Geplant – Verplant

Alles geplant? Wer seine Zeit einteilt, hat oft mehr davon (©Maurits Malgo / pixelio.de)

Alles geplant? Wer seine Zeit einteilt, hat oft mehr davon (©Maurits Malgo / pixelio.de)

Mein Alltag ist hektisch. Dafür sorgen, dass die Kinder gegessen haben, Kindergartentaschen richten, Spülmaschine ausräumen, Spülmaschine einräumen, Kinder in den Kindergarten bringen, Arbeiten gehen, Recherchieren, Artikel schreiben, Masterarbeit schreiben, Katze füttern, Schwangerschaftsvorsorge, Kinder aus dem Kindergarten abholen, Einkaufen, Aufräumen, Kochen, Kinder ins Bett bringen. Und dann habe ich eventuell noch ein paar Minuten, um ein Buch zu lesen, noch ein paar Zitate zu überprüfen und mich zu duschen, ehe ich scheintot ins Bett falle.

Hektisch, ja. Stressig, ja. Schlimm? Überhaupt nicht! Not macht erfinderisch, und meine Not kann nicht als solche bezeichnet werden. Ich habe mir ja die Eckpfeiler meines Lebens ausgesucht. Studium, Kinder, Ehe, Arbeit, das alles wollte ich und ich wollte nicht warten, bis ich eines abhaken konnte, um zum nächsten zu gelangen. Getreu dem Motto „I want it all and I want it now“ sammle ich stattdessen immer mehr Elemente, die mein Leben aus meiner Sicht vervollständigen. Marmelade kochen, Gurken einmachen, Vereinsarbeit. Alles geplant also. Wer hat gesagt, eine arbeitende Frau könne nichts mehr neben dem Beruf haben, oder eine Mutter nichts mehr neben ihren Kindern? Humbug! Geht alles.

Alle Termine im Blick: wer viel geplant hat, muss auch vieles beachten (©GG Berlin / pixelio.de)

Alle Termine im Blick: wer viel geplant hat, muss auch vieles beachten (©GG Berlin / pixelio.de)

Eines aber macht mein Leben nötig, so wie viele andere auch: Selbstorganisation. Das heißt nicht nur, dass ich wissen muss, wann die Spülmaschine ein oder auszuräumen ist, die Wäsche aufzuhängen oder zu waschen. Das heißt nicht nur, dass ich meine Termine und die meiner Familie immer im Blick haben muss. Ich muss koordinieren, wann ich was erledige, so dass ich weder in Verzug gerate, noch ein anderer Teil meines Alltags darunter leidet. Beispiel? Momentan schreibe ich täglich etwa fünf Seiten für meine Masterarbeit. Das versuche ich stets zu erledigen, ehe mein Mann heim kommt oder die Kinder abgeholt werden müssen. Meinem Mann bleiben für solche Aufgaben wegen der längeren Arbeitszeit nur die Stunden, wenn die Kinder im Bett sind. Geht auch.

Die Wahrheit ist doch, jeder von uns muss irgendwann anfangen sich selbst zu organisieren. Manche lernen schon zu Schulzeiten, für ihre Hausaufgaben und Hausarbeiten selbst verantwortlich zu sein, ohne dass Mama immer dahinter steht und den Zeigefinger schwingt. Andere werden auch im Studium noch so verhätschelt, dass sie keine Zugfahrt überstehen, ohne dass ihnen ein Elternteil übers Telefon Anweisungen gibt, wo sie aussteigen müssen oder wann der nächste Zug fährt. Viele schaffen es auch, sich vom Elternhaus gleich in eine Beziehung zu stürzen, in der der andere die Mehrheit der Entscheidungen trifft und damit auch die Verantwortung trägt. Es gibt sie also, die Menschen, die mit 30 noch nicht begriffen haben, wie sie ihren Alltag organisieren können. Die bis Nachmittags im Bett liegen und sich dann wundern, wenn die Geschäfte schon zu haben, weil Mittwoch ist. Die sich sorglos frei nehmen und nicht verstehen, dass andere auf Ferienzeiten oder Urlaubstage angewiesen sind.

Feierabend? Auch Erholung wird geplant (©Günther Gumhold / pixelio.de)

Feierabend? Auch Erholung wird geplant (©Günther Gumhold / pixelio.de)

Selbstorganisation ist wichtig. Durch sie wird mein Alltag zwar hektisch aber auch schön. Ich kann das Kuscheln mit meiner Tochter genießen, ohne an unkorrigierte Arbeiten denken zu müssen, die auf mich warten. Ich kann die Füße hochlegen, verschnaufen, lesen, fernsehen oder einfach nur nichts tun, weil ich weiß, dass ich meine Arbeit erledigt bekomme. Alles geplant. Und die Tage, an denen es nicht so gut funktioniert, wenn ein Kind krank wird, oder ich selbst einen Presslufthammer im Kopf habe, wenn jeder Zug Verspätung hat und mein Mann im Stau steht, diese Tage fallen nicht so schwer ins Gewicht. Sie gehen vorbei, denn schon meine Mutter wusste: Morgen sieht alles ganz anders aus.

Für viele von uns ist Selbstorganisation selbstverständlich. Doch sich in Erinnerung zu rufen, dass wir sie erst lernen musste und dass andere sie vielleicht noch lernen müssen, hilft uns nicht nur zu erkennen, wie wichtig sie ist. Wir erkennen auch, wo unsere Planung  vielleicht nicht so rund läuft, und bei wem wir gar keine entdecken können. Organisation ist die Ordnung unseres Alltags, aber sie muss nicht perfekt sein. Denn nur, wo es Chaos gibt, kann es auch Ordnung geben. Nur, wenn wir wissen, wie es ist, wenn nichts mehr klappt, können wir uns freuen, wenn einfach mal alles aufgeht. Denn mal ehrlich: wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert.

Vorschau: Nächste Woche gibt es von Sascha einen Perspektivenwechsel, wenn er über eine Stadtführung in einer Fremdsprache berichtet.

