Auch ohne Reus jede Menge Qualität

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat am gestrigen Dienstag seinen endgültigen 23-köpfigen Kader für die anstehende Europameisterschaft (10. Juni – 10. Juli) in Frankreich benennen müssen. Mit der verletzungsbedingten Streichung von Marco Reus sorgte Löw für Aufsehen. Die F2F-Sportredaktion nimmt die EM-Fahrer mal genauer unter die Lupe.

Tor: Mit Manuel Neuer steht der wohl aktuell beste Torwart seiner Zunft zwischen den Pfosten. Seine Vertreter und gleichzeitigen EM-Debütanten Bernd Leno und Marc-André ter Stegen besitzen eine Menge Potenzial. Leno verdiente sich die Nominierung aufgrund seiner starken Leistungen am Ende der gerade abgelaufenen Bundesligasaison. Auch ter Stegen ist ein echter Meister seines Fachs, gewann 2015 mit dem FC Barcelona souverän die Champions League und wird nicht umsonst mit „Torwart-Titan“ Oliver Kahn verglichen. Das Kuriose: Mit dem Bundesadler auf der Brust machte der gebürtige Mönchengladbacher bislang alles andere als eine gute Figur. Erst bei der jüngsten 1:3-Testspielniederlage gegen die Slowakei rutschte ihm der Ball ungeschickt durch die Hände, um dann zwischen seinen Beinen hindurch die Torlinie zu überschreiten. Kleines Trostpflaster: Er konnte in einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien einen Elfmeter von Lionel Messi sehenswert parieren.

Abwehr: Hier musste lediglich der als pflegeleicht und universell einsetzbar geltende Sebastian Rudy seine EM-Träume zu den Akten legen. Ansonsten verkörpert der Defensivverbund um Jérome Boateng, Jonas Hector, Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi, Antonio Rüdiger, Emre Can und dem noch angeschlagenen Mats Hummels jede Menge Qualität. Was außerdem Mut macht: Die Prognose für eine baldige Genesung des Weltklasseinnenverteidigers Hummels sind durchweg positiv. „Bei Mats wird es zwar noch ein paar Tage dauern, aber auch er wird uns beim Turnier zur Verfügung stehen“, ließ Löw verkünden.

Mittelfeld: Beim Turnier zur Verfügung stehen wird wohl auch Bastian Schweinsteiger. Der Held von Rio ist laut dem Bundestrainer „voll belastbar“ und trainiert bereits wieder mit der Mannschaft. Doch egal ob fit oder nicht. Auf die Führungsqualitäten eines Schweinsteigers kann der Löw bei so einem Turnier schlicht und ergreifend nicht verzichten. Somit ist die Nominierung völlig nachvollziehbar, selbst, wenn der Kapitän erst nach den drei Gruppenspielen bei 100 Prozent sein sollte. Die tragische Figur dagegen ist und bleibt Marco Reus. Der vom Boulevard aufgrund seines Fahrens ohne Führerscheins verschriene „Raser Reus“, drückt vor den großen Turnieren regelmäßig kräftig auf die Bremse. Verletzte sich der Star von Borussia Dortmund vor der WM 2014 schwer am Syndesmoseband, machen ihm nun langwierige Beschwerden an den Adduktoren Probleme. „Er hat massive gesundheitliche Probleme und kann im Moment nur geradeaus laufen“, sagte Löw. „Die Mediziner waren äußerst skeptisch, dass er in den nächsten Woche bei einem zehrenden Turnier voll belastet werden kann“, ergänzte er. So schlimm das auch für Reus ist, so gefasst kann Löw auf das Aus seines Tempodribblers reagieren. Die Qualität auf den offensiven Außenbahnen ist auch ohne Reus immer noch sehr hoch. André Schürrle zeigt klar ansteigende Form, Julian Draxler will endlich den internationalen Durchbruch schaffen, Leroy Sané ist ein großes Versprechen für die Zukunft und auch der schon fälschlicherweise zu oft abgeschriebene Veteran Lukas Podolski kann seine Qualitäten in die Mannschaft einbringen. Mit dem aktuellen Champions-League-Sieger Toni Kroos und Sami Khedira verfügt Deutschland außerdem über zwei echte Anführer und Taktgeber im defensiven Mittelfeld. Der bei Bayern München in dieser Saison oft verschmähte Mario Götze könnte auf der zehner Position seinen großen Auftritt haben, wenn Arsenal-Star Mesut Özil bei dem Turnier nicht so zünden sollte wie zuletzt im Verein. Die ebenfalls gestrichenen Julian Brandt und Karim Bellarabi (beide Bayer Leverkusen) werden laut Löw auch in den nächsten Monaten und Jahren noch eine Rolle bei der Nationalmannschaft spielen. Für sie nominierte der Bundestrainer Julian Weigl und Joshua Kimmich und entschied sich somit für die großen Entwicklungsmöglichkeiten der Beiden.

