Für schmucke Spielerfrauen – Fußball trifft Mode

Frauen und Fußball – da wird vielleicht mancher Mann sagen: „Das passt doch nicht zusammen!“ Frau kann daraufhin ab sofort entgegnen: „Weit gefehlt!“ Mit den Schmuckstücken vom Wiesbadener Online-Shop 12te Frau bringen nun die Frauen die Fußballwelt zum Glänzen.

Die Fußballweltmeisterschaft ist nun seit fast einem Monat vorbei und die Bundesliga steckt in den Startlöchern, um in die neue Saison zu starten. Genau der richtige Zeitpunkt um sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Thema Fußball ins Alltagsoutfit integrieren kann. Blumenkette in Deutschlandfarbe ist da schon etwas zu auffällig für den Job. Abhilfe für unser modisches Problem schafft nun Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau.

Sportlich: Das Logo des Online-Shops zeigt wie es geht (Grafik: 12te Frau.de)

Sportlich: Das Logo des Online-Shops zeigt wie es geht (Grafik: 12te FRAU.de , C. Germann)

„12te Frau ist ein Online-Shop für weibliche Fußballfans mit Style, so beschreibe ich das immer ganz gerne“, erzählt Germann. Die Erklärung zum er Namen des zum Online-Shops ist simple. Während der 12te Mann natürlich immer der männliche Fan ist, ist die 12te Frau das weibliche Gegenstück. „Der Gedanke hinter 12te Frau ist, dass es viele weibliche Fans gibt, rund elf Millionen, die nicht nur während der WM ihr Team anfeuern, sondern auch ins Stadion gehen. Und Frau möchte dann natürlich nicht nur das Männertrikot ein bisschen kleiner tragen“, erklärt Germann die Idee ihres seit Mai existierenden Shops.

Kreativ: Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau (Foto: C. Germann)

Kreativ: Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau (Foto: Jens Fischesser, 12te FRAU)

Neben Ohrringen, Armbänder und T-Shirts werden in insgesamt acht Kategorien allerlei modische Fan-Ausstattungen bereitgehalten. „Ausgerichtet sind wir tatsächlich auf den weiblichen Fan, aber auch für ihre Liebsten ist was dabei. Für den Nachwuchsspieler, also für Kinder und Babys. Für den Sturmpartner, den Mann an ihrer Seite. Deko für Zuhause gibt es in der Kategorie Heimspiel. Die passende Deko für Unterwegs gibt es in der Kategorie Auswärtsspiel wie zum Beispiel mit einer Grillschürze.“

Im Rahmen der Fashion Week Berlin brachte Germann auch die Stars in 12te Frau-Stimmung. „Unter den 11 Millionen weiblichen Fans sind auch viele Stars, die sich zum Fußball bekennen. Na klar, zur Fußball- WM sind alle Fan. Aber auch erstaunlicherweise sehr, sehr viele neben der WM, die sagen: „Ich stehe zu meinem Verein, gehe ins Stadion“. Deswegen war es sehr leicht im Rahmen der Fashion Week auch Stars zu erreichen, die sagen: „Ich finde das toll, ich mag die Produkte und trag das gerne!“, so Germann zu ihren Erlebnissen auf der Fashion Week.

Neben Sport und Mode möchte Germann aber auch etwas Gutes tun. Vom Erlös des verkauften Produkts geht ein Teil an die Hilfsorganisation Care. „Care ist für mich eine Herzensangelegenheit. Während viele Organisationen Wasser bringen, hilft Care einen Brunnen zu bauen. Also Hilfe zu Selbsthilfe.“

Eins der modischen Highlights des Online-Shops sind zum Beispiel die Armbänder „Deine Farben“. Dahinter steckt die Idee, dass sich der weibliche Fan aus verschieden farbigen Kristall-Armbändern die Farben seines Lieblingsvereins passend zum Outfit zusammenstellen kann. „Wir haben dieses Armband, aber auch viele andere Produkte, in sechs verschiedenen Farben. Mit diesen Farben lassen sich alle Bundesligavereine und auch viele Länder darstellen“.

Stylisch: Auch auf den Ohrringen kann meine seine Liebe zum Verein zeigen (Foto: V.Wahlig)

Stylisch: Mit Ohrringen und Armbändern ist Spielerfrau bestens fürs Stadion gewappnet.  (Foto: V.Wahlig)

Eine weitere Besonderheit des Online-Shops ist die Kategorie Ballkünstler. Hier bekommen Künstler, die Produkte mit Fußballbezug herstellen, die Möglichkeit ihre Produkte vorzustellen. „Ballkünstler ist eine besondere Sparte, da wir diese immer wieder wechseln werden. Zurzeit haben wir Silberringe vom offiziellen Schmuckgestalter vom FC St.Pauli.“ In dieser Kategorie erwarten den Besucher des Shops immer Besonderheiten, die es sonst nicht sooft gibt, erklärt Germann.

Bei so vielen stylischen Schmuckstücken hält jetzt auch endlich der Fußball Einzug in unseren Kleiderschrank – abseits vom zu groß geratenen Männer-Trikot und plumper Deutschlandfarben-Kette. Jetzt muss sich Frau nur noch für einen Verein entscheiden. Oder sich doch lieber gleich sich mit allen sechs Farben eindecken.

 

Cool sein kann nicht jeder

Gerade neigen sich die Fashion Weeks in Berlin, New York, London, Mailand und Paris dem Ende zu. Somit sind die neuen Street Style-Trends auch schon gesetzt: Überall findet man Bilder von Bloggerinnen und Stars wie Anna Dello Russo, Chefin der japanischen Vouge, mit verrückten, bunten und lustigen Handyhüllen. Sie sind das neue It-Accessoire. Ob als Pommestüte von Moschino, als Duff Beer Dose von Urban Outfitters, als Hot Dog von Asos oder als Nagellackfläschchen von Iphoria – wer solche Hüllen aus Silikon oder Hartplastik besitzt, ist up to date und liegt damit voll im Trend.