Zwischen Wahn und Sinn: die Weltmeisterschaft

Der Ball ist rund - An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Der Ball ist rund – An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Oh weh! Wir sind alle hoffnungslos verloren. In den nächsten Wochen werden Züge zu spät kommen, Schulstunden werden ausfallen und das Grillfleisch im Supermarkt zur hochgesuchten Mangelware. Die WM steht vor der Tür. Und mir ihr kommen Autokorsos, die Tote wecken könnten, brasilianische Schokoriegel und ein Farbenmeer aus Schwarz-Rot-Gold. Wahnsinnig, wahnsinnig sind wir alle und am wahnsinnigsten sind die, die meinen, unbeteiligt davon zu kommen.
Auf meinem Esstisch türmen sich die Fußball-WM-Sammelkarten, meine Tochter mischt sie jeden Tag, wirft sie durch die Luft und tunkt sie in ihre Essen, wenn sie satt ist. Meine Tochter ist eins und, ohne es zu wissen, schon Teil des grassierenden WM-Fiebers. Auch den Spielplan, den ich mir im Wohnzimmer vorsorglich zurecht gelegt habe, zerpflückt sie regelmäßig und ich falte ihn artig wieder zusammen. Ja, ich bin es, die meine Familie mit den Namen der Spieler und den Terminen der Spiele vertraut macht, immerhin will ich auch diesmal wieder einen lyrischen Kommentar zu den deutschen Spielen auf meiner Facebookseite bieten. Doch ich fiebere auch wirklich mit, wenn Klose aufs Tor zustürmt, Schweinsteiger die Vorlage liefert und Neuer hinten die Schussrichtungen der Gegner vorhersagen kann.
Schuld daran ist mein Vater, dessen „Tor“-Rufe mich schon als Kind nachts aus dem Schlaf gerissen haben. Mein Mann dagegen lächelt gütig, wenn ich rechtzeitig zum Startschuss vor dem Fernseher sitzen will. Er zuckt mit den Schultern. Fußball, na und? Schön finde ich das, denn wie die meisten Pseudo-Fußball-Verrückten sind mir Bundesligaspiele ziemlich egal. Den leichten Patriotismus von Weltmeisterschafts-Länderspielen aber, finde ich gut und gesund. Immerhin hat sich vor der WM in Deutschland 2006 kaum jemand getraut, eine deutsche Fahne in seinem Garten zu hissen. Heute schmückt das gute Stück Autospiegel, Hauswände und Wangen.

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Wie immer treiben wir Deutsche es bunt, bunter, am buntesten. Das Gastgeberland Brasilien bietet für den „normalen“ Deutschen, für den das Internet Neuland ist und Snowden so ein komischer Amerikaner, genug Fernländisches und Exotisches, um mit dem Vuvuzelawahn der WM in Südafrika mithalten zu können. Wann immer es um die anstehende WM geht, sehen wir halbnackte Tänzerinnen, bekommen geschärftes Grillfleisch und mit exotischen Früchten versehene Schokolade vorgesetzt. Als wären ballrunde Mini-Würstchen und Schokolinsen in den Farben der Deutschlandfahne nicht schon ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mensch, Leute, es ist WM. Habt ihr wirklich gedacht, ihr kommt drum rum?
Mal ehrlich. Wer glaubt schon daran, die Ergebnisse des Turniers nicht brühwarm von Arbeitskollegen, Kommilitonen, dem Nachbarn am Gartenzaun oder der Autokarawane, die hupend durch die Straßen fährt, mitgeteilt zu bekommen. Froh sein kann, wessen Nachbar vom letzten Feuerwerk nicht noch ein paar Knaller aufgehoben hat, um eventuellen Torschüssen zu huldigen. Und all denen, die jetzt schon sagen, sie wollen nicht, aber auch gar nichts von der WM zu hören bekommen, rate ich sämtliche Nachrichtenplattformen und soziale Netzwerke in den nächsten Wochen zu meiden. Am besten ihr versteckt euch mit einer „Nichts-sehen-nichts-hören“-Brille im Bett und wartet, bis die Welt das WM-Fieber ausgeschwitzt hat.

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft(©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft (©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Nein, schön ist das nicht mehr. Öffentliches Fußballgucken kann aber auch amüsant sein. Die Bilder aus den Nachrichten, wenn tausende Menschen mit offenen Mäulern auf die Leinwandstarren, gemeinsam die Arme nach oben werfen oder sie enttäuscht wieder fallen lassen zeigen: wir sind Hühner auf der Stange, Lemminge auf den Weg in den Abgrund. Die Diskussionen um den Austragungsort Brasilien sind nicht vom Tisch, aber doch weit im Hintergrund. Und mal ehrlich, das ist nicht in Ordnung, das ist Mist, es ist weder fair noch gerecht, was in Brasilien vor sich geht. Die unwürdigen Baubedingungen der WM-Stadien sind bereits vergessen, die Proteste gegen miese Bezahlung und miese Behandlung sind Bilder von Menschen, die das Medienaufgebot auszunutzen scheinen. Pustekuchen. Die Brasilianer protestieren immerhin nicht erst seit gestern. Und von unserem hohen Ross einer Nation, die gerade den Mindestlohn einführt, ist schnell ein mitleidiger Blick in Richtung Südamerika geworfen.
Ein bitterer Nachgeschmack, den die Weltmeisterschaft uns bietet. Und doch ist es mit ihm, wie mit der WM selbst. Wir können nicht nicht darauf reagieren, denn selbst die, die die Proteste eiskalt ignorieren zeigen nur ihre Ignoranz. Wir sind Wahnsinnige, Fußballwahnsinnige, die bereit sind, wegzuschauen, um hinschauen zu können. Mit Würstchen in Ballformat und kleinen Gummi-Fahnen als Nascherei. Wer gewinnt, wollt ihr jetzt noch wissen? Auf keinen Fall die brasilianische Bevölkerung, die diversen Anbieter der WM-tauglichen Produktpaletten auf jeden Fall, und der Wahnsinn sowieso. Denn eines wissen wir alle: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Vorschau: Nächste Woche erklärt Sascha euch hier, warum manche Sportler trotz Doping-Verstößen noch Vorbilder für ihn sind.

Neues Jahr – neue Mode! Wie kleidet sich frau im Sommer 2014?

Obwohl sich hierzulande die Temperaturen langsam aber sicher Richtung Winter bewegen, wagt die Mode-Redaktion heute eine kleine Vorschau auf den Sommer 2014.

