Typisch Sommertyp

Ein typischer Sommertyp: kühles blond, rosiger Teint - aber wie ist der Sommertyp vom Charakter her? (Foto: Typakademie)

Ein typischer Sommertyp: kühles blond, rosiger Teint – aber wie ist der Sommertyp vom Charakter her? (Foto: Typakademie)

Ein rosiger Teint, ein kühles Blond bis Aschbraun und schon haben wir ihn: den Sommertyp. Jetzt bekommt er noch die passende Farbpalette in die Hand gedrückt und schon kann er sich typgerecht kleiden und schminken.

Aber ist das wirklich alles, was hinter der Farbtypenlehre von Kunstpädagoge Johannes Itten aus den 1920er-Jahren steckt? Nein, weiß Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle. Wir haben mit ihr nicht nur über die Trendfarben für den Sommertyp 2017 gesprochen, sondern auch über den Zusammenhang zwischen Farbtypenlehre und Charakterzügen. Passen ein Herbst- und ein Sommertyp zusammen und kann ich mich ganz einfach zum Sommertyp machen?

Face2Face: Wie kann ich im Schnelltest herausfinden, ob ich ein Sommertyp bin?
Diehsle: Der Sommertyp gehört ebenso wie der Wintertyp zur kalten Farbfamilie. Dabei spielt die Haut eine wesentliche Rolle: ihr Unterton kann entweder warm oder kalt sein, abhängig vom gelblichen Pigment Melanin und dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der der Haut einen bläulich-rosigen Schimmer verleiht. Wenn man sich bei Tageslicht vor einen Spiegel stellt und sich abwechselnd ein orangenes und ein pinkes Tuch ans Gesicht hält – es kann auch ein Kleidungsstück oder einfach nur ein Stück Stoff sein – findet man schnell heraus, welcher Farbfamilie man angehört. Wegen dem rosigen Teint steht dem Sommer- und Wintertyp das Pink besser, das Orange schmeichelt dagegen dem warmen Typ, dessen Haut durch das Melanin eher einen Gelbstich hat. Sommer- und Wintertypen stehen ähnliche Farben. Wenn ich also durch diesen Test schon mal herausgefunden habe, ob ich ein kalter oder warmer Typ bin, ist einiges gewonnen.

Face2Face: Kalte Farben für den Sommertyp – wie passt das zusammen?
Diehsle: Mit der Jahreszeit Sommer hat der Sommertyp nach der Farblehre nichts zu tun. Bei einem Experiment in den 1920er-Jahren ließ der Schweizer Maler Johannes Itten jeden seiner Kunststudenten einen Farbakkord malen. Ohne zu wissen, welcher Student welche Farben gemalt hatte, konnte er sie zuordnen und stellte fest: Zu jedem Aussehen passt ein bestimmter Farbakkord. Daraus entwickelte er dann die vier Typen: Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Kennt auch den Charakter des Sommertyps: Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle (Foto: Typakademie)

Kennt auch den Charakter des Sommertyps: Farb- und Stilberaterin Birgit Diehsle (Foto: Typakademie)

Face2Face: Können Sie durch Ihre langjährige Erfahrung sagen, ob es auch charakterliche Gemeinsamkeiten bei den Sommertypen gibt? Stehen ihnen einfach nur ähnliche Farben, oder ist da noch mehr?
Diehsle: Sommertypen sind oftmals angepasster, wollen weniger auffallen als zum Beispiel der Wintertyp und sie sind gute Teamplayer. Der Farbtyp kann mit einiger Erfahrung zwar schon Aufschluss über den Charakter geben – in die Tiefe geht es aber dann, wenn man sich mit dem Stil der Person beschäftigt. Dabei schaut man auf körperliche Besonderheiten, wie die Größe, die Figur und so weiter. Wenn man den Sommertyp entsprechend analysiert, kann man ihn einem von sechs Stilen zuordnen: klassisch, sportlich, natürlich, dramatisch, romantisch, feminin/zart.

Face2Face: Verschiedene Farbtypen in einer Beziehung – egal ob freundschaftlich oder partnerschaftlich – kann das gut gehen? 
Diehsle: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es dann schwierig wird, wenn man versucht das Gegenüber an den eigenen Farbtyp anzupassen, zum Beispiel indem man die Outfits aufeinander abstimmt. Wenn ich meinen Freund, der ein Herbsttyp ist, der also einen gelblichen Hautton hat und dem warme Farben gut stehen, in meine kalte Farben zwingen will, weil ich eben ein Sommertyp bin, sieht das vermutlich nur halb so gut aus, als wenn er Farben trägt, die zu seinem Typ passen.

Face2Face: Inwiefern hängen Farben und die menschliche Psyche zusammen?
Diehsle: Dass manche Farben schon beim Anblick gewisse Gefühle erzeugen, dass beispielsweise Rot Aggressionen auslösen soll, kann ich so nicht unterschreiben. Wenn es um Kleidung geht, bin ich mir allerdings sicher, dass ich mit den richtigen Farben einen Effekt bei anderen, aber auch bei mir selbst erzeugen kann. Möchte ich kompetent wirken, zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch, greife ich zu ruhigeren Farben – dunkler Blazer bzw. dunkles Jacket und helle Bluse bzw. helles Hemd. Wenn mich etwas Schwieriges erwartet, zum Beispiel eine Präsentation, und ich mich unsicher fühle, kann mehr Farbe helfen. Grundsätzlich sollten Farben den Typ unterstreichen und nicht überdecken.

Kühl: Die Farben des Sommertyps (Foto: Typakademie)

Kühl: Die Farben des Sommertyps (Foto: Typakademie)

Face2Face: Kann ich mich zu einem Sommertyp machen, wenn ich das unbedingt will? Wenn ja, wie?
Diehsle: Das geht – ja. Beim Friseur ein kühles Blond oder Braun färben lassen, ein rosiges Rouge auflegen, pinke Lippen schminken und schon wird es wirklich schwer, ihren wahren Farbtyp zu erkennen. Allerdings ist es einfach so, dass man mit den richtigen Farben gesünder und jünger aussehen kann. Wenn ich Menschen berate, dann sind sie dabei immer ungeschminkt und ihr Haar ist abgedeckt, damit ich mich nicht von dem beeinflussen lassen kann, was sie gerne wären, sondern sehe, wer sie sind.

Face2Face: Was ist im Trend für den Sommertyp im Sommer 2017?
Diehsle: Niagara, also ein softes Blau, ist dieses Jahr die absolute Trendfarbe für den Sommertyp. Dazu etwas Weißes und dann Silberschmuck und das Sommer-Outfit ist perfekt. Auch komplett in Pink kann der Sommertyp punkten.
Froh bin ich darüber, dass der Trend in Sachen Haarfarbe wieder weg von den Strähnchen und hin zur Einheitlichkeit geht, denn bei den Strähnen werden oft kalte und warme Töne gemischt. Eine gute Nachricht für die etwas älteren Sommertypen: Graue Haare stehen euch, also keine falsche Scheu!

