Die vielseitigen Wirkungen der Tees – Teil 2

Jeder von uns hat mindestens einmal in seinem Leben über folgende Umstände geklagt: Stress, Ma­gen-Darm- und Verdauungsprobleme, innere Unruhe oder auch Schlafprobleme. Beschwerden, de­nen wir am liebsten entgegenwirken wollen und deswegen meistens gleich zu Medikamenten grei­fen. Allerdings gibt es einige sehr wirkungsvolle und leckere Teesorten, die in solchen Fällen einge­setzt werden können. Face2Face stellt euch einen weiteren Teil der verschiedenen, gesunden Tees vor:

Große Auswahl: Es gibt unzählige gesunde Teesorten (Foto: Sharifi)

Große Auswahl: Es gibt unzählige gesunde Teesorten (Foto: Sharifi)

1. Baldrian Tee
Die Pflanze gilt in der Medizin als leichtes Beruhigungs- und Schlafmittel. Daher wirkt sich der Tee ebenfalls schlaffördernd und beruhigend aus. Häufig wird er auch gegen innere Un­ruhe, Nervosität und Angst getrunken. Schließlich ist Baldrian stimmungsaufhellend und er­zeugt einen Ausgleich für das Nervensystem. Daher wird dieser Tee auch Schlaf- und Ner­ventee genannt.
Wer unter enormer Prüfungsangst leidet, dem wird empfohlen Baldrian mehrere Tage vorher schon zu trinken, da es die Angst etwas mindert.

2. Hagebutten Tee
Dieser Tee ist eine wahre Vitaminbombe, vor allem besitzt er sehr viel Vitamin C. Aus die­sem Grund empfiehlt es sich diesen vorbeugend zu trinken, um die natürlichen Abwehrkräf­te zu unterstützen. Der Hagebutte wird eine wundheilungsfördernde Wirkung zugesprochen, welche auch bei Magen-Darm-Problemen hilft. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Tee förderlich. Da der Tee eine Normalisierung der Darmtätigkeit wieder herstellt, wird er sowohl bei Verstopfungen als auch bei Durchfall gerne getrunken.

Gesunde Tees: Verschiedene Tees wie Johanniskraut helfen ähnlich gut wie Medikamente (Foto:Sharifi)

Gesunde Tees: Verschiedene Tees wie Johanniskraut helfen ähnlich gut wie Medikamente (Foto:Sharifi)

3. Johanniskraut Tee
Seit mehr als 2000 Jahren gilt diese Pflanze als eine sehr wirksame und entzündungshem­mende Heilpflanze. Sie kann bei Menschen und Tieren angewandt werden. Eine äußerliche als auch innerliche Behandlung ist möglich, wie zum Beispiel zur Wundheilung durch äu­ßerliche Anwendung.
Johanniskraut gilt als bestes pflanzliches Mittel gegen Depressionen und wirkt besonders bei mehrwöchigem oder monatlichem Gebrauch. Außerdem hilft Johanniskrauttee gegen Ver­stimmungszustände, Ängste, innere Unruhe, Nervosität und Verdauungsproblemen. Da die Pflanze nicht mit allen Medikamenten kompatibel ist, sollte vorher eine Absicherung bei ei­nem Arzt oder Apotheker eingeholt werden. Darüber hinaus wird von einer Verwendung bei Kindern unter zwölf Jahren abgeraten, ebenso bei Schwangeren oder Stillenden. Grund hier­für ist die unzureichende Untersuchung der Wirkungen, auf die oben zutreffenden Personen­kreise.

4. Malvenblätter Tee
Die Malvenblätter führen eine Reizlinderung bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum herbei. Ebenso ist der Tee gut für den Magen-Darmtrakt, gegen Reizhusten, Zahnfleischentzündungen und Halsschmerzen.

5. Melissen Tee
Die Melisse wird hauptsächlich bei Erkältungskrankheiten und Magenbeschwerden verwen­det. Allerdings kann diese Pflanze weit aus mehr, wie zum Beispiel Herz und Nerven beru­higen und damit Herzrasen und -klopfen vermindern. Darüber hinaus ist die Melisse gut für das Wohlbefinden und kann bei regelmäßiger Einnahme depressive Zustände mildern. Auch kann durch das Trinken erhöhter Blutdruck gesenkt, Leber- und Gallenleiden vermindert und das Immunsystem gestärkt werden.

6. Pfefferminz Tee
Der Pfefferminze wird eine antivirale Wirkung zugeschrieben und sie ist gegen viele Be­schwerden hilfreich. Der Tee wirkt sich krampflösend bei Magen-Darm- und Menstruations­problemen aus. Häufig wird Pfefferminztee auch bei einem verdorbenem Magen getrunken, da der Tee einen beruhigenden Effekt hat. Außerdem tötet die Pfefferminze Keime im Mun­d- und Rachenraum, weswegen sie auch gerne bei Halsschmerzen und – kratzen eingesetzt wird. Die Pflanze hat einen positiven Effekt bei Husten, da sie sich schleimlösend auswirkt und die Atemwege befreit. Auch bei Spannungskopfschmerzen und Migräne ist Pfefferminz­tee gut, denn der Schmerz wird gelindert. Weiterhin wird der Tee bei Übelkeit, Brechreiz und zur Appetitförderung eingesetzt.

Vorschau: Nächste Woche präsentiert Face2Face ein kreatives Geldgeschenk.

Mixtape für deinen Roadtrip

Der Sommer ist die Lieblingsjahreszeit, wenn es darum geht mit seinen Freunden in einem Auto die Welt zu erkunden. Man lässt den Motor an, legt den ersten Gang ein und sobald man langsam die Kupplung kommen lässt, schnurrt der Wagen in die gewünschte Richtung los. Jetzt fehlt nur noch eine kaum befahrene Straße und man kann ganz ungezwungen und frei überall hinfahren. Der hier stattfindenden Autonomie des Fahrers sind als einzige Grenze die Menge an Benzin und Geld gesetzt. Doch diese Faktoren  werden für diesen Artikel zunächst ausgeblendet. Es kommt nur auf das Gefühl der Freiheit an. Um ein richtiges Roadtrip – Freiheitsgefühl zu bekommen, hat die Face2Face-Musikredaktion folgende Formel aufgestellt:

Das physikalische Gesetz lautet: Gummi des Reifen auf der Straße + passende Musik = Freiheit

Schaut man sich diese Formel genauer an, so erkennt man, dass für einen perfekten Roadtrip der Leser an dieser Stelle zunächst nur einen Wagen braucht und der Treibstoff Musik kommt natürlich von uns. Gänzlich exklusiv und kostenlos für den Face2Face-Leser gibt es hier die Roadtrip-Playlist für den Sommer:

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

Freiheit: Ein Roadtrip mit der richtigen Musik (Foto: Spies)

1.    Stereophonics – Maybe Tomorrow
Übersetzt heißt es „Vielleicht Morgen“ und dreht sich um die Lösung alltäglicher Probleme und dem Wunsch für sich allein und frei zu sein!

