Psychoaktive Drogen- illegale Partysubstanzen oder effektive Medikamente

Für manche Menschen sind sie unabdingbar für eine Party, andere betrachten sie als gefährlich abhängig machend. Wer sich morgens um 7 Uhr in Amsterdam noch in der Innenstadt herumgetrieben hat, bekam sie wahrscheinlich von dubiosen Gestalten in jeglicher Form und Variation angeboten. Die Rede ist von psychoaktiven Substanzen. Doch die Wissenschaft ist sich einig, dass diese Substanzen effektive Therapien für viele psychische Krankheiten versprechen und eben nicht zu solchen mentalen Störungen führen, wie man früher angenommen hatte.

LSD und Pilze

LSD, welches für Lysergsäuredimethylamid steht und dessen halluzinogene Wirkung vom Schweizer Chemiker Albert Hofmann 1943 entdeckt wurde. Weniger gefährlich als noch vor 50 Jahren verschrien, konnten klinische Studien zeigen, dass es bei Alkoholproblemen hilft. Es mindert Symptome von Psychosen und Ängsten und hat sogar Effekte auf das Immunsystem. Ähnlich wie LSD wirkt Psilocybin, das Halluzinogen, welches in den sogenannten Magic Mushrooms zu finden ist. Studien zeigten, dass es bei Abhängigkeit von Alkohol sowie beim Rauchen hilft. Der Einfluss auf die Stimmung macht es ebenfalls zu einem Mittel gegen Depression und Zwangsstörungen.

Ketamin und MDMA

Droge oder Medizin (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Droge oder Medizin (Foto: Bernd Kasper / pixelio.de)

Auch Ketamin, welches als starkes Anästhetikum eingesetzt wurde, zeigte diese Einflüsse auf die Stimmung und erste klinische Studien zeigen, dass es wirkt. MDMA, das Methamphetamin, welches auch der Hauptwirkstoff in Ecstasy ist, zeigt ebenfalls Einflüsse auf Ängste und Stimmung und wurde schon früher in der Psychotherapie eingesetzt. Eine Langzeitstudie zeigt, dass es bei Posttraumatischer Belastungsstörung, ein psychisches Trauma, welches unter PTSD bekannt und man zum Beispiel von heimkehrenden Soldaten kennt, hilft. Deshalb wird es nun in weiteren klinischen Studien getestet.

Hilfe bei psychischen Krankheiten

Viele dieser psychoaktiven Drogen helfen bei ähnlichen mentalen Problemen und psychischen Krankheiten. Sie wirken oft auf das Gehirn, besonders auf den Rezeptor für den Neurotransmitter Serotonin. Wissenschaftler untersuchten die Veränderungen im Gehirn von Menschen, die psychoaktive Drogen nahmen, durch Magnetresonanzscans. Man kann sich das so vorstellen, dass diese Halluzinogene die starren Strukturen, welche sich im mit dem Älterwerden ansammeln, im Gehirn temporär auflockern. Dies kann die Zyklen von Sucht oder Depression aufrütteln. Cannabis zählt ebenfalls zu diesen psychoaktiven Substanzen. Jedoch beschäftigen wir uns damit ein anderes Mal genauer.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den wissenschaftlichen Stand zu Cannabis.

Wie die Schlange ihre Beine verlor

Die Midgardschlange, die mehrköpfige Hydra, Ladon, als Schlangengott Apophis oder als Haare der Medusa, ja sogar in der Bibel ist die Schlange zu finden. Da sie weltweit verbreitet sind, haben sie sich stark in unserer Kultur eingeprägt. Es sind rund 3500 Arten beschrieben und anders wie Blindschleichen, die zu den Echsen gehören, besitzen Schlangen weder Extremitäten, noch keinen, auch keine rudimentären, Becken- oder Schultergürtel. Wie kam dies?

Allgemeines

Schlangen gibt es in den unterschiedlichsten Farb- und Zeichnungsvariationen. Ein Geschlechtsdimorphismus, also unterschiedliches Aussehen bei Männchen und Weibchen kommt nur selten vor. Ihre Epidermis ist zu Schuppen ausgebildet. Die Beschuppung unterscheidet sich im Kopf-, Rücken- oder Bauchbereich. Selbst die Augen werden von einer Schuppe bedeckt, ein Augenlid besitzen sie nicht. Ihre Zähne sind nicht zum Kauen, sondern zum Festhalten der Beute gedacht. Eine Besonderheit ist der Giftzahn.

Sie sind meist Einzelgänger. Das Weibchen sondert Pheromone ab, die der Geruchssinn des Männchens wahrnehmen kann. Das Männchen selbst hat einen gespalteten Penis, Hemipenis genannt. Beim Sexualakt schmiegt sich das Männchen seitlich an und führt den näheren Teil dieses Begattungsorgans ein. Die meisten Schlangen legen Eier, etwa ein Drittel der Arten haben eine Form von Lebendgeburt, bei denen die Eier im Mutterleib ausgebrütet werden, Ovoviviparie genannt.

Physiologie der Schlangen

Der Geruchssinn funktioniert über das Jacobson Organ. Die gespaltene Zunge nimmt chemische Duftstoffe auf und führt sie zu eben diesem Organ in der Mundhöhle. Auch andere Wirbeltiere, wie die Katze verfügen über ein solches Organ. Manche Schlangen verfügen ebenfalls über ein Grubenorgan, wodurch sie Infrarotstrahlung wahrnehmen können. Öffnungen unterhalb des Nasenlochs lassen sie auch Wärmestrahlung wahrnehmen.

Fressen regelmäßig lebendige Ratten und Mäuse: Klassens Python-Schlangen (Foto: privat)

Fressen regelmäßig lebendige Ratten und Mäuse: Klassens Python-Schlangen (Foto: privat)

Schlangen gehören zu den Schuppenkriechtieren, zu denen auch Eidechsen gehören, sind aber enger verwandt mit Leguanen und Waranen und Schleichen. Die ersten Schlangenfossilien gibt es bereits aus dem Jura, einem Erdzeitalter, als die Dinosaurier die Erde beherrschten. Viele Fossilien von Waranartigen, also den vermutlichen gemeinsamen Vorfahren von Schlangen und Waranen, lebten im Wasser. Deshalb wurde immer spekuliert, ob Schlangen sich nun von im Wasser lebenden, marinen Arten oder von grubengrabenden, landlebenden Arten entwickelt haben.

Neue Erkenntnisse

Eine neue Studie, im November 2015 veröffentlicht, fand nun eine Lösung. Die Wissenschaftler rekonstruierten das Innenohr eines 90 Millionen Jahre alten Schlangenfossils. Heutige grabende Schlangen nutzen das Innenohr nicht nur, wie alle Wirbeltiere, zum Hören und zur Balance, sondern sie nehmen dadurch Vibrationen im Boden wahr, durch diese sie ihre Beute fangen. Die Wissenschaftler fanden eine Struktur im Innenohr, die heutige marine Schlangen nicht haben. Auch das Innenohr anderer mariner Echsen, wie der Mosasaurus, ist anders strukturiert. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Schlangen sich von grabenden Vorfahren entwickelt haben.

