Das Literaturcamp, c’est nous

Eigentlich ist es noch nicht vorbei. Das sehe ich jeden Tag, wenn ich auf Twitter #litcamp16 lese, wenn ein neues Protokoll zu einer Sitzung eingestellt wird, wenn wir uns im Netz oder real wiedersehen. Dieses Gefühl der anhaltenden Verbundenheit hat das Literaturcamp Heidelberg, das am 11. und 12. Juni 2016 seine Tore geöffnet hatte, in mir hinterlassen. Dabei wäre ich um ein Haar gar nicht hingegangen.

Was ist das Literaturcamp?

Nicht alles ernst nehmen: Gilt auch für die Organisatoren beim Literaturcamp (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-247, Lizenz: CC-BY 2.0)

Nicht alles ernst nehmen: Gilt auch für die Organisatoren beim Literaturcamp (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-247, Lizenz: CC-BY 2.0)

Das Literaturcamp Heidelberg ist ein BarCamp zum Thema Literatur. Ein BarCamp wiederum ist eine Veranstaltung mit sehr freien Strukturen, bei der jeder Besucher Teilnehmer, Vortragender und Hörer zugleich ist. Die einzelnen Sitzungen – die Sessions – werden erst am Tag des Camps selbst festgelegt und eingeteilt. Jeder kann darum auch eine anbieten, spontan oder geplant. Alle Teilnehmer sind darum auch von Anfang an auf Augenhöhe. Alle für alle für das BarCamp. Aus Amerika herübergeschwappt ist das BarCamp eine Ableitung des 2003 zum ersten Mal veranstalteten FooCamps und kann prinzipiell zu jedem Thema veranstaltet werden. Das Literaturcamp hatte in dieser Form 2016 seine Prämiere. Und gerade weil so vieles erlaubt ist, ist die Organisation dahinter nicht wenig.

Frei, vegan und kinderlieb

Hinter dem Literaturcamp Heidelberg steckt keine riesige Gruppe, kein Konzern oder Verein, der die Strippen zieht, sondern im Grunde Menschen, die sich dann auch in Heidelberg getroffen haben. Literaturmenschen. Susanne von Literaturschock, in deren Session – es war meine letzte des Camps, die vom Regen ins Treppenhaus vertrieben ihren eigenen Kultstatus beanspruchte – es um die Professionalisierung von Blogs ging,

Spontan ins Treppenhaus gezogen: Session beim Literaturcamp Heidelberg (Foto: Valentin Bachern)

Spontan ins Treppenhaus gezogen: Session beim Literaturcamp Heidelberg (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-295 , Lizenz: CC-BY 2.0)

den Bloggern Nathan, Nils und Valentin, dem Medienmenschen Dirk und vielen, vielen weiteren, die lektorierten oder Marmelade kochten. Dass das Essen komplett vegan war, ahnte ich bereits, als einige Organisatoren sich beim Vorstellen als vegan bekannten. Geschmeckt hat es trotzdem. Auch den Kindern, die ich kurzerhand mitgenommen habe, denn außer Verpflegung gab es auch Kinderbetreuung und kein Murren, als mein Jüngster beim der Session von Dagmar Eckard zu „offline Aktionen für Buchblogger“ kurzerhand meine Tasche ausräumte und bei meinem eigenen Vortrag zur Mutterfigur in der Gegenwartsliteratur schließlich auf meinem Arm einschlief.

Vielfalt auf vielen Wegen

Spontane Vielfalt: Beim Literaturcamp werden die Vorträge erst am morgen vorgestellt (Foto: Valentin Bachern)

Spontane Vielfalt: Beim Literaturcamp werden die Vorträge erst am morgen vorgestellt (Foto: Valentin Bachern, Litcamp-HD-119, Lizenz CC-BY 2.0)

Vor allem aber war das Literaturcamp Heidelberg großartig. Großartig organisiert, großartig unkompliziert und offen, großartig vielfältig. Von Beiträgen für (Buch)Blogger, Autoren, Schreibende, Verlagsmenschen, Lektoren und Selbstveröffentlicher bis hin zu Meditationsübungen, einer Abendsitzung zu Sex und eine Begehung der alten Feuerwache, in der unser Camp untergebracht war, irgendwo war immer für jeden etwas dabei, schon allein, da sechs Sessions gleichzeitig stattfanden. Dass ich nicht alle besuchen konnte, die ich wollte, war dabei aber genauso inbegriffen. Trotzdem ging ich jeden Tag mit einem Haufen Eindrücke nach Hause, die ich jetzt noch nicht alle habe in Worte fassen können.