2.     Cat Power – Cherokee
In diesem Song geht es um Liebe, Tod, Heirat und noch vieles mehr….ach ja und um ein Indianervolk – ideales Lied um die Hand aus dem Fenster zu halten und immer schneller weiterzufahren!

3.    Kakkmaddafakka – Restless
Die jungen Norweger singen von einer ruhelosen Frau, der Man(n) sehr gerne gefallen würde. Mit melodischem Zusammenspiel zwischen Gitarren und Schlagzeug ein Muss auf der Roadtrop-Playlist!

4.    Youth – Daughter
Hier haben wir einen tollen Song, der den Mythos der Jugend besingt – positiv und aber auch negativ!

5.    The Klaxons – Golden Skans
Um was es hier genau geht, kann uns wahrscheinlich nur der Interpret sagen. Wir wissen es geht um Licht und um das Vergessen von Zukunftsplänen. Trotzdem ein Song mit Roadtrip-Qualität!

6.    London Grammer – Darling are you gonna leave me
Ein Song bei dem die Sängerin den Zuhörer fragt, ob er sie verlässt. Da wir gerade am Fahren sind, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er gerade eher etwas oder jemanden hinter sich lässt oder doch eher einem konkretem Ziel entgegen fährt.

7.    Dan Croll – From Nowhere
Der Interpret verliert sich in diesem Song in den Augen seines Gegenübers und vergisst zeitweise jedwede Konsequenzen für seine Handlungen. Wir finden das gut! Weniger denken – mehr genießen!

8.    Selah Sue – Crazy Vibes
Selah Sue, eine belgische Musikerin, singt, dass sie uns durch ihre Musik und Freude und Glück bringt. Dem stimmt die Face2Face-Musikredaktion zu und dreht jetzt erst Recht die Anlage lauter!

9.    Vance Joy – Riptide
Ein verliebter Musiker fragt seine große Liebe, ob sie bei ihm bleibt. Sorry, aber die sitzt bei uns gerade auf dem Beifahrersitz – trotzdem danke für ein tolles Lied!

10.    The Proclaimers – 500 Miles
Dieser Klassiker darf natürlich nicht fehlen. Durch die Serie „How I met your Mother“ als der Roadtrip-Song glorifiziert, finden auch wir, der gehört mit auf die Playlist!

11.    The Mowgli´s – San Francisco
Auch hier geht es um Liebe und um eine Stadt: San Francisco. Wenn ihr den Song richtig verstehen wollt, dann dreht doch mal die Lautstärke voll auf und gebt doch mal folgendes in euer Navigationsgerät ein: S-A-N- -F-R-A-N-C-I-S-C-O … Dann wisst ihr was wir meinen!

12.    The Kingsmen – Louie Louie
Ging es in einem der Songs schon um Liebe? Falls nein, haben wir zum Abschluss noch einen Track aus den 60er-Jahren, in dem der Interpret auf der Rückfahrt zu seiner geliebten Freundin ist.

Die kleine Auswahl ist nicht als „die perfekte Roadtrip-Playlist“ zu sehen, sondern vielmehr als Tribut an die vielen kleinen CDs, USB-Sticks etc., die sich gerade in eurem Auto befinden und nur darauf warten gehört zu werden. Also – los geht´s!

Vorschau: Und in zwei Wochen geht es weiter mit einem Review zu dem aktuell erschienenem Album „Illmatic XX” von Nas!

Das Heimwegtelefon – bringt dich nachts sicher nach Hause

Frances und Anabell in Berlin: Die Idee des Heimwegtelefons kommt ursprünglich aus Schweden. – Foto: Frances-Photography

Frances und Anabell in Berlin: Die Idee des Heimwegtelefons kommt ursprünglich aus Schweden. – Foto: © Frances-Photography.de 2014

Es war ein spannender Abend mit deiner besten Freundin vor dem Fernseher: „Game of Thrones“, Staffel vier, wieder ist jemand gestorben und ihr seid ganz aufgeregt, wie alles – in einem Jahr – weiter geht.

Es ist schon halb zwei Uhr nachts, ihr habt mehrere Folgen hintereinander geschaut. Du verlässt die WG deiner Freundin und machst dich auf den Nachhauseweg. Dazu musst du dieses dunkle Parkanlagenstück entlang, das dir schon am Tag etwas unheimlich vorkommt. Aber das schaffst du schon. Mulmig fühlst du dich dennoch. Aber während nachmittags in den sozialen Netzwerken der Austausch riesig ist, die Telefone heiß laufen und SMS-Postfächer überquillen, schlafen jetzt, da du einen Unterhalter bräuchtest, alle – wirklich alle? Nein, nicht jeder.

Frances Berger (32) und Anabell Schuchhardt (29) aus Berlin sind freitags und samstags zwischen zehn und zwei Uhr, zu genau solchen und vielen anderen Gelegenheiten, in denen du nachts jemanden zum „Nachhause-Begleiten“ brauchst, zu erreichen. Sie haben das „Heimwegtelefon“ in Deutschland aufgebaut – die ursprüngliche Idee des Heimwegtelefons stammt aus Stockholm/Schweden und geht auf die Barbetreiber Jakob Grandin und Lisen Andreasson Florman zurück, die für ihre Gäste einen sicheren Heimweg nach dem Pubbesuch gewährleisten wollen.

Denn es gibt immer brenzlige Situationen und um das unschöne Gefühl allein unterwegs zu sein, wissen die meisten ebenfalls. „Ich selbst kenne das. Man ist auf dem Weg nach Hause und überall um einen herum knackt und raschelt es. Wen rufe ich dann aber an?“, fragte sich Frances, die mit der Face2Face-Redaktion – wie könnte es auch anders sein – natürlich telefoniert hat. „Ich interessiere mich für die Menschen, die anrufen. Natürlich geht es in erster Linie um die Begleitung nach Hause und um die Sicherheit des Anrufers. Ich frage, wo sich derjenige befindet und verfolge immer wieder seine Route, frage nach, wo er mittlerweile angekommen und ob irgendetwas komisch ist.“
Aber Frances und Anabell plaudern auch gerne über unverfängliche Dinge: Wohin geht der nächste Urlaub, was macht man beruflich? Generell muss niemand seinen Namen oder sein Alter sagen. „Es gab auch, besonders zu Beginn des Heimwegtelefons vermehrt „Testanrufe“: Mädchen und Jungen, die einen gemütlichen Abend zusammen verbrachten und wissen wollten, ob wir auch seriös sind und ob sie „im Notfall“ auch tatsächlich bei uns anrufen könnten.“ Solche Anrufe stören Frances überhaupt nicht. Ihr ist es Recht, dass die Sicherheit im Vordergrund steht.

