündigt sich dann noch eine Erkältung an, ein Umzug oder sonst eine Haken an der Sache. Der sogenannte Urlaubsstress beginnt lange vor dem Urlaub, und er potenziert sich auch bei den fleißigen Bienen in der Lethargie der Urlaubstage.

Tick Tack: Die Zeit wird lang, selbst wenn die kurz ist (© Wolfgang Dircherl / pixelio.de)

Tick Tack: Die Zeit wird lang, selbst wenn die kurz ist (© Wolfgang Dircherl / pixelio.de)

Selbst, wer nur eine Woche oder zwei Urlaub hat, findet ein oder zwei Tage, an denen er sich in Faulheilt suhlen kann, mit Ausreden oder ohne. Der Tagesrhythmus gerät durcheinander, wir stehen Abends auf und feiern in der Nacht bis wir am Morgen ins Bett fallen, oder kommen nur ein paar Stunden aus dem Takt. Plötzlich sind wir Herr unserer Zeit und sind, zugegeben, leicht überfordert mit der Aufgabe. Dafür haben wir ja noch Zeit, denken wir, und dann verstreichen die kostbaren Tage mit diesem oder jenem, nur was wir eigentlich geplant hatten, das entwischt uns. Am Ende des Urlaubs müssen wir jedes Jahr wieder zugeben: Wir hatten Zeit. Nur genutzt haben wir sie nicht, jedenfalls nicht so, wie geplant.

Und ja, ich weiß um die Ausnahmen. Die ihre Ferien akribisch planen, die ihren Urlaub mit der Stoppuhr begleiten, um ihren Zeitplan durch zu bringen. All jene, die Häkchen setzen für Erlebtes und der Faulheit Einhalt gebieten wollen. Und ich glaube fest, dass auch diesen Menschen etwas durchrutscht, dass sie am Ende Lücken in ihrer Liste finden müssen. Selbst, wenn nicht, fehlt ihnen eines zumindest, was alle anderen vorweißen können. Das Gefühl der zufriedenen Faulheit, die Urlaubstage hat verstreichen lassen, ohne, dass wir es merkten. Sie hat unser Leben durcheinander geschmissen, hat uns durchgeschüttelt, entspannt, aufgeregt und den ersten Arbeitstag als nicht ganz so schlimmes Übel erscheinen lassen, wie wir anfangs des Urlaubs noch gedacht hatten. Es ist die Erinnerung an Ferientage, die nicht enden wollen und Semesterferien, die unsere Tage in Nächte verwandelt haben. Lang kann sie uns werden, die freie Zeit. Zum Glück.

Vorschau: Nächste Woche ärgert sich Sascha über die Telekom und den IP-Zwang in der Telefonie-Welt.

Das Prinzip Öffnung – wie viel Freiheit erträgt die Liebe?

„Ich will frei sein / frei wie ein Stern,der Himmel steht“, tönen die Goldkehlchen von Xavier Naidoo und „Glashaus“-Leadsängerin Cassandra Steen in ihrer Selbstverständlichkeit. Fast so, als wäre diese sogenannte Freiheit das erklärte und sogleich höchste Ziel eines jeden Menschen. Beinahe, als gäbe es nichts erstrebenswerteres als das. Ich frage mich ernsthaft, wie die beiden sich das in der Praxis wohl vorstellen.

Schließlich ist das mit der absoluten Freiheit ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Einerseits wünscht sie sich jeder in gewisser Weise – sonst würde es vermutlich weit weniger junge Leute auf Reisen ins Ausland verschlagen und der besagte Song wäre wohl kaum mit derart goßer Begeisterung rezipiert worden – andererseits jedoch geht mit der Idee, sich selbst und andere von sich frei zu machen auch immer ein gigantischer Kompromiss einher. Ich denke da an niemand geringeren als meinen letzten Mehr-oder-minder-Freund zurück, als dieser mir den Vorschlag unterbreitete, unsere Hin-und-wieder-Beziehung auf eine ganz neue Ebene zu bringen und damit offener zu gestalten.

