Anleitung zur Faulheit

„Faul sein ist wunderschön“ heißt es in einem Kinderlied. Auch wenn Müßiggang oft negativ assoziiert wird, machen wir alle von Zeit zu Zeit gerne davon Gebrauch. Das ist auch notwendig, um die inneren Akkus wieder aufzuladen, neue Kraft zu tanken und den Alltag auszublenden. Denn oft ist dieser stressig, von Terminen und Aufgaben geprägt. Da vergisst man schon einmal faul zu sein. Hier einige Tipps, wie das Nichtstun am besten gelingt:

  1. Abschalten
Faul sein ist wunderschön: Manchmal sollten wie einfach abschalten und uns ausruhen (Foto: Möller)

Faul sein ist wunderschön: Manchmal sollten wie einfach abschalten und uns ausruhen (Foto: Möller)

Einer der großen Stressfaktoren sind Smartphones und andere mobile Endgeräte. Wir sind überall und immer erreichbar, werden mit Anfragen überhäuft und mit Neuigkeiten erschlagen. Um richtig entspannen zu können heißt es deshalb: Abschalten. Einfach eine Zeit lang – einen Tag oder ein ganzes Wochenende – nicht erreichbar sein, sich Zeit für sich nehmen und sich dabei nicht stören lassen.

  1. Zeit für sich nehmen

Um abzuschalten lohnt es sich einen Tag lang nur das zu machen, was man gerne mag – und sich dabei von keinem anderen reinreden zu lassen. Dazu zählt durchaus auch etwas Zeit alleine zu verbringen, um zu sich selbst zu finden. Sei es  das lange Ausschlafen, ein schöner Spaziergang, ein Buch, Sport oder einfach mal nichts zu tun – diese Zeit sollte man sich so oft wie möglich nehmen. Sich solche Zeiten im Terminplan einzutragen motiviert nicht nur und steigert die Vorfreude, sondern sorgt auch dafür, dass man sich die Zeit auch wirklich freihält.

  1. Rituale pflegen

Wiederkehrende Dinge, auf die man sich freut, erleichtern den Alltag. Daher sollte man Tätigkeiten oder Ereignisse, die man gerne hat, regelmäßig durchführen. Das kann alles sein: Angefangen vom Lieblingsessen, das man sich an bestimmten Tagen gönnt, bis hin zu einer Folge der Lieblingsserie oder einem heißen Bad nach besonders stressigen Phasen. Hauptsache ist, man freut sich daran und darauf.

Prokrastination – wenn Aufschieben zum Problem wird

Bedenklich: Hinter dem oft belächelten Aufschieben kann eine psychische Störung zugrunde liegen (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Bedenklich: Hinter dem oft belächelten Aufschieben kann eine psychische Störung zugrunde liegen (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Die Tüchtigkeit – sie wird im Volksmund durch Redewendungen wie „Fleißig wie eine Biene sein“, „Ohne Fleiß kein Preis“ und „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ zur Tugend erklärt. Im religiösen Kontext finden sich wiederum Umschreibungen wie „Dem Fleißigen hilft Gott“, sodass die Untätigkeit in der Bibel – durch den Begriff der Trägheit geprägt – gar zur Sünde stilisiert wird. Auch das lateinische Verb „procrastinare“, das zunächst das wertfreie Vertagen einer Handlung bezeichnete, unterzog sich – einer zum Negativen tendierenden – Bedeutungsverschiebung. So mag es nicht verwundern, dass scheinbar untätige Menschen gesellschaftlich mit Begriffen wie „Faulenzer“, „Taugenichts“ und „Tunichtgut“ stigmatisiert werden. Selten jedoch wird dieses Verhalten als psychologisches Problem beziehungsweise psychische Störung erkannt und in diesem Rahmen diskutiert.