Seit 2012 sitzen Frances und Anabell jedes Wochenende am Telefon in Berlin und nehmen Anrufe aus ganz Deutschland entgegen. „In der ersten Nacht haben nur Freunde und Familie bei uns angerufen und uns alles Gute gewünscht“, erzählt Frances, aber mit der Zeit hat sich das Heimwegtelefon etabliert und wird rege genutzt. „Das schönste Kompliment hat mir einmal – ganz unwissend – eine Dame gemacht, die mich darauf hinwies, dass sie das sogenannte „Heimwegtelefon“ entdeckt hätte und diese Sache ganz großartig finde. Es hat mich sehr stolz gemacht, sagen zu können, dass Anabell und ich hinter dieser „Sache“ stehen.“ Dazu haben Frances und Anabell ein Geschäftsmodell entwickelt, das sie offiziell geschützt und als Institution eingetragen haben. In Schweden erweiterte sich das Modell und wird mittlerweile zentral von der Polizei betreut. Auch diese Möglichkeit wäre in Deutschland denkbar, doch „die Behörden hier in Deutschland arbeiten sorgfältig“, sagt Frances, „da dauert das Ganze seine Zeit.“

Die beiden jungen Frauen aus Berlin sind berufstätig und begannen das Heimwegtelefon-Projekt neben Familie, Job und Freizeit aufzubauen. Damit ist klar: Der Heimweg-Service ist zu zweit nur eingeschränkt möglich, deshalb sind Frances und Anabell immer auf der Suche nach freiwilligen Helfern, die auch telefonieren wollen – „so ließe sich gegebenenfalls das Heimwegtelefon auf die ganze Woche ausbreiten.“ Die Genehmigung dafür ist in Arbeit. „Traumhaft wäre, wenn wir in fünfzehn Jahren mit dem Heimwegtelefon selbständig wären und ich nur noch das machen könnte.“

Du läufst mit dem Handy am Ohr an der düsteren Parkanlage vorüber und erzählst Frances gerade von deinem Sommerurlaub in der Bretagne. Du hast es, dank deiner interessierten Gesprächspartnerin gar nicht bemerkt: kurze Zeit später bist du auch schon sicher in deinen vier Wänden angekommen.

Telefon: 03012074182
Es fallen nur die üblichen Kosten vom Handy zum Festnetz an.

Vorschau: Als nächstes lest ihr im Panorama über eine junge Frau, die an MS erkrankt ist.

Flop Five: Fünf Serien, die es nicht geschafft haben

Das war ein Satz mit „X“. Trotz großem Potential haben es die folgenden fünf Serien nicht in die Verlängerung geschafft. Face2Face wirft einen letzten Blick auf die anfangs durchaus vielversprechenden         TV-Ausstrahlungen.

Platz 1: Während das niederländische Original „Overspel“ im Vergleich zur US-amerikanischen Kopie etwas erfolgreicher gewesen ist und erst nach zwei Staffeln abgesetzt wurde, musste „Betrayal“ bereits im Mai 2014 nach nur einer Staffel weichen. Die Pilotfolge konnte eine Einschaltquote von ca. 5,2 Millionen US-Zuschauern erreichen. Leider waren es am Ende nur noch 3,3 Millionen, die eingeschalten haben. Einige europäische Länder wie Italien, Irland und Großbritannien sicherten sich die Lizenzen zur Ausstrahlung. An Deutschland ging „Betrayal“ vorbei.

Der neue Dracula: Luke Evans (© Photo by David M. Bennet/Getty Images for Battersea Power Station)

Der neue Dracula: Luke Evans (© Photo by David M. Bennet/Getty Images for Battersea Power Station)

Platz 2: Trotz der hochkarätigen Besetzung mit Jonathan Rhys Meyers, musste auch die Serie „Dracula“ eine Niederlage erleiden. Nach einer Staffel wurde auch sie im Mai 2014 abgesetzt. Dracula startete mit ca. 5,3 Millionen Zuschauern in den USA, doch verlor auch sie auf dem Weg bis zur letzten Folge knapp 2 Millionen Zuschauer. Alle Rhys Meyers Fans in Deutschland können allerdings aufatmen. Die Mediengruppe RTL Deutschland hat die Ausstrahlungsrechte erworben und plant die Serie noch im Laufe dieses Jahres bei VOX auszustrahlen. Zusätzlich können sich diejenigen, die von dem Mythos Dracula nicht genug kriegen, auf eine Verfilmung mit Luke Evans in der Rolle des Vlad Tepes freuen. „Dracula Untold“ soll voraussichtlich im Herbst 2014 in die Kinos kommen.

Platz 3: Während in diesem Fall „Once Upon a Time“ im Mai 2014 die Produktion der vierten Staffel ankündigte, wird „Once Upon a Time in Wonderland“, einem so genannten Spin-Off (Anm. d. Red. auf einem bereits vorhandenen Medium basierende Serie, Buch etc.)von „Once Upon a Time“, nach einer Staffel abgesetzt. Basierend auf Lewis Carolls Roman „Alice im Wunderland“ ist die Hauptfigur der Spin-Off-Serie Alice, welche ins Wunderland zurückkehrt, um nach ihrem Geliebten zu suchen. Auch hier gab es einen Verlust von ca. 2,4 Millionen Zuschauern im Laufe der Serie. Glücklicherweise können sich die Fantasy-Märchen-Fans in Deutschland die Serie noch im Herbst dieses Jahres voraussichtlich bei Super RTL anschauen.

The Carrie Diaries: AnnaSophia Robb spielt die junge Carrie Bradshaw (© Photo by Frazer Harrison/Getty Images for Mercedes-Benz)

The Carrie Diaries: AnnaSophia Robb spielt die junge Carrie Bradshaw (© Photo by Frazer Harrison/Getty Images for Mercedes-Benz)

Platz 4: Ein Name: Carrie Bradshaw. Nach der erfolgreichen Serie „Sex and the City“ (1998-2004) des Senders HBO, welcher für Erfolge wie „Game of Thrones“ oder „True Blood“ bekannt ist, wagte sich The CW, ein weiterer Erfolgssender, an die Anfänge der jungen, modebewussten Autorin mit „The Carrie Diaries“. Während die Pilotfolge mit 1,6 Millionen Zuschauern rechnen konnte, schauten sich die letzte Folge der zweiten Staffel nur noch ca. 860.000 Carrie-Begeisterte an. Da die Serie keinen Kultstatus erreichen konnte, wird es keine dritte Staffel geben. Ob „The Carrie Diaries“ überhaupt im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, steht nicht fest.