 

Knallbunt und ultralang: Modetrends für Herbst und Winter 2016/17

Na, Lust auf Plätzchen und Lebkuchen? Bei den sinkenden Temperaturen da draußen wärmen wir euch auf – mit heißen Trends für kühle Herbst- und Wintertage. In den Supermärkten finden wir schon langsam die ersten Plätzchen und Lebkuchen, die wir dann, gemütlich eingewickelt in einer Wolldecke, auf dem Sofa vernaschen.
Trotz der kalten Tage wollen wir aber irgendwie noch stylisch aussehen und die heißesten Trends für den Winter nicht verpassen.

Lang, länger, super-lang

Wer vor kurzem einkaufen war und ein Oberteil zu groß gekauft hat, wird sich freuen: Ganz oben auf der Liste der Herbst- und Wintertrends für diese Saison stehen nämlich XXL-Ärmel. Egal, ob bei Pullovern, Jacken oder Mänteln, es sieht überall lässig aus. Einen klaren Vorteil verschaffen wir uns damit auch: Die Handschuhe werden überflüssig. Aber mal ganz ehrlich, ist das alltagstauglich?

Gut verpackt

Ein anderes Must-Have für diesen Winter eignet sich da schon eher für den Alltag – Capes sind jetzt wieder total angesagt und bieten eine super Alternative zum normalen Wintermantel. Wer allerdings doch lieber auf Nummer sicher gehen möchte und auf eine warme Jacke ungern verzichtet, kann Ausschau nach Daunen-oder Steppjacken halten. Sie sind dieses Jahr kaum wegzudenken.

Flauschiger wird’s nicht

Diesen Herbst und Winter haben Kuschelbedürftige einen echten Vorteil: Strick, Plüsch und Samt sind die Trend-Stoffe für die kalte Jahreszeit. Wir dürfen uns auf flauschige Strick-Pullover aus dem sogenannten Bouclé-Garn, freuen, ein Garn, bei dessen Herstellung oft Knoten und Schlingen verwendet werden, und uns in Kleider aus Samt hüllen. Am besten funktionieren die Trends in XXL – Samt am ganzen Körper und auch die Pullis dürfen schön lang sein.

Romantik pur

Ein Lieblingstrend für die kalten Monate sind Rüschen. Mit Rüschen wirkt auch ein cooler Look sofort verspielt und romantisch. Diese Saison findet man sie überall: An Kleidern, Blusen oder sogar an Hosen.
Auch Schleifen und Schluppen können das Outfit versüßen. Die Größe spielt dabei keine Rolle. Als modisches Accessoire zieren sie Mäntel, Pullis und Blusen.

Farbenfrohe Dunkelheit

Etwas widersprüchlich wird es diese Wintersaison bei den Trendfarben. Statt schlichten und einfachen Farben findet man knallbunte Blumen-Prints, meistens auf schwarzem Hintergrund. Pudrige Töne wie Nude sind zwar auch in, aber diesen Herbst und Winter wollen die Fashionistas der tristen Jahreszeit entgegenwirken. Kleidung in Beerentönen, von Brombeere, Heidelbeere bis Himbeere, sollte in keinem Kleiderschrank fehlen. Auch die Farbe Grün in allen Nuancen ist total angesagt.

Wenn wir also bald gemütlich unseren Tee schlürfen, mit der besten Freundin auf der Couch die Kekse verdrücken und spontan Lust auf einen Absacker in der nächstgelegenen Bar bekommen, brauchen wir garantiert keine halbe Ewigkeit mehr, bis wir unser perfektes Winteroutfit gefunden haben.

Vorschau:

Sind wir nicht alle ein bisschen Mädchen?

Neulich fand ich beim Umräumen das erste Paar Hausschuhe meines Ältesten. Und war geschockt. Reumütig übergab ich sie meine Tochter. Es waren Schuhe, die ich ihr nie hatte kaufen wollen, die ich ihr im Schuhgeschäft ausgeredet hätte. Schweinchenrosa. Mit Glitzer. Und Einhörnern. Damals war ich stolz, dass mein Junge den hochgezogenen Augenbrauen seines Großvaters zum Trotz „Mädchenschuhe“ gewollt hatte. Die Konvention war gebrochen. Alle für alles, geschlechtsunabhängig. Wenn aber meine Tochter rosa will, lila, pink, kneife ich. Dabei war es völlig normal, wenn mein Junge blau und grün trug. Warum aber haben wir so eine Farbkritik an Rosa?

Mädchen sind doof? Nein, nur unsere Vorstellungen (©angieconscious / pixelio.de)

Mädchen sind doof? Nein, nur unsere Vorstellungen (©angieconscious / pixelio.de)

Mädchen sind doof. Ja, ehrlich. Sie ziehen nur Rüschenkleidchen an, tragen Lippenstift und lackierte Nägel, klemmen sich Blinkesteine in die Haare, heule, ziehen an den Haare, zicken. Nö? Nö! Dennoch hält sich in unseren Köpfen das Bild vom kleinen Mädchen im pinken Kleidchen hartnäckig. Versteht die Welt nicht, spielt nur mit Puppen, ist selbst eine. Wir bekommen dieses Bild täglich in den Medien serviert. In der Hustensaftwerbung lässt das kleine Mädchen einen Feenstab fallen, als die Mutter sich „krankmeldet“, ein anderes schlüpft ins Prinzessinnenkleidchen und Mamas hochhackige Schuhe, wenn die Freundinnen kommen und eine Puppe ohne rosa Accessoire zu finden, ist eine Mammutaufgabe. Rosa, das verbinden wir automatisch mit klein, schwach, unterwürfig und unterdrückt. Niedlich ist ein Schimpfwort, das nur durch süß gesteigert werden kann.

Wir wollen starke Frauen sein, unabhängig, frei. Wir verdienen unser eigenes Geld, haben unsere eigenen Regeln, bilden unsere eigene Meinung. Rosa haben wir abgelegt, denn wir wollen nicht klein und schwach erscheinen. Eine Tussi, das zeigen uns Fälle wie Daniela Katzenberger und Heidi Klumm wird nicht für voll genommen, sie wird als hohle Kuh überzeichnet, die nur auf Rosa setzt, weil es das einzige ist, was sie hat: Ihr Aussehen. Und wir tun gerne so, als käme es uns auf den Inhalt an.

