Farbe, Licht und etwas Krieg

Einer meiner Lieblingsfilme ist „10 Dinge, die ich an dir hasse“, eine schön kitschige Shakespeare-Adaption von Der Widerspenstigen Zähmung. Heath Ledger mimte den Bezähmer, der die wilde Kat ausgerechnet mit einem Paintball-Spiel aus der Reserve lockt und auflockern kann. Sie klatschen sich Farbe ins Gesicht und knutschen. Hach. Make love not war.

Farbbälle und Lichterschüsse

Licht und Farbe: Lasertag und Paintball haben jeder seine eigene Besonderheit (©Peter Kästel / pixelio.de)

Licht und Farbe: Lasertag und Paintball haben jeder seine eigene Besonderheit (©Peter Kästel / pixelio.de)

Der Kontrast ist natürlich genial gemacht. Beim Kriegsspiel küssen, Spaß haben, eben mehr spielen, als Krieg. Was wir früher mit Knallplatikpistolen an Fasching gemacht haben, geht jetzt in groß, mit bunten Bällen. Ja, ok, es tut ganz schön weh, wenn jemand so ein Geschoss abbekommt, so ein Druckluftgewehr ist eben doch kein Spielzeug. Über 200 km/h hat so ein Ball beispielsweise in Stuttgart. Schutzkleidung ist Pflicht und unter 18 ist mitspielen oft verboten. Die Grenze zwischen Sport, Spiel und Ernst schwankt hier ganz schön. Spaß und Spiel stehen angeblich auch bei Lasertag im Vordergrund. Wesentlich weniger schmerzhaft ist das Hallenspiel, schon allein, weil mit Licht geschossen wird und nicht mit Farbkugeln. Trotzdem gibt es auch hier Altersbeschränkungen. Auf Lastertag-Deutschland wird das Spiel als Räuber und Gendarm Variante beschrieben. Zwei Gruppen spielen gegeneinander – wie auch bei Paintball. Je nach Spielvariante geht es aber nicht darum, der letzte zu sein, der noch steht, sondern es werden pro Treffer Punkte gesammelt. Anders als bei den bunten Geschossen wird der Spielspaß auch nicht erstmal unterbrochen, wenn ich abgeschossen werde. Nach wenigen Sekunden geht es weiter – voll elektronisch.

Spiel und Spaß?

So lustig einfach wie bei „10 Dinge, die ich an dir hasse“, geht es in einer Paintball-Arena also wahrscheinlich nicht zu. Aber was finden wir überhaupt an diesen Kriegsspielen? Oh Gott, denkt ihr, kommt jetzt das böse, zeternde Muttertier, dass Gewaltspiele verbieten will? Eher nicht. Denn erstens sind diese Waffenspiele ja altersbeschränkt (wie virtuelle Varianten ja auch), und zweitens sind es genau das. Spiele. Kinder spielen, um zu lernen. Meine Tochter imitiert an ihrer Puppenküche, wie ich koche, während der kleine Bruder die Seiten seines Bilderbuches umblättert (ich tue es ihm synchron mit meinem Roman gleich). Und der große zockt am PC, ganz wie Papa. Dass er dabei wieder etwas lernt, logisches Denken, Textverständnis, Medienumgang, kommt noch dazu. Wir spielen Arzt und werden später vielleicht Mediziner, wir bauen Matschbrücken und können später Architekten werden. Und selbst wenn nicht, haben wir spielerisch erfahren, wie wir uns um Wunden kümmern und etwas bauen können. Kein Kind spielt, um Spaß zu haben, es hat Spaß am Lernen und wir Erwachsenen interpretieren es als Spielen.

Die armen Fußballer

Macht's noch Spaß? Wenn aus Spaß Ernst wird, ist das Spiel vorbei (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Macht’s noch Spaß? Wenn aus Spaß Ernst wird, ist das Spiel vorbei (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Sind Kriegsspiele also Lernspiele für den Krieg? Nur, wenn wir mit bunten Farbkugeln und Lasern aufeinander schießen. Natürlich lernen wir in diesen spielen taktisches Verständnis. Wo wir Deckung suchen können, wie wir uns anschleichen, den nächsten Zug des Gegners voraussehen, miteinander arbeiten, um als Gruppe erfolgreicher zu sein. Wir erwerben soziale und kognitive Kompetenzen. Und wir haben jede Menge Spaß dabei. Unser Alltag wird aus Pause gestellt und in diesen Versionen gelingt das wesentlich besser, als vor einem Bildschirm, wenn wir doch wissen, dass wir nur auf unserem Hintern sitzen. Bei Paintball und Lasertag bewegen wir uns tatsächlich, unser Körpergefühl verändert sich für diese paar Minuten. Adrenalin schießt in unseren Körper, alles arbeitet. Und, ich wiederhole es gerne noch einmal, das macht Spaß. Es gibt Menschen, die Fifa auf der Playstation zocken und solche, die mit Freunden auf dem Bolzplatz stehen. Beide Gruppen haben ihren Spaß und kennen die Vorzüge ihres jeweiligen Spiels. Manche sind an der Konsole besser, andere auf dem Feld, wieder andere können beides. Und dann gibt es noch die armen Schweine, die das als Beruf machen. Immer Trainieren, immer Kicken, immer Treffen müssen. Ein Fußballheld zu sein klingt in diesem Vergleich plötzlich gar nicht mehr so rosig. In der Paintball- oder Lasertag-Arena geht es nicht zu wie auf dem Schlachtfeld. Das ist ein Unterschied von Welten.

Vorschau: In zwei Wochen erzähle ich euch, warum ich auf meine Familie nicht verzichten kann.

„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta im Interview

Von Indonesien ins waschechte Schwabenland. Schwabenkind Designerin Nadine Psotta legte einen langen Weg für ihren Modetraum zurück. Bereits mit 12 Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Mode und arbeitete ab diesem Zeitpunkt hart an ihrem Traum. Nach einer Second-Hand-Boutique, Arbeiten für die Filmbranche und die Produktion ihrer ersten Kollektion in Indonesin, ist die Modedesignerin an ihrem großen Traum angekommen und führt nicht nur eine erfolgreiche Modelinie, sondern produziert inzwischen, ganz getreu dem Namen, ausschließlich im Schwabenland.

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Schwabenkind ganz privat: Designerin Nadine Psotta in ihrem Atelier. (© Ilona Schneider)

Face2Face: Wann wusstest du, dass du etwas mit Mode machen möchtest?
Nadine: Ganz genau am 06.07.1989, meinem ersten Tagebucheintrag. An diesem Tag habe ich Modeschöpferin gespielt. Von meinen Eltern habe ich viel Lob bezüglich meines Talents erhalten. Auch wenn dies eher große Elternliebe war, mein Weg ebnete sich damals genau in diesem Moment. Am Abend dieses Tages interviewte ich mich selbst und beendet des Interview mit folgendem Satz: „Und heute ist sie eine ganz bekannte Modeschöpferin“. Jedes mal, wenn ich diesen Satz lese, muss ich schmunzeln – Ich möchte definitiv einmal die Entwürfe von damals mit meinem heutigen Wissen umsetzen.

 www.lichtformstudios.de

Verspielt und unkonventionell: Schwabenkind-Dirndl mit Blumenschmuck. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Dein Modelabel wurde ja nach deinen Großeltern benannt, welche Geschichte steckt da dahinter?
Nadine: Meine Großeltern hießen Karl und Maria. Meine Oma war eine ganz begeisterte Näherin und hat viele Dinge mit mir umgesetzt. Aufgrund ihrer gradlinigen Phantasie, haben wir haben uns zwar immer die Köpfe eingeschlagen, ich konnte mich am Schluss aber immer gut durchsetzen. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet. Meine Oma war auch diejenige, die mir die Liebe zum Nähen und Designen beibrachte. Leider ist sie ein halbes Jahr vor meinem Modedesign Abschluss verstorben. In Anlehnung an meine Oma und meinen Opa habe ich deshalb die Modelinie Karla Maria begonnen, wobei Schwabenkind heute präsenter ist bzw. Karla Maria die Exklusivmarke von Schwabenkind ist.

