Fit in den eigenen vier Wänden?

„Bodyweight-Training“ – so heißt ein Trend, der sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Programme von bekannten Trainern wie Mark Lauren oder Paul Wade wollen zum Sporteln in den eigenen vier Wänden animieren. Sie versprechen Fitness mit wenig Kosten und Aufwand. Doch halten sie, was sie versprechen? Wir von Face2Face haben es ausprobiert.

Immer ins teure Fitnessstudio?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich? (Foto: DrSJS/pixabay.de)

Als Radsportler habe ich immer wieder mit Problemen in Rücken und Oberkörper zu kämpfen. Wer mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr in geduckter Haltung im Sattel hockt, vernachlässigt natürlich bestimmte Muskelgruppen und bekommt prompt die Quittung dafür. Ein ausgleichendes Kraftprogramm ist für Radfahrer deshalb Pflicht. Aber immer ins teure Fitnessstudio? Das ist mir persönlich nicht nur zu kostspielig, sondern auch zu stressig. Eine vielversprechende Alternative bietet das Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren. Dort beschreibt der ehemalige US-Militär, wie man ohne Fitnessstudio und Geräte zu Hause fit werden kann. Das will ich gleich mal ausprobieren!

Einsteiger oder Fortgeschrittener?

Zunächst einmal muss ich mir aus den angebotenen Programmen ein passendes aussuchen. Es gibt vier Level: ein Einsteigerprogramm, „First Class“, „Master Class“ und „Chief Class“. Für jedes Programm ist auch angegeben, welche Übungen man schon schaffen sollte. Die Beinübungen könnte ich vielleicht sogar in der Master oder Chief Class packen, aber meine Arme sind alles andere als durchtrainiert. Deswegen bleibe ich realistisch und fange mit der Stufe „First Class“ an, das absolute Anfängerprogramm kommt mir doch zu einfach vor.

Einarbeiten und los geht’s!

Bei einem ersten Blick ins detaillierte Trainingsprogramm bin ich froh, dass ich durch mein intensives Rennradtraining schon ein gewisses Hintergrundwissen in Sachen Trainingslehre habe. Ansonsten wäre es schon eine Herausforderung, die Beschreibung zu Strukturen wie „Stufenintervall“ oder „Supersatz“ zu verstehen. Wer ganz neu mit eigenständigem Training anfängt, sollte also mit etwas Einarbeitungszeit rechnen. Es gibt zwar auch eine App parallel zum Buch, die zusätzliche Anleitung bietet. Dafür muss man aber extra bezahlen.

Tag 1: 120 Liegestützen

Ich überfliege die Programme nur kurz und entscheide mich dann etwas ungeduldig, sofort mit dem ersten Tagesprogramm zu starten. Zunächst ein paar Liegestütze – klingt ja sehr simpel. Aber nicht, wenn man sie so macht, wie vom Plan gefordert. Eine Liegestütze, Pause – zwei Liegestütze, Pause, drei… dieses Spiel geht immer weiter, bis man fast nicht mehr kann. Dann soll man rückwärts arbeiten, also zum Beispiel zehn Liegestütze Pause – neun Liegestütze, Pause, acht…. Insgesamt dauert der Spaß 7:30 Minuten lang. Ja, ganze 7:30 Minuten. Solche Schmerzen hatte ich in den Armen schon lange nicht mehr, summa summarum komme ich schließlich auf knapp 120 Liegestütze. Eine absolut ungewohnte Belastung für mich.

Minuspunkt: Sportgeräte selbst zusammenzimmern

Skepsis: Die Konstruktion zum "Umgekehrten Bankrdücken" scheint nicht sehr vertrauenserweckend

Zweifelhaft: Die Konstruktion zum „Umgekehrten Bankdrücken“ sieht nicht sehr stabil aus (Foto: Resch)

Die nächste Übung nennt sich „Umgekehrtes Bankdrücken“. Dazu brauche ich einen Besenstiel, den ich irgendwo so hinlegen soll, dass ich eine Art tiefes Reck erhalte. Als Vorschlag sind zwei Stühle abgebildet. Eigentlich heißt das Programm ja „Fit OHNE Geräte“ und jetzt muss ich mir doch irgendwie ein eigenes Reck zimmern. Das ist einfacher gesagt als getan. Wo finde ich schon zwei gleich hohe Flächen, die beide stabil genug sind, um Sportübungen auszuhalten? Hier ist definitiv Kreativität gefragt. Irgendwie schaffe ich es zwar, das Gerät aufzubauen, aber ich vertraue der Konstruktion nicht so ganz. Lieber folge ich dem Alternativtipp im Buch und ziehe mich an der Kante meines massiven Wohnzimmertisches hoch – sicher ist sicher.

Skepsis in Sachen Reisetauglichkeit

In den eigenen vier Wänden ist es irgendwie ja möglich, so ein Behelfsgerät zu basteln. Auf Reisen stelle ich mir das aber so gut wie unmöglich vor – wer schleppt schon einen Besenstiel im Koffer mit? Das enttäuscht mich schon ein bisschen, denn immerhin wirbt das Programm damit, auch auf Reisen problemlos machbar zu sein. Der Vorschlag mit dem Tisch ist zwar ganz gut und eher reisetauglich, trotzdem bin ich nicht völlig überzeugt.

Geschafft dank Fliegengewichts

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus (Foto: Resch)

Nach einer weiteren Liegestütz-Variante – meine Arme schreien um Erbarmen – soll ich nun noch Klimmzüge an der Tür machen. Die Abbildung im Buch sieht interessant aus. Sehr interessant, wenn man bedenkt, dass in meiner Münchner Altbauwohnung die Türen schon bessere Zeiten gesehen haben. Was soll’s, ich probiere es trotzdem. Und siehe da, es funktioniert. Ich habe zwar insgesamt ein mulmiges Gefühl, aber die Tür und auch die sensiblen Scharniere tolerieren mein Gezerre. Zum Glück bin ich klein und durch meine alpine Radlerei ein Fliegengewicht. Bei einem durchschnittlich schweren 70 bis 80 Kilogramm-Mann würde meine Tür sicher kapitulieren.