Wer auch im neuen Jahr 2014 die Mode-Trends nicht verpassen will, der sollte bei seiner Klamotten-Wahl auf Maxi-Rüschen oder totale Transparenz setzen. Denn das ist es, was unter anderem im neuen Jahr in keinem Kleiderschrank fehlen darf.

transparente Bluse

Foto: Zara

Große Marken, wie zum Beispiel Bottega Veneta, Fendi, Hermès, Dior oder Chanel, setzen die neuen Trends und zeigen auf den Laufstegen, wie frau sie zu tragen hat. Mut zur Dekoration ist gefragt, denn die schon fast skulptural aussehenden Volants auf kurzen Spitzenkleidern in pastelligen Tönen sind ein Must-Have für diesen Sommer. So wirkt die Trägerin durch das Volumen der Kleider und die angesagten Blumenprints manchmal wie ein verpacktes Geschenk. Doch wer freut sich nicht über ein Geschenk?

Im Sommer 2014 heißt es auch: Weg von den Maxi-Kleidern und hin zu mehr Beinfreiheit. Denn auch das wird ein neuer Trend sein. Man hat genug von Skinny-Hosen und versucht nun, Alternativen dafür zu finden. Die sogenannten Culottes (zu Deutsch „Schlüpfer“) sind sehr weit und knie- oder wadenlang und oft fast nicht vom Rock zu unterscheiden. Wer sich eher sportlich kleiden möchte, greift zum knielangen Modell, wer es jedoch eher elegant mag, der sollte Ausschau nach dem wadenlangen Modell halten. Mit dem richtigen Styling können die bequemen Culottes auch vorteilhafter sein, als die beliebte Röhre.

typische, wandenlange Culotte

Foto: Zara

Auch Kleider aus Seidenplissées sind sehr gefragt in diesem Sommer. Marken wie Lanvin oder Givenchy sind begeistert vom formbaren Faltenmaterial und schicken ihre Models damit auf den Laufsteg.

Dass Kunst und Mode noch nie weit voneinander entfernt waren, wird in diesem Sommer besonders deutlich. Bunte, von der Kunst inspirierte Prints machen Kleider zu einer Leinwand. Besonders Karl Lagerfeld setzte dieses Thema in seiner neuen Kollektion konsequent um: Er ließ seine Models teilweise mit einem Zeichenblock und einem Pinsel über den Catwalk laufen. Solche Prints wirken frisch und bereiten uns im Sommer gute Laune.

Wenn ihr wissen wollt, welche Trends die Herren der Schöpfung im Sommer 2014 erwarten, lest es einfach HIER nach.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles rund um die Berliner Fashion Week.

Weihnachtsspecial Teil 2 – SIE beschenkt IHN: Schöne Bescherung für den modischen Mann

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht – spätestens jetzt gibt es vor dem heiligen Fest kein Entkommen mehr. Zwölf Tage bleiben uns noch, um uns neben dem alltäglichen Wahnsinn nun zusätzlich mit der ominipräsenten Frage nach DEM richtigen Weihnachtsgeschenk auseinanderzusetzen.

Unter besonderem Druck dürften wohl dieser Tage die Liebenden stehen. Denn wann, von Geburts-, Valentins- und Jahrestag mal abgesehen, könnte man seinem Gegenüber besser zeigen, was man empfindet, als unterm Christbaum?

Nachdem sich die Herren der Schöpfung vergangene Woche  bereits inspirieren lassen durften, sind heute die Damen an der Reihe. Face2Face hat auf einige Weihnachtseinkaufslisten linsen dürfen und präsentiert euch daraus nun die modische Crème de la Crème, mithilfe derer sich auch kurzentschlossene Shoppingqueens noch fürs Fest der Liebe wappnen und den Beschenkten ganz bestimmt ein frohes Fest bereiten können:

Beginnen wir mit der 24-jährigen Sonderschullehramts-Studentin Lisa aus Mainz, die beschlossen hat, sich in diesem Jahr auf Vergangenes zu berufen. Letztes Weihnachten nämlich gab es für ihren Freund eine Lomo-Kamera, die jetzt, so findet sie, endlich eine adäquate Kameratasche verdient. Generell scheinen Accessoires wie Taschen und Hüllen für unsere Elektronik in diesem Jahr schwer angesagt zu sein. Das gilt bei weitem nicht nur für Handys, für die es heutzutage bekanntlich allerhand glitzernden und funkelnden Schnickschnack gibt, der allerdings nur in den seltensten Fällen über einen ästhetischen Zweck hinaus auch einen praktischen Nutzen erfüllt. Das ist – und das wird vor allem einen Tollpatsch freuen – bei Hüllen, Tasche oder anderen Schutzvorrichtungen anders, da diese in erster Linie dazu dienen sollen, unsere technischen Alltagshelden selbst bei Schmutz und Extremsportarten am Leben zu erhalten. Außerdem sind sie in rauhem Leder und gedeckten Farben in Männerhänden liegend natürlich auch absolut hübsch anzusehen.

Zusätzlich entschied sich Lisa, ebenso wie auch die 21 Jahre alte Lehrämtlerin Melanie aus Kassel, dafür, ihrem Herzbuben an kalten Tagen Wärme zu spenden, selbst wenn sie einmal nicht bei ihm sein kann. Die Geschenkidee mag leicht abgedroschen klingen, ist aber modisch gesehen gerade in dieser Saison ein absolutes Must-Have: Der Winterschal: In Grobstrickfassung, ob nun in Handarbeit gefertigt oder mit Bedacht im Lieblingsladen ausgewählt, taugt er als ständiger Begleiter fast so sehr wie die Freundin selbst. Das favorisierte Modell ist und bleibt dabei der Tube-, auch Loopscarf oder zu Deutsch Schlauchschal genannt, der sich an Männlein wie Weiblein locker umgelegt hervorragend trägt. Farblich sollten der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt werden, sofern man dabei stets die Farbe von Winterjacke oder -Mantel seines Partners im Blick behält, damit sich diese nicht mit dem kuscheligen Accessoire beißt, aber dabei dennoch unter Umständen farblich einen Akzent setzt.

Herzblatt

Was mit Herz: Für unser Herzblatt soll es alle Jahre wieder zum Weihnachtsfest etwas Besonderes sein. (Foto: T.Gartner)

Bei der angehenden Humanmedizinerin Anna Maria aus Kiel hingegen darf es etwas ausgefallenes sein, das ebenso besonders ist wie ihr Freund selbst. Als bekennender VW-Fahrer fehlt ihm, so die 23-jährige, der zu seinem Cabrio passende Schlüsselanhänger. Einen solchen hat sie für ihn aufgetrieben und will ihn damit ein Statement setzen lassen. Vielleicht bringt uns das ja auf die Idee, unsere Accessoire-Liste noch um eine hübsche Idee zu ergänzen. Allerdings macht auch gerade sie uns bewusst, dass Individualität bei der Geschenkauswahl ein nicht ganz unwichtiges Kriterium darstellt. In Wahrheit ist es sogar höchst bedeutsam, schließlich sagt das Geschenkte nicht nur eine Menge über die Frau als Schenkerin selbst, sondern im Idealfall ebenso viel über den Bescherten aus. Schließlich soll ja gerade letzterem eine Freude gemacht werden.

