So vergeht der Flug wie im Flug

Nicht gerade als Wohlfühloase bekannt: Flugzeuge… Wir zeigen, wie die Zeit bis zum Urlaubsziel wie im Flug vergeht (Fotos: RainerSturm / pixelio.de)

Urlaub – für viele die schönste Zeit des Jahres. Bis wir aber schließlich am karibischen Strand in der Sonne liegen, auf dem Rücken eines Kamels die Wüste Afrikas erkunden oder im brasilianischen Regenwald auf Entdeckungstour gehen können, werden wir erstmal stundenlang im Flugzeug zusammengepfercht. Wer sein Handgepäck dabei clever zusammenstellt, für den vergeht die Zeit buchstäblich wie im Flug.

Wie viel darf ich mitnehmen?

Rucksack, Aktenkoffer oder ein kleiner Trolley – normalerweise sind solche Gepäckstücke im Flieger erlaubt. Allerdings hat jede Airline eigene Regeln, was die Maße des Handgepäcks angeht. Bevor es ans Packen geht, solltet ihr euch also informieren, was in eurem Fall erlaubt ist. HIER findet ihr eine Auflistung verschiedener Fluglinien und deren Vorschriften für Maße und Gewicht des Handgepäcks (Stand: Mai 2016).
Wichtig ist, dass eure Gepäckstücke (meist ist nur eins pro Person erlaubt – eine zusätzliche Jacke sollte aber kein Problem sein) gut zu verstauen sind. Schließlich wollt ihr die teilweise doch recht gering ausfallende Beinfreiheit nicht noch mit eurem Köfferchen teilen.

Fliegen kann so schön sein! Wenns mal nicht ganz so schön ist, hilft clever gepacktes Handgepäck (Foto: T. Gartner)

Wir müssen leider draußen bleiben!

Waffen sind im Handgepäck natürlich nicht erlaubt. Auch gefühlt harmlose, spitze Gegenstände mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter, wie Nagelscheren oder Stricknadeln, dürfen nicht mit an Bord gebracht werden. Außerdem gibt es länderspezifische Verbote, was die Mitnahme von Gegenständen betrifft. In Thailand darf beispielsweise keine Durian alias Stinkefrucht mit ins Flugzeug. Wer die Frucht schon einmal gerochen hat, weiß warum. HIER gibt´s einen Überblick, was alles nicht mit in den Flieger darf.

 

 

 

Die Handgepäck-Packliste:

  • Reisepass und ein wenig Geld, falls ihr vor dem Flug im Duty Free etwas kaufen oder am Zielflughafen unkompliziert an etwas Geld kommen wollt. Ein bisschen was schon am Startflughafen zu wechseln, kann hilfreich sein, wenn in eurem Urlaubsland keine Euro akzeptiert werden.
  • Zeitschriften/ Buch/ Gameboy (manchmal kostet das Entertainment-Programm extra – Sparfüchse, die nicht stundenlang aus dem Fenster starren wollen, können so vorsorgen)
  • Snacks, z.B. Salzstängel oder Chips, um die Zeit zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken oder aber wenn das Flugzeugessen mal nicht ganz euren Geschmack trifft
  • Augenmaske und Ohrstöpsel, wenn ihr ungestört zu ein paar Stunden Schlaf kommen wollt
  • (Nacken-)Kissen, um es sich noch bequemer zu machen. Weniger Nackenschmerzen, weil der Kopf nicht ganz so abknickt, gibt´s übrigens mit dem J-Pillow, Gewinner der Britischen Erfindung des Jahres 2013 und von der Face2Face-Redaktion ausgiebig getestet und für gut befunden (kein Sponsoring!)
  • Kuschelsocken, damit ihr an Bord eure Schuhe loswerden und es euch so gemütlich wie irgend möglich machen könnt (keine Sorge wegen komischer Blicke – ihr seid bestimmt nicht die einzigen!)
  • Dicke Kleidung, denn vor allem bei Nachtflügen kann es im Flieger empfindlich kalt werden. Wenn man richtig Pech hat, wird man sogar direkt angepustet. Da hilft ein Hoodie und ein Schal – im Urlaub erkältet sein will schließlich niemand
  • Sonnenbrille je nach Reiseziel
  • Pille bzw. Medikamente, die um feste Uhrzeiten eingenommen werden müssen.
  • Zahnbürste und -pasta, damit ihr euch vor der Landung kurz frisch machen könnt
  • Kosmetik, wer sich ein bisschen aufhübschen will
  • Creme, da die Luft im Flieger sehr trocken ist, wird vor allem sonnengebräunte Haut auf dem Heimflug strapaziert.