Angriff: Klar hätte man Thomas Müller auch bereits schon im Mittelfeld aufzählen können. Ein Thomas Müller in Topform ist schließlich überall auf dem Platz zu finden. Da er aber aller Voraussicht nach wieder für die Tore der DFB-Elf verantwortlich sein wird, fühlt er sich hier bestimmt auch recht wohl. Ganz alleine ist der Thomas ja auch nicht. Mario Gomez, der beim Weltmeistertriumph 2014 wegen anhaltender Formschwäche fehlte, leistet ihm Gesellschaft. Der bullige Mittelstürmer, der bei Besiktas Istanbul zu seiner alten Stärke gefunden hat und mit 26 Treffern Torschützenkönig in der Türkei wurde, könnte ein wichtiger Mosaikstein im taktischen Gebilde des Bundestrainers sein. Vor allem gegen die in den Gruppenbegegnungen tief stehenden Ukrainer (12.06., 21 Uhr) und Nordiren (21.06. 18 Uhr) kann Gomez seine Kopfballstärke einbringen.

Der Kader im Gesamtüberblick:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München, 64 Länderspiele/0 Tore), Bernd Leno (Bayer Leverkusen, 1/0), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona, 6/0)

Abwehr: Jérome Boateng (FC Bayern München, 58/0), Emre Can (FC Liverpool, 5/0), Jonas Hector (1. FC Köln, 13/1), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04, 33/2), Mats Hummels (Borussia Dortmund, 46/4), Shkodran Mustafi (FC Valencia, 10/0), Antonio Rüdiger (AS Rom, 10/0)

Mittelfeld:  Sami Khedira (Juventus Turin, 59/5), Toni Kroos (Real Madrid, 64/11), Bastian Schweinsteiger (Manchester United, 114/23), Julian Draxler (VfL Wolfsburg, 18/1), Joshua Kimmich (FC Bayern München, 1/0), Mario Götze (FC Bayern München, 51/17), Mesut Özil (FC Arsenal London, 72/19), André Schürrle (VfL Wolfsburg, 51/20), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul, 127/48), Julian Weigl (Borussia Dortmund, 1/0), Leroy Sané FC (FC Schalke 04, 2/0)

Angriff: Thomas Müller (FC Bayern München, 70/31), Mario Gomez (Besiktas Istanbul, 63/27)

Vorschau: Nächste Woche ist bei Face2Face mal wieder etwas Platz für ein bisschen Satire.          

Wer landet wie wo?

High Noon am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga. Während sich der FC Bayern München bereits am vergangenen Wochenende seine vierte deutsche Meisterschaft in Folge sichern konnte, wird am 34. Spieltag noch um den Ligaverbleib und die Teilnahme am internationalen Wettbewerb gekämpft. Wer wie der Liga erhalten bleibt, beziehungsweise sich für den internationalen Wettbewerb qualifiziert, rechnet die Face2Face-Sportredaktion vor.

Die Abstiegskandidaten: 

Frankfurt (Platz 15, 36 Punkte, 34:51 Tore)
Die Eintracht ist mit einem Sieg oder Unentschieden in Bremen als Tabellenfünzehnter gerettet. Verlieren die Hessen, müssen sie wohl in die Relegation gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga (1. FC Nürnberg). Um sogar noch auf Platz 17 abzustürzen und damit direkt abzusteigen, müsste Frankfurt hoch verlieren oder der VfB Stuttgart hoch in Wolfsburg gewinnen.

SV Werder Bremen (Platz 16, 35 Punkte, 49:65 Tore)
Bremen ist mit einem Sieg gegen Frankfurt sicher als Tabellenfünzehnter gerettet. Verlieren die Norddeutschen, steigen sie bei einem Stuttgarter Sieg in Wolfsburg direkt ab. Holt Bremen gegen Frankfurt einen Punkt, muss Werder wohl in die Relegation. Es sei denn, Stuttgart siegt hoch in Wolfsburg. Auch bei einer Niederlage geht es in die Relegation, wenn Stuttgart nicht gewinnt.

VfB Stuttgart (Platz 17, 33 Punkte, 49:72 Tore)
Für den VfB ist nur noch die Relegation drin. Dafür muss er selbst in Wolfsburg gewinnen und Bremen gegen Frankfurt verlieren. Gewinnt Werder oder spielen Frankfurt und Bremen unentschieden, wird der VfB aufgrund der miesen Tordifferenz nur durch einen Kantersieg in Wolfsburg noch 16.

Die „Internationalen“: 

Qualifiziert für das internationale Geschäft sind bereits alle hier folgenden Mannschaften. Es geht am letzten Spieltag lediglich noch um die Platzierungen vier bis sieben.

Borussia Mönchengladbach (Platz 4, 52 Punkte, 65:50 Tore)
Mönchengladbach ist der vierte Rang nur noch rechnerisch zu nehmen. Bereits mit einem Punktgewinn in Darmstadt hat die Borussia Platz vier, der zu den Champions League-Qualifikationsspielen berechtigt, sicher. Die Fohlen-Elf könnte sich aufgrund ihres formidablen Torverhältnisses sogar eine Niederlage erlauben, solange Mainz 05 keinen Kantersieg gegen Berlin einfährt.

FSV Mainz 05 (Platz 5, 49 Punkte, 46:42 Tore)
Der FSV hat mit einem Sieg den fünften Platz verteidigt. Bei einem Unentschieden gegen Hertha BSC könnte Mainz noch auf den sechsten Rang abrutschen, vorausgesetzt der FC Schalke 04 gelingt ein Auswärtssieg in Hoffenheim. Bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg oder Unentschieden von Schalke landet Mainz sogar auf dem siebten Platz.