Face2Face: Neben den Basics und Kindersachen gibt es auch die Kollektionen King Karl und Queen Maria. Wofür stehen diese Kollektionen?
Nadine: King Karl steht für meinen Opa den Karl und Queen Maria für meine Oma Maria.

Face2Face: Wie wird denn dein ganz eigener Stil und damit auch deine Kollektionen beeinflusst?
Nadine: Ich reise sehr viel und schaue mir auch gerne Dokumentationen über andere Länder und Kulturen an. Darüber erhalte ich immer ganz witzige Ideen.

Face2Face: Deine Kollektionen sind ja sehr farbenfroh – welche ist denn deine Lieblingsfarbe?
Nadine: Meine Lieblingsfarbe ist Petrol. Petrol oder Türkis, das sind meine persönlichen Favoriten.

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Ein Traum in Pink: Eines der vielen farbenfrohen Designs von Nadine Psotta. ( © www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Was möchtest du mit deinen Designs ausdrücken?
Nadine: Ich möchte zeigen, dass alles was nicht zusammen passt, am Schluss definitiv passend gemacht werden kann. Für meine Phantasie gibt es keine Grenzen und ich vertrete die Meinung, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Was mich auch immer genervt hat ist, dass wenn ich in einen Kinderladen rein gegangen bin, ich immer so viele Kleidungsstücke gesehen habe, die ich auch so gerne haben wollte, allerdings gab es diese natürlich nie in meiner Größe. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich auch solch eine bunte und verrückte Mode machen möchte, allerdings für Erwachsene.

Face2Face: Symbolisieren diese Kollektionen deine Großeltern?
Nadine: In den Kollektionen steckt meistens ein kleines Stück Oma oder Opa. Sei es ein alter Stoff den ich verarbeite oder Rüschen und Knöpfe, die ich noch von meiner Oma geerbt habe.

Face2Face: Deine Kleidungsstücke werden ausschließlich im Schwabenland produziert. Was ist dir daran besonders wichtig?
Nadine: Die Produktion im Schwabenland ist mir auf Grund meiner guten Zusammenarbeit mit meinen Geschäftspartnern Brigitte und Gerhard von der Schwäbischen Alb besonders wichtig. Die hohe Qualität die sie mir bieten, ist einfach unschlagbar. Auch der kurze Anfahrtsweg und der rechtliche Schutz der mir im Inland zusteht, sind grundlegende Kriterien für meine Wahl. Was mir natürlich auch gefällt ist, dass man mich hier versteht, wenn ich „schwätze“, was in Asien generell nicht der Fall war, vor allem wenn ich „gemotzt“ habe.

Face2Face: Soll die Produktion im Schwabenland auch die Marke Schwabenkind symbolisieren?
Nadine: Ich will Schwabenkind definitiv nur noch im Schwabenland produzieren.

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Traditionell und doch verrückt: Das Waldmädchen von Schwabenkind. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Wie sieht denn der typische Kunde/die typische Kundin aus, die Schwabenkind kauft?
Nadine: Typische Kunden gibt es bei mir gar nicht. Bei mir kauft wirklich von der kleinen Prinzessin, die von ihrer Mutti etwas bekommt, bis zur Oma mit lila gefärbten Haaren. Das beste Erlebnis war auf einer Messe, als ich von weitem zwei Personen gesehen habe, die komplett in Lack und Leder gekleidet waren. Ich wunderte mich schon wo diese hin möchten, als ich an ihrem Namen erkannte, dass sie Stammkunden von mir waren. Im Endeffekt richtig geile Leute. Ich habe noch nie einen meiner Kunden kennengelernt der mir unsympathisch war.

Face2Face: Was hast du, was andere nicht haben?
Nadine: Ich denke meine Stärke liegt darin, dass ich mich nicht darum schäre was gerade Mode ist. Ich höre auf mein Herz und mache nur die Dinge, die mir Spaß machen. Mein großes Geheimrezept liegt wohl darin, dass es mir nicht darum geht das große Geld zu machen, sondern mich selbst in meiner Arbeit widerzuspiegeln.

Danke Nadine Psotta für den Einblick, dass hinter der Mode nicht nur Trends und schöne Schnitte stecken, sondern auch viel tiefgründige Bedeutung und ganz viel Herz.

http://schwabenkind.com

Vorschau:

Long live Lanvin! Geschichte und Zukunft eines Luxus-Labels

Ein Jubiläum jagt derzeit das Nächste: Gerade noch feierten wir Geburtstag mit Topmodel Kate Moss und nun ist es Lanvin – ein Modehaus, dem man seine 125 Jahre ebenso wenig ansieht wie Kate ihre frischgebackenen 40. Wie sich das dienstälteste französische Unternehmen bis heute so mädchenhaft jung gehalten hat und auf welche Weise Gründerin Jeanne Lanvin ihre große Liebe unsterblich gemacht hat, erzählt Face2Face in einer kleinen Hommage an das Label pünktlich zum runden Geburtstag.

L’amour et Lanvin

Uns wird früh beigebracht, dass auch noch so tiefe Gefühle vergänglich, ja dass wir es vor allem selbst sind, die nicht ewig währen. Müsste uns demnach die junge Jeanne-Marie Lanvin – 1867 in Paris geboren – nicht vom Glauben abfallen lassen? Schließlich hat die mit sechzehn Jahren als Hutmacherin gestartete Modedesignerin uns gelehrt, auf welche Liebe es im Leben tatsächlich ankommt – in ihrem kamen und gingen schließlich einige Männer, während die Verbindung zu ihrer Tochter Marguerite bis zum Schluss derart vertraut und herzlich blieb, dass sie ihr sogar das Lanvin-Imperium nach ihrem Tode übergab.  Es scheint, dass Familie und Fashion Trends durchaus miteinander vereinbar sind. So nähte Lanvin noch lange bevor der bloße Nachname zu einem Synonym für Haute Couture erklärt wurde, zunächst für ihre einzige Tochter und ihre geliebte Schwester. Bereits zur damaligen Zeit markierten die locker sitzenden Schnitte, die bunte Farbauswahl und nicht zuletzt das aufwendig gestaltete Handwerk aus drapierten, luftigen Stoffen an ihren Kleidern einen geradezu nahtlosen Übergang zwischen mädchen-und damenhaftem Understatement . Romantische Zierde vermengte sich mit zuvor kaum dagewesener Beinfreiheit und einer für das 19. Jahrhundert gar revolutionären Kürze des Rocks. Tüll, Spitze, florale Elemente – bis heute typische Elemente einer jeden Lanvin-Kollektion.