Zu leicht oder doch zu schwer?

Nach dem ersten Workout weiß ich schon mal eines: Effektiv sind die Übungen, meine Arme brennen wie Feuer. Neugierig schaue ich mir das Programm der folgenden Tage an und probiere schon einmal ein paar Übungen aus. Mir wird schlagartig bewusst, dass ich tatsächlich etwas ungleichmäßig trainiert bin. Die Beinübungen aus diesem Programm sind mir viel zu leicht, während mich die Oberkörperübungen an den Rand meiner Möglichkeiten bringen. Das heißt für mich persönlich, dass ich ein bisschen umdisponieren muss. Immerhin möchte ich meine Beinkraft auch verbessern. Entsprechend muss ich das Programm etwas anpassen und aus dem Buch schwerere Beinübungen aussuchen. Obwohl ich von Training und der Theorie dahinter einiges verstehe, dauert das ein gutes Weilchen. Ohne entsprechendes Vorwissen dürfte ein individuelles Maßprogramm wohl unmöglich sein.

Nach knappen zwei Tassen Kaffee habe ich dann mein individuelles Programm zusammengebastelt. Mal schauen, ob es am Ende meine Erwartungen erfüllen wird.

Mein Fazit zum Bodyweight-Training

Doch schon jetzt steht für mich fest: Sinnvoll ist das Training auf jeden Fall. Ich brauche keine Geräte im Fitness-Center, um mich so richtig müde zu machen. Zwar brauche ich auch beim Bodyweight-Training ein paar Hilfsmittel, aber mit ein bisschen Ideenreichtum kann man sich das alles zusammenbauen. Mit der Zweckentfremdung von Putzutensilien bleibt der Spaß auch kostenfrei. So spare ich definitiv Geld und auch Zeit, ich bin sehr flexibel, kann trainieren, wann ich will.

Das geht aber nur, weil ich schon ein bisschen Ahnung von Trainingslehre habe. Wer als kompletter Neuling anfängt, sollte entweder viel Zeit zum Einarbeiten einplanen oder sich den Rat von erfahrenen Sportlern suchen. Für ein individuelles und gesundes Programm muss man immerhin viele Dinge berücksichtigen. Muskuläre Dysbalancen, Gelenkprobleme, Haltungsfehler oder anderer Verletzungen muss man genauso beachten wie den eigenen Fitness-Stand und die persönliche Regenerationsfähigkeit.

Trotz kleiner Probleme im Detail, ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht zweifelsohne einen Versuch wert. Ob man allein mit diesem Training wirklich fit werden kann, wage ich zwar zu bezweifeln. Irgendeine andere Sportart sollte man vielleicht doch machen, so wie ich definitiv meinem Rennrad treu bleiben werde, aber als Ausgleich vor allem im Winter ist es eine echt tolle Sache.

Trimm dich krank!

„Ich habe mit Spaß am Sport angefangen“, sagt Anja (22). „Es war toll, Erfolge zu erzielen, Veränderungen wahrzunehmen und sich gesund und fit zu fühlen.“ Aber dann wurde aus dem Spaß ein Zwang und aus dem Zwang eine Sucht.

„Traumbody“ dank Fitness- und Ernährungsprogrammen

Die Kombination aus Sport und Ernährung wird uns oft als Lösung für nahezu alles verkauft. „Mit effektivem Training und gesunder Ernährung zum Traumbody“ oder „durch kohlenhydratarme, eiweißreiche Ernährung und moderates Workout den Körper auf schlank trimmen“ versprechen die Fitness- und Ernährungsprogramme der Promis. Dass man Sport und Ernährung aber auch gegen den eigenen Körper einsetzen kann, weiß sie besser als die meisten anderen: Anja hat sich aus Sportsucht und Essstörung gekämpft und ist heute… Foodbloggerin!

Kontrolle über das Essen

Superheldin oder Kontrollfreak: Das haben Sportsucht und Mangelernährung aus Anja gemacht (Foto: Anja)

Superheldin oder Kontrollfreak: Das haben Sportsucht und Mangelernährung aus Anja gemacht (Foto: Anja)

Pancake-Stapel mit Blaubeeren und Schokosauce, Pastateller mit Kirschtomaten und frischen Kräutern, Frühstücksbowls mit frischem Obst… Wem bei Anjas Instagram-Posts nicht das Wasser im Mund zusammenläuft, der hat wahrscheinlich gerade erst gegessen. Die 22-Jährige selbst zeigt sich dafür eher selten auf ihrem Profil. Und die Bilder, die es zu sehen gibt, passen so gar nicht zu den Foodporn-Beiträgen. Ein zartrosa, beinahe körperloses Geschöpf, dem selbst die coole Superman-Unterhose zu groß zu sein scheint, steht da vor dem Spiegel. Statt der Superheldin, die ihr Gewicht voll im Griff hat, sieht Anja heute nur noch den Kontrollfreak.
„Kontrolle war damals das Wichtigste für mich. Kontrolle über mein Essen, Kontrolle über mein Gewicht. Ich habe mich komplett auf eine bestimmte Zahl fixiert“, erklärt sie. Das Problem bei der Sache: „Kein Sixpack, keine Size-Zero und kein Gewicht haben dazu geführt, dass ich mich wohlgefühlt habe.“ Aber von vorne!