Also ist im Vorfeld höchste Aufmerksamkeit gefragt – und womöglich das ein oder andere spitzfindige Nachhaken.
Wovon spricht er immer wieder, beklagt er sich über etwas, das in letzter Zeit immer wieder fehlt oder womöglich gerade kaputt gegangen ist? Melanie formulierte es ganz richtig: „Mein Freund ist manchmal einfach zu geizig, um sich selbst eine Freude zu machen.“ Diese „Schwäche“ sollte die Frau an Weihnachten für sich nutzen.

Nicht viel falsch machen kann man darüber hinaus mit Düften, wie etwa Jean Paul Gaultiers Klassiker „Le Male“ und modischen Fanartikeln wie zum Beispiel Band-Shirt, genau wie Melanie es für ihren Freund eingekauft hat, sofern der Musikgeschmack des Mannes nicht gerade Gruppen mit absonderlichen Namen und Motiven vorsieht.

Abschließend lässt sich wohl feststellen, dass das Erfolgsrezept für ein perfektes Weihnachtsgeschenk offensichtlich noch nicht erfunden wurde. Vermutlich ist das aber auch ganz gut so, denn sonst gäbe es wohl erstens nicht alle Jahre wieder Weihnachtsspecials wie diese und zweitens würden alle Frauen ihren Männern die Glossybox for men oder ein Paar Unterhosen schenken – es lässt sich schnell erahnen, was von beidem dem Herrn wohl häufiger untergekommen sein dürfte – und vor allem wäre das Fest der Liebe oder vielmehr dessen Sinn schlichtweg verfehlt. Schließlich sollte trotz Konsumrausch und dem leider immer wieder zum Schenken verpflichtenden Zugzwang immer noch die Verbindung zwischen zwei Menschen im Vordergrund stehen. Oder, wie BWL-erin Hanna es so schön ausdrückte: „In diesem Jahr bekommt mein Freund En Kuss und en diggen Abbel!“

Vorschau: Alles, was es über die Sendung “Fashion Hero” zu wissen gibt, erfahren wir von Moderedakteurin Clarissa in der nächsten Woche.

Mann oder Frau? …

… Das ist hier die Frage. Wer sich in der Modewelt ein wenig auskennt und ab und zu die aktuellen Trends verfolgt, der erkennt schnell, dass zurzeit für ein wenig Verwirrung auf den Laufstegen gesorgt wird. Natürlich existiert dieser Trend nicht erst seit gestern, doch es scheint, als sei er heute erst richtig in der Modebranche angekommen und hat sich vor allem diesen Herbst und Winter, teilweise auch im Sommer schon, so richtig durchgesetzt.

Frauen tragen geradlinige, maskuline Schnitte und Männer lange Röcke. Sogar die Jeans wird für das männliche Geschlecht immer enger, wobei Frauen in vielen Geschäften und Modezeitschriften die sogenannte Bundfaltenhose oder Boyfriend-Jeans vorfinden, die gerne in Kombination mit einem Blazer getragen werden. In vielen Mode-Stores oder sogar bei Ketten, wie H&M und ZARA findet frau Blazer im Boyfriend-Schnitt, der etwas länger sind, als die normalen Blazer, die Frauen bislang zu einem Kostüm getragen haben. Dazu schlüpft sie in Budapester oder sportliche Vans, und kann, wie Jenna Lyons, die die Chef-Designerin vom amerikanischen Label J.Crew ist, damit fast schon auf den roten Teppich oder auf schnieke Veranstaltungen gehen.

Auch oft zu sehen auf den Laufstegen sind Hemdblusen, die man unter einem Strickpullover trägt – natürlich in Kombination mit einer Bundfaltenhose, bunten Socken und umgeschlagenem Saum.

Nun fragt sich unser eins, wie man da die weiblichen Kurven sexy in Szene setzen soll. Alles ist kastig geschnitten, sogar die Wintermäntel umschmeicheln nicht mehr die Weiblichkeit wie etwa ein Daunenmantel mit Gummizug auf Taillenhöhe. In der September-Ausgabe der Zeitschrift „InStyle“ heißt es: „die neuen Jacken sind tough statt feminin“. Hierbei geht es um Bomberjacken und Parkas im Millitary-Look und Lederjacken, die diesen Winter in keinem Kleiderschrank fehlen dürfen.

Oft sieht man auf den Laufstegen aktuell gerade auch die Frau, die den typischen Herrenhut trägt, was ihr einen eher strengen und maskulinen Ausdruck verleiht. Das Accessoire, was einst einmal Herrenhut genannt wurde, ist für die Frau nun kaum noch wegzudenken. Im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten, in denen der Hut noch als Symbol für gesellschaftliche Zugehörigkeit – oder Ausgrenzung – galt, drückt er heute vor allem eins aus: Power!

Im Vergleich dazu findet man bei den Männern auf den Laufstegen eher einen Ausdruck der ihre feminine Seite unterstreichen soll. Enge Hosen, lange Shirts und oftmals mit einer Handtasche ausgestattet laufen sie über die Laufstege von heute.

Im Sommer waren sogar auch die Shorts keine Bermudas mehr, sondern knappe Höschen, die man kaum von unseren Hotpants unterscheiden konnte. Diesen Winter können wir allein schon wegen des Schnittes der Winterjacken kaum unterscheiden, ob wir da einem heißen Boy, oder einer modebewussten Lady hinterher schauen. Auch bei den Schuhen wird nicht mehr zwischen den zwei Geschlechtern unterschieden – außer bei der Größe vielleicht. Mann trägt jetzt nämlich auch Stiefel zum langen Wintermantel.

Außerdem muss man als modebewusster Kerl diese Saison nicht nur Karotten im Gemüsefach haben, sondern auch im Kleiderschrank. Gemeint sind die sogenannten „Karottenhosen“, die man bisher nur im Kleiderschrank einer Frau gefunden haben dürfte. Wem diese Hosen nichts sagen, der kann sich darunter eine Art Bundfaltenhose in 7/8-Länge vorstellen, deren Form einer Karotte gleicht.

