12 points go to – der Eurovision Song Contest 2016

Am 14. Mai 2016 fand der 61. Eurovision Song Contest, kurz ESC, in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt. Im letzten Jahr siegte der Sänger Måns Zelmerlöw aus Schweden mit seinem Song „Heroes“ und sorgte dadurch für die diesjährige Ausstragung des ESC in seinem Heimatland. Zusammen mit der Komikerin Petra Mede moderierte er den Musikwettbewerb, an dem in diesem Jahr 26 Länder teilnahmen.

Neues Punktesystem

Ein neues Punktesystem, bei dem die Punkte von Fachjury und Publikum der 42 stimmberechtigten Länder erstmals getrennt vergeben worden sind, sorgte für einige Überraschungen am Abend und machte den ESC spannend bis zum Schluss. Zuerst wurden die Punkte der Fachjurys der jeweiligen Länder verkündet. Danach hätte die Sängerin Dami Im aus Australien mit ihrem Song „Sound of silence“ den ESC gewonnen.

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Platz zwei und drei wären nach Juryabstimmung an Sängerin Jamala aus der Ukraine und den sympathischen Sänger Amir mit seinem französisch-englischen Gute-Laune-Hit J’ai cherché” aus Frankreich gegangen. Der polnische Sänger Michał Szpak bekam für seinen Song „Colour of your life“ von der Jury lediglich sieben Punkte, was den vorletzten Platz bedeutet hätte.

Zuschauer teilten Jurymeinung nicht

Doch das Zuschauervoting kippte das Ergebnis. Das führte dazu, dass Michał Szpak vom Publikum 222 Punkte erhielt und mit einem guten achten Platz äußerst zufrieden sein konnte. Damir Im aus Australien hatte sich zu früh gefreut. Durch das Zuschauervoting stieß die Ukrainerin Jamala sie mit insgesamt 534 Punkten vom ersten auf den zweiten Platz und siegte mit ihrem Song „1944“ beim diesjährigen ESC.

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Der Song hatte bereits im Vorfeld des ESC aufgrund seines Inhalts für Kritik gesorgt, denn er handelt von der Geschichte von Jamalas Uroma, die unter Stalin von der Krim vertrieben wurde. Auch nach dem Sieg gab es Kritik an der dadurch entstandenen Politisierung des ESC. Wäre es nach dem Publikum gegangen, hätte der Russe Sergey Lazarev den Wettbewerb gewonnen. Er konnte nicht nur gesanglich mit „You are the only one“, sondern auch mit seiner spektakulären Show, bei der die Videoanimationen im Hintergrund perfekt auf seine Performance abgestimmt waren, überzeugen. Da ihn die Jury jedoch nicht ganz so weit vorne sah, schaffte er es mit insgesamt 491 Punkten nur auf den dritten Platz.

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Viele Höhepunkte und Jamie-Lee als Schlusslicht

Zu den Höhepunkten gehörten auch der Schwede Frans mit seinem Liebeslied „If I were sorry“ (Platz fünf) und der Niederländer Douwe Bob, der in seinem Song „Slow down“ dazu aufruft, im stressigen Alltag öfter mal innezuhalten, was er bei seiner Darbietung sowohl durch eine zehnsekündige Pause als auch durch eine rückwärtsgehende Uhr im Bühnenbild verdeutlichte (Platz elf). Jamie-Lee Kriewitz konnte mit ihrem Song „Ghost“ und ihrem Manga-Look weder Jury noch Publikum begeistern und belegte mit nur elf Punkten den letzten Platz.

Der diesjährige Eurovision Song Contest überzeugte durch viele tolle Songs und Auftritte sowie auffallend viele hübsche Sänger, die den ESC auch optisch zu einem Highlight machten.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier mehr über Miles Davis.

Musik verbindet – der Eurovision Song Contest

Es ist wieder einmal so weit. Am Samstag, den 14. Mai feiern Stockholm, Schweden und ganz Europa den 61. Eurovision Song Contest, kurz ESC.
Am Dienstag und Donnerstag fanden bereits die Halbfinale statt. Was uns dieses Jahr erwartet, ist hier zu lesen.

Europa kommt zusammen

„Come together“ heißt das Motto des diesjährigen ESC. Das ist es auch, wofür der ESC steht – den europäischen Geist und ein freundschaftliches Fest für die Musik.
Was vor 60 Jahren in der Schweiz mit nur sieben Teilnehmern begann, hat sich bis heute zu einem der größten TV-Ereignisse des Jahres und zur weltweit größten Musikshow entwickelt, denn der Eurovision Song Contest, wird nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt übertragen. Dieses Jahr nehmen 28 Länder am Finale des Wettbewerbs teil.
Diese Teilnehmer beschränken sich inzwischen nicht mehr nur auf Europa. Regelmäßig ist Israel ein gerngesehener Gast. Auch Australien hat sich zum zweiten Mal in Folge durch seine Begeisterung für den Wettbewerb einen Platz unter den Auftretenden verdient.