Frau Dr. Anna Höcker von der Prokrastinationsambulanz der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unterscheidet dabei zwischen einem normalen und einem pathologischen Aufschiebeverhalten, die es voneinander zu unterscheiden gilt: „Prokrastination ist eine tiefgreifende Arbeitsstörung, genauer eine Störung der Selbststeuerung, die nicht gleichzusetzen ist mit alltäglichem Aufschieben, das fast alle von sich hin und wieder kennen. Unter Prokrastination – also dem Aufschiebeverhalten in einem pathologischen Ausmaß – verstehen wir das wiederholte unnötige Aufschieben notwendiger oder wichtiger Tätigkeiten, das in den letzten sechs Monaten an mindestens der Hälfte der Tage vorgekommen ist, obwohl eigentlich Zeit für deren Erledigung zur Verfügung gestanden hätte“. Dabei würden Betroffene zu Ersatztätigkeiten zurückgreifen, die sie als angenehmer erachten.

Dass das Verhalten zum Problem werden kann, weiß auch Höcker zu berichten: „Aufgrund des pathologischen Aufschiebeverhaltens wird das Erreichen persönlicher Ziele stark beeinträchtigt. Zusätzlich können die Betroffenen als Folge des Aufschiebens unter körperlichen und psychischen Beschwerden leiden, ebenso wie unter der eigenen Selbstabwertung. Prokrastination beeinträchtigt demnach nicht nur das psychische Wohlbefinden, sondern kann zudem zu ernsthaften beruflichen und persönlichen Konsequenzen führen“.

Aus diesem Grunde wurde für die Studierenden der Universität Münster die Prokrastinationsambulanz eingeführt, um die psychische Störung, die als solche „noch nicht als Bestandteil der anerkannten Diagnosesysteme“ erfasst ist, angemessen behandeln zu können. Vor allem Studiengänge und Branchen, in denen Selbstorganisation und Zeitmanagement eine große Rolle spielen, sehen sich mit dem Problem konfrontiert: „In Bezug auf Studiengänge sind dies vor allem diejenigen Fächer, in denen es weniger verschult zugeht, in denen viele Hausarbeiten geschrieben werden müssen und in denen die Studierenden auch die Möglichkeit haben, Prüfungsleistungen zeitlich nach hinten zu schieben. Im Berufsleben scheint es eher Freiberufler zu betreffen und allgemein Menschen, die an längerfristigen Projekten ohne feste Deadlines arbeiten“, erzählt Stephan Förster, der in der Prokrastinationsambulanz tätig ist.

Wer an Prokrastination leidet, sollte sich in psychologische Behandlung begeben, um dem pathologischen Aufschiebeverhalten entgegenwirken zu können. Unmittelbar damit verbunden sind Änderungen in der Herangehens- und Arbeitsweise von Aufgaben:

Strukturiert: Das Arbeitstagebuch sorgt für Ordnung im  Chaos (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Strukturiert: Das Arbeitstagebuch sorgt für Ordnung im Chaos (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Das Arbeitstagebuch
Allem voran steht die Selbstbeobachtung mittels eines Arbeitstagebuchs. Nicht nur, dass sich die Prokrastination bereits durch die Selbstanalyse vermindert: „Durch die Protokollierung der positiven Veränderungen wird die Aufmerksamkeit auf bereits erreichte Fortschritte und erfolgreich erledigte Aufgaben gelenkt“, ist im 2013 veröffentlichten „Manual zur Behandlung des pathologischen Aufschiebens“ zu lesen, an dem Höcker mitgewirkt hat. Zudem lassen sich durch die Selbstbeobachtung schnell bekannte Störquellen und Ablenkungsmöglichkeiten ausfindig machen, die es im Anschluss auszuschalten gilt. Im Arbeitstagebuch selbst wird die eigentliche Planung für den Tag sowie die tatsächliche Durchführung festgehalten, wobei auch gesondert auf die Pünktlichkeit des Arbeitsbeginns geachtet werden sollte.