Zerfressen von Selbsthass

„Irgendwann diente der Sport nur noch zum „Kalorien-Verbrennen“, damit ich mir das Essen überhaupt erlauben konnte. Ich habe aufgehört, mich mit meinen Freunden zu treffen und habe stattdessen Sport gemacht“, erzählt Anja, „Sport, Kalorien zählen und Verzicht haben meinen Alltag geprägt und eingeschränkt.“ So wurde aus Spaß und Probieren eine Sucht. Phasen, in denen sie wenig bis gar nichts essen konnte, wechselten sich mit Heißhungerattacken ab. Das schlechte Gewissen darüber, zu viel gegessen zu haben und die Angst vor einer Gewichtszunahme mündeten in Bulimie oder, wie Anja selbst sagt, „einen Teufelskreis aus Heißhunger, schlechtem Gewissen und, Erbrechen“. Aus der Bulimie wurde eine Magersucht. Und dann endlich erkannte sie, was uns heute von den Fotos geradezu entgegenbrüllt: eine wandelnde Hülle, zerfressen von Selbsthass, Selbstzweifel und Unzufriedenheit.

Man muss damit aufhören. Ganz.

"Es ist möglich Sportsucht und Essstörung zu überwinden", sagt Anja und zeigt es auch (Foto: Anja)

„Es ist möglich Sportsucht und Essstörung zu überwinden“, sagt Anja und zeigt es auch (Foto: Anja)

„Wenn man etwas ändern möchte, muss man zunächst ehrlich zu sich selbst sein, auch wenn es weh tut. Man muss sein eigenes Verhalten, seine Gedanken und die Beweggründe hinterfragen. Und wenn man merkt, dass es etwas gibt, was einem nicht guttut, dann muss man damit aufhören. Ganz. Es bringt nichts, es nur „halb“ aus seinem Leben zu streichen. Der Anfang ist immer das Schwerste. Aber ich habe mir selbst bewiesen, dass es Hoffnung für alle gibt. Es ist möglich, Essstörungen und Sportsucht zu überwinden, wenn man dranbleibt und diesen schweren Weg durchhält. Es wird einfacher. Es lohnt sich“, sagt Anja. Also trainierte sie sich etwas Wichtiges an: gesundes Verhalten. Und das geht sogar ganz bequem von zu Hause aus – ohne Geräte, Joggingstrecke und Fitnessstudio. Dafür aber mit sehr viel Stärke und Willenskraft.

Die Kraft zu Laufen

„Heute kann ich Sport wieder aus Spaß betreiben und meiner Psyche und meinem Körper etwas Gutes zu tun. Ich liebe zum Beispiel Yoga am Morgen. So spüre ich meinen Körper auf eine ganz andere Weise und kann seitdem wieder eine Verbindung zu ihm herstellen, die lange verloren war. Außerdem gehe ich drei- bis viermal die Woche laufen. Es ist schön, wieder die Kraft zu haben laufen gehen zu können. Es hilft mir dabei von meinem Uni-Alltag herunter zu kommen, meine Gedanken zu ordnen und mich lebendig zu fühlen.“ Und das Essen?

Essen macht schön!

„Essen ist nicht länger mein Lebensmittelpunkt, kontrolliert und bestimmt mich nicht mehr. Essen hält meinen Körper am Leben, macht mich schön und gesund“, ist Anja heute überzeugt. „Ich habe Spaß an der veganen Ernährung gefunden, da sie sehr vielseitig ist und ich mich damit sehr gut fühle.“ Vor erneuter Mangelernährung hat sie keine Angst: „Wenn man darauf achtet, ausgewogen zu essen, kann man sich mit nahezu jeder Ernährungsweise gesund ernähren.“

Gute und schlechte Tage

Mit ihrem Instagram-Profil und ihrem Youtube-Kanal möchte Anja anderen den Druck nehmen, perfekt sein zu müssen. „Auf Social Media wird oft ein Scheinbild gezeigt – eine optimale Welt ohne Rückschläge und Fehler. Ich teile dort sowohl die guten als auch die schlechten Tage. Es kann nicht immer gut laufen und das ist auch völlig in Ordnung. Oft geht es nicht darum, Probleme zu lösen, sondern zu lernen, mit ihnen umzugehen.“

 

Gewinnspiel: Fit werden und rohköstlich essen mit „FitnRaw“

Von Daniel Aminatis „Mach dich krass“ bis zu Sophia Thiels „Strong & Sexy“ – Fitness- und Ernährungsprogramme gibt es viele.
Die Face2Face-Redaktion möchte euch aber ein ganz besonderes Programm vorstellen – und nicht nur das: Mit etwas Glück könnt ihr eines von insgesamt zehn Modulen kostenlos testen.

„FitnRaw“ – worum geht´s eigentlich?

Mit Rohkost und Sport wollen sie den Teilnehmern ihres Online-Kurses „FitnRaw“ zu einem neuen, selbstbewussten ICH verhelfen – Nelly Reinle-Carayon und Kay Fitzgibbons sind Expertinnen auf ihrem Gebiet. Nelly ist ausgebildete Ernährungs-, Lebens- und Gesundheitsberaterin, betreibt das vegane RohKöstlich BistRoh® in Speyer und bietet als Leiterin der Rohkost-Schule kulinaRoh® unter anderem einen einjährigen Weiterbildungskurs „Fachberater für Rohkosternährung (IHK)“ an. Kay ist Fitnesstrainerin, Massagetherapeutin und Motivationscoach. Die Leiterin des Fitnessstudios KANKUNAfit weiß, wie man den inneren Schweinehund besiegt.
Gemeinsam haben die beiden Speyrerinnen 10 Module, 33 Arbeitsskripte, 44 Videoanleitungen und 55 Rezept- und Trainingsvideos erarbeitet. Weitere Infos zum Online-Kurs findet ihr auf Facebook und auf der Website.

