Wer ist hier der Boss?

Der eine nennt es Hierarchie, der andere salopp Hackordnung. Gemeint ist das Gleiche: Es geht um eine Regelung, wer Entscheidungen treffen darf, wer das Sagen hat, also wer der Chef ist.

Majestätisch: In einem Löwenrudel ist ganz klar, wer das Sagen hat. (© Jürgen Hüsmert/Pixelio.de)

Hierarchien gibt es auch im Tierreich: Jedes Rudel hat seinen Anführer, in jedem Hühnerstall gibt es einen Hahn, oft nennt man das stärkste und erfahrenste Tier auch Alpha-Tier. Überall, wo mehrere Vertreter einer Art zusammenleben, gibt es eine klare Struktur. Einer hat das Sagen, die anderen müssen oder sollten wenigstens spuren.

Da ist es nur logisch, dass auch wir Menschen eine Ordnung in unserem Zusammenleben brauchen. Ganz offensichtlich ist sie in Unternehmen, wo es einen Chef gibt, dann einen Vorstandsvorsitzenden, einen Abteilungsleiter, oder auch den „schlichten“ Angestellten. Genauso findet sich beispielsweise vor Gericht eine Rangordnung. Der vorsitzende Richter hat die höchste Entscheidungsgewalt, die Anwälte können auch noch etwas bewirken, dürfen Fragen stellen. Der Zeuge soll eigentlich nur Antworten liefern und der unbeteiligte Zuschauer hat überhaupt nichts zu melden.

Selbst in Familien gibt es so etwas wie eine Hierarchie. Meistens sind es die Eltern, die dem Kind Vorschriften machen, doch manchmal drehen die Kinder den Spieß auch um, vor allem, wenn sie älter werden. Oft ist es auch so, dass sich die älteren Geschwister den jüngeren überlegen fühlen und so entsteht ein gewisses Gefälle in den Positionen, die jeder innehat.

Hierarchien sind eigentlich überall, sie sind aber auch notwendig. Denn nur so entsteht eine Struktur im Zusammenleben oder Zusammenarbeiten und diese Struktur bedeutet Handlungsfähigkeit. Ohne wären Stillstand und Chaos auf der Tagesordnung.

Die einzige Frage, die sich stellt: Wie flach ist die Hierarchie? Es gibt sehr stark vertikal ausgerichtete Ordnungen, in denen klar feststeht, wer der Boss ist, wer auf der nächsten Stufe steht bis hinunter zu dem, der eigentlich kaum etwas zu entscheiden hat. Bei einer flachen Hierarchie ist es im Gegensatz dazu so, dass die Stellung aller angeglichen ist, ein Gefälle im „Rang“ wird mehr oder weniger nivelliert.

Alle in einem Boot: Doch einer ruht sich lieber aus, während die anderen rudern. (© Pascal Werth)

Ganz klar: Flache Hierarchien sind optimal, wenn es um die Entfaltung des Einzelnen geht, schließlich hat jeder die Möglichkeit, sich einzubringen. Doch genau das ist auch die Schwachstelle dieser Ordnung. Jeder hat nicht nur die Chance, mitzureden, er trägt auch die entsprechende Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, muss diese auch vertreten – bei flachen Hierarchien ist das so ziemlich jeder. Außerdem kann ein System mit geringem Gefälle im Rang ein wenig träge sein. Vor allem dann, wenn einige sich lieber ausruhen, anstatt mitzuarbeiten. Denn die flache Hierarchie lebt gerade vom Engagement eines jeden – Faulpelze sind da Sand im Getriebe.

Eine straff organisierte vertikale Struktur hat demgegenüber den Vorteil, dass nur wenige entscheiden dürfen und müssen. Beispiel Unternehmen: Die Verantwortung trägt der Boss, in jeder Abteilung ist der Abteilungsleiter zuständig und muss geradestehen für das, was unter ihm geschieht. Wer ganz unten in der Hierarchie steht, muss sich zwar deutlich weniger mit Entscheidungen und Verantwortung abmühen, die das Unternehmen betreffen. Aber dafür muss er sich auch mit dem abfinden, was „oben“ ausgehandelt wird. Der Einfluss von unten ist nicht so einfach, muss erst wieder strukturiert erfolgen. Wer wirklich etwas zu sagen haben will, der muss sich hocharbeiten und auch das ist oftmals schwerer als gedacht, vor allem wenn die nötigen Kontakte fehlen.