Ein Fest der Gegensätze

Der ESC steht außerdem für eine bunte Mischung der mitunter bizarrsten und verrücktesten Auftritte. Aufsehen erregende Bühnenshows sind ebenso zu finden, wie schlichte, ganz auf die Musik konzentrierte Darbietungen.
Die wohl spektakulärste Show bietet dieses Jahr der Russe Sergey Lazarev. Die Videoleinwände im Hintergrund lassen ihm riesige schwarze Flügel wachsen und sind insgesamt sind so eingesetzt, dass sie perfekt in seine Choreographie hineinpassen. Zusammen mit zusätzlichen Requisiten sorgen sie dafür, dass die Grenzen zwischen Illusion und Realität verschwimmen.
Ein Zeichen in die ganz andere Richtung setzt Douwe Bob aus den Niederlanden. Sein Lied Slow down, ruft in einer hektischen Zeit dazu auf, öfter innezuhalten. Passend dazu macht er auch während seiner Darbietung eine zehnsekündige Pause, die zumindest im ersten Halbfinale, ein übereiltes Publikum schon irreführen konnte.
Ein eher ruhiger Vortrag kommt auch von der Österreicherin Zoë. Sie singt, übrigens im Gegensatz zu den Muttersprachlern selbst, ihr Lied ausschließlich auf Französisch.
Unsere eigene Kandidatin Jaime-Lee Kriewitz fällt als „Mangamädchen“ auf.
Auch in diesem Jahr sind die Beiträge also wieder sehr verschieden und gegensätzlich. Doch ist es wahrscheinlich genau das, was den Reiz des ESC ausmacht.

Der Songcontest ist ein Wettbewerb der Gegensätze. Er polarisiert, sowohl in seinen Darbietungen selbst, als auch in den Meinungen über sie und über ihn selbst. Ob man den Wettbewerb nun mag oder nicht: An Spannung und Überraschungspotenzial hat er auch nach sechzig Jahren nicht verloren. Die Diskussionen darüber verbinden, und das ist es, worauf es beim Eurovision Song Contest ankommt – oder?

Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

Vier Schwestern und der Kampf um den ESC

Spätestens seit Lenas „Satellite“ sind auch wir in Deutschland alle ein bisschen Eurovision Songcontest (ESC). Bereits seit über 50 Jahren ist dieser Wettbewerb eines der Highlights der europäischen Musikwelt. Ob Newcomer wie die Siegerin des letzten Jahres, Conchita Wurst, oder alt eingesessene Künstler, wie das schwedische Quartett ABBA – der ESC war und ist schon immer ein anziehendes Ereignis.

Spannend für die deutsche Musikwelt ist der Vorentscheid für die Auswahl des diesjährigen deutschen Vertreters. Seit einigen Jahren haben dabei nicht nur die großen Stars des Business die Möglichkeit für Deutschland anzutreten, auch Newcomer bekommen die Chance im Clubkonzert eine begehrte Wildcard zu ergattern. Am 19. Februar ist es in Hamburg wieder so weit, der Kampf um die Wildcard zum Vorentscheid wird eröffnet. Zehn junge Künstler und Bands werden an diesem Abend gegeneinander antreten, um ihrem Traum von einer Teilnahme am ESC ein Stückchen näher zu kommen. Mit dabei ist auch die Wiesbadener Band „Ason“ und genau mit ihnen waren wir für euch im Interview.

Vorab: Ason, das sind Dorotea (20), Lillie (18), Joella (16) und Mickelina (12). Musik steckt den vier Schwestern im Blut. Das Singen hat ihnen ihre schwedische Mutter, die Sängerin ist, mit auf den Weg gegeben. Ihr Gefühl für Rhythmus haben die Wiesbadenerinnen vom Vater, der Schlagzeuger ist. Neben Schlagzeug spielen die jungen Musikerinnen auch Klavier, Gitarre und Bass. Ihr Song für den ESC heißt „Hey You“ und erzählt die Geschichte von einem Wiedersehen und von gemeinsamen Erinnerungen zweier Personen. Ihre Musik bezeichnen die vier Künstlerinnen generell mit den Worten „New. Free. Sound“.

