Schaurig-leckere Halloween-Rezepte

Das Kostüm steht, das Essen fehlt? Kein Problem: Mit den „Last Minute“-Rezeptideen der Tipps&Tricks-Redaktion lässt sich garantiert jedes Halloween-Fest retten. So bleiben einem – zumindest bei den Speisen – böse Überraschungen am „All Hallows‘ Eve“ erspart.

Knusprig: Gebäck-Gräber mit Geistern (Foto: Onat)

Knusprig: Gebäck-Gräber mit Geistern (Foto: Onat)

Knusper-Gräber mit schaumigen Spukgeistern
Aus schokolierten Puffreis-Häppchen und etwas Zwieback lassen sich blitzschnell Gräber mit den dazugehörigen Schaumkuss-Geistern herzaubern. Hierfür einfach etwas Kuvertüre schmelzen, den unteren Rand des Zwiebacks damit bestreichen und die Puffreis-Gräber ankleben. Wer mag, kann mit der Kuvertüre zudem Grabinschriften auf dem Zwieback anbringen.

Für die Spuk-Geister wiederum weiße Schaumküsse nehmen und mit der restlichen Kuvertüre Augen aufmalen.

Schokoladig: Eulen-Muffins (Foto: Onat)

Schokoladig: Eulen-Muffins (Foto: Onat)

Muffin-Uhus
Neben Fledermäusen verzaubern auch Eulen als Nachtvögel jedes Halloween-Fest. Wer bei der Süßigkeiten-Suche Oreo-Kekse, Mini-Smarties und Schokoladen-Muffins ergattern konnte, kann diese als Uhus zum Fliegen bringen: Zwei Oreo-Kekse halbieren und die cremigen Hälften nach oben als Augen auf den Muffin legen. Die übrigen Keks-Deckel erneut halbieren und als Ohren nutzen. Für mehr Halt sorgt erneut geschmolzene Kuvertüre, der als Kleber an die Kekse angebracht wird. Die Smarties wiederum können – ganz ohne Klebemittel – als Pupillen und Schnabel eingedrückt werden.

Cremig: Gehirntorte (Foto: Borrmann)

Cremig: Gehirntorte (Foto: Borrmann)

Cremige Gehirne
Zombies dürfen – entweder als Kostüm oder als Dekoration – auf keiner Party fehlen. Eine cremig-süße Gehirntorte zaubert dabei nicht nur Untoten ein Lächeln auf die Lippen. Dafür werden ein Liter Vanillepudding, ein Glas Himbeer-Marmelade, 375 Gramm Butter, 150 Gramm Zucker und ein heller, dreiteiliger Biskuit-Tortenboden benötigt: Den Zucker mit dem Vanillezucker in eine große Schüssel geben und zu einer cremigen Masse schlagen. Anschließend den Pudding unter ständigem Rühren hinzugeben. Einen Drittel der Füllung auf dem untersten Tortenboden verteilen und einen weiteren Boden darauflegen. Diesen mit der Himbeer-Marmelade bestreichen. Nun den letzten Tortenboden darüber legen und die Buttercreme in der Mitte zu einem kleinen Hügel verteilen. Den Rand ebenfalls mit der Creme bestreichen und den Rest in einen Spritzbeutel füllen. Nun müssen damit nur noch die Hirnwindungen aufgespritzt werden. Mit pürierten Himbeeren, etwas Zucker und Zitronensaft lassen sich zudem schnell noch Blutflecken herstellen.

Hart gekocht: Spinnen-Eier (Foto: Onat)

Hart gekocht: Spinnen-Eier (Foto: Onat)

Versponnene Eier
Spinnen gehören zu den Klassikern und sind – neben Kürbissen – an Halloween nicht wegzudenken. Mit Eiern und Oliven machen sie dabei jedes Essen unsicher: Für die Spinnen-Eier lediglich Eier kochen und halbieren. Eine Hälfte wird als Spinnenkörper auf das Eidotter gedrückt. Das übrige Olivenstück achteln und als Beine rundherum um den Körper legen. Bei Bedarf können zudem kleine Köpfe ausgeschnitten werden. Die Oliven-Spinnen verzieren dabei nicht nur Eier, sondern auch jede Pizza.