Schätzungsweise versprach er sich von dieser äußerst zeitgemäßen Alternative vor allem Eines: Freiheit. Damit ist jedoch keineswegs bloß die offensichtliche Freiheit, namentlich die Polygamie, gemeint. Hinter dem „Prinzip Öffnung“ steckt nämlich noch weit mehr als das. Zunächst einmal untersagt es mir, all die Dinge zu tun, zu sagen oder auch nur zu denken, die typischerweise einer Beziehung zugeschrieben werden. So hatte ich mir jedes Mal auf die Zunge zu beißen, wenn ich ihn in vollgekleckerten Jogginghosen in der Universität traf. Das Prinzip Öffnung entmündigte mich insoweit, als dass es mir die Rechtsgrundlage für Kritik entzog – schließlich sind nur feste Freundinnen befugt, für ihr Gegenüber die Style-Polizei zu spielen und bei Regelverstoß Sanktionen anzudrohen („Ich lasse mich mit dir nirgendwo mehr blicken, wenn du weiterhin außerhalb deiner Wohnzimmercouch keine vernünftigen Hosen trägst! Ach ja, und Sex bekommst du dann auch keinen mehr.“)

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Propagiert die uneingeschränkte Freiheit: Der deutsche R’n’B-Sänger Xavier Naidoo (Foto: Laljak)

Formulieren wir meinen persönlichen Präzedenzfall allerdings einmal nicht ex negativo, so haben wir es eigentlich doch mit einem richtigen Glückspilz zu tun. Hier hat sich jemand das Prinzip Öffnung beispielhaft zunutze machen können, sich eine rechtsfreie Zone geschaffen, in der ihm mehr als nur Beinfreiheit zusteht. Er kann sich melden, sooft oder so selten es ihm beliebt, schließlich darf niemand am anderen Ende der Leitung sitzen und über seine telefonischen An-und Abmeldungen Strichliste führen. Es erfordert seinerseits keiner besonderen „Investitionen“, im finanziellen wie im ideellen Sinn. Beinahe ist es so, als hätte das Prinzip Öffnung jede noch so kleine aufmerksame Geste, jeden widerwilligen Theaterbesuch und jedes Kaffeekränzchen mit versteinertem Lächeln und den angereisten Schwiegereltern einfach aus dem Programm verbannt.

Nun, wo man sämtliche vermeintliche Störfaktoren ausgemerzt hat, sollte doch als Essenz des selbst geschaffenen Weder-Fisch-noch-Fleisch-Verhältnisses pure Glückseligkeit übrig geblieben sein? Dem Namen nach haben wir es so immerhin mit keinem widerspenstigen Fisch zu tun, der uns, seinem glitschigen Naturell entsprechend, aus den Händen entflutscht. Allerdings hält das Prinzip Öffnung leider ebenso wenig Fleisch bereit, an dessen Substanz wir uns in guten wie in schlechten Tagen festhalten können, mag es manchmal auch von etwas zäher und knorpeliger Konsistenz sein.

So bleibt das Gefühl zurück, Xavier wie auch Cassandra könnten mir und dem Produkt meiner erprobten Freiheit unter Umständen die Kehrseite der Medaille vorenthalten haben – ich fühle mich um eine Beziehung betrogen. Doch vor allem haben sie mir mit ihrem musikalischen Populismus die Freiheit genommen, mich von vorneherein gegen das Prinzip Öffnung zu entscheiden. In dem Wissen, dass ich kein Vegetarier bin, möchte ich mir nämlich doch ganz gern die Optionen, mal Fisch und mal Fleisch sein zu dürfen, fürs Erste offenhalten.

Vorschau: Pünktlich zum Winteranfang lesen wir nächste Woche an dieser Stelle Saschas Hasstirade auf Schnee und Eis.