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Musikalisch: Musik liegt den vier Schwestern in den Genen. (Foto: Ason/ Jonathan Gaubatz)

Face2Face: „Eure Band heißt Ason. Was bedeutet der Bandname?“

Ason: „Der Name Ason ist eine Abkürzung von unserem Nachnamen Andersson. In   Schweden gibt es viele ähnliche Namen wie Eriksson, Svensson, Pettersson oder eben auch Andersson. Manche Schweden schreiben dann ihren Nachnamen einfach verkürzt auf. Man nimmt den ersten Buchstaben ein Semikolon und dann „son“. Bei uns wäre das dann zum Beispiel A:son. Wir haben jedoch beschlossen das Semikolon einfach wegzulassen.“

Face2Face: „Seit wann macht ihr Musik und wie habt ihr die Liebe zur Musik entwickelt?“

Ason: „Gefühlt: schon immer. Wir sind einfach mit Musik aufgewachsen. Das geht wahrscheinlich nicht anders mit so musikalischen Eltern. Wir haben schon als kleine Kinder gesungen und getanzt. Musik war und ist schon immer Teil unseres Lebens. Mit richtigem Musikunterricht haben wir mit circa sechs Jahren angefangen. Als Ason machen wir jetzt seit etwa eineinhalb Jahren Musik.“

Dorotea: Vor allem kommt die Liebe zur Musik auch vom Hören und Erleben. Ich war schon sehr früh bei den Auftritten meines Vaters dabei und durfte Musik live erleben. Schön ist es, wenn man sieht was Musik bei Menschen auslöst. Wenn man anfängt Musik mit dem Herzen zu fühlen und vor allem zu verstehen, dann kommt alles andere von allein.

Face2Face: „Habt ihr musikalische Vorbilder? Und gibt es Künstler, mit denen ihr gerne zusammenarbeiten würdet?“

Ason: „ Musikalische Vorbilder sind für uns Künstler wie Ed Sheeran, Goythe, The Script, U2, Peter Gabriel, Peter Fox, Sting und noch so einige andere. Und nicht zu vergessen natürlich auch unser Papa. Natürlich würden wir gerne mit unseren musikalischen Vorbildern mal gerne zusammenarbeiten, auch Andreas Bourani, George Ezra, Darwin Deez, Robyn, Kiefer Sutherland, Benedict Cumberbatch oder Martin Freemann würden auf so einer Liste ganz oben stehen.“

Face2Face: „Wie beschreibt ihr eure Musik jemandem, der noch nichts von euch gehört hat?“

Ason: „ Das was wir mit unserer Musik vor allem erreichen wollen, ist das wir etwas in anderen auslösen. Deshalb ist die Musik so wie wir sind – einfach bunt.“

Face2Face: „Für euch steht nun ein ganz besonderes Konzert an. Im Clubkonzert kämpft ihr um eine Wildcard für den ESC Vorentscheid? Wie kam es dazu und vor allem was fühlt ihr dabei?“

Ason: „Wir haben noch am Tag des Anmeldeschlusses unser Video eingereicht. Einige Tage später wurden wir angerufen, mit der Nachricht, dass wir dabei sind Es war ziemlich überraschend. Im Moment sind wir sehr gespannt, denn diese Zeit ist besonders aufregend aber gleichzeitig total schön. Jetzt heißt es erst einmal proben, proben, proben. Aber die Freude auf die nächste Zeit überwiegt.“

Face2Face: „Zu guter Letzt die Frage: wann und wo können wir euch hören? Wann kommt euer Album raus?“

Ason: „Also erst einmal dürft ihr natürlich am 19.Februar um 22 Uhr im Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit uns mit fiebern und für uns Voten. Das Album werdet ihr dann hoffentlich bald in den Händen halten. Für dieses Jahr stehen schon einige Termine an. Die findet ihr übrigens immer ganz aktuell auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.de/asonband.“

Die Face2Face-Musikredaktion wünscht Ason viel Erfolg beim Kampf um die Wildcard. Auch wenn die Band mit einem kleinen Wermutstropfen in den Ring steigt. Das Mindestalter beim ESC liegt für Teilnehmer bei 16 Jahren. Mickelina, die erst zwölf Jahre alt ist, wird nicht live auf der Bühne stehen können, sondern legendlich beim Auftritt eingeblendet werden.

Der große Mentalitätencheck, Teil 3: Israel

Wie sieht es in einem fremden Land aus? Sind Impfungen notwendig, um dorthin zu reisen? Und: Was kann man dort unternehmen? Das sind nur einige der Fragen, die man sich vor Antritt einer Reise nur allzu häufig stellt. Mit eine der interessantesten Fragen ist jedoch die nach dem Verhalten der Einheimischen, ihren Bräuchen und Sitten, ihrem Umgang mit Fremden – kurzum: die Frage nach ihrer Mentalität. Im großen Mentalitätencheck stellt euch die Face2Face-Reiseredaktion daher die Bevölkerung der verschiedensten Länder der Erde und ihre individuellen Mentalitäten vor. Heute: Israel