L’amour et la mode

Ihren glänzenden Auftritt legte zum einen die Machart ihrer Mode und zum anderen die Person der Modeschöpferin selbst hin, betrachten wir einmal das in die Geschichte des Hauses Lanvin eingegangene Logo aus 1907. Jeanne-Marie selbst ziert es, nebst ihrer Tochter, einander bei den Händen haltend. Sie sind scheinbar in einen Partnerlook gehüllt, präsentieren sich auf der Schwarzweißfotografie beide in schimmerndem, Lackleder ähnelndem Stoff. Einzig die Kopfbedeckungen unterscheiden sich in ihrer Opulenz und dem Grad der Verspieltheit. Vielleicht lässt uns dies auch bereits einen „Schimmer“ davon haben, in welche Richtung sich Lanvin mit der Zeit wohl weiterentwickeln würde: In aktuellen Lancierungen und Vorgriffen auf den kommenden Sommer ist zwar – von den Accessoires einmal abgesehen – nicht alles Gold, was glänzt, doch sorgt dafür ein auffällig glänzend-futuristischer Farbrausch bei den Damen für eine garantiert extravagante Alltags-und Abendgarderobe.

Bei den Männern hingegen setzt das seit 2001 zentral aus Taiwan geführte Unternehmen auf sportlich-eleganten Purismus, vorwiegend in den Un-Farben Schwarz und Weiß. Blazer und Bundfaltenhosen aus Stoff zählen hier zu den Evergreens. An warmen Sommertagen bleiben die Herren bei Lanvin zudem cool mithilfe von extra kurzen Shorts aus Wollstoff, die gerade das Nötigste bedecken und an den Waden viel Platz für lange, schwarze oder grauschwarze Anzugsocken schaffen. Doch selbst dieser klassische Chic wird bisweilen durchbrochen von Farbakzenten, ob nun in Form von knalligen Hemden in Magenta oder farblich abgestimmten Zweiteilern im altbekannten „Lanvin-Blau“.

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Erschwinglicher Luxus: H&M hat es möglich gemacht (Foto: Perlowa)

L’amour et l’argent

Wer es nun kaum erwarten kann, den nächsten Shop zu plündern, sobald das Monatsgehalt eingetroffen ist, sollte darauf vorbereitet sein, dass Eines davon für Lanvin vermutlich nicht reicht. Das könnte einerseits am Suchtpotential liegen, das von den qualitativ hochwertigen und nicht zuletzt ästhetisch ansprechenden Teilen ohne Zweifel ausgeht, andererseits jedoch schlicht an der Tatsache, dass Qualität ihren Preis hat – das gilt auch für Produkte von Lanvin, für Pieces und Düfte gleichermaßen.

Grund zur Freude für etwas sparsamere Luxus-Anhängerinnen war da eindeutig die Kooperation mit H&M in 2010, die ein bisschen Lanvin an die Stange und damit einen Hauch von Haute Couture an die Frau gebracht hat. Im Unterschied zur vereinzelt anzutreffenden Riesenschleife – unter dem israelischen Designer Alber Elbaz seit 2001 stets mit Bedacht als Markenzeichen eingesetzt – setzt Lanvin für H&M auf das Motto „Mehr ist mehr“, gestaltet Cocktail-Kleider wie Knallbonbons und übersät Shirts mit einem Mix aus Tüll, Applikationen und Aufdruck.

Lanvin ist, Traditionen aus über zwei Jahrhunderten zum Trotz, also noch immer für eine Überraschung gut. Dieses Sich-Immer-Wieder-Neu-Erfinden bei gleichbleibender Attitüde muss schon während der Anfänge in Paris Teil des Erfolgsrezepts gewesen sein. Bleibt nur noch, dem Label die besten Wünsche für die nächsten 125 Jahre mit auf den Weg zu geben. Hoch lebe der Luxus! Hoch lebe Lanvin!

Vorschau: In der nächsten Woche fragen wir uns, was es eigentlich mit dem Hype um Model Cara Delevingne auf sich hat.

Aus Alt mach Neu – Das Möbel-Restaurier-Projekt

Ob auf dem Flohmarkt, dem Dachboden oder bei den Großeltern – wer die Augen offen hält, kann wahre Schmuckstücke unter alten Möbeln finden. Auch wenn diese verschlissen sind, ist das noch lange kein Grund sie auf den Sperrmüll zu werfen. Alte Möbel – gerade die aus Holz – sind modern und liegen dank Used-Look voll im Trend. Wenn es sich nicht gerade um richtige Antiquitäten handelt – da sollte man auf jeden Fall einen Fachmann ranlassen – spricht nichts dagegen, sich einmal selbst als Restaurator zu versuchen. Dazu braucht man nur ein passendes Holzmöbel, ein paar Materialien und natürlich die Lust am Heimwerkeln.

Zu Beginn sollte man sich um die Oberfläche kümmern. Um das Möbelstück zu veredeln, dürfen keinerlei alte Farb- oder Lackreste vorhanden sein. Diese Schichten kann man entweder mit Hilfe eines Abbeizers (ein chemisches Lösungsmittel), oder mechanisch durch Abschleifen entfernen. Wer keine Schleifmaschine daheim hat, kann sich diese in fast jedem Baumarkt ausleihen.

Gerne auch farbenfroh: So erhalten die Möbel das gewisse Extra (Foto: D. Neumann)

Gerne auch farbenfroh: So erhalten die Möbel das gewisse Extra (Foto: D. Neumann)

Wurde die Oberfläche gründlich behandelt, kann es weitergehen. Nun darf je nach Geschmack und Belieben entweder geölt oder gewachst werden – auf diese Weise bleibt die originale Holzstruktur erhalten. Als Alternative kann man die Möbel auch mit einer Lasur oder deckendem Neuanstrich aufwerten. Dies geschieht in mehrerer Schritten: Von der Grundierung über den Voranstrich bis zum Deckanstrich. Welche Materialien sich für welche Art von Möbelstück eignen, darüber sollte man sich im Fachhandel erkundigen.

Der perfekte Used-Looked: Einfach den fertigen Anstrich mit Schleifpapier bearbeiten (Foto: D. Neumann)

Der perfekte Used-Looked: Einfach den fertigen Anstrich mit Schleifpapier bearbeiten (Foto: D. Neumann)

Wer den Used-Look erhalten möchte, kann einen simplen – aber effektiven – Trick anwenden. Einfach eine zusätzliche Schicht Farbe unter den gewünschten Neuanstrich anbringen. Wenn die Deckfarbe gut getrocknet ist, kann man das Stück mit feinem Schleifpapier an den Kanten bearbeiten. So schimmert der erste Farbanstricht leicht durch und verleiht dem Ganzen eine antike und vor allem eine einzigartige Note.

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle wieder ein Rezept. Wir zeigen euch, wie man Nektarinenkaltschale mit Schneebällchen macht.

Malen kann jeder!?

Malen kann jeder. Das weiß schon mein Sohn. Doch er hat in seinen fast fünf Jahren auch schon gelernt, dass malen nicht immer malen ist. „Ich kritzel immer nur“, sagt er dann enttäuscht und lässt Stifte und Pinsel fallen. Frustrierend. Nicht nur für Fünfjährige. Auch mancher Erwachsene fühlt sich überfordert, wenn es ums Selbstmalen geht. Ein Strichmännchen bei den Montagsmalern geht gerade noch, wenn es dann aber komplizierter wird, oder gar eine Leinwand gefüllt werden soll, gibt es großes Zögern. Und Neid auf alle, die scheinbar mühelos Farbe auf Keilrahmen klatschen oder riesige Zeichenblöcke füllen.