Vor kurzem las ich, dass immer weniger Puppen verkauft würden. Das seien geschlechterspezifische Spielsachen. Eltern aber wollten Geschlechterunabhängiges. Lego beispielsweise. Anstatt aber zu versuchen, Puppen für alle Geschlechter schmackhaft zu machen, wird die Notwendigkeit zur Bemutterung ausgebaut. Puppen heutzutage können nicht nur die Augen schließen und Pipi machen. Sie scheiden auch ihren Brei wieder aus, werden krank, müssen schlafen, haben Spielzeug und Haustiere. Der Phantasie wird Raum genommen. Gleichzeitig würden Kinder weniger lang mit ihren Puppen spielen. Eben weil Puppen kleinmädchenhaft seien, niedlich und süß. Außer Mode.

Dürfen Frauen und Mädchen noch rosa tragen? Warum eigentlich nicht (©Denise / pixelio.de)

Dürfen Frauen und Mädchen noch rosa tragen? Warum eigentlich nicht (©Denise / pixelio.de)

Die rosa Glitzerhausschuhe haben mich zum Nachdenken gebracht. Als mein Sohn den Vorhang um seinen Kopf geschwungen hat und mit verstellter Stimme flötete „Ich bin eine Prinzessin“, war ich froh. Bei meiner Tochter mache ich mir Sorgen. Dass sie in eine Rolle gedrängt wird und ich es nicht verhindern kann. Ich runzle die Stirn, wenn sie – nicht selten – pinke Kleidungsstücke geschenkt bekommt und mein Mantra „Alle Farben sind für alle da“, wirkt angesichts dessen wie ein Paradox. Sei, wie du bist, aber bitte kein „Girly“.

Dass wir rosa als Farbe der Schwäche verstehen, als eine oberflächliche und doofe Erscheinung, liegt an uns selbst. Wenn aber ein Mann kein Problem mit seiner Männlichkeit zu haben braucht, wenn er pink trägt, warum muss ich es dann als Frau? Der Wunsch nach Gleichberechtigung hat uns einen Schritt zu weit gehen lassen. Er hat uns das Rosa genommen. Ich plädiere dafür, dass auch Frauen rosa tragen dürfen. Wir dürfen weich sein und schwach. Ja, verdammt, an manchen Tagen sind wir das. So lange wir damit glücklich sind – ist doch egal. Pink stinkt nur dann, wenn wir es stinken lassen, wenn wir strikt trennen in „Jungen“ und „Mädchen“. Aber auch, wenn wir gerade deshalb manche Farben und Dinge auf die Ersatzbank schieben um diesen Klassifizierungen zu entgehen.

Meine Tochter wird aus den rosa Hausschuhen herauswachsen, wie mein Sohn seinerzeit. Aber ihren Weg wird sie trotzdem gehen. Am Ende vielleicht barfuß.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Anne über die menschliche Unfassbarkeit von Abschiebung.

Traditionell und fesch – Dirndl-Trends 2014

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Face2Face macht Schluss mit altbackenen Trachten und zeigt euch die Wiesn-Hits 2014 mit den besten Tipps für den schönsten Dirndl-Look und die perfekten Accessoires.

Sehr gefragt sind in diesem Jahr schwarz-goldene Dirndl oder einfarbige Trachten mit goldener Verzierung. Die Top Wiesn-Hits sind aktuell jedoch klassisch geschnittene Trachtenkleider in kräftigen Farben wie Lila, Grün, Gelb und Blau.

Die absoluten Must-Haves für den perfekten Dirndl-Look sind aber die richtigen Accessoires. Schicke Schuhe sind dafür essentiell – dabei darf man jedoch ruhig einmal zwischen High Heel und Ballerina wechseln.

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Ein schöner und gerne auch auffälliger Halsschmuck darf natürlich auch nicht fehlen. Die kostbaren Schmuckstücke kann man übrigens variabel an Hals, Handgelenk oder Mieder hängen.

Zu guter Letzt ist die richtige Tasche das i-Tüpfelchen des perfekten Dirndl-Looks. Ob lässig über die Schulter gehängt oder frei am Handgelenk schwingend – erlaubt sind alle Stoffe und Formen, die zum Dirndl passen und dieses aufwerten.

Das größte Volksfest der Welt bietet also nicht nur gutes Bier und wilde Fahrgeschäfte, sondern auch einen modernen und dennoch traditionellen Catwalk für stilbewusste Madln.

Vorschau: Am Donnerstag, 18. September zeigt euch Robert wie man den anbrechenden Herbst mit Farben erhellt.

Nur was für Hipster? – So’n Quatsch!

Upcycling ist das neue Vegetarisch. Wo es früher noch als Seltenheit galt, ist es heute schon normal. In Bars und Restaurants findet man fast überall vegetarische oder gar vegane Gerichte. Es wurde überwiegend zum Trend.

Genauso ist es mit dem Upcycling. Hierbei werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Diese Methode existiert nicht erst seit gestern, das ist klar, aber es scheint, als würde es immer mehr in Mode kommen. Wer auf maschinell angefertigte Massenware von Modehäusern wie zum Beispiel H&M oder Zara verzichten will, der legt jetzt selbst Hand an. Die Marke Myboshi beispielsweise verkauft Mützen zum Selberhäkeln. In einer Box befinden sich mehrere Wollknäul und eine Anleitung, Muster und Farben kann jeder selbst auswählen und im Nu hat man sich seine ganz eigene modische Beanie geschaffen.

Oftmals sind viele Sachen, die wir einfach nicht mehr haben wollen, eigentlich viel zu schade, um sie zu entsorgen. Mit ein wenig Kreativität und Geschick lassen sich die interessantesten und witzigsten Dinge herstellen. Aus alten goldenen Gabeln, die man übrigens oft auf Flohmärkten oder bei Oma finden kann, werden zum Beispiel Kleiderhaken geformt. Wer ein bisschen Witz einbringen möchte, der biegt die Zinken der Gabel zu einer Corna, also der typischen Handgeste eines Rockers, oder zu einem Peace-Zeichen. Derjenige, der gerade zuhause leere Getränkekisten rumstehen hat, kann zwei aufeinander befestigen, eine antik wirkende Holzplatte  darauf montieren, und schon besitzt er einen der wohl coolsten Barhocker für feuchtfröhliche Abende in der WG. Mit Raffinesse kann der schnieke Barhocker auch lässig als Nacht- oder Abstelltisch verwendet werden. So lassen sich die eigenen vier Wände ganz individuell gestalten. Wer jetzt denkt, dieser alternative Kram sei nur was für die Generation Hipster, der liegt falsch.

Denn mit der Methode wird nicht nur Geschick und Fantasie bewiesen, sondern auch nebenbei unnötiger Müll verhindert, Altes neu aufgewertet und bei einem möglichen Flohmarktkauf sogar auch eine gewisse Wohltätigkeit vollbracht.