Die ersten Schlangen waren wohl nachtaktive Lauerjäger, die noch kleine Hinterfüße hatten, aber keine Schultern mehr. Doch ganz sicher ist, dass sie erfolgreich waren und sich weit verbreitet haben.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um psychoaktive Drogen und ihre Wirkung als Medizin

Otokonien –Steine im Ohr

Du drehst dich im Kreis. Immer schneller und schneller. Abrupt wirst du gestoppt und dir ist schwindelig. Du weißt nicht mehr wo oben und unten ist. Rechts und links verschwimmen. Moment! Woher wissen wir eigentlich wo oben und unten ist? Wie nehmen wir Schwerkraft wahr?

Alle Lebewesen wissen den Unterschied zwischen oben und unten. Wenn du einen Samen einer Pflanze vergräbst, wächst der Sprössling immer aus dem Boden heraus- egal wie tief du ihn vergräbst, egal in welcher Ausrichtung. In der Botanik wird dieses Phänomen Gravitropismus genannt. Der Spross wächst negativ gravitrop, also entgegen der Schwerkraft und die Wurzel positiv gravitrop.

Die Pflanze nimmt die Schwerkraft durch bestimmte schwere Körperchen aus Calciumcarbonat wahr, die sich in Einschlüssen in bestimmten Pflanzenzellen, sogenannten Statocysten, befinden. Durch den differentiellen Druck können die Pflanzen die Schwerkraft ermitteln. Diese Körperchen heißen Statolithen.

Fische haben bereits ein dem Menschen ähnliches Gleichgewichtsorgan, welches ebenfalls für das Hören zuständig ist. In ihren drei Bogengängen befinden sich jeweils ein Statolith, auch Otholith genannt, aus Aragonit, die größer als einen Zentimeter werden können.

Unser Gleichgewichtssinn ist im Ohr angesiedelt (Foto: Gila Hannsen/pixelio.de)

Unser Gleichgewichtssinn ist im Ohr angesiedelt (Foto: Gila Hannsen/pixelio.de)

Bei Säugetieren und den Menschen sind es tausende mikroskopisch kleine Otokonien (griechisch für Ohrenstaub), die in einer gallertartigen Masse in den Bogengängen eingebettet sind. Durch ihre Einwirkung auf die Haarsinneszellen, mit denen die Otokonien in Kontakt sind, können die relative Bewegung des Kopfes wahrgenommen werden. Diese Haarsinneszellen sind ihrerseits in der Lage die mechanische Einwirkung auf sie in elektrische Signale umzuwandeln und an das Gehirn zu senden.

Bereits einige Tage nach der Geburt sind die Otokonien vollständig ausgebildet und begleiten uns unser ganzes Leben. Das Calcit, aus dem sie bestehen, ist jedoch chemisch anfällig. Mit zunehmendem Alter ist es möglich, dass sich das Mineral zersetzt. Dies kann durch einen falschen pH Wert der Endolymphe (der die Otokonien umgebenden Flüssigkeit) geschehen, zum Beispiel als Reaktion auf Entzündungen. Auch die Einnahme des Antibiotikas Gentamicin kann durch den Verlust der Haarsinneszellen ähnliche Folgen nach sich ziehen. Die ausgeprägte Mosaikstruktur der Otokonien erleichtert chemische Angriffe. Die Folgen sind Falschmeldungen an das Gehirn und damit entstehen Schwindelanfälle.

Dieses relativ unbekannte Feld der Forschung vereint Chemie mit Medizin. Doch es gibt noch viel zu tun, um ältere Menschen dabei zu helfen ihren Gleichgewichtssinn intakt zu halten.

Sportliche Last-Minute-Geschenke

Verdammt, morgen ist Weihnachten! Wie jedes Jahr kommt dieser Feiertag viel zu schnell. Es fehlen noch ein paar Geschenke? Dann habt ihr hier die Last-Minute-Geschenkideen für sportbegeisterte Väter, Onkel, Brüder, Mütter, Tanten oder Schwestern – zusammengestellt von der Sportredaktion.

Gutscheine.
Gutscheine gelten als sehr, sehr unkreativ, haben aber schon so manche Familienfeier vor dem Totalkollaps bewahrt. Wenn du nicht gerade zwischen drei und 13 Jahre alt bist und weniger als zehn Euro Taschengeld von deinen Eltern bekommst, sind selbst gebastelte Gutscheine NICHT MEHR OKAY! Fast in jeder gut sortierten Tankstelle gibt es alle möglichen Gutscheine, zum Beispiel IKEA, Spotify, Galeria Kaufhof oder Karstadt, mit denen man seinen Liebsten eine Freude machen kann.
Probeabos von Zeitungen und Zeitschriften, wie 11Freunde, Kicker oder SportBILD, eignen sich übrigens super als Weihnachtsgeschenk für die fußballbegeisterten Familienangehörigen.

Bücher.
Bücher rangieren auf der Beliebtheitsskala für Geschenke gefühlt direkt hinter Socken. Aber das Schöne ist: der Bücherwurm unter den zu Beschenkenden ist für JEDES Buch dankbar, egal wie schlecht es eigentlich ist. Vor allem im Bereich Sport gibt es alle möglichen Arten von Büchern: Romane, Autobiographien, zum Beispiel die Biographie von Zlatan Ibrahimovic: „Ich bin Zlatan“, oder auch Sachbücher, die überaus interessant sein können. Eine kleine Auswahl unserer Lieblingsbücher haben wir euch im November anlässlich des Bundesvorlesetags vorgestellt. Wagt euch in die Buchhandlung eures Vertrauens und lasst euch von den Verkäufern beraten!

Basteln.
Selbstgebasteltes fällt ebenso wie Gutscheine unter die Kategorie „wenn du nicht mehr zwischen drei und 13 Jahre alt bist…“ ist aber immerhin kreativer als ein Gutschein. Wagemutige Bastelkandidaten suchen heute Abend noch Fotos zusammen und überraschen Oma und Opa oder Mutti am 24. mit einem selbstgebastelten Fotokalender.

Fotokalender zum selbst gestalten gibt es sowohl bei Rossmann als auch bei DM und oft auch in größeren Einkaufszentren von Edeka oder Rewe. Darum sich am 24. noch mal in die Stadt zu wagen, kommen Bastelfreunde nicht herum. Vor allem wenn weder Kleber noch Schere vorhanden sind. Für die Sportfans: Ausschnitte aus Stadionheften, Zeitungsschnipsel und alles, was mit der Lieblingsmannschaft zusammenhängt auf einem DIN A4-Blatt arrangieren und eine Collage basteln. Das Ganze dann noch in einen schönen Rahmen ist ein super-schönes Last-Minute-Geschenk, wenn der Beschenkte Fan einer bestimmten Mannschaft ist.