Fit und gesund dank Rohkost-Ernährung und Sport - das verspricht der Online-Kurs "FitnRaw" (Foto: FitnRaw)

Fit und gesund dank Rohkost-Ernährung und Sport – das verspricht der Online-Kurs „FitnRaw“ von Nelly und Kay (Foto: FitnRaw)

Mittrainieren, -kochen und -essen – das Gewinnspiel

Face2Face verlost exklusiv die Teilnahme am ersten Modul von „FitnRaw“ im Wert von etwa 50 Euro. Dabei lernt der Gewinner bei Kay unter anderem, wie er alte Gewohnheiten hinter sich lassen und dafür neue Gewohnheiten in seinen Alltag integrieren kann. Nelly erklärt im ersten Modul alle wichtigen Grundlagen zum Thema Rohkost. Außerdem könnt ihr mithilfe eines Drei-Tage-Plans herausfinden, ob Rohkost überhaupt eine Alternative für euch ist.

Was ihr für die Teilnahme am Gewinnspiel tun müsst: Schreibt bis einschließlich Donnerstag, 31. August 2017, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „FitnRaw“. In der Mail sollte euer Vor- und Nachname enthalten sein. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Montag, 4. September 2017 via Mail.
Der glückliche Gewinner berichtet dann im Oktober auf Face2Face über seine Erfahrungen mit „FitnRaw“ – dabei wird er natürlich von der Redaktion unterstützt. Wir drücken die Daumen!

 

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird vom Online-Magazin Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme
(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier und im Folgenden schließt die männliche Form die weibliche ein. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen bzw. den Namen des möglichen Gewinners hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden. (5) Mit seiner E-Mail erklärt sich der Teilnehmer bereit in Absprache mit der Face2Face-Redaktion einen Artikel über seine Erfahrungen mit dem „FitnRaw“-Programm zu schreiben, sodass dieser im Oktober auf www.face2face-magazin.de publiziert werden kann.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel
(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich das Online-Magazin Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per E-Mail über ihren Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das die Teilnahme an Modul 1 von „FitnRaw“ durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes ihr Name öffentlich bekannt gegeben wird, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle eingesandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges
(1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Die machen euch fit – Sporttrends 2016

Wie das nun mal so ist im Leben, bestimmen Trends unseren Alltag. Das kann bei Film-, Musik- und Büchertrends beginnen, die Mode wird sowieso immer von ihnen aufgesucht, denn schließlich möchte jeder das Neueste tragen und auch beim Sport lassen sich immer wieder neue Möglichkeiten entdecken, die mit Spaß Bewegung in unseren Alltag integrieren sollen. Einige dieser neuen Sporttrends hat die Face2Face-Sportredaktion aufgespürt.

HIIT – Hoch-Intensives-Intervall-Training

HIIT verspricht schnelle Resultate nach nur kurzem Training, denn das Training bestehend aus ständig wechselnden Workouts fördert sowohl Ausdauer, Fettverbrennung als auch Muskelaufbau. Doch wie genau muss ich mir so ein HIIT Workout vorstellen? Wie der Name schon verspricht, bestehen diese aus Intervallen, welche Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination trainieren. In den intensiven Phasen werden Übungen wie Liegestütze, Klimmzüge, Sprünge oder Sprints in der Ebene und am Berg trainiert und auf sie folgen kurze Pausen. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass das Training draußen und mit vielen anderen Sportbegeisterten zusammen durchgeführt werden kann. Jeder kann sich nach Stand seiner Fitness anschließen und Ausdauer und Kraft durch viele Sprinteinheiten und kräftezehrende Übungen trainieren.

Stand Up Paddling Yoga

Im letzten Sommer kam man nur ganz schwierig um den Trend des SUP (Stand-Up-Paddling) herum. Anfangs ganz wacklig stand man auf dem Brett und überquerte den See mit Hilfe eines Paddles in der Hand. Wenn man sich einmal mit dem Board vertraut gemacht hat, gelingen auch Wendungen oder das Aufstehen und Hinsetzen. Nun haben sich auch Yoga-Begeisterte das Brett vorgenommen und ohne ein Paddle werden nun auf dem Wasser Yoga Übungen praktiziert. Die Balance zu halten, ruhige fließende Bewegungen zu machen und gleichzeitig die Übungen sauber auszuführen stellt beim SUP Yoga die Herausforderung dar. Dennoch ist diese Sportart ein tolles Workout, da es unglaublich viel Spaß bereitet und ein Ganzkörpertraining bietet, da man die komplette Zeit über jeden Muskel angespannt hat, um nicht vom Brett zu rutschen.

Freeletics

Dass Sport auch mit unseren Gewohnheiten und Smartphone-Nutzung mitzieht, zeigt das Beispiel Freeletics. Der Vorteil dieser App ist auf alle Fälle, dass sie durchaus günstiger ist als etwa eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio und man keine Geräte benötigt, denn das Training besteht rein aus funktionalen Übungen, die mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt werden. Auch Gewichte sind nicht von Nöten, um Übungen wie Kniebeugen oder Hampelmänner durchzupowern. Doch das Beste: Man kann jederzeit und überall trainieren – sei es in der Wohnung, im Garten oder im Park und ist für jeden geeignet. Auch ermöglicht die App ein Zusammentreffen mit anderen Benutzern für gemeinsame Workouts, gegenseitige Motivation und Austauschen von Erfahrungen.

Piloxing

Bei Piloxing handelt es sich schlicht und ergreifend um eine Mischung aus Pilates und Boxing und durch Tanzübungen werden zusätzlich Kilos verbrannt, Muskeln aufgebaut und der Körper gestrafft. Wie auch HIIT vereint das Intervall-Training kraftvolle, schnelle Bewegungen des Boxens mit den ästhetischen und feinen Übungen von Pilates. Hierzu können auch Boxhandschuhe zum Einsatz kommen, die durch ihre Gewichte zusätzlich den Muskelaufbau fördern. Besonders Spaß machen vor allen Dingen die Tanzeinlagen, die man gut zu rhythmischer Musik ausführen kann. Auch hier gilt: Je mehr desto besser!