WICHTIG: Alle Flüssigkeiten, also auch Zahnpasta und Handcreme, dürfen nicht mehr als 100 Milliliter umfassen und in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren 1-Liter-Kunststoffbeutel verpackt sein. Kleine Größen eurer Lieblingscreme bekommt ihr beispielsweise bei DM – dort gibt es ein Extra-Regal, meist in der Nähe der Kasse, mit Mini-Portionen. HIER gibt´s weitere Infos zur Mitnahme von Flüssigkeiten.

Also dann: Guten Flug!

Vorschau: Am Samstag, 12. März beglückt uns Nina an dieser Stelle mit einer Hommage an den inneren Schweinehund.

Bionik – was der Mensch von der Natur lernen kann

„Man muss das Rad ja nicht zweimal erfinden“ – diese gut gemeinte Redewendung zur Vermeidung überflüssiger Arbeit, nehmen sich Forscher nur zu gerne zu Herzen. Denn es gibt einen großen Erfinder, der in Millionen von Jahren eigentlich schon so gut wie alles erfunden hat: die Natur.

Da die Erfinder sich im Laufe der Zeit nun schon allerhand von der Natur abgeguckt haben, gibt es dafür sogar schon einen eigenen Namen: Die Bionik ist die Wissenschaft von der Übertragung von Phänomenen der Natur auf die Technik.

Fliegen: Schon immer ein Menschheitstraum und durch gezieltes Abkupfern aus der Natur schließlich möglich (© Rainer Brückner / pixelio.de)

Als erstes kam das berühmte Universalgenie Leonardo da Vinci auf die Idee abzukupfern. Er wollte eine Flugmaschine für den Menschen bauen und erforschte dafür den Flug der Vögel. Erfolg hatte da Vinci damals zwar noch keinen, aber auch die ersten Flugpioniere, die tatsächlich abhoben, orientierten sich an der Flugtechnik der Vögel. Und auch heute noch sind die Tragflächen eines jedes Flugzeuges eine Nachbildung von Vogelflügeln – denn besser geht es einfach nicht.

Der Grundgedanke der Bionik ist, dass die Pflanzen und Tiere alle denkbaren Strukturen schon so weit wie überhaupt möglich optimiert haben. Die lange Evolution über Millionen von Jahre hat nur die allerbesten Lösungen überleben lassen. Strukturen aus der Natur sind außerdem immer so energieeffizient wie möglich – schließlich kann man sich im harten Kampf ums Überleben nicht die kleinste Energieverschwendung leisten.

Die Bionik kennt zwei verschiedene Vorgehensweisen: die Analog- und die Abstraktionsbionik. Beide übertragen Strukturen aus der Natur auf menschliche Erfindungen. Bei der Analog-Bionik steht am Anfang ein Problem – zum Beispiel fliegen zu wollen –, für das man in der Natur eine Lösung sucht. Bei der Abstraktions-Bionik finden meist Biologen bei der Erforschung der Natur interessante Strukturen und suchen dann nach einer technischen Anwendung dafür.

Auf diese Art und Weise kam der Mensch auch in den Genuss wasserabweisender und selbstreinigender Oberflächen. Am Anfang stand hier die Entdeckung der speziellen Blattoberfläche der Lotuspflanze, die Wassertropfen einfach ableitet. Durch hochauflösende Mikroskopbilder entschlüsselte man die Struktur auf den Blättern und konnte diese dann auf Regenkleidung, Fensterscheiben und vieles mehr übertragen.