Ich selbst male gern hin und wieder ein Acrylbild oder versuche mit dem Bleistift etwas malerisch festzuhalten. Mit viel Selbstkritik und der Hoffnung, dass letztendlich doch noch Übung den Meister macht. Wäre doch schön. Mein Mann dagegen schaut lieber zu. Nicht unbedingt mir, sondern einem anderen, der gar nicht mehr lebt, im Fernsehhimmel aber lebendigt bleibt. Bob Ross, den ich vorher nicht kannte. Und ich war erstaunt mit welcher Leichtigkeit der Kerl Landschaft über Landschaft mit Ölfarben geradezu hinzauberte. Jeder Pinselstrich saß, jeder Farbklecks hatte einen Grund. Und über allem schwebte der Leitsatz „We don’t make mistakes, we have happy accidents“. Noch heute schwirrt er durch das spätabendliche Programm eines Drittsenders und erklärt wie leicht es doch ist zu malen, denn malen kann jeder.

Das wollte ich am eigenen Leibe erfahren. Und nicht nur ich, auch mein Mann, der sich immer für wenig künstlerisch hält, sollte ausprobieren so zu malen, wie sein Kunstidol. Kurzerhand habe ich ihm also zu unserer Hochzeit einen Bob-Ross-Malkurs geschenkt. Und im letzten Dezember haben wir den Gutschein eingelöst, den Versuch gewagt und losgemalt.

Noch kein Meisterstück? Der Perfektionist kann immer an sich arbeiten (Foto: Obermann)

Farbe, Leinwand, Pinsel, alles war da, was die Sache ungemein vereinfachte. Immerhin mussten wir die teuren Öl-Farbtuben nicht selbst kaufen, sondern konnten nutzen, was da war. Da die Kurse generell in kleinem Kreis stattfanden, mussten wir auch nicht fürchten auf Gutgeübte zu treffen, die uns beschämend an die Wand malten. Nur wir zwei und die Kursleiterin in einem gemütlichen Räumchen bei Worms. Gut, womöglich war auch Bob Ross’s Geist anwesend, ausschließen kann ich es nicht.

Die erste Aufgabe bestand darin, sich eine Vorlage auszusuchen. Wir blätterten in den Heften mit Bildern des Künstlers, machten gegenseitig Vorschläge und fanden schließlich auch zwei unterschiedliche Landschaften, an denen wir uns probieren wollten. „Das packt ihr“, beruhige und die Leiterin. Bevor wir loslegen konnten, mussten wir die Leinwand dann noch mit einem Trocknungsverzögerer einpinseln. Gleichmäßig, nicht zu dick, keine Stelle vergessen. „Seid vorsichtig. Einmal kamen wir aus der Pause und das ganze Bild war runtergeflossen“, wurden wir gewarnt und wurden unsicher. Von wegen happy accidents.

Endlich ging es los. Zuerst der bunte Hintergrund, der Himmel und die Gewässer. Das sah noch sehr abstrakt aus. Dann wurde es schwieriger. Die Kursleiterin zeigte an einer Probeleinwand die Techniken, mit denen wir die Wolken an den Himmel bekamen und später die Tannenbäume vor den Schatten. Im Prinzip muss dabei von hinten nach vorne gemalt werden. Erst der Hintergrund, dann die Schatten, die eigentliche Objekte, schließlich die Lichteffekte. Und was im Fernseher bei Bob Ross noch ganz einfach aussah wurde trotz sich widerholender Technik ganz schön schwer. Allein die Tannenbäume brauchten mehr Zeit, als wir je gedacht hätten und wir waren froh, dass es am Ende nicht so viele waren, die wir zu malen brauchten.

Ein Tag Arbeit: Erstaunlich schnell mit der richtigen Technik (Foto: Obermann)

„Wagerecht halten“, „Nur tupfen“, „Zu viel Farbe“, „Zu wenig Druck“, „Mehr Platz lassen“, „Dichter“, „Frische Farbe“, … die warnenden und helfenden Worte der Kursleiterin begleiteten uns. Immerhin wollten wir trotz aller glücklicher Unfälle ja zwei ansehnliche Bilder mit heimbringen. Den ganzen Tag standen wir vor den Staffeleien und klatschten Ölfarbe an die Leinwand. Eine Mittagspause mit Essen im nahegelegenen Restaurant war eingeplant und am Ende waren wir alle geschafft. Bob Ross Techniken bestechen durch eigentlich einfache Handgriffe, die sich wiederholen. Kritikpunkt mag sein, dass es eben so technisiert ist. Das lässt dem ein oder anderen wenig Raum für individuelle Pinselstriche. Und genaue Vorlagen lassen immer etwas das Gefühl von Malen-nach-Zahlen zurück. Auch für mich war es eine Umstellung, denn mit Acrylfarben male ich eigentlich lieber Abstrakter und intuitiv, nicht so planend und technisch. Mein Mann dagegen liebt klare Vorgaben und Linien. „Meine Wolken sehen viel zu geometrisch aus“, meckerte er schon beim Malen. Aber er blieb dabei und war am Ende stolz wie Oskar.

Unsere Ergebnisse können sich sehen lassen. Am Ende sahen sie gar nicht so abgemalt vom Original aus, sondern wirklich wie ganz eigene Landschaften, mit eigenen Stimmungen, die dann vielleicht doch nur wir so haben malen können. Mein perfektionistischer Mann ist mit seinem zwar nicht ganz zufrieden, plant aber schon den nächsten Malkurs. Es gibt ja noch so viele Landschaften. Und irgendwann klappt es dann auch mit den Tannenbäumen. Eins jeden Fall haben wir gelernt. Malen kann jeder – und mit der richtigen Technik sogar ziemlich gut.

Vorschau: Alexandra lüftet nächste Woche die Symptomatik des Wochenendpendlers.

Die Wand ein bisschen schöner machen

Die Colibri-Blüten: So soll es aussehen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Wall Art)

Es ist soweit. Fünf Jahre sind vergangen, seit wir unsere Wohnung bezogen haben. Nach einem Kind und vielen, vielen Anhäufungen von Sachen, die wir brauchen oder irgendwann mal brauchen könnten, wurde es eng und enger. Von unserer Wohnungssuche, die mit dem gefundenen Haus endete, habe ich euch bereits berichtet. Gut war, dass die neuen Zimmer eigentlich bezugsfertig waren. Aber allesamt weiß wie Zahnpasta. Die Zeit war knapp, unmöglich konnten wir überall Farbe hinklatschen, wo wir es gerne etwas wohnlicher gehabt hätten. Die Idee: Wandtattoos.

Mit den Wandtattoos von Wall Art hatte ich bereits gute Erfahrungen gemacht. An unserer alten Küchentür steht heute noch – die Nachmieter freuen sich – „Zauberküche“ in dunklem Rot und in dem knalllila Flur meines Bruders habe ich ihm zum Einzug „Willkommen“ in Dutzenden Sprachen geklebt. Die Auswahl, die Wall Art bietet ist schon mal gigantisch. Vom einfachen Ornament über komplizierte Spezialbilder, vom Schriftzug bis zum Lieblingstier, hier gibt es für jeden Geschmack etwas.

Die Colibri-Blüten, die es auch auf Face2Face zu unserem Jubiläum zu gewinnen gab, haben uns so gut gefallen, dass wir sie gleich an unsere Wohnzimmertür kleben wollten. Mein Sohn hat mir fleißig geholfen, denn das Anbringen des Tattoos verläuft – grob gesagt – in drei Schritten. Zunächst muss das Wandtattoo auf die Übertragungsfolie gebracht werden. Da es aber schon so geliefert wird, dass die Übertragungsfolie auf einer Seite an dem Bild hängt, ist das nicht allzu schwer. Nochmal gut festdrücken, vor allem die filigranen Teile des Tattoos, dann vorsichtig die Folie abziehen. Am besten klappt das Übertagen wirklich mit dem Spatel, den es bei Wall Art gibt. Vor allem für den nächsten Teil, dem Anbringen an der Oberfläche, ist der Spatel nicht zu verachten.