DVDs / Blu-Rays / Spiele für Spielekonsolen.
Es gilt ähnliches wie bei Büchern: die Auswahl ist riesig. Bitte unbedingt auf die passende Spielkonsole achten! Nein, PlayStation 4-Spiele passen nicht in die Xbox360. Passend zum Weihnachtsgeschäft kommen jedes Jahr die größten Sportklassiker in der neusten Version heraus: Fifa 16 – VÖ 24.09.2015, ProEvolutionSoccer 2016 – VÖ 15.09.2015, Handball 2016 – VÖ 27.11.2015. Aber es muss auch nicht immer das neuste Spiel einer Reihe sein! Auch Klassiker wie Fifa 2001 feiern ein Revival bei vielen Gamern.

Last-Minute-Schenker sollten am 24. Dezember vor allem auf die Öffnungszeiten der verschiedenen Geschäften achten. Diese variieren nämlich von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt. Am besten früh aufstehen. Und immer dran denken: Ihr seid sicherlich nicht die einzigen, die Weihnachten mal wieder „vergessen“ haben. Noch ein paar kleine Tipps:

Nehmt die Hilfe von Verkäufern an und seid bitte freundlich, denn die Verkäufer können nichts dafür, dass ihr euch am 24. noch mal in das Weihnachtschaos stürzen müsst. Außerdem: Macht euch nicht verrückt! Ihr werdet bis zur Bescherung vielleicht nicht mehr das passende Geschenk finden, aber eure Eltern haben euch sicherlich trotzdem lieb. Und zum Schluss: Genießt es mit eurer Familie zusammen zu sein, auch wenn es anstrengend sein kann. Schließlich sind Geschenke ja nicht das Wichtigste zum Fest der Liebe.

Fröhliche Weihnachten. Merry Christmas. Joyeux Noël. Feliz Navidad. Buon Natale. عيد ميلاد مجيد. God Jul. счастливого Рождества. Mutlu Noeller. hyvää joulua.

Vorschau :  Jahresrückblick: Die besten Sprüche aus dem Sport im
Jahr 2015

Domestikation- Wie der Hund zum besten Freund des Menschen wurde

Die Deutschen halten schätzungsweise 30 Millionen Haustiere, vor allem sind dies Hunde und Katzen. Bist du ein Katzenmensch oder ein Hundemensch – dazu gibt es mitunter tiefgehende Debatten. Doch egal, welches Tier einem mehr zusagt, es nicht selbstverständlich, dass wir Haustiere halten.

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de)

Eines der wichtigsten domestizierten Tiere: Das Rind (Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de)

Das wohl älteste domestizierte Tier ist der Hund, der sich vor circa 30.000 Jahren aus dem Wolf entwickelt hat (obwohl molekulargenetische Berechnungen auf 100.000 Jahre kommen, so zeigt der Fossilrekord anderes auf). Über viele Generationen hinweg wurden die Tiere genetisch von der Wildform isoliert und auf viele Charakteristika gezüchtet. Das Schaf, welches vom Mufflon abstammt, das Rind, welches vom Auerochsen abstammt, das Schwein, die Ziege und die Katze, welche auch ihre jeweiligen Wildformen haben, folgten vor circa 10 000 Jahren. Zur gleichen Zeit wurden Pflanzen durch die gleiche Art zu Kulturpflanzen gezüchtet. Pferde, Hühner und viele andere Tiere, die oft speziell für die jeweilige Region der Welt waren, kamen vor einigen tausend Jahren nach.

Theoretisch kann jedes Tier domestiziert werden, jedoch gibt es sechs Eigenschaften, welche das Tier haben sollte, sodass es dazu kommt und die in dem Buch Guns, Germs and Steel beschrieben wurden: Kann sich das Tier von den Abfällen der Menschen ernähren und hat keine speziellen Anforderungen hinsichtlich der Ernährung, ist dies sehr hilfreich. Die Generationenfolge, also auch die Lebenserwartung, sollte die des Menschen nicht überschreiten. Ist sie kurz genug, ist die Züchtung besser möglich und eine kurze Zeit für das Erreichen des Erwachsenenalters ist wichtig, damit es seinen Zweck erfüllen kann. Die Fortpflanzung muss auch in der Gefangenschaft des Menschen stattfinden können. Sind die Tiere generell weniger aggressiv und leichter umgänglich, ist dies ebenfalls von Vorteil. Sie sollten ebenfalls ruhiger sein und nicht scheu. Zuletzt ist es ebenfalls wichtig, dass die Tiere eine flexible soziale Hierarchie haben und den Menschen als Herrchen anerkennen.

Viele domestizierte Arten weisen Gemeinsamkeiten auf. Schon Darwin beobachtete, dass menschennahe Spezies fallende Ohren besitzen. Die selektive Fortpflanzung hat also bestimmte folgen. 1950 wurde in Russland ein Langzeitversuch gestartet. Der russische Silberfuchs sollte domestiziert werden, der aufgrund seiner Aggressivität als nicht domestizierbar galt. Dieser Versuch dauert bis heute an. In jeder Generation wurden die weniger aggressiven Tiere ausgesucht. Als die ersten Tiere nach 20 Generationen und ungefähr 25 Jahren als Haustiere gehalten werden konnten, hatten sie kürzere Schnauzen, kleinere Zähne, weiche, fallende Ohren, einen kurvigeren Schwanz und eine andere Fellfarbe. Genetische Veränderungen führten zu hormonellen Veränderungen und so ist ein Fuchs mit einem kleineren Adrenalinlevel auch zahmer. Bei anderen Arten findet man ebenfalls kleinere Gehirne und verringerte akute Sinnesorgane, die in der freien Wildbahn noch überlebenswichtig waren.

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann  / pixelio.de)

Eine überzüchtete Hunderasse: die englische Bulldogge (Foto: M. Großmann / pixelio.de)

Rassenhunde zeigen uns heute auch die Schattenseiten der Züchtung auf. Reinrassige Hunde wurden vor gerade einmal Hundert Jahren durch Inzucht auf die verschiedenen Charakteristika gezüchtet. Rassen wie der Boxer und die Bulldogge haben zum Beispiel kürzere Schnauzen und diese Brachycephalie führt zu Atemwegsproblemen und einer gestörten Thermoregulation. Aber auch andere Rassen leiden unter den verschiedensten Krankheiten, welche zu einer kürzeren Lebenserwartung führt. Sogenannte Mischlinge sind die genetisch gesünderen Individuuen.