Lästig: Doch Forscher konnten aus der Struktur der Klettensamen den Klettverschluss entwickeln (© Deborah Gottmann)

Fliegen und wasserabweisende Oberflächen. Das hört sich bisher zwar gut an, aber irgendwie ist die Vorstellung, dass wir so viel von der Natur kopieren können, auch ein bisschen abwegig, oder? Menschen sind ja weder Tiere noch Pflanzen.

Nun – weit gefehlt. Forscher und Entwickler haben mittlerweile so einiges abgekupfert, auch viele Dinge, die uns jeden Tag begegnen!

Vorbild für den Klettverschluss waren die Samen der Klette, die wir auch in unseren Breiten auf fast jeder Wiese finden können. Das Prinzip, mit dem sie es schaffen, an der Kleidung und Fell haften zu bleiben, fand seine Anwendung an Taschen, Kleidung und vielem mehr. Auch ursprünglich Lästiges kann also nützlich werden. Übrigens stammt auch der Saugnapf eigentlich aus dem Tierreich: Die Krake lässt grüßen.

Vorschau: Nächste Woche geht es hier bei Tier&Umwelt etwas ruhiger zu, Thema sind dann nämlich Faultiere.

Adler und Falken – Die Könige der Lüfte

Charackterkopf: Der Weißkopfseeadler besitzt ein unverwechselbares Aussehen (Foto: © Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de)

Mit einer Spannweite von über zwei Metern gleitet der majestätische Vogel durch die Lüfte. Mit seinem weißen Haupt ist er der König in den Rocky Mountains. Der Anblick des Weiskopfseeadlers faszinierte schon zu Frühzeiten die Ureinwohner Nordamerikas, sodass sie seine Federn für kulturelle und religiöse Zwecke benutzen. Kein Wunder also, dass das Tier ebenfalls das Wappentier der USA ist.

Gefährlich: Die Klauen dieses Steinadlers sind sehr scharf. (Foto: © Makrodepecher/ pixelio.de)

Doch was ist ein Adler? Biologisch gesehen werden als Adler eine Vielzahl von Greifvögeln bezeichnet, die nicht alle der gleichen Familie oder Gattung angehören. Zwar nannte man eine Gattung der Greifvögel, der elf Arten angehörten, die „echten Adler“, doch neue molekulartechnische Untersuchungen haben ergeben, dass diese Tiere nicht alle so eng miteinander verwandt sind. Diese genetischen Experimente haben den alten Stammbaum dieser Vögel sowieso sehr stark durcheinander gebracht und neu geordnet.

 

Stromlinienförmig: Dieser Falke fliegt besonders schnell durch die Lüfte (Foto: © Lupo / pixelio.de)

Die Habichtartigen stellen die größte Gruppe der Greifvögel dar. Zu ihnen werden Habicht, Sperber, Bussard, Milan und ebenfalls so einige Tiere, die den Namen Adler tragen gezählt. Die Falkenartigen werden neuerdings als enger verwandt zu den Papageien und Sperlingsvögeln angesehen. Der ähnliche Körperbau und die ähnliche Lebensweise sind in der Evolution konvergent entstanden, also unabhängig voneinander, aber durch gleiche Einflüsse in die selbe Richtung.
Typisch für Falken ist ihre in der Silhouette zu sehende Sichelform. Ihre Flügel laufen spitz zu. Bei Adlern, Habichten sieht man die gespreizten Federn am Ende der Flügel. Generell gilt für die weit verbreitenden 67 Arten der Falken, dass tropische Arten eher klein und sind und die größeren Arten in kalten oder gemäßigten Klimaten zu finden sind.

In Deutschland heimisch sind der Turmfalke, der Baumfalke und der Wanderfalke. Der Turmfalke ist aus gutem Grund zum Vogel des Jahres 2007 ernannt worden. Neben dem Mäusebussard ist er der wohl am häufigsten vorkommende Greifvogel Mitteleuropas. Die größeren Weibchen können 36 Zentimeter groß und gerade einmal 300 Gramm schwer werden. Zum Beutefangen nutzt er den sogenannten Rüttelflug. Dies ist ein Standschwebeflug, bei dem er durch einen schnellen Flügelschlag und einen gebeugten Schwanz auf gleicher Höhe in der Luft stehen bleibt. Erst, wenn er ein geeignetes Beutetier erspäht hat, stürzt er sich auf es im Sturzflug hinab und fängt es mit erhabener Präzision.