Vögel werden Freunde – eine Tour durch den Vogelpark Walsrode

Vogelgezwitscher erfüllt die Luft – aber das ist wahrlich nichts besonderes an einem schönen Herbsttag. Auffällig sind viel eher die schrillen Pfiffe und heiseren Krächzer, die sich unter die sonst so melodischen Gesänge mischen. Ich höre es ganz genau: Hier sind nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Amsel, Fink und Star am Werk. Nein, hier beteiligen sich hunderte von Vogelarten an einem einzigartigen internationalen Konzert.

Hier wache ich: Dieser ausgebüchste Pelikan lässt nicht jeden Besucher durch (Foto: Gottmann)

Ich stehe am Eingang des weltweit größten Vogelparks in der Lüneburger Heide, dem Vogelpark Walsrode. Über 4.200 Vögel in 675 verschiedenen Arten leben hier auf einer Fläche von mehr als 32 Fußballfeldern. Vom kleinsten Kolibri, kleiner als eine Hand, bis zum größten Kondor mit einer Spannweite von über drei Metern findet sich hier für jeden ein passender Platz.

Meine Tour durch den Park beginnt in einer ruhigen, idyllischenLandschaft. Am Wegrand stehen Informationstafeln, die vor allem Kindern spielerisch den Weg vom Ei zum ausgewachsenen Vogel näher bringen sollen. Reichlich Informationen geben auch die Schilder, die an jeder Voliere angebracht sind. Neben dem, manchmal sehr lustigen, Namen, zum Beispiel dem „Schuhschnabel“, geben sie Auskunft über Verbreitung, Ernährung und Brutverhalten der Vögel.

Langeweile kommt nicht auf, Voliere reiht sich an Voliere und Gehege an Gehege. Ich komme vorbei an Störchen, Pinguinen, Eulen und Käuzen, bis mir ein Pelikan den Weg versperrt. Flink auf den Zaun geklettert schaut er mich neugierig an, während ich einen weiten Bogen um den aus der Nähe unerwartet stattlichen Vogel mache.

Hautnah: Wer die Loris füttern möchte, sollte keine Berührungsängste haben (Foto: Gottmann)

Noch näher komme ich den Parkvögeln in der großen Freiflughalle. Hier versperren weder Gitter noch Zäune die Sicht und ich kann praktisch durch den Lebensraum der Vögel wandern, während ich sie beobachte. Diese lassen sich von dem steten Besucherstrom auch nicht weiter stören, sondern hüpfen und fliegen unablässig umher. Die Federn, die sie dabei ab und zu verlieren gehören zu den begehrtesten Souvenirs, die der Park bieten kann – und das völlig kostenlos.

Dass das sogenannte „Edutainment“ im Park ganz groß geschrieben wird merke ich bei meiner nächsten Station: der Indoorshow. Zweimal am Tag wird hier eine Unterrichtsstunde zum Thema „Evolution des Fliegens“ gehalten. Allerdings ist die alles andere als trocken und langweilig. Kleine Filme und vor allem die Showeinlagen der Papageien und des Seidenhuhns Elvis lockern die anschaulichen und lustigen Ausführungen der Parkranger noch mehr auf.
Nebenan bei der Freiflugshow geht es ähnlich heiter zu: in kurzen Abständen fliegen die unterschiedlichsten Vogelarten herbei, führen kommentiert von den Rangern ihre besonderen Vogeltalente vor: die Harpyie zeigt ihren tödlichen Greifreflex und der Kondor seine Gleittalente. Abschließend zischen sie noch einmal über die Köpfe der Menge und sind dann schon wieder verschwunden, während ich noch am Staunen bin.

Vorsicht Fußgänger: In der Tropenhalle kreuzen Krontauben den Weg der Besucher (Foto: Gottmann)

Um mich davon überhaupt wieder befreien zu können, suche ich erneut die Nähe der Vögel, diesmal in der Tropenhalle. Würde ich die Wände des Gebäudes und den festen Steinpfad nicht sehen, könnte ich schwören, wirklich im Regenwald zu stehen. Die tropischen Pflanzen, umherhüpfenden Vögel und das leise Plätschern eines kleinen Wasserfalls im Hintergrund machen die Atmosphäre perfekt. Ich bin so versunken, dass ich fast über eine Krontaube stolpere. Die größte lebende Taube der Welt blickt mich beinahe vorwurfsvoll an und stolziert weiter ihres Weges.