Pünktliches Beginnen
Um das eigene Aufschiebeverhalten zu durchbrechen, ist es wichtig, die Arbeit rechtzeitig zu beginnen. Auch wenn man diese lediglich um fünf Minuten verschiebt, greifen dieselben Mechanismen, die bei einer Verspätung von 30 Minuten oder mehr einsetzen. Die Einführung eines Rituals – sei es das Kochen einer Tasse Tee, dem Aufräumen des Arbeitsplatzes oder das Hören eines bestimmten Liedes – kann dabei helfen, die Tätigkeit pünktlich und motiviert zu beginnen.

Realistisches Planen
Beim realistischen Planen der Aufgabe bis zu einem bestimmten Abgabeschluss ist vor allem das Einplanen von Puffer- und Erholungszeiten zu beachten. Realistisch planen heißt in diesem Falle, die eigene Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitsspanne, das eigene Arbeitstempo und den –rhythmus in die Planung miteinfließen zu lassen.

Arbeitszeit verdienen
Eine weitere Methode zur Beseitigung des Aufschiebeverhaltens ist die Arbeitszeitrestriktion: Die in der Selbstbeobachtungswoche gearbeitete Zeit wird zunächst als zeitlicher Arbeitsrahmen festgesetzt, den es nicht zu überschreiten gilt. So findet eine klare Unterscheidung zwischen Arbeitszeit und Freizeit statt, die dem schlechten Gewissen entgegenwirkt. „Eine Arbeitseinheit abschließen zu müssen, das heißt darüber hinaus nicht mehr arbeiten beziehungsweise lernen zu ‚dürfen‘, steigert den Anreiz zum pünktlichen Beginn und führt damit zur Reduktion des Aufschiebeverhaltens“, heißt es dazu im Manual. Als Ziel gilt dabei, sich durch die Einhaltung des Arbeitszeitfensters und dessen effizienter Nutzung weitere Arbeitszeit – einer Belohnung gleichkommend – zu verdienen.

Das pünktliche Beginnen der Tätigkeit, die realistische Zeitplanung sowie die Arbeitszeitrestriktion sind Maßnahmen, die auch mit in der psychologischen Therapie der Prokrastination integriert sind. Ob das eigene Aufschiebeverhalten dabei eine pathologische Störung ist, die es zu behandeln gilt, lässt sich durch einen Selbsttest der Prokrastinationsambulanz feststellen. Höcker betont schließlich: „Prokrastination hat nichts mit Faulheit zu tun. Es handelt sich um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es professionelle psychologische Hilfe gibt“.

Faultiere – Sünden im Tierreich

Langsame Fortbewegung auf dem Boden: Das Dreifingerfaultier (Foto: © Sybille und Kurt Mader / pixelio.de)

Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit – das sind die sieben Todsünden. Die katholische Kirche bezeichnet diese Laster als die größten Sünden und stellt ihnen die Kardinaltugenden gegenüber. Der Mensch ist nicht perfekt und verfällt das ein oder andere Mal diesen Sünden. Doch ist nur der Mensch in der Lage Sünden zu begehen? Ist die Natur ebenfalls so fehlerhaft, wie der Mensch? Ja, auch im Tierreich gibt es oft Beispiele für solche Sünden. Futterneid gibt es an jeder Ecke und ein jedes Tier schlägt sich den Bauch voll, um Reserven für schlechtere Zeiten zu haben. Der Inbegriff der Faulheit ist das Faultier.

Nicht umsonst haben diese Tiere ihren Namen. Im Englischen bezeichnet sogar dasselbe Wort, nämlich „sloth“ das Tier und die Sünde gleichermaßen. Was ist das Geheimnis dieser Tiere und warum sind sie so faul?

Die Faultiere sind Säugetiere und mit dem Ameisenbär und dem Gürteltier verwandt. Sie lassen sich anhand der Anzahl ihrer Finger in zwei Familien unterteilen: die Zweifinger- und die Dreifinger- Faultiere. Dabei unterscheidet sich die Anzahl der Zehen nicht. Bei beiden Familien sind es drei. Insgesamt gibt es in ihrem Verbreitungsgebiet, den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, sechs Arten.