Als ob es nicht schon genügt, als Smartphone-Besitzer „in“ zu sein, muss jetzt noch eins drauf gesetzt werden: Das elektronische Spielzeug dient ab sofort auch als cooles Accessoire. Aber cool sein kann nicht jeder. Was ein blöder Zufall, dass es die meisten Hüllen nur für das Iphone 5 oder 5s gibt. Wer da nicht mithalten kann, liegt nicht im Trend und ist leider uncool.

auffallender Nagellack und Handy in der Hand - cool sein kann eben nicht jeder (Foto: T. Gartner)

 Cool sein kann eben nicht jeder

(Foto: T. Gartner)

Ein ähnliches Prinzip herrscht beim Beauty-Trend schlecht hin: Bunte Nail-Art zum Aufkleben ist ebenso wie die Handyhüllen eines der neuen It-Accessoires. Es gibt sie in tausenden verschiedenen Varianten und Farben: Als Fake-Nägel oder Nagelfolien in grafischen Mustern, mit einem hippen Moutache oder im Leo-Style. Nun reicht es auch nicht mehr aus, seine natürlich gewachsenen Nägel in nude oder fetzigen Farbtönen zu lackieren. Stattdessen müssen unechte Klebe-Nägel her, um als Accessoire zu dienen. Erscheint logisch, denn wenn man den ganzen Tag sein Smartphone in den Händen hält, um die neue Hülle zu präsentieren, müssen die Nägel natürlich mit dem Iphone konkurrieren – ein trendiges Accessoire scheint vielen nicht mehr auszureichen.

Was dann nicht fehlen darf, ist die Handtasche mit dem eigenen Namen drauf, wie es das britische Supermodel Cara Delevingne, It-Girl Alexa Chung und die US-amerikanische Sängerin Lana Del Rey vormachten. Sie alle bekamen eine nach ihnen benannte Tasche der Luxusmarke Mulberry. Cara Delevingne durfte sogar auch an deren Designs mitgestalten. Das eben noch angesagte Namenstattoo wird also mal eben von einer mit dem eigenen Namen bedruckten Tasche abgelöst und der süße Verkäufer hinter der Theke kann gleich auf der Tasche lesen, wie man heißt. Wer also so richtig cool sein will, holt sein Smartphone aus der Tasche, klebt sich in Windeseile die bunten Fake-Nägel auf und hofft, in den nächsten paar Sekunden von einem Street Style-Fotografen entdeckt zu werden.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr das 1×1 des Modebloggins lernen.

Berlin im Mode-Fieber: Alle Highlights der Mercedes-Benz Fashion Week auf einen Blick

Gewagte Looks, wunderschöne Kollektionen, jede Menge Designer und eine prominente Front Row. Auch in diesem Jahr ließ die Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2014/2015 keine Wünsche der Mode-Liebhaber offen. Alle Highlights haben wir für euch zusammengefasst.

Trends

Die aktuelle Lieblingsfarbe der Designer ist aktuell Blau! In allen möglichen Variationen war sie auf den Laufstegen stets vertreten – Designer Marcel Ostertag präsentierte beispielsweise eine Federjacke in leuchtendem Blau.

Ein besonders schmeichelnder Trend für Frauen sind die hoch taillierten Kleider und Röcke, die eine besonders schmale und verführerische Taille zaubern. So präsentierte Designerin Lena Hoschek unter anderem ein goldenes Kleid mit hohem Bund, dessen oberer Teil aus transparentem, schwarzen Stoff bestand.

Wo wir auch schon bei der Transparenz wären, die dem Gegenüber spannende Einblicke gewährt und so im kommenden Herbst/Winter zumindest diesen wärmt.

Allgemein wurden gerne außergewöhnliche Stoffe wie Patchwork oder fließende Stoffe verwendet, die die Roben noch zusätzlich aufwerten.

Ein eher kritisch angesehener Trend war der Pelz. In echt und Imitat war er auf den Laufstegen zu sehen und wärmte die Models an jeglichen Körperstellen. Bei Designerin Anja Gockel sorgen beispielsweise Muffs für warme Hände in der kalten Jahreszeit.

Kollektionen

Besonderes Aufsehen erregten die Labels Lala Berlin und Kaviar Gauche, die Kollektionen präsentierten, die mit ihren wunderschönen Designs nahezu jedem gefallen. Auch die Kollektionen von Schumacher, Vladimir Karaleev und Perret Schaad fielen mit einzelnen Details, wie Drapagen oder Stylings, positiv auf.

New Comer

New Comer Designerin Alena Akhmadullina präsentierte ihre von Märchen inspirierte Kollektion auf der Fashion Week unter dem Motto „Das Gespenst von Canterville“ – besonders begeistert hier die feminine Mode.

Liliana Nova war mit ihrem jungen Label ebenfalls erstmalig vertreten und präsentierte stylische und qualitative Hutkreationen.

Shows

Mit Live-Perfomance und Special-Effekts feierte Kaviar Gauche ihr zehnjähriges Jubiläum unter dem Motto „Everlasting Love“. Live-Act waren Sämgerin Jaine Henkes und ihre Band „All the Ghosts“.

Prominente

Schauspielerin Liz Hurley bei der Fashionshow von Marc Cain, Model und Schauspielerin Georgia May Jagger bei Designerin Alena Akhmadullina, Model und Schauspielerin Jerry Hall bei der Fashion IG by Peek & Cloppenburg und Fernsehmoderatorin, Schauspielering und Sängerin Barbara Schöneberger bei der Show von Marc Cain sorgten für prominente Aufmerksamkeit am Brandenburger Tor.

Wird der kommende Winter also genauso heiß wie die diesjährige Fashion Week, müssen wir uns wohl gar nicht so warm anziehen.

Vorschau: …

Am Rande der Berlin Fashion Week: Die White Label Messe

Anfang dieses Monats wurde die deutsche Hauptstadt für eine Woche von Designern, Models und Modebegeisterten regelrecht überschwemmt: Die Berliner Fashion Week stand wieder an. Zeitgleich fand zum zweiten Mal die White Label Messe im U3-Bahnhof am Potsdamer Platz statt. Doch hier zeigten keine Designer mithilfe schöner Frauen und Männer ihre neusten Kollektionen auf den Catwalks. Stattdessen präsentierten internationale Fabrikanten ihre Produkte an Kleiderstangen.