Hierzulande kann man nur wenige dieser edlen Vögel im Freien betrachten. Vielleicht fasziniert uns genau deshalb ihr Erscheinen immer wieder aus Neue.

Vorschau: Nächste Woche erfahren wir etwas über Kuckuckskinder.

Fledermäuse – Der Traum vom Fliegen

Daedalos will mit seinem Sohn von der Insel fliehen. Also bastelt er Flügel aus Wachs. Seinem Sohn Ikaros sagt er, er solle nicht zu hoch und nicht zu tief fliegen, da er sonst abstürzen könnte. Am Ende fliegt Ikaros zu hoch der Sonne entgegen, seine Flügel verbrennen und er stürzt ins Meer hinab. Diese griechische Sage handelt von dem ältesten Traum der Menschheit: dem Fliegen. Nur dank Visionären wie Leonardo da Vinci und Pionieren wie den Gebrüdern Montgolfier und Wright ist es uns heute möglich, wenigstens mit Hilfe von Maschinen, zu fliegen. Im Gegensatz zu den Menschen sind die Fledertiere die einzigen Säugetiere, die wirklich fliegen können.

Friedlicher Schlaf: Eine Gruppe Flughunde hängt im Baum (© S. Thomas / pixelio.de)

Die Fledertiere, das sind Fledermäuse und Flughunde. Neben den Vögeln sind sie die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können. Die in den tropischen Gebieten Afrikas lebenden Flughunde sind meist größer als Fledermäuse und haben eine verlängerte Schnauze, die ihrem Gesicht ein hundeartiges Aussehen verleiht. Allen Fledertieren ist ihre Flugmembran gemeinsam, mit der sie aktiv fliegen können. Die zweiten bis zum fünften Finger sind verlängert und die Flugmembran spannt sich zwischen ihnen und den Fußgelenken. Der Daumen ist stark reduziert. Auch Ober- und Unterarm sind verlängert, wobei der Unterarm nur noch aus einem einzigen Knochen besteht.

Fledermäuse leben fast auf der ganzen Welt und haben sich verschieden angepasst. So gilt zum Beispiel die Schweinsnasenfledermaus neben der Etruskerspitzmaus als kleinstes Säugetier der Welt. Sie sind nachtaktiv und ziehen sich zum Schlafen in Höhlen, Baumstümpfe, aber auch in von Menschen erbaute Verstecke, wie Dachböden und verlassene Minen, zurück. Sie sehen schwarz-weiß, aber einige vegetarisch lebende Arten können ebenfalls UV-Licht erkennen, die von den Blüten reflektiert wird, deren Nektar sie trinken.

Oft werden Fledermäuse in Gruselgeschichten mit Vampiren in Verbindung gebracht. Die Vampire verwandeln sich in Fledermäuse und entkommen so. Dieser Mythos kommt nicht von ungefähr. Unter den Fledermäusen gibt es drei Arten, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren. Die Vampirfledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die dies tun.

Gruppenfoto: Fledermäuse sind nie alleine (© Susan Sümer / pixelio.de)

Ebenfalls bekannt ist, dass Fledermäuse sich gerne über Echoortung orientieren. Dabei stoßen sie mit ihrem Kehlkopf Ultraschallwellen aus, deren Reflektionen zu unterschiedlichen Zeitpunkten das Ohr der Fledermaus erreichen. Dadurch entsteht ein genaues Abbild der Umgebung, ja sogar die Geschwindigkeit des Beutetieres kann dadurch ermittelt werden. Doch der Ruf ist neusten Untersuchungen zufolge auch für soziale Interaktionen innerhalb einer Fledermausgruppe zuständig.

Nach der Erfindung der Flugzeuge war der Traum vom Fliegen für die Menschen erfüllt. Immer schneller, weiter und höher wurden die Ziele. Doch das Gefühl der Freiheit, die ein fliegendes Tier bei seinem Flug erlebt, wird dem Menschen wohl für immer unerreichbar bleiben.

 

Vorschau: Nächste Woche erfahren wir etwas über das Vivarium in Darmstadt.