Platz 5: Die Sitcom „Seed“ stammt ausnahmsweise nicht aus den USA. Die kanadische Comedy-Serie handelt von Harry, einem Junggesellen und Barkeeper, der als ehemaliger Samenspender eines Tages von seinen Nachkommen erfährt. Somit begibt er sich auf den Weg des Kennenlernens seiner neu dazugewonnenen Verwandten. Obwohl die Handlung gar nicht mal so verkehrt für eine Sitcom ist und viel Stoff zum Lachen bieten könnte, wurde diese in den USA bereits nach zwei Folgen im Juli 2014 abgesetzt. Aber Hoffnung gibt es trotzdem: der kanadische Sender City gab eine Verlängerung in die zweite Staffel bekannt. Ob die Sitcom in Deutschland den kanadischen oder den amerikanischen Weg gehen wird, ist unbekannt. „Seed“ ging hierzulande wie „Betrayal“ an den TV-Giganten wie ProSieben oder RTL vorbei.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch ein Beitrag von Vanessa.

Apps und weitere Hilfen für nachhaltigen Lebensmittelkonsum

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse. Der statistische, ökologische Fußabdruck eines Bürgers der EU oder der USA ist viel zu groß. Doch was tun? Ein wichtiger Schritt wäre es, dass wir Alternativen finden und nachhaltiger konsumieren. Besonders bei den Lebensmitteln tun wir nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst etwas Gutes. Man muss nur genauer hinschauen.

Ein Schritt, den viele bereits gehen, ist es, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht alles ist, wie es scheint. Auch hier gibt es Schummeleien und Hintertürchen (Bemerkung: Darauf werden wir bald genauer eingehen). Der neue Trend des Food-Sharings ist ebenfalls zu empfehlen. Die Qualitätssiegel, die auf Produkten zu finden sind, wie zum Beispiel bei Fisch, sind ebenfalls ein wichtiger Hinweis für Nachhaltigkeit. Oft entsprechen diese Produkte wenigstens den Mindestanforderungen. Nun gibt es noch weitere Hilfen, die einem das Leben erleichtern sollen.

Der WWF hat dazu einen Einkaufsratgeber. Auch eine App ist bereits vorhanden, die beim Fischkauf zu Rate gezogen werden kann. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist die Kontrollinstanz für die Herkunftssicherung und Rückverfolgung von Eiern aus alternativen Hennenhaltungssystemen in Deutschland und den benachbarten EU-Ländern. Das KAT Siegel hat strenge Auflagen. Doch mehr noch. Anhand der Nummer, die auf jedem Ei zu finden ist, kann jeder herausfinden, wie und wo ein Ei entstanden ist. Diese Nummer kann man online oder per App eingeben und bekommt alle  nötigen Infos dazu, wie auch einige Bilder aus dem Bauernhof.

Andere Apps können ebenfalls hilfreich sein, müssen sie aber nicht. Generelle Vorsicht ist ebenfalls hier geboten. Doch das Internet hilft bei gegenseitigem Erfahrungsaustausch. Weitere Apps, die es lohnen, ausprobiert zu werden sind die Apps von AOK (AOKgenießen für Rezepte und AOKeinkaufen fürs einkaufen). Mit Hilfe der App BIO123 des Barcode Scanners sollen hier sogar Bio-Produkte gescannt und Infos dazu eingeholt werden können. Auch der nächste Bio-Laden soll hier angezeigt werden.

 

Vorschau: In zwei Wochen geht es mit der Tier&Umwelt Rubrik weiter. Wir beleuchten, ob Bio wirklich immer besser ist.

In einer anderen Welt: Die Dorfgemeinschaft Schloss Tempelhof

An Neuerungen gemeinsam teilnehmen: (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

An Neuerungen gemeinsam teilnehmen: (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

Der Westdeutsche Rundfunk hatte Ende 2013 eine Reportage mit Moderatorin Anke Engelke auf dem Sendeplan. „So was wie Glück“ zeigte Anke, wie sie am Alltag der Gemeinschaft Schloss Tempelhof teilnahm und erfuhr, was die Menschen dort bewog, ein eigenes Dorf zu gründen und ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen.
Denn wenn ein bestehendes System nicht gefällt, dann schimpft, resigniert oder bekämpft man es. Oder man gründet eine Alternative, die gefällt. Den zwanzig Gründungsmitgliedern der Dorfgemeinschaft Schloss Tempelhof gefällt es zum Beispiel, dass kein geistiges und politisches Dogma oder theoretische Glaubensvorgaben irgendwelcher Art ihr Zusammenleben im Dorf stört. Ihnen gefällt, dass ihre persönliche Vielfalt eine Chance darstellt als Individuum zu wachsen. Ziel der Gründer ist ein gemeinschaftlicher Einsatz für alle, damit für jeden Bewohner die Möglichkeit besteht, sich persönlich, geistig und praktisch zu entfalten.

Zusammen für das Abendessen arbeiten: Jeder hilft mit. (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

Zusammen für das Abendessen arbeiten: Jeder hilft mit. (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

In der Praxis

Die heute knapp 120 Bewohner, bestehend aus Freiberuflern, Rentnern, Kindern und Pendlern versuchen seit 2010 eine Zukunftswerkstatt zu sein, die den Spagat zwischen Freiheit und Verbundenheit turnt und eine Alternative zu einem bürgerlichen Leben in der Kleinfamilie sein will. Dazu haben sie in der Nähe von Schwäbisch Hall, zwischen Stuttgart und Nürnberg, ein ehemaliges Heim für behinderte Kinder gekauft und restauriert.
Die Gemeinschaft sucht nach einer Möglichkeit einen modernen Arbeitsplatz, (natürlich gibt es im Dorf Telefonanschlüsse und schnelle DSL-Internetzugänge) gegebenenfalls in der Stadt, mit einem Wohnen in der Natur zu verbinden. Sie probieren eine andere Art des Zusammenlebens und der Ernährung aus, möchten alternative Zahlungsmethoden testen, haben eine eigene Schule gegründet und möchten als ein soziales Experiment verstanden werden.

In Gemeinschaft leben

Die Gemeinschaft Schloss Tempelhof ist so etwas wie eine riesenhafte Wohngemeinschaft bestehend aus alten, jungen, alleinstehenden und zusammengehörenden Menschen. Es gibt Einzelappartements, Wohngemeinschaften und Mehrzimmerwohnungen für Familien und Pärchen. Hier bietet sich eine Wohnform, die gegen die menschliche Angst arbeitet, irgendwann einmal allein zu sein,
Das soziale Zusammensein ist nicht eben billig: 20.000 Euro muss jeder Bewohner aufbringen, um in der eingetragenen Genossenschaft wohnhaft zu werden. Damit hat man ein unbegrenztes Wohnrecht in der Genossenschaft, darf zehn Quadratmeter Wohnraum ohne Grundnutzungsgebühren nutzen und ist an dem gesamten Projekt mitbeteiligt. Bevor es soweit kommt: Über jeden Anwärter stimmt die Gemeinschaft dreimal ab. Es geht basisdemokratisch zu. Jeder Bewohner des Dorfes hat eine Stimme und erhält der Kandidat nur eine Gegenstimme darf er nicht einziehen.