Kinderleicht? Das Festdrücken ist einfach und unkompliziert (Foto:Obermann)

Denn je nach Untergrund kann es schon mal schwieriger sein, das Tattoo an die Wand zu bringen, oder in meinem Fall: an die Tür. Sauber, also fett- und staubfrei sollte sie sein, und natürlich trocken. Und obwohl ich die Tür extra geputzt hatte, wollte sie einfach nicht so richtig sauber sein. Was in unsrer alten Wohnung und auch an der neuen Tapete wunderbar geklappt hat, denn im Kinderzimmer habe ich zur Freude meines Sohnes noch ein paar Katzen platziert, wurde an der Wohnzimmertür dann doch zur Geduldsaufgabe.

Eigentlich – die Erfahrung habe ich nun mehrmals gemacht – wird das Tattoo mit der Übertragungsfolie an die Fläche geklebt, wo es hängen soll. Nachdem es dann festgedrückt wurde, kann die Folie vorsichtig wieder abgezogen werden, das Tattoo bleibt hängen. Lediglich ganz feine Teile sollten dann noch einmal zusätzlich mit den Fingern festgedrückt werden. Es schadet auch nichts, das ganze Wandtattoo noch mal abzufahren. Es klebt und damit gut. Bei schwierigen Untergründen – wie meiner neuen Wohnzimmertür – sieht das Ganze etwas komplizierter aus. Der wenigste Teil des Tattoos blieb hängen, egal wie oft ich es mit der Folie an die Tür drückte. Also? Also habe ich die Folie stückchenweise abgezogen und das Wandtattoo mit Fingern und Andrückspatel vorsichtig an die Tür gebracht – dann hat es auch gleich geklebt, allein die Arbeit war etwas aufwendiger als sonst.

Kann sich sehen lassen: Das Wandtatoo an der Wohnzimmertür (Foto: Obermann)

Das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Das helle Wandtattoo hebt sich super von der dunklen Tür ab und sieht einfach klasse aus. Allzulange dauert das Anbringen auch nicht, je nach Untergrund, Größe des Tattoos und Komplexität der Ausführung zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Wer die Tipps zum Anbringen, die jeder Wall Art Lieferung beiliegen, berücksichtigt, ist klar im Vorteil. Wichtigstes Arbeitsmaterial ist aber Geduld. Denn wer es doch zu eilig hat und beim Abziehen der Folie nicht aufpasst, riskiert, dass sein Tattoo einreist. Das lässt sich zwar retuschieren, ärgert aber trotzdem.

Mein Fazit bleibt, dass Wandtattoos eine tolle Möglichkeit sind, Wände und Türen zu verschönern, ohne stundenlang den Pinsel schwingen zu müssen. Praktisch ist auch, dass das aufgeklebte Tattoo einfach wieder zu entfernen ist, sollte es irgendwann einmal nicht mehr gefallen. Einfach abziehen und fertig. Wir überlegen uns derweil, ob wir für das Schlafzimmer nicht auch noch eines holen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Sascha über „Patchworkkultur“ als Kultur zum Selberbasteln.

Vergängliche Kunst – Selbstversuch Bodypainting

Wilde Löwen, blutrünstige Vampire, farbenfrohe Schmetterlinge – es gibt nichts, was Natascha Pfeifer alias „Zauberpinselchen“ nicht zeichnen kann. Das Besondere: Sie malt nicht auf Papier, sondern auf menschlicher Haut. Und heute bin ich ihr „Opfer“.

Eine Wasserschildkröte auf dem Rücken soll es werden. Ich bin zugegebenermaßen ein wenig nervös – schließlich lässt man nicht jeden Tag eine nahezu fremde Person so nahe an sich heran. Außerdem habe ich mit Ausnahme von Lidschatten bisher recht wenig mit Farben auf meiner Haut experimentiert. Doch die anfängliche Aufregung wird mir schnell genommen – um genau zu sein in dem Moment als sich die Tür öffnet und mir ein winziges Hündchen entgegenspringt.

Hier ist ein Profi am Werk: Das Schildkröten-Bodypainting  der Face2Face-Chefredakteurin entsteht (Foto: Holger Thomas)

„Hallo“, begrüßt mich die Frau in der Tür in einem zwanglosen Ton, „das ist Maya, unser Security, und ich bin Natascha.“ Nachdem ich mich ebenfalls vorgestellt habe, zeigt mir Natascha ihren Fundus. In einem kleinen Raum im Anschluss an das Fotostudio ihres Studiopartners Holger Thomas, den ich später an diesem Tag noch kennenlernen sollte, reihen sich Perücken in den verschiedensten Formen und Farben – von der strubbeligen, roten Turmfrisur bis hin zum platinblonden Bob ist alles dabei –, Feder-Kopfschmuck und aus Schaumstoff gefertigte, lebensecht wirkende Tier-Requisiten aneinander.

„Wie du siehst, bin ich auf alle Eventualitäten vorbereitet“, sagt die 42-Jährige lächelnd, „aber nun zu dir! Legen wir los!“ Und schon sitze ich auf einem Stuhl und Natascha beginnt mit dem Painting. Ein wenig seltsam ist es schon, wenn einem plötzlich jemand mit tupfenden Bewegungen ein Türkis-Blau auf den Rücken aufträgt. Das soll das Meer darstellen, in dem später einmal eine Schildkröte herumschwimmen soll.

Möchte immer mit von der Partie sein: Hündin Maya liebt es fotografiert zu werden (Foto: Holger Thomas)

Aber ich fühle mich dennoch gut aufgehoben: Nicht nur, weil meine Aufregung vor dem Neuen durch die offene und freundliche Art der Face- und Bodypainterin sofort verfliegt, sondern auch weil sie bereits eine renommierte Künstlerin in der Bodypainting-Szene Mannheims ist. 2009 begann die ausgebildete Kosmetikerin und Nageldesignerin mit Kinderschminken. „Mich juckte es damals schon in den Fingern mal ein Bodypainting zu machen und als sich dann mein bester Freund Marco als Model anbot, haben wir direkt losgelegt“, erzählt sie. Ein kleiner, blauer Pfeilgiftfrosch läutete den Beginn von Nataschas Bodypainting-Laufbahn ein. Kurz darauf bemalte sie Marco für den Mannheimer Christopher Street Day zur Hälfte als Engel, zur anderen Hälfte als Teufel. „Er ist aufgefallen und stand im Mittelpunk – genauso wie er es sich gewünscht hat“, berichtet Natascha, „und ich bin heute noch glücklich, dass ich ihm diesen Wunsch erfüllen konnte. Es war unvergesslich.“

Einige ihrer Werke wurden bereits im „Illusion“, einem Fachmagazin für Bodypainter mit einer weltweiten Auflage, veröffentlicht, erzählt sie. „Im TV hat man schon einiges von uns – mir, meinen Models und Fotografen – gesehen und auch in der Zeitung waren wir schon. Das ist für mich eine große Ehre!“, so die 42-Jährige stolz.