Bei den Spinnennetzen wiederum handelt es sich um Tee-Eier, die sich vor allem in China großer Beliebtheit erfreuen. Aufgrund der Muster eignen sie sich aber hervorragend als Halloween-Imbiss. Benötigt werden lediglich schwarzer Tee, Sojasoße und viel Geduld. Zunächst werden die Eier gekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt. Anschließend muss man diese vorsichtig zerbrechen, ohne dabei die Schale abzupellen. Am einfachsten lässt sich das meistern, indem man die Eier auf eine ebene Fläche legt und mit dem Handballen fest hin- und her rollt. Nun in einem Topf einen starken, schwarzen Tee kochen und mit Sojasoße würzen. Die Eier darin mindestens zwei Stunden ziehen lassen und pellen. Je länger sie in der Mischung baden, desto intensiver wird ihre Farbgebung.

Knackig: Mumienwürstchen (Foto: Onat)

Knackig: Mumienwürstchen (Foto: Onat)

Mumifizierte Wiener und heiße Würmer
Je einfacher die Party-Gerichte sind, desto weniger Aufwand muss man als Gastgeber betreiben. Mumifizierte Würstchen, die bei archäologischen Untersuchungen von Wien in Ägypten gelandet sind, zeigen dabei, dass dem Auge auch bei schnellen Gerichten etwas geboten wird: Hierfür etwas Pizzateig in dünne Streifen schneiden und als Bandagen sowie Kopfverband um die Würstchen wickeln. Bei 180 Grad Celsius müssen die Mumien für circa 10 Minuten in den Ofen-Sarkophag. Nach Belieben können den Untoten anschließend mit Sesamsamen, Pinienkernen oder Olivenstückchen lustige Gesichter aufgetragen werden.

Mit den Würstchen lassen sich aber auch Hotdogs dem Anlass entsprechend zubereiten. Dafür müssen die Wiener – bevor sie im Kochtopf landen – lediglich in Streifen geschnitten werden. Dadurch ziehen diese sich zu Kringeln zusammen, die Würmern ähnlich sind. So werden zu Halloween aus „Hot Dogs“ eben „Warm Worms“.

Kross: Gespenster-Kekse (Foto: Onat)

Kross: Gespenster-Kekse (Foto: Onat)

Gespenstische Kekse
Mit Geister-Keksen kann man sich bereits im Herbst auf die Weihnachtszeit einstimmen. Auch Cake Pops – als Kürbisse oder Augäpfel dekoriert – versüßen die Feierlichkeiten. Zudem werden schokolierte Bananen und Birnen, denen mit Kuvertüre Gesichter aufgemalt werden, schnell zu fruchtigen Poltergeistern. Mit etwas Fantasie lässt sich jedes Essen zur Gruselspeise machen. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit von Gülcin Onat und Alexander Borrmann.
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Vorschau: Nach der Süßigkeiten-Jagd an Halloween erwarten euch nächste Woche wieder gesunde Snacks.

Tipps zum Nähen eines Eulen-Kissens / mit Gewinnspiel

Eulen sind momentan schwer in Mode. Die Tiere, die in der Mythologie für Weisheit stehen, finden sich derzeit überall: Auf Kaffeetassen, Grußkarten oder Bettwäsche. Deswegen bietet es sich an, ein Eulen-Kissen als ganz persönliches Geschenk zu nähen. Wie ihr das schafft, verraten wir euch heute.

 Ihr braucht:

  • ein großes Stück Stoff (je nach gewünschter Größe der Eule) doppelt gelegt
  • für die Flügel ein kleineres Stück Stoff das zum ersten passt
  • entweder ein Stück roten oder orangen Stoff (je nach Farbe der anderen Stoffe) für den Schnabel
  • weißen und schwarzen Filzstoff für die Augen
  • Füllwatte
  • Stoffkleber
  • Schere, Stift, Nadel und Faden

Schritt 1: Eulenkörper

Zunächst malt ihr auf das große Stück Stoff eure Eule auf. Das geht ganz einfach und erfordert keine große künstlerische Begabung. Einfach zwei Dreiecke als Ohren malen und mit einem nach unten gebogenen Halbkreis verbinden. Dann die Ohren jeweils mit einem seitlichen Halbkreis zum Hals verbinden und einen großen Kreis als Bauch dazu zeichnen. Vorlagen dazu findet ihr auch im Internet.