Patriotisch: Marsch am Feiertag Iom Jerushalaim (Foto: Tröger)

Israel ist eines der wohl verworrensten Länder der Erde und der Versuch eine einheitliche Mentalität der Israelis zu beschreiben, scheint auf den ersten Blick unmöglich. Dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten, die tatsächlich auf Großteile der Bevölkerung zutreffen – in diesem überaus multikulturellen Staat, der sowohl bekannt ist für die Entwicklung modernster Computersoftware, aber auch für jüdische Männer mit Schläfenlocken und Kleidung, die diese schon seit  300 Jahren so tragen.  Diese Gemeinsamkeiten sollen im Folgenden zusammengetragen werden:
Israel ist ein elektrisierendes Land. Keine Straßenecke, kein öffentliches Fahrzeug ohne Militärpräsenz. Soldaten sind in Israel allgegenwärtig, denn als einziges Land der Erde zieht der israelische Staat nicht nur männliche Jugendliche nach ihrer Schulzeit für drei Jahre ein, sondern auch seine weibliche Bevölkerung für zwei Jahre. Das Militär dient hierbei nicht nur zur Verteidigung Israels gegen seine vielen ihm feindlich gesonnenen Nachbarstaaten, sondern ist auch Schmelztiegel  und Integrationsfaktor vieler Einwanderer in die israelische Gesellschaft.

Schon seit 3000 Jahren umkämpft: Der Tempelberg in Jerusalem (Foto: Tröger)

Die prägende Rolle des Militärs spiegelt sich auch in der zivilen Gesellschaft wieder. So sind viele hebräischen Redewendungen, wie zum Beispiel „Sie ist heiß“ aus dem Militär-Jargon entlehnt: „Sie ist eine Bombe.“ Und auch der Umgangston, den Israelis untereinander pflegen, ist ruppig und  kann vor allen in Hotels von Europäern als recht unfreundlich wahrgenommen werden. Auf sprachlicher Ebene ist interessant, dass im Hebräischen zwar ein Konjunktiv existiert, ihn aber in der israelischen Gesellschaft niemand verwendet.

Ein anderer alle Schichten, Generationen und Kulturen übergreifender Punkt ist die Direktheit der Israelis. Falls man in Israel etwas tun sollte, was aus religiösen oder anderen Gründen nicht dem normalen Umgang miteinander entspricht, wird man an öffentlichen Plätzen, genauso wie bei Einladungen rundheraus darauf angesprochen. Eine peinliche Stille entsteht nie. Auch wenn man Ansichten mit einem Israeli nicht teilt, diskutiert die betreffende Person mit einem gerne stundenlang und versucht einem seine Position darzulegen.

Mindestens dreisprachig: Israels Straßenschilder (Foto: Tröger)

Sprachliche Probleme gibt es in Israel äußerst selten. Ein gutes Beispiel ist dazu der „Eurovision Songcontest“  dieses Jahr in Aserbaidschan. Bei der Punktevergabe sprachen die Vertreter der meisten Nation in Englisch – ein einziger auf französisch – der Vertreter Israels hingegen überbrachte seine Punkte nach Baku in fließenden aserbaidschanisch. Dies hängt damit zusammen, dass es in Israel fast keine einzige einsprachig aufgewachsene Person gibt. Die meisten sprechen mindestens zwei Sprachen, arabischen Personen sogar häufig drei Sprachen. Für einen Touristen gibt es also kaum Verständigungsschwierigkeiten, es kann aber auch zu Problemen führen, wenn sich einem ein besonders hartnäckiger Händler in den Weg stellt und es mit einem deutschen „Guten Morgen, mein Herr“ versucht.

Auch Entspannung am Meer möglich: Die Mittelmeerküste Israels (Foto: Homolka)

Der letzte Punkt, der schließlich alle Israelis eint, ist in die Einstellung des Carpe Diem. In einem  Land, in dem jede und jeder immer vom Tod durch einen möglichen Anschlag bedroht ist, schlägt sich das auch auf die Stimmung nieder. Eine leichte Nervosität ist immer zu spüren, aber auch eine große Intensität, mit der das Leben geführt wird. Für Personen mit schwachen Nerven oder für einen Entspannungsurlaub ist Israel daher nicht zu empfehlen. Eine Reise dorthin zu machen lohnt sich vor allem, wenn man in Austausch mit einem sehr aktiven Volk treten und gerne einmal auf die Höflichkeitsformeln in Deutschland verzichten möchte.

Mentalitätencheck, Teil 1: Thailand findet ihr HIER.
Mentalitätencheck, Teil 2: Rumänien findet ihr HIER.

Mehr über Israel lest ihr HIER.

Vorschau: Am Dienstag, 31. Juli geht es weiter mit einem Bericht aus der ewigen Stadt: Rom.