Struktur brauchen wir zum Leben und zum effektiven Arbeiten sowieso. Wie diese Struktur aussieht, ist eine Frage des Geschmacks sowie der eigenen Ambitionen und des persönlichen Engagements. Flache Hierarchien geben uns viel, fordern aber auch genauso viel von uns ein; vertikale Systeme können als starres, einengendes Korsett empfunden werden, bieten aber auch ein relativ hohes Maß an Sicherheit. Man muss sich eben entscheiden, wo die persönlichen Prioritäten liegen.

Vorschau: In der Kolumne der nächsten Woche gibt Eva Tipps, wie man am besten entrümpelt und wieder etwas Ordnung schafft.

Eins, zwei, drei – Bikinifigur!

Morgen, morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute – besonders wenn es um sportliche Betätigung geht, schieben viele die guten Vorsätze tage-, monate- oder sogar jahrelang vor sich her. Zwei Tage vor dem Sommerurlaub mit dem Training zu beginnen, bringt in den meisten Fällen (leider) überhaupt nichts. Deshalb sage ich euch: HEUTE ist Stichtag! Der Stichtag nämlich für den perfekten Bikini- und Badehosenbauch.

 Ihr werdet erstaunt sein wie einfach es ist – mit gutem Grundmaterial, versteht sich, also gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft (spazieren, fahrradfahren und so weiter) – einen schön definierten Bauch zu bekommen. Hierfür möchte ich euch im Folgenden drei Übungen vorstellen, wobei jede höchstens fünf Minuten in Anspruch nimmt. Ausreden alá „keine Zeit“ könnt ihr also sofort wieder vergessen.

Kinderleicht und effektiv: Fahrradfahren in der Luft (Foto: T. Gartner)

Übung 1: Wir beginnen mit der einfachsten der drei Übungen, dem Fahrradfahren. Hierzu auf den Rücken legen, die Arme seitlich am Körper liegend positionieren und mit den Beinen in der Luft radeln. Für den Anfang etwa eine Minute lang große Kreise in die Luft treten und danach für eine Minute kleinere Kreise, diese dafür aber eher in Bodennähe. Selbstverständlich sind diese Zeiten steigerbar, je nach Ausdauer und Trainingslevel. Übrigen sorgt die Übung auch für straffe Beine, was diejenigen, die sie ausprobieren werden, nach etwa einer Minute zu spüren bekommen. Nach Abschluss der Übung auf den Boden ablegen und von den Fußzehen bis in die Fingerspitzen strecken.

Übung 2: Sit-Ups kennt eigentlich jeder. Mein Tipp: eine etwas abgewandelte Form, die abwechselnd die rechten und die linken Bauchmuskelpartien trainiert. Dazu die Hände am Kopf abstützen, sodass die Arme ein Dreieck bilden. Jetzt abwechselnd den linken Ellenbogen zum rechten Knie und den rechten Ellenbogen zum linken Knie bringen. Das Ganze zehnmal wiederholen, eine kurze Pause einlegen und noch zweimal dasselbe.

Für einen straffen Bauch: Sit-Ups (Foto: T. Gartner)

Übung 3:Hier ist Konzentration und Koordinationsvermögen gefragt. Das Wundermittel – nicht nur für den Bauch – heißt Hula Hoop. Eine Minute hula-hoopen am Tag und ihr seid in Null Komma nix die Queen beziehungsweise der King auf jeder Beachparty. Die sportlichen Reifen gibt´s in allen erdenklichen Farben und mit allem möglichen Schnickschnack dran und drin. Wer beim Reifen-kreisen noch die Arme im rechten Winkel vom Körper ausstreckt und so für eine Minute hält, bekommt zusätzlich straffe, definierte Arme. Natürlich kann auch bei dieser Übung die Zeit beliebig gesteigert werden.

Vorschau: Nächsten Sonntag gibt es nach langer Abstinenz mal wieder einen Kräuterkundeartikel. Dort erfahrt ihr was das besondere an einem angeblichen Unkraut wie Brennnessel ist.