So viel Weiblichkeit war uns bei unseren Herren bislang unbekannt. Für die Ladies gilt: Solang der Kerl sich noch verhält wie ein Gentleman, ist der Modestil Nebensache und er darf sich gerne auch etwas modebewusst und femininer zeigen.

Für die Jungs bleibt zu sagen: Ganz ist die Weiblichkeit der Frau natürlich nicht verschwunden. Ebenfalls sehr trendy und aktuell sind kurze Hosen kombiniert mit Overknee-Stiefeln sowie die Sanduhr-Silhouette, die durch High-Waist-Hosen und Bleistiftröcke sehr schön zur Geltung gebracht werden kann.

Dennoch kann man sagen: Die Frau von heute tritt mit einem ganz anderen Flair auf die Straße. Sie ist tough, elegant und graziös und scheint zu wissen was sie will.

 Vorschau: Nächste Woche dreht sich alles rund um Nagellack. Seien wir gespannt!

Lookism – Warum nicht nur innere Werte zählen

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, „Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband“, – ja, dergleichen Sprichwörter gibt es einige. Sie alle drehen sich rund ums Verhältnis zwischen Innen und Außen, zwischen Oberfläche und Inhalt, zwischen dem Offensichtlichen und dem Verborgenen. Vor allem Vertreter der sogenannten inneren Werte und damit einem Freund von mir zufolge auch Opfer des „Lookism“ würden den eben zitierten Sprichwörtern ohne lange Bedenkzeit beipflichten.

Doch ich, aus meiner Täter-Perspektive heraus, sollte dem vielleicht eine Definition des Lookism voranstellen, zumal sie mir vor nicht allzu langer Zeit selbst erstmals zu Ohren kam:

Lookisten machen sich der Vorverurteilung anderer anhand ihrer Optik schuldig. Sie ziehen ihre Schlüsse über die Menschen, indem sie ihre Kleider, Haare oder Körperpflege betrachten. Im Volksmund nennt man ein solches Verhalten in höchstem Maße oberflächlich. Ich jedoch nenne es in erster Linie natürlich und damit alles andere als verwerflich.

Es mag sein, dass der ein oder andere gegen meine Reduktion des Wesentlichen auf das mit bloßem Auge Sichtbare sogleich heftigen Widerspruch einlegen möchte. Ebenso ist es wahrscheinlich, dass meine Worte an so manchem Vertreter des stilistischen Minimalismus eiskalt abprallen. Für alle Übrigen hoffe ich ein für allemal als Sprachrohr fungieren zu können, eine Solidarisierung mit den im Alltag vom umgangssprachlichen Augenkrebs Geplagten zu schaffen und nicht zuletzt auf die Vielheit der Bereiche aufmerksam zu machen, in denen sich Aussehen sehr wohl noch eines wachsenden Stellenwerts erfreut.

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The look of love: Verliebtheit sollte beim eigenen Spiegelbild anfangen (Foto: P.Werth)

 Womöglich tut es mir nicht direkt im Herzen weh, wenn ich, wie so oft, als oberflächlich betitelt werde, nur weil ich – wie leider ebenfalls viel zu oft – anmerken muss, dass dieser oder jener sich in meinem unmittelbaren Sichtfeld Befindende grauenhaft gekleidet oder scheußlich geschminkt oder aber furchtbar frisiert ist. Mich tangiert die Bewertung meiner Person an dieser Stelle nicht etwa deswegen peripher, weil ich mich selbst als schöner, besser, stilvoller oder gar nicht kritisierbar ansehe – das tue ich beim besten Willen nicht, denn auch ich habe schon meine fiesen Faux-Pas gelandet, wie private Archivbilder dokumentieren. Nein, mir ist es allein deswegen einerlei, dass man mich als oberflächlich einstuft, weil ich die Bedeutung des Wortes zu kennen vermag. An der Oberfläche kratzen, das ist schließlich, wenn man auf Tiefgang verzichtet und Menschen nicht „trotzdem“ – das heißt, obwohl man von ihrer Optik nicht viel hält – bereitwillig Teil seiner Lebenswirklichkeit sein lässt. Oberflächlich ist, worunter nichts steckt, oberflächliche Personen sind leere Hüllen.

Lookisten unterscheiden sich folglich nicht nur per Definitionem von den Oberflächlichen. Lookisten sind darüber hinaus sogar als Prüfsteine und damit als kleines, aber dabei gleichzeitig unabdingbares Rädchen im Getriebe unserer in vielerlei Punkten deutlich zu unkritischen Gesellschaft. Sie entscheiden über Hop oder Top in nicht von der Hand zu weisenden Bereichen wie Mode, Stil, Beauty – mit anderen Worten dem gesamten ästhetischen Areal. Alle Freunde der Kunst werden meinen Ausführungen zustimmen, schließlich wissen sie, dass Ästhetik bei allen Vorwürfen, subjektiv und damit nicht einheitlich messbar zu sein, doch stets ein Kriterium ist und bleibt, welches über Aufstieg und Fall von Kunstwerken entscheidet. Und was ist der Mensch, wenn nicht ein wandelndes Bisschen Kunst? Oder, anders gefragt: Wie viel Kunst steckt in jedem und jeder von uns? Wie viel ästhetisches Potential wartet darauf, in die Freiheit entlassen zu werden? – Die Antwort lautet: Eine ganze Menge.

 Womöglich mehr, als sich die ewig gegen die Lookisten Auflehnenden träumen lassen. Mit ein bisschen Hilfe von einem erfahrenden Lookisten wäre auch aus den erbitterten Widerständlern schnell ein Augenschmaus gezaubert, der dem Selbstbewusstsein des Verwandelten und den dieses Lobenden gleichermaßen nützt.

Und wo wir schon beim Thema Nutzen angelangt sind: Aussehen ist zweifelsohne brauchbar. Man beginne beim Vorstellungsgespräch, bei dem ein gepflegtes Äußeres a priori Pflicht ist. Weiter geht es beim Date – warum sonst besingt Dusty Springfield den „Look of Love“ mit solchem Nachdruck – dicht gefolgt von einer ganzen Branche, die uns alle zunehmend beeinflusst, mögen wir sie auch noch so unermüdlich verteufeln: Die Werbung. Ohne sie würde es zum einen zwar keine Konsumkritiker geben, da kein Konsum angekurbelt würde, doch zum anderen würde es uns auch an so vielen ansehnlichen Werbegesichtern fehlen, die nicht nur ihre Brötchen damit verdienen, in die Kamera zu lächeln, sondern auch damit, die Gemüter freiwilliger wie unfreiwilliger Betrachter mit ihrem Erscheinungsbild zu erheitern.