Ich gehe derweil langsam zum Endspurt über: vorbei an furchterregenden Greifvögeln, denen ich lieber nicht ohne schützende Gitter begegnen möchte zu Tukanen  mit farbenprächtigen Schnäbeln. Von einem Ranger erfahre ich noch, dass diese beinahe federleicht sind und nur der Angeberei dienen, bevor der krönende Schlussmoment gekommen ist. Im „Toowoomba“, einer begehbaren Lori-Voliere, kann ich die kleinen Papageien mit einem Schüsselchen Nektar aus der Hand füttern. Die wissen natürlich Bescheid und sobald ich mich von der Verkäuferin abwende, hält ein ganzer Schwarm schon auf mich zu. Die Liebe ist groß, aber vergänglich. Sobald der Nektar leer ist, bin ich wieder uninteressant und kann mich ungestört, aber auch ein bisschen wehleidig dem Ausgang zuwenden.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr an dieser Stelle etwas über die innere Uhr des Baumes.

Alle Jahre wieder

Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der wir früher zu Schulzeiten grundsätzlich immer irgendwo unterwegs waren. Bei uns ging es meist nach Kroatien und nicht immer auch ans Meer. Wenn es aber so war, habe ich es immer ganz besonders genossen. Wobei das uns Kindern eigentlich egal war. Hauptsache weg. Heute nehmen die meisten Menschen in dieser Zeit ihren Sommerurlaub, liegen vorwiegend an den Stränden dieser Erde und lassen sich Kokosnuss schlürfend die Sonne auf den Bauch scheinen, um knackig braun gebrannt wieder nach Hause zurückzukehren.

Ein Traum: An solch einem Strand würde ich gerne Kokosnuss schlürfend die nächsten Tage verbringen (Foto: Lukenda)

„Nächste Woche geht es endlich in den Urlaub, zwei Wochen Griechenland. Sommer, Sonne, Strand, Wärme und gutes Essen. Und, wo geht´s bei dir hin?“ „Oh, also ich habe noch keinen Urlaub geplant… Vielleicht spontan… habe noch keine Ahnung wann oder wohin.“ „Oh, achso… Also wir gehen in dieses ganz tolle Hotel, der Strand liegt direkt vor unserer Nase. Ich freue mich schon so, endlich raus aus der Kälte hier!“ Genau das, was ich gerade nicht hören will. Und nein, es ist nicht so, dass ich mich nicht für andere freuen könnte. Das Gegenteil ist der Fall. Ich hätte nur auch so wahnsinnig gerne JETZT in diesem Moment Urlaub. Oder in ein, zwei, drei Wochen. Wäre gerne am Strand, egal ob in Kroatien oder an der toskanischen Küste. Einfach nur frei haben, weg sein und sich die Meeresbrise um die Ohren pfeifen lassen. Das wäre es.

Stattdessen weiß ich nicht, ob ich diesen „Sommer“ überhaupt an irgendeinem Strand liegen werde. Ein furchtbarer Gedanke. Wobei der Gedanke, mitten im August an egal welchem, überfüllten Strand zu liegen nun auch wieder nicht allzu prickelnd ist. Alles ist voll, überteuert, überall sind massenhaft Touristen unterwegs und kaum Einheimische. Okay, ich nehme alles zurück, so neidisch bin ich doch wieder nicht. Aber spätestens Mitte oder Ende September wäre ich gerne irgendwo herumgelegen, wo es schön warm ist. Mal sehen, ob das was wird.