Die Premiere der White Label fand im Juli 2012 statt und war chinesischen Zulieferern vorbehalten. Diese Einschränkung wurde dieses Jahr aufgehoben, sodass insgesamt etwa 150 Zulieferer aus aller Welt die Chance bekamen, sich auf der Messe zu präsentieren, wobei der Großteil immer noch aus dem asiatischen Raum kam. Damit verdoppelte sich die Anzahl der Aussteller im Vergleich zum Vorjahr fast. Möglich machte die Beschaffungsmesse der Veranstalter Peking Chinatex Advertising & Exhibition.

Die Aussteller und deren Produkte wurden mit eigenen Kennzeichnungen der White Label ausgestattet, wenn sie bestimmte Zertifizierungen vorweisen konnten. Im Bereich Umwelt gab es die „Green White Label“-Kennzeichnung. Agiert ein Unternehmen im sozialen Bereich besonders verantwortlich, so erhielt es die „Fair White Label“-Kennzeichnung und für einen guten Verbraucherschutz gab es die „Friendly White Label“-Kennzeichnung. Daran konnten sich Messebesucher, zu denen beispielsweise Einkäufer von Modelabels des Einzel- und Großhandels zählten, orientieren. Auffällig: Die meisten Fabrikanten legen den Schwerpunkt auf nur einen Bereich.

Bei den meisten Ausstellern wird ein Kleidungsstück oder Accessoire mindestens 500-mal angefertigt. Das Ziel ist hauptsächlich auf einen großen Absatz gerichtet, weniger auf limitierte Exklusivität, wie es bei manch einem Designer auf der Fashion Week der Fall ist.

Die präsentierten Kleidungsstücke sind noch „labellos“, was auch durch den Namen White Label zum Ausdruck gebracht wird. Entscheidet sich ein Einkäufer zum Kauf eines Kleidungsstücks, so wird das entsprechende Label zukünftig in die Kleider genäht.

Vorschau: Nächste Woche gibt es einen Rückblick auf die Berlin Fashion Week zu lesen.

Von Punk bis Haute Couture: Vivienne Westwood

Als ich neulich einem Freund erzählte, dass das Thema meines nächsten Artikels Vivienne Westwood wäre, bekam ich als Antwort „Ist das nicht diese komische Punk-Oma?“ zu hören. Wie er, verbinden viele mit der exzentrischen Modedesignerin die Punkrock-Szene – doch dass sie viel mehr als nur die „Mutter“ der Punkrock-Mode ist, nehmen nur wenige wahr. Für insgesamt vier verschiedene Linien entwirft Vivienne Westwood mittlerweile Mode: Red Label (Prêt-à-Porter), Gold Label (Haute Couture), Anglomania (Casual Wear) und Man. Zu ihrem absoluten Markenzeichen gehört bis heute das eigene Schottenkaro MacAndreas.

Die britische Modedesignerin wurde am 8. April 1941 als Vivienne Isabel Swire in Glossop geboren und wuchs in bürgerlichen Verhältnissen mit ihren beiden Geschwistern auf. Nachdem sie die Schule beendet hatte, beschloss sie eine Lehrerausbildung zu absolvieren und arbeitete insgesamt zehn Jahre lang in diesem Beruf. Anschließend begann ihre Karriere als Modedesignerin, die sie weltweit berühmt machte.

Im Jahr 1962 heiratete Vivienne Westwood den Werkzeugmacher Derek Westwood, mit dem sie ihren ersten Sohn, Ben, bekam. Nach nur drei Jahren Ehe ließ sich das Paar jedoch wieder scheiden und Westwood lernte ihren späteren Geschäftspartner Malcom McLaren kennen, mit dem sie 1967 ihren zweiten Sohn, Joseph Ferdinand Corre, bekam. McLaren, selbst britischer Modemacher und Musik-Manager, war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Westwood den Beruf der Modedesignerin einschlug.
Als Mutter begann sie ihre Kleidung zu nähen und brachte sich das Handwerk selbst bei, indem sie die Nähte der Kleidung zunächst öffnete, um den Schnitt und die Nähte nachvollziehen zu können und anschließend wieder zusammennähte.
1971 eröffneten McLaren und Westwood in der Londoner King’s Road 430 ihre erste eigene Boutique unter dem Namen „Let it Rock“. In diesem Laden zählten vor allem Teds (Anm. d. Red.: Jugendliche Protestbewegung, die sich Anfang der 1950er Jahre in England entwickelte und sich vor allem durch einen eigenen Modestil abgrenzte)  zu ihren Kunden, daher bestand das Sortiment insbesondere aus creepers (Schuhe mit Crêpe-Sohlen), drapes (knielange Anzugsjackets) und drainpipe trousers (enge Hosen).
Nachdem die Teds in Verruf geraten sind, schlossen Westwood und McLaren ihre Boutique und eröffneten 1973 ihr 2. Geschäft unter dem Namen „Too fast to live, too young to die“. Dieses hat bis heute insgesamt drei Namensänderungen durchlaufen: Von „Sex“, über „Seditionaries“ bis hin zu „World’s End“. Und auch das Sortiment wechselte mit den jeweiligen Namen. Während der „Sex“-Zeit bestand das Angebot vor allem aus Erotikwäsche und Sadomaso-Artikeln, wohingegen es heute ihre aktuellen Kollektionen im „World’s End“ zu kaufen gibt.

Zehn Jahre nach der Eröffnung ihrer ersten Boutique präsentierte Vivienne Westwood ihre erste Mode-Kollektion namens „Pirates“. Der Name spiegelte sich auch hier in den entworfenen Kleidungsstücken wieder: Rüschenhemdchen, wallende Puffhosen und entsprechende Hüte. Ein Jahr später stellte sie ihre nächste Kollektion „Nostalgia of the Mud“ mit Kleidern im Cowboy- und Landhausstil vor. Im Jahr 1983 kam es sowohl zur privaten als auch geschäftlichen Trennung mit Malcom McLaren.