Dann den Stoff mit der Schere zuschneiden. Achtet dabei darauf, dass der Stoff doppelt liegt und ihr am Ende zwei getrennte, dafür aber gleiche Teile für die Vorder- und Rückseite der Eule besitzt. Diese müsst ihr nun zusammennähen, was vor allem an den Ohren etwas schwierig ist. Am besten lasst ihr am unteren Ende der Eule eine etwa handgroße Öffnung frei, um die Eule später mit Füllwatte auszustopfen. Dann die zusammengenähten Teile durch die Öffnung auf links drehen, damit die Nähte verschwinden, die Eule füllen und die Öffnung zunähen. Fertig ist der Eulenkörper.

Verschiedene Größen: Ihr selbst bestimmt, wie groß eure Eule sein soll (Foto: Möller)

Verschiedene Größen: Ihr selbst bestimmt, wie groß eure Eule sein soll (Foto: Möller)

Schritt 2: Flügel

Für die Flügel das kleinere Stück Stoff doppellagig hinlegen und mit dem Stift ein längliches Oval aufmalen. Richtet euch bei der Größe des Ovals an eurem Eulenkörper. Die Flügel sollten nicht zu klein sein, dafür aber auch nicht größer als der restliche Körper. Anschließend schneidet ihr den Stoff zu und solltet nun zwei gleiche, voneinander getrennte Flügel haben. Bei diesen könnt ihr nun die Ränder umklappen und abnähen, damit sie nicht ausfransen. Anschließend die Flügel mit dem Textilkleber auf den Eulenkörper kleben. Das ganze solltet ihr gut trocknen lassen.

Schöne Geschenke: Selbstgemacht Eulen-Kissen kommen immer gut an (Foto: Möller)

Schöne Geschenke: Selbstgemacht Eulen-Kissen kommen immer gut an (Foto: Möller)

Schritt 3: Augen und Schnabel

Für die Augen müsst ihr zunächst aus dem weißen Filzstoff eine Acht ausschneiden und anschließend aus dem schwarzen Filzstoff zwei kleine, runde Punkte. Dann klebt ihr jeweils einen schwarzen Punkt als Pupille in jeweils eine der Achter-Bäuche und klebt diese dann auf den Kopf der Eule. Anschließend malt ihr ein spitzes Dreieck auf den roten oder orangen Stoff und schneidet dieses aus. Nur noch die Ränder abnähen und mit der Spitze nach unten unter die Eulenaugen kleben und schon ist die Trend-Eule fertig. Viel Spaß beim Nähen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es einen neuen Teil unserer Hausmittelserie.

Zu gewinnen:

Wer nicht genug bekommt von süßen Tieren und Näharbeiten, für den ist unser Gewinnspiel genau das richtige: Die Tipps&Tricks-Redaktion verlost exklusiv drei Filzpakete zum Basteln eines Esel- oder Kuh-Anhängers.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis Sonntag, den 30. Oktober 2014, 23:59 Uhr eine E-Mail an guelcin.onat@face2face-magazin.de. In der Mail enthalten sein sollte euer Vor- und Nachname sowie eine gültige Adresse für den Versand. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt via Mail.

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich die Online-zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

„Ich bin morgens immer müde, aber abends werd ich wach“ – Aufzeichnungen einer Nachteule

Sonntagabend: Es graut mir vor dem Gedanken, morgen früh das warme Nest zu verlassen, um zum Praktikum zu fahren. Bereits bei dem Wort „früh“ wird mir ganz unbehaglich. Das ist mir nämlich in Wahrheit überhaupt kein Begriff. Das, worüber sich sogenannte Frühaufsteher definieren, ist für mich, die ich mich zu diesem Zeitpunkt im Tiefschlaf befinde, ein kryptisches Konstrukt. Kein Wunder, dass mich die Vorstellung vom dudelnden Handywecker in dieser Nacht in eine Art Schockstarre versetzt. Wobei von Schlaf ohnehin nicht die Rede hätte sein können, wenn bis Mitternacht kein Anzeichen von Müdigkeit auftritt und erst gegen Zwei die letzte Folge der immergleichen Serie zum allmählichen Einschlafen angestellt wird. Das Gefühl, genau zu wissen, dass man sich morgen mehr als elend fühlen wird, ist fast noch unschöner als der Morgen an sich.