Dieses Spiel ließe sich an dieser Stelle noch eine Weile weiter treiben, doch ich beschließe dieses kleine Plädoyer lieber mit einem praktischen Aufruf als mit noch mehr trockener, lookistischer Theorie: Leute, macht was aus euch! Bei aller Wahrheit, die im kleinen Prinzen und seinem sehenden Herzen steckt, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass der erste Eindruck noch immer zählt. Wenn das gewisse (zumeist optische) Etwas überzeugt hat, ist es für das in der Regel schüchterne Wesentliche überhaupt Zeit, zum Vorschein zu kommen. Bitte versteht mich richtig, dies ist keine Hommage an den krankhaften, operativen Schönheitswahn, keine Forderung nach dem verbissenen Streben nach utopischen Maßen oder gar der Uniformierung von Individuen. Im Gegenteil, ich plädiere hier für den Genuss, im ästhetischen wie im kulinarischen wie auch nicht zuletzt im weltlichen Sinne. Um den sprichwörtlichen Kreis also wiederum mit einem Sprichwort zu schließen: Das Auge is(s)t mit.

Vorschau: Was hat es mit dem Pareto-Prinzip auf sich? Wir erfahren es in der kommenden Woche von Kolumnist Sascha.

Das Phänomen Tussi – wer sie ist, woher sie kommt und wo sie eigentlich hin will

Tussis begegnen uns im Alltag regelmäßig. Ob in der Fußgängerzone, der Straßenbahn oder abends auf der Piste – letztes ist ihr bevorzugtes Territorium – sind sie aus dem Stadtbild praktisch gar nicht wegzudenken.

Da sie das genaue Gegenteil von Tarnung betreiben, lassen sie sich auch nur unschwer an den immergleichen Merkmalen erkennen: Mehrschichtig aufgetragene Foundation, schwarz getuschte oder, in fortgeschrittenem Tussi-Stadium, lange, mit Klebstoff befestigte, künstliche Wimpern zu glitzerndem Lidschatten im Smokey-Eyes-Look und feuerroten Lippen. Dank der Reizüberflutung für das menschliche Auge kaum noch wahrnehmbar sind die Maske aus Puder und die knallpink gerougten Wangen. Ein Hingucker sind außerdem die Brauen, die zumeist hauchdünn gezupft oder wahlweise abrasiert und mit Augenbrauenstift nachgezogen wurden. Die Nageldesign-Variationen reichen zudem von schrillen Farbtönen über Drachenmotive und Tribal-Verzierungen bis hin zu dramatischen Überlängen der French-Tips.

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Manche mögen’s opulenter: Tussis tragen Perlen, Strass und Diamanten im Überfluss (Foto: T.Gartner)

Doch auch in Sachen Haarstyling und Outfit lassen sich die Tussis gestern wie heute nichts anbrennen. Sie haben es gern ausgefallen, um aufzufallen und darüber hinaus eine klare Zugehörigkeit auszudrücken. Protzige Sneakers – man erinnere sich an das Aufkommen (und das ebenso schnelle wieder Versumpfen) der von Rapperin Missy Elliot designten „Respect M.E.“-Kollektion – sind schließlich nicht einfach protzige Sneakers. Sie sind auch immer ein Fashion-Statement und zugleich eine Solidarisierung mit dem Hiphop und den legeren Streetwear-Styles.

Weitaus lieber als auf leisen Sohlen sind Tussis allerdings auf hohen Hacken unterwegs. Je schwindelnder die Absatzhöhe, desto glänzender der Auftritt. Sie gewinnen damit nicht nur die Anerkennung ihrer Mitmenschen („Wow, wie kann sie auf diesen High Heels bloß laufen, ohne sich beide Beine zu brechen?“), sondern nehmen auch eine unnachahmlich imposante Körperhaltung an. Niemand würde so auch nur auf die Idee kommen, sich einer über den Asphalt staksenden Tussi in den Weg zu stellen. Ja, man muss wahrlich zugeben: Die Optik einer Tussi ist bisweilen angsteinflößend.

Der Grat zwischen Ästhetik und Alptraum scheint damit folglich ein schmaler zu sein und ist, wie so oft, höchst subjektiv. Die Tussi hält ihr Erscheinungsbild, auch wenn man bei einem Blick in ihr Kosmetiktäschchen eher auf Manhattan und Essence stößt als auf MAC und Estée Lauder, für die ausgekochte Perfektion. Diese scheinbar durch nichts in der Welt trübbare Selbstsicherheit macht eine Tussi aus – eine Eigenschaft, die sie glatt bewundernswert macht.

Doch wenn die Fassade aus Make-Up einmal gebrökelt ist und sich der Nebel des großzügig aufgetragenen Parfums erst verzogen hat, kommt das Mädchen zum Vorschein, das die Tussi durch aufwendige, oft lange Vorbereitung bedürfende Beauty-Prozeduren zu verbergen sucht. Und das ist im Wesentlichen komplexbehaftet und ganz und gar nicht selbstüberzeugt.

Es eifert aufkeimenden Trends nach, ohne mit den strassbesetzten Fake Eye Lashes zu zucken. Sie investiert in kostspielige Modelabels, sofern sie es sich leisten kann – nur wenige der oben charakterisierten Tussis haben streng genommen eine ernstzunehmende Karriere hingelegt und müssen daher auf Textilien gängiger Billighersteller zurückgreifen – und schwimmt so, bei allem zwanghaften Streben nach Individualität, doch vollständig mit dem Strom. Ihr Heischen nach Aufmerksamkeit kommt einem Schrei nach Liebe gleich, weil es ihr in erster Linie massiv an Selbstliebe mangelt.

Eine Tussi fordert durch ihr aggressives Auftreten Achtung vor ihrer Person ein, was sie jedoch hinterrücks umso mehr zum Objekt von Hohn und Spott werden lässt. Das besagte kleine Mädchen sehnt sich heimlich nach einer Umarmung. Nach einem Menschen, der ihr ungeschminktes Ich annimmt, vor dem sie Natürlichkeit nicht erst aus Cremetiegeln auftragen muss.

Vorschau: In der nächsten Woche begleiten wir Mode-Redakteurin Olivia auf die Pariser Fashion Week.