Hertha BSC (Platz 6, 49 Punkte, 42:42 Tore)
Die Hertha benötigt einen Sieg, um an Mainz vorbei auf Platz fünf zu springen. Bei einem Unentschieden haben sie Platz sechs nur sicher, wenn Schalke ebenfalls höchstens nur Unentschieden spielt. Sollte Berlin verlieren, rutschen sie bereits bei einem Punktgewinn von Schalke auf den siebten Platz ab. Selbst bei einer Schalker Niederlage droht den „Hauptstädtern“ Platz sieben, vorausgesetzt allerdings sie verlieren in der Differenz zwei Tore höher als Schalke.

FC Schalke 04 (Platz 7, 49 Punkte, 47:48 Tore)
Die Elf aus Gelsenkirchen hat nur noch mit einem Sieg Chancen auf Platz fünf zu springen. Spielen die Schalker Unentschieden ist maximal nur noch Platz sechs drin. Bei einer Niederlage könnten sie ebenfalls noch auf Platz sechs springen, vorausgesetzt aber, dass Hertha BSC in der Differenz mit zwei Toren höher verliert, als die Schalker.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, ob der Shishakonsum das Sporttreiben genauso beeinträchtigt wie das Rauchen von Zigaretten.

Fußball in Zeiten des Terrors

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Je nach Medienangaben sind zwischen 130 und 135 Menschen gestorben, rund 350 Menschen wurden verletzt. Der „Islamische Staat“ hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt.

Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft war indirekt betroffen, denn sie spielten an diesem denkwürdigen 13. November im Stade-de-France gegen die französische Nationalmannschaft. Auch das Stadion war Ziel der Attentäter.

Dass den knapp 80.000 fußballbegeisterten Menschen nichts passiert ist, ist
großes Glück. Während des Spiels konnte man deutlich mehrere Detonationen hören, selbst am Fernseher. Tom Bartels, der Kommentator der ARD, die das Spiel live übertrug, kommentierte das Spiel infolge der durchsickernden Informationen sichtlich erschüttert weiter, aber er kommentierte eben weiter. Kurz wurde überlegt das Spiel nicht wieder anzupfeifen, aber um eine Massenpanik zu verhindern, wurde dann doch davon abgesehen. In der Nachbetrachtung war das die richtige Entscheidung. Nach dem Abpfiff sickerten dann Informationen zu den Zuschauern im Stadion durch, was schließlich zu den uns allen bekannten Fernsehbildern sorgte, die zeigen, wie Menschenmassen auf das Spielfeld des Stade-de-France strömen. Auf den heiligen Rasen, auf dem in weniger als einem Jahr die Europameisterschaft 2016 beendet werden soll.

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Vier Tage später sollte der Fußballklassiker Deutschland gegen die Niederlande in Hannover ein Spiel auch für die Franzosen werden, die zeitversetzt ihr Testspiel gegen die Engländer im altehrwürdigen Wembley-Stadion antraten. Vereint sangen Franzosen und Engländer dort die Marseillaise, die Nationalhymne Frankreichs. Das Stadion war in blau – weiß – rot gehalten, es zeigte über dem Eingang die Worte Liberté, Égalité und Fraternité – Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – den Wahlspruch der französischen Revolution und der heutigen Französischen Republik. Doch das Spiel in Hannover musste eine Stunde vor Anpfiff aufgrund von konkreter Terrorwarnungen abgesagt werden. Der Terror scheint nun auch in Deutschland angekommen zu sein.

„Bist du denn wahnsinnig?“
Ob ich denn wahnsinnig sei, fragte mich meine Mutter, als ich ihr eröffnete trotz der Ereignisse unbedingt am Wochenende ins Stadion zu wollen. Menschenmassen solle man meiden, heißt es in den Tagen nach den Anschlägen. Super. Und ich muss einen Tag später, am 14. November in den Hauptbahnhof Hannover, um von dort wieder in meine süße kleine Universitätsstadt Marburg zu fahren. Aber es passiert nichts. Es laufen mehr Bundespolizisten durch den Hauptbahnhof, das fällt auf. Vielleicht ist es ein wenig zynisch, aber ich fühle mich sicher(er).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Dann Donnerstag. 26. November. 13 Tage nach Paris. Die Sicherheitskontrollen vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen Apoel FC in der Gruppenphase der Europa Leauge sind schärfer als sonst. Es ist schon dunkel, als wir gegen 17:45 Uhr am Stadiongelände ankommen. Auf dem Weg zum Stadion hin bin ich aufgeregt. Aber nicht, weil ich Angst vor einem Terroranschlag habe, nein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich einfach auf ein hoffentlich packendes, mitreißendes Fußballspiel. Doch bevor wir in das Stadion hinein gehen können, werden mein Begleiter und ich abgetastet. Gründlicher als sonst. In meine Tasche wird hineingeleuchtet, sie wird nicht wie sonst einfach nur abgetastet. „Sicherheitsvorkehrung“ sagt die zierliche Frau, die nach meiner Taschenkontrolle auch meinen Körper abtasten darf. Den tollsten Job hat sie tatsächlich nicht.

18:30 Uhr. Noch eine halbe Stunde bis Anpfiff. Der Stadionsprecher verliest die Charta der UEFA Europa League gegen Rassismus. Immer wieder läuft auch der Fernsehspot „No to Racism“ auf dem großen Videowürfel in der Veltins-Arena. Der Text, der sich gegen Rassismus positioniert, aber auch sexistisches Verhalten verurteilt, wird auch auf Griechisch vorgelesen, da es sich bei dem Gegner Apoel FC um eine Mannschaft aus Zypern handelt.