Doch der Mensch hat sich sogar selbst domestiziert. Der Übergang von einer Jäger und Sammler-Gesellschaft zu einer sesshaften Farmer-Gesellschaft, brachte Vor- und Nachteile. Mehr Nahrungsmittel waren vorhanden und die Abstände zwischen Geburten verringerten sich aufgrund der Sesshaftigkeit. Die Population stieg an. Dies führte aber auch dazu, dass sich neue Infektionskrankheiten entwickelten, die sich nur in einer dichten Population entwickeln konnten. Genetische Veränderungen führten zur Entwicklung von Resistenzfaktoren (unter anderen die AB0 Blutgruppen), einer adulten Laktose Persistenz und einem besseren Alkoholmetabolismus für das im westlichen Eurasien getrunkene, nährstoffreiche Bier. Die Verkürzung des Kiefers, im Gegensatz zu unseren Hominiden Vorfahren, zeigt ebenfalls, analog zum Fuchs-Experiment, ein Merkmal des weniger aggressiven und wilden Menschen auf.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um die Kristalle in unserem Ohr.

Fußball in Zeiten des Terrors

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Je nach Medienangaben sind zwischen 130 und 135 Menschen gestorben, rund 350 Menschen wurden verletzt. Der „Islamische Staat“ hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt.

Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft war indirekt betroffen, denn sie spielten an diesem denkwürdigen 13. November im Stade-de-France gegen die französische Nationalmannschaft. Auch das Stadion war Ziel der Attentäter.

Dass den knapp 80.000 fußballbegeisterten Menschen nichts passiert ist, ist
großes Glück. Während des Spiels konnte man deutlich mehrere Detonationen hören, selbst am Fernseher. Tom Bartels, der Kommentator der ARD, die das Spiel live übertrug, kommentierte das Spiel infolge der durchsickernden Informationen sichtlich erschüttert weiter, aber er kommentierte eben weiter. Kurz wurde überlegt das Spiel nicht wieder anzupfeifen, aber um eine Massenpanik zu verhindern, wurde dann doch davon abgesehen. In der Nachbetrachtung war das die richtige Entscheidung. Nach dem Abpfiff sickerten dann Informationen zu den Zuschauern im Stadion durch, was schließlich zu den uns allen bekannten Fernsehbildern sorgte, die zeigen, wie Menschenmassen auf das Spielfeld des Stade-de-France strömen. Auf den heiligen Rasen, auf dem in weniger als einem Jahr die Europameisterschaft 2016 beendet werden soll.

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Vier Tage später sollte der Fußballklassiker Deutschland gegen die Niederlande in Hannover ein Spiel auch für die Franzosen werden, die zeitversetzt ihr Testspiel gegen die Engländer im altehrwürdigen Wembley-Stadion antraten. Vereint sangen Franzosen und Engländer dort die Marseillaise, die Nationalhymne Frankreichs. Das Stadion war in blau – weiß – rot gehalten, es zeigte über dem Eingang die Worte Liberté, Égalité und Fraternité – Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – den Wahlspruch der französischen Revolution und der heutigen Französischen Republik. Doch das Spiel in Hannover musste eine Stunde vor Anpfiff aufgrund von konkreter Terrorwarnungen abgesagt werden. Der Terror scheint nun auch in Deutschland angekommen zu sein.

„Bist du denn wahnsinnig?“
Ob ich denn wahnsinnig sei, fragte mich meine Mutter, als ich ihr eröffnete trotz der Ereignisse unbedingt am Wochenende ins Stadion zu wollen. Menschenmassen solle man meiden, heißt es in den Tagen nach den Anschlägen. Super. Und ich muss einen Tag später, am 14. November in den Hauptbahnhof Hannover, um von dort wieder in meine süße kleine Universitätsstadt Marburg zu fahren. Aber es passiert nichts. Es laufen mehr Bundespolizisten durch den Hauptbahnhof, das fällt auf. Vielleicht ist es ein wenig zynisch, aber ich fühle mich sicher(er).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Dann Donnerstag. 26. November. 13 Tage nach Paris. Die Sicherheitskontrollen vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen Apoel FC in der Gruppenphase der Europa Leauge sind schärfer als sonst. Es ist schon dunkel, als wir gegen 17:45 Uhr am Stadiongelände ankommen. Auf dem Weg zum Stadion hin bin ich aufgeregt. Aber nicht, weil ich Angst vor einem Terroranschlag habe, nein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich einfach auf ein hoffentlich packendes, mitreißendes Fußballspiel. Doch bevor wir in das Stadion hinein gehen können, werden mein Begleiter und ich abgetastet. Gründlicher als sonst. In meine Tasche wird hineingeleuchtet, sie wird nicht wie sonst einfach nur abgetastet. „Sicherheitsvorkehrung“ sagt die zierliche Frau, die nach meiner Taschenkontrolle auch meinen Körper abtasten darf. Den tollsten Job hat sie tatsächlich nicht.

18:30 Uhr. Noch eine halbe Stunde bis Anpfiff. Der Stadionsprecher verliest die Charta der UEFA Europa League gegen Rassismus. Immer wieder läuft auch der Fernsehspot „No to Racism“ auf dem großen Videowürfel in der Veltins-Arena. Der Text, der sich gegen Rassismus positioniert, aber auch sexistisches Verhalten verurteilt, wird auch auf Griechisch vorgelesen, da es sich bei dem Gegner Apoel FC um eine Mannschaft aus Zypern handelt.

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Fernab des Spielgeschehens (der FC Schalke 04 vergibt sehr viele Chancen, gewinnt aber glücklich 1:0) habe ich nie das Gefühl mich in einer Gefahrenlage zu befinden. Dabei sind über 43.000 Menschen im Stadion. Angst hat als Besucher nichts bei einem Fußballspiel zu suchen. Nicht beim Stadionbesuch. Oder im alltäglichen Leben. Denn Angst lähmt nur unsere Gesellschaft.

Bias und Meme – Kognitive Wahrnehmung, Verzerrung und Glaubenssätze

„Die Jugend von heute liebt den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll“, soll Sokrates einmal gesagt haben. Diese Beschwerde über fehlende Werte und Dekadenz ist jedoch auch heute immer wieder zu hören. Doch Werte sind für jeden Menschen, Gruppe und Kultur unterschiedlich. Diese Werte und Überzeugungen stellen unbewusste Filter da, durch die jeder Mensch seine Umgebung unterschiedlich wahrnimmt. In der Psychologie nennt man dies Kognitive Verzerrung oder Bias.

Hat man etwas selbst gebaut, so schätzt man den Wert des Gegenstandes viel mehr ein, als von einem massenproduzierten Gegenstand. Dies ist der IKEA Effekt und ein leicht anschauliches Beispiel. Auch die Neigung in Daten Mustern zu erkennen, selbst wenn keine vorhanden sind, zeigt auf, wie unser Gehirn funktioniert. Doch es gibt viel einflussreichere Bias, die uns daran hindern, rational zu denken:

Die illusorische Korrelation ist ein fälschlich zugeordneter kausaler Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen und ein Ereignis gemäß einer empfunden Emotion zu bewerten wird emotionale Beweisführung genannt. Der momentane Gefühlszustand ist oft ein einflussreicher Faktor, wie zum Beispiel in einer Studie von 1998 über Hunger gezeigt. Einen Vergleich zu haben ist ebenfalls von Bedeutung: der Anchoring Effect lässt uns einen Zahlenwert anders einschätzen, wenn wir einen Vergleichswert haben, auch wenn beide Werte zu hoch oder zu niedrig für eine zu fällende Entscheidung sind.