In manchen Städten wie zum Beispiel Berlin, Bonn, Frankfurt oder München, aber bislang vor allem in kleineren Städten, gibt sie es schon, die sogenannten Näh-Cafés. Wer nicht alleine zuhause vor der Nähmaschine sitzen will, der kann es sich dort gemütlich machen und nebenher seinem Hobby nachgehen. Aber ist das nicht spießig mit dem Nähen? Nein, ganz im Gegenteil. Immer mehr Leute, unter anderem auch viele junge, kommen in solche Cafés, um sich mitunter dem stressigen Alltag zu entziehen oder im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Nähkästchen plaudern zu können. Eine Besonderheit dieser Cafés ist es, dass oft Nähmaschinen zur Verfügung gestellt und manchmal sogar auch Kurse angeboten werden. Wegen ihrer meist individuellen Einrichtung bekommen die Cafés erst so richtig ihren ganz eigenen Charme. Vermutlich stammen auch hier viele Möbel von Flohmärkten, frei nach dem Motto: Aus alt mach neu.

Fakt ist, es scheine so, als ob die Gesellschaft sich langsam wieder ein wenig dem Massenkonsum entzieht und Wert darauf legt, selbstgemachte, individuelle Kleidung zu tragen, Altem neuen Wert zu geben indem es aufgewertet wird und gemeinnützige Veranstaltungen wie Flohmärkte zu besuchen.

Ziemlich sozial, das Upcycling, oder?!

Vom ganz normalen, haarigen Wahnsinn

„Ja, ich habe tolles Haar. Danke der Nachfrage!“ – Nicht, dass ich jemals so auf Menschen reagieren würde, die mir ein Kompliment für meine Haarfarbe , meine Frisur, meinen Haarschnitt oder meine Haarstruktur gemacht haben. Aber ich könnte. Immerhin pflegen und striegeln sich Haare ja auch nicht über Nacht. Es sind Züchtung und konstante Zuwendung erforderlich, es geht bei mir im Badezimmer fast wie auf einem Reiterhof zu. Wen wundert es da noch, dass die ein oder andere  Frau mittlerweile auf Pferdehaarbürsten schwört? Wenn man davon doch einen glänzenden, weichen Schweif bekommt…

Wie ich soeben deutlich zu machen versuchte, kommt man nicht mit prächtiger Haarpracht auf die Welt. Das liegt nicht nur daran, dass man im Idealfall mit nicht mehr als einem Haarbüschel auf dem Haupt geboren wird. Erst einmal müssen wir ohnehin alle daran glauben: Haare wachsen lassen, um sogleich wieder auf dem Friseurstuhl Haare zu lassen. Wer kennt sie nicht, die grausamen Coiffeure, die auf Anweisung grausamer Elternteile wehrlosen Kindern besonders grausame Haarschnitte antun? Von „süüüüß“-em Pony kann wiederum außerhalb des Reiterhofes nicht die Rede sein.  Kurzhaarfrisuren, die wir rückblickend „Topfschnitte“ schimpfen, haben ihrem optischen Gräuel zum Trotz immerhin einen pragmatischen Vorteil:  Sie sind in Styling und Pflege denkbar unkompliziert. Denn, mal ehrlich – es dürfte schwer sein, eine Sechsjährige zu finden, die mit ihren Genossinnen aus der Spielgruppe regelmäßig Föhnhitze und Flechtwerk  zum Gesprächsthema macht. Außerdem lebt es sich gewiss einfacher von Menschen umgeben, die allesamt genauso einen hässlichen Mopp auf dem Kopf haben wie man selbst. So frei von (Frisuren-)Neid ist man wahrlich selten!

Wer sie hat, hat’s gut: Haare und davon viel.                (Foto: T.Gartner)

Doch je älter wir werden, desto mehr Mädchen werden wir. Das mag zunächst paradox klingen, ist in Wahrheit aber völlig logisch. Wir entwickeln nämlich mit der Zeit so etwas wie einen sechsten Sinn, den Ästhetischen, entdecken nach und nach, was uns steht und wie viel davon. Das gilt für Kleider und für die Beschäftigung mit dem eigenen Kopfhaar gleichermaßen. Wir probieren uns dabei in verschiedene Richtungen aus – mal mit mehr, mal mir weniger gutem Erfolg. Haartechnisch ist vor allem zwischen zwölf und zwanzig Jahren alles erlaubt. Wir gehen mit der Mode oder trotzen ihr bewusst, provozieren Autoritäten mit irren Irokesen und ausrasiertem Unterhaar.  Doch vor allem tun wir etwas für Mädchen besonders Typisches:  Wir reden mit unseren Freundinnen darüber. Angefangen bei mit „Das will ich auch“-versetzten Komplimenten („Toll, so weiches Haar! Welche Pflegeserie benutzt du so?“) und aufgehört bei spöttischem Tratsch über die Sitznachbarin, der der frisch geschnittene, rot gesträhnte Bubikopf mal so überhaupt nicht steht.

Besonders versessen sind wir darauf, das Geheimrezept für gesundes und voluminöses Haar zu finden – ein bisschen wie Plankton, der Mister Krabs mit allen Mitteln die Krabbenburger-Geheimformel abringen will. Und wir sind bereit, dafür einige Tortur auf uns zu nehmen. Von stundenlanger Lektüre erfolgsversprechender Foren über Selbsterfahrungen mit Youtube-Wundervideos bis hin zur Investition in sündhaft teure, aber angeblich hundertprozentig organische Shampoos. Ob wir mit einem Friseurbesuch, so regelmäßig wie Routineuntersuchung beim Zahnarzt, und unserer Naturhaarfarbe nicht von vorneherein besser bedient wären, werden wir in unserem Haar-Wahn wohl so schnell nicht herausfinden.

Eher noch bekommen wir Haare auf den Zähnen, wenn wir anderen Frauen begegnen, die scheinbar nie mit einen „Bad Hair Day“  zu kämpfen haben, wie wir es von Zeit zu Zeit leider tun müssen.

Oder schlimmer noch: Wenn wir sie unter höchster Anspannung, sich dem Ziel nahe wähnend,  nach ihrem Friseur des Vertrauens und ihren Pflegeprodukten ausquetschen und uns als Antwort nicht mehr als ein „Ach, ich tue nur das Übliche. Meine Haare sind von Natur aus so“ entgegen geschmettert wird.

Tja, also habe ich wohl doch nicht so tolles Haar. Was ich habe, ist bloß zu viel Zeit, Geld und Conditioner.