Ballett – Barre Concept

„Neu?“, wird sich nun der ein oder andere fragen, denn immerhin gibt es den klassischen Tanz schon seit mehreren Jahrhunderten. Doch ist es wohl die Wiederentdeckung des Jahres und bekommt unter dem Namen „Barre Concept“ eine neuartige Ausführung verliehen. Dabei handelt es sich um einen Mix aus Yoga, Pilates, Tanz und funktionalen Übungen, die vorrangig an einer Ballettstange durchgeführt werden. Neben Beweglichkeit, Körperspannung und dem Gleichgewichtssinn, wird vor allen Dingen die Haltung trainiert. Auch diese Sportart eignet sich für jeden und wird mittlerweile in immer mehr Fitnessstudios angeboten.

Vorschau: Letzter Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Wer steigt wie ab, wer qualifiziert sich wie noch für den internationalen Wettbewerb? FACE2FACE rechnet vor.

Wettlauf der Sportschuhhersteller

Joggen, Krafttraining, Handball, Fußball, Volleyball und viele andere Sportarten bringen Abwechslung in unseren Alltag. Doch spielt dabei nicht nur der Spaßfaktor eine Rolle, sondern auch die richtige Ausrüstung, allem voran das richtig passende und gutsitzende Paar Sportschuhe.

Sportschuhe als Motivationsspritze 

Sie geben uns nicht nur Halt und Stabilität, sondern erweisen sich durch bunte Designs und modisches Aussehen auch als einmalige Motivationsspender.

Großes Angebot: Laufschuhe sind in vielen Varianten und Farben zu kaufen (Foto: Vogel)

Großes Angebot: Laufschuhe sind in vielen Varianten und Farben zu kaufen (Foto: Vogel)

Doch nicht nur die Farben und Designs variieren  – Adidas und Nike werfen ständig neue Modelle auf den Markt, die mit der neuesten Technik ausgestattet sind. Da stellt sich die Frage, ob sich die beiden großen Sportschuhhersteller nur einen Wettlauf leisten, bei dem sie ständig neue, verbesserte, innovative Laufschuhe auf den Markt bringen. Lohnt es sich in die neuen Schuhe zu investieren?

Der Nike Lunar Epic

Rein optisch gesehen ist das neuste Modell von Nike, der Lunar Epic, wohl etwas gewöhnungsbedürftig, da an den Schuh eine Art Socke mit angenäht wurde. Angezogen passt sich diese Verlängerung des Schuhs aber genau an den Fuß an, wie das Nike auch auf seiner Internetseite verspricht: „unvergleichlich geschmeidiges Laufgefühl und eine revolutionäre Passform, die sich wie eine zweite Haut anfühlt“. Auch beim Laufen überzeugt die Strumpfverlängerung, die einem zusätzlich Stabilität und Halt während des Laufens bietet und keine Angst des Umknickens besteht. Als weiterer Pluspunkt kann man die Leichtigkeit des Schuhs ansehen, welche aber auch einige Läufer der zu dünnen Sohle als Kritikpunkt zuschreiben. Auch mit einem stolzen Preis von 180€ ist der Nike Lunar Epic nicht ganz billig und Nike weist ausdrücklich daraufhin, dass die Verlängerung des Schuhs keine Laufsocken ersetzen.

Der Adidas Pure Boost X

Auch Adidas brachte eine neue Variante des Pure Boost auf den Markt: Ein Laufschuh, der passgenau für schmale Frauenfüße entworfen wurde. Der Pure Boost  zeichnet sich durch seine Sohle aus, die aus vielen kleinen styroporähnlichen Kügelchen zusammengesetzt ist. Wie „auf Wolken gehen“ – so beschreiben Läufer den Lauf auf dieser neuartigen Sohle.  Neu beim Pure Boost X ist, dass nur die Stellen an Ferse und Fußballen mit der Sohle vernäht sind und dazwischen ein Freiraum besteht, der beim Laufen der besseren Dämpfung dient. Und auch die auf der Internetseite angepriesene „leichte, flexible STRETCHWEB Gummiaußensohle“ überzeugt beim Laufen. Mit 120€ liegt der Schuh in der normalen Laufschuh-Preisklasse.

Wettlauf außerhalb der Laufbahn

Doch auch in der Präsentation der Schuhe liefern sich die beiden Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit groß inszenierten Veröffentlichungen der Schuhe mit Fitnessbloggern und Profisportlern. Diese durften den Schuh bei einem Lauf testen und teilten ihre Erfahrungen augenblicklich mit ihren Lesern in den sozialen Netzwerken. Adidas führte so zum Beispiel den Hashtag #pureboostx ein, um alle Läufer medial mit dem Schuh zu verbinden. Nike hingegen setzt auf personalisierte Laufschuhe, die man sich im Online-Shop für 220 Euro selbst zusammenstellen kann oder schickt Bloggern ein Exemplar mit aufgestickten Name des Blogs zu.

Gewappnet für den Wettlauf

Generell sollte man sich aber nicht von der Werbung und Inszenierung der Schuhe leiten lassen, sondern vor allen Dingen bei neuen Laufschuhen auf guten Halt und die optimale Passform achten. Am besten beraten seid ihr, wenn ihr ein Fachgeschäft mit geschultem Personal aufsucht und dort verschiedene Modelle anprobiert. Helfen können hierbei auch die alten Laufschuhe, da der Fachverkäufer Abnutzungen und besonders stark belastete Partien erkennen kann.

Fitnessblogger — Motivation oder digitale Schwindelei?

Instagram, Facebook und Snapchat sind so gut wie nicht mehr aus unser aller Alltag wegzudenken. Doch mittlerweile gehen sie über das reine In-Kontakt-Treten mit Freunden hinaus. Die Themen werden immer häufiger durch gesunde Ernährung und ausreichend Sport bestimmt.