Femininer Sommerlook: Der Fischgrätenzopf

Stars wie Schauspielerin Blake Lively tragen ihn auf dem roten Teppich, mehr als jede andere Frisur steht er für Sommer und Weiblichkeit: Der Fischgräten- oder auch Ährenzopf.

Das nimmt die Tipps&Tricks-Redaktion zum Anlass, euch heute in einem Video zu zeigen, wie ihr so einen Fischgrätenzopf flechten könnt. Das einzige, was ihr hierzu benötigt, ist ein kleines Haargummi und schon kann´s losgehen!

Vorschau: Aus aktuellem Anlass lest ihr nicht erst am kommenden Sonntag sondern schon nächsten Freitag weitere Tipps&Tricks, nämlich zum Thema Mückenstiche. Welche vorbeugenden Maßnahmen gibt es und was hilft, wenn es einen doch mal erwischt hat? Am Sonntag erwartet euch dann ein Rezept für Chocolate Chip Cookies.

 

Halbzeitprinzessin – warum sie sich hin und wieder mal „anstellt“

Wir alle kennen sie, ob aus unserem Freundeskreis oder von der GMX-Startseite: Die moderne Frau. Besonders zeichnet sie sich dadurch aus, dass sie wahnsinnig unabhängig ist. Alles kann sie selbst und über alles schaltet und waltet sie ganz allein – die eigene Karriere, das eigene Geld, die eigene Behausung. Sie scheint die ganze Welt in ihrer Hand zu halten und kann sich darauf auch mit Recht etwas einbilden. Sie arbeitet hart, um sich ihren Luxus, mag er auch noch so überflüssig erscheinen, ganze ohne fremde Unterstützung ermöglichen zu können. Doch vor allem schuftet sie von morgens bis abends, um ihn nicht gleich wieder zu verlieren. So weit, so gut – bis die Urlaubszeit vor der Tür steht. Und ausgerechnet dann, wenn Frau von Welt endlich einmal die Zeit findet, um zumindest für ein Weile zur Ruhe zu kommen, kommt ihr Umfeld auf die grandiose Idee, man könnte doch campen gehen. So käme man der Natur ein Stückchen näher, sagen sie. So spare man eine Menge Geld, predigen sie. Sorry, aber spätestens hier muss einfach jede Miss Independent unweigerlich zur Prinzessin auf der Erbse mutieren. Zecken! Mücken! Andere Insekten! Und die sanitären Anlagen? Nicht auszudenken, was öffentliche Campingplätze da für Überraschungen bereithalten. Das kann doch nicht euer Ernst sein, liebe Leute!

Ich mag zwar dem Klischee der kosmopolitischen, berufstätigen Single-Frau nicht in allen Punkten voll entsprechen, aber was etwaige Freilufturlaubsreisen anbetrifft, so bin ich doch ganz diejenige, die sich um Dreck unter ihren Fingernägeln mehr sorgt als um ein paar Euro mehr für ein anständiges Hotel. Einerseits bin ich Vollzeitfrau, andererseits aber eben auch Prinzessin – zumindest unter Halbzeitvertrag. Fraglich bleibt jedoch, ob ich mich ganz im Stil von Frau Katzenberger „anstelle“, sprich die simple Politik von „Sei schlau, stell dich dumm“ verfolge oder ob sich tiefer liegende Motive hinter dem ganzen „Herumgepienze“, wie es meine rheinhessischen Freunde so treffend auszudrücken pflegen, verbirgt.

Einen Grund vermute ich in der Erziehung, während ich in Gedanken die kleine, runde Brille von Sigmund Freud aufsetze. Meine Mutter hat mich nach russischen Richtlinien erzogen und dort kamen – auch auf die Gefahr hin, damit die Pauschalitätskeule zu schwingen – beileibe keine Zelturlaube vor, ebenso wenig wie darin mit Elektrik hantiert, Motoröl gewechselt oder in Rasierwasser gebadet wurde. Meine Landsmädchen berichten da übrigens Ähnliches. Auch sie reiften in ihren rosa Kleidchen zu Kleinstadtprinzessinnen heran, die zum einen schon früh das Augenbrauenzupfen lernten, doch zum anderen neben Modezeitschriften auch Weltliteratur auf ihrem Nachtschränkchen platziert hatten. Unser Männerbild war gleichsam zweischneidig: Wir wollten unabhängig genug sein, um in der bösen, bösen Welt den Ellenbogen gegen die Konkurrenz ausstrecken zu können, statt ihn an einem Männerarm eingehakt zu verlieren. Jedoch wussten wir ganz genau, dass wir einen Mann nicht vollständig entbehren können, dass er bei aller Emanzipation immer noch ein Teil des Ganzen ist und bleiben soll. Mit großen Kulleraugen haben wir doch unseren Vätern damals beim Verlegen neuer Küchenfliesen und dem Verkabeln der Stereoanlage zugesehen – und das gewiss nicht ohne Stolz. Wozu sich selbst am Handwerkeln versuchen, wenn es dazu doch Papi gab?

Ein paar Jahre später, ohne Papa, mag zwar der Internetanschluss funktionieren, nicht aber das Deckenlicht. Gefühlte Ewigkeiten schon ragen die hässlichen, nackten Kupferdrähte aus der Decke, als wären sie die Fühler einer niederträchtigen Kakerlake, deren Dasein mich offensichtlich verspotten will: Na, wartest du immer noch auf den Traumprinzen, der dir die Lampe anbringt? Hast du nichts Besseres zu tun, als sämtliche Einzelteile einzukaufen und dann in einer Tüte liegen zu lassen, wo sie niemand mehr sehen kann? Nein, möchte ich der Schabe dann antworten, ich habe tatsächlich nichts Besseres zu tun! Ich habe alles eingekauft und hoffe jetzt darauf, endlich meinem edlen Ritter zu begegnen – optimalerweise kann der mich nicht nur von eingebildetem Ungeziefer befreien, sondern auch gleich noch mein nächstes Abendessen zaubern. Der Teil wurde in meiner vorbildlichen, russischen Erziehung nämlich auch elegant übersprungen.
Und das, obwohl gängige Vorurteile doch besagen, wir Russinnen wären echte Hausmütterchen, die ihren Männern von morgens bis abends lauter fettige Speisen auf drei Gänge verteilt zubereiten können.