Meine männlichen Leser möchte ich zu guter Letzt an dieser Stelle um Vergebung für die mangelnde Erwähnung bitten: Auch ihr habt natürlich im Laufe eures Lebens furchtbar haarige Erfahrungen machen müssen  – Frisur-Vorbild Aaron Carter sei Dank. Glücklicherweise werdet ihr mit zunehmendem Alter allerdings nicht nur weniger eitel, sondern habt auch weniger Haare auf dem Kopf, denen ihr euch widmen könnt. Entweder wir Frauen fressen sie euch von da oben runter oder aber Mutter Natur tut ihr Übriges. Genießt also die vergleichsweise kurze Zeitspanne, in der ihr eure Mähnen noch mit Gel zähmen oder zur Elvis-Tolle frisieren könnt. Seht das Ganze positiv – nicht zu wissen, dass ein Bob mit Baggern und Kränen nicht viel gemein hat und Silikon nur in Pamela Andersons Brüsten etwas zu suchen haben, ist keine Schande.

Vorschau: In der nächsten Woche arbeitet Kolumnist Sascha hart an der Frage, was eigentlich harte Arbeit bedeutet.

Natürlich dunkleres Haar – Schwarztee im Selbstversuch

Vor dem Schwarztee-Selbstversuch deutlich zu sehen: Die hellen Reflexionen in Tatjanas Haar (Foto: T. Gartner)

Dünn, kraus, trocken, glanzlos – aber wessen Haarpracht ist schon perfekt? Nein, auch meine nicht. Als Teenie ließ ich mir mein langes, braunes Haar nach dem Vorbild einer Klassenkameradin kurz schneiden und färbte es dunkelrot. Zumindest war das der Plan. Da ich aber schon damals ein Fan natürlicher Produkte war, griff ich zu Henna (Anm. d. Red.: Henna ist ein pflanzlicher Farbstoff) – und sah aus wie Pumuckel. Nachdem ich mich von diesem haarigen Unfall erholt hatte, – da ich Farbe, keine Tönung verwendet hatte, dauerte das seine Zeit – beschloss ich: Mit blonden Strähnchen kann man nichts falsch machen. Irgendwann war aber auch der Streifenhörnchen-Look passé und ich entschied mich ab sofort für ein einheitliches Dunkelbraun. Das Problem: Alle paar Wochen blitzte meine Naturhaarfarbe am Ansatz in einem etwas helleren Ton hervor.

Aber ständig färben, das Haar damit strapazieren und noch dazu jede Menge Geld investieren? Nein, danke! Ganz moderne Frau konsultierte ich deshalb Alleswisser Google und fand heraus: Schwarztee soll die Haare dunkler machen. Aber nicht nur das: Das Wundermittelchen reduziert angeblich Haarausfall und verleiht dem Haar Glanz und Geschmeidigkeit.

In diversen Beauty-Foren diskutieren Mädels über die Wirksamkeit der natürlichen Tönung und auch auf verschiedenen Hausmittel-Websites finden sich vielfältige Anwendungstipps. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht kann ich jedoch nirgends finden und beschließe kurzerhand mein eigenes Versuchskaninchen zu sein.

Testet für die Face2Face-Leser, ob Schwarztee die Haare wirklich dunkler tönt: Tatjana (Foto: C. Gartner)

Die einzige Investition vorerst: Etwa drei Euro für eine Packung Schwarztee. Da ich mich vor Start des Selbstversuches ausgiebig in die leider recht lückenhafte Berichterstattung im Internet eingelesen habe, weiß ich, dass es mit einer Anwendung wahrscheinlich nicht getan sein dürfte. Also beschließe ich, meine wöchentliche Haarkur viermal hintereinander durch eine Schwarztee-Kur zu ersetzen. Und schon kann es losgehen!

Die im Internet ausgewiesene Vorgehensweise befinde ich gleich nach der ersten Anwendung für – sagen wir einmal – unpraktikabel. Für einen halben Liter Tee ist selbst in langem Haar kein Platz, sodass ein Großteil davon ungenutzt in die Badewanne fließt und der kleine Rest während der Einwirkzeit unaufhörlich vom Kopf trieft und tropft. Daher hier meine persönliche Anwendungsempfehlung, für die zusätzlich eine Sprühflasche (hier tut es eine Blumenspritze oder auch eine ehemalige Sprühkurflasche) benötigt wird:

1. Vier Beutel Schwarztee in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und für eine halbe Stunde bis Stunde ziehen lassen bis der Tee nur noch lauwarm ist.

2. Während der Ziehzeit die Haare wie gewohnt waschen und anschließend in ein Handtuch wickeln, damit sie im nächsten Schritt möglichst viel Flüssigkeit aufnehmen können.

3. Einen kleinen Teil des Tees in die Sprühflasche füllen. Jetzt die Haare aus dem Handtuch befreien, den Kopf über die Badewanne hängen und den restlichen Tee aus der Tasse langsam über die Haare gießen, sodass diese vollständig durchnässt sind.

4. Das Haar gut ausdrücken, um das Tropfen zu vermeiden, dann locker am Oberkopf feststecken, ein Handtuch um die Schultern legen und etwa eine Stunde einwirken lassen.

5. Während der Einwirkzeit die Haare mehrfach mit dem Tee aus der Sprühflasche besprühen, sodass sie immer gut durchfeuchtet sind.

6. Die Haare mit klarem Wasser auswaschen, bis keine Farbe mehr herauskommt.

Aufgepasst: Der Tee färbt leider nicht nur das Haar, sondern auch Badewanne, Handtuch und Kleidung. Deshalb lieber nicht das Lieblingstop während der Kur tragen. Die Badewanne lässt sich übrigens mit herkömmlichen Reinigern ohne viel Aufwand wieder blitzblank putzen.

Eine kleine Veränderung ist zu sehen: Tatjanas Haare im Vorher-Nachher-Vergleich (Fotos: T. Gartner)

Nun zur Frage aller Fragen: Was hat sich nach vier Wochen Anwendung getan?

Was die Farbe betrifft, ist eine leichte Veränderung zu sehen. Die hellen Reflexionen in meinem Haar wurden geringfügig dunkler. Leider konnte der Schwarztee seinem Ruf das Haar geschmeidig zu machen dafür aber gar nicht gerecht werden. Ganz im Gegenteil: Schon nach der ersten Anwendung war das Durchkämmen trotz Sprühkur ein harter Kampf. Mein Haar fühlte sich rau an und war total verknotet – Struwwelpeter-Look par excellence. Nach der vierten Anwendung war ich trotz einigermaßen zufriedenstellendem Farbergebnis froh, keinen weiteren Versuch wagen zu müssen – nach gefühlt dreistündigem Kämmen hätte man aus dem ausgerissenen Haar locker eine komplette Perücke herstellen können.

Mein Fazit: Schwarztee zur Farbauffrischung oder zum minimalen Nachdunkeln der Naturhaarfarbe funktioniert in Maßen. Eine pflegende Wirkung ist leider nicht spürbar, weshalb ich von einer längerfristigen Anwendung abraten würde.