Früher war alles besser
Begonnen hatte alles damit, dass ab und zu auf Instagram ein Bild veröffentlicht wurde, meistens umringt von Freunden, aus dem Urlaub und eigentlich wollte man sowieso nur die Filter benutzen. Doch mittlerweile sind die sozialen Netzwerke voll von professionellen Instagrammern, Bloggern und leider auch von großen Werbeanzeigen.

Raus aus der Komfort-Zone
Positiv an dieser Entwicklung ist natürlich, dass man sich selbst besser motivieren kann. Die gesunde Obstschale zum Frühstück posten, nach dem erfolgreichen Workout im Fitnessstudio ein Bild hochladen oder andere bei Snapchat an seinem Lauftraining teilhaben lassen — all das führt doch dazu, dass man plötzlich Lust an Bewegung und gesunder Ernährung bekommt.

Große Auswahl: Die sozialen Netzwerke wimmeln von Fitnessangeboten Foto: Privat

Große Auswahl: Die sozialen Netzwerke wimmeln von Fitnessangeboten (Foto: Vogel)

Ansporn und Ehrlichkeit
Den Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung zu übermitteln, schaffen auch einige, wie zum Beispiel die Träger des Fitness Awards 2015, Louisa und Jan von fit-trio.com . Im Vordergrund steht bei den beiden erst einmal Selbstakzeptanz und sich so zu lieben, wie man ist. Neben kurzen Workouts, leckeren und gesunden Rezepten und Tipps und Tricks, wie gesunde Ernährung und Bewegung in den Alltag integriert werden kann, findet man in ihrem Instagram-Feed vor allem Dingen auch Ehrlichkeit: Tage, an denen sie überhaupt keine Lust auf Sport haben, Waffeln mit Nutella kurz vor Mitternacht und Dehnungsstreifen, machen die beiden so herrlich sympathisch.

Trügerischer Schein?
Doch schaut man sich die Seiten von anderen professionellen Fitnessbloggern genauer an, dann wimmeln diese nur von so ihren eigenen, hoch angepriesenen Fitnessguides und Workoutplänen, die sie verkaufen möchten, von geglückten Transformationen der Käufer. Generell scheint jedes Sportoutfit, das sie selbst tragen, von großen Marken gesponsert worden zu sein. Auch die Bilder ihrer Essgewohnheiten sind oftmals überspitzt dargestellt: Vegan oder glutenfrei, obwohl keine Unverträglichkeit besteht, und reine Saft- oder auch Detoxkuren genannt, sind dort an der Tagesordnung.

Eigenen Weg finden
Wie gehe ich nun mit solchen geposteten Bildern um? Natürlich dürfen sie als Motivation und Ansporn verstanden werden, aber der Spaßfaktor ist das, was zählt. Zu schnell zieht man Vergleiche mit diesen Personen, obwohl man gar nicht weiß, wer eigentlich hinter diesem Account steht. Auf Rezepte und Fitnessübungen von Bloggern zurückgreifen — kein Problem! Trotzdem ist es wichtig, seinen eigenen Weg zu finden — frei von Zwang und mit viel Spaß an Bewegung und gesunder Ernährung.

Vorschau: Trainer-Karussell in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Face2Face nimmt die neuen Übungsleiter unter die Lupe.

Das bildest du dir nur ein

Wie ist es eigentlich in so einer Kampfsportakademie. Wie anstrengend ist ein Fitness-Kickbox-Kurs wirklich? Ich habe es mal ausprobiert, mit folgendem Ergebnis…

Eine blöde Idee?
„Lust mit in einen Fitness-Kickbox-Kurs zu gehen?“ Als eine Freundin von mir diese Nachricht schickte, dachte ich noch nicht an die schweißtreibende Arbeit, an die unzähligen ausgesprochenen Flüche und den tagelangen Muskelkater, der mich erwarten würde. Was also veranlasste mich zu einem Besuch voller körperlicher Qualen? War es die angestaute Energie, die ich schon seit einiger Zeit in mir spürte und die endlich raus musste – klar, wer fast den ganzen Tag vor dem Bildschirm auf seinem Hintern verbringt – oder die Abenteuerlust, mal etwas Neues auszuprobieren? Oder war es einfach nur eine jener berühmten Bierlaunen, die Man(n) in seinem Leben des Öfteren überkommen? Immerhin erreichte mich die Nachricht während dem Super-Bowl zwischen den Carolina Panthers und den Denver Broncos. Euphorisiert von den Mensch gewordenen Kühlschränken, die sich ohne Rücksicht auf Verluste über den Haufen rannten, sagte ich umgehend zu.

Schweiß, Gummi, Putzmittel und Leder
Gut zehn Tage später war es dann soweit. In der Omnis Kampfsportakademie in Mannheim ging es bereits vor dem Trainingsbeginn steil bergab. Und zwar eine in grau geflieste Treppe zu den Umkleidekabinen. Spätestens hier schlägt mir eine Welle unterschiedlicher Gerüche entgegen. Schweiß mischt sich mit Gummi, Putzmittel- mit Ledergeruch. Der Ort des Geschehens war ohne Frage eine Kampfschule. Eine, in der hart gearbeitet wurde.

Das Werkzeug eines jeden Kickboxers: Die Boxhandschuhe FOTO: Privat

Das Werkzeug eines jeden Kickboxers: Die Boxhandschuhe FOTO: Privat

Aufwärmprogramm
Kaum umgezogen, ging es dann auch schon los. Mit Hector leitete ein Kickboxer des aktuellen U18-Nationalkaders den Anfängerkurs. „Lockeres Aufwärmprogramm“, brüllte er den gut 15, überwiegend weiblichen, Teilnehmer/innen motivierend wie eindringlich entgegen. Leicht auf der Stelle bewegen, ein paar Hampelmänner, Armkreisen. „Alles kein Problem“, dachte ich. Als ehemaliger Fußballer bekomme ich das locker hin und ließ den anderen Teilnehmern ein überhebliches Kopfnicken zukommen, das signalisieren konnte: „Na wenn das alles ist, pfff“.