Ist begeistert von ihrem Bodypainting: Face2Face-Chefredakteurin Tatjana Gartner (Foto: Holger Thomas)

Und auch ich werde immer stolzer je detailreicher das Bild auf meinem Rücken wird. Nach zwei Stunden tummeln sich dank Nataschas filigraner Pinselkunst unterschiedliche Brauntöne auf dem Panzer meiner Schildkröte, ihr Auge bekommt ein dunkles Smaragdgrün. Den Feinschliff erledigt die Face- und Bodypainterin mit einer Airbrushpistole. Schwarze und weiße Schattierungen lassen die Schildkröte dreidimensional erscheinen. „Und? Gefällt sie dir?“, fragt mich Natascha neugierig als ich mich sprachlos im Spiegel betrachte. „Ja, ist richtig toll geworden“ – mehr bringe ich in diesem Moment nicht heraus. Die Wahrheit ist: Ich hätte niemals erwartet, dass es so großartige werden würde – mein erstes Bodypainting. Dafür hat sich das dreistündige Stillsitzen eindeutig gelohnt!

Jetzt muss das Kunstwerk aber natürlich auch noch für die Ewigkeit festgehalten werden. Dafür zuständig ist der bereits erwähnte Fotograf Holger Thomas. Er ist seit 25 Jahren als Fotograf tätig und teilt sich das Studio mit Natascha. Ähnlich wie sie macht er einen sehr umgänglichen und unkomplizierten Eindruck. Zu meiner großen Erleichterung erklärt er mir auch ganz genau und sehr geduldig wie ich mich hinstellen und gucken soll – schließlich sollen die Face2Face-Leser ja nur meine Schokoladenseite zu sehen bekommen…

Vergängliche Kunst: Zweimal wischen und schon ist das Bodypainting verschwunden (Foto: Holger Thomas)

Obwohl sich der gefürchtete Schlafzimmerblick durch das ungewohnte Blitzlichtgewitter nicht bei jedem Schuss vermeiden lässt, ist die Ausbeute am Ende doch mehr als zufriedenstellend, wie ihr, liebe Leser, hoffentlich bestätigen könnt. Spaß hat das Shooting in jedem Fall gemacht, vor allem weil die kleine Chihuahua-Hündin Maya noch lieber mit Amateur-Models wie mir fotografiert wird als sich von ihrer Besitzerin mit Leckerlies bestechen zu lassen.

Am Ende eines spannenden und lustigen Nachmittags genügt ein zweimaliges Wischen mit einem nassen Tuch und die in stundenlanger Feinarbeit gezeichnete Schildkröte gehört der Vergangenheit an. Bodypainting ist eben vergängliche Kunst…

Das letzte Wort soll jedoch die Face- und Bodypainterin selbst haben: „Bodypainting ist eine so  facettenreiche Kunst und es gibt so viele, tolle Künstler in diesem Bereich. Jeder Bodypainter legt Herzblut in seine Werke und daher ist jedes Kunstwerk schön – ob es gefällt liegt alleine im  Auge des Betrachters.“

Kontakt:
Natascha Pfeifer – professionelles Face- und Bodypainting
Casterfeldstraße 48
Telefon: 0621 / 8191928
Homepage: www.zauberpinselchen.de
E-Mail: info@zauberpinselchen.de

Holger Thomas – Photografie
Casterfeldstraße 48
Telefon: 016095012649
Homepage: www.fotoshooting-mannheim.de
E-Mail: foto-h.thomas@directbox.com

Vorschau: Am Dienstag, 4. September, nimmt die Panorama-Redaktion für euch ein neues Datingportal unter die Lupe. Dort können sich Frauen ihren Traummann ershoppen.

Farben in der Natur Teil 1 – Warnfärbung und Albinismus

Während seines Lebens experimentierte Picasso mit vielen Farben. Die rosa Periode löste die blaue Periode ab und er malte immer wieder originelle Bilder, die anders aussahen. Die Natur besitzt ebenfalls eine große Farbenvielfalt. Sind dies ebenfalls Experimente oder Launen der Natur? Nein Farben besitzen einen wichtigen Wert.

Blüten haben oft eine auffallende Farbe, um Insekten anzulocken. Selbst scheinbar weiße Blüten, können im nicht sichtbaren UV-Licht Bereich von Tieren, welche als Bestäuber für die Pflanzen dienen, wahrgenommen werden. Auch Tiere können gefärbt sein, jedoch aus anderen Gründen.

Vorsicht giftig: Der blaue Pfeilgiftfrosch hat eine auffallende Färbung zur Warnung (Foto: Kurt F. Domnik / pixelio.de)

Warnfärbungen zum Beispiel, wie die bei Pfeilgiftfröschen oder Feuersalamander, dient der Signalisierung der Ungenießbarkeit. Dieser sogenannte Aposematismus, wie man die Warnfärbung in der Biologie auch nennt, führt beim Fressfein durch die erstmalige Begegnung eine Abschreckung herbei. Das Beutetier wird als giftig beziehungsweise nicht schmackhaft bewertet und nicht mehr gejagt.

Bei tropischen Vögeln, die bunt gefiedert sind, erhöht die Färbung das Risiko von einem Raubtier entdeckt und gefressen zu werden. Früher nahm man an, dass die geschmückten Federn zur Balz, also zur Anlockung der Weibchen, dienen und das erhöhte Risiko deshalb in Kauf genommen wird. Neuere Theorien aber besagen, dass die Farbstoffe als Abfallprodukte durch den vielen Obstkonsum, in denen diese Farbstoffe vorhanden sind, in den Federn gelagert werden.

Die Fellfärbung der Säugetiere dient vielfältigen Zwecken: Sie findet ihren Nutzen beispielsweise bei der Tarnung oder als Kommunikationmittel. Das Aufstellen des weißen Schwanzes bei Rehen oder Kaninchen dient zum Beispiel der Warnung von Artgenossen. Dachse und Waschbären haben eine maskenähnliche Färbung im Gesicht. Diese Kopfzeichnung lässt ihre Köpfe größer erscheinen und dient somit zur Täuschung.

Außenseiter in freier Wildbahn: Ein Albino-Känguruh (Foto: nimkenja / pixelio.de)

Die Entstehung unterschiedlicher Färbungen wird durch Gene gesteuert. Die Herstellung der Farbstoffe kann durch Gendefekte ausfallen. Ist die Produktion des Farbstoffes Melanin gestört, wird dies Albinismus genannt und kann unterschiedliche Stufen haben. Beim Menschen führt Albinismus zu hellerer Haut und blaueren Augen, vollständiger Albinismus zu rosa Haut, weißblonden Haaren, rosa-blauer Haut und zur Bildung von Leberflecken. Tiere werden oft nur als Albinos bezeichnet, wenn eine weiße Färbung des Körpers und eine rote Färbung der Augen vorliegen. Bei anderen Tieren als den Säugetieren sind allerdings neben dem Melanin weitere Farbstoffe bei der Färbung verantwortlich.

Auch ohne Picasso und Co. ist die Natur sehr farbenfroh. Es bleibt einem selbst überlassen, ob man dies auch als Kunst bezeichnet.

 Vorschau: Nächste Woche erfahren wir, ob Imker und ihre Bienenzucht vom Aussterben bedroht sind.