Noch vor einigen Millionen Jahren lebten auch sechs Meter große Riesenfaultiere, wie Megatherium, in Südamerika. Die massiven Bodenbewohner starben erst vor circa 10 000 Jahren aus und es wird vermutet, dass menschliche Einwanderer ebenfalls Schuld daran tragen. Die beiden verbliebenen Faultierfamilien entwickelten sich unabhängig voneinander, aber in die gleiche Richtung, sodass sie beide zu den ähnlich aussehenden Baumbewohnern wurden, die ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen können. Um Energie zu sparen hingen sie von den Bäumen und der gesamte Körper passte sich an das langsame Leben an.

Der natürliche Lebensraum: Am Baum hängendes Faultier (Foto: © Kunstzirkus / pixelio.de)

Mit dem runden Gesicht und den kleinen, weit auseinander liegenden Augen wirken die Tiere niedlich. Auf einen halben Meter Länge wiegen sie gerade mal fünf bis neun Kilogramm. Dabei ist der Hauptteil des Gewichts der Mageninhalt. Dort verdauen die Einzelgänger langsam ihre faserige und nährstoffarme Kost, das Laub. Dabei hängen sie kopfüber am Ast, heben sich mit ihren klauenartigen Fingern fest und bewegen sich wie in Zeitlupe. Zum Boden klettern sie nur alle acht Tage, um sich ihrer Stoffwechselendprodukte zu entledigen oder gegebenenfalls den Baum zu wechseln. So schnelle Schwimmer sie auch sind, doch am Boden bewegen sich die Faultiere sehr unbeholfen und sind ihren Fressfeinden -Katzen, Greifvögel und Schlangen – ausgeliefert. Zur Verteidigung können sie jedoch auch einen untypisch schnellen Hieb mit ihren Pranken ausführen.

Dass das Faultier seinen Darm und seine Blase nur alle acht Tage entleeren muss, liegt daran, dass die Tiere die langsamste Stoffwechselrate aller Säugetiere besitzt. Selbst ihre Körpertemperatur lassen sie aus Energiespargründen stark aus 24 Grad Celcius in der Nacht im Schlaf absinken und erhöhen sie erst wieder durch ein Sonnenbad. Dies ist eher von wechselwarmen Echsen bekannt, als von gleichwarmen Säugetieren.

Wenn ihr mal wieder einen gestressten Tag habt, denkt an die Faultiere. Ihre Faulheit hat sie auch nicht aussterben lassen. Ihr könnt euch also ruhig ein kleines Schläfchen gönnen.

Vorschau: Seht ihr manchmal Spuern im Schnee? Um sie dem richtigen Tier zuordnen zu können, solltet ihr nächste Woche wieder reinlesen.

Faul zu sein bedarf es wenig

Keine Lust: Manchmal will man sich einfach nur verstecken. (Foto: Bartkowksi)

Ich gebe es gerne zu. Wenn ich mal mit meiner Tasse Tee auf dem Sofa sitzen kann, lesen, schreiben, fernsehen, musikhören oder gar nichts tun kann, ja, das genieße ich, dann will ich gar nicht mehr aufstehen. Und genau da liegt doch das Problem.

Wenn ich mal sitze, stehe ich so schnell nicht mehr auf. Das weiß ich, also setz ich mich möglichst nicht so schnell, jedenfalls auf die Couch. Eher setzt ich mich auf meinen leicht unbequemen Bürostuhl, oder auf den quietschenden Esszimmerstuhl. Da steh ich früher oder später auch wieder auf. Und da arbeite ich auch im Sitzen.