Verzerrung: Die Wahrnehmung einer Sache ist nicht für alle gleich. (Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de)

Verzerrung: Die Wahrnehmung einer Sache ist nicht für alle gleich. (Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)

Besonders einflussreich sind wir selbst und die Leute um uns herum: Wir projizieren unsere eigene Werte auf andere Personen und nehmen an, dass sie dieselben Werte haben (Projection Bias), bei einem positiven Selbstbild halten wir bestimmte eigene Fähigkeiten für überdurchschnittlich (Lake-Wabegon Effekt), denselben Effekt bei schwierigen Aufgaben gibt es in die andere Richtung. Wir neigen dazu Informationen so aufzunehmen und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen erfüllen und umgeben uns auch mit denen, die einer Meinung mit uns sind (Conformation Bias). Wir übernehmen die Verantwortung für Erfolge eher als für Misserfolge (Self Serving Bias), schätzen vergangene Ereignisse im Nachhinein als ein (Hindsight Bias)

Wir tendieren dazu Sachen zu machen oder zu glauben, wenn andere Menschen dies auch tun (Gruppendenken, Herdenverhalten, Mitläuferverhalten Bandwagon Effect genannt), was in Experimenten oft belegt wurde. Wir überschätzen auch die Gruppe, in der wir uns befinden und stellen sie über andere Gruppen (In Group Bias).

Wer eine Münze wirft und fünf Mal Kopf erhält, geht davon aus, dass beim sechsten Mal doch endlich Zahl kommen müsste. Doch die Wahrscheinlichkeit bleibt 50 % (Gamblers Fallacy). Wir nehmen negative Informationen eher wahr, als positive (Negativity Bias), weshalb Nachrichten mit negativen Schlagzeilen sich besser verkaufen lassen. Es gibt sehr viele dieser Bias, über die wir uns nicht einmal bewusst sind.

Unsere Werte entstehen entweder in der Prägungsphase (bis zum siebten Lebensjahr), Modellierungsphase (achtes bis dreizehntes Lebensjahr) oder in der Sozialisierungsphase (vierzehntes bis einundzwanzigstes Lebensjahr). Bekommen wir von anderen Menschen, Dritten, nun etwas eingeredet oder reden es uns selbst ein, wie etwa „ich bin schlecht in Mathe“, so glauben wir dies. Solch einen Glaubenssatz wieder los zu werden ist schwer und im schlimmsten Fall entstehen Phobien. Stehen einige unserer Werte miteinander in Konflikt verursacht dies eine kognitive Dissonanz.

Das Mem ist ein Bewusstseinsinhalt, also ein Gedanken, eine Idee oder ein Verhalten, welches sich von Person zu Person in einem Kulturkreis verbreitet. Richard Dawkins entwickelte diesen Begriff in seinem Buch „Das egoistische Gen“ und daraus leitet sich auch der Begriff des Internet Memes ab. Diese Meme verbreiten sich wie ein Virus und vor allem sich gegenüberstehende Argumente, besonders, wenn sie mit der Emotion Wut verbunden werden, verbreiten sich schnell und helfen sich somit gegenseitig bei ihrer Verbreitung.

Das Thema ist sehr interessant und kann hier nur oberflächlich abgedeckt werden. Somit wird mit einem weiterem Zitat geschlossen: „Alles was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit.“ Marcus Aurelius

Vorschau: Nächsten Monat geht es bei der Tier&Umwelt Rubrik um Domestikation

Von Fußball bis Quidditch – vielfältiger Hochschulsport

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Oktober bedeutet für Studierende immer wieder aufs Neue: Beginn des Wintersemesters. Sport fördert zu jeder Jahreszeit die Gesundheit. Vor Weihnachten ist es jedoch strategisch günstig sich eine Sportart zu suchen, die man regelmäßig macht. Um dem Zunehmen über die Weihnachtsfeiertage entgegen zu wirken. Doch gerade die typischen Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball finden manche Menschen langweilig. Gut, dass es für Studierende und Mitarbeiter der Uni eine einfache Lösung für all diese Probleme gibt: Universitätssport.

Die Grenzen des Hochschulsports? Gibt’s nicht!

"Ultimate Frisbee" als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Ultimate Frisbee“ als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

Sport an deutschen Universitäten wird oft über eine zentrale Stelle organisiert. Ob nun das Sportzentrum der Hochschule oder ein einzelner Studiengang – es gibt für jeden Studi die Möglichkeit Sport zu betreiben. Welche „Art“ von Sport die richtige für einen ist, muss man selbst herausfinden. Die Grenzen des universitären Sportangebots hingegen sind weit. Sehr weit. Fußball, Handball und auch Volley- oder Basketball sind die gängigen Sportarten, die jeder aus dem Schulunterricht kennen könnte. In verschiedene Gruppen nach Leistung sortiert kann man an so gut wie jeder Uni diese Mannschaftssportarten im hochschuleigenen Team betreiben. An den meisten Universitäten gibt es aber weit mehr als die klassischen Breitensportarten. Je nach Größe der Universität variiert das Angebot von Standarttänzen über Rückenschule bis hin zu Denksportangeboten. Aber auch im Bereich der Mannschaftssportarten sind die meisten Universitäten und Studierenden kreativ.

Menschen mit Besen zwischen den Beinen, die sich mit Bällen bewerfen lassen: Quidditch.

JQuidditch als Hochschulsport in Amerika.  John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport in Amerika. John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

An einigen deutschen Universitäten (Hannover, Freiburg, Augsburg, Bochum, Darmstadt) kann man Quidditch als Hochschulsport spielen. Nein, kein Scherz! Hier geht es wirklich um das Quidditch, welches der Zauberlehrling Harry Potter in den Weltbestsellern von Joanne K. Rowling ebenfalls spielt. Oder zumindest kommt das Hochschul-Quidditch dem in den Büchern relativ nahe – fliegen können die Quidditch-Mannschaften allerdings (noch) nicht. Quidditch begeistert allein in England 60 Teams von Muggle (also Nicht-Zauberern), die sich Besen zwischen die Beine klemmen und dann eine Mischung aus Handball, Rugby und Völkerball (oder englisch: Dogeball) spielen. Auch in Amerika begeistert der Sport, sodass genug Teams vorhanden sind, um universitäre Turniere zu veranstalten. Selbst die renommierte Universität Harvard hat sein eigenes Quidditch-Team.

Hochschulsport ist mehr als „nur“ Sport

Der Hochschulsport ist in Deutschland durch einen Dachverband organisiert – und zwar durch den allgemeinen deutschen Hochschulsportverband, kurz adh. Über 180 Universitäten sind in Sachen Hochschulsport durch den adh organisiert und verbunden, denn der adh richtet sowohl nationale als auch internationale Hochschulmeisterschaften jeglicher Art aus. Doch nicht nur die „harten“ Wettkämpfe werden von der adh organisiert, es finden auch regelmäßig nationale „fun“-Turniere statt.