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Sonne satt – so wünscht sich die Face2Face-Redaktion die kommende Frühlings- und Sommersaison. Doch mit welchem Outfit startet man beziehungsweise frau am besten in die warme Jahreszeit und was geht gar nicht? Um das in Erfahrung zu bringen, haben sich fünf Face2Face-Mitarbeiter auf die Suche nach Trends und No-Gos gemacht. Und hier ist das Ergebnis:

Das Lieblingsstück von Modejournalistin Nadine Kollmar: Ihr bunter Sommerstrickpullover von COS (Foto: Kollmar)

Was der Trend im Frühling und Sommer 2012 ist? „Ganz klar: der lässige Sport-Chic mit Basic-Oberteilen, Blousonjacken, Shorts und Sneakers“, ist sich Modejournalistin Nadine Kollmar sicher, „außerdem werden Pastellfarben, Sommerstrick, Pyjamahosen und für Mutige gerne auch Wide Leg-Hosen in den Sommerkleiderschrank wandern.“ Obwohl viele No-Gos einer Saison wenige Jahre später als Trends gefeiert werden würden und sie sich daher ungern festlege, seien die unschönen „Presswurst-Looks“ frei nach dem Motto knapp, knapper, am knappsten jeden Sommer zu sehen – „bei hitzigen Temperaturen darf es ruhig luftig sein – aber doch bitte immer mit Geschmack!“ Während ein luftiger Maxirock, ein Sommerhut und eine coole, hochgeschnittene Jeansshorts zum Startschuss des Sommers noch vom Einkaufszentrum in den Kleiderschrank wandern sollen, enthält dieser schon jede Menge Lieblingsstücke: „Ganz allgemein freue ich mich zu Sommerbeginn endlich wieder auf flache, offene Schuhe. Nichts strahlt für mich mehr Sommergefühl aus als hübsche, braungebrannte Füße in flachen Sandalen! Zudem habe ich mir erst vergangene Woche einen wunderbar bunten Sommerstrickpulli von COS gekauft – der machte mir bereits beim Anprobieren Sommerlaune!“
Pastelltöne wie Mint oder Zitronengelb werden laut Kollmar der Farbtrend der Frühling- und Sommersaison. Und was tragen die Männer dieses Jahr? „Ich mag lässige Outfits an Männern: Basic-Shirts, Chinos, kurze Shorts, Sneaker von Nike oder New Balance“, erzählt die 22-Jährige, „trägt der Mann dann noch einen Bart, bin ich verzückt!“

„Nach dem dominierenden Grau im Winter werden erst mal weiche Farben im Trend sein – Pastelltöne oder kräftige Farben mit Weiß kombiniert“, meint Kolumnistin Eva-Maria Obermann. Besonders freue sie sich darauf ihre beiden Lieblingsröcke wieder aus dem Kleiderschrank holen zu können – „sie sind sehr romantisch, leider nicht so klassisch und mehr für die Freizeit geeignet, aber ich fühle mich sehr wohl in beiden.“ Für die Arbeit brauche sie jedoch noch etwas Klassischeres. „Meine Röcke sind alle sehr verspielt, da muss etwas Einfacheres her“, erklärt sie, „auf der Suche nach vernünftigen Blusen bin ich seit Jahren und mache mich auch dieses Jahr wieder dran.“ Der Frühjahrs- und Sommertrend 2012 werde ihrer Meinung nach hin zu weiten Röcken und Sommerkleidern gehen. Enge Leggins in Kombination mit ebenso engen Oberteilen sind in den Augen der 24-Jährigen hingegen ein No-Go. Männer sollten im Frühling und Sommer zu lockeren Hemden und dünnen Shirts greifen – „ da kann man sich super dran kuscheln und meist betonen sie den Oberkörper besser, als zu enge, dickere T-Shirts.“

Als bekennender Modemuffel bevorzugt Face2Face-Fotograf Simon Deobald auch im Frühling und Sommer 2012 den zeitlosen Look: „Ein paar Jeans und dazu ein schlichtes T-Shirt oder Polo-Hemd. Falls es kühler werden sollte, wird passend zur Hose eine Jeans-Jacke übergeworfen.“ T-Shirts mit Aufdrucken, mit denen sich der Träger nicht identifizieren kann, sind für den 24-Jährigen ein No-Go. In der kommenden Jahreszeit freue er sich weniger auf ein bestimmtes Kleidungsstück als vielmehr über die Tatsache, dass die Pullover bald im Schrank bleiben werden. „Was ich wieder öfter auspacken werde – gerade, solange es noch nicht wieder so heiß ist – ist meine Outdoor-Weste. Das hat allerdings weniger mit Style, als mit den praktischen Taschen zu tun“, erzählt er, „ein Accessoire, das ich auch gerne trage, ist ein zum Stirnband umfunktioniertes Bandana, wahlweise in rot, weiß oder schwarz.“ Passend dazu sind seine Prognosen für die Trendfarben des Sommers schwarz und rot – „rot leuchtet schön und wirkt frisch“, ergänzt er. Als jemand, der sich modisch wahrscheinlich außerhalb des Trends befinde, wage er es nicht, ein Urteil darüber abzugeben, was die Frauen in diesem Jahr tragen sollen. „Ich bevorzuge aber auch bei Frauen einen schlichten, natürlichen Look mit wenigen Accessoires.“ In seinem Kleiderschrank fehle es bisher an kurzen Jeans – „auf die Dauer sind lange Jeans doch etwas warm bei 30°C im Schatten“, sagt Deobald lachend.

Liebt ihre verspielten Röcke: Kolumnistin Eva-Maria Obermann (Foto: privat)

Ganz im Gegensatz zu den übrigen befragten Face2Face-Mitarbeiterinnen findet Kolumnistin Sonja Lukenda den Pastellfarben-Trend schrecklich. „Nach dem tristen Winter gehören bunte Farben in Frühling und Sommer einfach dazu. Natürlich immer gut dosiert, sonst wirkt es schnell überladen“, erklärt sie, „eine ausgefallene Tasche vom Flohmarkt, ein oder zwei schöne Ketten und eine Retro-Uhr machen das Outfit komplett.“ Auch die Männer der Schöpfung können ihrer Meinung nach mal „in den Farbtopf greifen“, weiße Hosen und weiße Schuhe sollten dabei aber tabu bleiben. Außerdem sollten sie auf den Modefauxpas-Klassiker, weiße Socken in Sandalen verzichten. „Das ist echt schlimm!“, fügt die 26-Jährige an. Die No-Gos bei Frauen seien zu viel Glitzer, zu viel rosa und zu viele Rüschen – „zu viel ist meistens nicht gut.“ In ihrem eigenen Kleiderschrank freue sie sich am meisten auf bunte Kleider, Röcke und Sandalen. „Mein liebstes Kleid habe ich gleich in zwei Farben vor Jahren im Sale bei Zara erstanden“, sagt sie. Trotzdem fehle auch ihr noch das ein oder andere Kleidungsstück für die warme Jahreszeit: „Ich brauche definitiv mehr Basics. Ich habe zu viele Sachen, die irgendwie speziell und zu vielem anderen wiederrum nicht gut kombinierbar sind. Außerdem brauche ich schöne schwarze Ballerinas – die sind echt schwer zu finden, die meisten sehen einfach zu langweilig aus.“

Vorschau: Nächste Woche berichtet Sonja von der Internationalen Designmesse „Blickfang“ in Stuttgart. Ihr dürft gespannt sein!

 

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welcher Typ bist du?

Beraterin in Farb- und Stilfragen: Image-Consultant Birgit Diehsle (Foto: Hoff)

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – da ist sich Birgit Diehsle sicher. Die 45-Jährige berät seit zwölf Jahren als Image-Consultant Frauen und Männer in Sachen typgerechtes Auftreten. Exklusiv für Face2Face verrät sie wie man ein paar Pfunde zu viel wegzaubert, bei der Oberweite trickst und vieles mehr.