Das All-Leader-Prinzip: Jeder ist für das gesamte Geschehen mitverantwortlich. (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

Das All-Leader-Prinzip: Jeder ist für das gesamte Geschehen mitverantwortlich. (Foto: Gemeinschaft Schloss Tempelhof)

Alternativ essen

Die Bewohner haben eine Fläche von 26 ha Grün- und Ackerland, auf dem sie 40 Gemüsesorten für sie alle angepflanzt haben. Viele Bewohner ernähren sich vegetarisch. Es gibt eine Ziegenherde, Schafe, Hühner, eine Imkerei, drei Gewächshäuser – jeder Bewohner darf dreimal täglich in der dorfeigenen Kantine mitessen und zahlt dafür lediglich einen festgelegten, monatlichen Beitrag. Dieser Versorgerkreis bleibt von agrarpolitischen und marktwirtschaftlichen Gegebenheiten unberührt.

Die Sache mit dem Geld

Privatbesitz an Grund und Boden gibt es nicht. Das Schloss Tempelhof ist gekauft worden und jeder Bewohner hat unabhängig von der Höhe seines finanziellen Beitrags das gleiche Stimmrecht. Die Bereitschaft der einzelnen Bewohner sich von der Verknüpfung von Geld und Wert zu lösen, ist grundlegend. Dazu legt jeder Bewohner seinen Verdienst offen. An sich sollte jeder Mensch, der einzieht, in der Lage sein, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber einige Bewohner arbeiten in der Verwaltung, am Bau, in der Küche und in der Landwirtschaft gegen ein Bedarfseinkommen. Grundlegend ist, dass es keine Führungsfigur gibt, sondern dass jeder für das gesamte Geschehen mitverantwortlich ist. Zusammenleben bedeutet für die Gemeinschaft Schloss Tempelhof, dass jeder gibt was er kann – und bekommt was er braucht.

Vorschau: Kleidung und Bücher online kaufen ist doch klar – aber Lebensmittel? Am Dienstag, 20. Mai, berichten wir im Panorama über eine Studentin, die sich in ihrer Masterarbeit mit ebendiesem Thema beschäftigt und eine Konsumentenbefragung durchgeführt hat. Ihr dürft gespannt sein!

 

 

 

Mediengleichschaltung, Zensur und Montagsdemonstrationen

KOMMENTAR:

Habt ihr einen Fernseher zuhause? Schaut ihr oft fernsehen? Schaltet das Ding ab! Wir brauchen es nicht mehr. Über das Internet bekommen wir Informationen, die sonst nicht zugänglich sind. Informationen, die von den Massenmedien totgeschwiegen werden. Je mehr man sich informiert, desto erschreckender wird es. Denn auch die bekannten Online- Medien gehören zum selben Netzwerk, dem nicht mehr zu trauen ist.

Das neuste Beispiel, das wir sehen können, ist die Berichterstattung zur „Krise“ in der Ukraine. Egal ob es die ProSieben Media AG, Der Spiegel Verlag oder die von uns gezahlten GEZ Medien ARD und ZDF sind, die momentan wegen einiger Fälle stark in der Kritik stehen, so stellen alle Russland und allen voran Putin als Feindbild hin, während die USA die Guten sind. Doch ist alles einseitig berichtet? Ein einzelner West-kritischer Bericht auf dem NDR um 23:20 Uhr gegen Hunderte Russland-feindliche. Nur ab und an werden die „Verdachte“ über eine beginnende Destabilisierung der Ukraine geäußert, jedoch nicht gegen Amerika.

Wer bei den großen Medien heutzutage Journalist werden will, muss unterschreiben, über bestimmte Themen nicht zu berichten. Die Leitsätze des Axel-Springer Verlages (hauptsächlich Die Bild und Die Welt) besagen sogar „Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika“. Doch wer nimmt sich die Zeit, sich die Gegenseite anzuhören? In der Ukraine selbst werden sogar russische Fernsehsender zensiert.

Der Westen, sprich USA, EU und NATO, bildet ein Bündnis und werfen der russischen Gegenseite Völkerrechtsverletzung vor. Doch wie können Völkerrechtsverletzer anderen Völkerrechtsverletzung vorwerfen (frei nach Gregor Gysi)?

Eine eindeutige Botschaft: Montagsdemonstrationen (Foto: Föhr)

Eine eindeutige Botschaft: Montagsdemonstrationen (Foto: Föhr)

1989 zerfällt die UDSSR und Deutschland wird wiedervereinigt. Die Montagsdemonstrationen der Bevölkerung tragen wesentlich dazu bei. Im Gegenzug für die Wiedervereinigung verspricht der Westen, dass die NATO sich nicht weiter nach Osten ausweiten wird. Keine zwei Jahrzehnte später wird dieses Versprechen gebrochen. Die Ukraine ist nur ein weiterer Schritt der NATO Ausweitung, direkt an Russlands Grenzen. Es droht sich zu einer kriegerischen Auseinandersetzung aufzuschwingen.

Die Montagsdemonstrationen flammen nun wieder auf. Diese sind jedoch nicht gegen die USA oder für Russland, noch sind sie von einer Partei organisiert oder sonst politisch engagiert. Es sind Mahnwachen FÜR den Frieden. Achtung! Freidenkeralarm! In Berlin haben sich innerhalb von 3 Wochen die Zahlen der Demonstranten von 1500 auf 3000 erhöht. Auch in 22 anderen Städten in Deutschland gibt es bereits diese Montagsdemonstrationen. Die Medien schweigen sich über das Thema aus.

Erst in den letzten Tagen zeigen sich aufgrund der immer lauter werdenden Proteste die ersten Reaktionen der Medien. Und wie immer, wenn eine Bewegung im Keim erstickt werden soll, wird die Nazikeule geschwungen. Jetzt liegt es an euch: Glaubt ihr also einfach alles, was die Medien euch berichten? Oder informiert ihr euch selbst? Habt ihr den Mut selbst bei einer dieser Mahnwachen vorbeizuschauen? Ob ihr da wirklich nur rechtsradikale sehen werdet oder Gleichgesinnte, die nur Frieden wollen, das müsst ihr selbst herausfinden. Und vielleicht werdet ihr ja den Demonstrationen beiwohnen oder eine eigene in eurer Stadt machen. Denn: „wer nicht mehr versucht zu kämpfen kann nur verlieren.“ (aus: Die Ärzte- Deine Schuld)

Tinderkinder: Die Flirt-App Tinder im Test

Kommt es soweit mit Tinder? Persönliches Treffen im Cafe. (Foto: Mungenast)

Kommt es soweit mit Tinder? Persönliches Treffen im Cafe. (Foto: Mungenast)

„Schau dir Tinder mal an und finde heraus, wer in deiner Nähe auf dich steht!“ Diese Aufforderung eines Freundes landet Mitte Februar auf meinem Handy. Ich bin kein Fan von Online-Dating-Seiten, aber neugierig bin ich dennoch auf diese App. Tinder gibt es seit 2012 und wurde zuerst auf dem Campus der University of Southern California verbreitet. Die App erleichtert das gegenseitige Kennenlernen seiner Nutzer.