Montagmorgen: Ich muss mich korrigieren – der Morgen ist definitiv unschöner. Als es Acht schlägt, bin ich bereits hellwach, nachdem ich mich zuvor quasi in permanenter Lauerstellung befunden hatte. Ich erinnere mich vage an meine Schulzeit und die damit verbundenen unchristlichen Uhrzeiten. Unterrichtsbeginn um 07.50 Uhr? Das scheint mir heute unmenschlich, wenn nicht gar untierlich. Ich stolpere ins Bad, rüber zur Kaffeemaschine, und lasse mich schlussendlich mit einer großen Tasse Pulverkaffee zurück aufs Bett fallen. Frühstücksfeeling.  Sind Berufstätige, also all jene, die sich morgens durch den Berufsverkehr schlängeln oder, bewaffnet mit einem Coffee to go von Starbucks, im Zug die Tageszeitung aufschlagen, eigentlich auch solche Jammerlappen wie ich?

Begrüßungsritual: Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da? (Foto: T.Gartner)

Wochenmitte: Ich habe während der Fahrt in der S-Bahn Nachforschungen angestellt, habe die anderen Fahrgäste genauestens beobachtet und auf Müdigkeits-Merkmale hin untersucht. Ich kam zu dem Ergebnis, dass neben mir genug Menschen unter dieser Sonne zu wandeln scheinen, bei denen Morgenstund‘ nicht Gold, sondern Koffeintabletten im Mund hat. Dass der frühe Vogel den Wurm fängt, will auch noch nicht so recht einleuchten. Alles, was ich in den letzten Tagen zu sehen bekam, waren musikalische Einlagen semiprofessioneller Akkordeon-Spieler (ich habe ihnen dafür nichts in den Hut geworfen) – keine Würmer und erst recht keine Vögel, die diese zu fressen versuchen. Immerhin kann ich jetzt verstehen, wie Fotos von mit offenem Mund schlafenden Passagieren zustande kommen. Nach achtzehn Uhr sehe ich dank des gigantischen Schlafmangels ganz ähnlich aus; es wundert mich beinahe, dass Kinder noch nicht mit Erdnüssen in meinen Mund zu zielen versucht haben. Und doch sehne ich mich jeden Abend aufs Neue nach frischer Unterhaltung, nach sozialen Kontakten. Dem schlechten Gewissen zum Trotze verabrede mich mit Freunden, die wohlgemerkt allesamt ausgeschlafen  –  da mitten in den Semesterferien   – sind. Ich schaffe es zwar noch, auf den Barhocker zu klettern, doch so richtig bei der Sache bin ich auch hier nicht mehr. Bei „Ich bin morgens immer müde, aber abends bin ich wach“ kann ich nun definitiv nicht mehr aus Überzeugung mitsingen. Ich fühle mich am Abend nämlich ähnlich zerstört wie am Morgen nach dem Mehr-oder-minder-Wachwerden.

Wochenende: Der langersehnte Freitag ist gekommen. Die nächste Party steht schon vor der Tür. Schade nur, dass ich mich dazu beileibe nicht mehr vor eben jene bewegen kann. Meine Privatparty ist bereits um 22 Uhr ausgefeiert – in Pyjamahose habe ich noch eine Dosensuppe, das höchste der Gefühle, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen war, genossen, bevor ich schnarchend in die Kissen gesunken bin. Von meiner Nachtaktivität ist nicht das Geringste übrig geblieben. Die Nachteule hat kapituliert zugunsten eines geregelten Biorhythmus … Vorerst.

Doch bereits am folgenden Sonntag wälze ich mich wieder unruhig in den Federn hin und her, in Panik vor dem Wochenstart. Ich schaue wieder sinnlose Serien bis in die Puppen und wünsche mir am nächsten Morgen, ich wäre wirklich eine Eule, denn dann könnte ich mich wenigstens auf einem  nahegelegenen Baum vor dem Tageslicht verstecken und müsste nicht auf einem Fensterplatz in der S-Bahn kauern, hilfesuchend meinen Coffee to go und ein Magazin umklammernd.

Vorschau:  In der nächsten Woche fragt sich Sascha, was es eigentlich mit Statussymbolen in unserer Gesellschaft auf sich hat.