Face2Face: Wie wichtig ist typgerechtes Auftreten in Alltag und Beruf?
Diehsle: Sehr wichtig! Mit nur geringem Aufwand kann man das Optimale erreichen, nämlich seinen Typ zu unterstreichen, um so einen optimalen ersten Eindruck zu machen. Nach einer Typberatung fühlt man sich selbstsicherer und lässt sich seltener zu Fehlkäufen hinreißen. Der Einkauf geht viel schneller und man braucht auch weniger, da die Basisgarderobe sehr gut kombinierbar ist. Wie sagt man so schön: Gute Produkte verkaufen sich in entsprechender Verpackung besser.

Face2Face: Wie läuft eine Typberatung bei Ihnen ab?
Diehsle: Ich beginne mit einer Farbanalyse, stelle also fest, ob der Kunde ein warmer oder ein kalter Typ ist. Dementsprechend folgt dann die Farbberatung, in der ich die Farben aufzeige, die dem Kunden besonders gut stehen. Bei Frauen folgt danach ein typgerechtes Makeup und dann eine Stilanalyse und -beratung. Ziel ist es hierbei Problemzonen zu erkennen und zu kaschieren. Bei der folgenden Gesichtsformanalyse achte ich besonders auf Faktoren wie Brille oder nicht, Haarlänge und -farbe und so weiter. Außerdem beschäftige ich mich gemeinsam mit dem Kunden mit Accessoires, erörtere also welcher Schmuck, welche Taschen und welcher Gürtel zum jeweiligen Stil und Typ passen. Am Schluss erhält der Kunde einen individuellen Farbpass, der als Einkaufshelfer dienen soll sowie einen Stilratgeber, in dem die insgesamt drei Stunden dauernde Typberatung festgehalten wird.

Face2Face: Wie unterscheiden Sie die verschiedenen Typen?
Diehsle: Es gibt zwei Farbfamilien: warm und kalt. Diese zwei Farbfamilien unterscheidet man wiederum in die zwei kalten – Winter und Sommer – und die zwei warmen – Frühling und Herbst – Typen. Kalte Typen haben einen rosigen beziehungsweise bläulichen Hautunterton – ihnen stehen kalte Farben, da diese einen hohen Blauanteil haben. Warme Typen haben einen gelblichen Hautunterton. Warme Farben haben einen hohen Gelbanteil, daher stehen sie den warmen Typen. Im Grunde genommen baut also die gesamte Analyse auf dem Farbton der Haut auf. Um zuverlässig zu beraten, kommen bei mir über 70 Tücher zum Einsatz, die ich dem jeweiligen Kunden in Gesichtsnähe anhalte – wirkt das Gesicht jünger, frischer und gesünder, ist es die richtige Farbe. So kann ich nach und nach den Farbtyp ermitteln und Tipps zur passenden Farbe von Kleidung, Haaren und Makeup geben.

Face2Face: Apropos Tipps: Wie kann man beispielsweise geschickt von ein paar Pfunden zu viel ablenken?
Dieshle: Korpulentere Frauen sollten dunkle Farben – vor allem an der stärksten Stelle – bevorzugen und darauf achten, dass die Kleidung aus matten, glatten Materialien besteht. Zudem sollten sie zu feineren, eher kleinen Mustern greifen. Längsnähte und -musterungen strecken zusätzlich.

Face2Face: Welche Tricks kann man anwenden, um zum Beispiel bei einem Vorstellungsgespräch oder Geschäftsessen seriös zu wirken?
Diehsle: Um seriös zu wirken, sollte man außen dunkel und innen hell tragen, also beispielsweise ein dunkles Kostüm mit einer hellen Bluse drunter. Die umgekehrte Variante, also außen hell und innen dunkel, wirkt im Gegensatz dazu sportlich. Vermeiden sollte man außerdem zu kurze Röcke, tiefe Ausschnitte und zu hohe Absätze. Insgesamt sollte man eher bei dunklen Tönen bleiben und das Geschäftsoutfit dann mit einer helleren Farbe, wie zum Beispiel der bereits erwähnten hellen Bluse, auffrischen. Wichtig ist zudem, nicht zu viel Makeup und Schmuck zu tragen.

Finde es heraus: Welcher Typ bist du? (Foto: www.typservice.de)

Face2Face: Gibt es einen Trick, die Oberweite optisch größer beziehungsweise kleiner aussehen zu lassen?
Diehsle: Mit aufgesetzten Taschen, Rüschen und Applikationen wirkt die Oberweite größer. Bei einem großen Busen, der kleiner geschummelt werden soll, sollte man darauf völlig verzichten und anstatt dessen V-Ausschnitte sowie sämtliche Muster und Stoffe, die in die Länge strecken, tragen.

Face2Face: Was gibt es in Sachen Makeup zu beachten?
Diehsle: Zuerst einmal muss man zwischen Tages- beziehungsweise Businessmakeup und Abendmakeup unterscheiden. Beim Tagesmakeup sollte man sich entscheiden, ob man die Augen oder den Mund betont, da man sonst schnell überschminkt wirkt. Grundsätzlich sollte ein Tagesmakeup immer gepflegt, aber nicht geschminkt aussehen, also eher dezent. Beim Abendmakeup kann man es ruhig auch mal wagen Mund und Augen zu betonen. Wichtig ist, dass man immer – ob am Tag oder in der Nacht – bei seiner Farbpalette bleibt und nicht kalte und warme Farben mischt. Außerdem sollte das Makeup mit dem individuellen Stil korrespondieren: Der dramatische Typ kann gerne mal etwas extravaganter geschminkt sein, der sportliche Typ eher zurückhaltend.

Face2Face: Kann man auch ohne die professionelle Meinung eines Image-Consultant herausfinden, welche Farben einem stehen und welcher Typ man ist?
Diehsle: Das ist relativ schwer – selbst professionelle Farbberater können dabei Fehler machen. Zudem gibt es ja mehr als die vier genannten Typen, weil es nämlich auch Mischtypen gibt. Um wenigstens ein ungefähres Ergebnis zu ermitteln, kann man sich mit zwei Tüchern, einem weißen und einem beigen, weiterhelfen: Man hält sich beide abwechselnd in Gesichtsnähe und stellt so fest, welches einem besser steht. Ist es das weiße, dann ist man ein kalter Typ, passt das beige besser, ist man ein warmer Typ. Es ist aber wirklich eine gefährliche Sache, die auch leicht nach hinten losgehen kann.

Gewinnspiel:
Face2Face verlost eine eineinhalbstündige Farbberatung plus typgerechtes Makeup bei Image-Consultant Birgit Diehsle. Die Gewinnerin sollte in der Nähe wohnen beziehungsweise in der Lage sein, Frau Diehsle in Bellheim aufzusuchen.
Um zu gewinnen, schreibt bitte bis einschließlich Freitag, 30. März, 23.59Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Typberatung“ an tatjana.gartner@face2face-magazin.de. Inhalt der E-Mail sollte euer vollständiger Name, sowie eine aktuelle E-Mail-Adresse sein. Die Gewinnerin wird am Samstag, 31. März per E-Mail benachrichtigt und darf dann ihren ganz persönlichen Beratungstermin mit Frau Diehsle vereinbaren.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, Mitarbeiter von Face2Face dürfen nicht am Gewinnspiel teilnehmen.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht allen Teilnehmerinnen viel Glück!

Kontakt:
Birgit Diehsle, Image-Consultant
Bellemer-Heinerstraße 20
76756 Bellheim
Tel.: 01728779899
E-Mail: diehsle@typconsult.de
Homepage: www.diehsle.typconsult.de

Vorschau: Nächsten Sonntag erklärt euch Melanie wie man selbst Brot backen kann.