Vorschau: Nächsten Sonntag verrät euch die Tipps&Tricks-Redaktion, wie ihr eine gelungene Babyparty veranstaltet.

 

Traumberufe, Teil 9: Action Painting Künstler

Der Begriff „Künstler“ bezeichnet heutzutage kreative Menschen aus unzähligen Bereichen. Damit aber dieser Rahmen nicht gesprengt wird, gibt es in Deutschland das Künstlersozialversicherungs­gesetz, welches die Berufsbezeichnung anerkennt und näher definiert: „Künstler im Sinne des Ge­setzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. […]“ (§2 KSVG)

Bei Action Painting – auch Aktionsmalerei genannt – handelt es sich um eine moderne Kunstrichtung innerhalb des abstrakten Expressionismus. Entstanden ist diese ab 1950 in den USA und durch Jackson Pollok international bekannt geworden. Die bisher traditionelle Komposition eines Bildaufbaus und die Anwendung komplexer Techniken werden verworfen; stattdessen wird die Farbe grob mit einem Pinsel auf die Leinwand getropft oder gespritzt. Die so entstandenen Werke werden daher auch als „Klecksbilder“ bezeichnet.

Künstler aus Leidenschaft: Sascha Gunkel (Foto: privat)

„Kunst ist mein Leben, also eine Leidenschaft“, schwärmt der 29-Jährige Künstler und Lagerist Sascha Gunkel. Seit sechs Jahren übe Gunkel Action Painting aus und sei durch den Film Pollok inspiriert und in den Bann gezogen worden. Von da an stand für ihn fest, dass dies seine Bestimmung sei und demnach stelle die Kunst seine Person als Ganzes dar. Vor allem aber, spiegeln seine Werke seine Seele, Gefühle und die Leidenschaft wider. Durch das viele Lesen von Fachbüchern und dem Experimentieren habe er sich in den ersten Jahren alles selbst beigebracht. „Erst als ich einigermaßen gute Bilder hatte, traf ich mich mit Künstlern“, erinnert sich der 29-Jährige.

Die beste Motivation zum Malen seien starke Emotionen, die durch bestimmte Ereignisse in seinem Umfeld hervorgerufen werden. Des Weiteren benötige er Isolation, Ruhe und Musik – sowohl für die Konzentration als auch für die Entspannung. Die Aussage, dass Kunst für den Stressabbau geeignet ist und zur Selbstfindung stark beiträgt, unterstützt Gunkel. Zudem bestätigt er die oben aufgeführte Definition von Action Painting: „Meine Bilder entstehen zum Teil im Kopf und entwickeln sich während des Malens noch weiter.“ Der Fantasie werde freien Lauf gelassen, unterschiedliche Materialien wie Acryl-, Lack- oder Ölfarben, aber auch Sand oder Steine könnten dabei eingesetzt werden und man sei als Aktionsmaler an keine Techniken gebunden.

Ein Action Painting Werk mit dem Titel: Punk is not Dead (Foto: Gunkel)

Der 29-Jährige benutze persönlich lieber Acrylfarben und gelegentlich Lack- oder sogar Sprayfarbe. Die Materialien sind seiner Erfahrung nach in allen Preisklassen erhältlich. Das seine Werke die Familie, Freunde und auch Fremde berührt und erreicht, sei für Gunkel der schönste Moment in seinem Künstlerdasein gewesen. Ebenso die erfolgreichen Ausstellungen, vor allem die erste Einzellausstellung 2011 in Höchst im Odenwald. Das Vorurteil, dass es sich bei dieser Kunstrichtung lediglich um Farbspritzer auf Leinwand handle und jeder ein sogenanntes Drip Painting erstellen könne, würde er gerne beseitigen. Der Unterschied zwischen einem Bild von Jackson Pollok und einer X-beliebigen Person ist, laut Gunkel, wie Tag und Nacht. Daher rate er Anfängern sich mit der Kunstrichtung auseinanderzusetzen, viel darüber zu lesen, seine Techniken stets zu verfeinern und sich insbesondere mit anderen Künstlern auszutauschen. Allerdings betont Gunkel, dass „der beste Tipp, den ich geben kann, ist ‚Learning by Doing‘. Schließlich bekommt man anders seine eigene Handschrift nicht heraus und die ist beim Malen unverzichtbar!“.

Im Gespräch mit dem Künstler wird immer wieder deutlich, dass dies sein Traumberuf ist. Vor allem aber, gesteht er Face2Face auch, dass er derzeit nicht nur von der Kunst alleine leben könne und demnach noch als Lagerist arbeite. Der Erfolg sei vom Geschmack der Menschen abhängig und sicherlich seien auch etwas Glück und gute Kontakte von Nöten. Diese wirken sich auf die Ausstellungen und den Verkauf der Bilder aus.

Die Offenbarung der Künstlerseele: Ein Blick auf mein gebrochenes Herz (Foto: Gunkel)

Auf die Frage hin, welche Fähigkeiten Gunkel noch verbessern möchte, zitiert er Salvadori Dali: „Versuche nie Perfektion zu erreichen, du wirst sie nie erreichen.“ Daraus ziehe er die Lehre, dass das Lernen kein Ende habe und er strebe das große Ziel an, „das eine besondere Bild zu malen, welches alles verändern wird.“ Momentan bereite sich der 29-Jährige auf eine kleine Monatsausstellung in Michelstadt im Café Atelier vor. Darüber hinaus folge gegen Ende des Jahres eine größere Ausstellung im Krankenhaus Erbach. Die Anmeldung eines Gewerbes und die Teilnahme beim Kultursommer 2013 im Kreis Odenwald seien ebenfalls in Planung. Als letzten Tipp betont Gunkel, sich der Kunst zu öffnen, denn „Kunst ist Leidenschaft, Kreativität und Spontanität.“

Kontakt:

Sascha Gunkel

E-Mail: sasha.g@gmx.de

Weitere Infos und Bilder findet ihr auf seiner Homepage und auf Facebook!

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit der Ausgehtippsserie. Dieses Mal wird euch die Soraya Sisha Lounge in Speyer vorgestellt.

Lockig, glatt, getönt, blondiert – die Face2Face-Redaktion verrät ihre Tipps&Tricks zu Haarpflege und -styling

Von links: Muriel Heimes (Mode), Lisa Rossel (Mode), Jean-Claude Jenowein (Panorama), Sonja Lukenda (Kolumne) und Julia Pfirrmann (Wirtschaft&Politik) (Fotos: privat)

Wie kann ich meine Haare pflegen und welche Stylingprodukte sind die besten? Das Internet ist voll von Pflege- und Stylingtipps – teilweise sogar so voll, das man kaum noch weiß, welchen der unzähligen Ratschläge man Glauben schenken soll. Deshalb präsentiert euch die Tipps&Tricks-Rubrik heute eine Umfrage unter den Mitarbeitern der Face2Face-Redaktion. Alle Tipps&Tricks sind daher gründlich recherchiert und zur Genüge getestet. Vielleicht ist ja auch die ein oder andere Inspiration für euch dabei?!