"Netball" an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Netball“ an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

An deutschen, aber auch an Universitäten auf der ganzen Welt geht es also um mehr als nur den reinen Wissenserwerb. Durch Hochschulsport kann man neue Menschen aus ganz anderen Fachgebieten kennenlernen, sich auspowern und neben dem Spaß auch etwas für die eigene Gesundheit tun. Was nicht zu verachten ist: die meisten Universitäten nehmen für das sportliche Angebot meist nur eine kleine Kursgebühr zwischen 10 und 50 Euro pro Semester.

Vorschau: Nächste Woche (am 04. November) geht es im Bereich Sport um das Thema Formel 1. Der Grand Prix von Mexiko steht dabei im Mittelpunkt.

Level up – Videospiele erobern die Wissenschaft

Eine Uni, die sich für Computer- und Videospiele interessiert – das Traumgebilde eines Gamers? Keineswegs. Die Japanologie der Universität Leipzig hat im Rahmen des Bereiches „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“ die Erforschung japanischer Videospiele zu einem ihrer zentralen Forschungsgebiete gemacht.

Seit mehr als vierzig Jahren haben sich digitale Spiele zu einer der beliebtesten Unterhaltungsmöglichkeiten entwickelt. Nicht nur in Japan sind seine Videospiele populär. Sie üben seither einen starken Einfluss auf die Spielkultur weltweit aus. Man denke nur an die Nintendoklassiker wie Super Mario Bros. oder The Legend of Zelda.

Universität Leipzig Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften Ostasiatisches Institut / Japanologie Juniorprofessor Dr. Martin Roth (Foto: Swen Reichhold / Pressestelle der Universität Leipzig)

Die Japanese Videogames Research Initiative – die Initiative zur Erforschung japanischer Videospiele ist noch sehr jung. Erst 2015 wurde sie von Dr. Martin Roth, dem Leipziger Juniorprofessor für Japanologie, ins Leben gerufen. Schon seine Dissertation schrieb er über die politischen Potentiale japanischer Videospiele. Nun forscht er auf dem Gebiet „Japan im Zeitalter der neuen bzw. digitalen Medien“. Bei seiner Doktorarbeit stieß er auf das Problem, dass viele der japanischen Videospiele hier in Deutschland nicht oder zumindest schwer zugänglich sind. Genauso verhält es sich mit der benötigten Technik. Doch für die ernsthafte wissenschaftliche Beschäftigung ist die unbehinderte Zugänglichkeit unabdingbar. So kam ihm die Idee eine Sammlung der Spiele zu beginnen, um sie für Forschung, Studium und Lehre erreichbar zu machen.

Ein wichtiger erster Schritt zum Traum von einer der größten Sammlung japanischer Videospiele war kürzlich die Schenkung von 4500 Spielen der japanischen CERO – der Computer Entertainment Rating Organization. Sie kümmert sich um die Bewertung von Computer und Videospielen. „Damit war ein guter Anfang für eine solche Sammlung in Leipzig geschaffen, die wir nun erschließen und hoffentlich in Zukunft ausbauen können“, beurteilt Roth die Schenkung. Leider kann er bisher nicht viel über deren Inhalt sagen, da gerade erst damit begonnen wurde, die Kisten zu öffnen. Derzeit besteht die Sammlung außerdem noch aus den Spielen, die Roth im Rahmen eines Seminars für die Studenten angeschafft hatte.

Durch die Initiative sollen Informationen über die Spiele und deren Kultur gesammelt werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen dabei in verschiedenen Richtungen. Zum ersten sind das die Inhalte und das Spielgeschehen. Dabei wird vor allem auf die Ausdrucksmöglichkeiten, Kreativität und deren Bedeutung geachtet. Eine zweite Perspektive ist der gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Einfluss, den die Spiele haben.
Weiterhin wird betrachtet, welche Auswirkungen die Globalisierung und die Ausdehnung eines weltweiten Marktes auf die Entwicklungs-, Produktions-, und Konsumbedingungen mit sich bringen.

Noch ist nicht bekannt, welche Schätze man aus CEROs Kisten hervorholen wird (Foto: Martin Roth / Universität Leipzig)

Außerdem beschäftigt sich die Initiative sowohl mit der historischen Bedeutung, wie zum Beispiel dem Verhältnis zwischen der Nachkriegsgeschichte Japans und des Entstehens der Spielekultur, als auch mit den zukünftigen Entwicklungen der Spielkultur.
Zuletzt liegt ein besonderes Augenmerk darauf, wie die japanische Spielkultur von außen betrachtet wird. Dazu kann übrigens jeder beitragen, denn auf der Webseite jGames wird dazu aufgerufen, seine Assoziationen und Erinnerungen an die gefundenen Spiele mitzuteilen.
Die Ergebnisse der Forschungen sollen anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Doch nicht nur die Forschung interessiert sich für die Spiele. Sie können dazu verwendet werden die Geschichte, Kultur und Sprache Japans besser zu verstehen. Es soll sogar ein eigenes Spiel zum Erlernen des Japanischen entwickelt werden.

Um die Initiative voranzubringen, will Roth mit internationalen Forschern zusammenarbeiten. Workshops und Tagungen sollen den Austausch mit interessierten Organisationen, Spieleherstellern und Forschern unterstützen

Wie genau die Schenkung von CERO aussieht wird sich bald zeigen. Auf dem 1box/week blog wird in Kürze jede Woche über die Funde berichtet. Es bleibt also spannend!

Vorschau: Nächste Woche könnt Ihr hier Elisabeths Nachruf auf Henning Mankell lesen.

Enorme Qualität und viele Schweden

Am Freitag, 11. September, ist es wieder soweit: Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) startet in ihre 22. Spielzeit. Wer sind die heißen Titelanwärter, wer besitzt Außenseiterchancen? Gelingt es dem Deutschen Meister Adler Mannheim mit Neu-Trainer Greg Ireland den Titel zu verteidigen? Und wie schlagen sich die in der Vorbereitung so starken Kölner Haie mit ihren gleich sechs (!) neuen Schweden? Die Face2Face-Sportredaktion wagt eine Prognose… 

Top-Favorit:
Adler Mannheim: Klar, dass an dieser Stelle der Meister aus Mannheim genannt werden muss. Der Kader blieb nahezu intakt und bekam durch die jüngste Verpflichtung des deutschen NHL-Spielers Marcel Goc nochmals eine zusätzliche Portion Qualität verpasst. Die größte Veränderung gab es hinter der Bande. Meistertrainer Geoff Ward erlag schnell wieder den Verlockungen der NHL. Ein Verlust, der Verein und Fans gleichermaßen hart traf. Die Kurpfälzer entschieden sich mit Greg Ireland für ein eher unbeschriebenes Blatt, aber eines, das die gleiche Spielphilosophie wie sein Vorgänger vertritt.
Fazit: Die Mannschaft strotzt vor Klasse. In Punkto Qualität und Kadertiefe kann den Adlern kaum einer das Wasser reichen. Allerdings birgt der tiefe Kader auch Gefahren. Wenn alle Spieler gesund sind, müssen vier von ihnen auf der Tribüne platznehmen. Das kann schnell zu Unzufriedenheit und Unruhe führen. Ireland möchte diesem Problem mit „ausreichender und ehrlicher Kommunikation“ entgegentreten.