Ein kleines Beispiel. Es ist Sonntagmorgen. Mein Sohn hat mich um halb neun endgültig geweckt. Wer kann ihm da schon einen Vorwurf machen, er schläft immerhin mittags nochmal, manchmal bis zu vier Stunden. Außerdem geht er Samstags brav um acht, halb neun ins Bett, anders als seine unvernünftigen Eltern, die unbedingt bis halb drei noch irgendwas Unnötiges veranstalten, Wii spielen, Fernsehen oder sonst was. Sprich: Um acht ist mein Sohn topfit, ich eher nicht. Und mein Mann noch viel weniger. Der lässt sich von seinem Sohn gar nicht beeindrucken, wenn er unnachgiebig an die Tür klopft und ruft. Na gut, der Kleine ruft immerhin auch „Mama, Maaamaaa“, aber trotzdem. Mann bleibt liegen, grummelt noch böse, wenn ich geschlagen die Decke beiseiteschiebe und murmelt etwas wie: „Lass ihn doch schreien“, oder „Soll er sich doch selbst beschäftigen.“ Selbstbeschäftigung geht mit zwei aber auch nur eine gewisse Zeit und sowieso und überhaupt, ich weiß, besser ich stehe gleich auf und geh an die Arbeit, anstatt den halben Tag im Bett zu liegen und mich dann zu beschweren, dass der Tag so kurz ist.

Also steh ich Sonntagmorgens um neun in der Küche, spül mein Geschirr, während mein kleiner Mann in seinem Hochstuhl sitzt und munter Joghurt mampft. Nach dem Geschirr ist die Wäsche dran, bevor die Schmutzwäscheberge auf ihren Gipfeln vereisen. Da fällt mir ein, ich muss noch Unterhosen in Größe 92 kaufen, …

Zu zweit: da faulenzt es sich noch besser. (Foto: Bartkowski)

Nach Geschirr und Wäsche kümmere ich mich um Katzenklo, Menschenklo, Staubschichten, etc. Ich putzte und mache, während der Herr der Schöpfung mit verrückter-Professor-Frisur aus dem Schlafzimmer kommt, mir einen höchst vorwurfsvollen Blick zu wirft und „Star Wars – the Clone Wars“ einschaltet, wenn ich mich über meine Uni-Sachen setzte. „Wie kann man so früh nur schon so viel schaffen“ motzt er. Ironischer Weise fällt ihm dann abends um acht ein, dass er ja auch noch was zu tun hat. Und dann motzt er noch mehr, über seine Arbeit, und schuftet bis ich schon lange schlafe.

Das funktioniert übrigens auch unter der Woche so. Ich komme von der Uni heim und setzte mich an den Schreibtisch, um irgendwann auch mal fertig zu werden. Er legt sich erst mal ne Stunde aufs Sofa, döst und beschwert sich später darüber, dass er die Nacht durchackern muss.

Die Sache ist die: Ich kenne das. Wenn ich mich nicht nach der Uni an den PC setze, nicht um neun Sonntags in der Küche stehe, dann liege ich auch aufm Sofa, mache nur spät was oder eben gar nicht, denn Faullenzen ist eben so viel schöner. Mein Kopf kann mal ausruhen, meine Gedanken dürfen durcheinander fliegen. Ach wie ist es schön. Wirklich.

Nur. Alleine spült sich das Geschirr nicht. Ich hab‘s versucht. Und schlauer werd ich dabei auch nicht. Dieser Artikel schreibt sich nicht nur Gedankensteuerung, jedenfalls noch nicht. Und es sieht doch so aus: Wenn ich die Wahl habe zwischen Faullenzen und danach ackern, oder erst arbeiten und dann zufrieden ausruhen zu können, dann wähl ich lieber das Zweite. Jedes Füßehochlegen kann nur wirklich genossen werden, wenn die To-Do Liste des Tages abgearbeitet ist. Dann, wenn ich weiß, ich muss nicht mehr aufstehen. Dann, wenn das Geschirr nicht mehr dutzende Drosophila anlockt, sondern sauber im Schrank steht, wenn die Wäsche auf der Leine hängt und die Katze vergebens nach Staubmäusen suchte, dann faullenze ich, dann gehört das Sofa mir. Dann ist es pupsegal, wenn ich nicht mehr aufstehen will, denn dann muss ich es nicht mehr. Und es ist echt toll, einmal am Tag nichts zu müssen.