So erscheint es mir in conclusio also naheliegender, dass die Erziehung weit weniger eine Rolle spielt als die schlichte Bequemlichkeit. Der Komfort, all diese Arbeiten sehr wohl auch selbst verrichten zu können – schließlich sind Frauen doch auch dazu fähig, Bundeskanzler, Oberfeldwebel oder Nonne zu werden – aber nur einfach hin und wieder keine Lust dazu zu haben. So verhält es sich mit der Zelturlaubsangelegenheit wie auch mit der Küchen-, äh – Schlafzimmerschabe und nicht zuletzt auch das Halten eines Mannes. Die moderne Frau, ob von Virginia Woolf oder aus dem Neckermann-Katalog, zeichnet sich durch ihren freien Willen aus. Und der ist nicht nur unabhängig von Nationalität und Hautfarbe, sondern auch bisweilen von Kochbüchern und Iso-Schlafmatten. Manchmal will Frau eben einfach ganz die Halbzeitprinzessin sein.

Vorschau: In der nächsten Woche wird es heiß! Kolumnist Sascha beklagt die Hitze des Sommers.

Freiheit für die Kleider – der begehbare Kleiderschrank

Zu langweilig? Ein ganz normaler Kleiderschrank (© CFalk / pixelio.de)

Sich in den eigenen vier Wänden wie in einer exklusiven Modeboutique fühlen – das wünschen sich viele junge Frauen. Ein begehbarer Kleiderschrank ist daher der Traum aller Shopaholics. Wir sprechen mit einer Frau, die es wissen muss: Claudia Dolle. Die 49-Jährige ist Geschäftsführerin des Onlineshops REGALRAUM und dreimal dürft ihr raten, welches Produkt der absolute Liebling bei den Kunden ist.

Face2Face: Was glauben Sie, macht ihr Regalsystem für den begehbaren Kleiderschrank so beliebt?
Dolle: Unser WALK-IN-Regalsystem ist einfach, flexibel und günstig. Die Montage ist sehr leicht und erfolgt nahezu ohne Bohren und Schrauben. In nur drei Schritten kann man so seinen begehbaren Kleiderschrank verwirklichen: Die waagrechten Wandleisten werden befestigt, die Schienen eingehängt und die Fachböden platzieren. Die Wandschienen sind verschiebbar und die einzelnen Komponenten können beliebig positioniert werden – das macht unser Regalsystem so flexibel.

Face2Face: Ist jeder Raum für einen begehbaren Kleiderschrank geeignet beziehungsweise welche Grundvoraussetzungen muss der Raum erfüllen?
Dolle: Wenn ich von unserem Produkt ausgehe, dann ist es im Grunde egal, ob man ein separates Zimmer oder nur eine kleine Nische zur Verfügung hat – jeder Zentimeter Raum wird optimal genutzt und der begehbare Kleiderschrank lässt sich perfekt an die jeweiligen Aufbewahrungsbedürfnisse anpassen. Unsere Regalböden und die Sideboards wirken durch eine seidenmatte, weiße Lackoberfläche sehr stylisch und brauchen sich deshalb eigentlich nicht hinter Türen zu verstecken. Besonders schön finde ich persönlich die großräumigen, begehbaren Kleiderschränke mit freier Ablagefläche zum Falten von Kleidung.

Wollen mit hübschen Kleidern behängt werden – egal ob im gewöhnlichen oder im begehbaren Kleiderschrank: Kleiderbügel (Foto: T. Gartner)

Face2Face: Besitzen Sie denn selbst einen begehbaren Kleiderschrank?
Dolle: Derzeit pendle ich immer zwischen zwei Wohnungen hin und her. In der einen Wohnung gibt es fest eingebaute Kleiderschränke, die ich nicht ersetzten möchte. Das andere Domizil ist ein Neubau und hier war von Anfang an klar: Wir werden begehbare Kleiderschränke einbauen. In den Gästezimmern werden die Regale offen präsentiert und es sind nicht einmal Schiebetüren vorgesehen. Es wäre viel zu schade die schönen Möbelstücke hinter Schiebetüren zu verstecken. Die Garderobennischen werden als begehbarer Kleiderschrank genutzt und auch hier haben wir auf Vorhänge oder Türen verzichtet. Das ist sehr praktisch und man hat die ganze Kleidung sofort im Überblick. Der begehbare Kleiderschrank im Schlafzimmer ist besonders schön geworden, durch die bodentiefen Fenster fällt viel Licht in den Raum und wenn die Sonne scheint, sind die Regale ein Traum.

Face2Face: Den eigenen, begehbaren Kleiderschrank selbst zusammenstellen und liefern lassen – das klingt sehr zeitaufwändig und teuer…
Dolle: Mit unseren vorkonfigurierten WALK-IN-Modulen oder dem Onlineplaner – begehbarer Kleiderschrank ist die Planung eigentlich ganz einfach. Im Regalplaner kann man sein Regal individuell zusammenstellen und es sich in den verschiedenen Ansichten vorab anschauen. Dabei hat man den Bestellwert immer im Blick und mit nur wenigen Klicks ist der Traum vom begehbaren Kleiderschrank auch schon bestellt. Auf unserer Website bieten wir auch nützliche Planungstipps, die man sich vor Planungsbeginn durchlesen kann. Was den Preis angeht, kann man bei uns im Durchschnitt mit 150 Euro pro Meter rechnen. Vier Elementen kosten rund 600 Euro und mit Onlineplaner kann man schnell und einfach einen Preisüberblick erhalten. Hinzu kommt dann noch die eigene Arbeitszeit für den Aufbau.

Face2Face: Welchen Dekorations- und Einrichtungstipp geben sie den Face2Face-Lesern für ihren eigenen begehbaren Kleiderschrank mit auf den Weg?
Dolle: Ein großer Spiegel, in dem man sich vollständig betrachten kann, und ein Wäschesack sollten in einem begehbarer Kleiderschrank nicht fehlen. Natürlich sind auch freie Ablageflächen zum Falten von Kleidung sehr praktisch. Ich würde außerdem dazu raten die Innenwände in der individuellen Lieblingsfarbe zu streichen und kuschelige Teppiche auszulegen. Ein Feld freizulassen oder ein paar schöne Objekte auf die Regalböden dekorieren, kann auch toll aussehen – so wird das Eintreten zum Erlebnis.

Vorschau: Eine eigene Kneipe eröffnen – davon träumen viele junge Menschen. Nächste Woche erzählt uns daher ein Kneipenbesitzer einige Details zu seinem Traumberuf.