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Fernab des Spielgeschehens (der FC Schalke 04 vergibt sehr viele Chancen, gewinnt aber glücklich 1:0) habe ich nie das Gefühl mich in einer Gefahrenlage zu befinden. Dabei sind über 43.000 Menschen im Stadion. Angst hat als Besucher nichts bei einem Fußballspiel zu suchen. Nicht beim Stadionbesuch. Oder im alltäglichen Leben. Denn Angst lähmt nur unsere Gesellschaft.

FC Bayern zum Vierten?!

„Prognosen sind äußerst schwierig. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Die Face2Face-Sportredaktion lehnt sich dennoch auch in diesem Jahr mal wieder weit aus dem Fenster und sagt die Tabellenplatzierungen der 18 Fußball-Bundesliga-Vereine am Ende der Saison 2015/2016 voraus.

Platz 1
FC Bayern München: Auch in diesem Jahr ist der FC Bayern wieder der große Favorit auf den Titel. Trainer Pep Guardiola hat seine Mannschaft erstmals und früh und – was besonders wichtig ist – ausgeruht zusammen. Das Sorgenkind bleibt der seit März verletzte Flügelflitzer Frank Ribery. Auch der Sturm ist, sollte Robert Lewandowski ausfallen, dünn besetzt.
Fazit: Für die vierte Meisterschaft in Folge reicht es aber dennoch locker.

Platz 2
VfL Wolfsburg: Der VW-Konzern-Klub hat mit Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking die richtigen Männer am Ruder sitzen. Das Duo ist in der Lage, das volle Potenzial aus der Mannschaft herauszuholen. Zudem ist der Kader eingespielt und hat mit Max Kruse einen deutschen Nationalspieler für die Offensive dazu gewonnen. Ein Fragezeichen steht aber noch hinter Spielmacher Kevin De Bruyne, der stark von Manchester City umworben wird. Ein eventueller Verlust könnte Wolfsburg nicht so einfach aufhalten.
Fazit: Der Vizemeister der vergangenen Saison wird auch in dieser Runde wieder eine wichtige Rolle spielen. Bleibt De Bruyne ist der zweite Rang wieder drin.

Platz 3
Borussia Dortmund: Alles neu macht Thomas Tuchel? Der Nachfolger von Jürgen Klopp wird mit Argusaugen beobachtet. Schafft er es in die großen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten? Motor des Neustarts soll das famos besetzte Mittelfeld sein. Veränderungen brauchen allerdings Zeit, die Dortmund nicht hat. Der BVB muss gleich in der Europa League liefern, sonst droht Unruhe.
Fazit: Thomas Tuchel ist der richtige Mann am richtigen Ort. Bleibt die Borussia von größeren Verletzungen verschont, ist die direkte Champions League-Qualifikation drin.

Platz 4
Bayer 04 Leverkusen: Heung-Min Son, Karim Bellarabi, Hakan Calhanoglu oder der junge Julian Brandt. Das Prunkstück des Werksclubs ist ohne Zweifel die Offensive. Auch Torwart Bernd Leno zeihte national wie international immer wieder sein riesiges Potenzial und ist damit mehr als ein sicherer Rückhalt. Ob Bayer die Verluste von Rolfes, Castro und Reinartz ohne Störungen auffangen können, muss sich erst noch zeigen. Auch die Innenverteidigung ist nicht immer sattelfest.
Fazit: Die Leverkusener zeigen eine gewohnt konstante Leistung. Am Ende wird es auf Nuancen ankommen, ob Platz drei oder vier dabei herausspringen wird.

Platz 5
Borussia Mönchengladbach: Es herrscht Euphorie rund um den Borussia Park. 2011 spielten die Gladbacher noch in der Relegation gegen den Abstieg in die Zweitklassigkeit. In der vergangenen Saison qualifizierten sie sich dann für direkt für die Champions League. Welch eine Entwicklung! Beeindruckend auch das exquisit besetzte Mittelfeld, dass mit Lars Stindl genau das Puzzelteil bekam, das den abgewanderten Weltmeister Christoph Kramer (zu Bayer Leverkusen) ersetzen kann. Nach dem Abgang von Max Kruse (VfL Wolfsburg) muss sich aber erst noch eine treffsichere Alternative herauskristallisieren.
Fazit: Sollte Neu-Stürmer Josip Drmic einschlagen stehen für die mit der Champions League dreifach belastete Borussia alle Türen offen. Für einen Europa League-Rang sollte es dann alle mal reichen.

Platz 6
Schalke 04: André Breitenreiter hat das Steuer beim Traditionsklub übernommen. In welche Richtung er das gerne mal schwankende Schiff lenken wird, ist wohl eine der größten Fragen in der kommenden Saison. Mit dem deutschen U-21-Nationalspieler Johannes Geis konnten die Schalker einen – zugegebenen nicht ganz billigen – neuen Strategen für das Mittelfeld gewinnen.
Fazit: Apropos gewinnen: Das sollten die Blau-Weiß in der nächsten Saison relativ häufig. Ansonsten droht das Schiff recht schnell wieder in unruhige Gewässer zu schippern.