Titelkandidaten:
EHC RB München: Der Etat-Krösus der Liga hat erneut seinen Kader ordentlich umgekrempelt. Das Ziel ist klar: Nach zwei verpassten Play-off-Runden möchte der Brauseklub nach der Meisterschaft greifen. Mit Steven Pinizotto, Nationalspieler Frank Mauer, AHL-Star Keith Aucoin (944 Punkte in 861 Spiele), Frédéric St-Denis und Toni Söderholm haben die Münchner dafür Hochkaräter verpflichtet.
Fazit: Der Kader strotzt für DEL-Verhältnisse nur so vor Qualität. Außerdem kann der Club jederzeit reagieren, wenn die Mannschaft Verstärkung benötigt oder ein Spieler länger ausfällt. Dennoch muss Cheftrainer Don Jackson aus dem zusammengewürfelten Haufen erst einmal eine Einheit formen. Wenn die hochkarätigen Importspieler ihr Gastspiel in München nicht als Urlaub ansehen, ist vieles möglich. 

Kölner Haie: Klotzen statt Kleckern war bei den Kölner Haien in der Sommerpause die Devise. Es wurden sieben neue Ausländer geholt. Sechs davon sind Schweden. Auch der deutsche Nationalspieler Patrick Hager wurde für viel Geld von Vizemeister ERC Ingolstadt verpflichtet. Klar, dass da vom teuersten Kader der Clubgeschichte die Rede ist. Aber wird er die Kölner nach dem letztjährigen verpassen der Playoffs auch wieder in die Nähe der Meisterschaft schießen?
Fazit: Die Mannschaft hat die dringend benötigte Blutauffrischung bekommen. Vor allem im Angriff besitzen die Domstädter eine ungewohnte Tiefe. Allerdings ist auch die Erwatungshaltung riesig. Die Geduld der Fans aufgebraucht. Ein guter Saisonstart muss her, damit die Haie eine erfolgreiche Runde absolvieren.

Hamburg Freezers: Solch ein Verletzungspech wie in der vergangenen Saison soll es in Hamburg nicht mehr geben. Dafür haben die Freezers vor allem im Sturm ordentlich aufgerüstet. Der Königstransfer von Torjäger Marcel Müller ließ die Konkurrenz aufhorchen. Auch die Rückkehr von David Wolf aus Nordamerika (vier NHL-Spiele für die Calgary Flames) sorgte für nicht weniger Aufsehen. Nun besitzen die Freezers zwei deutsche, bullige und dazu noch torgefährliche Stürmer. Damit müssen sich die Hamburger im Angriff vor keinem anderen Team in der Liga verstecken.
Fazit: Die Hamburger verfügen im Angriff über vier torgefährliche Reihen. Bitter allerdings, dass mit Kevin Clark der letztjährige Spieler der DEL, den Verein Richtung Schweiz verlassen hat. Schwachpunkt bleibt nach wie vor die Abwehr. Trotz 154 Gegentoren in der vergangenen Runde, verzichteten die Hamburger auf großartige Verstärkungen. Auch das an für sich starke Torhüterduo Sébastien Caron/Dimitrij Kotschnew wird nicht jünger. Sollte jedoch der Sprung ins Playoff-Halbfinale gelingen, scheint alles möglich.

ERC Ingolstadt: Der Meister und Vizemeister der vergangenen beiden Jahre gehört auch in dieser Saison wieder zum Kreis der Titelkandidaten. Unter den zehn Abgängen musste der ERC allerdings auch Identifikationsfiguren wie Patrick Hager (Kölner Haie) und Christoph Gawlik (Düsseldorfer EG) verkraften. Doch die neu geholten Stürmer Thomas Kubalik und Brian Lebler versprechen von ihrer Statistik her Top-Verpflichtungen zu sein. Auch die Verteidiger-Neuzugänge Brian Salcido und Patrick McNeill bringen ordentlich Offensivkraft mit.
Fazit: Auf dem Papier besitzen die Ingolstadter einen guten Kader. Allerdings muss es sich erst zeigen, wie sie die Abgänge von Hager und Gawlik verkraften und die vermeintlichen Top-Neuzugänge einschlagen werden. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Salcido für die ersten Wochen der neuen Saison wiegt schwer. Sollte allerdings alles nach Plan laufen, ist mit dem ERC zu rechnen.

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Wer wird das Rennen um die deutsche Eishockeymeisterschaft machen: Top-Favorit, Titelkandidat, Playoff-Aspirant oder doch ein Außenseiter? Foto: Privat

Play-off-Aspiranten:
Thomas Sabo Ice Tigers: Mit Rob Wilson übernahm ein neuer Trainer das Ruder hinter der Nürnberger Bande. Mit David Steckel, Brandon Segal, Kurtis Foster und Colin Fraser kauften die Ice Tigers nicht nur eine Menge NHL-Erfahrung ein, sondern stärkten gleichzeitig auch das körperliche Element. Bitter: Mit Nummer-eins-Torwart Jochen Reimer fällt ein absoluter Leistungsträger für ein halbes Jahr aus. Die Suche nach einem geeigneten Ersatz läuft.
Fazit: Die Franken besitzen auf dem Papier deutlich mehr Erfahrung als in der vergangenen Runde. Schlagen die prominenten Namen ein, könnte es für Nürnberg dieses Jahr weit gehen. Dies hängt aber auch davon ab, wie sie den Ausfall von Reimer kompensieren können. 

Grizzlys Wolfsburg: Mit neuem Namen versuchen die Wolfsburger ihr überschaubares Image aufzupolieren. Auf dem Eis hat sich ebenfalls etwas getan. Mit Norman Milley, Matt Dzieduszycki und Aleksander Polaczek habe drei ehemalige Leistungsträger den Club verlassen. Die neuen Hoffnungen ruhen nun auf dem schwedischen Neuzugang Daniel Wilding. Doch kann der Stürmer die letztjährige Ladehemmungen im Angriff alleine vergessen machen?
Fazit: Die bereits in der vergangenen Saison gut stehende Defensive wurde mit dem Ex-Berliner James Sharrow nochmals zusätzlich verstärkt. André Reiß und Patrick Seifert verpassen dieser zusätzliche Tiefe. Das Sorgenkind bleibt aber weiterhin der Sturm. Schwer zu sagen, wer dieses Problem auf anhieb lösen soll. Dennoch schaffen es die Grizzlys erneut locker in die Playoffs.