„Am liebsten trage ich die Haare offen, wenn es nicht gerade Hochsommer ist“, erzählt Muriel Heimes, „und um die offenen Haare ein bisschen zu variieren, flechte ich manchmal eine Strähne nach hinten oder setze eine lockere Spange ins Haar.“ Die 23-Jährige Studentin und Mitarbeiterin der Face2Face-Moderubrik beschreibt ihr dunkles Haar als „relativ dick und etwas gewellt“. Beim Glätten schwört sie auf die „Schutzengel Hitze-Lotion“ von „Got2Be“ – „damit die Haare nicht so leiden müssen!“ Auch beim Finish setzt sie auf „Got2Be“: „Ich benutze das „Happy Hour durchgehalten“-Haarspray – bisher hat auch immer alles durchgehalten!“ Ihr langes Haar wäscht die Studentin täglich mit Shampoo, Spülung und Spray. Alle zwei Tage verwende sie zusätzlich ein Haarspitzenfluid und alle fünf Tage eine Kur, erzählt sie. Ihr Produkttipp: Die „Cream & Oil“-Serie von „Schauma“. „Das Haar sieht wirklich gesund aus und man hat weniger Spliss. Außerdem riecht es ganz toll! Da „Schauma“ recht günstig ist, tut’s auch dem Geldbeutel nicht allzu weh“, schwärmt sie. Die 23-Jährige ist der Meinung, dass teuer nicht gleich gut bedeutet. Daher kaufe sie die meisten ihrer Styling- und Pflegeprodukte im Drogeriemarkt „DM“.
Möglichst selten bis gar nicht sollte man seine Haare ihrer Meinung nach glätten. Aber auch auf Blondieren solle man verzichten, da es das Haar mit Abstand am meisten schädige, weiß die Modejournalistin.

Schädliche für die Haare: Tönen, färben und vor allem blondieren (© Grey59 / pixelio.de)

Genauso sieht das auch ihre Kollegin Lisa Rossel. „Leider bin ich ein absoluter Anhänger von beidem – glätten und blondieren –, weshalb meine Haare eben auch sehr trocken sind“, fügt sie an. Ihr dünnes, blondes Haar trägt die 23-Jährige am liebsten offen – „das steht mir am besten und ist außerdem am natürlichsten“, sagt sie, „mit hochgesteckten Haaren oder ähnlichem fühle ich mich aufgetakelt.“ Alle zwei Tage wasche sie ihr Haar mit Shampoo und Spülung, berichtet die Studentin. Zweimal pro Woche ersetze sie die Spülung außerdem durch eine Haarkur. „Im Winter verwende ich auch gerne das Haaröl von „Alverde“ mit Arganöl,“ erzählt sie, „ so wird mein von Mützen und Heizungsluft angegriffenes Haar mit der benötigten Feuchtigkeit versorgen.“ Wie Muriel vertraut auch Lisa auf die Produkte aus dem Drogeriemarkt: „Ich glaube nicht, dass Produkte, die man direkt beim Friseur kauft eine bessere Wirkung haben. Als Studentin muss ich außerdem ein bisschen aufs Geld schauen.“ Als Tipp für die Haarpflege empfiehlt die Modejournalistin die ge-wohnten Pflegeprodukte alle paar Wochen abzuwechseln. „Am besten für zwei Pflegeserien entscheiden“, meint sie, „durch den Wechsel wird vermieden, dass sich die Haare an die Wirkstoffe gewöhnen und diese nicht mehr richtig aufnehmen können.“ Lisas Stylingtipp: „Dünne Haare neigen im Winter durch elektrische Aufladung häufig zum ,,Fliegen“. Um das zu Vermeiden sprühe ich meine Haarbürste vom Durchkämmen mit Haarspray ein. Mein Favorit hierfür ist das ,,Diamond Gloss“-Haarspray von Nivea“.“

Strapaziert das Haar: Hitze von Fön und Glätteisen (© BirgitH / pixelio.de)

Um fliegende Haare muss sich der nächste Face2Face-Mitarbeiter weniger Gedanken machen: Jean-Claude Jenowein schreibt neuerdings für die Panorama-Rubrik und hat kurzes, lockiges Haar. Der 23-Jährige schwört auf Produkte von „Guhl“: „Ich verwende unter anderem „Locken Kraft“, ein aktivierendes Lockenspray aus Ginkgo und Jojoba und die auf Mandelöl basierende Aufbau- und Schutzkur ohne Ausspü-len.“ Zum Definieren seiner Locken setzt der Schüler auf „Nivea“ Soft Creme. Bei der Auswahl seiner Haarpflegeprodukte achte er besonders darauf, dass keine Silikone enthalten seien. Bei Locken seien zudem feuchtigkeitsspendende Produkte, wie das Feuchtigkeits-Shampoo mit Granatapfel und Aloe Vera von der „Rossmann“-Hausmarke „Alterra“ gut geeignet, findet er. „Frischer und gepflegter erscheinen die Haare, wenn man zwischen zwei beständigen Shampoos regelmäßig wechselt“, fügt er hinzu. Auch Jean-Claude ist der Überzeugung, dass man, um das Optimum aus seinem Haartyp herauszuholen, auch auf Produkte aus dem Drogeriemarkt zurückgreifen kann. „Viele machen den Fehler sich alle Produkte vom Friseursalon andrehen zu lassen“, glaubt er. Lufttrocknen lassen ist sein Tipp für all diejenigen mit Locken. Außerdem rät er dazu, sich beim Kauf eines Haarpflege- oder Stylingproduktes nicht ausschließlich auf den Geruch zu verlassen, sondern auf die Inhaltsstoffe zu achten.