Es ist nicht so, dass ich keinen Urlaub haben werde. Dieser wird eben nur Ende Oktober sein und ich werde mit Sicherheit nicht tagelang mit Buch in der Hand am Strand liegen. Ein Erholungsurlaub wird es auch nicht werden. Stattdessen werden mein Freund und ich uns mit elf anderen ein riesengroßes Appartement mit hoffentlich ebenso riesengroßer Terrasse mitten in der Metropole Barcelona teilen. Wie gesagt, keine Chance auf großartige Erholung und entspanntes Kokosnuss-Geschlürfe am Strand.

Sehnsucht: Dann denke ich eben an den letzten Urlaub im Süden (Foto: Lukenda)

Dafür Leben, Action, Spaß und eine wahnsinnig geniale Stadt! Ein bisschen Unsicherheit, wie das alles so wird, schwebt bei mir auch noch mit. Aber noch sind wir mitten im August, der hier nun endlich auch ein wenig sommerlicher daherkommt und noch werde ich jede Woche mit „Ach, endlich Urlaub!“ genervt und dem Gedanken, dass ich verflixt nochmal eben das jetzt nicht auch sagen kann.

ABER, ich werde es dafür sehr genießen und auskosten, wenn es endlich Mitte Oktober ist und ich sagen kann: „Nächste Woche geht es endlich in den Urlaub, zehn Tage Barcelona! Zehn Tage der Kälte und dem miesen Wetter entfliehen, zehn Tage lang werde ich Palmen sehen, den Strand und den südlichen Lebensstil genießen. Und das, während ihr alle arbeiten werdet, juhu!“

Vorschau: Nächste Woche wird Eva euch an dieser Stelle etwas über den Modellbau erzählen, das Hobby ist nicht nur bei Kindern sehr beliebt.

Kabinettsbibliothek, Kaffee und der süße Duft des Stadtlebens

Der Duft von frisch gefallenem Regen liegt in der Luft. Die großen Steinplatten des Ehrenhofs glitzern geheimnisvoll im Licht der gleißend hellen Sonne. Nur ein paar wenige Schäfchenwolken lockern das satte Blau des Himmels über dem Schloss ein wenig auf. Obwohl es noch früh am Morgen ist, herrscht hier schon reges Treiben.

Einen Besuch wert: Das Mannheimer Schloss (Foto: Beutler)

 Als Zentrum von Kultur, Kunst und Wissenschaft galt der Mannheimer Hof unter Carl Theodor, Erbe des Kurfürsten Carls Philipps, unter dessen Regenschaft der Schlossbau ab 1720 aufgenommen wurde. Nachdem das prächtige Bauwerk im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, erstrahlt es seit dem Wiederaufbau und den Restaurierungsarbeiten im Jahre 2007 wieder in neuem Glanz. Heute macht es  seinem großen Vorbild, dem Versailler Schloss, wieder alle Ehre.

 Zurückversetzt in eine längst vergangene Epoche – so könnte man das Gefühl beschreiben, das einen beim Betreten des teilweise zum Museum umfunktionierten Schlosses überfällt. Die prunkvoll ausgestattete Innenarchitektur, mehrere hundert originale Gemälde und Möbel lassen nicht nur die Herzen eingefleischter Historiker höher schlagen. Einen ganz besonderen Höhepunkt bildet der einzige, vollständig original erhaltene Raum: Die Kabinettsbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste. Die in zarten Rosé-, Rot- und Blautönen gehaltene Decken- und Wandbemalung, durchzogen von dezenten Goldapplikationen, wird durch den abenteuerlich verlegten Holzfußboden in so authentischer Weise abgerundet, dass im geneigten Besucher die Erwartung aufkommen könnte, die Kurfürstin selbst betrete jeden Augenblick den Raum, als sei es das Normalste auf der Welt.