Klug wie eine Eule– der Vogel der Weisheit

Gruselig: Die charackteristischen Züge einer Schleiereule (©Jürgen Hüsmert / pixelio.de)

„HU-HU! HU-HU“, ein unheimlicher Schrei durchdringt die Nacht. Der dunkle Wald weckt eine Urangst. „U-Witt“, hört man einen weiteren Schrei, wie von einem Dämon, der versucht die Seelen der Toten zu holen. Eulengeschrei wurde vielerorts als Unglückszeichen angesehen, die Eulen waren Teufelstiere mit Zauberkräften. Doch das war nicht überall der Fall. Als Sinnbild für Gut und Böse galten sie ebenfalls als Glücksbringer und als Weisheitsvogel war die Eule im antiken Griechenlands Begleiter der Göttin Athene. Der Aberglaube um diese Vögel könnte nicht unterschiedlicher sein.

Eulen haben große nach vorne gerichtete Augen und Augenlider, die sie von oben nach unten über die Augäpfel ziehen. Ihre Gesichtsflächen ähneln Wangen und ihr nach unten gebogener Schnabel gleicht einer Nase. Durch ihre zusätzlich aufrechte Haltung erscheinen sie sehr menschlich. Daher fasziniert uns die Eule sehr.

Überall in der Welt vertreten: Diese Schneeeule findet man in polaren Regionen (©Renate Cislowski / pixelio.de)

Wenn man die Antarktis ausnimmt, leben die Eulen auf jedem Kontinent. Fast alle Arten sind nachtaktiv. Deshalb sind ihre Körper auch auf die nächtliche Jagd ausgelegt. Der Kopf ist groß und rund, der Körper gedrungen. Die nach vorne gerichteten Augen ermöglichen ihnen ein binokulares Sehen. Dadurch können sie ihre Umgebung räumlich erfassen und Abstände und Geschwindigkeiten abschätzen. Zusätzlich können sie ihren Kopf noch um 270° drehen, weshalb ihnen kaum ein Beutetier entkommen kann.

Die kranzförmige Einfassung des vorderen Kopfes durch steife Federn wird als Gesichtsschleier bezeichnet. Dieser leitet, durch die breite Kopfform unterstützt, den Schall zum Ohr. Bewegliche Ohrläppchen ermöglichen die Geräuschortung. Hohe Frequenzen nimmt der Vogel besonders gut wahr. Der Teil des Gehirns, welcher das Gehörzentrum beinhaltet, ist besonders gut ausgeprägt. Dies ist wichtig, da die Jagd bei Nacht besonders über Geräusche vonstattengeht. Durch ihre große Flügelfläche im Gegensatz zu ihrem Körpergewicht fliegen Eulen selbst besonders geräuscharm.

Die Eulenarten, die im Wald leben, jagen typischerweise, indem sie auf einem Ausschauplatz sitzen und auf Beute lauern. Eulen in offeneren Landschaften jagen, indem sie sich, wie ein Adler, auf Pirschflüge begeben und auf ihre Beute hinabstürzen. Kleinsäuger wie Mäuse sind die bevorzugte Beute dieser Fleischfresser. Aber auch Fische, Schlangen, Würmer, Käfer und Frösche stehen auf dem Speiseplan mancher Arten.

Menschliche Züge: Das Gesicht eines Uhus (©Jetti Kuhlemann / pixelio.de)

Eulen werden unterschieden in „Schleiereulen“ und „eigentliche Eulen“. Schleiereulen haben einen charakteristischen herzförmigen Gesichtsschleier und sind mit bis zu 55 Zentimeter Körperlänge kleine Eulen. Die eigentlichen Eulen machen die größere der beiden Familien aus. Deshalb variieren auch das Aussehen und die Größe bei ihnen. Die Größten unter ihnen werden bis zu 70 Zentimeter groß, die Kleinsten zwischen 10 und 20 Zentimeter. Die großen Uhus, die auffällige Federohren besitzen, gehören zu den eigentlichen Eulen. Die Bezeichnung „Kauz“, Mehrzahl Käuze, ist eine Eigenheit der deutschen Sprache und beruht auf einem lautmalerischen Ursprung. Ein Kauz wird, im Gegensatz zur weisen Eule, gemeinhin als verschroben und eigenbrötlerisch, eben kauzig, bezeichnet.

Manchmal wird eine Eule mit Doktorhut und Tartar oder aber auch auf Büchern sitzend dargestellt. Ihr wird viel Intelligenz und Weisheit zugeschrieben. Schulen, Universitäten, Buchhandlungen und Bibliotheken haben oft eine Eule in ihrem Emblem. Diese Bücher zu studieren und zu lernen macht also den Unterschied aus, ob man klug wie eine Eule wird oder eben doch nur ein komischer Kauz.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr etwas über invasive Arten erfahren.