Platz 7
VfB Stuttgart: In Stuttgart wird nun auch auf der Trainerbank Schwäbisch geschwätzt. Neu-Trainer Alexander Zorniger steht für schnellen, zielstrebigen Offensivfußball. Diese Ausrichtung birgt aber gleichzeitig auch Gefahren. Auch die Frage, wie die Stuttgarter die letztjährigen Schreckensjahre verdauen, muss erst noch beantwortet werden.
Fazit: Hat der VfB mit dem neuen Spielsystem seines neuen Trainers Erfolg, kann es bis ganz weit oben in der Tabelle gehen. Vielleicht sogar auf einen Europa League-Platz. Realistischer ist aber eher eine Platzierung ab Rang sieben abwärts.

Platz 8
TSG 1899 Hoffenheim: Mit Roberto Firminio verlor die TSG das kreative Herzstück im Mittelfeld, das nicht eins zu eins zu ersetzten ist. Die 0:2-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde zeigt auf, dass es zu Schwierigkeiten für die Hoffenheimer kommen kann. Aber die junge Mannschaft ist hungrig und mit den 41 Millionen aus dem Firminio-Transfer ist noch genug Spielraum da, um nachzulegen.
Fazit: Mit den Abgängen von Firminio, Beck und Salihovic wurde die Hierarchie in der TSG-Mannschaft gesprengt. Zu einem Rang für die internationalen Plätze reicht es auch in diesem Jahr nicht.

Platz 9
Eintracht Frankfurt: Armin Veh, Rückkehrer auf den Trainerstuhl, besitzt bei der Eintracht eine enorm hohe Akzeptanz. Mit David Abraham und Stefan Reinartz haben die Frankfurter höheres Tempo im Zentrum dazu gewonnen. Auch der niederländische Stürmer-Neuzugang Luc Castaignos zeigte bisher gute Ansätze. Ein herber Verlust war der Weggang von Kapitän und Torwart Kevin Trapp (Paris St. Germain). Auch die genaue Rückkehr von Torjäger Alex Meier ist ungewiss.
Fazit: „Ein Platz im internationalen Geschäft muss es nicht gleich sein“, ließ SGE-Trainer Veh verlauten. Einer im gesicherten Mittelfeld der Tabelle aber allemal.

Platz 10
SV Werder Bremen: Mit Viktor Skripnik kam die Wende. Der Trainer übernahm die Bremer auf dem 18 Tabellenplatz und führte sie anschließend noch bis auf Rang zehn. Zur neuen Saison schmerzen die Abgänge von U-20-Nationalspieler Davie Selke (RB Leipzig) und Franco di Santo (Schalke 04). Auch ein zentraler Spieler, der den Spielaufbau effektiver macht, fehlt.
Fazit: Die Mannschaft ist eingespielt und auch mit Rückkehrer Felix Wiedwald sollte das Torwartprobleme behoben sein. Der SVW wird am Ende weder etwas mit dem Abstieg noch mit den internationalen Plätzen zu tun haben.

Die Meisterschale ist serviert: Wer wird sie sich in der Saison 2015/2016 schnappen? Foto: Privat

Die Meisterschale ist serviert: Wer wird sie sich in der Saison 2015/2016 schnappen? Foto: Privat

Platz 11
1. FC Köln: Die Kölner zeigten als Aufsteiger eine gute Saison und hatten schon frühzeitig nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. FC-Trainer Peter Stöger zeigte sich mit den Neuverpflichtungen mehr als zufrieden. Auch die Eingespieltheit der Mannschaft macht Hoffnung auf mehr.
Fazit: Mit den Neuzugängen Milos Jojic, Anthony Modeste und Leon Bittencourt haben die Kölner ihre Offensive nochmals verstärkt. Der Abgang von Wimmer konnte allerdings nicht ein zu eins ersetzt werden. Für mindestens Platz elf wird es aber reichen.

Platz 12
FC Augsburg: Der FCA war wiedereinmal die Überraschungsmannschaft der zurückliegenden Bundesligasaison. Mit der direkten Qualifikation für die Europa League haben die Augsburger ihren Höhepunkt erreicht. Und was folgt nach dem Höhepunkt? Genau: Es kann nur noch bergab gehen. Viele Leistungsträger sind über 30 Jahre alt. Neuzugänge, die die Mannschaft gerade mit Blick auf die Dreifachbelastung Liga, Europa League und DFB-Pokal, sofort verstärken können, sind momentan noch nicht verpflichtet worden.
Fazit: Die Augsburger können der Dreifachbelastung mit der aktuellen Mannschaft nicht stemmen. Leistungen wie in den vergangenen beiden Spielzeiten sind somit nicht drin. Dennoch reicht es am Ende für den zwölften Tabellenplatz.

Platz 13
FSV Mainz 05: Den Abgang von Johannes Geis nach Schalke versuchen die Mainzer mit dem Schweizer Fabian Frei aufzufangen. Damit verlieren die 05er wohl an Kreativität, gewinnen im Gegenzug dafür aber nach eigener Aussage mehr Dynamik. Diese soll vor allem zu Verfeinerung des geliebten Umschaltspiels beitragen.
Fazit: Mit Geis hat der Taktgeber das Mainzer Kollektiv verlassen. Auch Torjäger Okazaki strich die Segel. Können die Neuzugänge diese Verluste auffangen?