Bis 1990 widmete Vivienne Westwood sich ausschließlich der Frauenmode und wurde 1989 von dem ehemaligen Herausgeber von Women’s Wear Daily, John Fairchild, als zu den sechs wichtigsten Modemachern neben beispielsweise Karl Lagerfeld und Yves Saint Laurent, gehörig genannt. Ein Jahr später präsentierte sie dann jedoch ihre erste Herrenkollektion namens „Cut and Slash“ und schaffte auch in diesem Bereich ihren Durchbruch. In den Jahren 1990 und 1991 wurde Westwood zur britischen Modedesignerin des Jahres gekürt und bekam 1992 zunächst den OBE (Anm. d. Red.: Officer = 4.Stufe des britischen Verdienstordens) und 2006 schließlich den DBE (Anm. d. Red.: Dame Commander = 2. Stufe des britischen Verdienstordens) von Queen Elizabeth II. verliehen.
Unvergessen bleibt die Pariser Modenschau, in der Naomi Campbell auf 25cm-hohen Schuhen von Vivienne Westwood lief – und fiel. Ein Sturz, den sich bis heute über eine Million Zuschauer auf Youtube angesehen haben.

Doch ebenso wie ihr Kollege Karl Lagerfeld, widmet(e) sich auch Vivienne Westwood nicht nur dem Entwurf schöner Kleidungsstücke: Ende der 80er Jahre war sie als Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien tätig, wo sie auch ihren damaligen Studenten und heutigen Ehemann Andreas Kronthaler kennen lernte. Von 1993 bis 2005 nahm Westwood darüber hinaus einen Lehrauftrag an der Universität der Künste in Berlin an und begann 1996 als Kostümbildnerin am Theater tätig zu sein. Neben Kleidern, entwarf Vivienne Westwood auch Teegeschirr für Wedgwood, Uhren für Swatch, die beiden Parfum-Marken Boudoir und Libertine sowie eine Körperpflegeserie namens Les Coquetteries.

Während Vivienne Westwoods Ziel früher die Abgrenzung zur damaligen bürgerlichen Gesellschaft war, verfolgt sie heute die Rettung unseres Planeten. Vor zwei Jahren spendete sie 1,5 Millionen Dollar zum Schutz des Regenwaldes und verbreitet auch mithilfe ihrer Mode ihre politischen Botschaften, so beispielsweise mit den Aufdrucken „Climate Revolution“ und „I’m not a terrorist, please don’t arrest me“. Ihre Kollektion 2008 nannte sie als Protest gegen den Terrorism Bill 2005 „Westwood 56“. Darüber hinaus verwendet sie seit 2007 keine Tierfelle mehr, engagiert sich für die Schließung des Gefangenenlagers von Guantánamo Bay und den Verzicht auf Atom-U-Boote und unterstützt seit letztem Jahr Julian Assange und Wikileaks mit einer Benefizaktion.

Ihr Aufruf auf der letzten London Fashion Week war eindeutig: „Kauft weniger, sucht gut aus, achtet darauf, dass es länger hält“. Das Gleiche empfahl sie laut Times vor kurzem auch Herzogin Catherine: „Ich habe keine Ratschläge für sie, außer dass ich glaube, es wäre großartig, wenn sie dieselbe Garderobe öfter tragen würde. Das wäre gut für die Umwelt“.
Dass sie trotz ihres – auch finanziellen – Erfolges auf dem Boden geblieben ist, zeigen unter anderem ihre frühere Sozialwohnung in Clapham, in der sie über 30 Jahre lang lebte und nur auf Wunsch ihres Ehemannes im Jahr 2000 in ein neues Anwesen zog. Darüber hinaus bevorzugt Vivienne Westwood das Fahrradfahren, hasst Handtaschen und hat maximal 20 Paar Schuhe, von denen sie nach eigenen Angaben aber nur circa sechs trägt. Herrlich normal unnormal!

Vorschau: Nächste Woche wird an dieser Stelle dem Mysterium Taille nachgegangen!

Fashion Week

Es ist Dienstag, 06:45 Uhr, als das Taxi vor der Tür steht, um mich zur Eröffnungsshow im Zelt am Brandenburger Tor zu fahren.

Funktion? Backstage-Assistenz im Auftrag der PR-Agentur.

Schlaf? So gut, wie gar keinen.

Aufregung? Alles unbekannt – stehe kurz vor einem Herzinfarkt.

Zum ersten Mal darf ich in den Backstagebereich der Berliner Fashion Week und zeige den Security-Leuten stolz meinen Pass. Dass der Backstageeingang einen gefühlten 15-Minuten-Laufmarsch mit sich bringt ist, mir selbst bei der Kälte und trotz den hohen Schuhen egal.

Die ersten Models trudeln ein und laufen müde und noch ungestylt in die Maske, Boris Entrup – Ex-Auror bei Germany’s next Topmodel und Make-Up Artist – empfängt unter anderem  Topmodel-Gewinnerin Lena Gercke oder Topmodelteilnehmerin Marie Nasemann aus der zweiten Staffel.

Der Trubel kurz vor der Show: die Presse auf dem Catwalk (Foto: Schimpf)

Derweilen werde ich zu dem Presseeingang geschickt, wo die wichtigen Journalisten zu Pre-Show-Interviews empfangen und in den Backstagebereich begleitet werden sollen.

Inzwischen ist es 08:15 Uhr. Die Show soll um 09:00 Uhr beginnen. Die Generalprobe ist  in vollem Gange, Who is it von Michael

Jackson ertönt vom Catwalk, die Models kommen nach und nach wieder vom Laufsteg zurück auf den unglaublich hohen Schuhen, und die Journalisten wollen ein Interview mit dem Designer Hien Le, um die Atmosphäre hinter den Kulissen einzufangen.

Als Praktikantin in der PR Agentur des Designers, ist es meine Aufgabe, darauf zu achten, dass die Mädchen von den Journalisten nicht beim Umziehen fotografiert werden.

08:45 Uhr. Die Stimmung wird intensiver. Nach und nach füllen sich die Ränge, die Front Rows sind jedoch immer noch leer. Der Stylist rückt und zupft noch an den Models, um die letzten Handgriffe perfekt zu machen. Doch die Models sehen toll aus, mit ihren glatt, nach hinten gestylten, glänzenden Haaren und in den schönen Kleidern des Designers.

09:00 Uhr. Die Show hat noch nicht begonnen, denn die wichtigsten Journalisten sind erst um kurz vor 09:00 Uhr am  Einlass-Schalter, dem sogenannten Counter,  gesichtet worden. Bis die Seatings gemacht sind, das heißt, bis alle Plätze richtig besetzt werden, ist es schließlich 09:12 Uhr und die Show beginnt.