Eisbären Berlin: Der Rekordmeister der DEL hat zwei Seuchenjahre hinter sich. Dennoch verzichteten die Verantwortlichen um Trainer Uwe Krupp und Manager Peter John Lee auf einen großen Umbruch. Wahrscheinlich auch, weil sich der Club die teuren Vertragsauflösungen nicht leisten konnte oder wollte. Dennoch strotzt der in die Jahre gekommene Kader noch vor Meisterspielern.
Fazit: Die deutsche Fraktion gehört in Top-Form weiter zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Sieht man von Constantin Braun und Frank Hördler einmal ab, sucht man nach wahren Führungsspielern in den Reihen der Eisbären allerdings vergeblich. Auch, weil die Ausländer, mit Blick auf die Konkurrenz, nur noch Mittelmaß sind. Einzig Neuzugang Bruno Gervais sticht aus der Importmasse heraus. Für die Playoffs reicht es in diesem Jahr – mehr aber auch nicht.

Düsseldorfer EG: Die DEG stieg in der vergangenen Runde wie der Phönix aus der Asche bis ins Playoff-Halbfinale vor. Und das gelang mit einer größtenteils jungen und unbekümmerten Mannschaft. Dieser Weg wurde nun mit den Neuzugängen etwas verlassen, dafür aber mehr Erfahrung aufgewertet. Reicht diese aus, um den Abgang von DEL-Torhüter des Jahres Tyler Beskorowany und den langzeitverletzten Neuzugang Christoph Gawlik zu kompensieren?
Fazit: Der Abgang von Beskorowany schmerzt. Auf dem Papier hat die DEG allerdings an Qualität hinzugewonnen. Auch die zahlreichen deutschen Talente dürften diese Saison einen weiteren Schritt nach vorne machen. Einige Neuzugänge haben jedoch schon bessere Zeiten erlebt. Fraglich, ob sie an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen können.

Iserlohn Roosters: Böse Zungen behaupten, dass kanadische Neuzugänge in Iserlohn neben einem Zweijahresvertrag auch noch gleich einen deutschen Pass in die Hand gedrückt bekommen. Aber in der Tat: Die Roosters führen gleich acht Deutsch-Kanadier, von denen keiner in der Bundesrepublik geboren ist, in ihrem Kader. Und damit haben sie noch keine der elf verfügbaren Ausländerstellen besetzt. Auf dem Eis musste Iserlohn die Abgänge von Sean Sullivan (Hamburg) und Brent Raedeke (Mannheim) verkraften, holten mit Loui Caporusso, Jason Jaspers, Robert Raymond und DEL-Rückkehrer Jean-Philippe Coté aber gleichzeitig Verstärkungen ins Team.
Fazit: Der kanadisch geprägte Stil stoßt bei den Fans im Sauerland auf viel Gegenliebe. Mit Blick auf die Feuerkraft hat der zweitbeste Sturm der zurückliegenden Vorrunde nichts eingebüßt. In der Verteidigung drückt aber nach wie vor der Schlittschuh. Auch die beiden Top-Center Mike York (37) und Jaspers (34) sind bereits in einem gehobenen Alter. Für die Pre-Playoffs reicht es aber allemal.

Außenseiter:
Krefeld Pinguine: Die Pinguine schafften es in der vergangenen Saison, allen Unkenrufen zum Trotz, bis in die Pre-Playoffs. Trotzdem erlebte das Team in der Sommerpause einen Umbruch. In die Jahre gekommene Akteure wie Meyers, Beechey oder Perrault wurden durch jüngere Ausländer ersetzt. In der Verteidigung wie im Tor blieb aber alles beim Alten. Die Krefelder setzen im Sturm ebenfalls auf einen Schweden. Der talentierte Eriksson soll den nach Hamburg abgewanderten Marcel Müller ersetzen.
Fazit: Der deutsche Meister von 2003 scheint zumindest auf dem Papier im Sturm tiefer besetzt. Dennoch gehören die Pinguine rein vom Etat nach wie vor zu den Underdogs der Liga. Somit sind entsprechende Schwachstellen im Kader, die eine Playoff-Teilnahme verhindern könnten, kaum zu verhindern.

Straubing Tigers: Die Hälfte der Mannschaft wurde nach der zurückliegenden Katastrophensaison in die Wüste geschickt. Gleichzeitig wurde der Spieler-Etat erhöht. Somit konnte sich Trainer Larry Mitchell viele Wünsche erfüllen. Mit Colton Jobke, Ryan Bayda, Michael Conolly und Martin Hinterstocker bediente sich der Ex-Augsburg-Coach dabei vor allem von seinem ehemaligen Club. Dies könnte ein Plus sein.
Fazit: Der Angriff ist teilweise prominent und tief besetzt. Die Ausleihe von Jung-Nationalspieler Mirko Höfflin (Adler Mannheim) könnte sich als goldwert erweisen. Die Abwehr ist dagegen eher unterbesetzt und rein körperlich betrachtet zu schmächtig, um effektiv etwas auszurichten. Trainer Mitchell wird der Leuchtturm in der Schlacht sein. Eine Playoff-Teilnahme wird dennoch schwer.   

Augsburger Panther: Alles neu macht der Mai dachten sich wohl auch die Panther und ließen in der Sommerpause keinen Stein auf dem anderen. 15 Neuzugänge stehen 16 Abgänge gegenüber. Mit Mike Steward wurde zudem ein neuer Cheftrainer vom Zweitligisten Bremerhaven verpflichtet. „Iron Mike“, wie der neue Coach genannt wird, soll die Panther wieder in ruhigere Gewässer führen. Helfen sollen dabei die beiden eingebürgerten Arvids Rekis und Ivan Ciernik, als auch das Torhüterduo Deslauriers/Meisner.
Fazit: Steward wird in Augsburg sicherlich für frischen Wind sorgen. Mit Mark Mancari, Drew LeBlanc, Ivan Ciernik und Michael Iggulden besitzen die Panther namhafte Spieler im Sturm, die allesamt allerdings auch schon bessere Zeiten erlebt haben. Die Panther bleiben damit eine (wenn nicht sogar die) große Wundertüte der kommenden Saison.

Schwenninger Wild Wings: Auch die Schwenninger haben einen großen Umbruch hinter sich gebracht. Es wird überwiegend auf die deutsche Karte, zusammen mit erfahrenen Ausländern, gesetzt. Bei gleich sechs verschiedenen Nationen in der Mannschaft wird auch gerne von der „Multi-Kulti-Truppe“ gesprochen. Neu-Trainer Helmut de Raaf muss diese zu einer Einheit formen.
Fazit: Von den Importspielern blieb nur Ashton Rome übrig. Aus Finnland, Tschechien und Schweden kamen im Gegenzug interessante Spieler in den Schwarzwald. Die Altersstruktur scheint zu passen. Allerdings fehlt es dem Team an spielerischer Klasse und dem lebenswichtigen Scoringpotenzial. Die Teilnahme an den Pre-Playoffs wäre bereits ein großer Erfolg.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Artikel über die neue Trendsportart Headies.