Großer Irrtum
Welch eine Selbstüberschätzung. „Die Schmerzen bildest du dir nur ein und das Umknicken vorhin war einfach nur fies“, versuchte ich mir nach etwa 15 Minuten einzureden. Nach etwa 20 Minuten gingen die Flüche und Verwünschungen los. Der Schweiß rann mir in Strömen über die Schläfen. Luft bekam ich offensichtlich nur noch zufällig in meinen Körper gepumpt. Doch das Überraschende?! Nach unzähligen Bocksprüngen, Tempoverschärfungen, Schlag- und Trittkombinationen überkam mich ein Adrenalinstoß. Durch die gezielt eingesetzte Housemusik im Hintergrund riss ich mich plötzlich zusammen, schöpfte neue Motivation und holte alles aus mir heraus, was mein eingerosteter Körper noch übrig hatte. Das Problem: Diese Phase hielt nur ganze zehn Minuten an…

Platt, aber glücklich
Nach dem ich der Luft oder dem ab und zu vor die Nase gehaltenem Polster mit zahlreichen Schlägen und Tritten gezeigt habe, dass Journalisten nicht nur etwas im Kopf haben, stoppte ich abrupt ab. Mein Körper fühlte sich unheimlich schwer an. Ich pustete durch, fiel fast um, sammelte mich wieder und starrte wie paralysiert auf die Uhr. Es waren erst vierzig der sechzig minütigen Trainingseinheit um. Was zu Beginn noch ein überhebliches Kopfnicken an die restlichen Teilnehmer war, glich nun einem Akt der Verzweiflung. 20 lange Minuten später, die Liegestütze, Bauch- und Dehnungsübungen zum Schluss gaben mir die angemessene Zeit zum Durchatmen, hatte ich es geschafft. Platt, aber glücklich es gemeistert zu haben, ließ ich mich in eine der hinteren Ecken der Akademie fallen. „Wie viel Ausdauer man pro Woche machen soll, muss jeder selbst herausfinden. Wenn man aber merkt, dass es einem schadet, sollte man die Anzahl der Einheiten pro Woche zurückschrauben“, verriet mir Hector hinterher, auf dessen Stirn kaum ein Schweißtropfen zu entdecken war, und erklärte: „Du wirst sehen: Beim zweiten Mal ist es schon nicht mehr ganz so anstrengend.“ Ich hoffe, er hat Recht…

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, was es mit dem Fitnesshype auf Instagram auf sich hat.

Vielen Dank an das Team der Omnis Kampfsportakademie für den horizonterweiternden und definitiv Grenzen überschreitenden Einblick.

Entspannung pur? Schluss mit den Yoga-Klischees

Wer hat eigentlich das lächerliche Gerücht in die Welt hinausposaunt, Yoga sei entspannend? Es hält sich nämlich hartnäckig. Erst kürzlich kam mir so ein Kommentar wieder zu Ohren. Ich war gerade vom Yoga nach Hause gekommen, hatte mich frisch geduscht und wollte meine Freundin in Empfang nehmen. Eher beiläufig erwähnte ich, dass ich ziemlich erschöpft sei. Was mir mit meinen roten Bäckchen durchaus abzukaufen war! Sie blickte mich darauf ungläubig an. „Vom Yoga etwa?“ „Das ist doch entspannend, oder?“ Da wunderte ich mich, nicht zum ersten Mal darüber, wieviel Unwissen und Skepsis über die Yoga-Praxis herrscht. Ich muss allerdings gleich zu Beginn anmerken – eigentlich habe ich mit Yoga erst vor wenigen Monaten begonnen. Ich bin also alles andere als eine Yoga-Expertin. Ich habe allerdings genügend Einblicke erhalten, es quasi am eigenen Körper erfahren, um klarstellen zu können – Yoga ist alles andere als Entspannung pur! Aber beginnen wir von Anfang an:

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt.(©Paulwip  / pixelio.de)

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt! (©Paulwip / pixelio.de)

Das Yoga eine uralte philosophische Lehre ist, die aus Indien stammt, ist den Meisten wohl bekannt. Yoga beruht auf sehr alten Schriften – die älteste geht dabei auf das zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Diese heiligen Schriften von verschiedenen Gelehrten, bilden heute das Grundgerüst einiger Yoga-Arten. Die Körperübungen, sogenannte Asanas, gesellten sich erst sehr viel später dazu, machen heute aber einen bedeutenden Teil des Yogas, wie er zumindest in westlichen Ländern gelehrt wird, aus. Gegenwärtig existiert eine breite Fülle an Yoga-Ausrichtungen, welche sich in den Übungen und in der Intensität in der Asanas ausgeführt werden, wesentlich unterscheiden. Das Tolle daran ist – für jeden Geschmack ist etwas dabei! Für diejenigen, die Spaß an körperlichen Herausforderungen haben, aber auch für jene, die es lieber ruhiger angehen lassen. Noch toller: Yoga lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Matte ausgerollt und los geht‘s! (zugegeben eine gehörige Portion Motivation gepaart mit Disziplin ist unabdingbar!)