Mit kraftvoller Musik und einer gespannten Atmosphäre, ist die Show nach zehn  Minuten vorbei, und die Fashion Week offiziell eröffnet.

Die Front Row von links nach rechts: Susann Hoecke, Bruce Darnell und Alexandra Neldel (Foto: Schimpf)

Alle wollen Backstage, um noch Fotos mit den Models und dem Designer zu bekommen, doch wer nicht angemeldet ist, kommt

auch nicht dazu. Schnell muss der Backstagebereich wieder geräumt werden, denn die nächste Show will vorbereitet sein und braucht den Platz.

Nach weiteren Interviews, endet der Tag am Zelt für mich und wir fahren um 12:00 Uhr zurück in die Agentur, wo der Alltag auf mich wartet.

22:00 Uhr. Die Scotch & Soda Party mit einer Kollektionspräsentation beginnt mit vielen Gästen und kostenlosen Getränken. Doch die nächste Show, die von unserer PR-Agentur organisiert wird, wartet schon darauf, vorbereitet zu werden: Gästeliste, Backstage-Pass, Aufgabenbereiche und ich falle um 3:00 Uhr morgens endlich in die Kissen.

Mittwoch, 16:00. Nach den letzten Vorbereitungen geht es wieder mit dem Taxi zum Fashion Zelt.

Funktion? Gästeliste-Check am Counter.

Schlaf? Nach Scotch & Soda – 4 Stunden.

Aufregung? Kaum. Es wird überall mit heißem Wasser gekocht.

Dieses Mal ist es meine Aufgabe am Counter zu stehen und den Gästen ihre Seating – oder Free Cards zu geben, damit es im Zelt zu keinen Sitzverwechslungen kommt.

Um 18:00 beginnt die Show von C’est Tout, ohne Verspätung. Damit ich die Show überhaupt sehen kann, muss ich bis kurz vor Schluss am Counter warten bis alle drin sind, um dann selber noch schnell in die Show zu gehen.

Wieder ist nach zwölf Minuten die Show vorbei und ich habe Feierabend.

Donnerstag, 10 Uhr. Ich fahre zu einem sogenannten Offside Event in einem angesagten Shop, namens Voo Store. Hier findet der Brunch von Maria Black statt, einem Label, das wir vertreten. Entspannte Stimmung, ausgelassene Journalisten. Ich stehe mit dem iPad bereit, um die Gäste von der Liste zu streichen.

Gegen 15 Uhr ist auch dieses Event wieder vorbei und ich werde zurück in die Agentur geschickt.

Vor der Sponsorenwand auf der Premium Party: Face2Face-Mitarbeiterin Victoria Schimpf (rechts) (Foto: privat)

22:00 Uhr. Die Premium Party beginnt. Gästeliste und kostenlose Cocktails, ein paar C-Promis, Modeleute und Normalos feiern gemeinsam zu elektronischer Musik.

Um 04:00 Uhr bin ich zu Hause und freue mich auf den letzten Tag der Fashion Week, den ich am Abend privat erleben werde.

Funktion? Privat.

Schlaf? Nach der Premium Party – 3 Stunden.

Aufregung? Keine. Vorfreude überwiegt.

Um 19:00 Uhr hole ich meine Karten für die Abschluss-Show der Fashion Week von David Tomachevski ab und warte auf den Einlass zur Show. Wieder werden ein paar deutsche Society-Leute gesichtet wie zum Beispiel Schauspielerin Bettina Zimmermann, Barbara Becker oder It-Girl  Bonnie Strange.

Nach vergleichsweise langen 18 Minuten leert sich der Saal zum letzten Mal für diese Fashion Week und ich fahre übermüdet, aber glücklich nach Hause.

Vorschau: Nächste Woche gibt unser Kollege Damian im Namen der Männerwelt Tipps für die angesagten Modeteile diesen Frühling.

Zweitjob mit Spaßfaktor – vier Modeblogger packen aus

von links: Katrin, Mauri, Summer (Collage: Rossel)

Liebt den klassischen Stil: Katrin (Foto: Katrin)

Annette Weber, Chefredakteurin der Instyle, gab letzte Woche Focus Online ein Interview zum Thema Mode-Blogger. Sie verglich diese Spezies mit den Models der 90er und den Stars der Nullerjahre, die in den jeweiligen Jahrzehnten die Modetrends begründeten. Da es keine großen, stilbewussten Stars mehr gäbe, würden sich Frauen nun an den bodenständigeren Mode-Bloggern orientieren. Dem Hype, der um die Mode-Blogger gemacht wird, versuchte Face2Face auf den Grund zu gehen und sprach mit vieren davon.

Die Frage, die wahrscheinlich jeden umtreibt, der nichts mit Mode-Blogs anfangen kann, ist die nach den Beweggründen. Wieso verbringt jemand Stunden damit, Fotos zu schießen, zu bearbeiten und sein Leben mit anderen Menschen, die er meistens nicht kennt, zu teilen. „Ich interessiere mich sehr für Mode und lese in meiner Freizeit gerne Modeblogs. Dabei ist mir aufgefallen, dass die meisten Modeblogger einen ähnlichen Stil haben. Andere Stile, wie die klassische Mode, bleiben dabei völlig auf der Strecke. Ich habe mich dazu entschieden, diese Lücke zu schließen und selber einen Blog über klassischen Stil und Lifestyle zu schreiben“, antwortet Katrin von Seeperlen. Sie sieht Mode als die wichtigste aller Kunstformen an, weil wir unser Leben darin verbringen. Ihr Ziel ist es, zu zeigen, wie man Looks teurer Marken günstig nachstylen kann. Katrin glaubt, dass viele ihrer Leser ihre Looks als Anregung zum nachstylen und –kaufen auffassen. „Blogger sind heute für viele Frauen Stilvorbilder, weil sie zeigen, wie man Modetrends im Alltag umsetzen kann“, sagt sie. „Das Feedback, das ich von Lesern und Freunden für meinen Blog bekomme, entschädigt für den Zeitaufwand. Es ist schön, zu sehen, dass ich mit dem was ich tue, viele Menschen erreiche und auch ein Stück weit glücklich machen kann“, ergänzt Katrin. Ein negatives Erlebnis hatte sie bereits mit Bildern, die sie auf dem Blog veröffentlicht hatte: „Im letzten Jahr tauchten plötzlich Bilder aus dem Blog auf einer Homepage mit nationalsozialistischem Inhalt auf. Das hat mich ziemlich erschreckt.“