Die Bedienung ist einfach, wenn du bereits ein Facebook- und Googlekonto hast: Zunächst die kostenlose App herunterladen, Bilder von dir hochladen und deinen Vornamen angeben. Entscheide, ob du Männer oder Frauen suchst und wie weit sie von dir entfernt wohnen dürfen – schon geht es los: Dir werden Fotos von Singles präsentiert und du kannst entscheiden, wen du sympathisch findest. Klicke auf das Herz, wenn er oder sie dir gefällt. Wenn du ihm oder ihr auch gefällst, habt ihr ein Match und dürft euch in der Chat-Funktion der App schreiben. Wenn kein Match zustande kommt, klicke das Kreuz und es passiert nichts weiter und keiner von euch wird je erfahren, dass ihr einander nicht sympathisch fandet.

Erste Gehversuche: Ein erstes Match kommt mit Tom und Vincent zustande. Ich habe die Entfernung zu hoch eingestellt. Auch weitere Matches ergeben sich mit Schweizern und Franzosen – alles mehr als 50 Kilometer weg. Ich erfahre später im Chat, dass sich manche lediglich im Zug und auf der Durchreise befanden, sodass die Entfernung meiner Stadt mit seiner bis zu 200 Kilometer betragen kann. Ich sichte Fotos und klicke Herz oder Kreuz. Dieses Spiel macht mir Spaß und ich scrolle mich Stunden lang durch Fotogalerien und Headlines: „Wir sind Tinderkinder“, „Don’t be niggardly with your emotions. Just run it up the flagpole and see who salutes“, „Ich bin bereit darüber zu lügen, wie wir beide uns kennen gelernt haben.“. Ich herze sie alle.

Es dauert etwas, bis die Ersten bereit sind mehr zu schreiben, als „Hallo, wie geht’s?“ Aber dann: Der erste lange Chat mit Carlo.

Carlo: Du siehst ganz harmlos aus, bist du es auch?
Ich: Würde ich so nicht sagen.
Carlo: Was unterscheidet denn dich von anderen Frauen?
Ich: Eine Menge.
Carlo: Was erhoffst du dir von Tinder?
Ich: Nette Leute kennen lernen und Spaß. Und du?
Carlo: Was Männer halt so suchen: Hemmungslosen Sex. Und das andere: Liebe, Zärtlichkeit, Zuneigung.
Ich: Verstehe ich.
Carlo: Nein, ich teste einfach mal Tinder. Ich mag das Prinzip von Zufall und Sympathie auf den ersten Blick. Ich lasse mich überraschen. Die Überraschung ist dir wohl gelungen.
Ich: Aber das gnadenlose Selektieren, finde ich etwas unheimlich hier.
Carlo: Ist doch in der Realität nicht anders.
Ich: Stimmt auch wieder.
Carlo: Du willst doch bestimmt mal Kinder und so?
Ich: Keine Ahnung, ja, denke schon, wenn es sich ergibt.
Carlo: Vielleicht findest du mal den Weg zu mir.
Ich: Du bietest mir schon jetzt Kinder an? Vielleicht bin ich dein größter Albtraum?
Carlo: Glaub ich nicht. Was sollte dich denn von anderen Frauen unterscheiden?
Ich: Heißt das, dass keine Frau je dein Albtraum war, sondern du nur deren?
Carlo: Ja, so schlimm waren sie dann doch nicht.
Ich: Was hast du nur für langweilige Frauen getroffen, wenn du glaubst, dass Frauen alle gleich sind?
Carlo: Du bist anders?
Ich: Frech! Du greifst nicht nur Frauen an, sondern auch mich … schöne Sache. Anders als langweilig auf jeden Fall. Ich bin ein Albtraum, sagte ich doch. Aber was bist du denn eigentlich? Immer nur fordern, geht ja nicht.
Carlo: Du überraschst mich. Was forderst du denn?
Ich: Demut! Und, dass du mal anständiger über Frauen im Allgemeinen und mich im speziellen schreibst!
Carlo: Eins nach dem anderen. Hast gerade den Eisprung?
Ich: Na klar.
Carlo: Was suchst du denn? Romantik? Ist zwischen uns ja wohl schon ein wenig verpufft, außer ich komme noch als Prinz auf einem weißen Pferd. Soll ich dein Freund werden?
Ich: Ja, heirate mich, aber ich weiß eben nicht, ob ich bei dir bleiben will.
Carlo: Mir gefällt es, dass du Humor hast.
Ich: Danke.
Carlo: Habe schon lange niemanden wie dich erlebt.
Ich: Ist das ein Kompliment oder eine Feststellung?
Carlo: Darfst du entscheiden.
Ich: Wie heißt du denn auf Facebook?
Carlo: Willst du mich echt bei Facebook suchen? Da geht die ganze Spannung verloren.
Ich: Ja, ich kann, um die Spannung zu halten, jetzt auch nicht suchen.
Carlo: Nein, stalke mich mal. Gehst du zufällig auf das Oktoberfest?
Ich: Wieso?
Carlo: Nur so.

Drei Minuten später habe ich Carlo bei Facebook geaddet und wir haben uns nie wieder ein einziges Wort geschrieben.

Vorschau: Ab sofort veröffentlicht die Panorama Redaktion nur noch alle zwei Wochen. Am Dienstag, 08. April lest ihr über Arbeiten in der Zukunft (Homeoffice und Co.).

Neuer Flussdelfin entdeckt

Wie wenig wissen wir über die Biodiversität unserer Welt? Jedes Jahr werden neue Tierarten entdeckt. Manche Arten gelten bereits als ausgestorben und erst nach langer Zeit werden neue Individuen entdeckt. Das erste Mal seit über Hundert Jahren, genauer seit 1918, wurde Anfang des Jahres eine neue Flussdelfinspezies entdeckt und beschrieben.

Flussdelfine gehören zu den Zahnwalen, ebenso wie die eigentlichen Delfine. Jedoch sind die Flussdelfine nur entfernt mit den echten Delfinen verwandt. Flussdelfine leben, wie der Name schon sagt im Süßwasser. Nur eine Art, der La-Plate Delfin, der als einer der kleinsten Wale gilt, lebt als Einziger im Meer. Jedoch leben auch drei Arten der echten Delfine im Süßwasser.

Flussdelfine leben in trüben und engen Gewässern. In Ostasien gibt es den chinesischen Flussdelfin, der jedoch möglicherweise bereits ausgestorben ist. Im Amazonasgebiet leben weitere drei Arten, eine davon ist die neu entdeckt Art. Im Ganges lebt der Gangesdelfin, der jedoch nicht mit den übrigen Flussdelfinen verwandt ist und eine eigene Familie bildet.