Immer wieder gern

Das Literaturcamp Heidelberg war aber gleichzeitig eine Veranstaltung, die vor allem auf Twitter ihre Kreise zog. Über 6500 Tweets wurden mittlerweile dazu abgegeben und es werden immer noch täglich mehr. Die Vernetzung der Teilnehmer, die sich bisher noch nicht gefolgt oder sonst irgendwie digital verbunden hatten, geschah so schnell und reibungslos, das ein berauschendes Wir-Gefühl uns noch immer zusammenhält. Das Literaturcamp, c’est nous. Dass es nächstes Jahr ein neues Literaturcamp geben wird, davon waren wir beim gemeinsamen Abschluss des Wochenendes bereits überzeugt. Und ich, die ich dieses Mal über ein Gewinnspiel an meine Karte gekommen bin, fiebere bereits dem nächsten Jahr entgegen, dem nächsten Literaturcamp Heidelberg.

„Karma is a bitch“ – Das Phänomen Jodel

Es ist Montag und der 21-jährige BWL-Student Christian sitzt in seiner allwöchentlichen Management-Vorlesung. Statt auf die Vorlesungsfolien starrt er jedoch wie gebannt auf sein Smartphone und aktualisiert die geöffnete App, gennant Jodel, im Minutentakt. Denn was dort geboten wird ist für den Studenten viel interessanter, als die SWOT-Analyse.

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Jodel und Kaffee: Für Studenten wie Christian elementare Bestandteile des Universitätsalltags (Foto: Privat)

„Heute gilt für mich das Badewannen-Prinzip: Volllaufen lassen!“ oder „Wenn der Professor deinen Vorschlag, die Vorlesung heute draußen zu halten, krachend ablehnt“ sind nur einige der Posts, die Christian schmunzeln lassen und ihn mit Erfolg von der Vorlesung ablenken.

Jodel ist eine Smartphone-App, die seit einigen Monaten an Deutschlands Universitäten kursiert. Doch im Gegensatz zu Facebook, Twitter und Co. wendet sie sich bewusst gegen die zunehmende Personalisierung. Bei Jodel müssen Nutzer kein Profil mit persönlichen Inhalten anlegen, alles geht komplett anonym vonstatten. Die Applikation greift mittels GPS lediglich auf den Standort des Smartphones zu und verbindet so alle Nutzer, die sich in einem Umkreis von zehn Kilometern aufhalten.

So simpel das Prinzip von Jodel auch ist, desto besser scheint es bei den Nutzern anzukommen. Mithilfe von Text- oder Bildposts, so genannten „Jodel“, können lustige Anekdoten, Events oder Neuigkeiten aus der Universität oder dem Alltag geteilt werden. Mittels Kommentaren können sich die Nutzer austauschen. Alle Posts können jedoch auch hoch- und runtergevotet werden. Ein Meldeprinzip sorgt dafür, dass anstößige oder unpassende Inhalte gelöscht werden. Doch auch das Voting trägt dazu bei, dass die Inhalte der App sich selbst regulieren: Bei einer gewissen Anzahl von Downvotes verschwindet ein Post von den Smartphone- und Tabletbildschirmen.

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Auch die Face2Face Redakteurin Nadine hat Jodel für euch getestet: Das vielsagende Icon der App (Foto: Privat)

Auch das Anreizprinzip von Jodel ist interessant: Durch Aktivität oder durch Down- und Upvotes der eigenen Posts steigt oder sinkt das sogenannte „Karma“. Mit dem spirituellen Konzept des Handelns und deren Folgen hat das Jodel-Karma wohl wenig zu tun. Dennoch sind viele Jodler fleißig am Karma sammeln.

„Jodel eignet sich super zur Ablenkung in allen Lebenslagen, sei es in der Bibliothek, bei der Arbeit oder in der Vorlesung“, so der begeisterte Christian. Auch die Soziologiestudentin Sabine zeigt sich positiv gegenüber der Neuerung im Unialltag: „Man hat immer etwas zu lachen und die Community, die sich in Jodel herausgebildet hat, ist eine ganz besondere. Wenn man nach den richtigen Regeln spielt, kann man dort viel Spaß haben.“

Jodel scheint in vielerlei Hinsicht eine Eigendynamik entwickelt zu haben. So gibt es eine Vielzahl von ungeschriebenen Regeln oder Verhaltenscodes, an die sich die Nutzer halten. Die Wahrung der Anonymität ist vielen Jodlern sehr wichtig und auch Hashtags werden – wenn auch in Jodel komplett unnütz – rege benutzt.