Hahn im Korb: Mauri ist einer von verhältnismäßig wenigen männlichen Mode-Bloggern (Foto: Mauri Müller)

Mauri von Mau-Fashion wollte schlichtweg mehr über Mode erfahren und ging deshalb unter die Blogger: „Ich wollte mehr über Mode erfahren. Inzwischen reicht mir das nicht mehr, mein Horizont hat sich erweitert und Mode ist viel mehr als nur Kleidung geworden. Das ganze Drumherum, selbst Orte, Essen und Musik spielen da eine riesige Rolle.“ Er will seine Leser mit auf eine Reise durch sein Leben nehmen und ihnen Platz zum Träumen verschaffen. Selbst hätte er sich zum Beispiel nie träumen lassen, einmal die Fashion Weeks zu besuchen. Mauri bloggt mittlerweile hauptberuflich und versucht, seine Leser wie Freunde zu behandeln. Sowohl er als auch Monika wollen ihre Leser inspirieren, nicht beeinflussen.

Bei Monika von FASHIONFREAKWITHHEART begann alles schon vor längerer Zeit. Sie fing mit einem Blog zum Gestalten von Layouts, Pixel und ähnlichem an. „Mit Mode hatte das anfänglich absolut nichts zu tun. Erst 2008, als auch in meinem privaten Leben Mode eine größere Rolle einnahm, entwickelte sich mein „Tagebuch“ zu einem Modeblog. Ich las die ersten Modeblogs dazu, kaufte mir vermehrt Zeitschriften und Magazine, fotografierte meine Einkäufe und meine Outfits und entwickelte ein Gespür für Mode“, erzählt sie. Mit ihrem Blog wolle sie ihre beiden Hobbies, das Schreiben und die Mode, zusammenbringen. Monika hat im Bloggen eine Art zweiten Vollzeitjob gefunden. Dass sich der Aufwand jedoch auszahlt, bestätigt sie genauso wie Mauri. Neben Kleidungssponsoring und Gratisproben, die sie zur Verfügung gestellt bekommt, lernt sie immer wieder neue Leute kennen und darf an verschiedensten Events teilnehmen. Aber auch Monika sieht die negativen Seiten des Bloggens: „Im Internet können sich leider viele hinter dem Deckmantel der Anonymität rumtreiben und wahllos Leute angreifen und zum Teil beleidigen. Blogger, egal über was sie schreiben und welcher Branche sie angehören, müssen mit so etwas umgehen können. Das klingt am Anfang alles sehr hart, aber irgendwann legt man sich ein dickes Fell zu und nimmt das gar nicht mehr so wahr.“ „Mode ist etwas, das man als Person individuell bestimmen kann: Nach Lebenslage, Stimmung und Anlass. Man kann sich in der Mode kreativ austoben, probieren, umstellen, mixen und wenn es die unmöglichsten Muster und Schnitte sind – in der Mode ist vieles erlaubt“, antwortet Monika auf die Frage, was ihr Mode bedeutet.

Sorgt sich um jüngere Kollegen: Summer Lee (Foto: Summer Lee)

Ähnliches sagt auch Summer Lee: „Mit der Mode kann man seine Persönlichkeit von innen nach außen verlagern, damit spielen, sich neu erfinden und sich ausdrücken. Ich liebe es, mit der Mode zu spielen und erinnere mich immer daran, diese nicht zu ernst zu nehmen, da auch hier ein großer Spaßfaktor mitschwingen sollte.“ Sie bloggt, weil sie sich mitteilen und ihre Liebe zur Ästhetik mit interessierten Leuten teilen möchte und freut sich darüber, wenn sie für den ein oder anderen Leser eine Inspiration sein kann. Summer glaubt, dass sie für viele Leser eine Art „Freundin“ geworden ist, ist aber immer darum bemüht, nicht zu viel von sich preis zu geben. „Ich gebe Lesern nur die Tipps, die ich auch echten Freundinnen geben würde“, sagt sie von sich. Auch wenn sie selbst noch keine Probleme damit hatte, sieht Summer schlimme Kommentare, die Leser oft hinterlassen, als negativen Aspekt am Bloggen. „Oft sind die Blogger recht jung und ich frage mich, wie sie damit umgehen ohne daran zu zerbrechen“, sorgt sie sich um jüngere Kollegen.

Bei der Frage, was einen Blog erfolgreich macht, sind sich die vier einig: Authentizität. „Versuche nicht, dich beeinflussen zu lassen, vernetze dich mit anderen Bloggern, schreib Kommentare auf deinen Lieblingsblogs und zeig deinen Lesern dein wahres Ich“, gibt Mauri den Face2Face-Lesern auf den Weg. Katrin ist außerdem der Meinung, dass man einen guten Fotografen oder zumindest eine gute Kamera mit Stativ braucht und man sich von der Masse abheben muss. „Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man sich mit einem Thema beschäftigen sollte, das man liebt und mit Leidenschaft betreibt“, sagt Monika. Summer hat auf ihrem Blog eine Reihe zum Thema „Blogging für Dummies“ veröffentlicht, in dem sie die wichtigsten Aspekte, die einen Blog ihrer Meinung nach erfolgreich machen, erläutert.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr an dieser Stelle ein Portrait über Anna Wintour.

Mode aus Milch, Bananen & Co. – Der Öko-Trend auf der Überholspur

„Öko-Mode“ – für viele der Inbegriff für Wollsocken und lapprige Leinenhemdchen. Doch seit einigen Jahren geht der Modetrend immer mehr in Richtung nachhaltige, umweltfreundliche Mode und wird durch Star-Designer wie Stella McCartney und Giorgio Armani unterstützt. Da die Verarbeitung von der am häufigsten eingesetzten Faser in der Textilbranche, der Baumwolle, in der Regel mit dem Einsatz von umweltgefährdenden und gesundheitsschädlichen Chemikalien verbunden ist, wird weltweit nach alternativen Materialien geforscht.