Auch Face2Face-Kolumnistin Sonja Lukenda verwendet gerne „Guhl“-Produkte: „Ich wasche meine Haare alle drei bis vier Tage mit dem Color-Shampoo von „Guhl“ und dem Bananen-Conditioner von „The Body Shop“ – der lässt die Haare schön duften.“ Ihr dickes Haar trägt die Wirtschaftskorrespondentin am liebsten „ganz unkompliziert – entweder offen, als Pferdeschwanz oder Knoten, weil ich kein großes Talent zum Haare stylen habe – leider.“ Die Haarpflege-Produkte von „The Body Shop“ könne sie sehr empfehlen, weil diese die Haare wunderbar gepflegt und gesund aussehen lassen würden, berichtet die 27-Jährige. „Besonders gerne mag ich auch die Ölpflegebehandlung von „Moroccan Oil“ – meine Haare duften exotisch, werden mit Feuchtigkeit versorgt und sehen gesund aus“, sagt sie, „es ist nicht ganz preiswert, aber es lohnt sich! Das Öl ist sehr ergiebig und man hat sehr lange etwas davon.“ Überhaupt nicht empfehlen könne sie hingegen sämtliche Produkte von „Fructis“ – „die machen meine Haare matt und stumpf“. Sonjas Haartipp für leichte Wellen und glänzendes Haar: „Haare abends waschen, danach ganz normal die Pflege verwenden, leicht trocknen und mit handtuchtrockenem Haar ins Bett legen. Morgens sind die Haare – zumindest bei mir – schön wellig und fallen toll“.

Egal ob blond, braun, lockig oder glatt: Jedes Haar braucht individuelle Pflege (Foto: T. Gartner)

„Mein Shampoo, das Pflegeserum und die Haarkur sind vom Friseur, da mir hier die Qualität sehr wichtig ist“, erzählt Julia Pfirrmann, Mitarbeiterin der Wirtschaft- und Politik-Rubrik bei Face2Face, „ich verwende ein Shampoo und ein Pflegeserum der Serie „Bed Head“ von der Marke „TIGI“. Da ich früher als Schwimmerin mehrmals die Woche meine Haare im Chlorwasser strapaziert habe, habe ich mich dazu ent-schlossen, ein gutes Shampoo vom Friseur zu benutzen, welches die Haare vor dem Austrocknen bewahrt und sie leicht kämmbar macht. Diese Produkte haben zwar ihren Preis, sind aber wirklich zu empfehlen.“ Nicht begeistert sei sie hingegen von Shampoos der Drogeriemarken: „Persönlich hatte ich immer das Gefühl, dass sie meine Haare zusätzlich austrocknen.“ Ihr dickes, glattes bis leicht welliges Haar hat die 21-Jährige in einem dunklen Schokobraun gefärbt. „Normalerweise ist mein Haar mittelbraun“, sagt sie. Eigenhändiges Färben schädigt ihrer Meinung nach die Haare extrem. Deshalb rät sie zum Färben lieber einen Fachmann aufzusuchen – „so werden auch geschmacklose Farbkatastrophen verhindert.“ Dass sie ihre Haare am liebsten offen und entweder leicht lockig oder geglättet trägt, hänge unter anderem damit zusammen, dass sie bisher kein großes Talent für aufwendige Frisuren entwickeln konnte oder der Versuch an der morgendlichen Faulheit im Bad scheiterte, berichtet sie belustigt. Julias Stylingtipp: „Haare ein bisschen anfeuchten und im Dutt trocknen lassen – eventuell mit etwas Lockenschaum. Das ergibt eine verwuschelte Mähne, die sich gut stylen lässt.“

Vorschau: Nächsten Sonntag erwartet euch ein weitere Teil der Traumberufeserie. Dieses Mal geht es um eine Sexshopverkäuferin. Schaut wieder rein und erfahrt, was diesen Job zum Traumberuf macht!

 

Farbgefühle Festival Heidelberg

Spaß beim Farbenwurf: Hier blieb keiner sauber (Foto: Hsiao / www.debing.de)

„Holi“, das Fest der Farben, ist ein Festival von zwei bis zehn Tagen im Frühling, aus dem nördlichen Indien. Dabei wird ausgelassen gefeiert und sich gegenseitig mit farblichem Pulver und buntem Wasser beschmissen. Während früher das Pulver, auch Gulal genannt, aus Blüten, Wurzeln und Kräutern gewonnen wurden, sind heute synthetische Farben die Regel. Nichts desto trotz soll es den Sieg des Frühlings über den Winter, des Guten über das Böse, symbolisieren. Alle Streitigkeiten sind in der farbenfrohen Welt begraben. In Heidelberg fand nun ein ähnliches Spektakel statt.

„Elara Entertainment“, der Veranstalter des Farbgefühle Festivals, betont, dass diese Veranstaltung nicht mit dem Holi Festival in Indien zu vergleichen ist und man das Original nicht kopieren wolle. Es soll ein Festival sein, bei dem neben der Farbenschlacht auch die Music-Acts im Vordergrund stehen.

Aufopferung: Auch der tapfere Journalist (links) muss sich bei seinen Recherchen manchmal schmutzig machen (Foto: Hsiao / www.debing.de)

Am Sonntag, den 12. August im Heidelgarten in Heidelberg, begann das Festival um 14 Uhr. Die Anreisenden waren leicht zu erkennen, da der Großteil der Besucher in weiß gekleidet war.  Die Standardangebote für Essen und Trinken, wie Bratwurst und Cola, waren zu erwerben und von der Bühne schallte die Musik. Schon jetzt wurden die ersten Farbbeutel genutzt, um sich gegenseitig zu beschmieren und Farbe ins Gesicht zu bringen. Wer sich zusätzlich, zu dem im Eintrittsgeld enthaltenen Farbbeutel,  Weitere kaufen wollte konnte dies tun solange der Vorrat reichte.

Die Menschen waren alle in Feierlaune. Türsteher/innen, Bedienstete, Sanitäter des DLRG und Besucher/innen haben jeden Spaß mitgemacht und  jeder zeigte sich freundlich und offenherzig.

Nicht jeder Besucher war im Nachhinein mit der Organisation zufrieden, doch darüber lässt sich streiten. Doch da dies der erste Versuch eines solchen Festivals war sind auch noch einige Fehler erlaubt. In den kommenden Jahren können diese noch ausgemerzt werden.

Um 18 Uhr kam es endlich zum „Big Throw“. Alle, die noch Farbe in ihrem Farbbeutel hatten, warfen diese gleichzeitig in die Luft. Die blauen, gelben, grünen und roten Farben ergaben in der Mischung jedoch ein einheitliches Grau. Am Ende des Festivals war keiner von den Farben unberührt.

Für Notdürftige gab es neben der VIP-Lounge eine Wasserdusche, bei der man sich zum Teil sauber machen konnte. Die Farben ließen sich auch leicht entfernen. Für diejenigen, die nicht am nächsten Tag früh aufstehen und noch mit dem Zug nach Hause fahren mussten wurde die Musik bis 22 Uhr gespielt.

Alles in allem war dieses Festival gelungen. Ob es die 15 Euro für das Ticket wert waren, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dem „Holi“-Festival in Indien kann es sicherlich nicht das Wasser reichen. Dies ist ein Ereignis, welches man zusätzlich erleben sollte.

Vorschau: Am Dienstag, 21. August, lest ihr an dieser Stelle die Ergebnisse zum Selbstversuch Bodypainting.