In letzter Zeit scheint sich Jodel jedoch in eine Art Singlebörse oder Abklatsch von Frage-Portalen wie „gute-frage.de“ oder „Free your Advice“ verwandelt zu haben. Besonders Männer, die in die Welt und Denkweise der Frauen Einblick erhalten wollen und andersrum sind besonders häufig zu beobachten. Christian und Sabine zeigen sich von all dem unbeeindruckt – sie werden fleißig weiterjodeln und Karma sammeln. Ob die Entwickler von Jodel ihr Versprechen halten, dass etwas tolles passieren soll, wenn man viel Karma gesammelt hat, wird sich zeigen…

Vorschau: Nächste Woche berichten wir an dieser Stelle über die Cartoons von Gerhard Glück in der Caricatura Frankfurt.

„Wow, der Junge hat Talent!“ – Der Startschuss des Kölner Künstlers Mike Dargas

Im Jahr 1983 wird in Köln am Rhein ein großartiger Künstler geboren. Mike Dargas. Er selbst bezeichnet sich als Autodidakt und hat schon im Kindesalter mit seinem Talent für Aufsehen gesorgt. Die Liebe zum Detail verhilft ihm bei jedem seiner Werke zur Perfektion. Noch genauer, noch fotorealistischer und jedes Bild mit einer anderen Botschaft. Neben zahlreichen anderen Techniken hat er sich nun auf die Ölmalerei spezialisiert. Vom eigenen Tattoostudio- zum eigenen Atelier. In genau diesem habe ich Mike zum persönlichen Interview getroffen. In lockerer Atmosphäre und umgeben von einzigartiger Kunst.

Ein Ausnahmetalent in der fotorealistischen Ölmalerei: Mike Dargas (Foto: M. Dargas)

Ein Ausnahmetalent in der fotorealistischen Ölmalerei: Mike Dargas (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Wie bist du zur Malerei gekommen?

Mike: Im Knast. Nein Quatsch. Eigentlich von klein auf. Ich habe im Kindergarten schon viel gemalt. Anders als die anderen Kinder. Etwas detaillierter und dann hat sich das Talent schon ein bisschen bemerkbar gemacht. Letztendlich habe ich dieses Talent aufgebaut mit Interesse. Im frühen Alter habe ich mich schon viel für Techniken und allgemein Kunst interessiert. Wenn andere auf Bäume geklettert sind, bin ich in Büchereien gefahren und habe mir Kunstbücher angeguckt.

Lädt zum Verweilen und Staunen ein: Die Galerie in schönem Ambiente (Foto: M. Dargas)

Lädt zum Verweilen und Staunen ein: Die Galerie in schönem Ambiente (Foto: A. Götzen)

Face2Face: Wie sah das erste Bild aus, in dem dein Talent sichtbar wurde?

Mike: Auch im Kindergarten. Spezielles Erlebnis: Ein Panoramabild unter Wasser mit Tauchern und Luftblasen. Das mit sechs Jahren. Hier habe ich selbst gemerkt und haben auch alle anderen gesagt: „Wow, der Junge hat Talent!“. Das war der Startschuss.

Face2Face: Ab wann hast du dich entschlossen, das professionell zu machen?

Mike: Ich habe schon als Kind festgelegt, dass ich auf jeden Fall etwas mit Kunst, Handwerk und Kreativität mache und erst einmal alle Techniken und Materialien ausprobiert. Festgelegt auf Ölmalerei habe ich mich erst vor drei Jahren.

Hier entstehen wahre Schätze: Das Atelier des Künstlers in Köln (Foto: M. Dargas)

Hier entstehen wahre Schätze: Das Atelier des Künstlers in Köln (Foto: M. Dargas)

 

Face2Face: Was hältst du von deinen Bildern selbst?

Mike: Da bin ich, wie das Klischee eines typischen Künstlers vorgibt, immer unzufrieden. Jedes Mal, wenn ich meine Bilder anschaue, denke ich: Das geht noch besser. Für mich ist es stets eine neue Herausforderung. Jedes Werk soll noch fotorealistischer werden. Ich versuche, bei jedem neuen Gemälde eine Steigerung zu finden.