Der neu entdeckte Flussdelfin heißt Inia araguaiaensis und wurde in Brasiliens Araguaia Flussbecken entdeckt. Auch wenn in diesem Gebiet Delfinsichtungen häufig sind, so konnte jedoch mittels genetischer und morphologischer Befunde geklärt werden, dass es sich hierbei um eine eigene Art handelt. Der Zoologe Hrbek aus London, Großbritannien, der die Studie veröffentlichte, erklärt es sich dadurch, dass einfach niemand richtig geschaut habe.

Es konnte geklärt werden, dass der neue Delfin, auch wenn er sich auf den ersten Blick nicht wirklich von den anderen Flussdelfinarten unterscheide, eine andere Kopf und Kieferstruktur besitzt. Die Analyse des mitochondiralen Genoms zeigt, dass die Arten sich vor ungefähr 2 Millionen Jahren getrennt haben könnten.

Leider könnte der neu entdeckt Flussdelfin ebenso schnell wieder verschwunden sein, wie er entdeckt wurde. Wasserverschmutzung, Jagd und unabsichtliche Tötung durch Fischernetze führen dazu, dass die Flussdelfine zu den am meisten vom Aussterben bedrohten Wirbeltieren gehören.

 Vorschau: Nächsten Monat geht es um Tiere, die für uns als überaus häßlich gelten.

Dem „Sprachtod“ begegnen: Wie der Sprachwissenschaftler Joshua Wilbur das Pitesaamische dokumentiert

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden. (Foto: Joshua Wilbur)

Feldforscher bei den Pitesaami: Joshua Wilbur zu Besuch in Schweden. (Foto: Joshua Wilbur)

Weltweit sprechen ungefähr 1,3 Milliarden Menschen Chinesisch, 510 Millionen sprechen Englisch und es sind immerhin 120 Millionen, die Deutsch sprechen. Im schwedischen Lappland sind es hingegen gerade noch 30 Menschen, die die uralische Sprache der Pitesaami sprechen.
Die Saami sind ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens [Anmerk. d. Red.: Es handelt sich hierbei um die Bezeichnung für die skandinavische Halbinsel Finnland, Karelien und die Halbinsel Kola] und die 30 Sprecher des Pitesaamischen stammen alle aus dem Dorf Arjeplog.

Joshua Wilbur (39) ist ein amerikanisch-deutscher Feldforscher. Als solcher dokumentiert er im Auftrag der Stiftung „The Hans Rausing Endangered Languages Project“ und der Freiburger Arbeitsgruppe zur saamischen Forschung das Sprachsystem der Pitesaami. Er hat einige Reisen nach Schweden unternommen und dort einige pitesaamische Sprecher gefunden, die ihm helfen wollen, sein Projekt voranzutreiben. Face2Face erzählt Josh, warum die Sprache der Pitesaami wahrscheinlich aussterben wird, was die Saami in ihrem Kaffee mögen, und warum Rentier viel schmackhafter ist, als Elch.

Moderne Tierzucht: Die Bewegungen der Rentierherde kann mit einem speziellen Computerprogramm verfolgt werden. (Foto: Joshua Wilbur)

Moderne Tierzucht: Die Bewegungen der Rentierherde kann mit einem speziellen Computerprogramm verfolgt werden. (Foto: Joshua Wilbur)

Face2Face: Josh, wie kommt man darauf, sich mit einer wahrscheinlich aussterbenden Sprache Skandinaviens zu beschäftigen?
Josh: Ich habe 2008 angefangen mich mit dem Pitesaamischen zu beschäftigen und ich bin auch nicht der Erste. Ein befreundeter Kollege brachte mich auf das Thema und, da ich schwedisch spreche, interessierte ich mich für das Pitesaamische besonders. Insgesamt gibt es ungefähr 24.000 Menschen in Lappland, die eine der samischen Sprachen sprechen. Es gibt je nach Art der Einteilung zehn oder mehr samische Sprachen. Die verbreitetste Sprache ist Nordsamisch mit rund 17.000 Sprechern.
Ich hatte nur den Namen von einer alten Dame in Schweden und fuhr los. Sie wusste nicht, dass ich komme. Ich habe direkt vor Ort bei ihr angerufen und habe mich und mein Vorhaben vorgestellt. Ich hatte Glück, die Dame hatte fast zeitgleich begonnen eine Wortliste anzulegen, die alle pitesaamischen Worte auflistet, die sie kennt.
Ein Wort, das zum Beispiel eine sehr bestimmte Art von Rentier beschreibt(etwa eines mit nur einem halbseitigen Geweih, da die andere Seite abgebrochen ist),  benötigt, um es das im Schwedischen auszudrücken, zwei, drei Sätze. Pitesaamisch ist sehr bedroht und mein Hauptziel ist eine moderne Dokumentation der Sprache. Es ist kein Versuch die Sprache zu retten. Sondern es geht mir darum, die Sprache zu dokumentieren, bevor es keine Sprecher mehr gibt und man nicht mehr fragen kann: „Wie funktioniert eure Sprache?“

Face2Face: Und, wie funktioniert deren Sprache?
Josh: Ich interessiere mich als Sprachwissenschaftler für grammatische Gegebenheiten. Ich stelle Fragen, wie zum Beispiel: „Was heißt „Hund“, oder „Ich gehe zu dem Hund“, oder „Mit dem Hund“. Ich dokumentiere aber auch, wenn sich die Sprecher frei miteinander unterhalten, um herauszufinden, wie die Sprache im Alltag eingesetzt wird und nicht nur, wenn ich gezielt frage. Mich interessieren alle Themen, die die Sprecher interessieren. Das alles nehme ich auf Video auf und werte das dann aus. Auch um zu zeigen, was die Menschen machen: Ein Rentier schlachten oder auf der Jagd sein oder fischen gehen. Ihren Alltag möchte ich mitdokumentieren. Ich habe persönlichen Kontakt zu den Sprechern und es haben sich auch Freundschaften herausgebildet. Das hilft mir bei meinen Dokumentationen sehr.

Bei der Arbeit: Feldforscher und Sprecherin Dagny fertigen Wortlisten an. (Foto: Joshua Wilbur)

Bei der Arbeit: Feldforscher und Sprecherin Dagny fertigen Wortlisten an. (Foto: Joshua Wilbur)

Face2Face: Ist dir das Erlernen des Pitesaamischen schwer gefallen?
Josh: Da das Saamische nicht aus der gleichen Sprachfamilie kommt, wie beispielsweise Französisch oder Englisch ist das Pitesaamische für mich schon eine schwer zu erlernende Sprache. Die ursprünglichen Sprachen der Samen sind mit dem Finnischen, Ungarischen und Samojedischen verwandt. Um ein Beispiel zu geben – es gibt neun Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ sind aus der deutschen Sprache bekannt, aber der Illativ, für Bewegung auf etwas hin, der Inessiv, für Ortsangaben, der Elativ, für Bewegung aus etwas heraus, der Komitativ für „mit etwas oder mit jemandem“ und der Abessiv für „ohne etwas oder ohne jemanden“ und schließlich der Essiv für „als etwas“, sind nicht leicht zu unterscheiden. Für das Substantiv „Fleisch“ gibt es beispielsweise für Singular und Plural 17 unterschiedliche Formen zu lernen. Daran übe ich noch.