Ganzheitliche Beansprunchung: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe  / pixelio.de)

Ganzheitliche Beanspruchung des Körpers: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe / pixelio.de)

Ich übe mich im Hatha-Yoga, einer sehr körperbetonten, klassischen Yoga-Form, in der die Übungen langsam und bewusst im Wechsel mit Entspannungsphasen ausgeführt werden. Dieses Yoga eignet sich besonders für Anfänger, da Fehlhaltungen von den „Yogis“ (so nennen sich die, die Yoga praktizieren, sich allerdings schon auf einem fortgeschrittenen Level befinden) schnell erkannt werden. Wer ordentlich schwitzen will, sollte sich im Ashtanga-Yoga probieren, welches viel Kondition erfordert und in dem die Übungen in einer flotten Tempoabfolge durchgeführt werden. Schwitzen ist also Programm! Und wer Schwitzen im wortwörtlichen Sinne versteht, sollte mal eine Runde Bikram-Yoga in Erwägung ziehen – In einem auf 40 Grad Celsius aufgeheizten Raum, werden 26 Asanas in einer genauen Abfolge ohne Pause vollführt. Klingt nach purer Entspannung, oder? Wer aber wirklich die Absicht hat, im Yoga zur Ruhe zu kommen, dem sei Kundalini-Yoga ans Herz gelegt. Hier wird der spirituellen Seite des Yogas viel Raum gegeben und die Meditation steht im Vordergrund. Wer gerne dem Beispiel von Prominenten wie etwa Madonna folgt, der könnte Freude am dynamischen Jivamukti-Yoga haben. Hier werden kraftbetonte Übungen in einem fließenden Ablauf praktiziert und mit der Lehre von heiligen Schriften und Mediation vereint. Jivamukti setzt sich aus Jiva (Seele) und mukti (Befreiung) zusammen und bedeutet so viel wie „Befreiung der Seele“. Klingt doch vielversprechend, oder?

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert  / pixelio.de)

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist – Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert / pixelio.de)

Yoga bedeutet weitaus mehr als ausschließlich verrenkende, fast akrobatisch anmutende Körperübungen zu vollführen. Vielmehr ist es die philosophische Lehre auf der alles begründet. Gerade in heutigen Zeiten, wo ein häufiges Volksleiden Stress ist und nie dagewesene Krankheitsbilder wie Burn-Out auftauchen, wo Menschen gehäuft an körperlichen Beschwerden leiden, scheinen die Yoga-Studios Hochkonjunktur zu verzeichnen. Nicht umsonst ist mittlerweile bei vielen Krankenkassen Yoga als Präventionsmaßnahme anerkannt.

Wer seine Vorurteile einmal von Bord wirft und sich auf Yoga einlässt wird bemerken, dass Yoga neben schweißtreibenden Übungen, auch ein völlig neues Lebensgefühl verleiht. Yoga lehrt den Mensch, auf sich Acht zu geben, seine Gedanken zu fokussieren, zugleich aber auch die eigenen Grenzen und Ängste zu überwinden und sich so vom „inneren Leiden“ zu heilen. Und deshalb ein kleiner Wink an denjenigen, der dieses unsinnige Gerücht, von wegen Yoga sei entspannend, in die Welt setzte: Yoga wirkt sogar entspannend UND anstrengend zugschleich! Schreib dir das gefälligst hinter die Ohren. Namaste!

Vorschau: Eva setzt sich nächste Woche mit einem hochaktuellen Thema auseinander: 70 Jahre nach Ausschwitz gibt es AfD und Pegida.

 

Im Fitness-Test: Thai-Robic

Er zeigt wie es richtig geht: Thai-Robic Trainer Alberto (Foto: Stephanie Schweigert)

Trainer Alberto steht vor der Truppe aus 12 Frauen und einem Mann und dreht die Musik auf. „Los geht’s, wir fangen an!“ Der Kurs beginnt mit Stretching – um Verletzungsgefahren zu mindern und den Körper aufzuwärmen und vorzubereiten auf das, was kommt. Tief in die Knie gehen wir, Waden, Oberschenkel, Rücken, alles wird in die Dehnung gebracht. Und wer jetzt glaubt: Stretching, das ist noch keine Anstrengung, wird sich bei diesem Kurs umschauen. Schnelle Bewegungen von rechts nach links, von unten nach oben bringen den ganzen Körper in Schwingung, so dass sich bereits hier die ersten Schweißtropfen bilden. Und dann sagt Alberto auch noch: „Und jetzt fangen wir richtig an!“ Laura neben mir staunt, „ich bin ja jetzt schon kaputt!“.

Der Trainer dreht die Musik auf, wummernde Bässe lassen einen schon mal den Rhythmus spüren. Er zeigt uns die verschiedenen Schritte, die im folgenden Satz drankommen. Mit dem Ellenbogen einen Kinnhaken ausführen, Schläge nach vorne und dabei einen festen Stand behalten. Außerdem Kicks zur Seite, nach vorn und nach hinten. Und dabei die Deckung nicht vergessen.

Ein Element. im Kurs: Der Tritt nach vorne (Foto: Stephanie Schweigert)

Etwa eine Minute lang führen wir meist zwei kombinierte Bewegungen aus, das reicht um jeden von uns zum Schwitzen zu bringen. Dankenswerterweise gibt es alle zehn Minuten eine kurze Trinkpause, in der wir wieder zu Atem kommen, um uns erfrischen können. Doch die ist eigentlich viel zu kurz. „So, weiter geht’s!“, ruft Alberto, und bei einigen Teilnehmerinnen hört man ein leichtes Stöhnen. Jeder kann die Intensität der Übungen selbst bestimmen, ob etwas fester geschlagen wird oder der Tritt vielleicht doch etwas niedriger ausgeführt wird. Der Vorteil bei diesen Übungen ist, dass der komplette Körper gefordert und gefördert wird, und auch die verschiedensten Bereiche des Sports mit eingebunden werden. So wird Ausdauer trainiert, durch länger anhaltende Tritt- und Schlagserien, Kraft wird durch feste Schläge gefordert und auch die Beweglichkeit wird durch die verschieden hohen Schläge und Tritte und am Ende durch Stretching gefördert.
„Bei regelmäßiger Teilnahme können die verschiedenen Bewegungen auch zur Selbstverteidigung genutzt werden!“, erklärt Alberto. Und an die Teilnehmerinnen, die zum ersten Mal da gewesen sind schmunzelt er: „Erzählt mir beim nächsten Mal einfach, was euch NICHT wehgetan hat!“

Vorschau: Lest nächste Woche über den überzeugenden Turnierverlauf der deutschen Handballmannschaft bei der WM in Spanien.