Platz 14
Hannover 96: Der Ligaverbleib wurde erst am letzten Spieltag sichergestellt. Mit Lars Stindl verließ der Kapitän und Anführer das fast gesunkene Schiff. Eine neue Galionsfigur muss erst noch gefunden werden. Immerhin verfügt 96 vor allem im Tor mit Nationaltorwart Robert Zieler und in der Defensive mit Christian Schulz und Marcelo über erfahrene wie zuverlässige Spieler.
Fazit: Die Hannoveraner werden es auch in der kommenden Saison wieder schwer haben. Ein drohender Abstiegskampf oder gar der bittere Gang in die zweite Liga sind nicht auszuschließen.

Platz 15
Hertha BSC: Wirkliche Verstärkungen haben die Berliner in der Sommerpause noch nicht präsentieren können. Es fehlen Typen, die vorangehen und die anderen mitziehen. Die Vorjahres-Zugänge wie Kalou, Stocker oder Beerens müssen sich stabilisieren. Hertha-Trainer Pal Dardai muss die Mannschaft zu einer Einheit formen.
Fazit: Neues System, neue Hierarchie. Wenn sich die Berliner nicht schnell finden, stecken sie wie auch in der vergangenen Saison, wieder mitten im Abstiegskampf fest. Schlimmstenfalls müssen sie in die Relegation.

Platz 16:
FC Ingolstadt 04:
Der erst 2004 gegründete und von Audi ordentlich gepuschte Verein, dominierte in der abgelaufenen Zweitligaspielzeit, die Saison. Die Aufstiegs-Elf konnte zusammengehalten und sogar punktuell verstärkt werden. Der eigentliche Star ist aber FCI-Trainer Ralf Hasenhüttl.
Fazit: Ingolstadt verfügt in seinem Kader nur über sehr wenig Bundesligaerfahrung. Ein echter Knipser hat sich momentan noch nicht gezeigt. Zur Relegation könnte es aber dennoch reichen.

Platz 17
Hamburger SV: Und jährlich grüßt das Murmeltier – oder in diesem Fall: Der Bundesliga-Dino. Und zwar vom unteren Teil der Tabelle. Der Traditionsverein hat es wieder einmal geschafft, schmachvoll in der ersten Runde des DFB-Pokals auszuscheiden. Da helfen auch alle Besserungsäußerungen der Verantwortlichen nicht viel. Bleibt nur zu hoffen, dass HSV-Trainer Bruno Labbadia den vorhanden Kader, der bis auf Neuzugang Emir Spahic – rein optisch betrachtet – nicht verstärkt wurde, besser machen kann.
Fazit: Das ganze Chaos rund um den Bundesliga-Dino ist schon mehr als nur eine Eintagsfliege. Daher ist es auch nur schwer vorstellbar, dass der als unabsteigbar geltende HSV auch die kommende Saison überlebt. Sollten sich Spieler und Verein nicht schleunigst in eine positive Richtung entwickeln, gesellt sich die Zweitklassigkeit endgültig zu den Hamburgern.

Platz 18
Darmstadt 98: Es war eine Sensation, wie ihn nur der Sport schreiben kann. Das klamme Darmstadt, mit baufälligem Stadion und beschaulichen finanziellen Mitteln, schaffte den Durchmarsch aus der dritten bis in die erste Liga. Und das alles mit einem klaren Plan: „Wichtig sind Charakter und Teamgeist“, verrät Erfolgstrainer Dirk Schuster. Doch diese Eigenschaften können die individuelle Unterlegenheit wohl nur teilweise außer Kraft setzen.
Fazit: Der Aufstieg in die Bundesliga war eine Sensation. Die Saison 2015/2016 darf sich auf einen echten Underdog mit Kampfgeist freuen. Die 98-Verantwortlichen sollten die Saison im Oberhaus genießen. Es wird vorerst die einzige sein.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr die Neuheiten aus dem Yoga-Bereich.

 

 

Bayern wird Meister – Augsburg und Braunschweig steigen ab

„Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, lautet eine weit verbreitete Weisheit. Dies gilt auch für die Fußball-Bundesliga. Zwei Tage vor der Saisoneröffnung zwischen dem amtierenden Triple-Sieger FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach, lehnt sich Face2Face ganz weit aus dem Fenster und gibt eine Prognose für die kommende Spielzeit 2013/2014 ab.                                                   

1. FC Bayern München. Der Guardiola-Hype ist allgegenwärtig. Der wohl momentan beste Trainer der Welt hat zwei schwere Aufgaben zu lösen: Erstens muss er die richtigen Spieler finden, die zu seinem System passen und zweitens muss er die ganzen Stars, die sich mit der Bank begnügen müssen, bei Laune halten. Die Meisterschaft wird in dieser Saison trotzdem eingefahren – wenn auch nicht so deutlich wie in der vergangenen Spielzeit.

2. Borussia Dortmund. Die Borussen werden auch in dieser Saison der ärgste Bayern-Verfolger sein. In der Offensive wird das Kollektiv den Wechsel von Superstar Mario Götze kompensieren können. Die Neuzugänge Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitarian versprechen großes Potenzial. Lediglich die Abwehr könnte mit dem langen Ausfall von Lukas Piszczek Probleme bekommen. Am Ende springt eine verdiente Vizemeisterschaft für die Borussia heraus.

3. Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself giert laut Torjäger Stefan Kießling seit der letzten Saison nach mehr. Leverkusen verfügt mit Leno (Tor), Toprak (Abwehr), Rolfes, Bender (Mittelfeld) und Kießling (Sturm) über eine starke Achse. Doch was passiert, wenn Torgarant Kießling ausfällt? Sollte die Offensive verletzungsfrei bleiben und auch Leverkusen-Trainer Sami Hyypiä seine Unerfahrenheit durch seine anderen Fähigkeiten ausgleichen können, qualifiziert sich die Bayer-Elf auch in der nächsten Saison direkt für die Champions-League.

4. FC Schalke 04. Die Königsblauen haben mit Leon Goretzka und Christian Clemens hochtalentierte Jungspieler erhalten, die bei Normalverlauf eine große Entwicklung vor sich haben. Auch der von Mainz gekommene Stürmer Adam Szalai sorgt für zusätzlichen frischen Wind in der Offensive. Bleibt die Torhüterposition stabil und das Umfeld auch bei schwierigen Situationen ruhig, wird Schalke seine Vorjahresplatzierung wiederholen.

5. VfB Stuttgart. Die Schwaben sind breiter aufgestellt und haben mit Leitner, Schwaab, Rausch und Abdellaoue deutlich an Qualität gewonnen. Bleibt der VfB von größeren Verletzungen verschont, kann er diesmal die Dreifachbelastung besser kompensieren und wird in der Liga auf einen Europa-League-Platz springen.

6. VfL Wolfsburg. Ruhe und Kontinuität hat sich der VW-Klub auf die Fahne geschrieben. So etwas wie Aufbruchstimmung ist im Umfeld des VfL zu spüren. Eine Vorbereitung ohne Radikalumbruch wird der Hecking-Elf sichtlich guttun. Für einen Europa-League-Platz müssen sich die Wolfsburger aber dennoch ziemlich strecken. 

7. Borussia Mönchengladbach. Der Vorjahrestabellenachte hat für die Offensive ordentlich investiert. Für Max Kruse und Raffael gaben die Fohlen 7,5 Millionen Euro aus. Gelingt es Borussia-Trainer Lucien Favre, seine Elf im Spielaufbau und im Umschaltspiel zu verbessern, schafft es Mönchengladbach auf den siebten Platz – wenn nicht, springt eine Platzierung zwischen acht und zehn heraus.

8. Hamburger Sportverein. Der HSV hat den Anspruch und das Potenzial, dauerhaft international vertreten zu sein. Durch die Neuzugänge steckt Potenzial im Team, auch wenn ein richtiger Goalgetter neben Artjoms Rudnevs momentan noch fehlt. Sollte er nicht gefunden werden, wird es schwer für die Hamburger. Für mehr als den achten Platz wird es nicht reichen.  

9. TSG Hoffenheim. Die Fast-Absteiger aus dem Kraichgau erleben unter Markus Gisdol ihre beste Bundesligasaison. Der neunte Platz wird der verdiente Lohn sein. Aber auch nur, wenn die Spieler bis an ihre Leistungsgrenze gehen und nicht wieder durch Divenhaftigkeit glänzen. Ein Schuss nach hinten ist bei diesem Verein nie ausgeschlossen. 

10. Hannover 96.  Die Hannoveraner schielen mit mindestens einem Auge nach Europa. Mit den Offensivkräften Mame Diouf, Leonardo Bittencourt, Jan Schlaudraff und Didier Ya Konan sollte das möglich sein. Die größte Schwachstelle bleibt aber die Abwehr. Ob Verteidiger-Neuzugang Salif Sané genügend Abhilfe leisten kann, bleibt abzuwarten. Bekommt Hannover die enorme Gegentorflut in den Griff, können sie auch ein Wörtchen um die internationalen Plätze mitreden. Wenn nicht bleibt der zehnte Tabellenplatz. 

11. Eintracht Frankfurt. Der Überraschungsaufsteiger der vergangenen Saison wird an     der Dreifachbelastung zu knabbern haben. Der Kader wurde breiter aufgestellt als in der vergangenen Saison. Dennoch suchen die Verantwortlichen vor allem auf der Stürmerposition noch händeringend nach Verstärkung. Abstiegssorgen wird die SGE, trotz Umstellungsproblemen, keine haben. 

12. SV Werder Bremen. Quo vadis, Werder Bremen? In der ersten Saison nach Thomas Schaaf weiß keiner so recht, wo der SVW vor dieser Spielzeit steht. Die Diven Marko Arnautovic und Eljoro Elia müssen sich wieder in die Mannschaft integrieren und deren Vertrauen zurückgewinnen. Sturmspitze Nils Petersen braucht dringend Konkurrenz im Sturm. Auch wenn die Mannschaft von der Weser nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird: Für eine Platzierung über dem zehnten Tabellenplatz wird es nicht reichen. 

13. Hertha Berlin. Der souveräne Zweitliga-Meister wurde punktuell verstärkt. Auch die Eingespieltheit könnte ein großes Plus werden. Schaffen es die Leistungsträger, auch eine Etage höher ihre Spitzenform kontinuierlich abzurufen, ist auch eine höhere Platzierung drin. Für den Klassenerhalt reicht es allemal.