Der deutschen Modedesignerin und Diplombiologin Anne Domaske ist diesbezüglich ein Durchbruch gelungen: Mode aus Milch! Zwar gibt es bereits seit 1930 die Möglichkeit die sogenannten Kaseinfasern aus Milch zu gewinnen, jedoch war das bisherige Verfahren extrem ressourcenaufwendig: 20.000 Liter Wasser für ein Kilogramm Fasern. Nun ist es dank Domaske möglich mit nur zwei Liter Wasser die gleiche Menge herzustellen.

Die Basis ist technisches Kasein, Milcheiweiß in Pulverform, das natürlicher Bestandteil und ein Nebenprodukt der Milch ist. Folglich werden keinerlei Lebensmittel durch die „Milchmode“ vernichtet. Zusätzlich hat der Stoff aus Milchfasern eine pflegende, beruhigende Wirkung auf die Haut. Also Wellness und Mode in einem! Da immer mehr Menschen an Allergien leiden, ist die Verwendung einer solchen antibakteriellen und antiallergischen Naturfaser in Textilien auch bezogen auf gesundheitliche Aspekte eine wirkliche Alternative.
Die Gründerin des Modelabels „Madame Chi Chi“ Domaske hat daraufhin ihr zweites Unternehmen gegründet: „Qmilch“ – und gewann bereits zwei Innovationspreise für die Entwicklung dieser ökologischen, chemikalienfreien Produktion.

Mode aus Milch ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit „grüne Mode“ herzustellen. Wie das australische Unternehmen „aussieBum“ beweist, eignen sich auch Bananen dafür. Sobald die Bananen von den Bananenpalmen geerntet werden, kann man aus der Rinde des Pflanzenstamms die Fasern herauswaschen. Anschließend wird aus diesen Fasern das Garn gesponnen. Ebenso wie bei den Milchfasern, werden auch bei der Gewinnung von Bananenfasern – auch Bananenseide genannt – keine Lebensmittel vernichtet: Da nach der Ernte die Pflanzen zurückgeschnitten werden müssen, handelt es sich bei der Produktion um Verwertung von Abfall.

Milch, Bananen und – Algen! Das deutsche Unternehmen „Twosquaremeter“ verwendet in seinen Textilien Algenfasern, sogenanntes „Seacell-Jersey“. Die positiven Eigenschaften der Algen übertragen sich auf die Textilien, sodass diese hautschützend, entzündungshemmend und atmungsaktiv sind. Darüber hinaus wird beim Tragen dieser Kleidung Kalzium, Magnesium und Vitamin E an die Haut weitergegeben, was einen Anti-Aging-Effekt hervorruft.

Wer passend zu seiner „grünen Mode“ auch „grünen Schmuck“ tragen will, ist bei „Green Age“ genau richtig: Die beiden gebürtigen Kolumbianer aus Hamburg gründeten in ihrer Heimat dieses Unternehmen und lassen seit dem vor allem von sozioökonomisch benachteiligten Frauen handgefertigten Schmuck unter sehr guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen in Cali produzieren. Hauptbestandteil ihres Schmucks ist dabei die Tagua-Nuss, auch pflanzliches Elfenbein genannt. Diese Nuss ist ein Palmensamen aus den kolumbianischen Regenwäldern und wird im Laufe der Zeit immer schöner. Als weiteren Bestandteil verwenden die Kolumbianer Orangenschalen in ihren Kollektionen.

Dass die Öko-Mode auch Einzug in die Fashion Weeks erhält, zeigte sich diesen Monat in Berlin. Designern wurden in Berlin gleich mehrere Plattformen für nachhaltige, ökologische Mode geboten:
Die öffentlichen Schauen des Lavera Showfloor fokusierten grüne Mode, die beweist, dass die modische Avantgarde auf Nachhaltigkeit setzt. Wesentliche Kriterien für die Auswahl der Designer waren zum Beispiel regionale Produktion unter sozialen Bedingungen sowie kurze Transportwege, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Teilnehmer waren unter anderem das österreichische Modelabel „Göttin des Glücks“ und das britische Unternehmen „Battenberg-Cartwright“.

Auch der „GREENshowroom“, der Luxus und Nachhaltigkeit verbindet, war wieder fester Bestandteil der Berliner Fashion Week. Im luxuriösen Hotel Adlon zeigten Labels, die unter nachhaltigen Aspekten produzieren, ihre aktuellen Kollektionen. Wie jedes Jahr wurden die Teilnehmer ebenfalls nach strengen Richtlinien ausgewählt, so zum Beispiel „edelziege“ und „Muriée“.

Auf der Partnermesse des „GREENshowroom“, der Ethical Fashion Show, bekamen Modelabels die Möglichkeit ihre Street- und Casualwear-Kollektionen einem großen Publikum zu präsentieren. Diese Modelabels sehen Ökologie und Ethik als selbstverständlich an und richten ihre Produktionen dementsprechend aus.

Vorschau: Was alles in den Koffer muss, um modisch durch den Urlaub zu kommen, erfahrt ihr nächsten Donnerstag in der Moderubrik.

Über das Leben nach „Germany’s Next Topmodel“: Yvonne Schröder im Interview

Vielen ist sie noch aus der ersten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ bekannt: die mittlerweile 23-jährige Frankfurterin Yvonne Schröder. Damals belegte sie „nur“ den zweiten Platz im Finale der erfolgreichen „ProSieben“-Sendung und musste sich gegen Lena Gercke geschlagen geben. Jedoch bekam sie bereits unmittelbar nach dem Finale viele abwechslungsreiche Modeljobs und etablierte sich so in der deutschen Modewelt. Was ihr durch ihre Teilnahme bei „Germany’s Next Topmodel“ ermöglicht wurde und über ihre Zukunftspläne, erzählte sie uns exklusiv im Interview.

Face2Face: Sechs Jahre ist es nun her, dass Sie im Finale von „Germany’s Next Topmodel“ standen. Wie sehr hat sich Ihr Leben seitdem verändert?
Schröder: Mein Leben hat sich dahingehend geändert, dass ich durch die Teilnahme bei „Germany’s Next Topmodel“ von heute auf morgen bekannt wurde und viele Menschen mich auf der Straße erkannten. Natürlich hat mir die Teilnahme auch beruflich viele Türen geöffnet, sodass ich viel von der Welt sehen kann.