Dokumentation: Josh filmt das Leben der Saami. (Foto: Joshua Wilbur)

Dokumentation: Josh filmt das Leben der Saami. (Foto: Joshua Wilbur)

Face2Face: Wie kann man sich das Leben eines pitesaamischen Sprechers denn vorstellen?
Josh: Wenn man sie auf der Straße trifft und wenn sie nicht gerade ihre Tracht tragen, dann erkennt man nicht, dass es Pitesaami sind. Für die meisten Sprecher dominiert Schwedisch im Alltag und im Beruf. Fast alle sind über 50 Jahre alt, der Jüngste ist 36. Alle sind miteinander verwandt, aber wohnen verstreut – von Sprecher zu Sprecher fuhr ich manchmal bis zu 100 Kilometer weit. Während manche der Sprecher in Rente sind oder beispielsweise in einem Büro arbeiten, sind einige von ihnen noch traditionell Rentierzüchter oder jagen Elche. Sie verkaufen ihre Rentiere und essen sie auch, davon leben sie letztendlich. Die Elche, die sie jagen, werden lieber verkauft, als selber gegessen, denn ein Saami fragt sich: Warum soll ich Elch essen, wenn ich Rentier essen kann? So hat es mir ein Rentierzüchter dargestellt, der Rentier viel schmackhafter findet als Elch.
Heute herrscht eine Mischung aus Tradition und Modernität: Sie sind teilweise Rentierzüchter oder Fischer, aber verfolgen die Bewegungen ihrer Herde mit einen speziellen Computerprogramm, das ihnen aufzeigt, wo sich die Tiere aufhalten.
Die Züchter sind semi-nomadisch, im Sommer sind sie mit den Rentieren oben in den Bergen und im Winter im Tal, wo es nicht ganz so kalt ist. Sie ziehen zweimal im Jahr mit den Rentieren hin und zurück. Sie orientieren sich dabei am Flusslauf. Heute machen sie das mit dem Motorschlitten oder dem Auto in einer Woche, früher hat das noch zwei Monate gedauert. Aus dieser Zeit stammt auch noch, dass die Saami mehrere Häuser besitzen. Meist ein großes, schwedisches Haus in Arjeplog sowie ein Sommer- und ein Winterhaus. Das sind aber eher Holzhütten. Früher waren die Züchter mit den Rentieren zusammen, heute fahren sie nach Hause.

Face2Face: Welche Gründe gibt es, dass die Sprache des Pitesaamischen wahrscheinlich ausstirbt?
Josh: Die Ursachen für das Verschwinden der Sprache kamen im letzten Jahrhundert auf:  Der schwedische Staat ging in den letzten 150 Jahren aggressiv gegen pitesaamische Sprecher vor. Sie haben zwar keinen Krieg geführt, zwangen aber beispielsweise die Familien ihre Kinder in die Schulen zu schicken. Da es eine riesige Landfläche ist, auf der die Sprecher leben, war das nicht einfach. Die Kinder sind meistens ohne Familie näher an die Schulen gezogen.
Ich kenne ein paar ältere Sprecher, die Pitesaami sind, aber die nicht sprechen wollen, weil sie sich schämen. Sie wollen nicht darüber sprechen, sie haben seit sie Kinder sind gehört, dass ihre Sprache nicht gewollt ist, das hat sich bis heute bei ihnen festgesetzt.
Im Gegensatz zu heute, wo es gewünscht ist, dass Kinder zwei Sprachen lernen, war es in Schweden damals unerwünscht. Zeitweilig wurde der Gebrauch der samischen Sprachen in den staatlichen Schulen sogar verboten. In Finnland und Russland galt dieses Verbot bis in die 1960er Jahre. Darin liegt die Ursache, dass heute viele alte Saami ihre Muttersprache nicht mehr sprechen, während jüngere Leute einige der samischen Sprachen und Dialekte wieder lernen.

Face2Face: Was ist dir als Ausländer bei den Saami aufgefallen? Gibt es kulturelle Unterschiede?
Josh: Ja, die Saami trinken den ganzen Tag über nur Kaffee. In das Getränk wird dann milder Käse geschnitten und dieser wird weich, löst sich aber nicht auf und dann wird der Käse aus dem Kaffee gegessen. Auch gekochtes und geräuchertes Fleisch schneiden sie in den warmen Kaffee und essen und trinken das. Das ist für einen Ausländer etwas gewöhnungsbedürftig, aber mir schmeckt es auch. Und mir fiel auf, dass Saami eher weniger „Danke“ sagen. Das war auffällig, weil in Schweden und auch in Deutschland hinter fast alles ein „Danke“ gesetzt wird. Wir bedanken uns sehr viel. Das machen die Saami weniger. Meine Gastgeschenke wurden schweigend entgegen genommen und ich fragte mich, ob sie sich freuen. Aber wenn sie dann zum Beispiel den mitgebrachten Schwarzwälder Schinken essen, beteuern sie sehr herzlich, wie gut er schmeckt. Da habe ich gemerkt, wie stark ich von meinem Kulturkreis in dieser Angelegenheit geprägt bin. Der Dank der Saami äußert sich einfach anders als unserer.

Wohngebiet der Saami: Sprachausbreitung und Verteilung der Sprachen. (Foto: Joshua Wilbur)

Wohngebiet der Saami: Sprachausbreitung und Verteilung der Sprachen. (Foto: Joshua Wilbur)

Face2Face: Wie weit bist du mit deiner Dokumentation? Wie lang wird dein Projekt noch dauern?
Josh: Ich habe vom Hans Rausing Endangered Languages Project Fördermittel für zwei Jahre erhalten, danach beantrage ich das Geld erneut, um weitermachen zu können. Ob es klappt, kann ich heute noch nicht sagen. Darauf bin ich angewiesen, sonst ist die Dokumentation leider zu Ende. Aber die Sprache an sich findet kein Ende und entwickelt sich immer weiter. Es gibt so viele Dinge, die dokumentiert werden müssen. Meine nächste Reise findet wahrscheinlich im Sommer oder Herbst 2014 statt. Dann werde ich meine pitesaamischen Freunde wieder sehen. Ja, dieses Projekt endet so schnell erst einmal nicht.

Mehr Fotos findet ihr auf unserer Facebook-Seite: Pitesaami

Vorschau: Nächste Woche lest ihr im Panorama über Corporate Happiness und ob es das überhaupt gibt.