 Noch leicht benebelt vom Geruch der geschichtsträchtigen Räumlichkeiten, vollgestopft mit Informationen zum Schloss und seinen ehemaligen Bewohnern, wird dem Museumsbesucher beim ersten Schritt hinaus auf den Ehrenhof schlagartige bewusst, in welchem Zeitalter er sich tatsächlich befindet. Junge Männer und Frauen schlendern geschäftig zwischen den beiden Schlossflügeln hin und her. Die Aprilsonne zaubert vielen ein Lächeln, dem ein oder anderen auch eine leichte Röte ins Gesicht. Das rege Treiben auf dem Ehrenhof hat seinen Grund: 1967 wurde aus der ehemaligen Wirtschaftsschule eine Universität. Rund 11.000 Studierende verteilen sich heute auf die insgesamt fünf Fakultäten: Volkswirtschaftslehre und Rechtwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Sozialwissenschaften und die Philosophische Fakultät. Bei so vielen unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten ist es kein Wunder, dass auch Herkunft, Sprache und Aussehen der Studenten bunt gemischt sind.

 Bei den ungewöhnlich sommerlichen Temperaturen hat es sich eine Gruppe junger Studenten in einer Ecke des Ehrenhofes gemütlich gemacht. Ein schwarzhaariger Junge mit südländisch-gebräuntem Teint lacht über das, was die ihm gegenüberstehende Blondine gerade erzählt hat. Diese schüttelt ihr langes Haar auf,  lächelt in die Runde, sagt etwas, klemmt ihre Tasche unter den Arm und läuft in Richtung Café EO.

Immer etwas los: Die Planken (Foto: Beutler)

 Als sie die schwere Glastür öffnet, schlägt ihr ein Raunen und Summen von hunderten von Stimmen entgegen. Das als Lounge, Bar und Cafeteria deklarierte EO ist bis auf den letzten Platz belegt. Auf den Tischen stehen Tabletts und Laptops. Einige der Studierenden essen, andere sind in Bücher vertieft. Die eindeutige Mehrheit jedoch unterhält sich angeregt. Der perfekte Ort, um das Studentenleben und dessen Mythos hautnah mitzuerleben. Der Duft nach frisch zubereitetem Essen liegt in der Luft: Putengeschnetzeltes mit Currysauce und knusprig-würzige Kartoffelecken. Fürs Erste tut´s am späten Vormittag aber auch ein Kaffee – das dachte sich wohl auch die blonde Studentin und macht sich mit einem Becher des wohlig duftenden Heißgetränks in der Hand auf in Richtung Innenstadt.

 „Das Herz der Einkaufsstadt Mannheim“ – so titelt mannheim.de. Und tatsächlich: Die sogenannten Planken bieten Shopping-Spaß pur. Von Wasserturm bis zum Paradeplatz reiht sich ein Geschäft an das nächste. An einem sonnigen Tag wie heute sind hier regelrechte Menschenmassen unterwegs. Und in diesem Getümmel aus wippende Köpfe, im lauen Wind flatternden Haaren, vom vergangenen Winter noch bleiche, nackte Arme und Beine ist die blonde Studentin blitzschnell verschwunden.

 Selbstverständlich hat Mannheim außer dem Schloss noch unzählige weitere kulturelle Angebote, aber wer verbringt seinem freien und noch dazu von der Sonne so verwöhnten Tag schon gerne in düsteren Museen und Ausstellungen, während draußen zwischen Eisdielen und Mode-Boutiquen das Stadtleben pulsiert?

Kurzinformation:
Öffnungszeiten Mannheimer Schloss:
Di. bis So. und an Feiertagen
10.00 – 17.00 Uhr
letzter Einlass um 16.30 Uhr

Museumsführungen:
täglich 11.00 und 15.00 Uhr
Sa.: 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
So. und Feiertage stündlich 11.00 – 16.00 Uhr

Öffnungszeiten Café EO:
Mo. bis Fr.: 9.00 – 20.00 Uhr
Sa.: 10.00 – 16.00 Uhr

Vorschau: Stockholm – was es in der Hauptstadt Schwedens alles zu erleben gibt, lest ihr nächste Woche in einem Bericht von Johanna.