Face2Face: Wie war Ihre Zukunftsvorstellung bevor Sie sich bei „Germany’s Next Topmodel“ beworben haben? War Modeln immer schon Ihr Traumberuf?
Schröder: Nein, es war gar nicht geplant, dass ich mich dort bewerbe und so zum Modeln komme. Eigentlich war es immer mein Traum als Innenarchitektin zu arbeiten, da ich es liebe kreativ zu sein und ich Riesenspaß daran habe, Dinge zu designen.

Face2Face: Verfolgen Sie selbst die aktuelle „Germany’s Next Topmodel“-Staffel? Haben Sie eine Favoritin?
Schröder: Ich muss leider gestehen, dass ich mir die aktuelle Staffel aufgrund von Zeitmangel nicht regelmäßig anschauen kann, daher schalte ich nur ab und zu rein – auf jeden Fall zu selten, um eine Favoritin zu haben.

Face2Face: Als treuer Fan der Sendung weiß man, dass es in jeder Staffel immer wieder zu Zickereien kommt. Sind in Ihrem Fall auch Freundschaften entstanden, die auch sechs Jahre danach noch bestehen?
Schröder: Klar sind während der Dreharbeiten Freundschaften entstanden – wir waren ja Tag und Nacht beisammen, das schweißt schon zusammen. Es ist schwer sich regelmäßig zu treffen, da wir alle in Deutschland verstreut, und nicht in einer Stadt, leben. Aber dank der heutigen Technik, wie Handy und Internet, bleibt man viel leichter in Kontakt. Außerdem gibt es auch immer wieder Jobs oder Veranstaltungen, bei denen man sich sieht. Erfreulicherweise habe ich auch viele Freundinnen aus den nachfolgenden Staffeln dazu gewonnen.

Face2Face: Im Laufe der Jahren haben Sie viele verschiedene Jobs bekommen: So sind Sie beispielsweise für John Ribbe auf der Fashion Week in Paris gelaufen oder waren das Gesicht von „Maxdome“. Was war Ihr absoluter Höhepunkt bisher?

Schröder: Das kann man so eigentlich gar nicht sagen. Jeder Job ist ein Höhepunkt, da man immer wieder

neue Dinge dazulernen kann. Ich muss aber sagen, dass es schon außergewöhnlich war, als ich das erste Mal auf der Pariser Fashion Week mitlaufen durfte oder eine Nebenrolle in dem Film „Männerherzen“ bekam, in dem auch Til Schweiger und Christian Ulmen mitspielten!
Ein unvergessliches Erlebnis war aber auch, als ich das erste Mal nach „Germany’s Next Topmodel“ im Kino saß und plötzlich die „Maxdome“-Werbung mit mir als Repräsentantin kam. Aber eigentlich hat jeder Job seine unvergesslichen Momente!

Face2Face: Immer häufiger sieht man Sie auch in TV- oder Kinoproduktionen wie „Verliebt in Berlin“. Planen Sie generell eine Schauspielkarriere?
Schröder: Nein, es ist nicht so, dass ich generell plane Schauspielerin zu werden; aber ich bin ein Mensch, der gerne auf alles vorbereitet ist und daher auch schon Schauspielunterricht hatte. Wenn man in einer TV-Produktion wie „Germany’s Next Topmodel“, die medial einen solch hohen Stellenwert hat, mitmacht, ist es klar, dass man viel von der Welt sieht und auch die Möglichkeit bekommt, in viele verschiedene Branchen reinschnuppern zu können.

Face2Face: Gab es auch Zeiten, in denen Sie am liebsten mit dem Modeln aufgehört und einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen hätten?
Schröder: Natürlich gab es diese Zeiten schon. Es ist nicht immer leicht: Man ist oft unterwegs und hat kaum Zeit für Freunde und Familie. Außerdem gibt es dann auch Tage, an denen einfach nichts klappt. Man läuft von einem Casting zum nächsten, die Kunden schlagen deine Mappe auf, schauen eine Minute rein und sagen dann „Danke, tschüss“ – das kann einen schon sehr runterziehen. Aber dann kommen auch wieder die schönen Tage, an denen alles klappt. So gleicht sich das dann wieder aus.

Face2Face: Im März 2007 waren Sie sehr verführerisch in der „FHM“ zu sehen und wurden sogar auf Platz 29 der schönsten Frauen gewählt. Wo liegt bei Ihnen die Grenze? Würden Sie ein Angebot des „Playboy“ annehmen?
Schröder: Mittlerweile haben schon viele Promis die Hüllen fallen lassen und die Fotos waren immer sehr ästhetisch und schön. Momentan kann ich es mir zwar nicht vorstellen, aber ausschließen würde ich es nicht.

Face2Face: Was tragen Sie privat am liebsten für Kleider? Und was ist das Must-Have dieses Sommers?
Schröder: Ich kleide mich eigentlich sehr unterschiedlich: mal bin ich lässig angezogen, dann wieder schick. Ich variiere es so, wie ich mich gerade fühle.
Nach dem kalten Winter und dem tristen Wetter sind Knallfarben ein Must-Have diesen Sommer. Bei deiner Kleidung sind dir keine Grenzen gesetzt: rot, grün, gelb…

Face2Face: Welche Projekte stehen in Zukunft bei Ihnen an?
Schröder: Ich mache gerade bei einem sehr kreativen Charity-Projekt mit, zu dem ich allerdings noch nichts Genaueres verraten darf. Außerdem konzentriere ich mich zurzeit darauf, mir ein zweites Standbein aufzubauen. Gerade bin ich dabei mein eigenes Unternehmen zu gründen – darüber kann ich euch aber leider auch nichts verraten (lacht). Da man nicht ewig modeln kann, ist es wichtig, dass man beruflich auch noch etwas anderes macht. Das ist auch das, was ich allen jungen Mädchen mit auf den Weg geben will.

Vorschau: Nächste Woche wird an dieser Stelle über „X-Trax“ in Karlsruhe berichtet!