Face2Face: Wen möchtest du mit deinen Bildern erreichen?

Mike: Mein Ziel ist es, weltweit bekannt zu werden. Ich möchte mit meinem Talent den Durchbruch schaffen. Da bin ich auch sehr ehrgeizig.

Face2Face: Warum malst du Portraits und keine Landschaften oder ähnliches?

Mike: Eigentlich hätte ich Lust, viele Sachen zu malen, auch Landschaften. Einfach, um das mal gemacht zu haben, aber letztendlich muss man einen Faden finden. Auf Portraits habe ich mich jetzt gefestigt, weil jedes Portrait individuell ist und etwas anderes aussagt. Da ist vielmehr Action und Leben drin.

Natürlich zählen auch Männer zu seinen Modellen: Titel dieses Meisterwerks ist "Seebär" (Foto: M. Dargas)

Natürlich zählen auch Männer zu seinen Modellen: Titel dieses Meisterwerks ist „Seebär“ (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Du hattest auch ein eigenes Tattoostudio. Warum hast du das aufgegeben?

Mike: Letztendlich weil ich nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen möchte. Tätowieren beansprucht viel Konzentration-, viel Geduld und viel Zeit, die dann für die Malerei fehlt. Und in der Malerei möchte ich erfolgreich sein.

Face2Face: Wer sind die Menschen, die du malst?

Mike: Das sind Modelle, die ich aussuche. Im Moment weibliche. Diese fotografiere ich ab und male das dann von dem Foto auf Großformat. Der exakte Moment ist tatsächlich mit der Kamera so eingefangen. Ich glaube, wenn man das aus dem Kopf schafft, ist man ein Superbrain.

Mike Dargas bei der Arbeit: Ein Exemplar mit Honig als "Rohmaterial" (Foto: M. Dargas)

Mike Dargas bei der Arbeit: Ein Exemplar mit Honig als „Rohmaterial“ und umgesetzt mit dem Pinsel (Foto: M. Dargas)

Face2Face: Woran arbeitest du im Moment?

Mike: Eine Serie, für die ich Honig als Material ausgewählt habe, wobei das eigentlich einen viel tieferen Sinn hat. Das erste Bild daraus war „Ecstasy of Gold“. Ekstase sagt dabei ja alles. Gold steht in dem Zusammenhang nicht für Honig, sondern für das wertvolle Rohmaterial. So hieß auch das nächste Bild „The black Gold“, also das schwarze Öl bezüglich des Rohmaterials. Als Thema also alles, was einen hohen Wert hat. Worum sich Politik und Wirtschaft dreht, nämlich Geld.

Face2Face: Was ist für die Zukunft bezüglich Ausstellungen/Projekte geplant?

Mike: Als nächstes habe ich mehrere Ausstellungen in München, darunter eine Kunstmesse. Außerdem gibt es gerade Angebote aus Amerika. Also muss ich sehen, dass ich mal über den Teich komme. Wie gesagt, Ziel ist es, national und international erfolgreich zu sein. Ich glaube einfach, wenn man sich in Deutschland einsperrt, kommt man nur bis zu einem gewissen Punkt. Sowieso fahren die Amerikaner total auf den fotorealistischen Stil ab und haben irgendwie so ein Faible dafür.

Ich glaube, dass Mike Dargas diesen Punkt sowohl in Deutschland, als auch international noch lange nicht erreicht hat. Diese bescheidene Art und der rheinische Humor, kombiniert mit diesem eindrucksvollen Talent lässt ihm alle Türen der Kunstwelt offenstehen. Wir werden auf jeden Fall noch sehr viel von dem Kölner Künstler hören, beziehungsweise sehen.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier ein spannendes Interview mit einem jungen, aufstrebenden Filmemacher aus der Region.

Internetphänomene, Teil 3: „Die virale Philo-Tür“ der Universität Mainz

Eine defekte Tür, die eine eigene Facebook-Seite mit über 11.500 Likes hat. Eine Tür, die durch die Berichterstattung in den Abendnachrichten nationale Bekanntheit erlangt. Eine Tür, deren Reparatur offiziell vom Dekan einer Universität und hunderten Studierenden mit eigener Zeremonie gefeiert wird – all das klingt zunächst absurd.