14. FSV Mainz 05.  FSV-Trainer Tuchel und Co leisteten in den vergangenen Bundesligajahren ansehnliche Arbeit. Den Abgang von Szalai und Ivanschitz können die 05er aber nicht gleichwertig kompensieren. Die Erfahrung und die große Verschworenheit der Truppe hält die Mainzer in der Liga.

15. 1. FC Nürnberg. Die Verpflichtungen von Daniel Ginczek und Josip Drmic können die Offensive des „Clubs“ beleben. Doch die Abgänge von Simons und Klose hinterlassen vor allem in der Hierarchie eine große Lücke. Der Gang in die Relegation kann gerade noch vermieden werden.

16. SC Freiburg. Never change a winning team. Doch die direkte Qualifikation für die Europa League ist für den Sportclub Fluch und Segen zugleich. Den Breisgauern wurden durch den Erfolg gleich fünf Stammspieler weggekauft. Ob die Neuzugänge diese ersetzen können, ist fraglich. Dieser Umbruch könnte am Ende zu groß sein. Ein schwerer Saisonstart – fast unvermeidlich. Der Gang in die Relegation ist das bittere Bonbon am Ende des Regenbogens.

17. FC Augsburg. Zwei Mal konnte sich der FCA dank einer starken Rückrunde sensationell in der Liga halten. Doch im dritten Jahr in Folge wird es für die sympathische Truppe um Trainer Markus Weinzierl für den Ligaverbleib nicht reichen. Zu begrenzt sind die Alternativen hinter Sturmspitze Sascha Mölders, zu niedrig die Qualität der Mannschaft.

18. Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger wird sich nach einem Jahr in der Bundesliga direkt wieder verabschieden. Die Mannschaft ist zwar ein eingeschworener wie eingespielter Haufen, doch die große Unerfahrenheit der Spieler bricht der Eintracht letztlich das Genick. Greuther Fürth lässt grüßen.

Vorschau: Am 21.08. erscheint der dritte Teil unserer Outdoor-Serie.

Die Zeit, in der Helden geboren werden

„Was für eine Gruppe!“, werden nicht wenige aufmerksame Fußballfans bei der Auslosung zur Champions League-Gruppenphase in Monte Carlo gedacht haben. Der deutsche Meister Borussia Dortmund bekam mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam echte Schwergewichte zugeteilt. Das ist hart!

BVB-Trainer Jürgen Klopp nahm die Nachricht von der Hammergruppe eher gelassen hin: „Wir haben nicht das Gefühl, mit ihnen konkurrieren zu müssen im Sinne, wer ist schöner, wer ist größer, wer ist teurer? Sondern wir wollen an diesem Tag ihr unangenehmster Gegner sein.“

Geschäftführer Hans-Joachim Watzke gab sich euphorisch: „In einer solchen Gruppe werden Helden geboren.“ Vor allem die Fans in gelb-schwarz hoffen, dass diese Worte auch wirklich wahr werden. Nachdem die Westfalen vor einem Jahr als Gruppenschlusslicht sang- und klanglos ausgeschieden sind, wird es nun Zeit für den Doublegewinner nicht nur in der Liga, sondern auch international auf sich aufmerksam zu machen.

Beim Revier-Nachbar Schalke 04 kommt es zum Wiedersehen mit „Prinz Poldi“. Die „Knappen“ bekommen es mit dem FC Arsenal London, dem Klub der deutschen Nationalspieler Per Mertesacker und Lukas Podolski, sowie dem grieschichen Meister Olympiakos Piräus zu  tu. Außerdem wurde den Königsblauen noch Frankreichs Überraschungsmeister SC Montpellier zugelost.

Schalke-Trainer Huub Stevens sah in der Auslosung gute Chancen auf ein Weiterkommen: „In der Champions League gibt es keine leichten Gegner. Wir treffen auf den französischen und den grieschichen Meister. Dazu kommt Arsenal, eine absolute Topmannschaft, gegen die wir vor einigen Jahren bereits einmal in der Champions League gespielt haben.“

Der FC Bayern München, der in Lostopf eins gesetzt war, bekam die vergleichsweise leichteste Gruppe zugelost. Mit Gegner wie dem FC Valencia, gegen den der FCB das Champions League-Finale 2001 gewonnen hatte, dem OSC Lille, so wie BATE Borissow aus Weißrussland, sollte das Erreichen des Achtelfinales reine Formsache sein.

Die Bayern-Verantwortlichen sehen das ähnlich. „Das ist ein mittelschweres Los. Unsere Zielstellung ist klar: Wir wollen in die nächste Runde und zwar als Erster“, bezog der neue starke Mann der Münchner, Matthias Sammer, klar Stellung.

Doch egal ob Hammergruppe oder machbare Arbeitssiege – fest steht, dass für alle deutschen Vertreter Fußball-Festtage und Millionen-Einnahmen vor der Tür stehen. Jeder Teilnehmer hat bereits das erhöhte Startgeld von 8,6 Millionen Euro (Vorjahr: 7,2 Mio.) sicher. Dazu kommen die Leistungsprämien: 500 000 Euro (Vorjahr 400 000) für ein Unentschieden und eine Millionen Euro (Vorjahr 800 000) für einen Sieg. Die Zeit der Helden kann beginnen. 

Quelle O-Töne: Sport1 

Vorschau:  Nächste Woche erscheint ein Artikel zum WM-Start der Freiwasserschwimmer/innen.