Schilderwahnsinn an der Uni Mainz: Die Glasscheibe neben der Tür zum Philosophicum wird zum Mitteilungsorgan der Studierenden (Foto: Denzinger)

Schilderwahnsinn an der Uni Mainz: Die Glasscheibe neben der Tür zum Philosophicum wird zum Mitteilungsorgan der Studierenden (Foto: Denzinger)

Doch genau das ereignete sich in den letzten Wochen auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Schauplatz war der Seiteneingang des Universitätsgebäudes „Philosophicum“, der normalerweise mittels Schalter einen barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer bietet. Jene Tür war jedoch seit Wochen nicht funktionsfähig und vorschriftsgemäß mit dem Schild „Defekt. Techniker ist informiert“ ausgestattet. Die Reparatur ließ jedoch lange auf sich warten. Schließlich stattete die Mainzer Studentin Leona Aleksandrovic die Tür mit einem weiteren Schild aus, auf dem prangte „Techniker auch defekt“. Ihre Aktion fand viele Nachahmer und bald hingen unzählige Schilder mit im Internet gängigen Memes im Eingangsbereich der Bibliothek.

Als Meme fungierte auch Martin Luther King, dessen berühmteste Rede mit den Worten: „I have a dream, that one day the Techniker will repair this door“ zweckentfremdet wurde. Der legasthenische Yoda aus der Science Fiction Saga Star Wars äußert sich „Diese Tür defekt sein vielleicht .. Techniker zum Glück informiert ist“ und auch Bob der Baumeister

Martin Luther King hat einen Traum: Dass die Tür eines Tages repariert wird (Foto: Denzinger)

Martin Luther King hat einen Traum: Dass die Tür eines Tages repariert wird (Foto: Denzinger)

aus der gleichnamigen Kinderserie spricht „I am the Techniker. I can’t fix it.“ Sind diese einige der am leichtesten zu verstehenden Memes, hingen dort viele weitere, die umfassendere Kenntnisse des Meme-Diskurses im Internet erfordern.

Robert Vettel, seinerseits Student der rheinland-pfälzsichen Universität richtete daraufhin eine Facebook-Fanseite für die Tür ein und etablierte den Hashtag #technikeristinformiert, der auf Internetseiten wie Twitter, Instagram, Imgur, Reddit oder auch 9Gag viral wurde. Bald schaffte die Tür den Sprung vom Internet in die Berichterstattung der Fernsehsender Sat1 und ZDF.

Fielen nach ein paar Tagen die ersten Schilder auch den Brandschutzbestimmungen der Universitätsgebäude zum Opfer, so trat dies nur eine zweite Schilderwelle los. Die Tür wurde bald zur Pilgerstätte von Mainzer Studierenden, motivierte aber auch die Universitätsleitung zu einer zeitnahen Reparatur.

Feierliche Wiederveröffnung des Dekanats: Die mit einem roten Band versiegelte Tür (Foto: Denzinger)

Feierliche Wiederveröffnung des Dekanats: Die mit einem roten Band versiegelte Tür (Foto: Denzinger)

Face2Face Redakteurin Melanie Denzinger war live bei der Wiedereröffnung der Tür dabei. „Die Wiedereröffnung war in vielerlei Hinsicht ein karnevaleskes Spektakel“, so Denzinger. Mit Sekt und Orangensaft und in hinteren Reihen auch so manch anderem alkoholischen Getränk eröffnete der Dekan der Uni Mainz am Mittwoch mit einer feierlichen Rede die Tür. Robert Vettel, der die Facebook-Seite „Die virale Philo Tür“ ins Leben gerufen hatte, wurde feierlich ein goldener Schraubenschlüssel mit einer Urkunde überreicht.

Die Tür ist nun wieder voll funktionsfähig. Die Studierenden der Universität Mainz werden jedoch mit einem lachenden und weinenden Auge auf die Reparatur zurückblicken. Der Dekan der Universität versprach jedoch, eine Ausstellung mit den gesammelten Memes auf die Beine stellen zu wollen, die örtliche Vereine wie das Zentrum für selbstbestimmtes Leben e.V. in Mainz unterstützen soll.

Vorschau: Nächste Woche berichtet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik an dieser Stelle über den „Nachtkonsum“ hinter dem Verkaufstisch – ein Selbstversuch als Trödel-Verkäuferin.

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 Weitere Serienteile:

Teil 1: Memes

Teil 2: My Little Pony: Friendship is Magic